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Lassiter - Folge 2080

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Ein Girl zum Pferde stehlen
  4. Vorschau

Ein Girl zum Pferde stehlen

Die tiefstehende Abendsonne verwandelte das Wasser des Oakwood Lake in flüssiges Gold. Doch die Gruppe aus knapp zwanzig Pferden an seinem Ufer hatte keinen Blick für das imposante Naturschauspiel.

Nicht weit davon stand ein kapitaler Hengst auf einer Anhöhe. Sein aufmerksamer Blick wanderte pausenlos über die Umgebung.

Die beiden Männer, die ebenfalls am Rand des Gewässers campierten, kümmerten sich nicht um seine Unruhe.

Das Leittier gab ein langgezogenes Wiehern von sich.

Der Laut wurde vom Krachen eines Schusses übertönt.

Die Kugel ließ die Blesse des Hengstes aufplatzen.

Der Braune bäumte sich noch einmal auf, dann kippte er zur Seite. Der Rest der Herde stob panisch in alle Richtungen davon.

»Verdammt, die Mistkerle haben es auf unsere Gäule abgesehen!« Gus Bailey hatte sich auf die Füße katapultiert. Er packte seinen Henry-Unterhebelrepetierer, der griffbereit neben ihm lag. »Wir müssen sie stoppen, bevor sie unter den Tieren ein Blutbad anrichten!«

»Leichter gesagt, als getan!« Auch Bruce Cranston war aufgesprungen. »Hast du eine Ahnung, woher der Schuss gekommen ist?«

»Vom gegenüberliegenden Ufer!« Bailey richtete den Lauf seiner Waffe auf eine Stelle im Unterholz, wo er das Versteck der Angreifer vermutete. »Jede Wette, die Bastarde haben sich im Gebüsch am Waldrand verkrochen!«

»Shit! Das heißt, sie haben eine perfekte Deckung, während wir wie auf dem Präsentierteller hocken!« Cranston lud seinen Spencer-Karabiner durch. »Jetzt bleibt uns nur zu hoffen, dass sich nicht eine ganze Bande dort versammelt hat. Denn dann würde es verflucht eng für uns werden!«

Er glaubte zwischen den Blättern eines Ginsterbuschs eine Bewegung auszumachen. Kurzentschlossen zog er den Abzug durch.

Zwei Graugänse stiegen mit empörtem Schnattern aus den Sträuchern in den Abendhimmel auf.

Dafür erfolgte nun von anderer Stelle eine bleihaltige Reaktion.

Am seitlichen Waldrand blitzten die Mündungsfeuer von drei Langwaffen auf.

Nur weil Cranston und Bailey sich geistesgegenwärtig zu Boden warfen, überlebten sie den Angriff unbeschadet. Die Kugeln pfiffen so dicht über sie hinweg, dass sie den Lufthauch im Nacken spüren konnten.

Während Cranston auf allen Vieren zu einer kleinen Bodenmulde robbte, fand Bailey hinter einem verwitterten Baumstumpf vorläufige Deckung.

Das Krachen auf der anderen Seeseite schwoll zu einem infernalischen Stakkato an.

Die zwei Männer erwiderten das Feuer nach Leibeskräften. Doch es stellte sich schnell heraus, dass sie in der ungünstigen Schussposition, in der sie sich befanden, keine ernsthafte Gefahr für ihre Gegner darstellten. Die Angreifer anzuvisieren, ohne dabei selbst ein leichtes Ziel zu werden, war schlichtweg unmöglich.

»Wir sitzen wie die Kaninchen in der Falle!«, rief Cranston seinem Begleiter zu. »Ohne Unterstützung ist unser Leben keinen lausigen Cent mehr wert! Wo, zur Hölle, stecken Jimmy und Cal?«

»Sie sind unterwegs, um ein paar Ausreißer einzufangen!« Bailey zuckte zusammen, als nur eine halbe Armeslänge von seinem Kopf entfernt eine Kugel einen faustgroßen Brocken aus dem Stamm sprengte. Faulige Klumpen regneten ihm ins Gesicht. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis das morsche Holz den einschlagenden Geschossen nicht länger standhalten würde. »Hoffentlich sind sie nahe genug, um zu hören, was bei uns los ist! Denn sonst können wir schon mal unser Testament machen!«

Cranston lud seinen Spencer bereits zum fünften Mal durch, als das Bellen der Schüsse zu einem ohrenbetäubenden Donnern wurde.

Ein Teil des Lärms kam von einer Stelle hinter ihnen.

»Großer Gott, nehmen sie uns jetzt etwa von zwei Seiten ins Visier?«

Die beiden in die Enge Getriebenen wandten sich danach um.

Ihre besorgten Mienen entspannten sich erleichtert, als sie die zwei Cowboys erkannten, die in gestrecktem Galopp heran geprescht kamen.

Jimmy Mitchum und Cal Cranston.

Sie waren bereits auf dem Rückweg ins Lager gewesen. Der Lärm, der aus Richtung des Sees plötzlich eingesetzt hatte, hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass dort etwas nicht in Ordnung war.

Ohne zu zögern, hatten sie nach ihren Waffen gegriffen und den Pferden die Sporen in die Seiten gestoßen.

Sie hatten das Ufer noch nicht richtig erreicht, da fanden sie ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Ihre beiden im Camp zurückgebliebenen Kameraden steckten bis über beide Ohren in der Klemme.

Kaum auf Schussweite herangekommen, griffen Mitchum und der jüngere der Cranston-Brüder bereits in das Gefecht ein. Ohne ihr rasendes Tempo auch nur im Geringsten zu drosseln, feuerten sie mit allem, was ihre Gewehre hergaben.

Der Beistand ihrer Gefährten ließ auch Cranstons und Baileys eigenen Kampfgeist wieder neu auflodern. Sie richteten sich in ihren Verstecken auf und schickten eine Salve heißen Bleis nach der anderen zum Waldrand an der gegenüberliegenden Uferseite. Beißender Pulverdampf wehte über das Wasser des Oakwood Lake.

Ob ihre Kugeln tatsächlich ihr Ziel fanden, war nicht klar zu erkennen. Aber die tatkräftige Unterstützung der neuen Mitstreiter blieb zweifellos nicht ohne Wirkung. Die Geschosse, die wie aggressive Metallhornissen über den See angerast kamen, wurden immer weniger. Schließlich verstummten die Schüsse dort vollständig.

Cal Cranston brachte sein Pferd am Rand des Wassers zum Stehen.

Zwischen den Bäumen auf der anderen Seite des Sees brachen zwei Reiter hervor. Sie verschwendeten keinen einzigen Blick an die ehemaligen Gegner, sondern schienen plötzlich nur noch eilige Flucht im Sinn zu haben. Mit den Zügeln immer wieder auf die Hälse ihrer Tiere einschlagend, preschten sie in einem mörderischen Tempo davon. Die tiefstehende Sonne, der sie entgegen hetzten, ließ ihre Umrisse zu unscharfen Kontouren schmelzen.

»Lasst euch das eine Lehre sein, ihr feigen Hurensöhne!«, brüllte ihnen Cranston hinterher. »Das nächste Mal kommt ihr nicht so ungeschoren davon! Verlasst euch drauf!« Er ließ sein Gewehr sinken, dann drehte er sich zu seinen Mitstreitern um. »Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr in Ordnung?«

»Ich habe nichts abbekommen.« Sein älterer Bruder kam aus der Mulde geklettert. In seinem von Dreck verschmierten Gesicht zeichnete sich ein erleichtertes Grinsen wie eine Mondsichel ab. »Was ist mit dir, Gus?«

»Nicht mal ein Kratzer.« Bailey erhob sich nun vollständig hinter dem Stamm. Er wollte zu seinen Freunden kommen, hielt dann aber plötzlich doch noch einmal inne. »Augenblick mal. Waren das vorhin nicht drei Mündungsfeuer, die im Wald aufgeblitzt sind? Wo ist …«

Seine Frage ging in das Krachen eines weiteren Schusses über.

Cal Cranstons Arme flogen kurz auseinander, als ihn die Kugel genau zwischen die Schulterblätter erwischte.

Ein Ausdruck grenzenlosen Erstaunens erschien in seinem Gesicht.

Er wollte etwas sagen, doch zwischen seinen Lippen kam lediglich ein Rinnsal aus Blut hervor. Cranston geriet ins Schwanken. Eine Sekunde später kippte er aus dem Sattel, ohne auch nur einen Versuch unternommen zu haben, seinen Sturz irgendwie abzufangen. Mit dem Gesicht voran blieb er im seichten Wasser liegen.

»Cal!« Bruce Cranston rannte zu ihm.

Er drehte ihn auf den Rücken. Doch der leere Blick, mit dem sein Bruder ihn anstarrte, ließ deutlich erkennen, dass für ihn jede Hilfe zu spät kam.

»Diese verdammten Schweine.« Cranston prallte entsetzt zurück. »Sie haben Cal umgebracht.« Als er sich wieder aufrichtete und zur gegenüberliegenden Seite des Sees blickte, sah er dort eine Gestalt zwischen den Bäumen verschwinden.

Nur wenige Sekunden vergingen, als auch der letzte Schütze hoch zu Pferd aus dem Waldstück hervor preschte. Dicht über den Hals des Tieres gebeugt, jagte er seinen Komplizen in Richtung des Sonnenuntergangs hinterher.

»Du dreckiger Kojote!« Cranston stieß die geballte Faust drohend in die Luft. »Das wirst du büßen! Das verspreche ich dir!«

Er wäre ins Wasser gestürmt, hätte ihn Bailey nicht gerade noch an der Schulter gepackt und zurückgehalten.

»Lass es, Bruce. Das hat keinen Zweck.«

»Aber der Bastard hat …«

»Er ist schon zu weit weg. Den holen wir nicht mehr ein.« Bailey zuckte resigniert mit den Schultern.

Cranston wollte schon zu einer Erwiderung ansetzen. Aber ein nervöses Wiehern, das in diesem Moment nicht weit von ihnen entfernt einsetzte, ließ sie sich noch einmal umwenden.

Mitchums Schecke stand am Seeufer. Er warf voller Panik den Kopf immer wieder nach oben und unten. Der Sattel auf seinem Rücken war leer. Erst beim zweiten Blick entdeckten die zwei Männer den leblosen Körper, der neben dem Pferd bis auf den Boden hinab hing.

Mitchum.

Auf seiner Stirn klaffte eine blutige Wunde.

Im Eifer des Gefechts hatten seine Freunde nichts davon mitbekommen, dass auch er sich eine Kugel eingefangen hatte. Die Wucht des Treffers hatte ihn vom Pferderücken geschleudert. Weil sich sein linker Stiefel im Steigbügel verfangen hatte, hatte ihn der Schecke mitgeschleift. Erst nachdem die Schüsse endgültig verstummt waren, hatte das Pferd wieder die Nähe der übriggebliebenen Menschen gesucht.

»Großer Gott, nicht auch noch Jimmy.« Bailey wischte sich mit beiden Händen durchs Gesicht. »Was sollen wir jetzt bloß tun?«

Der Rücken seines Begleiters straffte sich. »Zuerst werden wir die Pferde wieder einfangen.« Cranstons Züge waren hart wie die einer Maske. »Die Herde muss erhalten bleiben. Das hätten auch Cal und Jimmy so gewollt. Wir werden uns von hier nicht vertreiben lassen. Denn das würde bedeuten, dass sie völlig umsonst gestorben sind. Und das werde ich auf keinen Fall zulassen. Oder siehst du das etwa anders?« Er sah sein Gegenüber fragend an.

Bailey brachte lediglich ein wortloses Kopfschütteln zustande.

***

»Also, was ist nun?« Blake Taylor stand hinter seinem beeindruckenden Schreibtisch und hielt beide Hände darauf abgestützt. Die gewaltige Platte war so auf Hochglanz poliert, dass sich seine missmutige Miene darin reflektierte wie in einem Spiegel. »Habt ihr den Auftrag erledigt oder nicht?«

Die drei Männer, die ihm gegenübersaßen, vermieden tunlichst jeden direkten Blickkontakt. Während Tom Bradshaw nach unten sah, als gäbe es nichts Interessanteres, als den Dreck an seinen Stiefeln, musterte Sam Wynham die Zimmerdecke, wie ein Frosch auf der Suche nach einer Fliege. Lediglich Dexter Ripley, der eine Zeitlang seine Fingerspitzen angestarrt hatte, hob schließlich den Kopf.

»Ich denke schon.«

»Was soll ich denn mit so einer bescheuerten Antwort anfangen?« Taylors Gesicht wandte sich ihm ruckartig zu. »Quatsch nicht um den heißen Brei rum, sondern spuck endlich aus, was ich von euch wissen will. Oder bildest du dir vielleicht ein, ich lasse auch nur einen lausigen Cent springen, wenn ihr den Deal vermasselt habt?«

»Wir haben uns die Kerle vorgeknöpft. Genau, wie es ausgemacht war«, kam Bradshaw seinem Komplizen zu Hilfe. »Wir haben sie erwischt, als sie mit einem Teil ihrer Herde beim Oakwood Lake gelagert haben.«

»Fabelhaft.« Taylor zog erleichtert eine Augenbraue in die Höhe. »Das bedeutet, ich kann davon ausgehen, dass das Problem ein für alle Mal erledigt ist.«

Wynham schob ein Stück Kautabak mit der Zunge von der linken in die rechte Wangentasche. »Schätze, das könnte hinkommen. Es sei denn …«

»Es sei denn was?«, fuhr ihm ihr Auftraggeber barsch ins Wort. »Ich warne euch: Gleich reißt mir der Geduldsfaden. Dann habt ihr nichts zu lachen. Ich würde euch also dringend raten, endlich auszupacken, anstatt euch jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen zu lassen.« Er ließ den Blick betont langsam über die drei Sitzenden wandern. »Aber sagt die Wahrheit. Denn mir etwas vormachen zu wollen, ist noch keinem gut bekommen.«

»Also gut.« Ripley atmete tief durch. »Die Sache ist nicht ganz so glatt gelaufen, wie wir das eigentlich geplant hatten. Wir haben draußen am See auf der Lauer gelegen und darauf gewartet, bis die Kerle mit ihren Kleppern auftauchen. Zuerst ging auch alles glatt. Es waren nur zwei von den Gäuletreibern, die das Lager aufgeschlagen haben. Wir haben dem Leithengst eine Kugel verpasst, um sie abzulenken. Wir hatten vor, sie in dem Durcheinander, das danach entsteht, ebenfalls aus dem Weg zu räumen. Sie saßen bereits in der Falle. Aber dann sind völlig unerwartet auch noch ihre Freunde erschienen. Diese Hurensöhne haben uns mit Kugeln eingedeckt, dass uns das Blei nur so um die Ohren geflogen ist. Uns blieb gar nichts anderes übrig, als die Aktion abzubrechen und uns aus dem Staub zu machen.«

Taylors wütender Aufschrei ließ die Katze, die auf einer der Fensterbänke in der Sonne gehockt hatte, erschrocken die Flucht ergreifen. »Soll das heißen, ihr habt sie davonkommen lassen? Nur weil ihr feigen Schlappschwänze nicht genug Mumm in den Knochen hattet, um einen Job anständig zu erledigen?«

»Moment, so kann man das nicht sagen.« Bradshaw hob abwehrend eine Hand. »Zwei von den Kerlen haben wir immerhin aus dem Weg geräumt. Das ist doch besser als nichts, oder?«

»Finde ich auch«, bestätigte Wynham. »Außerdem ist die Bezahlung einfach zu schlecht, um bei diesem Job Kopf und Kragen zu riskieren. Wenn Sie Heldentaten wollen, Taylor, müssen Sie schon ein bisschen mehr springen lassen.«

»Haargenau.« Bradshaw nickte energisch.

»Im Übrigen kann keiner behaupten, dass wir Mist gebaut haben«, fügte Ripley hinzu. »Zwei von den Gäuletreibern sind aus dem Weg geräumt. Das wird den anderen beiden unter Garantie eine Lehre sein. Jede Wette, sie haben kapiert, dass sie in dieser Gegend nichts zu suchen haben. Sie wären reichlich bescheuert, wenn sie nicht zusehen würden, dass sie mitsamt ihren Kleppern möglichst schnell Land gewinnen.«

»Das will ich ihnen auch geraten haben.« Taylor wandte sich mit einem wütenden Schnauben um. Die Bodendielen knirschten unter seinen schweren Schritten, als er zur Rückwand seines Arbeitszimmers stampfte. Vor dem ausgestopften Büffelschädel, der dort das gesamte Büro überblickte, blieb er stehen. »Ich will meine Herden vergrößern. Und zwar so bald wie möglich. Dazu brauche ich jeden Morgen Weideland. Da kann ich irgendwelche sonstigen Viecher, die mir das Gras wegfressen, nicht gebrauchen.«

»Kann ich gut verstehen.« Bradshaw lümmelte sich auf seinem Stuhl zurück. Dass dabei Dreckbrocken von seinem Stiefel auf dem feinen Teppich landeten, ignorierte er ganz einfach. »Schließlich lassen sich kräftige Rindviecher viel besser verkaufen, als irgendwelche mageren Knochengerippe auf vier Beinen.«

»Wie soll es nun weitergehen?«, erkundigte sich Ripley. »Wann bekommen wir unser Geld?«

»Nicht so schnell, Gentlemen.« Taylor drehte sich zu ihnen um. Da er noch immer vor der ausgestopften Trophäe stand, sah es aus, als wüchsen ihm selbst deren Hörner aus dem Schädel. Die drei Banditen verzogen angewidert die Gesichter, denn der Viehzüchter schien sich in den Teufel höchstpersönlich verwandelt zu haben. »Erst wollen wir mal abwarten, wie sich die Sache entwickelt. Vorher seht ihr von mir keinen Dollar.«

»Aber …«

»Kein aber. Ich bezahle euch dafür, dass ihr mir diese Bastarde mitsamt den Gäulen vom Hals schafft. Endgültig. Wenn ihr Geld wollt, habt ihr dafür zu sorgen, dass ihr euren Teil der Abmachung erfüllt. Wie ihr das anstellt, ist mir egal.« Taylor wies mit einem Kopfnicken zu Tür. Ein deutliches Zeichen dafür, dass für ihn die Unterhaltung damit beendet war.

***

»Trink das.« Patricia Sellek hielt der jungen Frau, die an den Überresten des Lagerfeuers hockte, einen verbeulten Blechbecher hin.

Carlotta Conway, die gedankenverloren in das letzte Glimmen der Glut gestarrt hatte, zuckte erschrocken zusammen. »Was ist das?« Sie musterte das Trinkgefäß misstrauisch.

»Stell keine blöden Fragen, sondern tu, was ich dir gesagt habe«, zischte die Frau neben ihr. Ihre eisblauen Augen waren mit einem dicken dunklen Lidstrich umrandet, was ihren Blick kalt und angriffslustig wie den einer Raubkatze erscheinen ließ. Ihre Lippen waren so rot, als hätte sie ihren Appetit erst vor kurzem am frischen Fleisch eines gerissenen Opfers gestillt. Lediglich das pechschwarze Haar, das sie zu einem strengen Knoten zurückgekämmt trug, ließ an den Ansätzen ein schmutziges Hellbraun erkennen, in das sich bereits ein paar graue Strähnen mischten. Dieser Makel zeigte, dass trotz aller Bemühungen den Schein der Jugendlichkeit zu bewahren, auch an ihr die Jahre nicht spurlos vorübergegangen waren.

Carlotta zögerte.

»Was ist nun?«, drängte Patricia. Sie machte eine ungeduldige Bewegung mit dem Becher.

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