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Lassiter - Folge 2125

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Lassiter und die Tochter des Tycoons
  4. Vorschau

Lassiter und die Tochter des Tycoons

Drei Reiter hielten ihre Pferde vor dem Farmhaus an. »Ashleys Cowboys!«, zischte Johnny Brown, der älteste Sohn des Farmers. »Nimm die Hintertür, Dad! Uns wird schon eine Geschichte einfallen.«

»Was nützt es denn?« Henry Brown winkte mutlos ab. »Sie werden wiederkommen. Oder gleich das Vieh mitnehmen …«

»Tu, was Johnny sagt!« Liz Brown schob ihren Mann in die Küche, durch die man zur Hintertür gelangte. Die Cowboys stiegen bereits zur Veranda herauf. »Geh schon!« Sie drückte ihm ein Gewehr in die Hand. Seufzend fügte der Farmer sich. Johnny schloss die Tür hinter ihm. Brown huschte durch die Küche. Hinter sich hörte er Ashleys Leute an die Haustür pochen. Leise öffnete er die Hintertür – und prallte zurück. Der junge Ashley selbst stand vor ihm und drückte ihm den Lauf seines Revolvers gegen das Brustbein.

Zwei Cowboys von der Ashley-Ranch standen hinter ihrem Juniorboss. Zu sechst also kamen sie, schoss es dem Farmer durch den Kopf. Das konnte nicht Gutes bedeuten.

»Nett, dich mal wieder zu sehen, Henry.« Der blonde, hochgewachsene Richard Ashley feixte. »Wie geht’s denn so?« Er trug einen teuren Wildledermantel und einen Stetson aus Biberfell. Sein Revolverkolben war mit Silber beschlagen. »Du wolltest gerade ein wenig frische Luft schnappen, stimmt’s? Trifft sich doch gut, komm ein bisschen heraus zu uns.«

Er packte den Farmer am Hemdsärmel und riss ihn von der Türschwelle die zwei Stufen herunter. Dort packten ihn die anderen beiden und stießen ihn in den Gemüsegarten hinein. Henry Brown schlug lang im Rübenbeet hin.

»Warst schon mal standfester, Henry, weiß Gott! Du bist doch nicht etwa betrunken?« Richard Ashley schüttelte den Kopf und schnalzte wie tadelnd mit der Zunge. »Es ist doch erst früher Nachmittag! Und du hast schon so viel Whisky gesoffen, dass du nicht einmal mehr stehen kannst?«

Seine beiden Cowboys grinsten böse. Henry Brown hob flehend die Arme. »Bitte, Mr. Ashley, Sie bekommen Ihr Geld, doch im Augenblick habe ich es noch nicht …«

»Weil du es versoffen hast, Henry, hab ich recht?« Breitbeinig baute Ashley sich vor dem am Boden liegenden Farmer auf. »Was für ein Jammer auch.« Er drückte ab und die Kugel fuhr nur zwei Handbreiten weit neben Brown in das Rübenbeet.

»Nicht doch, Mr. Ashley!« Der Farmer bebte am ganzen Körper. »Ich bitte Sie im Namen des gütigen Gottes! Ich werde alles zurückzahlen, sobald ich die nächste Ernte eingefahren habe …«

»Du zahlst heute oder du fährst keine Ernte mehr ein, Henry.« Wie ein Lehrer mit seinem ungezogenen Schüler, so sprach Ashley jetzt mit dem viel Älteren. »Wenn du heute nicht zahlst, hast du morgen nämlich keine Farm mehr, Henry.«

Mit der Linken zog er ein Stück Papier aus der Jackentasche und hob es hoch. »So steht es in diesem Schuldschein geschrieben, Henry. Und der trägt deine Unterschrift. Das weißt du doch, oder hat der Whisky deine Erinnerung getrübt?«

Seine Männer hatten ihren Spaß. Auch die anderen drei hatten sich inzwischen im Gemüsegarten hinter dem Haus versammelt. Die meisten hielten ihre Revolver in den Händen. Nur einer blieb im Hintergrund: Tom Wishbone, der erste Vorarbeiter der Ashley-Ranch. Der grinste nicht einmal, kaute nur missmutig auf einem Schwefelholz herum.

»Henry trinkt keinen Whisky, das weißt du genau, Richie!« Liz Brown stürmte aus der Hintertür, stapfte durchs Rübenbeet und half ihrem Mann auf die Beine.

»Und warum liegt er dann hier im Garten herum?«, fragte Ashley und sein glattes Gesicht verzog sich zu einem zynischen Grinsen. Die Cowboys der Ashley-Ranch lachten – alle, bis auf Tom Wishbone.

»Wir haben keinen Dollar übrig, um Whisky kaufen zu können, Richie, und das von deinem Vater geliehene Geld können wir im Augenblick schon gar nicht zurückzahlen!« Flehend sah Liz Brown den blonden Ashley an. »Ein Teil der Ernte ist verbrannt in diesem Sommer, und dann hat man uns auch noch unseren Zuchtbullen gestohlen – es geht im Augenblick einfach nicht.«

Im Jahr davor waren die Scheune der Browns und ein Teil der Stallung niedergebrannt. Um weitermachen zu können, hatten sie sich Geld für den Wiederaufbau leihen müssen. Von Richards Vater Curd Ashley, dem reichsten Rancher hier am Oberlauf des Platte River.

Curd Ashley besaß Weideland von geradezu sagenhaftem Ausmaß, dazu eine riesige Herde Longhornrinder und eine große Pferdezucht. Bis hinauf nach North Platte und hinunter nach Kearney nannte man ihn an beiden Ufern des Platte River nur noch den Tycoon.

»Verbrannt? Gestohlen?« Richard Ashley mimte den Mitfühlenden. »Das ist wirklich Pech, kann aber passieren.« Er zuckte mit den Schultern. »Ihr seid wirklich nicht zu beneiden. Zum Glück muss keiner von euch ins Gefängnis, nicht wahr, Henry? Ihr habt uns ja die Farm und das Land drum herum verpfändet. Das dürfte reichen, um eure Schulden zu begleichen.«

»Ich flehe Sie an, Mr. Ashley!« Liz Brown fiel vor dem jungen Burschen auf die Knie. »Geben Sie uns noch eine Chance! Nur noch bis zum nächsten Herbst! Wir werden Tag und Nacht arbeiten, um eine gute Ernte einzufahren!«

»Tut mir leid, Ma’am.« Mit dem Revolverlauf deutete Ashley auf den Schuldschein. »Ich würde ja gern.« Er schlug einen bedauernden Unterton an. Aber wenn wir einmal anfangen, jemandem einen Aufschub zu gewähren, dann kommen alle angekrochen und behaupten, nicht zahlen zu können.«

Die drei Töchter und die beiden jüngeren Söhne der Browns liefen aus dem Haus und warfen sich vor Ashley in das Rübenbeet. »Noch eine einzige Chance!«, bettelten sie. »Bitte, bitte.«

»Nichts zu machen, Leute! Was glaubt ihr denn, was mein alter Herr mir erzählt? Morgen früh packt ihr eure Sachen auf den Ochsenkarren! Meine Männer werden euch zur Bahnstation nach Maxwell bringen. Dann können sie gleich die Ochsen und den Wagen wieder hierher zurückbringen und ihr braucht euch um nichts zu kümmern.«

Er klopfte auf die Brusttasche, in die er den Schuldschein inzwischen wieder gesteckt hatte. »Vieh und Wagen gehören laut Vertrag jetzt nämlich auch meinem Vater und mir.« Launig grinsend blickte er in die Runde seiner Cowboys. »Und wir machen es uns hier schon mal gemütlich, Jungs, nicht wahr?«

Liz Brown und ihre Kinder heulten Rotz und Wasser. Henry Brown stand mit geballten Fäusten und gesenktem Kopf. Seine Kaumuskeln pulsierten.

»Du bist ein gottverdammter Bastard, Ashley!«, brüllte plötzlich Johnny Brown. Der älteste Sohn der Farmerfamilie stand in der Hintertür und hielt sich an einer alten Schrotflinte fest. »Der Teufel soll dich holen!«

Ashleys glatte Miene wurde übergangslos finster und hart. Er taxierte den schmächtigen Halbwüchsigen mit kaltem Blick. Schließlich wandte er sich an seinen Vorarbeiter, an Wishbone. »Gib ihm eine Tracht Prügel, Tommy. Aber eine, die er sein Leben lang nicht vergisst!«

»Bitte nicht, Mr. Ashley!«, jammerte Liz Brown.

»Hör auf, vor diesem Scheißkerl im Dreck herumzurutschen, Ma!«, rief Johnny. »Das ist doch würdelos! Wenn wir gehen müssen, gehen wir mit hoch erhobenem Kopf!« Und wieder an Ashleys Adresse: »Ich weiß, wer das Kornfeld und unsere Scheune angezündet hat, Ashley – der Blitz jedenfalls hat es nicht getan!«

»Du sollst ihn verdreschen, Tom!« Ashley schrie es heraus. »Hast du nicht gehört, was ich gesagt habe?«

Der hochgewachsene Vorarbeiter mit den schwarzen Locken machte keine Anstalten zu gehorchen. »Es reicht jetzt, Richie.« Tom Wishbone hörte nicht auf, sein Schwefelholz zu zerkauen. »Du hast doch gehört, dass sie gehen werden. Lass es also gut sein.«

Böse funkelte Ashley seinen Vorarbeiter an. Dann spuckte er aus und fuhr zu seinem zweiten Vorarbeiter herum. »Los, Hank! Brech dem kleinen Scheißer die Knochen!«

Der Angesprochene, ein schnurrbärtiger, massiger Mann von einem Meter neunzig, stapfte zur Hintertür, wo der Sechszehnjährige jetzt drohend die Schrotflinte an die Schulter stemmte.

Seine Mutter hängte sich an Lancasters rechtes Bein, seine Schwestern an sein linkes. »Um Gottes willen, Hank! Tun Sie ihm nichts, bitte!« Sie flehten und heulten und bettelten.

Hank Lancaster aber trat aus, fluchte dabei und schlug nach den Frauen und Mädchen – bis sie sich blutend im Rübenbeet krümmten. Dann setzte er seinen Weg zur Hintertür fort.

Johnny sah längst rot – und drückte ab. Die Schrotlandung fuhr in die Erde vor Hanks Stiefelspitzen; Dreck spritzte dem großen Kerl ins Gesicht. Er sprang erschrocken zurück.

Blitzschnell riss nun Richie Ashley seinen Revolver hoch – er schoss zweimal. Die Kugeln trafen Johnny in der Brust und schleuderten ihn in die Küche zurück.

»Johnny, mein Johnny!« Liz Brown rannte ins Haus, ihre Töchter und Johnnys Brüder hinterher. Drinnen erhoben sich Gejammer und Wehklagen.

Henry Brown stand wie von einem Huftritt betäubt. »Du hast Johnny erschossen …« Ungläubig starrte er den Sohn des Tycoons an. »Du hast einfach meinen Sohn …«

»Jeder hier hat gesehen, wer zuerst geschossen hat.« Richard Ashley steckte seinen Revolver ein. »Jeder hier weiß, dass es Notwehr war. Hab ich recht, Jungs?«

***

Draußen auf der Koppel schrien Männer herum – Suzanne Ashley hörte es, während sie drinnen im Stall ihren Hengst striegelte. Sie setzte die Bürste ab und lauschte. War das nicht die Stimme ihres Vaters?

Sie strich ihrem Rotfuchs über den Hals. »Bin gleich wieder bei dir, Feuerkopf.« Suzanne lief aus dem Stall und blickte zur Koppel. Am Zaun neben dem Stall entdeckte sie ihren Bruder, ihren Vater und Tom Wishbone, den hübschen Vorarbeiter.

Suzanne mochte ihn sehr.

»Bloßgestellt hat er mich vor dem kleinen Scheißer und seiner Sippe!« Jetzt war es Suzannes Bruder, der schrie. »Hätte er getan, was ich ihm gesagt habe, hätte er den jungen Brown einfach verprügelt, dann würde der Wichser noch leben!«

Richie schüttelte die Fäuste und tigerte neben dem Rappen des Vaters auf und ab, während er schimpfte. Sein und Suzannes Vater Curd Ashley saß im Sattel und blickte auf Tom Wishbone hinab. Der lehnte lässig gegen den Zaun.

»Ich verprügle keine kleinen Jungs«, sagte er. »Überhaupt hat es mir nicht gefallen, wie du dich auf der Farm der Browns aufgeführt hast, Richie!«

Suzanne biss sich auf die Unterlippe. Waren sie gestern also wieder auf einer der kleinen Farmen im Umland gewesen, hatten sie also wieder den armen Leuten dort das Leben schwer gemacht. Sie hatte es schon geahnt; und zugleich gehofft, sie würden endlich aufhören damit.

»Was fällt dir ein, Wishbone!« Drohend ging Suzannes Bruder auf den Lockenkopf zu. »Du hast mir nicht zu sagen, wie ich mich wo zu verhalten habe!«

»Und du hast mir nicht zu sagen, wenn ich verprügeln soll und wen nicht«, entgegnete Wishbone seelenruhig und stieß sich vom Zaun ab.

Suzanne erschrak. Richie war ein Hitzkopf und pflegte ziemlich schnell beleidigt zu sein. Sie fürchtete eine Schlägerei und eilte zu den Männern. »Was ist passiert?«

»Männersache, Suzy«, sagte ihr Vater, »halte dich da raus.« Mit einer herrischen Geste deutete er zum Stall. »Los, verschwinde!«

Suzanne schluckte. Wie oft hatten ihre Mutter und sie dem Vater schon ins Gewissen geredet. Meistens brüllte er sie dann nieder. Und manchmal schlug er zu. Langsam zog die knapp Zwanzigjährige sich zurück, rückwärts und Schritt für Schritt.

Ihr Vater wandte sich an seinen Vorarbeiter. »Das ist meine letzte Warnung an dich, Wishbone! Du stehst auf meiner Gehaltsliste, also hast du zu tun, was ich dir sage. Und wenn ich nicht in der Nähe bin, hast du zu tun, was Richie dir sagt. Verstanden?«

»Ich soll kleine Jungs verprügeln, nur weil er das verlangt?« Mit einer Kopfbewegung deutete Tom auf Richie. »Kommt nicht in Frage, Mr. Ashley. Dafür werde ich nicht bezahlt, dafür würde ich mich auch nicht bezahlen lassen.«

Suzanne bekam allmählich eine klare Vorstellung von dem, was passiert war. »Ihr habt also schon wieder eine arme Farmer-Familie aus der Gegend verjagt!«, platzte es aus ihr heraus.

Ihr Vater fuhr herum. »Ich habe gesagt, du sollst verschwinden!«, blaffte er sie vom Sattel herab an. Und dann wieder an Toms Adresse: »Deine letzte Chance, Wishbone: Künftig tust du, was man dir sagt. Und wenn Richie ausnahmsweise mal von dir verlangt, eine freche Rotznase zu verprügeln, dann verprügelst du sie eben.«

»Ausnahmsweise …?« Wishbone platzte der Kragen. Er baute sich vor Suzannes Bruder auf. Der wich zurück, denn der fünf Jahre ältere Tom war größer und schwerer als er. »Immer öfter verlangt er Dinge von mir, die kein Gesetz in diesem Land gutheißen würde! Ich habe genug davon, Mr. Ashley, hören Sie?« Toms Stirn berührte Richies Stirn. »Ich habe genug von dir, Richie! Kapiert?«

Suzanne blickte in Toms dunkle Augen und ihr Herz schlug höher. Sie wusste genau, dass der Lockenkopf mehr als nur einmal mit dem Gedanken gespielt hatte, die Ashley-Ranch zu verlassen. Und sie wusste auch, warum er es noch nicht getan hatte: ihretwegen. Sie war stolz auf ihn.

»Ich brauche keine verdammten Weicheier hier auf der Ranch, Wishbone, ich brauche richtige Männer«, fuhr ihr Vater fort. Seine Stimme klirrte vor Kälte.

»Männer?« Die Wut packte Suzanne. Sie lief zurück zum Rappen ihres Vaters, trat nahe an ihn heran und stemmte die Fäuste in die Hüften. »Wenn es stimmt, dass Richie von Tommy verlangt hat, einen Jungen zu schlagen, dann ist er ein verdammter Idiot und ein Feigling! Und wenn Tommy sich geweigert hat, den Burschen zu verprügeln, dann ist er der einzige richtige Mann auf der Ashley-Ranch!«

Ihr Vater belauerte sie vom Sattel aus, sein schmales Gesicht unter dem grauen Stirnhaar wirkte kantig und wie gefroren.

»Jawohl, Dad, dann ist Tommy der Einzige unter euch, vor dem ich Respekt habe!« Sie hatte sich in Rage geredet und konnte nicht mehr aufhören. »Und was ihr den armen Farmern antut, das ist ungerecht und widerlich! Gott straft Männer, die auf Kleineren und Schwächeren herumtrampeln …«

Blitzschnell schwang ihr Vater sich aus dem Sattel – und schlug ihr ins Gesicht. »Du hast dich nicht in unsere Angelegenheiten einzumischen, verstanden? Ins Haus mit dir, los!«

Weinend wich Suzanne zurück, ihre Wangen brannten. Bald zwanzig war sie, und immer noch schlug ihr Vater sie. Sie schämte sich und schielte zu Tom und Richie. Ihr Bruder grinste, und der geliebte Vorarbeiter hatte die Hände zu Fäusten geballt und musterte Suzannes Vater mit flammendem Blick.

»Und du, Wishbone, richtest dich künftig nach unseren Anordnungen!« Suzannes Vater stieg wieder in den Sattel. »Oder du verschwindest von meiner Ranch!«

***

Die Lokomotive zischte und prustete, die Bremsen schrien, der Zug hielt an. Lassiter stieß die Waggontür auf und stieg aus. Noch einmal drehte er sich um und bot einer silberhaarigen Lady seinen rechten Arm.

»Danke, Sir.« Sie stützte sich auf und ließ sich von Lassiter aus dem Waggon helfen. »Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen.«

Lassiter nickte nur und wandte sich ab. Er warf seine Mochilla über die linke Schulter, hängte sein Winchester-Gewehr über die rechte und klemmte sein Bündel unter den Arm. Und los ging es zum Gebäude der Bahnstation.

Wo er hinsah, winkten Menschen einander zu, schüttelten sich die Hände oder fielen einander in die Arme. Um ihn zu begrüßen, war keiner gekommen.

Machte nichts, der Mann von der Brigade Sieben war es nicht anders gewohnt.

Am Stationsgebäude vorbei steuerte er die Mainstreet an. Fuhrwerke rollten dort entlang, Reiter und überraschend viele Passanten bahnten sich ihren Weg durch die Menge. Rechts stiegen die Berghänge der Rocky Mountains an.

Lassiter schien es, als hätten die Rodungen am westlichen Stadtrand sich vergrößert, seit er zum letzten Mal hier in Denver gewesen war, und es kam ihm vor, als würden mehr Häuser und Gehöfte dort oben am Waldrand stehen als noch vor zwei Jahren.

So ging es ihm mit den meisten Städten im Westen der Vereinigten Staaten: Jedes Mal, wenn er sie nach Jahren oder auch nur Monaten wieder einmal besuchte, schienen sie erneut gewachsen zu sein.

Er blickte die Mainstreet nach Norden hinauf. Dort irgendwo musste das Black Mountain Hotel liegen, in dessen Saloon er mit seinem Mittelsmann verabredet war.

Sein Blick traf sich mit dem einer Frau – ganz in Dunkelblau und Schwarz gekleidet, schlank, kastanienrot und Anfang dreißig; sie kam vom Stationsgebäude her auf ihn zu. »Mr. Lassiter?«

Er blieb stehen, nickte und wartete. »Kennen wir uns?«

»Mister Durban hat Sie mir beschrieben, Mr. Lassiter.« Bei ihm angekommen, reichte sie ihm die Hand. »Und gut beschrieben, wie ich finde. Mein Name ist Charlotte Cromwell.« Sie sprach mit englischem Akzent. »Freut mich, Sie kennen zu lernen.«

Er drückte die gereichte Hand. »Lassiter, einfach nur Lassiter.« Sie war schön, von nahem noch schöner als von weitem. Bei den meisten Frauen war das umgekehrt. »Mister Durban schickt Sie also?«

William Durban – so hieß der Anwalt, mit dem er im

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