Logo weiterlesen.de
Lassiter - Folge 2109

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Das Vermächtnis des Häuptlings
  4. Vorschau

Das Vermächtnis des Häuptlings

Hotel »Gateway«, St. Louis, im August 1955

»Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll«, sagte der Journalist verlegen. »Ich habe tausend Fragen an Sie, Sir.« Er rollte den Kugelschreiber auf dem Notizblock hin und her.

»Erst einmal nennen Sie mich Jack«, erwiderte der alte Mann, der ihm gegenübersaß. Seine Stimme klang wie raschelndes Herbstlaub und doch erstaunlich kraftvoll. »Und dann erzählen Sie mir, wie Sie mich gefunden haben.«

»Gern, Sir … Jack. Ich habe über einen gewissen Lassiter recherchiert. Damit begann alles. Aber erst einmal muss ich Ihnen gratulieren. Zu Ihrem hundertsten Geburtstag.«

Der Oldtimer winkte ab. »Kommen wir lieber zur Sache. Wer weiß, ob meine Zeit noch für Ihre vielen Fragen reicht.« Er sog an seiner Zigarre. »Wissen Sie, ich habe Sie herbestellt, weil ich ein Geheimnis über Lassiter lüften will.«

Der Journalist sah seinen Gesprächspartner aus großen Augen an. »Ein Geheimnis?«, wiederholte er beinahe andächtig, während sein Kugelschreiber über das Papier des Notizblocks flog. »Hat es mit der Brigade Sieben zu tun? Und haben Sie Lassiter persönlich gekannt? Hat er selbst es Ihnen anvertraut?«

Der alte Mann schmunzelte und fuhr sich über das schüttere silberfarbene Haar. »Ja, jetzt glaube ich Ihnen, dass Sie mir eine Menge Fragen stellen möchten, Mister …«

»Trenton. Jasper Trenton. Und bitte sagen Sie Jasper zu mir, Jack.«

»In Ordnung, Jasper. Sie arbeiten für die Chicago Tribune, nicht wahr?«

»Das ist richtig, Sir … sorry, Jack. Mein Spezialgebiet sind Reportagen über Zeitzeugen zur Geschichte des Westens. Mir geht es dabei vor allem um die Periode nach dem Bürgerkrieg und vor dem Ersten Weltkrieg.«

»Eine Zeit des Umbruchs, hier bei uns. Lassiter war einer der Männer, die von Anfang an jene technischen Neuerungen genutzt haben, die damals das Leben der Menschen einfacher machten. Denken Sie nur an das Telefon und die Schreibmaschine. Aber auch auf weniger friedlichem Gebiet gab es Fortschritte.«

»Sie meinen die Waffentechnik? Die Metallpatrone mit rauchlosem Pulver zum Beispiel? Als Mann des Gesetzes dürfte Lassiter davon in besonderem Maße profitiert haben. Bei meinen Recherchen habe ich oft gehört, dass ein Schwarzpulverschütze bei Windstille manchmal nichts mehr sehen konnte – vor lauter Rauch.«

»Nicht nur das.« Der alte Mann schmunzelte. »Schwarzpulver stank fürchterlich, und es verschmutzte die Waffen enorm. Dagegen …«, er schob sich die Zigarre zwischen die Lippen und paffte, »ist Tabakrauch geradezu aromatisch.«

»Heute mehren sich die Hinweise, dass er schädlich sein soll.«

Der Oldtimer lachte und hustete krächzend. Dann sagte er wegwerfend: »Darüber können unsere Kollegen von der schreibenden Zunft noch so viel räsonieren, mir machen sie damit keine Angst mehr. Wenn ein Mann hundert geworden ist, mein Junge, schwindet die Bedeutung vieler Dinge.«

»Ich denke, das kann ich begreifen, obwohl mir Ihre Lebenserfahrung fehlt, Jack.« Jasper Trenton klopfte mit dem Ende des Kugelschreibers auf den Block. »Ich nehme aber an, das Geheimnis hat für Sie nichts von seiner Bedeutung verloren.«

Der Hundertjährige lachte wieder. »So bringt man einen Schwadroneur zurück zum Thema, nicht wahr?« Er nickte, schloss die Augen und öffnete sie wieder. »All right, das Geheimnis Nummer eins.«

»Gibt es zwei?«, warf Trenton erstaunt ein.

Der alte Mann lächelte wissend. »Darauf komme ich gleich. Werden Sie bloß nicht ungeduldig, mein Lieber. Sagen wir mal so: Das Geheimnis besteht aus zwei Teilen. Beide sind schnell erzählt. Teil eins: Die Brigade Sieben hat es wirklich gegeben. Viele haben es vermutet, aber alle, die dazugehörten, haben dichtgehalten. Denn jeder wusste, dass das Leben der anderen in Gefahr geraten konnte. Und es hat geklappt. Die Brigade Sieben war das, was man heute ein Erfolgsmodell nennen würde.«

»Eine frühe Form des FBI?«

Der alte Mann wiegte den Kopf. »Vielleicht in einigen Teilbereichen. Aber … nein, das heutige FBI ist eine viel weitreichendere und mächtigere Institution.«

»Kommen wir auf Lassiter zurück.« Jasper Trenton schrieb, während er redete, notierte das eben Gehörte und stellte bereits die nächste Frage: »Und Lassiter selbst? Verkörperte er nicht die Brigade Sieben? War er nicht der beste Agent dieses geheimen Dienstes?«

Der Hundertjährige nickte bedächtig. »Nun, ich selbst habe viel dazu beigetragen, ihn auf diesen Sockel zu heben. Aber es entsprach alles der Wahrheit. Lassiter war die Brigade Sieben – in der besten Bedeutung dieser Redewendung.«

»Das darf ich also in meinem Artikel schreiben?«

»Aber ja. Deshalb habe ich Sie ja hergebeten.«

Während er sich weiter Notizen machte, fragte Jasper Trenton: »Leben Sie hier in St. Louis, Jack?«

»Würde ich Sie dann in einem Hotelzimmer empfangen?«

»Nun, vielleicht möchten Sie Ihre Privatsphäre schützen.«

Der Oldtimer seufzte wie nach einer schweren Anstrengung. Er erzeugte neue bleigraue Wolken und machte eine wegwerfende Handbewegung. »Ach, wissen Sie, Jasper, wenn man hundert Jahre alt wird, schmilzt die sogenannte Privatsphäre sehr zusammen und spielt keine große Rolle mehr. Warten Sie nur ab, dann schaut meine Krankenschwester herein und zetert wegen der Zigarre.« Er zwinkerte dem Journalisten zu. »Sie hat bis heute noch nicht herausgekriegt, wo ich meine geliebte Havanna verstecke.«

Jasper Trenton lachte leise. »Aber das Geheimnis werden Sie heute nicht preisgeben, nicht wahr?«

»Wenn Sie mir versprechen, es erst nach meinem Tod weiterzuerzählen …« Der alte Mann stimmte in das Lachen des Journalisten ein und wurde gleich darauf ernst. »Was meinen Wohnort betrifft, nur so viel: Ich lebe auf dem Land, in Ruhe und Abgeschiedenheit, aber mit genügend Menschen in meiner Nähe, die mir helfen, wenn Not am Mann ist.«

»Ihre Krankenschwester ist einer dieser Menschen.«

»Richtig. Aber versuchen Sie nicht, sie auszuhorchen. Erstens wird sie Ihnen nichts verraten, und zweitens gibt es in meinem Leben sowieso nichts Aufregendes mehr.«

»Nicht mal das Geheimnis, Teil zwei?«

»O, das wäre vielleicht eine Ausnahme. Deshalb muss ich darüber in aller Ruhe und Gelassenheit erzählen. Passen Sie ein bisschen auf mich auf, Jasper, damit mein Herz nicht verrückt spielt und mich womöglich im Stich lässt. Sollten Sie erste Anzeichen erkennen, rufen Sie Abigail, meine Krankenschwester. Sie hält sich im Nebenzimmer auf. Sie weiß, was sie mir im Notfall verabreichen muss.«

»Sie können sich auf mich verlassen«, sagte Jasper Trenton, und feierlich fügte er hinzu: »Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet, dass Sie die Belastung dieses Gesprächs auf sich nehmen, Mister Slade.«

Der berühmte Autor lächelte gerührt. »Machen Sie sich keine Sorgen, Jasper. Es ist übrigens ein interessanter Zufall, dass das Geheimnis Nummer zwei mit einer Kollegin von Ihnen zu tun hat. Sie arbeitete damals ebenfalls für die Chicago Tribune. Ihr Name ist Josephine Hamilton. Wir nannten sie Josie …«

»Josephine Hamilton!«, rief Jasper Trenton begeistert, dämpfte seinen Ausbruch aber sofort wieder. Behutsam sprach er weiter. »Ich habe Artikel von ihr im Archiv gefunden.«

Der Hundertjährige nickte. »Wir drei – Lassiter, Josie und ich – nahmen damals gemeinsam an einem Wagenzug teil. Es handelte sich um einen hochbrisanten Auftrag, den Lassiter für die Brigade Sieben auszuführen hatte. Mit einem von uns dreien geschah etwas, worüber ich noch nie berichtet habe. Es begann im Juni achtzehnhundertfünfundachtzig in Fort Pierre, South Dakota …«

***

Fort Pierre, South Dakota, im Juni 1885

Eine riesige Staubwolke schwebte über dem Gelände am Westufer des Missouri, aufgewirbelt von Hunderten von Hufen und eisenbereiften Wagenrädern. Wendige Reiter wiesen schwerfälligen Ochsengespannen und Planwagen ihre Positionen zu. Die Peitschen der Wagenlenker knallten. Anweisungen und Kommandos, aber auch Flüche, waren zu hören und wehten als Wortfetzen über den breiten Fluss – von rauen Männerstimmen überwiegend. Aber auch einige Frauenstimmen befanden sich darunter.

Lassiter beobachtete das Geschehen von einer Anhöhe südöstlich der Stadt Fort Pierre. Er hatte seinen Braunen auf diesen Hügel gelenkt, von dem man wusste, dass schon so mancher Armee-Offizier hier Ausschau nach feindseligen Indianern gehalten und taktische Überlegungen angestellt hatte. Immer mehr Land westlich des Stroms hatte man den heimischen Stämmen abgenommen. Mit Verträgen waren Sioux, Cheyenne und Arapahoe aber nur vorübergehend ruhiggestellt worden. Denn diese Zusicherungen der Regierung in Washington waren das Papier nicht wert gewesen, auf dem sie niedergeschrieben und besiegelt worden waren.

Schließlich hatten Siedler, Spekulanten und Glücksritter allem die Krone aufgesetzt, indem sie in wahren Heerscharen in die Black Hills von Dakota geströmt waren, nachdem dort Gold gefunden worden war. Ausgerechnet General George Armstrong Custer und seine Männer von der Seventh Cavalry waren bei einem Erkundungsfeldzug auf das Gold gestoßen und hatten die Nachricht ordnungsgemäß an Armeeführung und Regierung weitergegeben. Auf dem Weg nach Washington musste es indessen so manche undichte Stelle gegeben haben. Deshalb, oder aus anderen Quellen gespeist, hatte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer ausgebreitet.

Das Ergebnis war ein Goldrausch gewesen – sowie die Gründung des Digger-Camps Deadwood in den Black Hills und damit in einem Gebiet, das den Indianern vertraglich als Eigentum zugeschrieben worden war. Aus dem wüsten Goldgräber-Camp war mittlerweile eine aufstrebende, blühende Stadt geworden, allerdings mehr denn je bedroht von Indianern, die sich mit Wortbruch und Enteignung nicht abfinden wollten und sich überdies standhaft weigerten, in die für sie vorgesehenen Reservationen zu ziehen.

Sitting Bull und eine gewaltige Streitmacht der vereinigten Indianerstämme hatten Custer und seine siebte Kavallerie in der blutigen Schlacht am Little Big Horn River vernichtend geschlagen. Das war vor neun Jahren gewesen, und seither träumten junge Krieger der damals beteiligten Stämme von einem zweiten, ähnlich vernichtenden Schlag gegen die weißen Eindringlinge. Grey Wolf, ein kriegserfahrener und mit dreiunddreißig Jahren noch relativ junger Häuptling der Cheyenne, hatte sich inzwischen an die Spitze der Rebellen gesetzt.

Ihre Anwesenheit blieb den Scouts der US Cavalry nicht verborgen, da sich die Überfälle auf Warentransporte ebenso häuften wie die Überfälle auf Farmen in den Dakota-Plains. Den Schlupfwinkel der Cheyenne-Rebellen hatten bislang jedoch weder die Scouts noch die Spähtrupps aufspüren können. Nach wie vor schlugen Grey Wolf und seine marodierenden Gruppen völlig überraschend zu und verschwanden nach ihren blutigen Angriffen scheinbar im Nichts.

Vor diesem Hintergrund nahm Washington die telegrafischen Hilfsersuchen, die aus Deadwood eingegangen waren, überaus ernst. Die Gefahr für die Einwohner der ungestüm aufstrebenden Stadt wuchs von Tag zu Tag. Zumindest Waffenlieferungen hatten die Bürger Deadwoods gefordert, möglichst aber auch Schutz durch die US Army. Das Kriegsministerium hatte daher einem Konsortium von Waffenhändlern die Genehmigung erteilt, Schusswaffen und Munition in dem gewünschten Umfang an die bedrohten Einwohner Deadwoods auszuliefern. Die Kosten dafür trug die Goldgräberstadt selbst, denn an Geld mangelte es dort nicht. Unterdessen hatte die Regierung zugesagt, den ebenfalls genehmigten Einsatz der Armee zu finanzieren.

Die Waffenlieferung wurde dem Versorgungs-Transport angegliedert, der dort unten am Westufer des Missouri in diesen Stunden zusammengestellt wurde.

Lassiter hatte von der Brigade Sieben den Auftrag erhalten, den Wagenzug zu begleiten. Denn es gab eindeutige Risiken. An erster Stelle stand jenes, dass die so dringend benötigten Waffen überhaupt nicht in Deadwood eintreffen würden. Das wiederum konnte unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen war es möglich, dass die Waffenhändler an den Meistbietenden lieferten, und das konnten durchaus die Cheyenne sein. Mit ihren Plünderungen und Raubzügen hatten sie immerhin beträchtliches Kapital angesammelt. Deshalb war es Lassiters Aufgabe, während des Transports ein waches Auge auf den Vertreter des Konsortiums zu halten.

Risiko Nummer zwei war, dass die Cheyenne sich die Waffen unter den Nagel rissen, ohne zu bezahlen. Das würde bedeuten, dass sie den Wagenzug überfielen, Kutscher und Begleiter umbrachten und nicht nur die Waffen, sondern auch alle übrigen für Deadwood bestimmten Waren – einschließlich der Planwagen und ihrer Gespanne – an sich brachten.

Daraus folgte Risiko Nummer drei, ein Überfall der Cheyenne-Rebellen auf Deadwood selbst, bevor die Kavallerie eintreffen konnte.

Weshalb also wartete man nicht, bis die Kavallerie Fort Pierre erreichte und den Wagon Train begleitete?

Auf diese Frage gab es die unterschiedlichsten Antworten. Kritiker der Regierung behaupteten, die Armeeführung habe Order bekommen, sich zurückzuhalten, damit der Wagenzug auf dem Deadwood Trail einen Überfall der Cheyenne-Rebellen provoziere. Das wiederum würde einen endgültigen, vernichtenden Feldzug der US Army gegen die renitenten Indianer rechtfertigen.

In Zeitungsberichten ließ das Kriegsministerium verbreiten, die Verantwortlichen des Wagenzugs hätten eine Begleitung durch die Kavallerie mit dem Hinweis abgelehnt, man sei in der Lage, sich selbst zu schützen. Alle an dem Transport Beteiligten seien letzten Endes kampferprobt und bis an die Zähne bewaffnet.

Eine weitere Antwort kam von der Armeeführung selbst und besagte, man sei sowohl aus logistischen als auch aus organisatorischen Gründen nicht in der Lage, rechtzeitig eine Transportsicherung auf die Beine zu stellen.

Hinter der Hand wurde spekuliert, die Army lasse alle Erklärungen nur deshalb verbreiten, weil man die Cheyenne-Rebellen täuschen wolle. In Wirklichkeit stehe nämlich mindestens ein Regiment Kavallerie Gewehr bei Fuß und habe einen streng geheimen Bereitstellungsraum bezogen, um unmittelbar nach dessen Aufbruch zu dem Wagon Train zu stoßen.

Der Transport von Versorgungsgütern von Fort Pierre nach Deadwood war eine feste und regelmäßige Einrichtung zur Versorgung der Goldgräberstadt geworden. Über die Plains und durch das Hügelland, bis in die Berge, verlief der Trail größtenteils über alte Indianerpfade. Ebendiese Tatsache wurde von den Stämmen in diesem Gebiet als weitere Provokation aufgefasst, zusätzlich zur Existenz von Deadwood, das sie nun schon seit zehn Jahren und heute mehr denn je als einen Stachel im Fleisch empfanden.

Lassiter zwang die Gedanken aus seinem Bewusstsein und konzentrierte sich auf das Bild, das sich ihm bot.

Im Vordergrund seines Blickfelds erstreckte sich die Stadt Fort Pierre am Ostufer des Missouri, der sich in einem weiten Bogen von Norden heranwälzte. Mehrere Buchten und Seitenarme verzweigten sich rund um die Ansiedlung. An den Anlegern hatten große Frachtdampfer festgemacht, deren Ladungen zum größten Teil für Deadwood bestimmt waren. Nur ein geringer Teil der angelandeten Güter blieb zum Weiterverkauf in Fort Pierre. Das Gleiche galt für die Frachten, die die Stadt am Missouri per Eisenbahn erreichten.

Lastkähne und Fähren, von dampfbetriebenen Schleppern gezogen, fuhren in nahezu ununterbrochenem Pendelverkehr von Ufer zu Ufer. Immer neue Planwagen wurden von ihren Ochsengespannen auf das riesige Gelände des Verladeplatzes gezogen. Dort schien sich das Chaos stündlich zu verstärken. Mit jeder neuen Fährenfracht wuchs das Durcheinander, das sich für einen unbeteiligten Zuschauer als unentwirrbar darstellen mochte. Doch dieser Eindruck trog. In Wahrheit handelte es sich um ein geordnetes Durcheinander, das sich nach einem schwer erkennbaren System wie von selbst in die richtigen Bahnen fädelte.

Und es war eine Frau, die das bewerkstelligte.

Sie war nicht zu übersehen. In dem Gewimmel jenseits des Flusses war es vor allem ihr blondes Haar, das sie aus der Masse der Reiter und Kutscher hervorhob. Aber auch ihre Haltung auf dem Rücken ihres Pferdes war etwas Besonderes. Geradezu majestätisch und stolz wirkte sie, wie sie kerzengerade im Sattel saß und das Geschehen überwachte. Dabei war sie alles andere als überheblich. Einzig durch ihren Fachverstand und ihre Sachkenntnis war sie allen Männern ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Keiner der rauen Burschen auf den Kutschböcken zweifelte an ihrer Kompetenz. Denn sie war durch eine harte Schule gegangen und hatte sich ihre Position als Trailboss mit unnachgiebigem Einsatz und ohne Rücksicht auf ihr persönliches Wohlergehen erkämpft. Heute war sie die Nummer eins auf dem Deadwood Trail. Kein Mann machte ihr die Überlegenheit mehr streitig.

Ihr Name lautete Melinda Farraday.

Sie hatte den Job des Trailbosses von ihrem Ehemann übernommen, als dieser vor vier Jahren bei einem Indianerüberfall ums Leben gekommen war.

Lassiter hatte diese außergewöhnliche Frau bereits kennengelernt. Er hatte sich ihr vorgestellt und ihr seinen Auftrag erklärt, ohne dabei die Grenzen der Geheimhaltung zu überschreiten.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Lassiter - Folge 2109" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen