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Lassiter - Folge 2075

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Lassiter und die Arapaho-Amazone
  4. Vorschau

Lassiter und die Arapaho-Amazone

Es war kalt, aber sie spürte nichts davon. Die ganze Nacht hatte sie neben dem hohen Gerüst gehockt, auf dem die leere Körperhülle ihres geliebten Bruders Lightning Arrow lag, verschnürt in der bemalten Büffelhaut, die noch vor zwei Wochen Teil seines Tipis gewesen war. Lightning Arrows Seele war in Wanagi Yata, dem Sammelplatz der Seelen, das wusste sie. Der Verlust quälte sie so sehr, dass sie nicht wusste, ob sie ohne ihn weiterleben wollte. Sie hatte ihr besticktes Lederhemd abgelegt, damit der große Geist keinen Widerstand fand, wenn er in ihr Herz eindringen wollte, um ihr den Weg zu zeigen, den sie ohne ihren Bruder gehen musste, doch noch hatte sie kein Zeichen erhalten, dass er bereit war zu helfen …

Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. Jammernde Laute stiegen aus ihrer Kehle, die in einen auf- und abschwellenden Singsang übergingen, ihr nackter Oberkörper schwang dabei vor und zurück.

Plötzlich verstummte sie. Ihre Bewegungen erstarrten.

Sie hatte den Schrei eines Adlers gehört.

Sie riss die Augen auf und erschrak zutiefst, als sie den großen Vogel mit dem weißen Kopf und dem gekrümmten gelben Schnabel auf sich zuschießen sah. Die mächtigen Schwingen schlugen heftig. Der Wind, den sie entfachten, wirbelte ihr langes schwarzes Haar durcheinander und ließe die weiße Adlerfeder, die sie darin trug, flattern. Sie glaubte schon, dass die Krallen seiner vorgestreckten Greifer in ihren Körper hacken würden, doch dann war der Weißkopfadler mit einem pfeifenden Schrei an ihr vorbei.

Sie warf sich herum und wollte aufspringen. Doch dann sah sie, dass der große Adler den Körper des Toten als Landeplatz ausgewählt hatte. Er legte die Schwingen zusammen. Seine kleinen Augen starrten sie an. Dann hackte sein mächtiger Schnabel hinab und riss den Köcher mit Pfeilen in die Höhe, der auf dem Büffelfell lag. Als er ihn wieder losließ, kippte der Köcher über den Rand des Gerüsts und fiel vor ihr auf den Boden.

Wieder stach der spitze Schrei des Adlers in ihre Ohren. Seine Schwingen breiteten sich aus, und mit kräftigen Schlägen gewann er schnell an Höhe. Er flog über ihr ein paar Kreise, dann drehte er ab und war bald nur noch ein kleiner schwarzer Punkt in der hellen Bläue des morgendlichen Himmels.

Sie starrte auf den vollen Köcher vor ihren Knien und fasste instinktiv nach der weißen Feder in ihrem Haar. Lightning Arrow hatte sie als Junge aus dem Nest eines Adlers geholt und seiner kleinen Schwester geschenkt. Sie hatte sie von da ab immer bei sich getragen und sie hatte ihr schließlich ihren Namen White Feather gegeben. Für sie war die Feder immer das Band gewesen, das sie und ihren geliebten Bruder miteinander verbunden hatte.

Von einem Moment zum anderen begann sie zu frieren. Sie spürte, wie sich die Haut auf ihren Brüsten zusammenzog. Sie erhob sich und wollte sich schon nach ihrem Lederhemd bücken, als dumpfe Geräusche an ihre Ohren drangen.

Sie zuckte heftig zusammen, denn sie wusste sofort, was es zu bedeuten hatte. Mit einem Satz war sie auf den Beinen, die in ledernen Leggings steckten. Um die Hüften hatte sie einen Schurz geschlungen, an dessen Gurt ein Messer in einer Scheide befestigt war.

Der Adler war plötzlich wieder da. Sie hatte nicht bemerkt, dass er sich ihr abermals genähert hatte. Diesmal blieb er weit über ihr, aber sie vernahm seine Schreie, die auffordernd klangen.

Wer war er? War es Wanbli, der Adler, in dem sich der Große Geist manifestierte?

Ihr Blick fiel hinab auf den Köcher, und auf einmal wusste sie, dass Wanbli zu ihr gekommen war, um ihr den Weg zu zeigen.

Sie nahm den Köcher auf. Ihr Blick fiel zum vorderen Pfosten des Totengerüsts. An ihm hing der große Kriegsbogen Lightning Arrows.

Sie ging hin und nahm ihn ab. Sie hielt ihn nicht zum ersten Mal in den Händen. Lightning Arrow hatte sie gelehrt, mit ihm umzugehen. Als sie den Bogen das erste Mal in den Händen gehalten hatte, war er überrascht gewesen, wie selbstverständlich sie mit der Waffe umging, und als ihr erster Pfeil mitten ins Ziel traf, hatte er ihr staunend gesagt, dass sie ein Krieger sei, der nur in einem falschen Körper steckte.

Sie warf sich den Köcher über die Schulter, behielt den Bogen in der linken Hand und lief auf den Hügelkamm zu, hinter dem die Geräusche lauter geworden waren. Sie hörte neben dem Pochen von Hufen den anfeuernden Schrei eines Mannes.

Dann hatte sie den Hügelkamm erreicht und sah die kleine Rinderherde unter sich. Sie wurde nach Westen getrieben, hinaus aus dem Wind-River-Gebiet, in dem sie und ihr Stamm lebten.

Die Kehle wurde ihr eng, als sie sah, dass es nicht nur braune Rinder waren, sondern auch schwarz-weiß gefleckte. Die bunten gehörten den Arapahos, so war es in einem Vertrag mit Big Jim Fremont vereinbart.

Die kleine Herde wurde von einem Mann getrieben. Sie kannte ihn nicht. Er gehörte zu den Cowboys, die der neue Vormann nach Big Jim Fremonts Tod eingestellt hatte.

Der Mann riss sein Pferd herum, als er die Gestalt auf dem Hügelkamm entdeckte. Sie sah, wie sich sein Gesicht zu einem breiten Grinsen verzog. Dann griff er vor sich ans Sattelhorn und löste sein Lasso. Mit einem Schrei stieß er seinem Pferd die Hacken in die Weichen und trieb es den Hang zu ihr herauf. Über seinem Kopf begann die Lassoschlinge zu kreisen, und sie wusste, dass er vorhatte, sie wie ein Kalb einzufangen.

Sie presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.

Über ihr schrie Wanbli, der Adler.

Es war, als würde ihr toter Bruder aus dem Jenseits zu ihr sprechen.

Ihre Bewegungen, mit denen sie einen Pfeil aus dem Köcher auf ihrem Rücken zog und auf die Sehne des Bogens legte, schienen ihr völlig natürlich, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan.

Keinerlei Unruhe war in ihr, als sie den Bogen hob und die Sehne spannte.

Der Cowboy war bis auf fünf Yards an sie herangekommen. Im nächsten Augenblick würde die Lassoschlinge auf sie zufliegen.

Der Pfeil verließ die sirrende Sehne.

Sie sah, wie er dicht über der Beuge seines angewinkelten linken Arms in seinen Körper schlug und ihn aus dem Sattel hob. Das braune Pferd wieherte schrill und wich mit einem Satz zur Seite der nackten jungen Indianerin aus, die sich nicht von der Stelle gerührt hatte.

Der Reiter war zu Boden gestürzt. Er rührte sich nicht mehr.

White Feather wusste, dass ihr Pfeil ihn mitten ins Herz getroffen hatte. Sie ließ ihren Blick über die kleine Herde wandern, die zum Stehen gekommen war, weil sie nicht mehr getrieben wurde, und das saftige Gras zu fressen begann, das in dieser Senke wuchs.

In ihr war kein Gefühl, als sie zu dem toten Cowboy hinüber ging. Sie streckte die Hand aus, um ihm den Pfeil aus der Brust zu ziehen. Etwas ließ sie zögern. Als sie sah, wie ein wenig Blut aus der Wunde quoll und seine hellblaue Jacke rot färbte, ließ sie den Pfeil in seiner Brust stecken und wandte sich ab.

Sein Pferd war zu ihm zurückgekehrt. Sie kümmerte sich nicht darum, sondern lief zum Gerüst hinüber, auf dem ihr toter Bruder lag. Sie hängte den Bogen zurück an den Pfosten.

Sie fror wieder, als sie ihr Lederhemd aufnahm und es überstreifte. Dann rief sie nach ihrer Appaloosa-Stute, die am Waldrand gegrast hatte. Das Tier kam sofort.

Sie schwang sich auf den Rücken und legte von dort aus den Köcher, in dem nun einer der zwölf Pfeile fehlte, zurück auf das bemalte Büffelfell, in das ihr toter Bruder eingeschnürt war, zog die Stute herum und ritt hinüber zu der kleinen Rinderherde.

Es bereitete ihr keine Mühe, das halbe Dutzend schwarz-weiß gefleckter Kühe aus der Herde abzusondern. Nach einer halben Stunde trieb sie sie in die Richtung zurück, aus der der Cowboys sie geholt hatte.

Über ihr zog Wanbli, der Adler, seine Kreise. Einmal noch schrie er, dann schwenkte er ab und verschwand hinter den hohen Tannen, die die Hügel am Wind River bedeckten.

»Danke, Wanbli«, murmelte sie. »Du hast mir den Weg gezeigt, der mich zu Lightning Arrow bringt. Jetzt zeige mir auch den Weg, der zu Lightning Arrows Mörder führt …«

***

Sie froren in der Kutsche. Ein eiskalter Wind blies durch alle Ritzen, und Lassiter hatte manchmal das Gefühl, als würden Nadeln in seine Gesichtshaut stechen.

Er spürte, wie sich Molly Keaton eng an ihn presste. Auch sie fror, obwohl sie einen dicken Büffelfellmantel trug und ihre Pelzkappe nur Augen und Nase in ihrem hübschen Puppengesicht freiließ. Sie litten, weil sie mit den Gesichtern in Fahrtrichtung saßen. Die gegenüberliegende Bank war mit drei älteren Frauen besetzt, denen sie es nicht hatten zumuten wollen, der beißenden Zugluft ausgesetzt zu sein. Ihre missbilligenden Blicke störten Molly nicht, die so dicht an den großen Mann herangerückt war, dass es aussah, als wolle sie in ihn hineinkriechen. Wenn die Ladys, die mit in Fort Washakie stationierten Offizieren verheiratet waren, gewusst hätten, was Molly unter der Decke, die über ihrem und Lassiters Schoß lag, mit ihrer linken Hand knetete, wären sie wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen.

Er hatte Molly in Laramie kennengelernt, als sie gleichzeitig ihre Tickets für die Butterfield-Kutsche nach Medicine Bow erstanden hatten. Er hatte sie zu einem Abendessen eingeladen, nachdem sie ihm deutlich zu erkennen gegeben hatte, dass sie an ihm interessiert war, und nach dem Essen waren sie in seinem Hotel zusammen im Bett gelandet. In allen Stationen, in denen sie seitdem übernachtet hatten, war Molly zu ihm unter die Decke gekrochen. Sie hatten wilde Nächte hinter sich, und manchmal hatte er am nächsten Tag, wenn sie wieder mit den Soldatenfrauen in der Kutsche gesessen hatten, das Gefühl gehabt, sie müssten ihm und Molly ansehen, was sie während der ganzen Nacht getrieben hatten.

Molly schien nicht zu wissen, was sie mit ihren fleißigen Fingern anrichtete. Wenn sie so weiter machte, würde ihm bald einer abgehen, deshalb rückte er ein Stück zur Seite, sodass ihre Hand von seinem Schoß abglitt. Sie wollte sofort wieder näher an ihn rücken, doch er beugte sich vor, als wolle er einen Blick aus dem Fenster der Kutsche werfen, wobei ihm die Decke vom Schoß rutschte. Molly schaffte es gerade noch, ihre Hand zurückzuziehen. Offenbar befürchtete sie doch, dass das Gerede der Frauen ihren Ruf im Fort mehr schaden würde, als es ihr lieb sein konnte. Vielleicht dachte sie dabei auch an ihren Vater, Lieutenant Colonel Angus Walker Keaton, der Kommandant von Fort Washakie war. Beleidigt stülpte sie die Lippen, rutschte zur anderen Seite der Bank und entzog Lassiter damit die Decke, sodass er sofort die kalte Zugluft an den Beinen spürte.

Er blickte jetzt wirklich aus dem Fenster.

Die Kälte des sterbenden Winters hier im Norden Wyomings mochte er nicht, er zog die Wärme des Südens vor und war froh, wenn ihn ein Auftrag der Brigade Sieben in die südlichen Staaten der Union führte. Sein Gesicht war von der Sonne braun gebrannt, denn sein letzter Auftrag hatte ihn nach Mexiko geführt, wo er eine Geisel aus den Händen des berüchtigten Banditen Ben Coleman befreit hatte. Es war eine junge Frau gewesen, die Tochter eines der reichsten Männer von Texas. Ein Lächeln glitt über seine harten Züge, als er an die heißen Nächte dachte, die er mit ihr auf dem Weg zurück nach El Paso verbracht hatte. Die Nächte dort unten im Big Bend waren auch kalt gewesen, doch während des Tages hatte ihm die Sonne den Schweiß aus den Poren getrieben.

Trotz des kalten Windes und der Sonne, die noch nicht wärmte, gefiel ihm diese hügelige grüne Landschaft im Schatten der Continental Divide, die den Kontinent in Ost und West teilte. Die Flüsse, die hier an den östlichen Hängen der Rockies entsprangen, suchten sich ihren Weg zu den großen Strömen des Missouri und Platte River, deren Wasser sich in den Mississippi, der Mutter aller Flüsse, und schließlich in den Golf von Mexiko ergossen.

Er lehnte sich wieder zurück und schloss die Augen, weil die musternden Blicke der Offiziersfrauen Unbehagen in ihm auslösten. Offenbar wussten sie genau, was zwischen ihm und der Tochter des Colonels gelaufen war, denn sie waren seit Laramie, wohin ihn die Union Pacific gebracht hatte, in den verschiedenen Kutschen zusammen gereist.

Das Gefährt, in dem sie die letzten Meilen bis Fort Washakie zurücklegten, gehörte der Kavallerie. Auf ihrem Bock saßen zwei Soldaten. Sie hatten den Befehl, die drei Offiziersfrauen und die Tochter des Colonels von Lander abzuholen und nach Fort Washakie zu bringen. Die kleine Stadt lag am Rand der Northern Arapaho Reservation, die vor vier Jahren für die nördlichen Arapahos und östlichen Shoshonen eingerichtet worden war.

Diesmal war er im Auftrag des BIA, des Bureau of Indian Affairs, unterwegs, das ebenso wie die geheime Organisation der Brigade Sieben dem Innenministerium unterstellt war.

Es ging um eine eskalierende Auseinandersetzung zwischen den Arapahos und Shoshonen im Reservat und einer riesigen Ranch, die im Westen an das Reservat grenzte. Genaues wusste Lassiter noch nicht. Man hatte ihm gesagt, dass er von Colonel Keaton, dem Kommandanten von Fort Washakie, der für die Northern Arapaho Reservation verantwortlich war, alles Weitere erfahren würde.

Er drehte den Kopf zu Molly um. Sie schmollte noch immer und blickte krampfhaft aus dem anderen Fenster. Er hoffte, dass die Gerüchte über ihn und Molly, die mit Sicherheit bald im Fort von den Offiziersfrauen verbreitet wurden, sein Verhältnis zum Colonel nicht belastete.

Er kniff die Lider ein wenig zusammen, als er den Reiter sah, der plötzlich auf einem Hügel westlich des Fahrwegs aufgetaucht war. Er saß auf einem Appaloosa, dessen typische fleckige Zeichnung auf der Hinterhand deutlich zu erkennen war.

Dann sah er an den Bewegungen des Reiters, dass es eine Frau sein musste. In ihren langen schwarzen Haaren flatterte eine weiße Feder im Wind. Sie trug ein buntes Lederhemd und hellbraune Leggings. Eine Weile folgte sie mit ihrem Blick der Kutsche, dann zog sie ihr Pferd herum und war wieder hinter dem Hügelkamm verschwunden.

Er hörte die Stimmen der beiden Soldaten auf dem Bock, konnte aber nicht verstehen, was sie sagten. Offenbar hatten auch sie die Reiterin gesehen.

Er lehnte sich wieder zurück und atmete tief die kalte Luft ein. Sie war es, die ihn in diesem Moment den Süden vergessen ließ. Diese klare Luft war Balsam für seine Lungen. Sie machte die Gedanken frei und den Blick klar.

Er hörte, wie einer der Soldaten etwas rief, das sich wie Washakie anhörte, und als er sich wieder vorbeugte, die Augen zusammenkniff und den Kopf aus dem Fenster streckte, sah er die flachen Gebäude des weitläufigen Forts in der Ebene südlich des Wind River liegen.

Auch die Frauen begannen sich jetzt zu bewegen. Sie schienen froh zu sein, dass die Tage in den rumpelnden Kutschen endlich vorbei waren …

***

White Feather wusste, dass der Tote nicht mehr dort liegen würde, wo er mit ihrem Pfeil im Herzen vom Pferd gestürzt war, als sie sich dem Gerüst näherte, auf dem ihr Bruder bestattet war.

Black Wolf, ihr Vater, hatte ihr von der Aufregung berichtet, die im Fort geherrscht hatte. Mrs. Sheeree Fremont war mit ihrer ganzen Mannschaft im Fort erschienen. Aus der Brust des toten Cowboys, den sie auf einer Schlepptrage mitgebracht hatten, ragte immer noch der Pfeil, der ihn getötet hatte.

Mrs. Fremont hatte von Colonel Keaton verlangt, dass ihr der Mörder ausgeliefert wurde, damit sie ihn vor ein Gericht bringen und aufhängen lassen konnte.

Chief Washakie, der Shoshonen-Häuptling, der auch für die Arapahos in der Northern Arapaho Reservation sprach, war gerufen worden und er hatte sich den Pfeil angesehen, durch den der Cowboy gestorben war.

»Lightning Arrows Pfeil«, hatte er gesagt.

Alle hatten ihn ungläubig angestarrt. Der junge Arapaho-Krieger war seit mehr als zwei Wochen tot, gestorben durch eine hinterhältige Kugel, die ihn in den Rücken getroffen, sein Herz durchbohrt und auf seiner Brust ein mehr als faustgroßes Loch gerissen hatte.

Colonel Keaton hatte sich persönlich in den Sattel seines Pferdes geschwungen und war mit Lieutenant Jeremy Boyle, Chief Washakie, Black Wolf und Mrs. Fremonts Männern zu der Stelle unterhalb des Hügelkamms geritten, an der der Tote gefunden worden war.

»Dies hier ist Arapaho-Gebiet«, hatte Chief Washakie gesagt, und seine Frage, was der Fremont-Cowboy hier zu suchen gehabt hatte, hing unausgesprochen in der Luft.

»Das ist kein Grund, einen Mann zu töten«, hatte Mrs. Fremont gefaucht.

Der Colonel hatte stumm zugeschaut, wie Lieutenant Boyle und Black Wolf umherritten und nach Spuren suchten. Wenig später erklärte der Lieutenant dem Colonel, dass der Cowboy Rinder in Richtung Westen getrieben hätte. Eine kleine Herde von einem halben Dutzend Tieren sei dann wieder zurück nach Osten getrieben worden, von einem Reiter, dessen Pferd nicht beschlagen war.

Sie waren dann zur Begräbnisstätte von Lightning Arrow geritten und Black Wolf hatte festgestellt, dass aus dem Köcher seines toten Sohnes, der auf dem Totenbündel lag, ein Pfeil fehlte – eben jener, durch den der Cowboy gestorben war.

»Lightning Arrows Geist«, hatte Chief Washakie gemurmelt. »Er irrt herum. Er kann nicht in die Ewigen Jagdgründe, bevor sein hinterhältiger Mörder die gerechte Strafe ereilt hat.«

»Das ist doch Schwachsinn!«, hatte Sheeree Fremont den Colonel angefaucht. »Es gibt keine Geister! Finden Sie den Mörder, Colonel.

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