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Lassiter - Folge 2108

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Gefangen in der Venusfalle
  4. Vorschau

Gefangen in der Venusfalle

»Noch eine Flasche Champagner?« Samantha Brightman zog erstaunt eine Augenbraue hoch. »Kannst du dir das überhaupt leisten?«

»Klar doch«, versicherte der nackte Mann, der neben ihr auf dem runden Bett lag. »Hab oben in Colorado Springs eine ganze Rinderherde verkauft. Jetzt schwimme ich sozusagen im Geld.«

»Aber das hast du doch sicher längst auf die Bank gebracht, oder?«, erkundigte sich die Blondine mit beiläufigem Tonfall.

Mitch Tyson grinste sie breit an. »Ich bin auf direktem Weg ins Honeydukes gekommen, um zu feiern. Der andere Kram kann bis morgen warten.«

Samanthas Augen funkelten noch stärker. »Ich werde dafür sorgen, dass es dir an nichts fehlt.« Sie griff nach einem kleinen Glöckchen. Als das zarte Bimmeln ertönte, hätte Tyson niemals gedacht, dass es sich dabei um sein eigenes Totengeläut handeln könnte.

Es dauerte nicht einmal eine halbe Minute, bis die Tür des Zimmers aufging. Der Kopf einer atemberaubenden Schönheit erschien neben dem Rahmen.

»Hast du nach mir gerufen, Darling?«, wollte Vanessa Clarksdale wissen. Ihr feines Gesicht war umsäumt von langem seidigen Haar, das wie Kupfer im Licht der Abendsonne schimmerte. Ihrem makelloses Aussehen hatte sie auch ihren Spitznamen zu verdanken: Venus. Eine Göttin aus Fleisch und Blut.

»Ja«, bestätigte Samantha und winkte ihr mit drei Fingern zu. Die goldenen Armreifen an ihren Handgelenken klimperten dabei leise. Die Schmuckstücke waren das Einzige an ihr, was ein Geräusch verursachen konnte, denn ansonsten trug sie nichts als nackte Haut. »Venus-Schatz, wärst du so lieb und würdest uns noch eine Flasche Champagner bringen? Aber nicht das billige Zeug. Besorge uns etwas aus den Spezialvorräten, die unsere Chefin im Keller unter Verschluss hält.«

»Oha, also nur das Beste vom Besten.« Die junge Frau schürzte beeindruckt die vollen Lippen. »Mit dem größten Vergnügen. Habt einen kleinen Moment Geduld, ich bin gleich wieder zurück.« Sie zog sich durch den Türspalt zurück.

»Kein Grund zur Eile«, rief ihr ihre blonde Freundin hinterher. »Uns wird inzwischen bestimmt nicht langweilig werden. Oder was glaubst du?«, wandte sie sich dann wieder ihrem Besucher zu.

»Das liegt ganz alleine an dir, Baby.« Tyson streckte sich lang aus und verschränkte die Arme im Nacken. »Was mich betrifft, ich bin zu jeder Schandtat bereit.«

»Davon bin ich überzeugt.« Samantha schmiegte sich mit einer katzenhaften Bewegung an ihn. Der Duft ihres schweren Parfüms wehte über ihn hinweg wie ein unsichtbarer Schleier. »Du bist zum ersten Mal hier, habe ich Recht?« Sie begann spielerisch an seinem Brusthaar herumzuzupfen. »Denn wenn ein so prachtvoller Hengst wie du es bist, schon einmal im Honeydukes aufgetaucht wäre, hätte ich das garantiert mitbekommen. Einen so attraktiven Kerl bekommt man schließlich nicht alle Tage zu Gesicht.«

»Ach was. Nun übertreib mal nicht«, wiegelte der Viehhändler ab, konnte sich ein geschmeicheltes Grinsen aber trotzdem nicht verkneifen. »Das hört sich ja fast so an, als könnte ich den Ladys gleich dutzendweise die Köpfe verdrehen.«

»Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn es so wäre.« Der Zeigefinger der Blondine arbeitete sich bis zu seinem Nabel hinunter, den er mehrmals zu umkreisen begann. »Wie kommt es eigentlich dazu, dass wir dich bei uns begrüßen dürfen? Ist das reiner Zufall, oder hattest du schon länger vorgehabt, dem Honeydukes einen Besuch abzustatten?«

»Nein, geplant war das nicht.« Tyson gab ein wohliges Seufzen von sich. »Ich hatte den Deal in Colorado Springs gerade abgeschlossen, als mich ein wildfremder Kerl angesprochen hat. Er hat mich gefragt, ob ich schon einen Platz wüsste, an dem ich das Geschäft feiern kann. Zuerst war ich ein wenig misstrauisch, weil ich gedacht habe, er will sich an mich ranhängen, damit ich ihm ein paar Drinks spendiere. Doch dann hat er mir lediglich verraten, dass es in der Nähe von Sugar City einen Laden gibt, in dem sich ein Mann nach allen Regeln der Kunst verwöhnen lassen kann. Von ihm habe ich auch den Tipp, dass ich hier nach dir, Venus oder Elle fragen soll.« Er schnalzte mit den Lippen. »Und eins muss ich wirklich zugeben: Der Fremde hat nicht zu viel versprochen.«

»Ich glaube, ich ahne, von wem du sprichst.« Die nackte Lady nickte wissend. »Dann hat außer ihm also niemand eine Ahnung, dass du hier bist?«

»Keine Menschenseele.« Tyson schüttelte den Kopf. »Ich bin nicht besonders oft in dieser Gegend. Mit wem hätte ich also über meine Pläne quatschen sollen?«

»Genau.« Samanthas Hand setzte ihre Wanderung nach unten weiter fort. »Es gibt sowieso Dinge, die behält man am allerbesten einfach für sich.« Ihre Finger waren nur noch wenige Inches ihrem anvisierten Ziel entfernt, als die Tür erneut aufschwang.

»Das Warten hat ein Ende«, verkündete Venus gutgelaunt, als sie den Raum betrat. »Der Nachschub ist da.« Sie wies mit einem Nicken auf die Flasche, die sie auf einem silbernen Tablett bei sich trug. »Wohin damit?«

»Stell sie dort ab.« Die nackte Blondine zeigte auf einen kleinen Tisch neben dem Bett.

»Oha, wie ich sehe, fließen hier die edlen Tropfen in Strömen.« Die rothaarige Schönheit füllte die leeren Gläser erneut. »Gibt es einen besonderen Grund für euer kleines Fest?«

»Gute Geschäfte«, entgegnete Tyson voller Stolz.

»Brendon hat den Gentleman zu uns geschickt«, fügte Samantha hinzu. »Damit wir uns ordentlich um ihn kümmern.«

Die Blicke der beiden Frauen begegneten sich.

Ohne dass dabei ein einziges Wort fiel, trafen sie eine Übereinkunft.

»Er kommt von Brendon?« Venus schürzte die Lippen. »Das macht ihn zu einem ganz besonderen Gast. Glaubst du, ihm sollte die Sonderbehandlung zustehen?«

»Auf jeden Fall«, bestätigte ihre nackte Freundin. »Er ist geradezu perfekt dafür.«

»Sonderbehandlung?« Der Viehhändler sah verwirrt zwischen den beiden Frauen hin und her. »Was ist das? Wie sieht diese Sonderbehandlung aus?«

»Lass dich einfach überraschen«, entgegnete Venus mit samtener Stimme. »Nur Geduld. Ich muss nur noch ein paar kleine Vorbereitungen treffen, dann bin ich sofort wieder zurück.« Sie machte kehrt und verschwand mit den leichtfüßigen Schritten einer Tänzerin aus dem Zimmer.

»Was hat das alles zu bedeuten?«, wollte Tyson von seiner hübschen Begleiterin wissen.

»Sssh.« Samantha legte ihm einen Finger über den Mund. »Warum entspannst du dich nicht einfach und wartest ab? Mehr brauchst du nicht zu tun, denn den Rest erledigen wir.« Sie griff über ihn hinweg nach einem der Gläser. Anschließend goss sie ihm ein wenig von dem Champagner über Brust und Bauch. Ihr Kunde gab ein wohliges Grunzen von sich, als sie dann damit begann, das prickelnde Getränk von seinem Körper zu lecken.

»He, das fühlt sich wirklich verdammt gut an.«

»Das ist erst der Anfang. Es wird noch viel besser.

Die Blondine hatte den letzten Tropfen noch nicht aufgeschleckt, als die Tür erneut aufschwang.

»Alles klar«, verkündete Venus voller Begeisterung. »Die Show kann beginnen.« Sie breitete die Arme aus wie eine Zirkusdirektorin, die dem gespannten Publikum den Höhepunkt der Vorstellung präsentiert.

Auf ein Fingerschnippen hin betrat eine weitere junge Frau den Raum.

Auch sie war eine atemberaubende Schönheit.

Eine brünette Lockenmähne umrahmte ein feingeschnittenes Gesicht, in dem zwei bernsteinfarbene Augen funkelten. Die Tönung ihrer Haut erinnerte an gemahlenen Zimt. Da sie nicht weiter als ein hauchdünnes Negligé trug, war deutlich zu erkennen, dass auch der Rest ihres Körpers einfach makellos war. Üppige Brüste, eine schlanke Taille, endlos lange Beine – die Lady sah aus, wie direkt dem sehnsuchtsvollen Traum eines Mannes entstiegen.

»Darf ich dir Elle vorstellen?«, fragte Venus mit einer Geste zu ihrer Begleiterin. »Sie kann es nämlich gar nicht abwarten, dich persönlich kennenzulernen.«

»Stimmt«, bestätigte die brünette Schönheit. »Nachdem ich erfahren habe, dass Brendon dich geschickt hat, hätten mich keine zehn Pferde aufhalten können. Ich musste einfach zu dir kommen.«

»Äh … das ist wirklich nett.« Tyson hob den Kopf. Die Verblüffung stand ihm ins Gesicht geschrieben. »Gibt es denn auch einen besonderen Grund für dieses Interesse?«

Elle erwiderte nichts.

Stattdessen kam sie mit wogenden Hüften auf das Bett zu. Noch im Gehen streifte sie das durchscheinende Kleidungsstück ab. Leicht wie ein herbstlicher Nebelstreif schwebte es zu Boden.

Während Venus lautlos die Tür schloss, ließ sich das brünette Freudenmädchen zu Tyson und ihrer Kollegin aufs Bett gleiten.

»Gefällt dir das?«, erkundigte sich Samantha, die dem Viehhändler sanft das Kinn kraulte.

»Was für eine Frage.« Eingerahmt von zwei wunderschönen Ladys grinste Tyson von einem Ohr zum anderen. »Ich kenne keinen Mann, dem das nicht gefallen würde.«

»Gut.« Elle drängte sich ihm noch näher entgegen. »Doch es kommt noch besser. Was wir mit dir vorhaben, wirst du für den Rest deines Lebens nicht mehr vergessen. Das verspreche ich dir.«

Ehe er etwas erwidern konnte, hatte sie seinen Mund bereits mit einem heißen Kuss verschlossen.

Der Geschäftsmann trank von ihren süßen Lippen wie ein Verdurstender.

Auch Samantha küsste ihn. Allerdings galt ihre hingebungsvolle Aufmerksamkeit Regionen, die weit unterhalb seines Kopfes lagen.

Tyson genoss die Zärtlichkeiten, die ihm zuteilwurden, in vollen Zügen. Er schloss die Augen, um die wundervollen Liebkosungen noch stärker auszukosten. Das Blut strömte ihm heiß wie Lava durch die Adern. Ein herrliches Gefühl, das sich bis in die letzte Faser seines Körpers ausbreitete. Sein Herz pochte in seiner Brust, als wolle es den knöchernen Käfig des Brustkorbs durchbrechen. Jeder einzelne Schlag dröhnte wie eine Trommel in seinen Ohren …

… die plötzlich von einem lauten Poltern übertönt wurde.

»Verdammt, was war das?«

Tyson wollte sich aufrichten, doch Elle drückte ihn zurück auf das Kissen.

»Gar nichts. Kümmere dich einfach nicht darum. Lass uns lieber weitermachen.«

»Kommt überhaupt nicht in Frage.« Der Viehhändler schob sie beiseite. »Erst will ich wissen, was hier los ist.«

Er setzte sich auf.

Bereits eine Sekunde später war ihm klar, woher das Geräusch gekommen war.

Venus stand in einer Ecke des Zimmers. Vor ihren Füßen lag der Stuhl, über den er seine Kleider gehängt hatte. Sie hielt seine Jacke in der Hand. Ihre Finger waren tief in einer der Innentaschen vergraben.

»Teufel noch eins, was machst du da?«

»Ich … ich habe gesehen, dass die Jacke staubig ist«, stieß die junge Frau hervor. Ihre Mundwinkel zuckten nervös. »So kannst du dich doch nirgends blicken lassen. Deshalb wollte ich sie saubermachen.«

»Und damit wolltest du ausgerechnet in der Tasche anfangen?!« Tysons Stimme klang wie das Bellen eines gereizten Hundes. »Willst du mich etwa für blöd verkaufen? Ich weiß genau, was du vorhattest. Du falsche Natter hast es auf mein Geld abgesehen. Aber daraus wird nichts. Okay, Lady, jetzt werde ich dir austreiben, dich an den Scheinchen anderer Leute zu vergreifen.«

Er rückte zum Fußende des Bettes vor.

Da seine gesamte Aufmerksamkeit der schönen Diebin galt, bekam er nichts davon mit, wie sich Samanthas rechte Hand blitzschnell unter die Matratze schob.

Als ihre Finger eine Sekunde später wieder auftauchten, hielten sie einen dünnen Dolch gepackt.

Tyson wollte aufspringen.

Doch bevor er sich vollständig erheben konnte, hatte sich die Blondine bereits hinter ihn geschoben.

Samantha hob den Arm über den Kopf – dann ließ sie die Hand mit ganzer Kraft niederfahren.

Die nadelspitze Klinge drang dem Geschäftsmann bis zum Griff zwischen die Schulterblätter.

Tysons Augen weiteten sich.

Zuerst lag nur ein Ausdruck grenzenlosen Erstaunens auf seinem Gesicht.

Aber dann setzten die Schmerzen ein.

Tyson wollte schreien. Doch aus seiner Kehle drang lediglich ein gurgelndes Röcheln.

Seine Mundhöhle füllte sich innerhalb kürzester Zeit mit Blut.

Tysons Arme ruderten verzweifelt durch die Luft.

Schon nach wenigen Sekunden wurden seine Bewegungen schwächer. Ohne etwas dagegen tun zu können, stürzte er kraftlos zu Boden.

Das Letzte, was er sah, waren die Gesichter von drei hübschen Frauen, die sich über ihn beugten. Dann wurde alles um ihn herum von einer undurchdringlichen Dunkelheit verschluckt.

***

»Das war reichlich knapp.« Elle stemmte die Hände in die Seiten, als sie sich von der Leiche abwandte und Venus mit einem vorwurfsvollen Blick ansah. »Hättest du nicht ein bisschen besser aufpassen können?«

»Sorry.« Die zuckte mit den Schultern. »Einer der Jackenärmel ist an der Lehne hängengeblieben. Als ich es bemerkt habe, war es schon zu spät, um etwas dagegen zu unternehmen.« Sie strich sich das dunkelrote Haar mit einer energischen Bewegung in den Nacken. »Aber im Grunde genommen ist das doch sowieso egal. Der Kerl hätte das Zimmer ohnehin nicht lebend verlassen. Oder glaubst du etwa, er hätte sich aus dem Staub gemacht, ohne vorher sein Geld noch einmal zu kontrollieren? Ganz bestimmt nicht. Spätestens dann hätten wir ihn zum Schweigen bringen müssen, bevor er einen Riesenaufstand anzettelt.«

»Trotzdem.« In Elles Kinn erschien das Grübchen, das immer dann dort auftauchte, wenn ihr etwas nicht in den Kram passte. »Ich finde, du hättest einfach vorsichtiger sein müssen. Eine solche Panne darf einfach nicht passieren, wenn wir …«

»Hört auf zu streiten.« Samantha schob sich zwischen ihre zwei Freundinnen. »Was passiert ist, ist passiert und lässt sich nicht mehr ändern. Lasst uns lieber überlegen, wie wir weiter vorgehen sollen.«

»Na, wie schon?« Venus zog die Nase kraus. »Als Erstes werden wir uns davon überzeugen, ob sich die ganze Mühe tatsächlich gelohnt hat oder ob der Kerl doch nur ein großmäuliger Aufschneider war.« Ohne einen weiteren Blick an den Toten zu verschwenden, drehte sie sich um und ging zu dem umgestürzten Stuhl zurück. Dort begann sie erneut die Jackentaschen des Ermordeten zu durchwühlen. Es dauerte nicht lange, bis sich ihre Miene schlagartig aufhellte.

»Volltreffer.«

Sie zog ein Bündel Geldscheine hervor, mit dem sie ihren Freundinnen vergnügt zuwinkte. »Was sagt ihr dazu? Da scheint uns tatsächlich mal wieder ein fetter Brocken in die Falle gegangen zu sein.«

»Nicht schlecht.« Auch Elles schlechte Laune hatte sich aufgelöst wie Schnee in der Wüstensonne. »So wie das aussieht, springt dabei für jeden von uns ein hübsches Sümmchen raus.«

»Schade bloß, dass wir die Knete durch sechs teilen müssen.« Venus stieß einen herzzerreißenden Seufzer aus. »Ich finde, wir sollten überlegen, ob wir nicht endlich damit anfangen …«

»Stopp.« Samantha unterbrach sie mit einer energischen Handbewegung. »Bevor wir uns ans Verteilen der Beute machen, müssen wir erst zusehen, dass wir die Leiche loswerden. Und zwar so, dass Queen Bee nichts davon mitkriegt. Denn wenn Ladyboss feststellt, was wir heimlich in ihrem Laden treiben, wird sie uns die Hölle heißmachen. Sie wäre glatt dazu imstande uns an den Sheriff zu verpfeifen.«

»Das gilt für Josie ganz genauso.« Elle stieß ein verächtliches Schnauben aus. »Die beiden hätten besser Betschwestern werden sollen, anstatt in einem Bordell zu arbeiten. Ständig spielen sie sich als Oberlehrerinnen auf. Furchtbar. Wenn sie nicht endlich kapieren, dass ein Gewissen nichts weiter als überflüssiger Ballast ist, werden sie nie auf einen grünen Zweig kommen.«

»Das mit der Leiche ist schon so gut wie geregelt.« Venus ging zum Fenster und schob die untere Hälfte nach oben. »Brendon hat Stu und Theo Bescheid gegeben. Die beiden treiben sich schon in der Nähe des Hauses rum. Wenn wir ihnen den Toten übergeben, werden sie dafür sorgen, dass ihn keiner mehr findet.« Sie zog ein rotes Tuch aus ihrem Dekolleté, mit dem sie anschließend mit mehreren kreisförmigen Bewegungen nach draußen winkte.

Das verabredete Zeichen blieb nicht lange unbeantwortet.

Hinter einem Gestrüpp am Rand des Grundstücks tauchte für einen kurzen Moment ein Hut auf. Das langgezogene Heulen eines Kojoten schloss sich an.

»Stu und Theo sind auf dem Posten.« Venus wandte sich wieder ihren Freundinnen zu. »Die Luft ist rein«, erklärte sie nach einem weiteren Blick aus dem Fenster. »Macht schnell.«

»Okay, dann mal los.«

Samantha und Elle packten den Toten bei den Füßen und zogen ihn über den Boden bis zum Fenster. Dort half ihnen Venus, Tysons sterbliche Überreste über die Fensterbank zu hieven.

Ein dumpfer Schlag war zu hören, als die Leiche nach einem Sturz aus dem ersten Stock auf den Grasboden aufprallte.

»Glaubst du, die anderen haben etwas mitbekommen?« Samantha blickte besorgt in die Tiefe.

»Wohl kaum. Um diese Zeit halten sie sich meistens im vorderen Teil des Hauses auf«, entgegnete Venus. »Dort kriegt man nichts von dem mit, was hinter dem Gebäude passiert.«

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