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Lassiter - Folge 2128

Im Tal des Ungeheuers

Tim Riley glitt lautlos aus dem Bunkhaus, schloss leise die Tür und pirschte über den Hof. Es war Mitternacht. Die Bewohner der Ranch schliefen. Der Platz vor dem Haupthaus lag im Dunkeln, nirgendwo brannte Licht. Am Himmel blinkten ein paar blasse Sterne. Es war still und friedlich.

Seit heute Mittag wusste Riley, dass Georgia Oldham ihn liebte. In der Pferdebox hatte sie ihn zärtlich geküsst. Riley bekam eine Gänsehaut, als er daran dachte. Er spähte zu der Scheune hinüber, in der sie sich gleich treffen würden. Nur noch wenige Schritte …

Riley störte es nicht, dass Georgia eine verheiratete Frau war – die Ehefrau des Ranchers John Oldham.

Neben dem gemauerten Ziehbrunnen blieb Riley stehen. Er legte den Kopf schief und lauschte angespannt.

Ihm war, als hätte er ein Geräusch gehört. Einen tiefen Ton, den er nicht zu deuten wusste. Als hätte jemand ganz kurz die tiefste Taste eines Klaviers angeschlagen.

Riley spähte zum Schlafhaus der Rancharbeiter zurück.

Nichts Verdächtiges.

Als er sich aus dem Quartier geschlichen hatte, hatten alle tief geschlafen. Ruhig und gleichmäßig klangen die Atemzüge der Kameraden.

Es war nicht einfach gewesen, so lange wach im Bett zu liegen. Es war die Sehnsucht, die Vorfreude auf Georgia, die ihm dabei half, wach zu bleiben. Noch immer klangen ihm ihre geflüsterten Worte im Ohr: »Um Mitternacht auf der Tenne.«

Daraufhin hatte sie sein Gesicht in die Hände genommen und ihn auf den Mund geküsst.

Der Kuss war nur kurz gewesen, nicht mehr als drei Herzschläge lang. Dann war irgendwo eine Tür zugeschlagen, Stiefelsporen klimperten, und Georgia hatte eilig die Pferdebox verlassen.

Ein ums andere Mal hatte Riley sich gefragt, warum ausgerechnet er derjenige war, auf den Georgias Wahl gefallen war. Bis dahin hatten sie nur wenige Worte miteinander gewechselt. Immer ging es dabei um Belange der Farm. Nie um etwas Persönliches. Die Reden drehten sich um das Vieh, um Probleme mit Ackergeräten, Pferdegeschirr oder um irgendwelche Lappalien, die den Haushalt betrafen.

Vermutlich hatte Georgia die begehrlichen Blicke bemerkt, mit denen er ihre reizvollen Rundungen bedacht hatte.

Dass auch Frauen zu starken Gefühlen fähig waren, wusste Riley nicht erst seit gestern.

Nach einem spähenden Blick zum Ranchhaus setzte er seinen Streifzug fort. Er wusste, dass die Vordertür bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen verriegelt wurde. John Oldham, der Rancher, hatte das so angeordnet. Wenn sich Georgia aus dem Haus schleichen wollte, würde sie bestimmt die hintere Tür nehmen.

Riley schaute über den Pferch zur Scheune hinüber. Das große zweiflügelige Tor an der Giebelseite schien geschlossen zu sein. Aus der Distanz war das aber nicht so genau zu erkennen. Womöglich hatte Georgia das Tor geöffnet und für ihn einen Spaltbreit offen gelassen.

Nach ein paar nahezu lautlosen Schritten hatte Riley die Scheune erreicht.

Das Tor war verriegelt, der große Balken lag fest auf den Trägern. Offenbar war Georgia durch die hintere Seitentür in das Gebäude geschlüpft.

Riley entschied sich, den gleichen Weg zu nehmen.

Als er um die Ecke huschte, brach die Wolkendecke auf. Der Mond zeigte sich als silberglänzende Sichel. Der Nachtwind ließ die Zweige in dem nahe gelegenen Buschwerk rascheln. Jenseits der Koppeln und Weiden, irgendwo in den Bergen, war das Heulen von Coyoten zu hören.

Riley wummerte das Herz in der Brust.

Gleich war es so weit.

Nur noch wenige Sekunden, und er würde die warmen Lippen der hübschen Brünetten auf seinem Mund spüren – und das nicht nur für einen flüchtigen Augenblick.

Er trat ganz nah an die Tür, hakte sie auf und hörte die eisernen Angeln quietschen. Rasch schlüpfte er auf die Tenne. Es war stockfinster.

»Georgia?« Er hielt den Atem an.

Niemand antwortete.

»Georgia? Bist du da?«

Alles blieb still.

Riley war enttäuscht. Anscheinend war die Geliebte noch nicht da.

Sogleich gingen ihm alle möglichen Fantasien durch den Kopf. War Georgia von ihrem Mann überrascht worden, als sie die Schlafstube verlassen wollte? Oder hatte sie ihn, Riley, nur an der Nase herumgeführt mit diesem Kuss und versprochenem Rendezvous?

Der Gedanke, veralbert worden zu sein, erzeugte einen bohrenden Druck in Rileys Magengegend.

Nein, so eine Frau ist Georgia nicht, redete er sich ein. Sie ist auf ein Liebesabenteuer aus, genau wie ich. John liebt sie nicht mehr. Jeder weiß, dass er es regelmäßig mit jungen Dingern im Hurenhaus treibt, wenn ihn der Hafer sticht. Georgia lässt er links liegen, das wissen alle auf der Ranch. Sie hat sich in mich verliebt. Würde sie sich sonst mitten in der Nacht mit mir treffen wollen?

Riley tastete nach dem Wandbrett, das in Augenhöhe neben der Tür hing. Darauf stand die kleine Öllampe. Die Schachtel mit den Schwefelhölzern lag daneben. Vorsichtig zog er ein Holz heraus und überlegte, ob er die Lampe gleich anzünden oder damit warten sollte, bis Georgia kam.

Plötzlich gellte ein grässlicher Schrei über den Hof.

Vor Schreck ließ Riley das Hölzchen fallen. Er lauschte einen Moment, hörte einen zweiten Schreckensruf und erkannte die Stimme – Millie, das Hausmädchen. Sie musste etwas unsagbar Schreckliches gesehen haben.

Als Riley auf den Hof rannte, flammte überall Licht in den Fenstern auf.

Aus dem Bunkhaus stürzten barfüßige Männer, manche hielten Revolver in den Händen.

Die Vordertür des Hauptgebäudes stand sperrangelweit offen. Der Rancher und sein greiser Vater stolperten am Haltegeländer entlang. Sie blieben am Giebel des Hauses stehen, neben dem wimmernden Hausmädchen.

Sekunden später stand der Ranchhelfer Tim Riley vor der Leiche seiner Geliebten. Noch nie hatte er einen so übel zugerichteten menschlichen Körper gesehen.

Der Anblick war unerträglich.

Riley hielt ihn nur wenige Sekunden aus. Dann musste er sich abwenden. Von namenlosem Entsetzen gepackt, übergab er sich in die Büsche.

***

»Hallo? Hallo, Mister!«

Der Mann, der rücklings auf dem Trail lag, öffnete langsam die Faust, die in das lose Gestein gekrallt war. Auch seine Lippen öffneten sich, aber nur ein wenig. Er stöhnte leise. Seine Augen blieben aber zu. Offenbar fehlte ihm die Kraft, die Lider hochzuziehen.

Lassiter, der neben ihm kniete, blickte sich nach allen Seiten um. Das Pferd des Mannes war nirgendwo zu sehen. Wären da nicht die frischen Abdrücke der Hufeisen gewesen, hätte man denken können, er sei zu Fuß in die Berge gekommen.

»Wer sind Sie, Mister?«, fragte Lassiter.

Ein unverständliches Gurgeln war die Antwort.

»Haben Sie Durst?«

Der Mann nickte schwach.

Lassiter stemmte sich hoch, nahm die volle Trinkflasche aus der Satteltasche und ging zu dem benommenen Fremden zurück. Als er den Verunglückten so daliegen sah, kamen ihm schwere Bedenken. Der Glieder des Mannes waren unnatürlich verrenkt. Lassiter vermutete einen Reitunfall der ganz schlimmen Sorte. Wahrscheinlich hatte der Mann schwere innere Verletzungen.

Vorsichtig stützte Lassiter seinen Kopf, setzte ihm die Flasche an die Lippen und sah zu, wie der Adamsapfel seines Schützlings auf und ab bewegte.

Auf einmal hob der Mann ein Augenlid. Er räusperte sich.

»Geht es Ihnen besser?«, fragte Lassiter.

»Nein. Ich sterbe.«

»Nicht so eilig, Mister. Ich reite nach Yampa Hook und schaffe Doc Bieler hierher. Er ist eine Kapazität auf seinem Gebiet und flickt Sie bestimmt wieder zusammen.«

»Zu spät.« Der Mann blinzelte. »Ich merke doch, dass es zu Ende geht.« Jetzt hatte er Mann beide Augen geöffnet. »Sie sind vermutlich der letzte Mensch, mit dem ich mich in dieser Welt unterhalten kann. Sagen Sie mir Ihren Namen?«

»Lassiter.«

»Ich hoffe, ich bereite Ihnen nicht allzu viele Umstände, Mr. Lassiter.«

»Was reden Sie denn? Einem anderen zu helfen ist doch erste Christenpflicht, Mister …?«

»Derek Flint.«

Lassiter horchte auf. »Der Kopfgeldjäger?«

»Yeah. Sie kennen mich?«

»Das wäre zu viel gesagt. Hab Ihren Namen zwei, drei Mal in der Zeitung gelesen. In Kansas und im Arizona-Territorium. – Hat Ihr Gaul Sie abgeworfen?«

»Ja. Das Unglück lauert an jeder Ecke.«

»Wie ist es passiert?«

Flint stöhnte. »Ist in einen Murmeltierbau getreten wie ein dummes Fohlen. Bin kopfüber aus dem Sattel gesegelt.«

»Nicht Ihr Glückstag heute.«

»Kann man so sagen.« Flint verzog das Gesicht vor Schmerz. »Tun Sie mir einen Gefallen, Lassiter?«

»Wenn ich dazu imstande bin, gern.«

Flint sandte einen Blick in den strahlend blauen Coloradohimmel. Die Schatten unter seinen Augen wurden dunkler und tiefer. Die Nase schien ganz spitz zu werden. Die Haut auf seinen Wangen verwandelte sich allmählich in durchscheinendes Pergament.

Lassiter wurde klar, dass der Mann den Tag nicht überleben würde. Daran würde auch Doc Bieler nichts ändern können.

»In Yampa Hook gibt es eine Frau, der ich verpflichtet bin«, sagte Flint. »Sie heißt Helen Steel und hat mir den Auftrag erteilt, nach ihrem Bruder zu suchen. Der Bursche heißt Harry und ist seit einem Ritt durch die High Plains im Tal des Ungeheuers verschollen.«

»Tal des Ungeheuers?«

»Ein Labyrinth von Schluchten auf dem Plateau hinter Yampa Hook.« Flints Stimme wurde leiser. »Ich habe einen Vorschuss von Miss Steel kassiert. Ich will, dass sie das Geld zurückbekommt.«

Flint hob eine Hand, an der mindestens drei Finger gebrochen waren. Er ließ die Klaue auf seine Brust sinken.

»In meinem Brustbeutel finden Sie alles, was Sie wissen müssen …« Er verstummte.

»Mr. Flint! He, Mr. Flint!«

Der Sterbende bewegte seine Lippen. Lassiter beugte sich über ihn.

»Vergessen Sie nicht: Das Geld für Helen Steel …« Sein Kopf fiel zur Seite. Die Finger an der Hand, die auf seiner Brust lag, spreizten sich und lagen dann reglos, so wie der ganze Mensch.

Lassiter nahm den Hut ab.

Nach kurzer Andacht schob er die Hand des Toten beiseite und holte ein hellbraunes Lederbehältnis unter dessen Hemd hervor. Mit schwarzer Tinte waren die Initialen seines Besitzers aufgemalt: DF.

Wie wenig manchmal von einem Menschen bleibt, dachte Lassiter, als er den Beutel unter seine Jacke schob.

***

Das Licht der Petroleumlampe erhellte die kleine Stube nur spärlich. In allen Ecken nisteten Schatten. An den Wänden hingen ein Kruzifix und einige Heiligenbilder mit schwarz lackierten Rahmen. Im Kamin verglühte ein armdicker Holzklotz. Hin und wieder knackte er laut.

Lassiter stand an der Tür. Er sah auf Helen Steel hinab. Die Frau kauerte zusammengesunken auf einem Stuhl unter dem Abbild des Erlösers. Sie rang verzweifelt die Hände. »Das habe ich nicht gewollt«, sagte sie leise. »Mein Gott, ich habe das nicht gewollt.«

»Es ist ja nicht Ihre Schuld, Ma’am. Es war ein Unfall«, versetzte Lassiter. »Er stürzte vom Pferd. So etwas kommt vor. Niemand kann etwas dafür.«

Eine kurze Pause entstand.

»Musste er sehr leiden?«, fragte sie dann.

»Nein, Ma’am. Es ging ganz schnell.«

»Aber Sie haben doch mit ihm geredet …«

»Nur ein paar Worte, dann wurde er von seinen Leiden erlöst.«

Helen Steel fing an, ein Gebet zu murmeln.

Lassiter fasste sich in Geduld. Er musterte die Frau mitleidig. Helen Steel war um die vierzig Jahre alt, trug ein altmodisches Taftkleid und eine Witwenhaube, unter der Strähnen ihres graudurchwirkten Haars hervorlugten.

Der Tod des Mannes, der das Rätsel um ihren Bruder lösen sollte, ging ihr sichtlich nahe. Dem Anschein nach hatte sie Flint als Verbündeten sehr geschätzt. Mit seinem Tod war all ihre Hoffnung, jemals etwas über das Schicksal des Bruders zu erfahren, dahin.

Unwillkürlich fragte sich Lassiter, wo eine gläubige Frau wie sie einen kaltblütigen Menschenjäger wie Derek Flint begegnen konnte. An der Theke eines Saloons? Im Sheriff’s Office? Am Black-Jack-Tisch? Alles ziemlich abwegig.

Helen Steel lebte zurückgezogen in einem unscheinbaren Haus am Rand der Stadt, gleich neben Kirche und Friedhof. Ihr Heim und ihr Lebensstil wiesen darauf hin, dass sie nicht gerade zu den wohlhabendsten Leuten im County gehörte.

Trotzdem hatte sie das Honorar für Flint aufgebracht: fünfhundert Dollar, von denen sie ihm die Hälfte als Vorschuss ausgezahlt hatte. Eine ungeheure Summe für ihre Verhältnisse.

Jetzt lagen die gerollten Scheine neben ihr auf dem Tisch. Helen Steel würdigte das Geld keines Blickes. Sie dämmerte abwesend vor sich hin.

Lassiter räusperte sich. »Tja, Ma’am, ich werde dann mal gehen.«

Sie hob den Kopf. Ein flehender Blick bohrte sich in Lassiters Augen. »Bleiben Sie«, sagte sie gepresst. »Bitte, nur noch einen Moment.«

»Es gibt da eine Verabredung, die ich einhalten muss.«

»Nur eine Minute.«

Lassiter lehnte sich an den Türrahmen. »Sie sollten mehr unter die Leute gehen, Ma’am. Der Mensch ist nicht für die Einsamkeit geschaffen.«

Sie lächelte bitter. »Es tut mir leid, dass ich einfach so über Ihre Zeit verfüge.«

Das mit der Verabredung war kein Vorwand, sondern die Wahrheit. Er hatte tatsächlich einen Termin, und zwar einen ganz besonderen.

Dolly Myers, eine alte Bekannte aus Tombstone, hatte ihm einen Brief geschickt. Nach etlichen Umwegen hatte ihn die Post endlich erreicht. Dolly schrieb, sie sei nach Colorado umgezogen und arbeite nun in einem neu eröffneten Theater in Silver Springs. Der Ort lag nur einen Tagesritt von Yampa Hook entfernt. Lassiter, der von der Zentrale der Brigade Sieben derzeit geschont wurde, hatte spontan entschieden, der Affäre mit Dolly neues Leben einzuhauchen.

Helen Steel stand auf. Sie trat ans Fenster und nahm eine aufgestellte Fotografie vom Brett. Mit einem langen Seufzer betrachtete sie das Bild.

Sie behielt es in der Hand, als sie auf Lassiter zuging. »Die einzige Aufnahme, die ich von meinem Bruder besitze«, sagte sie.

Lassiter schaute sich das Bild an. Es zeigte einen brünetten, gutaussehenden Mann von knapp dreißig. Dunkler Gehrock, weißes Hemd, gestreifte Weste. Keine Waffen. Auf dem Knoten der Krawatte prangte eine auffällige Brosche, die wie eine große Spinne aussah.

»Er heißt Harry, nicht wahr?«

Sie nickte. »Harold, aber von klein auf sagten alle nur Harry zu ihm. Der Name ist an ihm haften geblieben wie eine Klette.«

»Derek Flint meinte, Harry sei im Tal des Ungeheuers verschollen.«

»Ja. Das ist jetzt fast ein Jahr her«, erwiderte die Frau. »Er war mit einer Kutsche unterwegs, Aurora Overland Line. Die Gesellschaft hat inzwischen Pleite gemacht, so viel ich gehört habe. Die Konkurrenz der Eisenbahn scheint übermächtig geworden zu sein. – Wie dem auch sei, diese unselige Kutsche war Harrys Schicksal. Auch vom Verbleib der Fahrer und der übrigen Reisenden ist nie etwas bekannt geworden. Es ist, als wären sie mit Haut und Haar in der Erde versunken.«

Lassiter dachte nach. »In den High Plains gibt es eine Menge Orte, die mit Vorsicht zu genießen sind. Felsspalten, unterirdische Höhlen, tückische Felspässe. Vielleicht ist das Gespann in einen schwer zugänglichen Abgrund gestürzt.«

»Warum sollte eine Linienkutsche solche gefährlichen Stellen passieren?«

Lassiter kratzte sich am Hals. »Ja, da ist was dran. Im Allgemeinen kennen die Coachdriver ihre Strecken so gut wie ihre Westentasche.«

»Das denke ich auch. Deshalb tippe ich auf einen Überfall.«

»Ein Überfall? Dann gäbe es Spuren. Zerstörte Kaleschen, Leichen, Pferdekadaver.«

Die Frau fegte ein Staubkorn von der Fotografie. »Sehen Sie die Silberspinne auf Harrys Krawatte?«

Lassiter hielt das Bild unter den Lichtkegel der Petroleumfunzel. »Eine filigrane Arbeit, mexikanisches Silber, nehme ich an.«

»Stimmt, das Teil stammt aus der Sierra Madre, aus der Silberstadt Taxco, um genau zu sein. Harry hat es schon vor Jahren gekauft. Er mochte Spinnen. Schon als Kind hat er es nicht übers Herz gebracht, sie zu töten. Wenn er einmal eine fing, hat er sie aus dem Haus getragen und ins Gras gesetzt.«

Lassiter trat von einem Bein aufs andere. Er warf einen verstohlenen Blick aus dem Fenster. Draußen dämmerte es bereits. Zu spät, um die Reise fortzusetzen. Er würde die Nacht über in der Stadt bleiben müssen.

Helen Steel stellte sich an die Tür. Eine Hand auf dem Knauf, sah sie den großen Mann mit ihren sanften grauen Augen forschend an. »Hätten Sie Interesse an fünfhundert Dollar?«, fragte sie plötzlich.

»Wie bitte?«

Sie wies zum Tisch hinüber, auf dem der Beutel mit den gerollten Geldscheinen lag.

»O nein, Ma’am.«

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