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Lassiter - Folge 2095

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Lassiter und der Knochenzauber
  4. Vorschau

Lassiter und der Knochenzauber

Die zerklüfteten Felsen im Cochise County boten der alten Hütte ausgezeichneten Schutz vor dem Wetter. Doch Katastrophen, die sich auf Beinen näherten, konnte sie nicht abwehren: Wo am Nachmittag noch friedliche Stille geherrscht hatte, dominierte nun das Schweigen des Todes.

Die Hüttentür stand offen. Auf der Schwelle lag eine in Hirschleder gekleidete Frau. Ihr Name war Moira Sly Fox. Man sah ihr die indianische Herkunft nicht unbedingt an. In Baumwolle gekleidet wäre sie als Mexikanerin durchgegangen.

Vor der Hütte lag ein junger Mann. Er sah schon eher wie ein Apache aus. Sein Haar war lang und blauschwarz. Ein rotes Stirnband hielt es zusammen. Fliegen summten um seinen Kopf. Sein Blut hatte sie angelockt.

Etwa dreißig Schritte von der Hütte entfernt graste ein geschecktes Indianerpony. Das zweite Pferd, ein Brauner, war nicht mehr zu sehen. Es hatte längst Reißaus genommen.

Die Sonne sank dem Horizont entgegen. Die Felsen warfen lange Schatten. Vor dem Blau des Himmels kreisten Geier. Ein Raubvogel fegte über das Hüttendach hinweg. Er beschrieb einen Kreis, kehrte zurück, ließ sich lautlos auf dem Dach nieder und beäugte den leblosen Mann.

Die Frau regte sich nun.

Sie drehte sich stöhnend auf den Rücken, blieb eine Weile liegen und schnappte nach Luft. Schließlich griff sie mit schmerzverzerrter Miene in den Ausschnitt ihres Oberteils und zog ein Amulett hervor, das an einer dünnen silbernen Kette an ihrem Hals hing.

Meine Rettung. Moira richtete sie sich mit einem Seufzer auf. Sie schaute sich das Amulett genauer an. Es zeigte den Heiligen Francisco, der mit den Tieren sprechen konnte. Ein Weißer namens Lassiter hatte es ihr geschenkt, als sie ein Kind gewesen war. Nun war das Amulett grässlich verbogen.

Ein merkwürdiges Gefühl beschlich Moira. Obwohl die Sonne ihr genau ins Gesicht geschienen hatte, glaubte sie zu wissen, wie der Mann aussah, der auf sie geschossen hatte: Er war muskulös, untersetzt, brünett, und hatte attraktive Züge. Bildete sie sich alles nur ein oder war sie ihm schon einmal begegnet?

Seine Kugel hatte das Amulett getroffen, es aber nicht durchschlagen. Sie erinnerte sich an einen dumpfen Schmerz im Brustkorb und den Gedanken: Ich bin tot.

Sie war aber nicht gestorben. Moira stöhnte leise. Wenn sie auf die Stelle drückte, an der das Amulett gesessen hatte, tanzten Funken vor ihren Augen.

Dann fiel ihr etwas ein. Sie tastete den Boden ab, bis sie Onkel Grey Eagles Colt fand. Sie hatte ihn in der Hand gehalten, als sie zu Boden gegangen war.

Sie zog sich am Türrahmen hoch, bis sie halbwegs auf den Beinen stand. Ihre Knie schlotterten. Mit zerzauster Mähne schaute sie in die untergehende rote Sonne.

Gott, war ihr schwindlig. Und übel. Allmählich kam sie aber wieder richtig zu sich.

Ihr Verstand klärte sich, kehrte ins Licht zurück. Moiras Blick löste sich vom Nichts. Er wanderte durch den Schatten, den die Hütte warf, zu der regungslosen Gestalt im Staub.

Jetzt erst erinnerte sie sich an alle Einzelheiten des Geschehenen. Es überkam sie wie ein Blitz! Ein tödlicher Schreck löschte für Sekunden alles andere aus.

»Jackie …« Sie löste sich vom Türrahmen, stand wankend da und strich sich die Strähnen aus dem Gesicht. Die Abendröte verdunkelte ihre Wangen. Ein heimlicher Beobachter hätte nun die Indianerin in ihr gesehen. Ihre schwarzen Augen blitzten. Ein Sturm wühlte ihre Seele auf.

»Jackie …« Sie vergaß ihre Erziehung und verwünschte die Männer, die Jackie getötet hatten. »Ich kriege euch, ihr Hunde! Ich kriege euch!«

Die sie umgebende Stille hatte etwas Fürchterliches.

Moira war zu einem neuen Leben erwacht, doch auf ihren Vetter warteten die Geier. Die hässlichen Biester kreisten über ihr und beäugten sie. Sie warteten auf ihr schauriges Mahl.

Moira schüttelte sich. Über ihr rauschte es.

Sie trat aus dem Haus, drehte sich um. Der zweite Geier setzte gerade auf dem Dach zur Landung an. Moira hob den Colt und drückte ab. Der Schuss ließ die Aasfresser mit lautem Gekrächz in die Luft springen und entfliehen.

Moira ging einige Schritte auf Jackie zu, dann geriet sie ins Wanken und fiel auf die Knie. Der Schmerz in der Brust machte ihr heftig zu schaffen. Doch der Zorn trieb sie voran. Sie kroch auf Händen und Füßen sie zu dem Jungen hin. Vor zwei Tagen waren sie aus dem Stammesgebiet aufgebrochen, um Grey Eagles letzten Willen zu erfüllen …

Das Loch in Jackies Weste und der blutige Riss in seiner Brust vertrieben Moiras letzte Hoffnung. Sie schluchzte. In stiller Verzweiflung packte sie die Schultern ihres Vetters und musterte sein Gesicht. Er hatte nur fünfzehn Sommer gesehen und war seit dem Tod seines Vaters eine Waise. Sein Gesicht war bleich und schmutzig, doch selbst im Tod zeigte es, was aus ihm hätte werden können: Jackie zierten die verwegenen Züge ihres gemeinsamen Großvaters. Es war für Moira ein beklemmendes Gefühl, in ein so hübsches Gesicht zu schauen und zu wissen, dass es einem Toten gehörte.

Ihr Kopf sank auf Jackies Brust. »Warum, verdammt, bin ich nur davon gekommen?«, murmelte sie.

Ein plötzliches Röcheln ließ sie hochfahren.

Moira riss die Augen auf und schaute Jackie ungläubig an. Jähe Hoffnung keimte in ihr auf. Sie beugte sich über ihn. »Jackie! Das ist doch …! Jackie! Lebst du noch?« Sie küsste ihn auf die Wangen und schüttelte ihn. »Herr im Himmel, wenn es dich wirklich gibt … Gib mir ein Zeichen … Jackie! Du darfst nicht tot sein! Jackie? Hörst du mich?«

Jackie rührte sich nicht. Hatte sie sich geirrt? Hatte die Einbildung ihr etwas vorgegaukelt?

Moira sprang auf. Sie eilte auf unsicheren Beinen in die Hütte und stürzte sich auf ihre Satteltaschen, die über der Lehne eines Stuhls hingen. Und ihre Feldflaschen! Sie flößte Jackie einen Schluck Wasser ein, das er zu ihrer großen Freude schluckte. Dann zuckten seine Beine.

»Moira?« Jackie öffnete die Augen. Sein Blick irrte umher, dann schien er Moira zu erkennen. Er stöhnte lange und anhaltend. Dann: »Wo sind wir? Was ist passiert?« Bevor Moira antworten konnte, fügte er hinzu: »Ach ja … Ach, ja!«

Moira jauchzte freudig, doch sie hatte noch immer Angst, er könne unter ihren Händen sterben.

»Sie haben gedacht, wir sind tot«, wisperte sie aufgeregt. »Der eine Kerl hat auf mich geschossen, als ich den anderen aus dem Sattel holen wollte. Das hier hat mir das Leben gerettet.« Sie hielt ihm das Amulett unter die Nase. »Ich glaube, ich bin nicht ernstlich verletzt. Ich habe zwar noch nicht nachgeschaut, aber ich sehe nicht mehr als einen Bluterguss. Er tut weh. Das Atmen fällt mir schwer, aber das gibt sich wieder.« Sie beugte sich erneut über ihn und küsste seine Wangen. »Ach, Jackie, du weißt ja nicht, wie froh ich bin, dass du noch lebst …« Sie richtete sich wieder auf. »Aber du bist verwundet. Ich glaube, du bist sogar schwer verwundet! Eine Kugel steckt in deiner Brust … Ich habe Angst, dass du stirbst, wenn ich dich bewege. Was soll ich nur tun?«

»Bring mich erst mal in die Hütte«, sagte Jackie. Er schloss die Augen als müsse er nachdenken.

»Oh, Gott, das tu ich nur sehr ungern«, erwiderte Moira. »Aber du hast Recht. Du kannst hier nicht liegen bleiben. Hier gibt es Raubtiere. Wenn es nur gutgeht …«

»Fürchte dich nicht, werte Base«, sagte Jackie. Er war manchmal salbungsvoll, speziell in gefährlichen Situationen. »Manitou hat es bisher gut mit mir gemeint. Wenn auf deinen Gott ebenfalls Verlass ist, wird er uns schon beistehen.«

»Er ist auch dein Gott, Jackie.« Moira überlegte, wie sie den Jungen am besten transportieren konnte. »Wir waren doch auf der gleichen Schule … Du bist doch wohl nicht heimlich Heide geblieben, hm?«

»Es kann nie schaden, auch Manitou um Hilfe zu bitten«, sagte Jackie. »Gibt es ihn nicht, ist es ja nicht schlimm. Gibt es ihn aber doch, kann es für uns nur gut sein.« Er hustete und stöhnte. »Wir kriegen es schon hin … Ich will Rache an den Kerlen nehmen, die uns überfallen haben … Wer war das überhaupt – und was wollten sie?«

Moira zuckte die Achseln. Fragen dieser Art stellte sie sich jetzt nicht. Es gab Weiße, die Indianer hassten, weil sie Indianer waren. Solche Menschen brauchten kein Motiv. Außerdem fühlte sie sich so elend, dass es ihr schon schwerfiel, ohne komplizierte Gedanken auf den Beinen zu bleiben.

In einer Hinsicht war sie sich aber mit Jackie einig: Ihr Verlangen nach Rache verlieh ihr Kraft. Sie biss die Zähne zusammen und zerrte den Jungen Stück für Stück zur Hütte. Dann über die Schwelle, zu dem Deckenlager hin, das sie sich bereitet hatten, bevor die Banditen gekommen waren.

Sie gab Jackie erneut zu trinken. Dann löschte sie ihren eigenen Durst.

»Hast du sie erkannt?«, fragte Jackie.

»Nein.« Moira schüttelte den Kopf. »Ich weiß nur, dass es zwei waren. Die Sonne schien mir ins Gesicht. Es ging alles so schnell. Es erinnere mich nur an Schemen.« Ihr fiel das Gefühl ein, dass sie beim Betasten des Amuletts gehabt hatte.

Moira erzählte Jackie ihre Empfindungen; dass einer der Banditen möglicherweise so und so aussah. »Außerdem habe ich sein Pferd gesehen. Es war ein Grauschimmel. Er hatte schwarze Satteltaschen … mit einem Zeichen.«

»Was für ein Zeichen?«

»So ein Ding aus Metall. Ich kann es nicht beschreiben. Aber ich erkenne es bestimmt wieder.«

Jackie nickte zufrieden. Dann stöhnte er. »Die Kugel muss raus«, sagte er. »Und zwar noch heute!« Er hob den Blick. Seine schwarzen Augen waren voller Zuversicht. »Du musst zum Sheep Camp reiten … Sag den Jungs, die dort lagern, was passiert ist und dass ich ihre Hilfe brauche. Du bist eine gute Reiterin. Du kannst in drei Stunden da sein. Sah ihnen, sie sollen sofort herkommen. Sie werden mich versorgen und irgendetwas basteln, um mich zum weißen Doktor nach Cochise zu bringen …«

Moira nickte. »Und?«

»Verliere keine Zeit. Wenn die Jungs Bescheid wissen, reite sofort nach Cochise weiter. Sag dem Marshal, was passiert ist. Beschreibe ihm die Banditen so gut, wie du kannst. Wenn ich nach Cochise komme, erfüllen wir den letzten Willen meines Vaters.«

»Gut.« Moira nickte. Dann fiel ihr Blick auf den Tisch am Kamin und sie erbleichte. »Oh …«

»Was ist denn?«, fragte Jackie.

»Die F-Feldflasche mit der Medizin«, murmelte Moira und schaute sich verwirrt zum. »Sie ist … weg.«

»Was?« Jackie wollte sich aufrichten, doch der Schmerz ließ ihn stöhnen.

»Die Kerle müssen sie gestohlen haben.« Moira sprang auf und suchte den ganzen Raum ab.

»Mach dir keine Gedanken«, sagte Jackie. »In meinem Brotbeutel ist ein Glasfläschchen mit einer Probe. Ich habe sie in der Nacht vor unserem Aufbruch aus der Feldflasche abgefüllt … für den Fall, dass wir sie verlieren …«

***

Cochise war erheblich gewachsen: Seit dem Bau der Southern Pacific-Eisenbahn hatte sich die Einwohnerzahl vervierfacht.

Überall arbeiteten hämmernde und sägende Zimmerleute. Viele Stores hatten seit Lassiters letztem Besuch angebaut oder aufgestockt. Dies galt auch für das Hotel, in dem er abgestiegen war. Und für die schicke Villa der Raglands, die den Ort regierten, seit sie vor zwanzig Jahren hier angekommen waren.

Die Mainstreet lag im Schatten. Dunkle Wolken dräuten am stahlblauen Himmel.

Die Luft roch nach Regen. Ein kühler Wind kam von Osten her. Lassiter, der vor Shaws Tabakladen auf dem Gehsteig stand und sich einen Zigarillo anzustecken versuchte, musste eine Hand zu Hilfe nehmen, um das Flämmchen zu schützen.

Er hatte interessante Erinnerungen an Cochise: Wenn er die Fassaden sah, dachte er automatisch an Madame Madeleines Etablissement – nun ein Hotel der unteren Mittelklasse.

Bei dem Gedanken an die hübschen Frauen, die dort ihrem herrlich liederlichen Lebenswandel nachgegangen waren, kam ein wehmütiger Seufzer über seine Lippen. Im obersten Stockwerk des Etablissements hatte er zum ersten Mal im Leben mit drei Frauen zugleich im Bett gelegen.

»Junge«, murmelte er vor sich hin. »Es war wirklich ein Erlebnis.«

»Was?«

Lassiter zuckte zusammen. Sein Selbstgespräch war ihm nicht bewusst gewesen.

Dass die Frau mit langem Haar und den blaugrauen Augen, die fünf Schritte entfernt einem Einspänner entstieg, ihn gehört hatte, juckte ihn nicht: Schließlich konnte sie keine Gedanken lesen.

Er musterte sie: Obwohl sie wie eine Lady gekleidet und von fachmännischer Hand geschminkt war, trug sie einen Stetson auf dem Kopf. Wie verwegen!

»Oh!«, machte die Lady. »Lassiter! Du?«

Nun erkannte er sie auch. Connie Walker war eine der drei Frauen, mit denen er sich damals im Bett gewälzt hatte. Inzwischen hatte sie wohl Karriere gemacht: Alles an ihr sah nach Wohlstand aus.

Connie kam auf ihn zu, die Peitsche in der einen, einen mit Servietten gefüllten Weidenkorb an der anderen Hand. Ihr kurzer Rock, der um zwei hübsche Beine schwang, regte seine Phantasie an.

»Connie!« Er lüpfte den Hut und nahm den Zigarillo aus dem Mund. »Welche Freude, dich nach all den Jahren wieder zu sehen!«

Connie schaute sich schnell um. »Schön, dass du mich wiedererkennst, alter Gauner.«

Sie trat so dicht an ihn heran, dass er ihr teures Parfüm roch. Es wirkte anregend und weckte in seinem Hirn süße Erinnerungen. Connie spielte darin eine wichtige Rolle: Hingestreckt auf einem weißen Laken, die Beine gespreizt … Die Erinnerung war so belebend, dass es in seinen Lenden zuckte.

»Ich freue mich auch, dich wiederzusehen«, raunte Connie ihm zu. »Was führt dich nach Cochise? Bist du etwa meinetwegen hier?«

Lassiter lächelte. Sie hatten sich, obwohl zu viert, in jener schwülen Sommernacht so heiß und innig geliebt, dass ihm ein paar Worte über die Lippen gekommen waren, über die sie am nächsten Tag, inzwischen nüchtern, gelacht hatte. Ich liebe dich waren die dümmsten Worte gewesen.

»Ich bin nur auf der Durchreise.« Lassiter deutete auf das Haus der Madame. »Was ist aus Madeleine geworden?«

»Oh, sie heißt jetzt wieder Minnie.« Connie kicherte. »Sie hat einen Kunden geheiratet und lebt auf einer Ranch in Minnesota.« Sie zwinkerte ihm zu. »Und bevor du fragst, was aus mir geworden ist: Mir gehört das Cochise Hotel an der Ecke Main und Lincoln Street.« Sie deutete in die Richtung, der Lassiter den Rücken zukehrte. »Meine Pfannkuchen sind im ganzen County weltberühmt. Sämtliche Honoratioren der Stadt frühstücken bei mir!«

»Sofern sie Junggesellen sind.« Lassiter schmunzelte. »Oder kein Hausmädchen haben.«

»Oder mit garstigen Weibern verheiratet sind, die es für unter ihrer Würde halten, ihnen ein paar Eier in die Pfanne zu hauen.« Ihre Augen blitzten fröhlich. »Wo wohnst du? Was treibst du? Bist du irgendwie … gebunden?«

»Ich wohne in deinem Hotel«, sagte Lassiter. »Noch treibe ich nichts, aber wenn du keine anderen Pläne hast, können wir vielleicht zusammen etwas treiben. Und um deine letzte Frage zu beantworten: Ich bin nicht gebunden.«

»Wie schön.« Connie winkte ihm zu. »Komm mit.« Sie ging voran.

Lassiter folgte ihr zur nächsten Ecke. Er hatte große Schwierigkeiten, sich auf den Weg zu konzentrieren, denn Connies Po wiegte sich so verlockend, dass seine Intelligenz rapide sank.

Ihr Lokal war ein gut besuchtes Unternehmen mit fünfzig Sitzplätzen und mehreren Angestellten.

Ein Hausdiener kam ihnen eilig entgegen. Er nahm Connie den Korb ab, übergab ihn einem Mädchen und lief hinaus, um sich des Einspänners anzunehmen.

Die Gäste nickten Connie freundlich zu, was Lassiter nicht verwunderte. Connie war eine kluge Geschäftsfrau: Sie erwiderte jedes Nicken, das sie wahrnahm, da der Kunde König war und sie und ihre Leute von seinem Geld lebten.

Lassiter wurde durch ein Gewirr von Korridoren in den ersten Stock geführt und fand sich bald darauf in einer mit schicken Polstermöbeln eingerichteten Wohnung wieder.

Er warf einen Blick aus dem Fenster. Gegenüber war eine Apotheke. Das Schild über dem Eingang verkündete, dass der Besitzer Alvarez hieß. Interessanter erschien ihm aber die vor der Apotheke stehende Frau. Sie war in Hirschleder und Mokassins gekleidet. Ihr blauschwarzes Haar wirkte indianisch. Zwei Satteltaschen hingen über ihrer linken Schulter. Sie trug einen Patronengurt mit einem Colt-Revolver und beäugte den Ladeneingang. Schließlich verschwand sie unter dem Vordach des Hauses.

»Möchtest du etwas trinken?«

Lassiter fuhr herum. Connie stand an einem halbhohen Wandschränkchen und hantierte mit Flaschen und Gläsern.

»Einen Bourbon, por favor.« Er nickte. Der Name Alvarez erinnerte ihn an eine Tänzerin, der er in einem Rasthaus in Kalifornien begegnet war …

Lassiter riss sich vom Anblick der Straße los und ging zu seiner Gastgeberin, die ihm ein volles Glas in die Hand drückte.

Sie stießen an und tranken auf Madeleine. Dann stellten sie sie die Gläser ab. Connie öffnete die Schnalle seines Patronengurts und sagte: »Weißt du noch, wie ich’s am liebsten habe?«

»Und ob.« Lassiter nickte. »Ich hab es so übrigens auch ganz gern.«

»Guuuut.« Connie beugte sich vor und schob ihre spitze Zunge zwischen seine Lippen.

Der Patronengurt sank aufs Parkett.

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