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Lassiter - Folge 2097

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Festung in den Sümpfen
  4. Vorschau

Die Festung in den Sümpfen

Für ein so kleines Nest abseits der großen Wege bot Big Sawyer einen geradezu prunkvollen Anblick. Keine einzige Bretterbude duckte sich im Schatten der großzügig gebauten Häuser, nirgendwo blätterte die Farbe von den Fassaden. Armut schien in diesem Ort ein Fremdwort zu sein. Das war schon an der teuren Kleidung der Einheimischen zu erkennen, die über die hölzernen Gehsteige flanierten.

Trotzdem gab es einen Schandfleck, der die Bilderbuchidylle nachhaltig störte. Ein stählernes Fuhrwerk, das auf offener Straße in der prallen Sonne stand. In dem fahrbaren Käfig saß eine junge Frau in zerschlissener Kleidung, die jeden Vorbeigehenden um einen Schluck Wasser anbettelte. Vergeblich. Keiner der ach so anständigen Bürger würdigte die Durstige auch nur eines knappen Blickes.

Dabei war die Gefangene keine Fremde. Einige der Passanten sprach sie sogar mit dem Namen an.

»Lucy!«, rief sie einer Rothaarigen im grünen Kostüm nach, die daraufhin den Schritt beschleunigte. »Hab doch Erbarmen! Wir waren doch einmal Freundinnen!«

Die Angesprochene presste den kleinen Stoffbeutel, den sie am linken Handgelenk trug, fest gegen ihren flachen Bauch und sah stur geradeaus. Ekel zeichnete sich in ihrer Miene ab, aber wer in Gesichtern zu lesen verstand, entdeckte auch ein leichtes Aufglimmen von Angst in ihren Augen.

Lassiter, der gerade auf einem Grauschimmel in Big Sawyer einritt, konnte sich das mitleidlose Gebaren dieser Lucy beim besten Willen nicht erklären. Eigentlich wirkte die adrette Frau mit der hochgesteckten Frisur ganz sympathisch. Unbewusst betrachtete er die prallen Linien, die sich unter ihrem Kleid abzeichneten, einen Moment länger, als es eigentlich schicklich war, bevor er seinen Blick wieder der Gefangenen zuwandte.

Mit leichtem Schenkeldruck lenkte er den Grauen, den er in Baton Rouge gemietet hatte, näher an den Käfigwagen heran. Sobald er auf gleicher Höhe war, zog er die Zügel an. Schnaubend warf der Gaul den Kopf zurück.

Die beiden Stuten, die vor den Käfigwagen gespannt waren, sahen sich kurz zu ihrem lautstarken Artgenossenen um, bevor sie wieder dumpf auf die vor ihnen liegende Straße starrten. Sie waren nicht an den Haltebalken gebunden, doch die angezogene Feststellbremse des Fuhrwerks verhinderte, dass sie sich von alleine auf den Weg in ihren Stall machten.

Durch den langen Ritt war Lassiter über und über mit Staub bedeckt. Seine Kehle kam ihm vor wie ausgedörrt und er sehnte sich nach einem erfrischenden Bad, doch die Blonde, die immer noch die vor ihr aufragenden Gitterstäbe mit den Händen umklammerte, benötigte beides dringender als er. So wie sie aussah, musste sie durch tiefen Morast gewatet und dabei ausgerutscht sein. Ihre Hände, das Gesicht und die weiße Bluse waren über und über mit Schlamm besudelt. Das lange Haar hing ihr verschwitzt und strähnig in die Augen.

Mehrere Nähte ihres grünen Rocks waren vom Saum an aufwärts auseinander geplatzt. Unter den Rissen blitzten fein geschwungene Waden hervor. Das dichte Unterholz, durch das sie gelaufen war, hatte ihr außerdem die Beine zerkratzt. Wo ihre Haut nicht durch Schlamm oder Kleidung geschützt war, war sie durch die Sonne gerötet. Von ihrem Nasenrücken pellte bereits die Haut ab.

Trotzdem. Unter der Kruste aus Schweiß, Dreck und Blut steckte unübersehbar eine attraktive wenn auch zutiefst verängstigte Frau.

»Was hast du angestellt?«, fragte Lassiter, während er seine Wasserflasche vom Sattelhorn löste. »Deine Kinder im Sumpf ertränkt?«

Ihre aufgesprungenen Lippen pressten sich zu einem dünnen Strich zusammen. Schweigend schüttelte sie den Kopf. Sie versuchte jeden Anflug von Vorfreude zu unterdrücken, doch ihre Augen klebten geradezu an dem mit Fell bezogenen Behälter, in dem es verheißungsvoll gluckste.

Ob ihr wohl schon jemand Wasser unter die Nase gehalten und im letzten Moment wieder entzogen hatte? Jedenfalls regte sie sich erst, als ihr der Mann der Brigade Sieben die Feldflasche durch die Gitterstäbe schob. Da schnellte die Gefangene plötzlich vor, riss ihm den Behälter aus der Hand und warf sich ruckartig nach hinten, um sofort wieder seiner Reichweite zu entschwinden. Die dicke Lage Stroh, die den Boden des Gitteraufbaus bedeckte, dämpfte ihren Aufprall.

Von nackter Gier getrieben, schraubte sie den Verschluss auf. Ihren Kopf tief in den Nacken gelegt, trank sie mit großen Schlucken, um den quälenden Durst zu löschen. In ihrer Angst, jemand könnte ihr das kostbare Nass wieder abnehmen, schüttete sie es so hastig in sich hinein, das es ihr über die Lippen hinaus schoss und am Kinn herab lief.

Lassiter tat es weh, sie so zu sehen. Fast wie ein Tier, das ums nackte Überleben kämpfte.

Einige vorübergehende Männer und Frauen, die sahen, dass er der Durstenden zu trinken gab, runzelten missbilligend die Stirn. Doch niemand sagte ein Wort, und wenn Lassiter den Betreffenden direkt in die Augen sah, wandten sie rasch die Blicke ab und gingen weiter.

»Wie heißt du?«, fragte der große Mann, sobald die Feldflasche bis auf den letzten Tropfen geleert war.

Er schien die Blonde noch immer zu ängstigen, trotzdem brachte sie nach einigem Zögern eine Antwort hervor. »Vivian!«, keuchte sie. »Vivian Garner.«

Der Name sagte ihm nichts, aber das hatte Lassiter auch nicht erwartet.

»Und was hast du angestellt, dass dich der Sheriff in aller Öffentlichkeit schmoren lässt?«, bohrte er weiter.

Der fahrbare Käfig stand unmittelbar vor einem Saloon, der sich allen Ernstes Cherokee Death nannte. Insofern brauchte man kein Pinkerton-Detektiv sein, um zu vermuten, dass der betreffende Gesetzeshüter lieber dort eingekehrt war, anstatt sie direkt ins Jail zu bringen.

»Warum wollen Sie das wissen?«, fragte Vivian, während sie ihm die leere Feldflasche vorsichtig durch die Stäbe zurückreichte.

»Nur so«, antwortete er leichthin. »Ich war halt schon immer ein neugieriges Kerlchen.«

»Ach so.« In ihrem geschundenen Gesicht machte sich Enttäuschung breit. »Ich dachte schon, Sie wären ein US-Marshal oder …«

Ein harter Schlag gegen die Gitterstäbe, so laut wie ein Gewehrschuss, ließ die Frau abrupt verstummen. Der untersetzte Mann, der mit seinem Revolvergriff zugeschlagen hatte, trug einen silbernen Stern auf der Brust. Die nur wenige Meter hinter ihm auf und zu pendelnde Schwingtüren bewiesen, das er gerade aus dem Cherokee Death gestürmt war.

»Maul halten, du Flittchen!«, fuhr er Vivian an, bevor er sich mit funkelnden Augen Lassiter zuwandte. »Und Sie, Fremder, machen schleunigst, dass Sie weiterkommen. Jeder Kontakt mit Gefangenen des Straflagers ist verboten.«

»Sagt wer?«, fragte Lassiter.

Der Sheriff, der so viele überschüssige Fettpolster mit sich herumtrug, dass sein Kinn übergangslos in den Hals überging, schnappte überrascht nach Luft.

»Patrick T. Clark sagt das!«, stellte er mit hochrotem Gesicht klar. »Das bin ich, und ich repräsentiere das Gesetz in Big Sawyer!«

»Freut mich zu hören«, log Lassiter. »Ich werde Sie in Kürze aufsuchen, Sheriff, um ein paar Steckbriefe mit Ihnen durchzugehen.«

Clarks Augenbrauen wanderten über der Nasenwurzel zusammen. »Was sind Sie?«, fragte er misstrauisch. »Ein Kopfgeldjäger?«

Lassiter beugte sich aus dem Sattel tief zu dem Dicken herab, bevor er knurrte: »Der Schlimmste und Niederträchtigste, der Ihnen je begegnet ist, wette ich.«

Sheriff Clark wechselte übergangslos die Gesichtsfarbe. Aus feuerrot wurde totenbleich. Grußlos wirbelte er auf dem Absatz herum und strebte dem Kutschbock entgegen. »Von mir aus stehlen Sie mir die Zeit«, sagte er, ohne sich noch einmal umzudrehen. »Aber ich sage Ihnen gleich, dass es für Kerle Ihres Schlages in meinem Distrikt nichts zu verdienen gibt.«

Nachdem Clark die Feststellbremse gelöst und das Gespann mit einem lauten Schnalzen angetrieben hatte, setzte sich der Käfigwagen rumpelnd in Bewegung.

»Erklären Sie mir bloß nicht, wo Ihr Office liegt!«, rief ihm Lassiter hinterher. »Ich finde es auch so!«

Vivian war ins Stroh zurückgesunken und sah den großen Mann aus glanzlosen Augen an. Nun, da sie ihn für einen Kopfgeldjäger hielt, schien ihr das gerade getrunkene Wasser schlecht zu bekommen. Dabei war es nur zu ihrem Besten, wenn ihn die Einwohner dieses Towns für einen Kerl hielten, von dem eine wie sie nicht das Geringste zu erwarten hatte.

Lassiter sah der Blonden noch eine Weile nachdenklich hinterher. In all den Jahren für die Brigade Sieben war ihm schon viel unterkommen, aber noch kein einziger Outlaw, der bei dem Gedanken an einen US-Marshal plötzlich Hoffnung schöpfte. Hier in Big Sawyer stimmte etwas nicht, so viel stand fest. Und wo der äußere Anschein derart täuschte, mochte unter der gutbürgerlichen Oberfläche noch weitaus mehr im Argen liegen.

An seinem von Bartstoppeln übersätem Kinn kratzend, sah Lassiter zum Cherokee Death hinüber. Er brauchte ohnehin dringend eine Erfrischung, und da schien ihm dieser Saloon genauso gut geeignet zu sein, wie jeder andere. Außerdem bekam er an einem Ort, an dem Sheriff Patrick T. Clark gerne seine Zeit verbrachte, vielleicht auch heraus, was es mit Vivian Garner auf sich hatte.

***

Cherokee Death. Der Indianerhass in diesem Kaff musste wirklich verdammt tief sitzen, wenn hier noch der Tod eines Stammes beschworen wurde, den die US-Armee schon vor Jahrzehnten aus seinen angestammten Gebieten in Georgia und South Carolina vertrieben hatte. Allerdings war es kein Geheimnis, dass kleinere Verbände von Seminolen, Creek, Chickasaw und Cherokee die unwegsamen Wetlands von Louisiana bis Florida nutzten, um sich den nordwestlich gelegenen Reservationen zu entziehen.

Solange sie sich dabei friedlich verhielten, sah die Regierung keinen Grund, gegen diese versprengten Gruppen vorzugehen. Bisher war nichts über entsprechende Aufstände bekannt, obwohl es Wichtigtuer gab, die in den brutalen Überfällen, die Louisiana seit zwei Jahren erschütterten, das Werk von Cajuns und Indianern sahen.

Immer wieder schlug die gleiche Bande wie aus dem Nichts zu und verschwand ebenso überraschend wieder. Ein ungreifbares Phantom, dessen Spur sich regelmäßig in den Sümpfen südlich von Baton Rouge und Lafayette verlor. Doch wo einige windige Zeitungsmacher Voodoo und anderen faulen Zauber witterten, hatten sowohl die Brigade als auch die in Louisiana stationierte Armee ein diszipliniertes Vorgehen erkannt, das auf eine straff geführte Organisation hinwies.

Allein die Tatsache, dass modernste Stahlschränke nicht mit Dynamit oder brutaler Gewalt, sondern mit Fingerspitzengefühl geöffnet wurden, belegte, dass hier Spezialisten zum Einsatz kamen. Spezialisten, die trotz intensiver Suche wie vom Erdboden verschwunden waren, und zum Teil schon lange als tot galten. Ein Umstand, der wiederum den Schmierfinken von der New Orleans Evening Post und ihren sensationsheischenden Voodoo-Artikeln in die Hände spielte.

Lassiter band seinen Grauen vor einem gut gefüllten Wassertrog an und klopfte sich den Straßenstaub von der Kleidung. Gelbe Wolken nebelten den Bürgersteig ein und trieben nur langsam auseinander. Es war nahezu windstill, das machte die brütende Hitze noch unangenehmer. Froh, ein wenig Schatten zu bekommen, schob er seinen Stetson in den Nacken und betrat den Saloon.

Kaum das er die Schwingtüren passierte, ging ihm allerdings auf, dass Fremde im Cherokee Death nicht sonderlich willkommen waren. Der großzügig bemessene Schankraum war nahezu leer, trotzdem empfing ihn das halbe Dutzend Gestalten, das die Tische besetzte, mit geringschätzigen Blicken.

Alle sechs waren mit piekfeinen Anzügen bekleidet.

Lassiter kannte Kerle wie diese zu Genüge. Bei Vieren von ihnen handelte es sich eindeutig um Geschäftsleute, einem weiteren saß der Colt locker und der Letzte in diesem Bunde – der mit dem schlecht sitzenden Jackett, den großen Fäusten und den Blumenkohlohren – war fürs Grobe zuständig.

»Kenneth!« Die namentliche Ansprache eines der Geschäftsleute reichte aus, damit sich genau dieser Schläger erhob, um Lassiter an die Theke zu folgen. Gut, dachte der große Mann grimmig. Ich schlage mich lieber vor dem Essen, als jemanden umzulegen.

»Ein großes Bier«, bestellte er bei dem Barkeeper, der ihn mit nervösen Blicken betrachtete. »Und eine anständige Mahlzeit wäre nicht schlecht.«

Anstatt zu antworten oder zumindest den Zapfhahn zu betätigen, sah der Kerl mit den hochgekrempelten Ärmeln und den Geheimratsecken nur zu Kenneth, der inzwischen den Tresen erreicht hatte. Einen Arm auf die polierte Eichenplatte gestützt, baute sich der massige Schläger drohend auf. Links und rechts an seinem eingedrückten Nasenrücken vorbei, funkelte er Lassiter wütend an. Dass der Mann der Brigade Sieben ihn noch um zwei Fingerbreit überragte, schmeckte ihm wohl nicht.

»Was ist mit dir?«, fragte Lassiter. »Hast du auch Kohldampf?«

Kenneth zog verächtlich die Mundwinkel nach unten.

»Für dich gibt’s hier nichts, Fremder«, stieß er hervor. »Das ist eine geschlossene Gesellschaft.«

»Kann gar nicht sein«, widersprach Lassiter. »Hier geht’s zu wie im Taubenschlag. Gerade habe ich erst euren Sheriff herausstolpern sehen, und der hat mir sogar noch die Küche in diesem Laden empfohlen.«

Angesichts dieser dreisten Lüge riss Kenneth die Augen auf.

Unsicher, ob er den Worten des Fremden Glauben schenken sollte, sah er sich zu den Männern an den Tischen um, die jeden Schritt seines Vorgehens neugierig verfolgten. Der in Schwarz gekleidete Revolverschwinger mit dem flachen Hut sah stoisch unter seiner kreisrund verlaufenden Krempe hervor, während er seine Rechte nahe dem Holster platzierte. Ansonsten gab es keine großen Veränderungen in der Gruppe. Ein Hinweis darauf, wie sich ihr Mann fürs Grobe weiter verhalten sollte, war in keinem der Gesichter abzulesen.

Kenneth wertete das als Aufforderung, wie gewohnt fortzufahren.

Ruckartig löste er sich von der Theke. Sein ganzer Körper stand plötzlich unter Spannung. »Du hörst wohl schwer, Stranger?«, schnaufte er dabei. »Ich sagte, du sollst verschwinden!«

Beide Hände zu Fäusten geballt, hob er die Arme vor die Brust und kam drohend näher. Lassiter, der immer noch völlig entspannt dastand, gehörte nicht zu den Männern, die sich zuerst ins Gesicht schlagen ließen, bevor sie zur Gegenwehr übergingen. Völlig aus dem Nichts heraus stoppte er den Vormarsch des Rausschmeißers, indem er ihm seine Rechte in die Magengrube hämmerte.

Kenneth keuchte laut auf, stolperte aber keinen einzigen Schritt zurück, sondern setzte zu zwei Schwingern an. Lassiter duckte sich. Die Fäuste des anderen rissen nur ein paar Löcher in die Luft. Im Gegenzug landete Lassiter zwei punktgenaue Treffer. Einen auf dem linken Jochbein, den anderen an der rechten Schläfe seines Gegners.

Es war, als prügelte er auf einen Eichenpfahl ein.

Kenneth konnte einstecken, das musste man ihm lassen. Statt zu wanken, schüttelte er nur den Kopf. Erst ein Aufwärtshaken, der mitten auf der Kinnspitze einschlug, trieb ihn zwei Schritte zurück.

Lassiter wollte sofort nachsetzen, doch eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes hielt ihn zurück. Der Gunman unter den Zuschauern war in die Höhe gesprungen. Das zurückgeschlagene Jackett entblößte eine gemusterte Weste. Seine Hand lag am Eisen, der Stuhl, auf dem er gesessen hatte, kippte hinter ihm zu Boden.

Lassiters schmerzende Rechte wischte an der rechten Hüfte entlang. Rein instinktiv, ohne darüber nachzudenken. Das metallische Klicken, mit dem er seinen Remington spannte, ließ alle zusammenfahren, noch ehe der Stuhl mit einem lauten Knall zu Boden krachte.

Der brünierte Lauf deutete bereits auf den Schwarzgekleideten, ehe dieser die eigene Waffe aus dem Holster hatte.

»Keine Bewegung!«, befahl Lassiter, den Remington fest im Anschlag. »Wenn ich schieße, begnüge ich mich nie mit einer Kugel.« Sein Gegenüber war bereits mitten in der Bewegung erstarrt, trotzdem fügt er hinzu: »Es wäre doch sehr bedauerlich, wenn dabei Unbeteiligte zu Schaden kämen …«

Die Geschäftsmänner an der Seite des Schützen verstanden die damit verbundene Drohung. Der Älteste aus der Runde, ein hagerer Mittfünfziger mit scharf geschnittenen Gesichtszügen, hob die Hände zu einer um Ruhe bittenden Geste. Die blassblauen Augen, die er dabei auf Lassiter richtete, wirkten vordergründig belustigt, doch in ihnen funkelte auch eine gewisse Kälte, die auf Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen hindeutete.

»Keine Aufregung«, rief er lachend aus. »Ich glaube, die Hitze ist uns allen ein wenig zu Kopf gestiegen. Jetzt ist es Zeit, sich wieder abzukühlen, bevor noch jemand die Nerven verliert.«

Auf einen Wink von ihm hin, rammte der Revolverschwinger seinen Colt zurück ins Leder, und auch Kenneth ließ die Fäuste sinken. Der hagere Mann mit dem leicht angegrauten Haar war der unumschränkte Anführer der ganzen Versammlung. Das war deutlich ...

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