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Lassiter - Folge 2076

Jagd auf Jesse James

Der Lokführer Ben Thorpe starrte in die Revolvermündung. Der bärtige Mann hinter der Waffe verzog keine Miene. »Bring das Feuerross zum Stehen, Sonny«, sagte er.

Thorpe betätigte den Hebel der Druckluftbremse, noch den Schreckensruf des Passagiers in den Ohren, den die Banditen erschossen hatten. Der Mann war kopfüber auf den Schotter gestürzt und reglos liegen geblieben.

Das Getöse der zupackenden Bremsklötze erklang. Die Räder blockierten und schabten kreischend über die Gleise. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis der Zug zum Stillstand kam.

Der Bandit lachte plötzlich. Er griff in seine Jacke, brachte zwei Silberdollars zum Vorschein und drückte sie Thorpe in die Hand. »Hier, Sonny!«, sagte er. »Das ist für dich. Geh in die Kneipe und trink auf mein Wohl – das Wohl von Jesse James! Versprichst du’s mir?«

»Ja, Mister«, keuchte Thorpe und atmete auf.

»Ich will, dass Jona nach Hause kommt«, sagte Don Miles.

Lassiter hob die Achseln. »Deine Tochter ist erwachsen, Don. Sie geht ihren eigenen Weg.«

»Den falschen Weg.«

Die beiden Männer befanden sich im eleganten Büro eines dreistöckigen Hauses in Kansas City, Missouri. Das Haus verfügte über zwei Dutzend Zimmer, die zum größten Teil an Damen vermietet waren, die hier ihre Freier empfingen. Don Miles besaß mehrere solcher Etablissements, nicht nur im Staat Missouri. Das größte seiner Bordells wurde gerade am Rand von San Francisco errichtet. Ein Prachtbau aus Sandstein, eingebettet in die malerische Küstenlandschaft am Pazifik. Miles war einer der reichsten Männer westlich des Mississippi – und er war Kontaktmann der Brigade Sieben.

»Es stört dich, dass Jona als Tänzerin durch die Gegend tingelt«, sagte Lassiter. »Deshalb willst du …«

»Nein, zum Henker, das ist es nicht!« Miles stemmte sich in die Höhe. Er war ein stämmiger Mann um die Fünfzig, mit grau durchwirktem Haar, energischem Kinn und kräftiger Nase. Der Anzug, den er trug, stammte aus der neuesten Kollektion eines berühmten Pariser Modehauses. Miles ging zum Fenster, nahm die Gardine beiseite und blickte auf die Main Street hinaus.

»Willst du darüber reden, Don?«, fragte Lassiter vorsichtig.

Der Mann am Fenster gab keine Antwort. Er schien tief in seine Gedanken versunken. Lassiter schlug die Beine übereinander und übte sich in Geduld. Er war sicher, dass Miles bald von selbst mit der Sprache herausrücken würde. Vermutlich wog er gerade ab, ob er jemand anders in seine persönlichen Sorgen Einblick gewähren oder lieber weiter die Klappe halten sollte.

Auf dem edlen Nussholz-Schreibtisch stand eine gerahmte Fotografie, gleich neben dem Tintenfass. Lassiter beugte sich vor, drehte den Ständer herum und blickte in das anmutig lächelnde Antlitz einer jungen Frau mit hochgesteckten, hellen Haaren. Das musste Jona sein, Miles’ Sorgenkind.

»Ein sehr hübsches Mädchen, deine Tochter«, bemerkte Lassiter.

Miles erwachte aus seiner Lethargie. Er setzte sich wieder in seinen Sessel, nahm das Bild vom Tisch und betrachtete es mit gefurchter Stirn.

»Ich finde, Jona sieht so aus, als wenn sie genau weiß, was sie tut«, fand Lassiter. »Eine selbstbewusste Frau, aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihr Daddy. Sie will ihr eigenes Leben. Warum vertraust du ihr nicht?«

»Vertrauen«, sinnierte Miles leise, ganz langsam sah er von dem Bild auf. »Ich würde ihr ja gern vertrauen – wäre da nicht diese hirnverbrannte Idee, die sich wie ein Geschwür in ihren Kopf gefressen hat.«

Lassiter wartete.

Miles sah das Bild an. »Erinnerst du dich noch an diesen Tim Brandon?«

»Brandon? War das nicht dieser Cowboy, mit dem Jona mal poussiert hat?«

»Ganz recht. Die Beiden wollten sogar heiraten, aber dann hat Jona ein Engagement in Texas angenommen. Tim ging daraufhin als Vormann auf eine Ranch in Montana. Monatelang verloren sie sich aus den Augen.«

»Aus den Augen, aus dem Sinn.«

»Nicht immer.« Miles fegte ein Staubkorn von der Fotografie. »Letzte Woche hat es einen Zugüberfall gegeben. Gar nicht so weit weg von hier, nur ein paar Meilen vor Winston entfernt.«

»Ja, ich erinnere mich.«

»Bei dem Überfall wurden zwei Männer erschossen«, fuhr Miles fort. »Der Zugschaffner und ein Passagier – Tim Brandon. Der arme Kerl hatte gerade seinen Dienst quittiert und war auf dem Weg nach Texas, um endgültig bei Jona zu bleiben. Er wollte ihr einen Heiratsantrag machen.«

»Shit happens

Miles nickte. »Es heißt, die Winston-Morde gehen aufs Konto der James-Bande.«

Davon hatte Lassiter auch gehört. »Ja, das stimmt. Die Eisenbahngesellschaft hat zehntausend Dollar für die Ergreifung von Jesse James ausgesetzt.«

Miles zog eine Leidensmiene. »Jona hat sich geschworen, den Dreckskerl, der ihr Lebensglück zerstört hat, zur Rechenschaft zu ziehen. Auge um Auge, Zahn um Zahn.«

»All devils!« Lassiter war baff. »Sie will Jesse James an den Kragen?«

»Man braucht kein Prophet zu sein, um sich vorzustellen, wie die Sache enden wird«, versetzte Miles. »Jetzt weißt du, warum ich Jona nach Hause holen will.«

Drückende Stille lastete in dem Büro.

Lassiter konnte nachfühlen, was in dem Mann auf der anderen Seite des Schreibtischs vorging. Miles’ impulsive Tochter hatte sich in den Gedanken verrannt, den Mörder ihres Liebsten die Rechnung zu präsentieren.

Und der Betreffende war kein geringerer als der legendäre Bandit Jesse James.

David gegen den Riesen Goliath. Jona Miles schien von allen guten Geistern verlassen zu sein. Ihre Erfolgschancen tendierten gegen Null. Es reichte nicht aus, sich etwas nur ganz fest zu wünschen und dann zu hoffen, dass es auch tatsächlich passierte, weil man sich für einen Gerechtigkeitsapostel hielt. Jona Miles spielte Hazard mit ihrem Leben.

»Weißt du, wo sie sich derzeit aufhält, Don?«, fragte er.

Stummes Kopfschütteln.

»Keine Anhaltspunkte?«

»Nicht den geringsten. Jona hat dicht gemacht. Vielleicht ist sie noch in Texas, vielleicht in Kansas oder in Missouri. Ich hab’ keinen Schimmer. Die Briefe, die ich ihr schrieb, blieben ohne Antwort. Möglich, dass sie die Post gar nicht erhalten hat. Ich tappe völlig im Dunkeln.«

»Wo ist sie zuletzt aufgetreten?«

»In einem Varieté in San Antonio.« Miles zog die Schublade auf und brachte eine Handvoll Briefe zutage. »Die letzte Nachricht kam, gleich nachdem Tims Tod bekannt wurde. Vor fünf Tagen. Darin hat sie ihren Feldzug angekündigt.«

Lassiter überlegte kurz. »Woher kam der Brief?«

»Der Stempel auf dem Kuvert ist verwischt, aber ich denke nicht, dass der Brief in Texas abgeschickt wurde. Ich schätze, Jona saß schon in der Eisenbahn, als sie ihn geschrieben hat.« Miles ließ den Kopf hängen. »Die Vorstellung, dass sie die Nähe von Jesse James sucht, macht mir eine Heidenangst. Du weißt genauso gut wie ich, was passiert, wenn die James-Clique merkt, dass ihnen jemand an den Fersen klebt.«

Und ob Lassiter das wusste! Die Banditen würden sofort kurzen Prozess mit jedem Schnüffler machen. Es war noch nicht allzu lange her, dass sich ein Pinkerton-Detektiv in die Bande eingeschlichen hatte, um die James-Brüder festzunageln. Der Ermittler war ein erfahrener Agent gewesen, trotz aller Vorsicht war sein Plan aber gründlich in die Hosen gegangen. Er war aufgeflogen und auf der Stelle liquidiert worden.

»Lassiter?«

»Ja, Don?«

Miles blickte Lassiter durchdringend an. »Du könntest mir einen unschätzbaren Dienst erweisen – finde Jona und bring sie hierher! Wenn es jemand auf der Welt gibt, der das schaffen könnten, dann du, Lassiter!«

Die Bitte überraschte Lassiter nicht.

Er hatte damit gerechnet, dass dieses Gespräch am Ende in diese Richtung lief. Don Miles und er waren Verbündete. Beide arbeiteten sie für die Brigade Sieben, gegen die Gesetzlosigkeit im Westen der Vereinigten Staaten. Miles war nicht der Typ, der persönliche Vorteile aus seiner Tätigkeit als Mittelsmann zog. Er hatte jeden Dollar seines Vermögens hart erarbeitet, ohne jemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten zu sein. Damit gehörte er wohl zu den wenigen Ausnahmen in der Welt der Immobilienhaie.

Der hanebüchene Racheplan seines einzigen Kindes hatte ihn zutiefst aufgewühlt. Er hatte panische Angst, dass seine Tochter sich bei ihrem Vorhaben die Finger verbrannte.

Und das mit Recht.

Lassiter ließ ihn nicht lange zappeln. Er stand auf, hakte seine Daumen in den Gürtel und sagte: »Okay, Don, ich will versuchen, Jona zu finden und sie umzustimmen. Wenn sie Scherereien macht, lege ich sie in Ketten.«

»Die wirst du auch brauchen, amigo

»Nun ja, ich habe aber eine Bedingung!«

Miles schoss in die Höhe. »Ich tu’ alles, was du willst! Hauptsache, du bringst mir meine Jona zurück. – Was ist das für eine Bedingung?«

Lassiter senkte seine Stimme. »Ich hörte davon, dass seit gestern eine gewisse Melissa Holm ein Zimmer in deinem Haus gemietet hat. In der Stadt erzählen sie wahre Wunderdinge über sie. Manche sagen, sie sei die schönste Frau im Umkreis von tausend Meilen.« Er fingerte an seinem Hutrand. »Ich würde Melissa gern kennenlernen.«

»Das wirst du, Lassiter – und zwar sofort.«

***

Jona Miles brachte zwei Teller Schildkrötensuppe an den Tisch, an dem das vornehme Ehepaar aus New York saß. Wie es ihr der Oberkellner des Speisewagens eingeschärft hatte, bediente sie zuerst die Frau, dann den Mann.

»Guten Appetit, meine Herrschaften«, sagte sie.

Die Frau hob ihr Brillenglas, beugte sich über ihren Teller und wedelte mit der anderen Hand. »Die Suppe ist kalt«, behauptete sie und musterte Jona missbilligend. »Ich möchte eine heiße, das ist doch möglich, oder?«

»Ich bitte um Verzeihung, Madam, ein bedauerliches Versehen.« Jona räumte den Teller vom Tisch. »Eine Sekunde, bitte. Ich bringe Ihnen eine heiße.«

»Und ein paar Scheiben Toast dazu«, sagte der Mann und nahm seine Zigarre aus dem Mund.

»Sehr wohl, Sir.«

»Heißen Toast«, erklärte die Frau.

»Gebutterten, heißen Toast«, sagte der Mann.

»Wie Sie wünschen.« Jona griff nach dem Teller des Mannes.

In diesem Augenblick geriet der Waggon ins Schlingern. Der Zug fuhr gerade in eine Kurve. Der Boden unter Jonas Füßen vibrierte, als sei ein Erdbeben im Gange. Sie geriet aus dem Gleichgewicht und kam prompt mit der Glut der Zigarre in Berührung. Sie zuckte zurück, dabei stieß sie das bauchige Weinglas um, das vor der Frau stand.

Der Wein ergoss sich in die Suppe, spritzte über den Tellerrand und nässte die Tischdecke und die Bluse der Frau.

Jona lief rot an. Vor Schreck stand sie wie angewurzelt. Am liebsten hätte sie sich in ein Mauseloch verkrochen. Es war ihr erster Tag als Serviererin im Zugrestaurant, und ein Unglück hatte das andere im Schlepptau. Es war wie verhext! Zuerst hatte sie dem Colonel an Tisch sieben das falsche Essen gebracht, dann war ihr vor der Durchreiche eine Schüssel gekochter Bataten aus der Hand gerutscht, und jetzt verschüttete sie ein Glas Chateau Margaux, das glatte drei Dollar kostete.

»O, Madam, es tut mir so leid.« Sie griff nach der Serviette und begann, mit fliegenden Händen die Flecke vom Tischtuch zu tupfen.

Die Dame aus New York starrte sie mit abgrundtiefer Verachtung an. »Gehen Sie mir aus den Augen, Sie ungeschicktes Ding! Ich kann Ihren Anblick nicht länger ertragen.«

»Madam, ich … ich …« Jona war den Tränen nahe.

Mr. Henry, der Oberkellner, erschien. Er bat die aufgebrachten New Yorker in aller Form um Nachsicht, dann nahm er Jona am Ellbogen und schob sie über den Mittelgang zur Durchreiche der Bordküche.

»Du bist gefeuert«, verkündete er, als sie im Office vor der Küche standen.

»Gefeuert?« Jona rang um Fassung. »Aber der Mann hat mir die Hand verbrannt!«

Mr. Henry hob seine behandschuhten Hände. »Ich will nichts hören. Pack deine Sachen und verschwinde. Und halte dich in Zukunft von Speisewagen fern.«

»Das ist ungerecht.« Jona war am Boden zerstört. »Ich habe das doch nicht gewollt.«

»Aber du hast es getan.« Mr. Henry zupfte an seinen weißen Glacéhandschuhen. »Nur das zählt. Geh in deine Kabine und mach dich abmarschbereit. Dein Ausflug in die Welt der Gastronomie ist zu Ende. Der Zug hält in einer Stunde.«

»Mr. Henry, ich …«

»Tu’, was ich dir gesagt habe.«

Jona gab es auf. Mit dem hartherzigen Kerl war nicht zu reden. Die Würfel waren gefallen. Ihre Reise war definitiv beendet. So ein Mist!

»Was ist mit dem Lohn, der mir noch zusteht?«

Henry fuhr sich über sein pomadisiertes Haar. »Lohn? Für was? Soll das ein Witz ein, Jamie?«

»Ich heiße Jona«, fauchte sie.

»Dafür kann ich nichts.« Der Mann im Frack grinste süffisant. »Und jetzt entschuldige mich, ich muss mich um die Gäste kümmern, die du mit Wein begossen hast.«

Ohne ein weiteres Wort verließ Jona den Speisewagen. Über die Brücke gelangte sie in den nächsten Waggon. Als sie in das Abteil trat, das sie sich mit zwei anderen Serviererinnen bewohnte, wusste sie nicht, wie es jetzt weitergehen sollte. Seitdem sie ihr Engagement in der texanischen Tanzbar aufgegeben hatte, schien sich die ganze Welt gegen sie verschworen zu haben.

Alles, was sie anpackte, ging schief.

Sie ließ sich auf die Sitzbank nieder und starrte auf die Brandblase an ihrem Zeigefinger. Schuld an dem ganzen Übel war dieser gottverdammte Dreckskerl Jesse James!

Das Scheusal hatte Tim erschossen!

Tim Brandon, den besten Menschen auf der Welt. Ihren Tim, der zu ihr unterwegs war, um sie zu heiraten und für alle Zeit mit ihr zusammen zu sein.

Ein Gefühl von Hass, wie es Jona noch nie empfunden hatte, überkam sie. Es war so stark, dass sie am ganzen Körper zu zittern begann.

Im nächsten Moment brach sie hemmungslos in Tränen aus. Die Hände vors Gesicht geschlagen, weinte sie, bis ihr die Worte des Oberkellners im Kopf dröhnten.

Pack deine Sachen und verschwinde!

Unter Aufbietung all ihres Willens gelang es Jona, ihre Verzweiflung abzuschütteln. Sie strich sich durchs Haar, atmete tief durch und stand auf. Minutenlang verharrte sie vor dem Fenster und blickte auf die unendliche Prärielandschaft hinaus.

Sobald der Zug hielt, musste sie aussteigen. So hatte es Mr. Henry gefordert. Leider besaß sie kaum noch Geld, sodass sie sich kein Ticket für eine Weiterfahrt als Passagier leisten konnte. Diese verdammten Bucks! Dauernd litt sie unter Geldmangel, dabei hatte sie im Varieté in San Antonio nicht schlecht verdient. Sie konnte einfach nicht mit Geld umgehen, wie Sand rieselte es ihr zwischen den Fingern hindurch.

Deshalb konnte sie sich keine Fahrkarte kaufen und musste sich als Bedienung im Zugrestaurant verdingen, um nach Kansas zu gelangen.

Jona fluchte laut. Zum Glück wusste ihr Vater nichts von ihrer Misere. Immer wieder hatte er ihr in den Ohren gelegen, den Plan mit ihrer Tanzkarriere zu begraben. Ein ums andere Mal hatte er ihr finanzielle Hilfe angeboten. Stolz wie ein Spanier hatte sie seine Zuschüsse abgelehnt. Sie fand es ungeheuerlich, dass er sein Geld mit Frauen verdiente, die es Männern für Geld besorgten. Wie Pilze schossen seine Etablissements aus dem Boden. Sollte sie ihre Selbständigkeit mit den besudelten Dollars ihres Daddys erkaufen? Das war paradox. Nie würde sie das Geld eines Zuhälters annehmen.

Nie?

Auf einmal war sich Jona da nicht mehr so sicher.

Vielleicht sollte sie dem Vater noch eine Chance geben. Bestimmt würde er sich freuen, wenn sie von sich hören ließ.

Nein, niemals! Sie riss sich zusammen, verscheuchte die bequemen Gedanken. Bevor sie bei ihrem Vater zu Kreuze kroch, würde sie lieber wieder in einer Bar tanzen, mit blankem Busen, wenn es denn sein musste.

Bald darauf hielt der Zug.

Die Station hieß Baxter’s Hole, ein elendes Nest mit einer einzigen Straße, an der sich zwei Dutzend erbärmlicher Holzhütten aneinanderreihten. Auf dem Bahnsteig war außer zwei Eisenbahnern in blauer Uniform kein Mensch zu sehen.

Ihr Bündel auf dem Rücken, stieg Jona aus.

Als der Zug weiterfuhr, sah sie Mr. Henry am Fenster des Speisewagens. Er stand am Tisch des New Yorker Ehepaars und servierte Champagner in einem Eiskühler.

Jona wünschte allen Dreien die Pest an den Hals.

Plötzlich hörte sie hinter sich schleppende Trittgeräusche.

Sie wandte sich um und erkannte eine groß gewachsene Frau, die wie ein Mann gekleidet war. Die Fremde trug eine Fransenjacke aus ungegerbtem Leder, enge Röhrenpants, schmutzige Stiefeletten und einen breitkrempigen Stetsonhut. Unter ihrer Jacke lugte ein Holster mit einem großen Revolver hervor. Die Frau hielt eine halbvolle Schnapsflasche in der Hand.

Drei Schritte vor Jona blieb sie stehen, setzte die Flasche an den Mund und trank. Dann wischte sie sich auf Männerart über die Lippen und glotzte Jona aus rotgeäderten Augen an.

»He, Kindchen!« Sie sah sich nach allen Seiten um, ehe ihre Säuferaugen auf Jona haften blieben. »Du armes Ding siehst aus, als würdest du eine gottverdammte Freundin brauchen! – Okay, jetzt hast du sie. Ich bin Martha Jane ...

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