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Lassiter - Folge 2140

Ladysmith

Die Frau war eine graue Maus. So sah sie zumindest aus. Aber das Gegenteil konnte der Fall sein; was das betraf, hatte Lassiter so seine Erfahrungen. Er ließ den Braunen weiter in ihre Richtung gehen. Sie saß allein auf einer Parkbank, in ihre Lektüre vertieft. Von ihrer Umgebung schien sie nichts wahrzunehmen – weder das Rauschen des nahen Wildwasser-Creeks, noch die ausgelassenen Stimmen der spielenden Kinder, die Gespräche der Menschen oder das Knirschen der Schritte und der Hufgeräusche auf dem breiten Kiesweg.

Lassiter war noch fünfzig Yard von ihr entfernt, als ein Reiter aus einem buschumsäumten Seitenweg auftauchte. Vor der unscheinbaren Frau auf der Bank saß er ab, setzte sich neben sie und redete auf sie ein.

Plötzlich schrie sie auf. Ihre Stimme schrillte vor Schmerzen.

Doch niemand half ihr. Stattdessen eilten alle davon. Eltern zogen hastig ihre Kinder weg. Innerhalb von Sekunden war der Park am Creek wie leergefegt.

Der Schrei der grauen Maus ging in ein Wimmern über. Lassiter trieb den Braunen hinüber. Sie bemerkte ihn nicht, konnte ihn nicht sehen, denn ihr Peiniger versperrte die Sicht. Er saß ihr zugewandt, den Rücken in Lassiters Richtung. Dass sich Hufgeräusche näherten, kümmerte den Kerl auf der Bank nicht im Mindesten. Sein Pferd, ein edler Rapphengst, tänzelte und schnaubte nervös, als sich Lassiter aus dem Sattel schwang und den Braunen zurückließ. Während der Mann der Brigade Sieben zielstrebig auf die Bank zuging, wich der Rappe zur Seite.

»Prince!«, zischte sein Eigentümer. »Stopp! Verdammt, willst du wohl stehenbleiben!«

Das Tier hörte nicht auf ihn, schnaubte erneut und schwenkte den Kopf wild hin und her, sodass die hängenden Zügel über den Kies schleiften. Seine Hufe mahlten das feine Gestein, während es sich weiter entfernte. Der Eigentümer fluchte, sprang auf und lief hinterher. Die Frau rieb ihr offenbar schmerzendes linkes Handgelenk mit der unversehrten Rechten. Der Bastard musste sie so brutal gepackt haben, dass ihr der Schmerz durch alle Knochen fuhr.

Inzwischen hatte er den Rappen erreicht, brüllte ihn an und griff mit unbarmherzigem Ruck in die Zügel. Das Pferd stieß ein gellendes Wiehern aus, stieg auf die Hinterhand und riss sich los. Im nächsten Moment stob es im Galopp davon. Sein Eigentümer war außer sich vor Wut, schrie ihm Verwünschungen nach und vergebliche Befehle, zurückzukommen. Zweige und Äste brachen prasselnd, als der Rappe im Buschwerk weiter unten am Creek verschwand. Der Mann war einen Moment lang unschlüssig, dann lief er hinterher.

Lassiter kümmerte sich um die Frau. Er kannte sie flüchtig, hatte sie nur einmal gesehen, als er Rechtsanwalt Tremayne in dessen Office drüben, an der Mainstreet von Sheridan, aufgesucht hatte. Sie arbeitete dort als Gehilfin. Ihre dunklen Augen blickten unsicher durch die kreisrunden Gläser einer Nickelbrille. Das schwarze Haar lag straff an, zu einem Knoten am Hinterkopf zurückgebunden. Ihr Kleid war grau mit schwarzen Streifenmustern. Lassiter stellte fest, dass sie sich mit ihren Sachen älter machte als sie war. Er schätzte sie auf Mitte zwanzig. Von weitem sah sie aus wie Mitte dreißig. Viel wichtiger war, er kannte nicht einmal ihren Namen. Er ging vor ihr in die Knie.

»Was hat er Ihnen angetan?«, fragte er.

»Nichts«, antwortete sie schnell. »Gar nichts.« Es gelang ihr nur unzureichend, das linke Handgelenk mit der Rechten zu verdecken. Ihre Handfläche war zu schmal, um die Rötung und die beginnende Schwellung zu verbergen.

»All right«, sagte Lassiter grimmig. »Der Gentleman hat Ihnen nur beinahe den Arm gebrochen. Oder weshalb haben Sie sonst geschrien, Mistress …?«

»Miss«, korrigierte sie ihn leise, fast schüchtern, und senkte verlegen den Kopf. Gleich darauf sprudelten die Worte nur so aus ihr hervor. »Mein Name ist Virginia Cushing, Sir. Ich habe Sie schon einmal gesehen, bei uns im Office. Ich meine, bei Mr. Tremayne, Rechtsanwalt Dunstan B. Tremayne.«

Lassiter nannte ihr seinen Namen und fügte hinzu: »Einfach nur Lassiter, das genügt.«

»Bitte nennen Sie mich, Virginia, Sir.«

»Gern, Virginia. Sagen Sie mir jetzt, wer der Kerl ist und weshalb er Ihnen wehgetan hat.«

»Sie kennen ihn nicht?«

»Virginia«, entgegnete der Mann der Brigade Sieben mit leisem Tadel. »Ich kenne viele Städte des Westens, und ich war auch schon mal hier, in Sheridan, Wyoming. Aber ich komme aus Washington, und dieser Frauenbelästiger ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.«

Vermutlich verriet er ihr kein Geheimnis, was Washington betraf, denn Rechtsanwalt Tremayne war sein Kontaktmann für den Norden Wyomings. Und dass er, Lassiter, aus der Hauptstadt kam, fiel nicht unter »Top Secret«. Ohnehin gab es für ihn noch keinen konkreten Einsatzbefehl. Seine Dienststelle hatte ihn lediglich angewiesen, in Sheridan Station zu machen und sich von Mr. Tremayne weitere Instruktionen zu holen, sobald diese vorlagen. Bei seinem ersten Besuch im Office des Anwalts war das noch nicht der Fall gewesen.

»Byron Kinlock«, sagte Virginia Cushing mit ehrfürchtigem Unterton. »Er ist Russell Kinlocks ältester Sohn und Erbe. Der Familie Kinlock gehört die größte Ranch im Sheridan County.«

»Und deshalb …«, Lassiter runzelte die Stirn, »muss sich eine Frau in diesem County alles gefallen lassen, was diese Leute ihr antun?« Er wies auf ihr Handgelenk. »Wollen Sie das einfach so hinnehmen?«

»Ich kann froh sein, dass es nicht schlimmer ist«, wisperte sie. »Er ist ein rücksichtsloser und gewalttätiger Mann. Mit anderen Frauen ist er schon ganz anders umgesprungen.«

»Dann schlägt er auch seine eigene Frau?«

»Er ist nicht verheiratet.«

»Mhm.« Lassiter nickte versonnen und wiederholte seine Frage: »Weshalb hat er Ihnen wehgetan?«

Virginia atmete scharf ein. Stockend antwortete sie: »Das – das kann ich Ihnen nicht sagen. Darüber – kann ich nicht reden.«

Der Mann der Brigade Sieben musterte ihre Gesichtszüge forschend. »Können Sie es nicht, wollen Sie es nicht, oder dürfen Sie es nicht?«

Statt einer Antwort presste sie die Lippen zusammen. Unvermittelt flackerte Angst in ihren Pupillen auf. Ihr Blick wanderte über Lassiters linke Schulter, zum Parkweg hin.

Er verstand, richtete sich auf und drehte sich um. Langsam, äußerlich gelassen, setzte er sich in Bewegung. Byron Kinlock war aufgetaucht. Sein bloßes Erscheinen hatte Virginias Reaktion ausgelöst. Er hatte seinen Rappen eingefangen. Dreißig Yard von Lassiter entfernt leinte er ihn an einer jungen Platane an. Lassiter blieb in der Mitte des Wegs stehen, weit genug von der Anwaltsgehilfin entfernt. Byron Kinlock war ein mittelgroßer dunkelhaariger Mann von leicht untersetzter Statur. Er trug einen dunkelgrauen Stadtanzug, dessen Hosenbeine die Schäfte seiner Reitstiefel bedeckten. Das weiße Hemd und eine dunkelrote Samtschleife unterstrichen seinen gehobenen Status, der ihn von einem gewöhnlichen Weidereiter unterschied. Sein dunkelbrauner, breitkrempiger Stetson ließ den Ansatz seines dunklen Haars erkennen; die Koteletten liefen spitz nach unten zu und reichten bis zur Kinnlade. Er vergewisserte sich, dass die Zügel am Baumstamm fest verknotet waren, dann drehte er sich um. Das Kinn erhoben, stolzierte er auf den Kies hinaus, bis er ebenfalls die Mitte des Wegs erreicht hatte. Er fixierte Lassiter mit schmalen Augen.

»Nun zu uns, Freundchen«, knurrte er.

»Ich bin nicht Ihr Freund«, erwiderte Lassiter kalt. »Mit einem Strolch, der Frauen schlägt, will ich nichts zu tun haben.«

Kinlock wurde weiß vor Wut. »Was nehmen Sie sich heraus! Wenn Sie mich beleidigen wollen, wird es Ihnen verdammt leidtun. Und mischen Sie sich gefälligst nicht in Dinge ein, die Sie nichts angehen. Abgesehen davon habe ich sie nicht geschlagen.«

»Es fehlte nicht viel daran«, widersprach Lassiter ruhig. »Wie auch immer, dafür entschuldigen Sie sich bei ihr. Jetzt. Sofort.«

Die Kinnlade des Rancherssohns klappte herunter. »Ich habe mich wohl verhört«, entfuhr es ihm. »Anscheinend wissen Sie nicht, wer ich bin.«

Lassiter grinste. »Doch. So viel habe ich schon herausgefunden. Sie heißen Byron Kinlock und halten sich für den wichtigsten Mann im Sheridan County. Dabei sind Sie nichts weiter als ein Drecksack, der sich an Frauen vergreift.« Seinem Gegenüber blieb die Spucke weg. Er sperrte den Mund auf und brachte kein Wort hervor. Deshalb sprach Lassiter seelenruhig weiter. »Also noch mal: Sie gehen jetzt rüber zu Miss Cushing und entschuldigen sich. Falls Sie eine Extra-Aufforderung brauchen, werden Sie hinübertanzen.« Zur Untermalung seiner Worte schlug Lassiter das Jackett zurück, sodass der Remington an seiner rechten Hüfte sichtbar wurde.

Kinlocks Miene versteinerte. Seine Muskeln spannten sich schlagartig an. Einen Moment lang stand er stocksteif. Dann folgte er dem Beispiel seines Widersachers, indem er gleichfalls den Jackenaufschlag zurückwarf. Zum Vorschein kam ein vernickelter Colt mit Griffschalen aus Elfenbein. Der Patronengurt und das dazugehörige Holster bestanden aus hellbraunem Leder, das Holster war mit einem aufwändigen Flechtmuster verziert. Lassiter ließ sich indessen nicht täuschen. Kinlock machte keineswegs den Eindruck eines Salon-Revolverhelden. Trotz seiner Luxus-Bewaffnung sah er aus wie jemand, der sich mit dem Sechsschüsser zu behaupten verstand. Sein Gesicht verzog sich hasserfüllt.

»Zieh!«, stieß er hervor.

Lassiter tat ihm den Gefallen nicht. Nur sein Grinsen verbreiterte sich.

Kinlocks Hals- und Schläfenadern schwollen an. Und er brüllte es jetzt: »Zieh, verdammt noch mal!«

Lassiter schüttelte den Kopf langsam und bedächtig. Und um der Herausforderung die Krone aufzusetzen, schloss er dabei die Augen. Auf seinen Kontrahenten musste es wirken, als würde es sich nicht lohnen, ihn überhaupt zu beachten. Es brachte die Wut in ihm zum Überkochen. Ein heiserer Angriffsschrei entrang sich der Tiefe seines Brustkastens. Im selben Augenblick hatte Lassiter die Augen wieder geöffnet – rechtzeitig, um zu sehen, wie Kinlocks Rechte abwärts zuckte und das Elfenbein umschloss. Er war schnell, ungeheuer schnell. Lassiter zog nur um den Bruchteil einer Sekunde später. In dieser winzigen Zeitspanne, in der Kinlock seinen Nickel-Colt freibekam, weiteten sich seine Augen vor Fassungslosigkeit. Denn er begriff nicht, wie sein Gegner es schaffte, den Remington hochrucken zu lassen, ohne dass der Vorgang seines Ziehens auch nur mit Blicken zu verfolgen gewesen wäre. Kinlock schrie, als das Mündungsfeuer auf ihn zu flammte. Reflexartig krümmte er den Zeigefinger noch, doch er wusste, dass sein Blei nur den Kies pflügen würde. Beide Waffen krachten nahezu gleichzeitig. Einen Yard links von Lassiter spritzte eine Fontäne aus kleinen Steinen hoch.

Ein harter Schlag traf den rechten Oberarm des Rancherssohns. Die Wucht des Einschusses schleuderte ihn herum und riss ihm den Colt aus der Hand. Kinlock drehte sich wie ein Kreisel, sah seine Waffe davonfliegen. Abermals schrie er, diesmal vor Schmerz und Verzweiflung. Er geriet ins Torkeln. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es ihm, das Gleichgewicht zu behalten. Schwankend blieb er stehen, hielt sich den blutenden Arm mit der Linken und stierte seinem Bezwinger entgegen.

Lassiter ersetzte seelenruhig die leergeschossene Patrone. Dann versenkte er den Remington ins Holster, ging hinüber und hob den Edel-Colt auf. Er leerte die Trommelkammern des Sechsschüssers und fing die Patronen mit der Hand auf. Er ging auf Kinlock zu und brachte ihm sein Eigentum zurück, indem er den Colt in das kostbare Holster gleiten ließ und ihm die Handvoll Patronen in die rechte untere Außentasche des Jacketts steckte. Mit gelassener Selbstverständlichkeit hob er Kinlocks Hand von der Wunde und betrachtete sie kurz. Der Rancherssohn war zu verblüfft, um zu reagieren. Entgeistert starrte er den Mann der Brigade Sieben an, als dieser die Hand zurücklegte und sagte:

»Nur ein Streifschuss. Also dann – ab nach Haus!«

Kinlocks Gesicht wurde noch einen Grad weißer. Seine Augen schienen aus den Höhlen quellen zu wollen. Und er flüsterte mit zornbebender Stimme: »Glauben Sie bloß nicht, dass Sie damit durchkommen. Wir sprechen uns noch, das garantiere ich Ihnen.«

»Seien Sie nicht voreilig mit solchen Aussagen«, entgegnete Lassiter ungerührt. »Dass Sie überhaupt noch am Leben sind, verdanken Sie mir. Denken Sie nach. Ich hätte Ihnen meine Kugel zwischen die Augen setzen können, aber ich habe es nicht getan. Sie sollten vor mir auf die Knie fallen vor Dankbarkeit.«

Kinlock sperrte den Mund weit auf, und es sah aus, als würde er keine Luft mehr bekommen. »Sie sind tot«, brachte er mühsam hervor. »Sie wissen es nur noch nicht, Mann.«

Lassiter grinste wieder. »Wollen Sie die Kavallerie schicken?« Er schüttelte verständnislos den Kopf. Dann sagte er: »Okay, es reicht. Hauen Sie ab, bevor ich es mir anders überlege und Sie in eine Zelle stecken lasse.«

Für die Dauer eines Atemzugs hatte es den Anschein, als würde Kinlock einen Tobsuchtsanfall erleiden und erneut zum Revolver greifen. Doch er besann sich rechtzeitig darauf, dass die Waffe nicht mehr geladen war. Seine Muskeln erschlafften sichtlich, und der Streifschuss schien ihm plötzlich höllische Schmerzen zu bereiten. Er krümmte sich, wandte sich ab und schlurfte zu seinem Pferd wie ein alter Mann. In seiner augenblicklichen Verfassung sah er nicht aus wie jemand, der aus eigener Kraft in den Sattel steigen konnte. Doch der Stolz war es wohl, der neue Energie in ihm wachrief, und so ergriff er das Sattelhorn mit der Linken und zog sich überraschend schwungvoll hoch. Ohne Lassiter und die Frau noch eines Blickes zu würdigen, zog er den Rappen herum und ritt davon.

***

»Keine Widerworte«, befahl Virginia Cushing so energisch, wie Lassiter es ihr nie im Leben zugetraut hätte. »Sie bleiben jetzt da sitzen.« Sie zeigte auf den Besucherstuhl, den sie dem großen Mann bereits zugewiesen hatte. Gehorsam hatte er sich gesetzt, denn auf unerklärliche Weise gefiel es ihm, sich von der grauen Maus herumkommandieren zu lassen. Es reizte ihn einfach, herauszufinden, was dabei herauskommen würde. Deshalb hatte er sich überreden lassen, sie zu begleiten.

»Aber ich bin nicht verletzt«, wandte er dennoch ein und ließ seinen Blick durch ihr Büro schweifen. »Ich brauche keine Betreuung.«

»Das werden wir ja sehen«, entschied Virginia, ohne eine Miene zu verziehen. »Rühren Sie sich nicht vom Fleck. Ich bin gleich zurück.«

Sie verschwand durch die Tür, die in das Chefbüro führte. Ihr Büro war das Vorzimmer, ihr eigenes Reich, abgetrennt vom Hauptraum der Kanzlei, in dem sechs Anwaltsgehilfen an Stehpulten arbeiteten. Virginia war die einzige Frau in Dunstan B. Tremaynes Office; sie musste über beachtliche berufliche Qualitäten verfügen, denn die Aufgaben des Chefsekretariats wurden in den meisten Fällen von männlichen Angestellten ausgeführt. Der Sekretär war nach wie vor ein Männerberuf, obwohl die Suffragetten schon einige Rechte für die Frauen erkämpft hatten – wobei ihr Hauptaugenmerk immer noch dem Wahlrecht galt.

Lassiter sah sich um. Virginias Wirkungsstätte war einfach aber geschmackvoll eingerichtet. Auf ihr eigenes Äußeres legte sie offenbar weniger wert als auf die Gestaltung ihres Arbeitsplatzes. Topfblumen, gut gepflegt und daher in voller Blüte, zierten die beiden Fensterbänke. Weiße Spitzendecken lagen auf insgesamt drei Beistelltischen, die zusammen mit weiteren vier Besucherstühlen in einem lockeren Oval arrangiert waren. Silberne Keksdosen und saubere Kristallaschenbecher standen für Besucher bereit. An der Wand gegenüber dem Schreibtisch hing ein Gemälde von Frederic Remington, das Frauen und Kinder zwischen den Tipis eines Sioux-Dorfes zeigte. Im Hintergrund war ein wildromantisches Tal zu sehen, durch das eine Gruppe von Kriegern auf ihren Pferden heimkehrte. Das Bild des berühmten Western-Malers war ein Original-Ölgemälde. Mr. Tremayne hatte also bei der Ausstattung seiner Kanzlei keine Kosten gescheut, zumal ein noch größerer Remington in seinem eigenen Büro hing.

Von dort, durch die halboffene Tür hörte Lassiter die graue Maus mit Papier rascheln. Bei einer anderen Gelegenheit hätte er vermutlich längst das Weite gesucht. Doch Virginia interessierte ihn ungemein – einerseits natürlich wegen der offenen Frage, warum Byron Kinlock sie bedroht hatte. Letzten Endes war sie eine Mitarbeiterin seines Kontaktmanns, und wer in den Diensten der Brigade Sieben stand, durfte nicht durch Konflikte von außen belastet sein. Andererseits war es ihr unscheinbares Äußeres, das ihn neugierig machte.

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