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Lassiter - Folge 2105

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Schatz von Wells Fargo
  4. Vorschau

Der Schatz von Wells Fargo

Sie saß wieder am Fenstertisch. Dave deutete eine Verneigung an. »Ist es gestattet, Ma’am?« Seit Tagen versuchte er, der Rotblonden näher zu kommen. Eine harte Nuss. Immerhin nickte sie, plauderte sogar mit ihm oder hörte ihm wenigstens zu.

Nach einer halben Stunde trat ein Bote an den Tisch. »Telegramm aus Buffalo!« Dave quittierte den Empfang, eine Nachricht von der Wells Fargo. Die Frau stand auf. Ob er mal nach ihrem Pferd schauen könnte, bat sie. »Mit Vergnügen, Ma’am!«

Kaum fiel dann die Stalltür hinter ihnen zu, saugte sie sich auch schon an seinen Lippen fest. Dave konnte sein Glück nicht fassen. Dabei wäre es weit weniger gefährlich gewesen, die Lauföffnung eines geladenen Karabiners zu küssen. Doch wie hätte der arme Dave das ahnen sollen in diesem Moment?

Sie ging zielstrebig zur Sache, die junge Lady: Ihre Zunge war ein wildes, gieriges Ding, ihre Hände zögerten nicht, rasch zu den Körperregionen Daves vorzudringen, in denen die meisten Männer, nun ja – besonders empfänglich für die Wohltaten weiblicher Hände sind.

Seit er die Rotblonde – er wusste noch nicht einmal ihren Namen – hier in Denver getroffen hatte, seit vier Tagen also, hatte Dave zwar von ihr und derartigen Wohltaten geträumt, sie nun aber so unverhofft in Wirklichkeit zu erleben, kam etwas überraschend und verblüffte ihn zunächst. Aber nicht lange – die Flammen der Lust schlugen rasch höher, sein Blut begann zu sieden, und von Verblüffung konnte bald keine Rede mehr sein.

Er wollte gerade das hübsche Seidenschleifchen am Dekolletee ihres dunkelroten Kleides öffnen, um das pralle und verheißungsvolle Doppelpaket darunter auszupacken, da näherten sich Schritte draußen auf dem Hof. Sie ließen voneinander ab, und die Rotblonde lauschte erschrocken.

Als dann die Klinke der Stalltür sich bewegte, zog sie Dave rasch in den Verschlag, in dem ihr Pferd stand, ein knochiger Rotfuchs. »Nelson fing schon auf den letzten Meilen vor Denver an zu hinken«, sagte sie und ging vor dem rechten Hinterlauf des Hengstes in die Hocke. »Ob er sich einen Dorn in den Huf getreten hat?« Die Stalltür öffnete sich.

»Schauen wir uns das doch einmal genauer an«, sagte Dave, stellte sich mit dem Rücken zum Pferde und hob den Huf hoch.

Ein Mann hatte den Stall betreten, der blieb nun vor ihnen stehen. »Schwierigkeiten, Rachel?« Aus schmalen, wässrig blauen Augen beäugte er Dave. Der konnte sich nicht erinnern, ihn je zuvor gesehen zu haben.

Der Fremde war hochgewachsen, breit gebaut und ungefähr Mitte dreißig. Er hatte ein vernarbtes Gesicht mit einem buschigen Schnurrbart unter der Hakennase. Eine breite, glänzende Lockenschicht bedeckte wie rabenschwarze Wolle seinen quadratischen Schädel.

»Alles bestens, Hunt.« Die Rotblonde strahlte ein mädchenhaftes Lächeln hinauf zu dem ungeschlachten Athleten. »Mr. Powell ist Tierarzt, weißt du?« Dave fand sie hinreißend, und ihr schauspielerisches Talent ebenfalls. »Er hat sich freundlicherweise bereit erklärt, nach Nelsons Huf zu schauen. Nett, nicht wahr?«

»Ja, verdammt nett.« Der Große musterte Dave misstrauisch, ging dann zu seinem Pferd, sattelte es und verließ samt Reittier wieder den Stall.

»Wer war das denn?«, wollte Dave wissen. Die kleine Episode amüsierte ihn.

»Die rechte Hand meines Mannes. Hunt führt uns die Bücher, und keiner reitet selbst die schwierigsten Pferde so zuverlässig ein wie er.« Ihr Mann war ein Viehhändler aus Texas, soviel hatte Dave schon mitbekommen. »Er darf uns auf keinen Fall noch einmal zusammen sehen. Ich glaube, mein Mann bezahlt ihn auch dafür, dass er mich bewacht.«

»Scheint nötig zu sein.« Dave ließ den Huf los, richtet sich auf und feixte. »Und jetzt?« Er schielte nach ihrem Busen.

Wieder warf sie sich ihm an den Hals. »Ich will dich«, flüsterte sie. »Mein Onkel besitzt eine kleine Blockhütte nördlich von Denver, nur ein Stück den Waldhang hinauf. Die Hütte ist im Augenblick verlassen, und ich weiß, wo er den Schlüssel versteckt.«

»Böses Mädchen!« Er küsste sie. »Kluges Mädchen.«

Sie verabredeten sich für sechs Uhr am Steinbruch oberhalb von Denver. Von dort aus wollten sie gemeinsam zu besagter Farm reiten. Am späten Nachmittag verließ Dave die Stadt.

Am Steinbruch versteckte er sein Pferd zwischen Felsblöcken und kletterte im Hang unterhalb des Steinbruches in eine Buche, von der aus er den Reitweg von Denver überblicken konnte. Gegen sechs Uhr sah er ihren Rotfuchs die Steigung herauftraben. Rachel – inzwischen kannte er sogar ihren Namen – trug Reithosen und eine lange braune Wildlederjacke. Das Haar hatte sie sich mit einem blauen Tuch in den Nacken gebunden.

Als sie ihn sah, schwang sie sich aus dem Sattel und warf sich ihm an den Hals. Dave küsste sie leidenschaftlich, und sie gebärdete sich wie eine Verdurstende. Am liebsten hätte er sie hier schon, im Gras zwischen den Felsblöcken, genommen.

Irgendwann machte sie sich von ihm los. »Mir ist es zu kalt hier im Freien«, sagte sie atemlos. »Lass uns zur Hütte reiten, es ist nicht mehr weit.«

Dave ließ sich schnell überzeugen – sie hatte ja recht: Es war erst Anfang April, um die Zeit blies der Wind noch recht rau hier oben und an manchen Stellen lag noch Schnee. Seite an Seite ritten sie zur Hütte. Keiner sprach ein Wort.

Die Blockhütte lag recht idyllisch in einer kleinen Bergschneise zwischen einer Felswand und einem Teich, der von einer Quelle gespeist wurde. Sie banden die Pferde an der Rückseite der Hütte in einem Verschlag fest.

Den Schlüssel zog Rachel unter einer Regenwassertonne hervor. Sie lächelte scheu – jedenfalls deutete Dave ihren zurückhaltenden Gesichtsausdruck so – und winkte ihn hinter sich her zur Hüttentür.

Die Dämmerung brach bereits an. Ein Kauz rief aus dem Wald, vielleicht war es auch ein Häher. Dave kannte sich nicht besonders gut aus mit wilden Tieren. Modernes Transportwesen war eher seine Sache als Flora, Fauna und die freie Wildbahn.

Er stand neben Rachel vor der Hüttentür und streichelte ihre Taille, als sie versuchte, den Schlüssel ins Schlüsselloch zu stecken. Sie brauchte drei Anläufe. Dave deutete das als Folge ihrer heftigen Erregung, denn auch ihm pochte und brannte schon sein Liebesstab in der Hose, und er hoffte, er würde nachher nicht ebenfalls drei Anläufe brauchen, wenn es darauf ankam, ihn dort hineinzustecken, wohin er sich seit Tagen sehnte.

Beim dritten Versuch fuhr der Schlüssel endlich ins Schloss, doch da stellte sich heraus, dass die Tür gar nicht abgeschlossen war. Dave fuhr der Schreck in die Glieder, als jemand sie ruckartig von innen aufriss.

Ein Mann stand auf einmal vor ihnen: graubärtig, sonnenverbrannt, grauhaarig, mit wulstigen Lippen, wehmütigen braunen Augen und einem etwas schiefen Gesicht. Ein merkwürdiger Geruch ging von ihm aus, süßlich und schwer. Irgendeine Frühlingsblüte, deren Namen Dave nicht einfiel. Er war Spezialist für Transportwesen, wie gesagt.

Dave hörte auf, Rachels Taille zu streicheln. Er wagte nicht zu hoffen, ihrem Onkel gegenüberzustehen. Im Grunde zweifelte er in diesem Augenblick schon nicht mehr daran, dass er es jetzt mit ihrem eifersüchtigen Gatten zu tun bekommen würde.

Knapp daneben.

»Da seid ihr ja endlich«, sagte der Mann.

»Hallo, Jack«, sagte Rachel mit heiserer Stimme. »Vor Einbruch der Dunkelheit war vereinbart, und ist es noch hell oder nicht?«

Beide sahen in den Abendhimmel, und der Grauhaarige sagte. »Noch nicht ganz. Stimmt.«

Dave kam die Sache plötzlich mexikanisch vor und unwillkürlich wich er einen Schritt zurück. Was da eben noch in seiner Hose vor heißem Verlangen geschwollen war, schrumpfte auf ein lächerliches Mittelmaß zusammen.

Dave wollte plötzlich nur noch weg hier. Doch es war längst zu spät: Ein Gewehrlauf bohrte sich hart in seinen Rücken und jemand griff von hinten unter seinen Mantel und zog ihm seinen alten Colt Walker aus dem Halfter. Das ging ruckzuck.

Als er den Kopf zur Seite drehte, sah er den Athleten hinter sich stehen, den vernarbten Lockenschädel, den die Rotblonde »Hunter« genannt hatte.

»Herein in die gute Stube.« Der Grauschopf mit den traurigen Augen trat einen Schritt zurück und winkte mit dem Zeigefinger. »Und her mit dem Telegramm.«

***

Der Flussdampfer legte ab. Im Achterdeck stampften die Maschinen, die Schornsteine prusteten Rauchwolken in den Frühlingshimmel, die Schaufelräder klatschten ins Wasser, und das Schiffshorn krakeelte, dass es Lassiter durch Mark und Bein ging.

Die Hafenkais von Kansas City blieben zurück, die vielen Leute bei den Anlegestellen winkten; wie die meisten der Passagiere rechts und links von ihm an der Reling winkte auch Lassiter zurück. Dabei hatte keiner ihn zum Hafen gebracht. Auch nicht die Frau, die er vor zwei Tagen in der Stadt kennengelernt hatte; er wollte es nicht.

Der Dampfer nahm Fahrt auf und tuckerte den Missouri hinauf. Lassiter tat, was sein Auftraggeber drei Tage zuvor per Telegramm aus Washington angeordnet hatte: Er ging in den Bordsaloon, setzte sich an einen Tisch, der dem Eingang gegenüberlag, und entfaltete eine Zeitung. Die Kansas City Times von vorgestern; auch diese Einzelheit hatte sein Arbeitgeber angeordnet.

Gleich nach Beginn der Fahrt, hatte es im Telegramm geheißen, und der Mittelsmann sei ein hochkarätiger Bürgerkriegsveteran mit einem Holzbein, ein ausgemusterter Generalmajor. Lassiter war gespannt.

Im Bordsaloon setzte er sich an einen der Tische, auf die der Blick schon fiel, bevor man die Schwingtür richtig aufgestoßen hatte. Er bestellte einen Kaffee und entfaltete die im Telegramm genannte Zeitung.

Er hatte die Schlagzeile kaum gelesen, da hörte er schon das typische Stampfen eines Holzbeines auf den Deckplanken. Über die Zeitung hinweg spähte er zur Schwingtür. Ein kleiner, drahtiger Mann mit tief ins knochige Gesicht gezogenem Armeehut näherte sich dem Eingang. Er trug einen alten Offiziersmantel.

Auffälliger ging es kaum.

Oder doch: Eine blonde Frau begleitete ihn nämlich. Die war einen halben Kopf größer als der Veteran und sah unglaublich gut aus. Sämtliche Männer im Saloon schauten nach ihr; verstohlen, die mit ihren Gattinnen hier waren, ganz offen, die ohne Begleiterinnen an Tischen und Theke hockten.

Neben dem hinkenden, mit seinem Holzbein stampfenden Generalmajor a.D. tänzelte die Blonde hüftschwingend in den Saloon hinein. Lassiter war angetan, doch.

Der Veteran sah sich gar nicht lange um, sofort blieb sein Blick an Lassiters Zeitung hängen. Das Paar kam an seinen Tisch. Lassiter stand auf und begrüßte es, zuerst die Lady, dann den General.

Der hieß Baxter, Leonard Baxter. Die Frau stellte er als Miss Linda Bergström vor. Eine skandinavische Einwanderin also. Sie hatte einen herzförmigen Mund, blaue Augen und hübsche, mädchenhafte Gesichtszüge.

In welchem Verhältnis sie zu dem alten General stand, deutete dieser nicht einmal an.

Sie bestellten Wein und Bier und gebratene Eier. Während des Essens plauderte man recht zwanglos und über dies und das. Wann immer sich Lassiters Blick mit dem der Frau traf, schenkte sie ihm ein Lächeln. Einmal berührten sich wie zufällig ihre Knie unter dem Tisch, und es ging Lassiter durch und durch.

Je länger die zwanglose Plauderei andauerte und je öfter sie ihn anlächelte, desto schmerzlicher bedauerte er, dass die Blonde tabu für ihn sein musste; er selbst hatte sich streng verboten, mit Töchtern oder Gattinnen seiner Mittelsmänner anzubändeln.

Der Mann von der Brigade Sieben hatte seine Prinzipien, Gott wusste es, und wer ihn gut genug kannte, wusste es auch.

Nach dem Essen bot Baxter ihm einen Zigarillo an, steckte sich selbst einen zwischen die gelben Zähne und gab Lassiter und sich Feuer. »Kommen wir zur Sache, Mr. Lassiter.« Er rückte näher heran und senkte die Stimme. »Ziemlich heikler Auftrag, den die Regierung der Brigade Sieben da aufgehalst hat.« Er grinste ihn mitleidig an. »Also ihnen, um es ganz genau zu sagen.«

»Ich bin ganz Ohr, Sir«, sagte Lassiter.

»Vertritt dir doch draußen an Deck ein wenig die Beine, Lindaschätzchen«, wandte Baxter sich an die Blonde. Die hatte bisher noch kein Wort gesprochen. »Die Uferlandschaft ist wirklich traumhaft zwischen Kansas City und St. Joseph, das muss man gesehen haben.«

Sie stand auf, lächelte wortlos und tänzelte hinaus. Lassiter fragte sich, ob sie möglicherweise stumm war. Beide Männer blickten ihr hinterher, oder genauer: ihrem glockenartig hin und her pendelndem Gesäß. Ein herrlicher Anblick, und der Mann von der Brigade Sieben bekam einen trockenen Mund.

»Meine Pflegerin.« Der General lächelte. »In meinem Alter braucht man jemanden wie Linda Bergström, wenn man sich den Stiefel ausziehen will. Und in meinem Alter ist man natürlich gottfroh, wenn so eine Pflegerin zugleich eine Augenweide ist. Und das ist sie doch, Mr. Lassiter, oder?«

»Kann man schon sagen, Sir.« Lassiter blies den Rauch seines Zigarillos in die Luft.

»Also, Mr. Lassiter, ich will es kurz machen.« Baxter wandte sich ihm wieder zu. »Wie Sie wissen, haben Kuba und Spanien einen sogenannten Friedensvertrag geschlossen.« Lassiter nickte. »Keiner wagt vorherzusagen, was den Spaniern als Nächstes in den Sinn kommt, deswegen hat unsere Regierung eine kluge Entscheidung getroffen: Neue Kriegsschiffe sollen gebaut werden. Und das kostet Geld. Schätze, Sie ahnen schon, worauf es hinausläuft.«

»Geld liegt bei uns im Westen in der Erde.« Lassiter sog an seinem Zigarillo. »In seinem Frühstadium sozusagen: als Gold.«

Der Veteran nickte lächelnd und schnitt eine anerkennende Miene. »Man sagte mir schon, dass sie ein kluger Mann und genau der Richtige für den Job sind.« Er beugte sich noch näher an Lassiter heran. »So ein Goldtransport ist natürlich eine hochriskante Angelegenheit, wie Sie sich denken können, Mr. Lassiter.«

»Ich schätze, es geht um mehr als nur zwei Säckchen Nuggets.«

»Darauf können Sie wetten.« Der alte General winkte dem Bordsalooner und bestellte zwei doppelte Whiskys. »Und wetten Sie ruhig auch darauf, dass so ein Goldtransport so manches Rattenpack aus seinem Loch locken wird.«

»An wen denken Sie konkret, Sir?«

»An den abgefeimtesten Banditen zwischen South Platte und Arkansas River.« Der Salooner brachte den Whisky. Baxter prostete Lassiter zu, doch der schob sein Glas weg. »An Jack Thompson.«

»Man hat lange nichts von ihm gehört«, sagte Lassiter. »Den letzten Steckbrief sah ich vor vier Jahren in Denver.«

»Kommt hin.« Baxter langte nach dem zweiten Glas. »Es heißt, der Mistkerl habe sich zur Ruhe gesetzt.« Er schnaubte verächtlich. »Wäre kein Wunder, nach den vielen gelungenen Coups, die man ihm nachsagt: Zwei Züge, vier Banken und sieben Postkutschen soll er überfallen haben. Zuletzt einen von der Army schwer bewachten Goldtransport. Insgesamt starben bei seinen Überfällen mehr als ein Dutzend Menschen.«

»Nach allem, was man sich über Thompson erzählt, wird ihn so ein großer Goldtransport, wie sie ihn da andeuten, nicht kalt lassen – falls er davon erfahren sollte.« Lassiter trank seinen Kaffee aus.

»Das wird er, verlassen Sie sich darauf, Lassiter!« Baxter kippte den zweiten Whisky herunter. »Und nun kommt’s: Mr. Fargo in Buffalo und Mr. Wells in San Francisco haben sich diesen Auftrag natürlich nicht entgehen lassen. Der Transport soll schon in drei Wochen von Fort Laramie aus nach Westen aufbrechen.«

»Auf welcher Route?«

»Entweder recht unauffällig mit einer Kutsche über verschlungene Wege nach Texas zum Hafen von Corpus Christi hinunter und dann auf einem Kriegsschiff weiter nach Washington, oder aber mit einem Zug der Union Pacific Railroad auf direktem Weg über Saint Louis nach Washington.«

»Und wann wird die endgültige Route festgelegt?«, wollte Lassiter wissen. »Und wer bewacht den Transport?«

»In der Regierung und bei der Wells Fargo rechnet man mit undichten Stellen, sowohl bei der Army als auch beim Transportunternehmen. Deswegen fällt die Entscheidung über die endgültige Transportroute erst einen Tag vor Abfahrt. Aber – und jetzt hören sie gut zu, Mr. Lassiter – man wird beide Routen fahren, eine mit Steinen und eine mit dem Gold. Die Kutsche mit kleiner, getarnter Eskorte, unauffällig also. Der Zug mit großem bewaffnetem Begleitschutz: Revolvermänner der Wells Fargo und ein paar Soldaten.«

»Wenn ich Thompson wäre, würde ich lieber eine harmlose Kutsche als einen schwerbewachten Zug überfallen.«

»Ich auch, Lassiter, ich auch.« Baxter winkte dem Salooner und bestellte gleich eine ganze Flasche Whisky. »Vorsichtshalber lässt die Brigade Sieben natürlich auch auf dem Zug einen Agenten mitfahren. Den besten Mann aber schickt sie mit der Kutsche nach Corpus Christi.«

»Sie sprechen von mir, fürchte ich.« Lassiter legte den halb gerauchten Zigarillo in den Aschenbecher; er war ausgegangen. »Und Sie sprechen vermutlich davon, dass ich die harmlos aussehende Kutsche als Lockvogel nach Süden fahren soll.«

Baxter nickte und wirkte beinahe amüsiert. »Die Wahrscheinlichkeit, dass Thompson das Gold eher auf der Kutsche wähnen wird, ist jedenfalls ziemlich groß.«

Der Salooner brachte eine Flasche teuren Whiskys und füllte beide Gläser. Baxter zog ein dickes Kuvert aus dem Mantel und schob es über den Tisch. »Sie legen die Route fest, Lassiter, Sie suchen sich Ihre Begleiter. Hier drin finden Sie unter anderem ein paar Personalvorschläge der Brigade Sieben, lauter erfahrene Männer und Frauen.«

»Auch Frauen?« Lassiter zog fragend die Brauen hoch und griff nach dem Kuvert.

»Die Eskorte der Kutsche sollte so harmlos wie möglich aussehen.«

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