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Lassiter - Folge 2132

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Auf der Spur der Menschenjäger
  4. Vorschau

Auf der Spur der Menschenjäger

Fünf Minuten, bevor Bernie Shaw auf den Mann namens Sliver traf, war er noch kreuzfidel. Er lehnte am Schanktisch von Lee’s Saloon, trank Whiskey und träumte von einem Straight Flush beim Poker.

Doch plötzlich spürte Shaw einen bohrenden Druck zwischen den Schulterblättern. »Ganz ruhig, mein Junge«, knurrte eine Stimme. Der Schlaghahn eines Revolvers klickte.

Shaw schluckte schwer. »Was zum Teufel …?«

Der Mann hinter ihm trat ihm in die Kniekehlen. Während Shaw zu Boden ging, riss ihm der andere den Colt aus dem Holster. Der Angreifer ragte über ihm auf. Er hatte die kalten Augen eines Mörders. »Steh auf und komm!«, sagte er.

»Was ist, wenn ich nicht will?«

Der Mann zielte auf Shaws Kopf. »Das willst du nicht wirklich wissen, Junge.«

»Ich will an das große Geld«, sagte Sliver eine Stunde später. »By gosh, ich habe es satt, mich dauernd mit ein paar lumpigen Dollars abspeisen zu lassen.«

»Für Bernie Shaw heimsen wir glatte dreihundert ein«, warf Lanky ein. »Besser als nichts. Andere Hombres müssen dafür hart schuften – im Bergwerk, auf der Weide, als Schwellenleger bei der Bahn oder in einem stinkenden Saustall.«

Die Männer schwiegen.

Dann ergriff Milius das Wort. »Sliver hat recht«, sagte er. »Wir müssen endlich einen fetten Fisch an Land ziehen. Am besten einen Desperado, auf den ein paar tausend Bucks ausgesetzt sind. Jesse James, Crazy Powell oder den verrückten Pullman-Killer aus Omaha. Damit würden wir uns einen Namen machen.«

»Leicht gesagt, schlecht getan«, meinte Lanky.

Sliver sagte: »Aber mit den Prämien, die sie uns zahlen, können wir gerade mal den Whiskey im Saloon bezahlen. Ich will mehr. Für jeden von uns.«

»Aber wie fangen wir’s an?«, fragte Lanky. »Ins Blaue hinein durch die Gegend ziehen? Warten, bis uns Jesse James vor die Füße stolpert?«

Sliver und Milius gaben keine Antwort.

Wir brauchen einen Plan, dachte Sliver. Minutenlang zerbrach er sich den Kopf, aber die Erleuchtung blieb aus.

Sein ungefähr einem Jahr arbeiteten die drei Männer zusammen. Sie studierten Steckbriefe, stöberten flüchtige Pferdediebe, Betrüger und Zugräuber auf und lieferten die Gefangenen dann bei den zuständigen Behörden ab. Hier kassierten sie die Belohnung. Danach bereiteten sie die nächste Menschenjagd vor.

Die Kopfgeldjäger befanden sich in ihrer Berghütte im Pembrook Valley, unweit des San Pedro River im Arizona-Territorium. Das Haus hatten sie einem alten Sonderling beim Pokern abgeluchst. Lanky beherrschte ein paar unerhört fiese Kartentricks.

Hinter der Hütte und dem halb verfallenen Nebengelass reckte sich ein zerklüftetes Bergmassiv in den wolkenlosen Himmel. Die Vorderfront war mit den Ruinen von Wohnhöhlen bedeckt, in grauer Vorzeit von Anasazi-Indianern in den Felsen geschlagen. Einen Teil der untersten Höhle nutzten die Menschenjäger als Arrestzelle für eingefangene Gesetzesbrecher.

Im Moment liefen die Geschäfte nicht gut. In der Höhle gab es nur einen Gefangenen, den Hoteldieb Bernie Shaw.

Um die Prämie für ihn zu ergattern, musste Shaw nach Nogales eskortiert werden. Bis dahin waren es vier Tagesreisen. Morgen, bei Sonnenaufgang, sollte Lanky mit dem Langfinger losreiten.

Sie brauchten die dreihundert Dollar dringend. Das Leben, das sie führten, war nicht billig.

Sliver verscheuchte seine trüben Gedanken. Er langte nach seiner Taschenuhr und ließ den Deckel aufspringen. Mürrisch beäugte er das giftgrüne Zifferblatt. Viertel nach sieben.

»Wo bleiben die Mädchen?« Er sah zu Lanky hinüber. »Hattest du nicht gesagt, sie wollten um sechs hier sein?«

Lanky war ein mickriger, rotgesichtiger Mann mit abstehenden Ohren und einem dünnen geflochtenen Zopf, der ihm bis auf die Brust fiel. Auf den ersten Blick wirkte er nicht sehr helle und etwas zerbrechlich, aber der Schein trog. Mit Lanky war nicht gut Kirschen essen. Er machte sein fehlendes Körpergewicht mit Schnelligkeit und Hinterlist wett. Mit dem Revolver kam er auch gut zurecht.

»Vielleicht hatten die Girls unterwegs eine Panne«, sagte er. »Von der Stadt bis ins Tal sind es über fünf Meilen. Die Straße ist in einem erbärmlichen Zustand.«

Milius zündete sich bedächtig einen Zigarillo an. Er kramte in seinen Hosentaschen, brachte eine Handvoll Kleingeld zutage und furchte seine wettergegerbte Stirn.

»Ein Dollar dreißig«, raunte er. »Wenn die Flittchen auf Vorkasse bestehen, gucke ich in die Röhre.«

»Ach was.« Lanky lachte dreckig. »Die Girls sind nicht so. Die schreiben an.«

Milius’ Blick verlor sich in den Bergen. Wie gewöhnlich trug der Dreißigjährige einen dunklen Gehrock mit Weste, einen Bowlerhut und auf Hochglanz polierte Stiefel. Er träumte davon, eines Tages in einer Großstadt an der Ostküste zu leben, in einem Strandhaus mit Panoramablick auf den Ozean.

»Und Dolly lässt dich sogar umsonst ran«, frotzelte Lanky. »Du musst nur brav Männchen machen.«

Milius blies einen Rauchring. »Dolly ist nicht mein Typ«, maulte er. »Blonde Frauen sind mir ein Gräuel. Ihr könnt mir eine Blondine nackt um den Bauch binden, bei mir würde sich nichts rühren.«

»Und wenn du die Augen zumachst?«

»Alles versucht. Tote Hose.«

Lanky lachte, bis ihm die Augen tränten.

Sliver musste grinsen. Es war eine gute Idee gewesen, drei Girls aus dem Bordell herbeizuzitieren. Die Mädchen brachten Leben in die Bude. So kamen er und seine Männer endlich von diesen nutzlosen Grübeleien ab.

»Wieso magst du eigentlich keine Blonden, Milius?«, fragte Sliver den Mann im Gehrock.

»Meine Mutter – sie war blond.«

»Na und? Was ist das Schlimme daran?«

»Diese Frau hat sich nie um mich gekümmert. Dauernd gingen Kerle bei uns ein und aus. Ein paar grässliche Typen waren darunter. Manche betrunken, andere hässlich wie die Nacht. Ihr war das egal. Hauptsache, die Kasse stimmte. Sie hat sich mit ihnen ins Bett gelegt, und dann ging die Post ab. Ohne Rücksicht auf Verluste. Sogar am helllichten Tag. Ich lag hinter einer dünnen Bretterwand in meinem Verschlag. Jeden Ton konnte ich hören.«

Lanky hob eine Achsel. »Und was hat das mit ihrer Haarfarbe zu tun?«

Milius hüllte sich in Schweigen. Er trat an das Fenster und schaute durch die staubige Scheibe auf das Tal hinaus. Nebenbei rauchte er seinen Zigarillo.

»Sie kommen«, sagte er nach einiger Zeit.

Sliver war der Erste, der aus dem Haus trat.

Die bestellten Freudenmädchen rückten in einem Zweispänner mit Verdeck an.

Auf dem Fahrersitz saß eine Frau, die Sliver nicht kannte. Sie war brünett und ziemlich hübsch, zumindest aus der Entfernung. Dem Anschein nach hatte sie mexikanische Wurzeln. Sie trug ein erdbraunes Kleid mit tiefem Ausschnitt und einen Sombrero aus geflochtenem Stroh. Unter dem Hutrand blitzten zwei große, goldene Kreolen.

Sliver leckte sich die Lippen. »Ich nehme die Fahrerin«, erklärte er.

»Ich auch«, sagten Milius und Lanky wie aus einem Mund.

Die Kutsche rollte vor das Haus und hielt.

***

Sie hatten gelost und Sliver hatte gewonnen. Die Brünette gehörte ihm.

Jetzt saß er auf dem Stuhl in der Stube und beobachtete die Frau. Wie vermutet stammte sie aus Mexiko. Sie hieß Dinah Nunez und war erst zwei Wochen in San Carlos. Aus der Nähe sah sie noch hübscher aus als von fern.

Dinah Nunez hockte vor ihm und tat, was er ihr gesagt hatte.

Sie verstand ihr Geschäft.

Ihr Kopf bewegte sich auf und ab. Mal schneller, mal langsamer. Mit der rechten Hand hielt sie seinen Schaft an der Wurzel gepackt. Ihre Lippen waren feucht und warm. Hin und wieder schmatzte sie, als ob sie eine Leckerei naschen würde.

Sliver legte eine Hand auf ihren Schopf. Dinah hob fragend den Blick. Ihre Augen funkelten wie kleine Stücke Obsidian.

»Alles in Butter«, sagte er und tätschelte ihre gerötete Wange. »Du machst das wirklich gut, Baby. Zieh jetzt dein Kleid aus.«

Von draußen erscholl der Lustschrei einer Frau. Lanky war mit der Beifahrerin auf die Terrasse hinter das Haus gegangen. Milius hatte sich mit dem dritten Mädchen auf das Feldbett im Schuppen verzogen. Als er seiner Gespielin beichtete, dass er nicht flüssig war, hatte sie ihm einen Kredit gewährt.

Dinah Nunez stand auf, pellte sich aus dem Kleid und hängte es über den Stuhl. In ihrer schwarz-roten Unterwäsche sah sie einfach umwerfend aus.

Sliver platzte fast vor Lust. »Zieh das Korsett aus«, keuchte er. »Ich will dich nackt.«

Dinah hielt inne. »Das kostet extra«, sagte sie dann.

»Seit wann das denn?«

»Letzte Woche. Der Chef sagt, er habe nichts zu verschenken.«

»Immer diese neuen Moden!« Sliver rümpfte die Nase. »Was soll ich mit einer Frau, die in Stoffe gehüllt ist? Du bist doch keine Betschwester. Ich will dich ohne Verpackung.«

Sie strich über ihr Haar. »Leg was dazu, dann lege ich sogar meine Ohrringe ab.«

Sliver starrte sie grimmig an. Am liebsten hätte er ihr ins Gesicht geschlagen. Wie gingen die Huren heutzutage bloß mit ihren Kunden um? Für jede Kleinigkeit verlangten sie einen Bonus. Hatten die Weiber gar keine Ehre im Leib?

»Okay«, sagte er schließlich. »Wie viel?«

Sie sagte es ihm.

»By gosh, bist du närrisch? Das ist zu viel. Ich gebe dir die Hälfte.«

»Drei Viertel. Das ist mein letztes Wort.«

Sliver überlegte kurz. Am Ende gab er nach. Er raffte seine heruntergelassene Hose hoch, trottete zur Kommode, zog eine Schublade auf und nahm eine kleine Kassette aus Walnussholz heraus. Darin verwahrte er seine eiserne Reserve.

Als er den Geldbeutel in der Hand wog, spannte sich ein Ring aus Draht um sein Herz. Das Behältnis fühlte sich so merkwürdig leicht an.

Er schnürte den Beutel auf, lugte hinein und legte ihn sofort wieder zurück. Wie hatte er nur vergessen können, dass er das Geld schon ausgegeben hatte!

»Was ist?«, fragte die Mexikanerin.

»Behalt deinen Fummel an«, knurrte er.

Es entstand eine Pause. Die Frau musterte ihn aus ihren tiefgründigen Augen.

Sliver kam sich vor wie ein ausgesetzter Hundewelpe. Ohne Geld war man in dieser Welt nichts wert. Selbst die Hurenmädchen hielten einem den Spiegel vors Gesicht. Er spürte, wie die Spannung aus ihm entwich. Sein Pint erschlaffte.

»Es heißt, ihr verdient eure Bucks als Kopfgeldjäger«, sagte Dinah Nunez plötzlich.

Eine steile Falte kerbte Slivers Stirn. »Das ist richtig. Warum fragst du?«

»Ihr seid nicht gut bei Kasse. Was ist los?«

Das Thema schmeckte ihm nicht. Er wollte jetzt nicht über Geschäfte reden. Schon gar nicht mit einer Frau. Er wollte ein bisschen Spaß.

»Bist du zum Quatschen gekommen?«, grunzte er.

Sie bewegte ihre Schultern, sodass ihre Twins vorquollen. »Hab mich mal umgehört. Die Prämien für die Spitzbuben aus der Gegend sind nicht gerade üppig. Alles kleine Fische. Kein Wunder, dass ihr aus dem letzten Loch pfeift.«

Sliver hob die Stimme. »Spar dir dein Gewäsch. Dafür können wir uns nichts kaufen.«

Dinah Nunez schwang herum, drehte ihm den Rücken zu und wackelte mit den Hüften. »Na los, mach mir das Korsett auf«, sagte sie.

»Was?«

»Mein Korsett, mach’s mir auf!«

»Auf einmal?«

»Willst du oder willst du nicht?«

»Was ist mit deiner Zulage?«

»Ich verzichte darauf.«

Sliver horchte auf. »Woher der Sinneswandel?«

Sie lächelte geheimnisvoll. Es schien, als hätte sie einen Trumpf in der Hinterhand. »Ich sag’s dir später«, verkündete sie.

Verstehe einer die Frauen. Sliver trat hinter sie, zog die Haken aus den Ösen und streifte ihr das Korsett vom Körper. Unbeachtet glitt das gute Stück auf die Dielen. Dinah behielt nur ihre Strümpfe an – und die Ohrringe.

Slivers Glied erstarkte. Er atmete auf.

Vor dem Haus wurde es laut. Die Frau, die Lanky am Wickel hatte, rief nach allen Heiligen.

Sliver grinste. »Ich will, dass du das auch tust, la chica

»Bueno. Streng dich an, Gringo.«

Das ließ sich Sliver nicht zweimal sagen. Er beugte die schlanke Frau über den großen rechteckigen Tisch. Ganz dicht schob er sich gegen ihr rundliches Hinterteil.

Sie stellte die Füße breiter und lotste seinen Pint zwischen ihren Schenkeln hindurch.

Sliver bedachte die Frau mit kurzen, trockenen Stößen.

Nach einiger Zeit fing Dinah Nunez an zu stöhnen.

Sie stöhnte und stöhnte, aber sie schrie nicht.

***

Als es vorbei war, kleidete Sliver sich an, nahm eine angebrochene Flasche Brandy von dem Wandbrett über der Kommode und drehte den Korken aus dem Hals.

Milius und Lanky waren noch immer mit ihren Mädchen beschäftigt. Hin und wieder hörte man ihre gepressten Stimmen.

»Du wolltest mir eben etwas sagen, Baby.« Sliver goss zwei Gläser voll. »Spuck’s aus, was ist es?«

Dinah Nunez stand vor dem Rasierspiegel neben dem gemauerten Kamin. Sie war damit beschäftigt, ihre Löwenmähne zu bändigen. Jetzt hielt ließ sie den Kamm sinken.

Im Spiegel sah Sliver, dass sie ihn prüfend musterte. »Ich weiß, wie ihr euer Problem lösen könnt.«

Er verzog das Gesicht. Warum mischte sie sich in Dinge ein, von denen sie keine Ahnung hatte? Ihm lag eine abfällige Bemerkung auf der Zunge. Er sprach sie nicht aus. Tief in seinem Innern keimte Neugier.

»Willst du es wissen?«, fragte sie.

Er trank sein Glas leer. »Nun gut, wenn es nichts extra kostet …«

Die Mexikanerin zupfte ein paar lange Haare aus dem Kamm. Schließlich trat sie an den Tisch, nahm das Glas Brandy und hielt ihre Nase darüber.

»Riecht nicht übel«, sagte sie.

Während sie trank, band Sliver sich seinen Revolvergürtel um. Sobald die Frauen weg waren, wollte er nach Bernie Shaw sehen. Der Gefangene brauchte Wasser und etwas zu essen.

Dinah Nunez setzte sich an den Tisch. »Ich hoffe, du hast ein wenig Fantasie«, sagte sie. »Fantasie ist nämlich nötig, um zu begreifen, was ich dir mitteilen werde.«

»Mach es nicht so spannend. Fang an.«

»Also gut.« Sie hob ihr Glas in Augenhöhe und betrachtete den goldgelben Schnaps. »Stell dir vor, du hast einen Dieb geschnappt, für den du hundert Dollar bekommst, wenn du ihn beim Sheriff ablieferst.«

Sliver nickte.

»Und jetzt stell dir vor, jemand begeht einen Mord und flieht. Und du und deine Jungs, ihr schnappt ihn euch. Was macht ihr dann?«

»By gosh, worauf willst du hinaus?«

»Beantworte meine Frage«, wies sie ihn zurecht.

»Wir liefern ihn beim nächsten Sheriff ab«, versetzte er.

»Falsche Antwort«, sagte sie hart.

Sliver schenkte sich neu ein. »Ich mag nicht, wenn du so mit mir sprichst«, murrte er. »Also, was ist deiner Meinung nach die richtige Antwort?«

»Abwarten.«

»Abwarten?« Er stellte die Flasche ab. »Ich verstehe kein Wort.«

»Ihr wartet natürlich, bis Uncle Sam ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat«, spann sie ihren Faden weiter. »Und wenn es euch zu wenig ist, wartet ihr einfach weiter ab. Ein gesuchter Mörder wird mit der Zeit immer wertvoller. Erst wenn es sich richtig lohnt, liefert ihr den Burschen aus.«

Sliver leerte sein Glas in einem Zug. Sekundenlang starrte er in eine Ecke. Schließlich knallte er das leere Glas auf den Tisch, stützte sich auf beide Hände und maß die Mexikanerin von oben bis unten.

»Das weiß ich alles auch«, knurrte er. »Aber so einen gesuchten Mörder muss man erst mal in die Finger bekommen. Wenn das dein ganzer toller Trick ist …«

Dinah saß am Tisch und steckte sich in aller Seelenruhe die Haare auf. »Der Trick kommt jetzt«, sagte sie. »Was, wenn der Hundert-Dollar-Dieb und der Mörder ein und dieselbe Person wären?«

Sliver kniff die Augen zusammen. Aber so sehr er seinen Hirnkasten auch anstrengte, die Worte der Hure machten irgendwie keinen Sinn.

Sie seufzte. »Mann, bist du schwer von Begriff!«, sagte sie. »Hängt dem Dieb einen Mord an und verwahrt ihn so lange, bis das Kopfgeld auf seinem Steckbrief hoch genug ist!«

Jetzt endlich kapierte er, wie gerissen Dinah Nunez war. »Das ist … grandios!« Er tätschelte ihre Wange. »Du bist das klügste Mädchen, das ich je vor meiner Kanone hatte.«

»Derringer.«

»Wie?« Er stutzte.

»… das ich je vor meinem Derringer hatte«, berichtigte sie ihn.

»Miststück!«, knurrte er, meinte es aber nicht böse. In seinem Schädel ratterte es wie in einer Steinmühle. Er spürte, dass sich in nächster Zeit eine Menge ändern würde. Das ganz große Geld, das er sich erträumte – vielleicht klappte es doch noch damit.

»Ich muss los«, sagte die Frau.

Beim Hinausgehen legte Sliver einen Arm um ihre Taille. »Ich bringe dich zum Wagen«, sagte er galant. »Und wenn wir uns das nächste Mal sehen, bringe ich dich dazu, dass du deine Ohrringe abnimmst.«

Dinah Nunez lachte. »Gutes Gelingen, Gringo.«

***

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