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Lassiter - Folge 2130

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Ratte von New Orleans
  4. Vorschau

Die Ratte von New Orleans

Zum Abschied beugte Pauline sich noch einmal über Tom Bristol und küsste ihn auf die Stirn. Tief wie ein Säugling schlief er. Sie hatte ihm ja auch genug Whisky gegeben, und alles, was ein Mann sonst noch so brauchte, um tief zu schlafen. Auf Zehenspitzen huschte sie aus dem Hotelzimmer und drückte die Tür hinter sich zu. Dann die Treppe hinunter und durch Hintertür und Hof auf die Gasse hinaus.

Sie hatte es eilig. Tom Bristol war nur eines ihrer beiden Probleme. Das andere hieß Enrico Gomez. Mit beiden Männern war Pauline verlobt, aber keiner wusste vom anderen! Und nun hatte Enrico ein Telegramm geschickt, wollte am Abend in Houston sein und sie sehen …

»Jesus, hilf!« Pauline betrat das kleine Haus ihrer Amme, die auf ihr Kind achtgegeben hatte. »Du musst mir helfen, Anita«, flehte sie, »du musst mir die Karten legen.«

Anita runzelte die Stirn. »Du siehst aus, als hätte der Tod dir auf die Schulter geklopft.« Tadelnd schüttelte sie den Kopf. »So sieht keine Frau aus, die gerade aus den Armen ihres Geliebten kommt.«

»Du hast ja keine Ahnung …« Der Blick in das Gesichtchen ihrer Tochter beruhigte Pauline etwas. Meryl schlief so friedlich wie Tom drüben im Hotel. Pauline huschte ins Nebenzimmer, das sie und ihr drei Monate altes Töchterchen bewohnten, und legte das Kind in die Wiege dort.

»Ich weiß nicht, was ich tun soll«, sagte sie, als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte. Sie setzte sich zu Anita an den Tisch und griff nach deren Hand. »Ein Mann, der mich liebt, kommt in die Stadt zurück. Er war über ein Jahr in den Rocky Mountains.«

»Ich dachte, der Mann, der dich liebt, heißt Tom, kam vor drei Tagen her und wohnt jetzt im Texas Star Hotel?« Anita kam aus dem Stirnrunzeln nicht mehr heraus.

»Das ist ja mein Problem! Was glaubst du, warum ich nicht wollte, dass Tom hier bei mir schläft? Was glaubst du, was passiert, wenn die beiden sich über den Weg laufen?« Pauline biss sich auf die Unterlippe. Tränen schossen ihr aus den Augen.

Anita musterte sie prüfend. »Sie wissen nichts von Meryl, stimmt’s?« Einmal mehr schien es Pauline, als könnte die Spanierin Gedanken lesen; sie nickte. »Und einer dieser beiden Kerle ist Meryls Vater?«

Pauline nickte erneut, senkte den Blick und griff in ihr Dekolletee. Ihre Hand schloss sich um das große Goldmedaillon, das sie an einer goldenen Kette um den Hals trug. »Ja …« Sie schluchzte und schniefte. »Ja, so ist es …«

»Jesses, Maria und Josef!« Anita fasste nach Paulines Kinn, hob ihren Kopf an und sah ihr in die Augen. »Ich hoffe, du weißt wenigstens, welcher von beiden.« Pauline holte das Medaillon aus ihrem Dekolletee und drückte es an die Lippen. »Wer? Sag schon! Rico oder Tom?«

Anita konnte so aufdringlich sein. Pauline schob die Hand der Amme weg. »Leg mir die Karten, ich bitte dich.«

»Die Karten werden dir nicht weiterhelfen, Pauline! Du musst dich entscheiden. Möglichst noch heute Abend, und möglichst bevor du diesen Rico am Hafen abholst.«

»Ich kann ihn nicht abholen, ich habe abends einen Auftritt im Texas Star Hotel. Leg mir die Karten, Anita! BITTE!«

»Leise!«, zischte Anita. »Das Kind …« Sie blickte zur Tür, und als sich dahinter nichts rührte, schnalzte sie tadelnd und kopfschüttelnd mit der Zunge. Ihre Blicke schienen Pauline erdolchen zu wollen. Endlich stand sie auf, ging zum Wandschrank und holte die kleine Messingtruhe heraus, in der sie ihre Tabakspfeife, die Tarot-Karten und ihren Tabak aufbewahrte.

»Es hat eh keinen Sinn.« Sie ließ sich wieder auf den Stuhl fallen, mischte die abgegriffenen Karten und warf sie verdeckt auf den Tisch. »Ich mach’s auch nur, damit du hier nicht rumschreist und mir am Ende noch das Kind weckst.« Sie schob die Karten auseinander. »Stell eine Frage und such dir sieben Karten aus.«

»Was soll ich tun?«, sagte Pauline mit gepresster Stimme. »Was soll ich tun?«

Nacheinander zog sie sieben Karten und deckte sie zwischen sich und Anita auf dem Tisch auf. Merkwürdige Karten – rätselhafte Symbole und exotische Bilder waren darauf zu sehen: Kreuze, Schwerter, Kelche und Figuren, die aussahen wie Schamanen, Könige und alte Ritter.

Anita schob die noch verdeckten Karten zur Seite und beugte sich über die sieben aufgedeckten. Aufmerksam betrachtete sie die Bilder und Symbole. Dabei griff sie nach der Truhe, holte die Rauchutensilien heraus und stopfte sich ein Pfeifchen.

Schließlich lehnte sie sich zurück und riss ein Schwefelholz an. »Sieht gut aus.« Sie zündete die Pfeife an und blies den Rauch über die Karten. »Sehr gut sogar.« Wieder beugte sie sich über den Tisch. »Langes Leben, Wohlstand und Glück in der Liebe.«

»Ehrlich?« Paulines Gesichtszüge entspannten sich etwas. »Und was soll ich heute Abend tun?«

»Ich spreche natürlich von Meryl – sie wird lange leben und glücklich sein.« Rauchschwaden stiegen über Anita auf. »Und du musst gar nichts tun. Deine Probleme erledigen sich von selbst.«

»Was?« Pauline staunte die Spanierin ungläubig an. »Ist das wirklich wahr?«

»Ja, glaub es mir.« Die Spanierin deutete nacheinander auf verschiedene Karten mit Bildern, die Pauline ein wenig unheimlich vorkamen. »Hier sehe ich ein kurz bevorstehendes, unerwartetes Ereignis. Diese Karte hier bedeutet Tod, und diese beiden sagen mir, dass alle deine Probleme sich von einem Moment zum anderen in nichts auflösen werden. Sei also zufrieden, Pauline.«

»Du siehst den Tod?« Pauline presste die Hände an die Wangen. »Jesus Christus! Sie werden aufeinander schießen! Tom wird Rico erschießen, er ist der bessere Schütze!«

***

Oben an der Treppe rückte Tom Bristol Waffengurt, Halstuch und Hut zurecht. Er streckte sich und knurrte behaglich – gut gegessen, gut geschlafen, gut gevögelt. Was wollte ein Mann mehr?

Zufrieden lächelnd stieg er die Treppe in den Saloon des Texas Star Hotels hinunter. Der war schon gut gefüllt. Tom tauchte in Rauchschwaden, Gelächter und Stimmengewirr ein. Während er an den voll besetzten Tischen vorbei zur Theke schaukelte, zog er seine silberne Taschenuhr aus der Weste. Schon nach sechs. Paulines Auftritt stand kurz bevor.

Tom Bristol war ein hochgewachsener, breitschultriger Mann mit dunkelblondem Haar, immer skeptischem Blick und hübschen Gesichtszügen. Obwohl er zur Feier des Tages – immerhin sah er nach sechs Wochen seine Verlobte wieder – saubere Hosen, blank gewienerte Stiefel und ein nagelneues schwarzes Jackett trug, sah man ihm doch an, dass er sein Leben im Sattel und unter der brennenden Sonne von Texas zu verbringen pflegte.

An der Theke rutschte er auf einen Barhocker und grüßte bestens gelaunt nach allen Seiten. Danach bestellte er Whisky und zündete sich einen Zigarillo an.

Die Tanzfläche wurde freigeräumt, Sägespäne darüber verstreut, und ein rothaariges, etwa sechs Jahre altes Mädchen namens Jane führte den blinden Pianisten zum Klavier. Einige Leute klatschten.

Tom plauderte nach links, lachte nach rechts und nippte an seinem Whisky. Im Spielzimmer sprang einer der Männer vom Pokertisch auf und warf fluchend die Karten hin. Zwei andere hinderten ihn daran, sich auf einen Vierten zu stürzen, der seelenruhig die Dollars aus dem Pot einstrich.

Der Pianist fing an zu klimpern. Neben ihm und dem Klavier postierte sich ein zweiter Musiker und stimmte seine Geige. Klavier- und Geigentöne vereinigten sich schnell zu einer flotten Melodie und die ersten Tänzer sprangen auf die Tanzfläche.

Die Männer am Spieltisch setzten dem Zornigen seinen Zylinder auf und schoben ihn zu dritt aus dem Spielzimmer über die Tanzfläche zur Schwingtür und dann nach draußen. Gelächter begleitete sie.

Tom leerte sein Glas und bestellte den nächsten Whisky. Applaus erhob sich auf einmal, alle Köpfe flogen herum, alle Blicke richtete sich auf eine Frau am oberen Treppenabsatz. Geiger und Pianist spielten eine Art Tusch.

Pauline stand dort oben: aschblond, knallrote Lippen, hochgeschlitztes rotes Kleid und tief ausgeschnittenes Dekolletee. Toms Blick traf sich mit ihrem, heiß und kalt wurde ihm. Er dachte an das Schäferstündchen mit ihr am Nachmittag und prostete ihr zu.

Mit wiegenden Hüften stieg Pauline die Treppe herab. Der Pianist stimmte ein beliebtes Lied an, Pauline warf Handküsse nach rechts und links und begann zu singen. Tom gratulierte sich im Stillen zu diesem Rasseweib und leerte sein Glas.

Die kleine rothaarige Jane – die jüngste Tochter des irischen Salooners – trug eine volle Whiskyflasche und zwei Gläser zum Klavier, stellte die Gläser auf den kleinen Tisch daneben und entkorkte die schwere Flasche. Mit beiden Händen hielt sie die Flasche fest, während sie den Musikern einschenkte.

Singend erreichte Pauline die unterste Stufe und schritt Richtung Tanzfläche. Eine Gasse bildete sich in der Menge der Zuhörer; die meisten Gäste waren von den Tischen aufgestanden. Auch die Paare machten Pauline Platz. Sie begann zu tanzen, und Pfiffe und Ausrufe der Bewunderung wurden laut.

Die Schwingtür öffnete sich, vier Männer traten ein. Die drei, die den wütenden Zylinderträger nach draußen befördert hatten, und ein Vierter, der Tom irgendwie bekannt vorkam.

Während die drei Kartenspieler sich durch die Menge zum Pokertisch drängten, blieb der vierte Mann an der Tür stehen und spähte zur Tanzfläche. Er schien nur Augen für Pauline zu haben.

Er trug einen hellbraunen, breitkrempigen Hut, höher als die gewöhnlichen Stetsons. Sein Gesicht war braun gebrannt und schmal, sein Schnurrbart lang und spitz, und ein dunkler Stoppelbart bedeckte sein Kinn.

Jetzt setzte er sich in Bewegung und steuerte die Theke an. Prall gefüllte Satteltaschen hingen über seiner linken, ein Gewehr über seiner rechten Schulter. Der Saum seines staubigen, hellbraunen Wildledermantels wedelte ihm um schmutzige Stiefel. Die Leute machten ihm Platz, als scheuten sie die Berührung mit ihm.

Und jetzt erkannte Tom den Mann: »Enrico Gomez …«, murmelte er und grinste.

Er winkte ihm zu, und als der andere die Theke erreichte, drückte er ihm die Hand. »Du hier in der Stadt, Rico? Ich dachte, schürfst irgendwo in den Rockys nach Silber?«

»Das machen jetzt andere für mich.« Enrico Gomez legte Sattel und Gewehr ab. »Und du, Tommy? Treibst du immer noch Herbst für Herbst Longhorn-Rinder nach Wichita hinauf?«

»Das machen jetzt andere für mich!« Sie lachten, und Tom bestellte Whisky. Er erzählte von der kleinen Ranch, die er sich gekauft hatte, und Rico erzählte von seiner ersten eigenen Silbermine oben in Wyoming.

Als sie anstießen und tranken, winkte Rico zur Tanzfläche hinüber, wo Pauline gerade ihr Lied beendete und ein paar Drehungen hinlegte. »Ich dachte, ich muss mal nach meiner Tochter schauen«, sagte Rico.

Pauline beendete gerade ihr erstes Lied, und Tom kam es vor, als würde sie kurz aus dem Takt geraten, als sie zu ihm und Rico herübersah. Applaus brandete auf und die aschblonde Sängerin und Tänzerin verbeugte sich. Der Geiger schenkte sich und dem blinden Pianisten nach.

Jemand stieß die Schwingtür auf, ein Mann trat ein: der Zylinderträger aus dem Spielzimmer, den sie gerade erst nach draußen begleitet hatten. Feindselig spähte er über die Köpfe der Menge zum Spielzimmer hinüber.

»Du hast eine Tochter?«, fragte Tom erstaunt. »Hier in Houston?«

Rico grinste und bestellte die nächste Runde. »Ehrlich gesagt: Ich weiß auch nur durch Gerüchte davon. War ja schon länger nicht mehr hier und meine Verlobte, also die angebliche Mutter meiner angeblichen Tochter, hat selten geschrieben.«

Der Pianist stimmte das nächste Stück an, und Pauline tanzte und sang. Lächelnd blickten Tom und Rico zu ihr hinüber. »Was für ein schönes Weib sie doch ist«, sagte Rico und schnalzte mit der Zunge.

»Wo du recht hast, hast du recht.« Tom seufzte. Eine Zeitlang lauschten sie Paulines Stimme.

»Und wie fand das Gerücht zu dir in die Rocky Mountains?«, fragte Tom während des nächsten Beifalls. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sich der Zylinderträger durch die Menge drängte. Dessen Blick schien am Rücken des Mannes zu kleben, der ihn beim Pokern ausgenommen hatte.

»Der Zimmermann, der meine Silbermiene ausgeschachtet hat, baute zuvor hier am Hafen Lagerhallen. Der hat mir von meiner Tochter erzählt. Ich hoffe, es ist was dran an dem Gerücht. Werd’s ja gleich erfahren. Zum Wohl.«

»Ich gratuliere schon mal, alter Freund.« Tom hob sein Glas. Sie stießen an und tranken. »Und wie heißt deine Verlobte?«

Ricos Antwort ging im Jubel der Gäste unter: Lauterer Jubel als zuvor, denn Pauline stimmte einen Song an, der sich damals, im Texas vor dem Bürgerkrieg, besonderer Beliebtheit erfreute: den Song von der liebestollen Mary. Tom und Rico lachten sich an und orderten die nächste Runde.

Der Zylinderträger schritt gerade über die Schwelle zum Spielzimmer. Zwei Männer am Pokertisch wurden auf ihn aufmerksam.

Rico zwinkerte der schönen Tänzerin zu, deutete auf sie und schaute Tom an. Der begriff nicht recht und beugte sein Ohr hinüber an den Mund des anderen. »Wassis?«

»Pauline!«, rief Rico.

»Ja, ja.« Tom nickte. »Sie heißt Pauline, ich kenne sie. Sehr gut sogar …« Er grinste, obwohl ihm plötzlich etwas in Ricos Miene komisch vorkam.

»Sie ist es!« Rico rief gegen den Lärm am. »Meine Verlobte! Die angebliche Mutter meiner Tochter!«

Das Grinsen fiel dem armen Tom aus dem Gesicht. Stimmen, Musik, Paulines Stimme, Gläserklirren und das Geschrei im Spielzimmer – alles rückte auf einmal sehr weit weg von ihm. Er stand wie festgefroren, vergaß sogar das Glas mit dem doppelten Whisky in seiner Rechten.

Dann wieder Applaus; Pauline verbeugte sich. Als der Beifall abebbte, hörte man das Geschrei im Spielzimmer überdeutlich. Der Zylindermann stritt mit den Pokerspielern.

Plötzlich stand Pauline an der Theke. »Hallo, Tom. Hallo, Rico.« Es gab ein Küsschen für beide und ein seltsam scheues Lächeln. »Schön, dass ihr da seid.« Sie schluckte, und Tom glaubte einen Ausdruck von Ängstlichkeit in ihren Augen zu sehen. »Wir reden nachher, okay?«

»Mehr als diese Ahnung von Kuss kriegt der gute Rico nicht?« Rico zog sie an sich. »Nach so langer Zeit?«

Pauline wand sich aus seinen Armen. »Ich habe euch was zu sagen.« Sie nahm Tom das Whiskyglas aus der Hand und leerte es. »Nach meinem Auftritt.« Dann lächelte sie gezwungen, drehte sich um und wollte wieder zur Tanzfläche eilen; der Pianist stimmte schon das nächste Stück an.

Tom hielt sie fest. »Du hast ein Kind?« Seine Stimme klang wie die eines Sterbenden.

Schrecken weitete Paulines Augen. »Wir reden später, ja?« Sie machte sich von ihm los.

»Wer ist der Vater …?«

»Später …« Schon enteilte Pauline. Auf der Tanzfläche angekommen, drehte sie sich zum Rhythmus von Geige und Piano. Im Spielzimmer riss sich der Mann mit dem Zylinder von drei Pokerspielern los und stürzte sich auf einen vierten.

Pauline sang, die Männer im Spielzimmer prügelten sich, der Pianist und der Geiger spielten lauter und Rico belauerte Tom aus kaum sichtbaren Augen und mit derart in Falten gelegten Gesichtszügen, dass man hätte meinen können, er würde in die Mittagssonne gucken. »Wer der Vater ist? Was soll die Frage, Tom?«

Plötzlich fiel ein Schuss im Spielzimmer. Die Männer und Frauen rund um die Tanzfläche fuhren herum und starrten zu den Streithähnen dort. Dann zwei Schüsse auf einmal – die ersten Leute warfen sich zu Boden. Tom ging neben der Theke in Deckung und riss seinen 44er Smith & Wesson aus dem Hüftholster.

Gebrüll und Schüsse erfüllten den Hotel-Saloon. Tom starrte zum Spielzimmer – mindestens drei Männer sah er dort zu Boden gehen. Er wagte nicht zu schießen, hatte Sorge, einen Unbeteiligten zu treffen.

Die Leute warfen sich zwischen die Tische, unter die Treppe oder neben dem Klavier auf den Boden. Einige hetzten zur Schwingtür hinaus.

Und dann, nach kaum dreißig Sekunden, war es auch schon wieder vorbei. Tom stand auf. Im Spielzimmer standen die Pokerspieler um drei am Boden liegende Männer herum. Sie wirkten irgendwie ratlos.

Die Schwingtür wurde aufgestoßen. Der Townmarshal und seine beiden Assistenten stürzten herein. Der Arzt von Houston folgte ihnen. »Hierher!«, brüllte plötzlich eine Männerstimme auf der Tanzfläche. »Schnell, Doc! Hierher!«

Tom erkannte Enrico Gomez’ Stimme und spähte zur Tanzfläche. Rico kniete in den Sägespänen und hielt die hustende Pauline in den Armen. »Gütiger Gott …!«, entfuhr es Tom.

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