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Lassiter - Folge 2159

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Lassiter und die Grenzwölfe
  4. Vorschau

Lassiter und die Grenzwölfe

»Vorsicht, Lassiter!« Der große Mann hörte Rebekkas Ruf und fuhr herum. Noch in der Drehung zog er den Revolver.

Ein grelles Fauchen ertönte vom Hüttendach. Lassiters Kopf ruckte hoch. Der Puma lauerte sprungbereit am Dachrand. Sie starrten sich an, zwei Raubtiere, mit allen Wassern der Wildnis gewaschen. Rebekka stand schräg hinter Lassiter. Sie wagte es nicht, sich zu bewegen.

Der Mann der Brigade Sieben hob den Remington und nahm den Kopf der Raubkatze ins Visier. Als er den Hammer spannte, strafften sich unter dem Fell des Silberlöwen die Muskeln.

»Tu’s nicht!«, rief da Rebekka. »Lass ihn leben!«

Der große Mann bedachte sie mit einem schnellen Blick. Langsam ging er rückwärts, den Revolver weiterhin auf den Puma gerichtet. »Keine hastigen Bewegungen«, sagte er zu Rebekka. »Hast du gehört?«

Sie nickte, ging ebenfalls rückwärts, weg von der Hütte.

Lassiter wusste, dass Pumas Menschen im Grunde mieden. Der hier hatte wahrscheinlich auf dem Hüttendach ein Schläfchen gehalten. Der Bretterbau grenzte an eine Anhöhe. Das Raubtier hatte also problemlos aufs Dach klettern können. Lassiter und Rebekka mussten ihn aus seinem Schlummer geweckt haben.

Unweit der Pferde blieben sie stehen. Lassiter zielte nach wie vor auf den Puma. Er wusste um Rebekkas Tierliebe, aber auch um die Gefährlichkeit dieser Raubkatzen. Wenn man Pumas reizte, wurde es heikel. So mancher Westmann war schon zerrissen in der Wildnis gefunden worden, weil er einen Silberlöwen im falschen Moment aufgeschreckt hatte.

Das Tier war immer noch angespannt. Lassiter sah, wie der Puma den Kopf hin und her wiegte, die Pfoten mehrfach hintereinander aufsetzte. Eine Art Trippeln auf der Stelle.

In diesem Moment wusste Lassiter, dass er springen würde.

Ein grelles Fauchen verließ die Kehle des Raubtiers. Mit einem gewaltigen Satz sprang es vom Dach und landete ein paar Yards von Lassiter entfernt im Staub.

Lassiter schoss! Doch er jagte die Kugeln nicht in den Leib des Pumas, sondern vor seine Tatzen. Steinsplitter spritzten dem Puma um die pelzigen Ohren. Irritiert brach das Tier seitlich aus und jagte in weiten Sätzen davon.

»O Lassiter!« Rebekka kam auf ihn zu. Er lud nach, steckte den Revolver weg, nahm sie in die Arme und küsste sie innig.

»Ich danke dir«, hauchte sie.

»Weil ich den Puma nicht erschossen habe? Hätte er mich angegriffen, hätte es sein müssen.«

»Hat er aber nicht«, erwiderte sie keck. »Du musstest ihn nicht töten und dafür danke ich dir.«

»Ich wüsste einen Weg, wie du mir deinen Dank zeigen könntest.«

Mit den Lippen glitt sie über sein Gesicht. »Den wüsste ich auch«, gurrte sie. »Aber nicht hier draußen. Komm!« Sie nahm ihn an der Hand. Gemeinsam gingen sie zur Hütte, die Rebekkas Vater gehörte und sich auf dem weitläufigen Gelände seiner Ranch befand. Lassiter und Rebekka waren hierher gekommen, um sich zu lieben.

Kaum in der Hütte, wurden sie von den Wogen ihrer Leidenschaft gepackt. Lassiters Hut flog in hohem Bogen in die Ecke, der Revolvergurt fiel polternd zu Boden. Mit fliegenden Fingern entledigten sie sich ihrer Kleidung.

»O Lassiter«, hauchte sie abermals und küsste den großen Mann, als gäbe es kein Morgen.

Ihre samtweiche Haut machte ihn verrückt. Er streichelte Rebekkas Schultern, als sie sich nach vorn beugte und nach seiner strammen Rute griff. Rebekka ging in die Hocke und nahm sie zwischen ihre vollen Lippen. Sie grub ihre Fingernägel in Lassiters Pobacken, zog ihn zu sich. Ihr Mund glitt seinen dicken Schaft entlang, dann nahm sie ihn tief in sich auf.

Lassiter stöhnte vor Lust. Langsam bewegte Rebekka ihren Kopf vor und zurück. Der große Mann erbebte. Er zog sie hoch, küsste sie, bewegte sich mit ihr zur Pritsche in der Ecke. Tageslicht drang durch die Ritzen der Holzbohlen, beleuchtete umherflirrende Partikel des Strohs, das den Raum mit seinem Duft erfüllte.

Mit weit gespreizten Beinen lag Rebekka auf dem Rücken. Ihr Mund war halb geöffnet, ihr Blick lockend. Lassiter kam über sie. Sie schlang Arme und Beine um ihn. Zielsicher bugsierte er seinen Pint zu ihrem Heiligen Gral.

Schon glitt er tief in sie hinein. Rebekka stöhnte auf, schloss die Augen. »O Gott«, wimmerte sie und begann, an seinem Ohr zu knabbern.

Von Wollust gepeitscht, klammerten sie sich aneinander. Nass vom Schweiß, steigerte sich ihre Erregung. Lassiter war tief in ihr, doch dieses Weib kam ihm mit dem Becken entgegen, als könne es nicht tief genug sein. Dabei schien sie tausend Hände zu haben.

Der große Mann stieß fester zu. Rebekka stöhnte, jammerte, jauchzte. Immer wilder wurden ihre Bewegungen, jede ihrer Berührungen steigerte ihrer beider Lust. Rasant steuerten beide auf das Crescendo zu. Rebekka krallte sich in Lassiters Rücken, schrie vor Wollust. Schließlich kam er in pulsierenden Zuckungen.

Sie küsste ihn gierig. »Du bist wahnsinnig«, keuchte sie. »So kriege ich niemals genug von dir. Ist dir das klar?«

»Ich hab nichts dagegen einzuwenden«, flüsterte er in ihr Ohr und küsste ihren Hals. Es dauerte eine Weile, bis sie sich beruhigt hatten. Die Erregung klang ab, ihr Atem ging gleichmäßiger. Lassiter strich Rebekkas schweißnasses Haar nach hinten, sog ihren Geruch auf. Sie duftete wie eine Göttin!

»Wir sollten zurückreiten«, sagte sie. »Mein Vater macht sich bestimmt schon Sorgen.«

»Der gute alte Pembroke.« Lassiter nickte. »Aber du hast recht. Wir waren lange genug weg. Obwohl die Zeit mit dir nicht lang genug sein kann.«

Sie grinste. »Danke für die Blumen. Aber du kennst ja den Dickschädel meines Vaters.«

»Du nennst ihn immer noch ›Dickschädel‹?«

»Er ist nun mal einer.« Sie schmiegte sich an ihn. Engumschlungen blieben sie noch eine Minute liegen. Dann standen sie auf und zogen sich an. Mit Bewunderung betrachtete der große Mann Rebekkas Körper, ihre Bewegungen. Sie war eine geschmeidige Wildkatze auf zwei Beinen. Porzellanhaut, lange dunkle Haare, die Augen so blau wie ein Bergsee. Was für ein Weib!

»Als ich dich das letzte Mal sah, warst du noch ein junges Ding«, sagte er. »Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht.« Er grinste.

Rebekka lächelte zurück und legte den Arm um seine Hüfte. »Ich hatte schon damals in Oregon ein Auge auf dich geworfen, mein Großer. Ich war nur zu schüchtern.« Sie lachte.

Zusammen verließen sie die Hütte – und erstarrten!

Fünf Männer standen im Halbkreis bei den Pferden, der Hütte zugewandt. Sie trugen lange dunkle Staubmäntel, hatten die Hüte tief ins Gesicht gezogen. Allesamt waren sie bewaffnet, jeder hielt eine Spencer Rifle in den Händen.

Die Läufe waren auf Lassiter und Rebekka gerichtet! In Lassiter spannte sich jeder Muskel. Seine Rechte senkte sich unmerklich auf Revolverhöhe. Über die Pinien, die das Gelände umsäumten, flog flatternd eine Krähe hinweg. Sonst war kein Laut zu hören.

Der Kerl in der Mitte trat einen Schritt vor. Er war hochgewachsen. Unter seinem Stetson lugten ölige schwarze Haare hervor, sein Backenbart war angegraut. »Von dir wollen wir nichts, mein Freund«, sagte er wie beiläufig. »Du kannst zurück zu deinen Kühen. Also geh.« Er machte eine einladende Bewegung zu den Pferden hin.

Lassiter wusste schlagartig, mit wem er es zu tun hatte. Es musste sich um die Mosley-Bande handeln. Berüchtigt für Raubüberfälle, Morde und Entführungen. Der Grund, der Lassiter im Auftrag der Brigade Sieben in diese Gegend geführt hatte.

Offenbar hielten sie ihn für einen von Pembrokes Cowboys. Der große Mann tat ahnungslos. Er nahm Rebekkas Hand. Ängstlich sah sie ihn an. Lassiter ging ein paar Meter, darauf bedacht, in die Nähe des steinernen Brunnens zu kommen, der sich unweit der Hütte befand.

Der Mann mit dem Backenbart lachte. »Nein, nein, Cowboy. Das Mädchen bleibt natürlich hier!«

Lassiter verharrte. Rebekkas Augen waren angstgeweitet. Er spürte, wie sie am ganzen Leib zitterte.

Seine Vernunft sagte ihm, dass er die Hände heben und sehen sollte, dass er am Leben blieb, wollte er etwas für Rebekkas Leben tun. Seine kämpferische Natur aber sagte ihm etwas anderes.

Der große Mann reagierte! Er riss Rebekka mit sich hinter den Brunnen. Sofort krachten Schüsse. Kugeln trafen die Umfassung des Brunnens und jaulten als Querschläger davon.

Lassiter zog den Remington, spähte seitlich neben dem Brunnen hervor und feuerte zurück. Einen der Männer traf er am Bein, die restlichen suchten Deckung und schossen aus allen Rohren. Die Kugeln rissen Löcher in die Hüttenwand, Holzsplitter regneten auf ihn und Rebekka herab.

Gegen den Brunnen gelehnt, lud Lassiter nach. »Kopf runter!«, herrschte er Rebekka an. Sie duckte sich und presste sich an ihn. Gerade als er die letzte Patrone in die Kammer schob, ertönte ein lautes Klicken.

Überrascht hob er den Kopf – und starrte in den Lauf einer Parker Gun. Sie sind zu sechst!, durchfuhr es ihn. Lassiter zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen. Er hatte sich austricksen lassen wie ein Schuljunge!

Der Kerl, ein Bursche mit Stoppelbart und fleischiger Nase, grinste. Dabei entblößte er Zähne, als kaue er den ganzen Tag Teer. »Fallen lassen, Amigo«, sagte er. »Es lohnt sich nicht.«

Als Lassiter der Aufforderung nicht sofort nachkam, zielte der Bursche ihm ins Gesicht. »Wird’s bald?«

Lassiter legte die Waffe auf den Boden.

»Hoch mit euch!« Er winkte mit dem Lauf.

Zusammen mit Rebekka stand Lassiter auf, die Hände halb erhoben. »Lassiter«, hauchte sie voller Furcht. Lassiter vermittelte ihr mit einem kurzen Blick, zu schweigen. Er musste den Kopf freihaben, um schnell und entschlossen handeln können.

Die Banditen kamen näher. »Habt ihr was abgekriegt?«, fragte der Backenbart.

»Streifschuss am Bein«, erwiderte einer. »Keine große Sache.«

Lassiter drehte sich halb um, wollte die Kerle zu Gesicht bekommen, da traf ihn der Kolben der Parker Gun im Genick. Der Schlag war wuchtig ausgeführt und ließ den großen Mann in die Knie gehen.

»Lassiter!«, schrie Rebekka auf.

»Halt’s Maul, dumme Gans!«, rief einer der Halunken und verpasste ihr eine Ohrfeige. Aus dem Augenwinkel beobachtete Lassiter, wie er sie mit sich zog. In seinem Kopf dröhnte es wie nach einem Gongschlag, Schwindel erfasste ihn. Er wollte aufstehen, doch daraus wurde nichts. Ein weiterer Schlag mit der Parker Gun schickte den großen Mann endgültig ins Land der Träume.

***

Als er erwachte, stellte er fest, dass die Sonne noch weit über den Wipfeln der Pinien hing. Die Ohnmacht konnte nicht lange gedauert haben. Lassiters Schädel schmerzte, er verspürte einen Würgereiz und einen bitteren Geschmack im Mund.

Er griff sich an die Schläfe. Sie war blutverkrustet, die Beule gewaltig. Sie mussten ihm noch einen weiteren Schlag verpasst haben. Wahrscheinlich hatten die Hurensöhne geglaubt, ihn totgeschlagen zu haben.

Die Spur!, durchzuckte es ihn. Ich muss die Spur verfolgen!

Gehetzt sah Lassiter sich um. Sein Pferd war fort. Offenbar hatten sie es weggetrieben.

Er stand auf, ging zu der Stelle, wo der Pferd gestanden hatte, und besah sich die Hufabdrücke seines Braunen. Der Vierbeiner war in Richtung Ranch davongaloppiert.

Lassiter stapfte los, ging den Spuren der Kidnapper-Pferde nach. Die Schüsse mussten gehört worden sein. Es wunderte ihn, dass sich von der Ranch noch niemand hatte blicken lassen.

Er hatte den Gedanken kaum zu Ende gedacht, als Hufgetrappel erklang. Von der Ranch her kam ein Reiterpulk! Der große Mann ignorierte ihn, suchte weiter nach Hufspuren.

Seite an Seite waren sie davongaloppiert. Lassiter ging neben den Spuren her, lief los. Die Abdrücke verengten sich, als die ersten Bäume des Waldes auftauchten. Schließlich standen die Stämme dichter; die Kidnapper waren gezwungen worden, hintereinander zu reiten. Tiefer in den Wald hinein, der sich vor Lassiter erstreckte.

Der Pulk holte ihn ein. Hunde kläfften, Lassiter blieb stehen. Das Hämmern der Hufschläge verebbte, die Reiter umrundeten den großen Mann. Lassiter wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn und blinzelte gegen die Sonne, als er James Pembroke gegenübertrat.

»Was ist passiert?«, fragte der Rancher erregt.

»Rebekka«, antwortete Lassiter mit ehrlichem Bedauern. »Sie haben sie entführt. Ich konnte nichts tun.«

Pembroke betrachtete die Beule und die Blutkruste an Lassiters Stirn. Verhalten nickte er. »Erzähl mir, was vorgefallen ist.«

Lassiter berichtete. Curly, der Vormann der Ranch, stieg wutentbrannt ab und besah sich die Spuren. »So«, kam er dann jäh auf Lassiter zugeschossen, »du konntest also nichts tun?«

Lassiter ignorierte seine Worte. Sein Blick aber gab dem Vorarbeiter zu verstehen, es nicht zu weit zu treiben. Er wusste, dass Curly schon lange ein Auge auf Rebekka geworfen hatte. Sie hatte es ihm erzählt. Und nun stand er da, ein eifersüchtiger Gockel, von Neid und Wut überwältigt.

»Ruhig, Curly«, beschwichtigte der Rancher seinen Vormann. Dennoch konnte er das Zittern seiner Stimme nicht verhindern. Lassiter sah ihm an, wie viel Mühe es ihn kostete, sich zu beherrschen. Jessas, jemand hatte sein Kind entführt!

»Ich nehme an, ihr habt die Schüsse gehört«, erkundigte sich Lassiter.

Pembroke nickte, sein Gesicht eine steinerne Maske. »Dann kam dein Pferd ohne Reiter zurück. Lassiter …« Sein Tonfall war eine Mischung aus Zorn und Furcht. »Ist sie verletzt?«

Lassiter schüttelte den Kopf. »Nein. Und ich glaube auch nicht, dass das passieren wird. Jedenfalls nicht, solange sie auf das Lösegeld warten.«

»Lösegeld?« Curly spie aus. »Du steckst wohl mit den Kerlen unter einer Decke?«

Noch in der Drehung verpasste Lassiter ihm einen Schwinger. Curly krachte in den Staub. »Wenn du noch einen Ton sagst«, knurrte Lassiter, »dann brech ich dir jeden Knochen im Leib!«

Der Vormann stöhnte, rappelte sich hoch. Seine Hand zuckte zum Colt, doch dann besann er sich eines Besseren. Lassiter warf ihm einen warnenden Blick zu.

»Schluss jetzt!«, bellte Pembroke seinen Vorarbeiter an. »Lassiter hat mein vollstes Vertrauen! Hast du verstanden?«

Curly nickte, sein Blick blieb zornig. Er hob seinen Hut auf, klopfte ihn an seinem Schenkel ab und stieg auf sein Pferd.

Pembroke wandte sich an einen seiner Cowboys. »Tasco, hol Lassiters Pferd!«

»Ja, Sir.« Tasco, ein gedrungener, verschlagen wirkender Cowboy, ritt zur Ranch zurück. Pembroke wandte sich an den großen Mann. »In wenigen Stunden wird es dunkel. Du weißt, was das in dieser Gegend heißt. Im Wald sieht man die Hand vor Augen nicht mehr, der Ritt ist mühselig und lang. Es wird kaum mehr möglich sein, ihre Spuren zu verfolgen. Was also schlägst du vor?«

»Die Kerle sind nach Norden geritten. Der Boden ist weich und nachgiebig.« Lassiter betrachte den Himmel. »Es sieht nicht nach Regen aus. Das bedeutet, die Spuren werden noch mindestens bis morgen früh zu erkennen sein.«

»Du denkst, sie haben sich über die Grenze davongemacht?«

»Sie suchen zumindest ihre Nähe. Nördlich des Craig River muss man allerdings jederzeit mit Regen oder sogar Schnee rechnen. Ersteres könnte die Spuren verwischen, Letzteres ein Vorteil für mich sein, solange kein Neuschnee fällt. Eine bereits vorhandene Schneedecke gibt Fährten preis.«

»Wieso sparst du mich in deiner Predigt aus, Lassiter?«

»Weil ich allein reite«, entgegnete der große Mann.

»Allein?« Pembroke zeigte sich verblüfft. »Wie stellst du dir das vor?«

»Ich reite den Entführern hinterher. Du informierst derweil den Marshal in Dawson und wartest auf die Lösegeldforderung.«

Der Rancher schüttelte den Kopf. »Das schmeckt mir nicht«, sagte er. »Das schmeckt mir ganz und gar nicht. Ich soll den Marshal informieren und dann untätig herumsitzen?«

Lassiter konnte den alten Mann gut verstehen. Es ging um das Leben seiner einzigen Tochter. Seine Frau war schon vor Jahren gestorben, weitere Kinder hatten sie nie gehabt.

Lassiter kannte James Pembroke seit vielen Jahren. Er war ein hohes Tier bei der Brigade Sieben gewesen, wovon außer ihm, Lassiter, niemand auf der Ranch etwas wusste. Von seiner stattlichen Pension hatte er sich die Ranch gekauft, um sich zur Ruhe zu setzen. Lassiters Besuch bei ihm war aber nicht nur freundschaftlicher Natur, sondern mit einem Auftrag der Brigade Sieben verbunden die Mosley-Bande betreffend.

Tasco kam mit Lassiters Pferd zurück. Lassiter ging zu dem Braunen und zog die Winchester aus dem Scabbard. »Denk doch mal nach«, sagte er zu Pembroke. »Wenn du der Bande mit einer Posse und Hunden nachjagst, ist Rebekkas Leben gefährdet. Sie werden sie töten, wenn sie in Bedrängnis geraten.« Lassiter überprüfte Verschluss und Magazin und steckte das Gewehr zurück. »Es ist besser, wenn ich allein reite.«

Pembrokes Kiefer mahlten. Er überlegte sichtlich, als plötzlich Rufe erklangen. Ein Reiter näherte sich dem Pulk in wildem Galopp. »Mister Pembroke! Mister Pembroke, Sir!« Es war Thompson, der Stallbursche des Ranchers. Ein Typ, den Lassiter eher in einem Spielkasino als in einem Stall erwartet hätte. Lang, gutaussehend, ständig ein Lächeln im unrasierten Gesicht. Just im Moment war es ihm allerdings vergangen.

Atemlos zog er neben Pembroke die Zügel straff und stoppte das Pferd. In seiner Hand hielt er ein weißes Kuvert. »Das wurde eben abgegeben! Ihr Name steht darauf!«

»Du weißt, was passiert ist?«, fragte Lassiter neugierig.

Der Stallbursche reichte Pembroke das Kuvert und nickte. »Tasco hat ja Ihren Braunen geholt. Dabei hat er mir alles erzählt. Er war kaum weg, da hat ein Mann das Kuvert abgegeben.«

»Wie sah er aus?«, wollte Lassiter wissen.

»Ein großer Kerl mit Backenbart.«

Lassiter nickte. Das war der Mistkerl, der ihn zuerst angesprochen hatte. Er musste sich von den anderen abgesetzt haben, um zur Ranch zu reiten.

»Diese Bastarde!«, stieß Pembroke hervor.

»Was ist?«, fragte Curly erregt.

»Sie wollen zweihunderttausend Dollar! Binnen einer Woche! Oder sie werden Rebekka töten!« Der alte Rancher zerknüllte den Brief. Seine Finger krampften sich um das Papier, dass das Weiße an seinen Knöcheln hervortrat.

Lassiter sah, wie es feucht in seinen Augen schimmerte. »Wo soll die Übergabe stattfinden?«, fragte er.

»Sie schicken jemanden hierher, der das Geld mit einem Mittelsmann abholen soll. Dieser Mittelsmann wird Rebekka dann zur Ranch zurückbegleiten.«

Lassiter nickte. Diesen Trick hatte die Bande auch in früheren Fällen angewandt. Nicht immer war die Sache gut ausgegangen. In Passwitch und Claimbourne hatte es Tote gegeben. Auf beiden Seiten. Die Brigade Sieben hatte ihn gewarnt.

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