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Lassiter - Folge 2164

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Tricks der »Foxy Lady«
  4. Vorschau

Die Tricks der »Foxy Lady«

Forster ritt mit dem jungen Miles von Norden her in die Stadt, über den Fahrweg von Omaha. Buffalo und Saxon nahmen die Westroute entlang der Eisenbahnlinie, und die Davis-Brüder kamen schon gegen Mittag mit dem Flussdampfer. Am Abend trafen alle sich im Spielzimmer einer Hafenspelunke. Oakland, der Verbindungsmann, wartete schon. Er spendierte eine Flasche Whisky. »Mit schönem Gruß vom Boss«, sagte er. »Damit ihr euch Mut antrinken könnt.«

»Ich lache gleich.« Foster spuckte auf die sandigen Holzdielen. »Es geht um einen Mann!« Seine grauen Augen sprühten vor Wut. »Zu siebt gegen einen Einzigen! Und da soll ich mir Mut antrinken?«

»Stimmt schon: nur gegen einen Einzigen.« Oaklands verzog keine Miene. »Doch zehn Comanchen sind nicht halb so gefährlich wie der.«

»Du kennst den Typen?« Louis Saxon musterte Oakland aus schmalen Augen. Der blonde Saxon war Mitte dreißig und, wie Foster und Oakland, schon von Anfang an dabei. Glatt rasiert und ständig in neuen Hemden und Anzügen, gab er gern den Gentleman.

»In Abilene habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie er vier Texaner über den Haufen geschossen hat.« Terry Oakland zwirbelte an seinem langen grauen Schnurrbart herum. »In nicht einmal zehn Sekunden. Alle Zeugen schworen damals, dass die Texaner zuerst gezogen haben.«

»Hab von dem Burschen gehört. Ziemlich schnell«, bestätigte Hank Davis, der Ältere der beiden Davis-Brüder. »Ich schätze aber, die Hälfte von uns ist schneller als er.« Natürlich meinte er vor allem sich selbst und seinen jüngeren Bruder Trevor.

»Trotzdem komisch.« Der junge Jesse Miles feixte verächtlich. »Traut der Boss unseren Schießkünsten denn nicht mehr?« Er wirkte abgerissen und staubig, war mittelgroß, sehr dünn – fast ausgemergelt – und hatte dunkles, weit über die Schultern fallendes Haar.

»O doch, Jesse. Im Gegenteil: Der Boss vertraut euren Schießkünsten ganz und gar.« Oakland nahm seine Melone ab und fuhr sich durch die grauen Locken. Ähnlich wie Saxon legte er Wert auf eine gewisse Eleganz. »Er will jedoch noch möglichst lange davon profitieren.«

Er blickte in die Runde. Die Männer wichen seinem Blick aus oder zogen, wie Buffalo und Foster, ein wenig ratlos die Brauen hoch.

»Schon klar, Terry.« Foster schenkte sich Whisky nach. »Doch genug geredet. Gehen wir endlich.« Er kannte Oakland: Der ehemalige Sternträger nutzte jede Bühne, um sich wichtig zu machen. »Wie heißt das Hotel?«

»Langsam, langsam.« Oakland hob die Rechte. »Ich will, dass jeder verstanden hat, was ich meine: Buckley ist hochgefährlich. Ist das angekommen?«

Wieder der kalte Blick in die Runde. Die Männer nickten nacheinander. Foster zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen. Es gab Augenblicke, da würde er dem Grauschopf gern die Faust ins Gesicht rammen.

»Und wirklich allein ist Buckley ja auch nicht – ihr vergesst Daisy. Der Boss traut ihr im Moment alles Schlechte zu.«

»Was wird aus ihr, wenn wir den Kerl erledigt haben?«, wollte Saxon wissen. »Man kann sie schlecht am Leben lassen, oder?«

»Nicht mehr allzu lange jedenfalls.« Oakland klappte ein silbernes Zigarettenetui auf und entnahm ihm eine Zigarette. »Man sollte sie allerdings in einem Zustand finden, der jedem, der bei uns auf der Lohnliste steht, den Gedanken an Verrat ein für alle Mal aus dem Hirn vertreibt.«

»Verstehe.« Foster trommelte mit den Fingern auf dem Tisch herum. »Bringen wir es also hinter uns.« Der Texaner in den Klamotten eines Cowboys, der seit Wochen im Sattel schlief, war ein bisschen nervös. Nichts Neues. Vor jedem Coup schwitzte Foster oder musste dringend pissen oder beides.

»Das Hotel heißt Jason’s Capital Saloon. So ziemlich der teuerste Laden hier in Kansas City.« Oakland nahm die Whiskyflasche von der Tischmitte und drückte den Korken drauf. »Die andere Hälfte ist für nachher.« Er erhob sich. Wie meist, trug er einen schwarzen Frack. Das Leder seines Waffengurts glänzte wie frisch eingewichst. An seiner linken Hüfte steckte ein langläufiger Revolver. Der Kolben zeigte nach vorn.

Oakland richtete seinen Blick auf Buffalo. »Vor allem du musst stocknüchtern sein heute, Buffy. Deine Kletterkünste sind gefragt.« Der kleine, drahtige Dakota nickte kaum merklich.

Die Männer leerten ihre Gläser, standen auf und traten durch die Hintertür in die ziemlich kühle Frühsommernacht hinaus. Von den Dampfern an den Anlegestellen drangen die Stimmen der Flussmatrosen. Nacheinander stiegen Forster und die Männer auf die Pferde. Jeweils zu zweit ritten sie aus dem Hafengelände zur Mainstreet und in die Innenstadt.

Nur Oakland machte sich allein auf den Weg; in einem von zwei schweren Grauschimmeln gezogenen Planwagen.

»Zu siebt gegen einen.« Foster schüttelte den Kopf und hielt sein Pferd an. »Ich fasse es nicht.« Aus den Saloons links und rechts der Mainstreet tobte bereits das Nachtleben von Kansas City. »Sieben gegen einen – das muss man sich einmal vorstellen!«

Er bot Jesse Miles einen von seinen kubanischen Zigarillos an. Jesse griff zu und riss ein Schwefelholz an seinem abgeriebenen Sattelknopf an. »Lass den Geist ruhen, Ronny, und vergiss diese Gerechtigkeitsscheiße.« Er hielt dem Älteren die Flamme hin und schützte sie zugleich mit der Rechten gegen die Nachtbrise. »Oakland mag ein Arschloch sein, doch mit gefährlichen Männern kennt er sich verdammt gut aus.«

***

Sie breitete die Karte auf dem Bett aus. »Hier steige ich zu.« Er kniete neben ihr vor dem Bett nieder. Mit dem Finger zeigte sie auf Omaha. Sie duftete, wie die Orangenplantage in Kalifornien geduftet hatte, in der er während seines letzten Auftrags oft übernachtet hatte.

»Hier in Grand Island will der Boss einsteigen«, erklärte sie, »vielleicht auch erst in Cheyenne. Das weiß man nie so genau …« Er hörte nur mit einem Ohr zu, ihre Stimme erregte ihn. Er rückte näher an sie heran.

Mit dem Finger fuhr sie der Zugstrecke entlang nach Westen bis nach Fort Kearney. »Hier steigen zwei der Männer zu. Wer, steht noch nicht fest. Du erfährst die Namen rechtzeitig.«

»Und wie?« Er vergrub sein Gesicht in ihrem blonden Haar. Tief sog er ihren Duft ein.

»Ich schicke ein Telegramm nach Denver.« Als er ihr Ohr küsste, legte sie den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. »Nicht doch, Darling, ich muss mich doch konzentrieren …«

Ihr Tonfall und die schmiegenden Bewegungen ihres Kopfes sagten etwas anderes, doch seine Lippen gaben ihr Ohrläppchen dennoch frei. Sie seufzte, rückte die Öllampe bis an den Rand des Nachttischs und fuhr mit dem Finger der Zugstrecke entlang weiter nach Westen, bis nach Cheyenne.

»Und dort werde ich zusteigen, nicht wahr?« Er griff nach ihrer Hand, zog sie von der Karte und an seinen Mund.

»Wenn alles gut geht.« Sie flüsterte, fuhr jetzt mit dem Finger den Linien seiner Lippen nach.

»Natürlich wird alles gut gehen.« Seine Hand kreiste auf ihrem Bauch. Es war erst das dritte Mal, dass sie allein waren. Das erste Mal, im Zug nach Omaha, waren sie übereinander hergefallen wie ausgehungerte Tiere. Das zweite Mal, im Pferdestall des Hotels, hatten Gäste sie gestört.

Daran dachte er und konnte es kaum noch abwarten. Seine Hand rutschte zu ihrem Dekolletee hinauf, tastete nach den harten Brustwarzen unter dem Stoff ihres Kleides.

Sie seufzte tief, griff in seinen Schritt und befühlte die Schwellung in seiner Hose. »Ich liebe dich, ich liebe dich so …«

Er schnürte ihr Dekolletee auf und holte ihren Busen heraus. »Ich bin verrückt nach dir, Sugar!« Er wühlte sein Gesicht zwischen ihre Brüste, küsste sie und biss zärtlich zu. »Ich bin so verrückt nach dir, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann.« Mit der Rechten schob er die Karte zum Fußende des Bettes.

Sie fummelte schon die Schnalle seines Waffengurtes auseinander, löste die Knöpfe seiner Hose. »Noch keinen habe ich geliebt wie dich«, flüsterte sie. »Wenn es vorbei ist, werden wir es jeden Tag tun, nicht wahr?«

Er raffte ihr das Kleid über Knie und Schenkel, betastete ihren haarigen Hügel und schob seine Hand zwischen ihre Schenkel. »Wir werden uns eine Orangenplantage in Kalifornien kaufen und ein großes Haus.« Er rieb sie dort, wo sie feucht und heiß war.

»O Gott, Darling …« Ihre Stimme erstarb schier. »Ein Haus mit Platz für viele Kinder, nicht wahr?« Sie spreizte ihre Schenkel.

Sie kannten sich erst seit drei Wochen, doch es hatte nur eine Stunde gedauert, bis sie einander verfallen waren. Sie hatten sich heimlich verabredet, wollten alles in Ruhe besprechen. Sie wollten heiraten, wollten Kinder, wollten das Geld, wollten sich nie wieder trennen, wenn alles hinter ihnen lag.

»Verlass dich drauf, Sugar.« Auf den Knien rutschte er hinter sie, zerrte ihr das Kleid über den Hintern und bis hinauf zu den Schultern. »Ich nehme dich jetzt.« Er zog ihr das Kleid über die Schulter und warf es hinter sich. »Erst einmal ganz schnell. Und danach so lange du willst …«

»Mach’s mir, Darling.« Willig ließ sie sich von ihm mit dem Oberkörper aufs Bett schieben, streckte sie ihm ihren Hintern entgegen. »Mach’s mir schnell oder lang, ganz wie du willst.«

Er stieg aus Stiefeln und Hosen, genoss es danach, sie aus Mieder, Hüfthalter und Strümpfen zu schälen. Und als sie dann ihren blanken weißen Hintern unter seinem Blick kreisen ließ, drang er von hinten in sie ein und nahm sie mit harten, schnellen Stößen.

Es war himmlisch. Wie beim letzten Mal kam sie schnell. Sie kam sogar zweimal. Danach zog er sie ganz aus und sich selbst auch. Was für eine himmlische Nacht liegt vor uns, dachte er, als er zu ihr aufs Bett kletterte.

Er legte sich auf sie und drang zuerst mit der Zunge in ihren weit offenen, seufzenden Mund ein …

***

Der Alte hieß Curd Greenberg, trug die Uniform der US-Kavallerie und wollte mit General angesprochen werden. »Hier und hier und hier …« Mit einem Stift kreiste er drei Stellen auf der Karte ein. »Pueblo, Colorado Springs und Plum Creek.«

»In Plum Creek ist die Bande leer ausgegangen, habe ich gehört.« Lassiter rührte in seinem Kaffeebecher. Drei Öllampen auf dem Tisch warfen Schatten an die Holzwände. »Die Wells Fargo hatte ihre Geldtruhen mit Geröll gefüllt.«

»Richtig, Lassiter.« Greenberg ließ den Stift fallen, griff nach dem Wasserkrug und füllte sein Glas. »Zwei Fahrgäste haben sie trotzdem erschossen, und einen Bremser schwer verletzt. Und die Steine in den Geldkisten werden diesen Galgenvögeln den Appetit auf mehr kaum verdorben haben.«

»Wahrscheinlich haben Sie recht, General.« Unten in Santa Fe hatte das Telegramm vor zwei Wochen den Mann von der Brigade Sieben erreicht. Es gehe um Raubüberfälle auf die Züge der Union Pacific Railroad, und Lassiter solle sich nach Fort Collins begeben, um seinen Mittelsmann zu treffen. Und da saßen sie jetzt: in Fort Collins, im Office des Generals.

»Verlassen Sie sich darauf.« Greenberg leerte sein Glas und schenkte sich Wasser nach. Er war höchstens fünfzig, doch dafür sah er recht alt aus: faltig, hohlwangig und mit dunklen Ringen unter den Augen. Kam vermutlich vom vielen Wassertrinken.

»Wie viel Geld haben die Scheißkerle erbeutet bei den ersten beiden Überfällen?«, wollte Lassiter wissen.

»Zwanzigtausend Dollar werden es schon gewesen sein.«

Es klopfte, der General brummte eine Aufforderung einzutreten, und eine junge Frau mit einem Tablett kam in das spartanisch eingerichtete Office. Eine Halbindianerin – Lassiter hatte im Pferdestall schon ein paar Takte mit ihr geplaudert. Sie servierte Hirschsteaks, wilde Kartoffeln und frisches Wasser. Ihr langes seidiges Schwarzhaar wurde von einem ledernen Stirnband zusammengehalten; auch sonst war sie ganz in Leder gekleidet.

»Theoretisch könnten sie also genug haben«, nahm Lassiter die Unterhaltung wieder auf.

»Unsinn!« Greenberg winkte heftig ab und runzelte unwillig die Stirn. »Die Bande ist groß. Sieben Männer haben die Augenzeugen gezählt. Und niemand weiß, wie viele im Hintergrund noch die Fäden ziehen. Jedenfalls müssen sie teilen.«

Der Arm der Indianerin berührte Lassiter an der Schulter. Er blickte auf und erhaschte ein verstohlenes Lächeln. Die Frau hatte bronzefarbene Haut und Augen wie glühende Kohlen. Lassiter erwiderte ihr Lächeln, ließ wie zufällig seinen Arm fallen und berührte ihre Wade. Sie verharrte einen Moment, als würde sie die Luft anhalten, dann drehte sie sich um und rauschte aus dem Raum.

»Und beim letzten Coup gingen sie leer aus!« Der General starrte auf die Karte, hatte von den spärlichen Gesten und Blicken zwischen seiner Haushälterin und Lassiter nichts mitbekommen. »Hören Sie mir nicht zu?« Unter gerunzelten Brauen fixierte er Lassiter jetzt. Der Mann wirkte gereizt.

»Sie reden, als wüssten Sie mehr, Sir.« Wäre es anders, hätte die Brigade Sieben Lassiter nicht den langen Weg von Santa Fe hierher geschickt.

»Verlassen Sie sich drauf. Wir haben einen Mann auf ein weibliches Bandenmitglied angesetzt. Einen Sicherheitsmann von Wells Fargo, der früher unter meinem Kommando kämpfte. Nach seinen Informationen plant man den nächsten Überfall schon im kommenden Herbst.«

Lassiter pfiff durch die Zähne. »Gute Arbeit, alles, was recht ist.« Er machte sich über sein Hirschsteak her. »Nur frage ich mich, wozu Sie mich dann noch brauchen.«

»Das letzte Telegramm unseres Mannes ist drei Wochen alt.« Ungerührt zersäbelte der General sein Fleisch in viele mundgerechte Stücke. »Wenn Sie verstehen, was ich meine.«

»Der Mann meldet sich nicht mehr?«

Der General nickte und steckte sich ein Stück Steak zwischen die Zähne. Ohne Lassiter anzuschauen und ohne die Stimmlage auch nur im Geringsten zu verändern, sagte er: »Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen.«

»Klingt nicht gut«, sagte Lassiter.

Schweigend aßen sie. Als sie fertig waren, lehnte Lassiter sich zurück und verschränkte die Arme im Nacken. »Wie heißt der Mann?«

»William Buckley.«

»Ich soll also Buckleys Schicksal aufklären. Lautet so mein Auftrag?«

»Wenn möglich, finden Sie heraus, ob die Bande ihn enttarnt und beseitigt hat.« Der General zuckte mit den Schultern. »Oder ob er am Ende gemeinsame Sache mit den verdammten Zugräubern macht. Vor allem aber …«

»Gibt es dafür denn Anhaltspunkte?«, unterbrach Lassiter verblüfft. Er beugte sich über den Tisch und musterte den General aufmerksam. »Man verdächtigt einen Mann doch nicht ohne Grund derart grober Pflichtvergessenheit.«

»Das tut auch keiner«, erklärte der General im Brustton der Überzeugung. Und dann, leiser: »Nur ich.« Er schob den Teller weg, zog das Glas heran und starrte in das schwappende Wasser, während er es drehte. »Ich kenne Billy seit Jahren. Ein wirklich guter Mann, das können Sie mir glauben. Mit einer einzigen, aber möglicherweise entscheidenden Schwäche.«

»Welcher?«

»Frauen.« Lassiter nickte langsam. »Vielleicht war es ein Fehler, ausgerechnet ihn auf dieses Miststück anzusetzen.« Der General seufzte. »Wie auch immer: Wenn Sie herausfinden können, warum er schweigt, werden wir Ihnen dankbar sein, Lassiter. Ihr eigentlicher Auftrag jedoch ist das nicht.«

»Sondern?«

»Die Zugreisen nach und von Westen müssen um jeden Preis vollkommen sicher gemacht werden.« Der General richtete sich auf; seine Stimme klang nun wieder fest und laut. »Für die Entwicklung der Vereinigten Staaten ist das unerlässlich. Darin sind die Regierung und die Eisenbahngesellschaft sich einig. Der Bande muss unbedingt das Handwerk gelegt werden, bevor sie erneut zuschlagen kann.«

»Klingt nach einem Plan.«

»Den haben wir auch.«

»Und welche Rolle spiele ich darin, Sir?«

»Die eines Zugräubers, Lassiter.« Diesmal war es Greenberg, der sich über den Tisch beugte und Lassiter aufmerksam betrachtete. »Nehmen Sie Kontakt mit den Banditen auf.« Er zog eine Schublade am Tisch auf, holte ein großes, prall gefülltes Kuvert heraus und schob es auf Lassiters Tischseite. »Versuchen Sie, ein Teil der Bande zu werden, Lassiter.«

***

Es ging auf Mitternacht zu. Er drehte die Öllampen herunter, schloss seine Geliebte in die Arme und drängte sich an ihren nackten Körper. Satt von der Liebe schliefen sie ein.

Irgendwann riss ihn ein scharrendes Geräusch aus dem Schlaf. Er hob den Kopf und lauschte. Nichts mehr. Hatte er geträumt?

»Was war das?« Auch sie war aufgewacht. Er spürte, wie ihr Körper sich anspannte.

»Unten im Hof ist wohl jemand an der Stalltür«, sagte er. »Vielleicht guckt einer nach den Pferden.« Er gähnte, schloss die Augen, machte Anstalten weiterzuschlafen.

»So spät?« Plötzlich hockte sie kerzengerade im Bett. »Das Fenster, Billy …«

Ihre Stimme klang plötzlich so heiser und hohl, dass er sofort die Augen wieder aufriss. »Was ist mit dem verdammten Fenster?«

»Ein kühler Luftzug, spürst du es denn nicht?«

Tatsächlich, es zog und war recht kalt im Zimmer. »Verflucht, du hast recht …«

»Hast du es hochgezogen?«, flüsterte sie.

Hatte er nicht, und im nächsten Moment stand er vor dem Bett. Weil er nackt war, ging er in die Hocke und tastete nach seiner Wäsche. Dabei spähte er die ganze Zeit nach dem Fenster.

»Es war geschlossen, als ich die Karte auf dem Bett ausgebreitet hab«, flüsterte ihre Stimme über ihm aus der Dunkelheit. »Ich erinnere mich genau.«

»Sieh zu, dass du Zündhölzer findest, und mach die Öllampen an.« Er stieg in seine Unterhosen, erwischte seinen Waffengurt, zog ihn zu sich, langte ins Holster.

Es war leer.

Eisige Kälte presste sein Herz zusammen.

»Gott, Billy – riechst du das auch? Da muss jemand im Zimmer sein!«

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