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Lassiter - Folge 2085

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Marshal ist eine Lady
  4. Vorschau

Der Marshal ist eine Lady

»Karneval feiern wir nicht in dieser Stadt, Ma’am«, sagte der Mann und grinste. »Sie hätten sich also gar nicht verkleiden brauchen. Am besten gehen Sie gleich auf Ihr Zimmer und ziehen sich so an, wie es sich für eine Lady geziemt.«

Eugenia Blake musterte ihn von Kopf bis Fuß. Der Kerl lehnte am anderen Ende des Rezeptionstresens. Ein schnauzbärtiger Angeber. Belustigt blickte er auf den vergoldeten Stern an Eugenias Jackett, der sie als US Marshal auswies.

»War das eine Aufforderung zum Tanz?«, fragte sie. »Ist das bei euch Rednecks in diesem Kaff so üblich, wenn ihr eine Solonummer hinlegen möchtet?«

Sein Grinsen schwand, seine Kinnlade klappte herunter. Einen Atemzug später verzerrte sich sein Gesicht vor Wut. »Dir werd ich’s zeigen«, zischte er. Und zog. Er bekam den Colt nur knapp aus dem Holster. Da jagte ihm Eugenia bereits die erste Kugel vor die Stiefelspitzen.

Erschrocken sprang er hoch, zur Seite, riss die Augen weit auf. Seine Hand zuckte vom Revolverkolben weg. Gleichzeitig sackte seine Kinnlade abwärts, und er kriegte den Mund nicht wieder zu.

Er war aus dem Saloon in die Hotellobby herübergekommen. Seine Kumpane an der Theke, drüben, hatten eben noch gejohlt. Jetzt wurden sie still, kriegten Stielaugen und machten lange Hälse. Eugenia schätzte, dass der Angeber ihnen gesagt hatte: »Ich geh jetzt mal da rüber und zeig euch, wie man mit so einem größenwahnsinnigen Weib umspringt. Ich wette, die hat den US-Marshal-Stern in einem Kostümladen gekauft.«

Das Krachen des Schusses war noch nicht verhallt, als Eugenia zum zweiten Mal durchzog. Es störte sie nicht, dass der Schuss sowohl durch das Hotel als auch durch den Saloon dröhnte.

Abermals vollführte der Schnauzbärtige einen hastigen Hüpfer. Geduckt verharrte er zwei Schritte vom Tresen entfernt - unschlüssig, ob er die Flucht ergreifen oder die Hände hochnehmen sollte. Ungläubig stierte er die Frau im grauen Straßenanzug an.

Die Männer im Saloon verließen fluchtartig die Theke, verzogen sich in den hinteren Teil des Schankraums. Hinter Eugenia, in der Lobby des Hotels, hielten sich ohnehin keine Menschen auf. Es war früher Nachmittag; die meisten Gäste befanden sich noch im Restaurant, das die gesamte rechte Seite im Erdgeschoss des Gebäudes einnahm. Einige hatten sich wohl auch schon zu einem Nickerchen auf ihre Zimmer zurückgezogen. Der Rezeptionsangestellte war hinter dem Tresen verschwunden und hastete tief gebückt in den Nebenraum.

»Du bist tot«, flüsterte der Schnauzbärtige. »Das schwöre ich dir.« Er hatte sichtliche Konzentrationsprobleme; sein Blick wanderte unablässig auf und ab, von ihrem feingeschnittenen Gesicht und dem langen rotblonden Haar zum US-Marshal-Stern links neben dem Revers ihres Jacketts zu dem Dekolletee ihrer weißen Bluse, das ihre großen Brüste fast zur Hälfte zeigte – so überaus nah und doch unerreichbar für einen Kerl wie ihn. Das wurde ihm spätestens in diesem Moment klar, doch er wollte es nicht wahrhaben. In letzter Konsequenz, das war Eugenia durchaus bewusst, konnte sie einen Mann durchaus um den Verstand bringen, wenn sie ihre Brüste nur ausgiebig und aufreizend genug zur Schau stellte.

Sie sah ihm die lüsternen Gedanken an den tückisch glitzernden Augen an. Betont langsam zog sie den Hahn ihres Colts zurück, und während des zweimaligen metallischen Knackens drehte sich die Trommel ebenso langsam. Die Sternträgerin hob die Waffe ein Stück höher, sodass die Laufmündung exakt auf die Nasenwurzel des Mannes gerichtet war.

»Heute lasse ich dich noch mal laufen«, sagte sie großzügig. »Normalerweise müsste ich dich sofort festnehmen. Wegen Bedrohung einer Staatsbeamtin. Aber ich beschränke mich auf die Feststellung deiner Personalien und die Auflage, das Sheridan County nicht zu verlassen.«

»Das glaube ich nicht«, hauchte er fassungslos. »Ich glaube nicht, was ich hier erlebe.«

»Was du glaubst oder nicht glaubst, interessiert kein Schwein«, erklärte Eugenia kalt. »Wie heißt du?«

»Das geht dich einen Dreck an, Schlampe.« Der Schnauzbärtige zischte es hasserfüllt.

Das Weitere geschah so blitzartig, dass er weder mitbekam, noch schnell genug reagierte. Die Sternträgerin war mit einem Satz bei ihm und hatte in diesem kurzen Moment ihren Revolver im Holster versenkt. Jäher, stechender Schmerz durchzuckte den Mann, als sie seinen rechten Arm packte und auf den Rücken hebelte. Im selben Atemzug setzte sie seinen linken Arm mit einem brettharten Hieb außer Gefecht. Den rechten Arm hebelte sie höher, riss den ganzen Mann gleichzeitig herum und stieß ihn mit dem Oberkörper auf die Tresenkante. Er schrie auf, während er nach vorn geschleudert wurde. Mit knapper Not konnte er den Kopf zur Seite drehen und dadurch verhindern, dass er sich auf dem blankpolierten Hartholz die Nase brach. Er gab ein leises, geradezu kläglich klingendes Wimmern von sich.

Die Zuschauer im Saloon kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Rezeptionsangestellte lugte vorsichtig aus dem Nebenraum hervor. Mit ungläubigem Erschrecken sperrte er Mund und Augen weit auf.

»Name!«, herrschte Eugenia den Schnauzbärtigen an.

»Jake Norrish«, antwortete er mühsam, mit schmerzerfüllter Stimme.

»Wohnort?«

»New Fort Kearny«, antwortete er mit hörbarem Stolz.

»Ah!«, rief Eugenia. »Da habe ich ja einen Zufallstreffer gelandet! Richte deinem Boss und deinen Kumpanen aus, dass ihr die längste Zeit einen historisch so bedeutenden Ort verschandelt habt.«

»Wir betreiben ein legales Frachtunternehmen«, keuchte Norrish. »Dagegen kann keiner was machen.«

»Das werden wir sehen«, erwiderte Eugenia grimmig. »Die Kavallerie gibt es noch, und sie wird mit Vergnügen alles plattwalzen, was sich da in der Nähe des alten Forts breitgemacht hat.«

»Nie im Leben«, widersprach der Schnauzbärtige trotzig.

»Verschwinde«, fuhr Eugenia ihn an. »Aber wir sehen uns wieder. Verlass dich darauf.« Sie riss ihn vom Tresen weg und stieß ihn in Richtung Saloon.

»Darauf kannst du Gift nehmen«, knurrte er, während er davonstolperte.

***

Lassiter kehrte aus dem Bad zurück. Er stieg in seine gewaschenen und gebügelten Hosen und in die blitzblank geputzten Stiefel. Dann nahm er das ebenfalls frische und sorgfältig auf Kantenmaß gebügelte beigefarbene Hemd von der Kommode und faltete es auseinander.

Er lebte komfortabel in diesen Tagen. Die Frau, der er es verdankte, lag nackt auf dem breiten Bett und schaute ihm zu, wie er sich anzog.

»Willst du es dir nicht doch noch überlegen?«, fragte sie, stützte sich auf den rechten Ellenbogen und machte einen Schmollmund. Sie verfolgte jede Bewegung des großen Mannes mit bewundernden Blicken. Sie hatte ihm längst gesagt, dass sie sich an ihm nicht sattsehen konnte

»Louisa«, sagte der große Mann eindringlich. »Es ist Mittagszeit, und wir haben noch nicht mal gefrühstückt. Dein Vormann und die Männer sind seit heute Morgen um sieben abmarschbereit. Und sie wissen alle, warum sie so lange warten müssen.«

»Deinetwegen«, antwortete die Rancherin und lächelte spitzbübisch. »Weil du es einfach nicht fertig bringst, mich allein zu lassen.«

Er lachte und streifte das Hemd über. Am frühen Morgen hatte sie einen Hausmantel angezogen und den Hausverwalter losgeschickt, der zugleich eine Art Butler war. Drüben im Bunkhouse hatte er den Männern ausgerichtet, dass sie noch warten mussten. Während Lassiter das Hemd zuknöpfte, näherte er sich dem Bett und blickte auf die Frau hinab. Ihr Körper war einfach perfekt – rund, wo er rund sein musste, und straff und prall, wo ein Mann es zu schätzen wusste. Auf ihre beachtlichen Brüste trafen diese guten Eigenschaften auch im Liegen zu; aus der Mitte der halbkugelförmigen Wölbungen ragten die Nippel keck und kerzengerade empor.

»Ist dir klar«, sagte Lassiter, »dass sie Geschichten über dich erzählen? Die ganze verdammte Wartezeit vertreiben sie sich damit, über dich zu reden.«

»Über mich?«, tat Louisa ahnungslos. »Was sollten sie denn über mich erzählen?«

»Sie malen sich aus, warum sie so lange warten müssen.«

Louisa kicherte. »Du meinst, in allen Einzelheiten?«

»Was denn sonst?«

»Na, hör mal!«, prustete sie. »Das gehört sich aber nicht. Ich bin eine Respektsperson für die Männer. Ich bin ihre Rancherin. Vergiss das nicht.«

Lassiter grinste und stopfte das Hemd in die Hose. »Nachher, wenn wir unterwegs sind, werden sie mich ausfragen, wie es war mit dir.«

»Nie im Leben!«, rief Louisa in gespielter Empörung. »Das werden sie nicht wagen. Wenn sie das tun, werde ich sie alle feuern.«

»Unsinn. Ich werde keinen von ihnen verraten. Außerdem kannst du froh sein, wenn sie alle wohlbehalten zurückkehren.«

Louisa ging nicht darauf ein. Stattdessen sah sie den großen Mann sinnierend an und sagte schließlich: »Meinst du nicht, dass Bruce Tabor den Job allein erledigen kann? Er ist ein hervorragender Vormann. Ich kenne ihn länger als du. Deshalb weiß ich, wovon ich rede. Auf ihn kann ich mich hundertprozentig verlassen.«

Lassiter wollte ihr nicht widersprechen, denn sie hatte Recht. Sie wusste, was sie an Bruce Tabor hatte. Und er, der Mann der Brigade Sieben, konnte nach dem bisherigen Stand seiner Ermittlungen niemandem auf der C-Ranch Vorwürfe machen. Daher sagte er:

»Die Banditen haben bislang nicht davor zurückgeschreckt, fast jeden eurer Transporte zu überfallen – und wenn es nur der Chuckwagon mit ein paar Küchenvorräten war.«

Louisa runzelte die Stirn. »Was willst du damit sagen?«

»Ich stelle nur die Tatsachen fest«, entgegnete er. »Seit vier Tagen bin ich jetzt hier, und ich bin ausgesprochen dankbar dafür, deine Ranch als Stützpunkt benutzen zu können.« Er wandte sich ab und trat an das große Fenster. Es erlaubte einen Panoramablick über das sanft geschwungene Grün des Hügellands östlich des Haupthauses, das zusammen mit den übrigen Ranchgebäuden auf einer ausgedehnten Anhöhe stand.

Louisa schwang sich aus dem Bett und schmiegte sich an seine Seite. »Außer ein paar Überfällen haben uns die Banditen bislang nichts getan. Solange sie da draußen in ihrem sogenannten Fort kampieren und nicht meine Rinder stehlen und die Gebäude niederbrennen, will ich mich nicht beklagen. Du weißt, dass die Outlaws in anderen Gegenden viel schlimmer sind.«

Lassiter legte den Arm um ihre nackte Schulter. »Washington hätte mich nicht hergeschickt, wenn dieser Harris und seine Strolche so harmlos wären wie du sie darstellst. Harris arbeitet mit Indianerrebellen zusammen, beliefert sie mit Waffen und allem, was sie sonst noch brauchen. Es ist sowieso unglaublich, dass diese Kerle sich hier im Sheridan County niederlassen konnten und kein Mensch sie daran gehindert hat. Wenn Washington darauf aufmerksam wird, will das schon etwas heißen.«

»Washington war aber auch nicht bereit, die Armee einzusetzen, um hier für Ordnung zu sorgen. Immerhin ist Fort Phil Kearny historischer Boden. Viele Menschen in der Stadt und im Sheridan County halten es für eine Schande, dass Banditen dort direkt neben dem alten Fort ihren Schlupfwinkel einrichten konnten – vor aller Augen gewissermaßen.«

»Deshalb bin ich hier.«

»Als Washingtons schlagkräftigste Ein-Mann-Armee?« Louisa sah ihn zweifelnd von der Seite an.

»Du triffst es auf den Punkt«, erwiderte Lassiter und grinste. »Und jetzt muss deine Ein-Mann-Armee endlich ausrücken.«

»Willst du es dir nicht doch noch überlegen?«, schnurrte Louisa: »Ich meine, jede Armee braucht ausreichende Vorbereitungszeit für einen Einsatz. Und ihre Soldaten sollten ausgeruht sein, wenn das Signal zum Abmarsch geblasen wird.« Ihre rechte Hand tastete nach seiner Gürtelschließe und von dort aus abwärts. Als sie seine Erektion fühlte, seufzte sie tief und entsagungsvoll.

»Vorfreude ist die schönste Freude«, tröstete er sie. »Ich bin ja bald zurück.«

»Dafür gibt es keine Garantie, oder?«

Lassiter schürzte die Lippen. »Nennen wir es … ein Versprechen.«

Louisa seufzte abermals. »Für das, was du vorhast, gibt es bei der Armee einen Ausdruck. Es ist ein … ein …«

»Himmelfahrtskommando«, half Lassiter ihr aus.

***

Eugenia Blake verharrte einen Moment lang in dem Durchgang vom Hotel zum Saloon, bis sie sicher war, dass Jake Norrish sich nicht mehr blicken ließ. Sie beachtete die Staunenden im Saloon nicht weiter und wandte sich ab. Da sie sich bereits eingetragen hatte, brauchte sie lediglich ihren Zimmerschlüssel mitzunehmen. Der Angestellte händigte ihn ihr mit einer ehrfürchtigen Verbeugung aus. Sie lächelte, bedankte sich und machte sich auf den Weg zum Restaurant. Ihren Handkoffer hatte ein Page bereits auf ihr Zimmer im ersten Stock gebracht.

Wie sie vermutet hatte, war das Restaurant noch gut besetzt. Der Oberkellner führte sie zu einem freien Tisch am Fenster. Unter dem Saum der spitzenbesetzten weißen Gardinen hindurch vermochte sie einen großen Teil der Main Street zu überblicken. Es herrschte nur wenig Betrieb; die Mittagsruhe war noch nicht beendet. Der Gespannverkehr ruhte völlig; nur der eine oder andere Reiter und einige Fußgänger waren unterwegs.

Das größte und imposanteste Gebäude stand schräg gegenüber. Es war zweigeschossig, aus rotem Backstein gemauert und in Höhe des ersten Stocks mit mächtigen, aus Gusseisen geformten Lettern als »Town Hall« gekennzeichnet. Unten im Rathaus waren links das Sheriff’s Office und rechts das Town Marshal’s Office untergebracht. Entsprechende weiß lackierte Holzschilder mit schwarzer Beschriftung wiesen darauf hin. Der County Sheriff hieß Robert B. Farnum, und der Name des Town Marshals lautete Bill Gettinger. Das wusste Eugenia bereits.

Sie bestellte ein Rumpsteak mit Bohnen, knusprig gebratenem Bacon und Röstkartoffeln, dazu ein großes Glas hausgemachter, eisgekühlter Zitronenlimonade. Große Restaurants und Saloons verfügten selbst zu dieser Jahreszeit – es war Ende Oktober und immer noch sommerlich warm – über einen ausreichend bestückten Eiskeller. Überdies waren die Transportwege von Sheridan, das im Norden des Bundesstaats Wyoming lag, bis zu den Höhenregionen der Bighorn Mountains und der Rocky Mountains nicht allzu lang.

Nach dem Essen fühlte sich Eugenia ausgesprochen wohl. Zwei Kellner räumten das Geschirr ab, und sie ließ sich ein neues Glas Limonade bringen. Das Restaurant hatte sich mittlerweile zur Hälfte geleert, als eine elegant gekleidete Frau sich ihrem Tisch näherte. Sie trug ein aufwendig mit schwarzen und grünen Chiffonstreifen besetztes rotes Kleid, dessen Dekolletee mit weißen Seidenrüschen verziert war. Ihr brünettes Haar war hochgesteckt, ihre blauen Augen blickten freundlich und warmherzig.

»Guten Tag, Madam«, sagte sie. »Mein Name ist Amanda Plunkett. Ich bin die Inhaberin dieses Hauses. Waren Sie mit dem Essen zufrieden?«

»Mehr als das«, antwortete Eugenia und nannte ebenfalls ihren Namen. »Bitte sagen Sie Ihrem Küchenpersonal, dass es hervorragend geschmeckt hat.«

»Das werde ich gern ausrichten.« Amanda Plunkett lächelte verbindlich. »Im Übrigen möchte ich mich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen, die Sie an der Rezeption hinnehmen mussten.«

Eugenia schüttelte den Kopf. »Dafür müssen Sie sich nicht entschuldigen, Madam. Meine Dienststelle wird selbstverständlich für den entstandenen Schaden am Fußboden aufkommen.«

»Ach, du liebe Güte!« Die Hotelinhaberin winkte ab. »Das ist nichts, gemessen an dem, was jeden Abend im Saloon angerichtet wird.« Sie lachte auf. »Die Schadensregulierung ist nichts, verglichen mit den Mühen, die es mich gekostet hat, in der Männerwelt in dieser Stadt akzeptiert zu werden.«

»Dann sitzen wir gewissermaßen in einem Boot«, erwiderte Eugenia und deutete auf die andere Seite des Tischs. »Bitte setzen Sie sich doch.«

Amanda Plunkett bedankte sich, folgte der Aufforderung und bat die Sternträgerin, sie beim Vornamen zu nennen. Eugenia stimmte zu und erwiderte die Bitte ihrerseits. Bald darauf waren sie in ein angeregtes Gespräch vertieft.

Amanda, so erfuhr Eugenia, war die Eigentümerin des gesamten stattlichen Gebäudes und der darin befindlichen Unternehmungen Hotel »Mountain View« und Bighorn Saloon. Zu letzterem gehörte ein Tanzsaal mit Bühne, während das Restaurant dem Hotel angeschlossen war. Die beiden Frauen fassten rasch Vertrauen zueinander, und so sprach Amanda auch freimütig über ihre privaten Angelegenheiten.

Ja, sie sei verheiratet, bestätigte sie auf Eugenias Frage, aber die Ehe taugte schon lange nichts mehr. Herbert Plunkett, ihr Mann, war ein Säufer, der sozusagen sein Gnadenbrot bei ihr fraß. Er lebte in einem rückwärtigen Anbau, angrenzend an die Pferdeställe und die Wagenremise und hielt sich an die Bedingungen, die Amanda ihm gestellt hatte. Sie sorgte für ihn, solange er sich weder im Saloon noch im Hotel blicken ließ. Wenn sie es ihm erlaubte, durfte er gelegentlich das Haus verlassen – jedoch nur nach hinten hinaus und nur bei Dunkelheit. Außerdem war es ihm dann erlaubt, einen der anderen Saloons in Sheridan aufzusuchen.

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