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Lassiter - Folge 2179

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Schwere Jungs und leichte Beute
  4. Vorschau

Schwere Jungs und leichte Beute

Die rostigen Nägel hatte Rob Shivers Mörder aus einer Mauer in der Wäscherei des Staatsgefängnisses gezogen. Er wickelte sie in ein Lorbeerblatt, bevor er sich zur Pritsche des Sterbenskranken umwandte. »Ist ’ne gute Medizin«, sagte er und hielt Shiver den Lorbeer unter die Nase. »Hilft gegen Typhus genauso wie gegen Rheuma.«

Rob Shiver hustete und richtete sich auf. Auf dem schweißnassen Gesicht des Sträflings erschien ein Lächeln. »Meinst du wirklich, Johnny?«, stöhnte er. »Ich würd’s gern nehmen, falls es hilft.«

»Als wär’s die Hand Gottes«, versicherte Johnny und grinste. »Schluck’s runter und du bist bald wieder bei Kräften.«

An diesem Morgen hätte Tom Lovett zu keiner Zeit geglaubt, dass sich in seiner Schicht mehr ereignen könnte als die üblichen Vorkommnisse, die den Alltag des Staatsgefängnisses von Wisconsin ausmachten. Die Korrekturanstalt in Waupan, die seit ihrem Bau im Jahr 1851 zu den bestgeführten Behörden des Staates zählte, beherbergte über zweihundert Häftlinge. Sie unterhielt neben einer Tischlerei auch eine Textilfabrik, eine Schuhmacherei und eine Kutschenmanufaktur. Die Sträflingsarbeit füllte die Kassen des Gefängnisses derart zuverlässig, dass die Schatzmeisterei auf jährliche Zuwendungen aus dem Staatsvermögen verzichtete.

Und nun sollte es einen Toten gegeben haben.

Der letzte Vorfall dieser Art war acht Jahre her; damals hatte sich der alte Rick Bakersfield in seiner Zelle erhängt, nachdem ihm jemand die letzten Zigarren geklaut hatte. Lovett war damals einer der jüngsten Wärter gewesen. Er hatte fassungslos neben dem baumelnden Alten gestanden. Sein Vorgesetzter Lester Sewell hatte Bakersfield von der Decke schneiden und auf eine Krankentrage verfrachten lassen.

Lovett riss die Winchester von den Wandhaken und hastete den Gang hinunter.

In seinem Trakt hatte stets Ruhe geherrscht, von den unbedeutenden Handgreiflichkeiten abgesehen, die sich zwischen Mördern, Dieben und Wegelagerern unweigerlich abspielten. Vor zwei Monaten hatte James Woods seinen Zellengenossen Conrad Sheridan in die Mangel genommen, doch Lovett hatte die Sache geschlichtet, ehe Blut geflossen war.

Jetzt ging es um die Zelle, in der Rob Shiver und John Steger saßen.

Lovett rannte an den Gittertüren No. 59-68 vorüber und schwang sich die schwere Stahltreppe zum Mittelgang hinauf. Das Gejohle der anderen Häftlinge schwoll an und erfüllte den Trakt mit Pfiffen, Schreien und kehligen Rufen.

»Wohin so eilig, Tommy-Boy?«, schallte es aus einer der unteren Zellen herauf. »Bist doch sonst keiner von den Fleißigen!«

Zu den johlenden Rufen gesellte sich Gelächter, das jedoch abrupt verebbte, als Lovett den Kolben der Winchester gegen das Treppengeländer schmetterte.

»Ruhe da unten!«, rief er über die Brüstung. »Ich glaube nicht, dass einer von euch ’ne Normerhöhung braucht!«

Die Androhung einer höheren Arbeitsnorm brachte erfahrungsgemäß selbst die hartnäckigsten Unruhestifter zur Vernunft. Keiner wollte zehn Wagenräder am Tag bauen statt der gewohnten acht, oder sich zwei Stunden länger über die Hobelbank beugen als die anderen Männer im Trakt.

»Ist ja gut, Tommy-Boy!«, klang es beleidigt zu Lovett hinauf. »Kannst uns auch mal ’nen Spaß lassen!«

Der Wärter setzte seinen Gang über die Mittelgalerie fort und stand wenig später vor Zelle No. 138. Der Mann hinter dem Gitter starrte ihn ausdruckslos aus. Er war zwei Köpfe größer als Lovett und hatte den weißblonden Haarschopf eines Deutschen.

Auf dem Zellenboden lag Rob Shiver. Er musste noch ein paar Fuß weit gekrochen sein, bevor er gestorben war. Sein schmerzverzerrtes Gesicht war blau angelaufen.

»Was hast du ausgeheckt, Steger?«, fuhr Lovett den anderen Inhaftierten an. »Was hat dir der arme Kerl getan?«

Der Mann in der Zelle trat näher ans Gitter. Er hielt die Hände auf dem Rücken verschränkt.

»Nichts«, sagte John Steger und lächelte schmal. »Sagen wir, er hat die falsche Medizin gegen den Keuchhusten geschluckt. Ich hätte jemanden holen können, aber es ging bereits zu Ende mit ihm, als ich erwachte.«

Lovett taxierte sein Gegenüber scharf.

Dem Gefängniswärter kam die Akte des Deutschen in den Sinn, in der man lediglich vermerkt hatte, dass John Steger Reverend einer Mennonitengemeinde nahe Watertown gewesen war. Die restlichen Seiten wurden vom Gouverneursbüro unter Verschluss gehalten, was nahelegte, dass der Sträfling entweder Gouverneur Smith selbst oder einem ranghohen Beamten des Staates auf die Zehen getreten war. Zur mageren Akte passte auch, dass Steger bei Nacht und Nebel nach Waupan gebracht worden war und seither über seine Vergangenheit beharrlich schwieg.

»Shiver war ’ne treue Seele«, meinte Lovett bedauernd und sah auf den Toten hinunter. »Er wäre in zwei Wochen freigekommen.«

»Und hätte sich im nächstbesten Saloon besoffen«, entgegnete Steger säuerlich. »Ich habe ihm ein würdeloses Landstreicherleben erspart.«

»Zwei Schritte zurück!«, befahl Lovett und schloss die Zellentür auf. »Ich will deine verfluchten Hände über dem Kopf sehen!«

Der blondhaarige Deutsche tat, was von ihm verlangt wurde. Er richtete den Blick auf die hohen Fenster, die sich gegenüber dem Zellenblock befanden. »Sie werden in Robs Mund eine Handvoll Nägel finden«, sagte Steger und setzte ein joviales Lächeln auf. »Der Vorfall könnte sich für Sie auszahlen, Tom. Sie müssen sich bloß auf die richtige Seite schlagen.«

Kaum eine Armlänge trennte die Mündung von Lovetts Winchester und Stegers Brust. Der Wärter beugte sich zu Shiver hinunter und berührte dessen Hals.

Er war tot.

Die Gedanken in Lovetts Kopf begannen zu rasen. Lester Sewell und Steve Gray waren gewiss längst auf dem Weg zu seinem Trakt. Sie würden den Alarm an Anstaltsleiter Leo Goodnow durchgeben, sich bewaffnen und durch das Südtor zu Hilfe kommen.

Lovett blieb nicht viel Zeit.

Falls er aus dieser Sache Kapital schlagen wollte, musste er es jetzt tun. Er wusste aus Stegers Akte, dass mit der Habe des Predigers ein nicht unbeträchtliches Vermögen beschlagnahmt worden war. In gewissem Maße verfügte Steger über dieses Vermögen sogar noch, ging man von den postalischen Anweisungen aus, die er Monat für Monat an Bankhäuser und Kapitalgesellschaften verschickte.

Ein Geschäft mit Steger mochte sich also durchaus lohnen.

»Was willst du?«, zischte Lovett leise. »Ich werfe dich den Hyänen im D-Block zum Fraß vor, sollte jemand davon Wind bekommen.«

»Ausgeschlossen«, erwiderte Steger und sah Lovett zufrieden an. »Du kriegst zweitausend Dollar, sobald ich Waupan verlassen habe. Ich verlange dafür nur, dass du mich unter Shivers Namen hinüber ins Totenhaus bringst.« Er wies mit dem Kinn zu dem Toten. »Rob litt an verschlepptem Typhus. Bis jemand nachschaut, woran er in Wahrheit krepiert ist, bin ich längst in Dakota.«

Lovett schüttelte den Kopf. »Auf Bestechlichkeit stehen sechs Jahre. Du wirst deine Strafe absitzen müssen wie alle anderen.« Er lachte. »Außerdem wüsste ich nicht, ob du ’ne linke Nummer mit mir abziehst.«

Der Prediger griff in seine Häftlingsjacke und förderte ein zerknülltes Bündel Dollarnoten daraus hervor. Er fächerte es mit den Fingern auf und hielt es Lovett entgegen. »Fünfhundert bekommst du auf die Hand. Den Rest erhältst du, sowie ich über die Grenze von Dakota bin.«

Die raschelnden Banknoten in Stegers Hand übten einen hypnotischen Reiz aus.

Lovett dachte an seine Geliebte Amanda Dowfield, die ihm vor zwei Wochen in einem Brief mitgeteilt hatte, dass sie einer Heirat zustimmen würde, sofern in naher Zukunft ein geeigneter Hausstand zu erwarten war. Mit zweitausend Dollar auf der Bank würde Lovett die Anstellung als Gefängniswärter aufgeben und die alte Mühle unten bei Green’s Grove kaufen können.

Er senkte die Winchester und nahm Stegers Notenbündel.

»Gut«, meinte er und wies auf die Pritsche. »Wickle dir ein paar von Shivers Bandagen um Mund und Hals! Soll dich nicht gleich jeder erkennen!« Er spähte nervös auf den Mittelgang hinaus. »Und dann hilf mir, Rob auf die Pritsche zu heben!«

***

Die hämmernden Kopfschmerzen in Lassiters Schädel waren unerträglich. Sie hatten mit dem Stoß in den Nacken eingesetzt, der den Mann der Brigade Sieben geweckt hatte. Das Geschaukel des Pferdegespanns, auf dessen Ladefläche Lassiter lag, machte die Angelegenheit nicht besser.

»Amy?«, stöhnte Lassiter und reckte den Hals. »Amy … Teufel, wohin fahren wir?«

Er konnte sich kaum an das Antlitz der groß gewachsenen Brünetten entsinnen, mit der er in Hillsboro eine Handvoll Drinks genommen hatte. Sie hatte kräftiges Rouge auf den Wangen getragen und ihn angelächelt, als gelte es, die Sängerin auf einem Broadwayplakat auszustechen. Der Branntwein war ihnen in Gläsern von der Form zweier Elefantenköpfe serviert worden.

Die Elefantenköpfe waren die letzte Einzelheit, an die sich Lassiter erinnerte.

Das Zeug musste die reinste Hölle gewesen sein. Er hatte – so viel wusste er noch – an dem bernsteinfarbenen Gebräu gerochen und es sich im Anschluss ebenso schnell in den Rachen gekippt wie seine Tresennachbarin. Seine Kehle hatte buchstäblich Feuer gefangen. Nach zwei Gläsern war es Lassiter dreckiger gegangen als mit den beiden Söldnern von General Manuel Gonzalez, die ihm an der mexikanischen Grenze eine Flasche Agavenschnaps aufgeschwatzt hatten.

»Nun steh schon auf, Lassiter!«, kommandierte Amy vom Sitz des Gespanns aus. Sie ließ die Peitsche knallen und trieb die beiden Zugtiere an. »Oder verschläfst du den ganzen Vormittag?«

Ächzend und erschöpft drehte sich Lassiter auf die Seite. Er begriff erst jetzt, dass er auf der Ladefläche eines Garbenbinders lag und dass die beiden Pferde davor in Wahrheit zwei Ochsen waren. Er steckte noch in der staubigen Leinenhose, die er sich vor einigen Tagen in Fargo besorgt hatte, um unter den Tausenden Farmarbeitern im Dakota-Territorium nicht weiter aufzufallen.

Das Telegramm aus Washington hatte eine Adresse in Hillsboro genannt, unter der Lassiter den Mittelsmann der Brigade Sieben, Timothy Scott, finden würde. Scott war Eigentümer einer Druckerei, die Bekanntmachungen der Landgesellschaften und erbauliche Schriften für Farmersfrauen herausgab.

In den Fenstern von Scott’s Printer Shop hatte jedoch kein einziges Licht mehr gebrannt, als Lassiter in der Nacht aus dem Sattel gestiegen war.

»Verdammt.«

Der Mann der Brigade Sieben richtete sich auf und rieb sich die Stirn. Er starrte auf die gemächlich im Takt wiegenden Hinterteile der Ochsen. »Wie spät ist es, Amy?«

Die Brünette blinzelte in die Sonne und lachte. »Wird nicht später als zehn Uhr sein. In einer halben Stunde sind wir in Hillsboro.«

»Zehn Uhr!«, brummte Lassiter. »Scott wird mich für einen verfluchten Faulpelz halten.« Er drehte den Kopf und verspürte einen stechenden Schmerz. »Was … was hast du gestern mit mir angestellt?«

»Nichts jedenfalls, das du nicht wolltest!«, versicherte Amy und hob ärgerlich die Brauen. »Sag bloß, du weißt nichts mehr davon?«

»Mir dröhnt der Kopf, Kleines«, gab Lassiter zur Antwort. Er blickte auf das Gestänge des Garbenbinders, das neben ihm aufragte, und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. »Hoffentlich hattest zumindest du deinen Spaß an der Nacht.«

Amy brachte den Garbenbinder mit einem Zügelruck zum Stehen. Sie sprang vom Sitz, raffte den Rock und baute sich entrüstet vor Lassiter auf. »Wie kannst du es wagen, mich derart zu beleidigen, Mr. Lassiter? Ich habe dir die hitzigste Nacht bereitet, die du diesseits von Wisconsin erlebt hast!« Sie zog einen Schmollmund. »Du hast es mir selbst gesagt!«

Der Mann der Brigade Sieben lächelte und ergriff die Hände der Brünetten. Sein Gedächtnis war wie ausradiert, und das lag an jenem Schwarzgebrannten aus Hillsboro.

»Amy«, meinte Lassiter sanft. »Nimm’s mir nicht übel, aber ich denke, dass mir der Fusel … Verflucht …« Er rieb sich die Stirn. »Gott, das Zeug fühlt sich an, als wäre mir der Schädel mit Petroleum ausgewaschen worden.«

Die Farmerstochter lachte und stemmte die Arme in die Seiten. »Ist kein schlechtes Wässerchen, was? Gibt nicht viele in der Gegend, die’s überhaupt vertragen.« Sie versetzte Lassiter einen Stoß vor die Brust. »Kannst dich glücklich schätzen, dass ich dir ein paar Gläser mehr verabreicht habe als mir selbst. Ich glaube …«, sie äugte in Lassiters Schoß, »deiner Manneskraft hat es nicht geschadet!«

Amy umfing mit den Händen Lassiters Gesicht und gab dem breitschultrigen Blonden einen leidenschaftlichen Kuss. Ihre Finger wanderten an Lassiters Hals hinunter und öffneten den obersten Hemdknopf.

»Weißt du wirklich nichts mehr?«, zog sie Lassiter auf. »Muss ich dir ein bisschen auf die Sprünge helfen?«

Die brünette Farmerstochter lockerte die Schnürung ihres Kleides und ließ es über ihre zierlichen Schultern rutschen. Sie trug ein dünnes Mieder darunter, dessen Spitzensaum sich über ihren prallen Busen spannte.

»Entsinnst du dich jetzt?«, fragte Amy verführerisch. »Ich könnte dir sagen, dass wir’s gleich auf dem Garbenbinder getrieben haben.«

Sie trat näher an Lassiter heran und drückte ihn zärtlich auf die Bretter der Ladefläche. Der Mann der Brigade Sieben ließ es geschehen und legte die Arme um Amys zierlichen Körper.

»Wie oft haben wir’s getan?«, fragte Lassiter und schob eine Hand unter ihren Rocksaum. »Zweimal? Dreimal?«

»Viermal«, hauchte Amy und dirigierte Lassiters Hand behutsam zwischen ihre Schenkel. »Erst im Stroh, dann hinter der Scheune. Du konntest zwar nicht gerade laufen, aber sonst stand alles, wie es sollte.«

Die Farmerstochter knöpfte Lassiter die Hose auf und erkundete die darunterliegenden Partien. Als Amy gefunden hatte, wonach sie suchte, griff sie fester zu und sank auf die Knie.

»Nicht, dass du solche Sachen auch noch vergisst!«, sagte sie und machte sich ans Werk. Sie liebkoste den Agenten der Brigade Sieben auf diese Weise eine Zeitlang, bis dieser das Mädchen auf den Rücken drehte und küsste.

»Jetzt ist die Reihe an mir«, sagte Lassiter und strich Amy eine Haarsträhne aus dem Gesicht. »Immerhin willst du mein Gedächtnis aufhellen.«

Er glitt mit der Hand zwischen ihre Beine und spreizte seiner Geliebten langsam die Schenkel. Durch den schlanken Leib der Brünetten schossen lustvolle Schauer. Die Farmerstochter warf den Kopf zurück, stöhnte auf und wand sich erregt unter Lassiters Berührungen.

»Wie köstlich, Lassiter!«, entfuhr es Amy nach einiger Zeit. »Es … Es ist wie in der Nacht … Es ist … Oh, du weißt gar nicht, dass du es einer Frau sturzbetrunken besser machst als so mancher ohne Alkohol im Blut!«

Sie klammerte sich an die kräftigen Schultern ihres Liebhabers und grub ihm die Nägel in den Rücken. Ein wollüstiges Zucken ergriff ihre Lenden und ließ Amy allen Anstand vergessen. Wie ein Feuersturm ging die Kraft jenes Mannes durch ihren Körper, der sie von der ersten Sekunde an betört hatte.

»O Lassiter!«, stöhnte die Farmerstochter und öffnete unter seinen Stößen die Beine. »Nimm mich! Sag mir, dass du keine Frau je wie mich begehrt hast!«

Der Mann der Brigade Sieben kämpfte noch immer mit dem Schwarzgebrannten und gab sein Bestes. Er richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf die junge Frau vor sich und nahm sie so heftig, dass sich ihr Stöhnen in abgehackte Schreie verwandelte.

Einige Minuten darauf kam es Lassiter.

Er beugte sich über Amy, entlud sich in ihr und stützte sich schwer atmend neben ihr ab. Das Farmermädchen dankte es ihm mit leuchtenden Augen und einem verliebten Kuss.

»Willst du immer noch nach Hillsboro?«, fragte es. »Ich hätte nichts gegen eine zweite Runde.«

Lassiter sank auf die Ladefläche und schob sich den Hut in die Stirn. Zu seinem Entsetzen war er völlig entkräftet.

»Wenn’s keine Umstände macht«, sagte er. »In meinem Kopf geht’s zu wie auf einem Jahrmarktkarussell.«

***

Die Flasche Old Overholt Whiskey, die William Trimble sich für schlechte Zeiten aufgespart hatte, war nur noch halb voll.

Der Vormann der Parzelle XVII von der Sandford Land Company, deren Landbesitz sich von Galesburg bis hinauf nach Hillsboro erstreckte, hatte allen Grund, sich darüber zu grämen. Erst vor zwei Tagen hatte ihm der Parzellenaufseher Richard F. Fairbanks mitgeteilt, dass der Preis für den Scheffel Weizen aufs Neue gefallen war. Höchstens siebzig Cent seien in Chicago noch zu bekommen, hatte Fairbanks betont, und manchmal lasse die Company den Hammer schon bei sechsundsechzig Cent schwingen.

Trimble zog den Korken aus dem Flaschenhals und nahm einen Schluck. Er ließ den Whiskey im Mund und spülte ihn hin und her, bevor er ihn herunterschluckte.

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