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Lass dich nicht vereinnahmen

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Unsichtbare Fesseln: Wie wir uns selbst die Freiheit nehmen

Sich auf etwas einigen zu können und zu Kompromissen bereit zu sein, gehört zum Wesen jeder sozialen Beziehung – beruflich wie privat. Jede zwischenmenschliche Beziehung ist mehr oder weniger stark geprägt von gegenseitiger Beeinflussung. Jede Freundschaft, die wir eingehen, jede Unterstützung, die wir einem anderen für ein persönliches Vorhaben gewähren, jede Verabredung, jede Zusage verlangt uns etwas ab. Solange wir gerne und freiwillig auf den anderen eingehen und uns nicht dazu gezwungen sehen, seine Forderungen und Wünsche zu erfüllen, fühlen wir uns nicht vereinnahmt. Vor allem dann nicht, wenn wir wissen, dass er oder sie in einer vergleichbaren Situation auch auf unser Anliegen eingehen wird. In diesem Miteinander sind Geben und Nehmen ausgewogen und niemand nimmt den anderen einseitig in Beschlag.

Unzufrieden werden wir erst, wenn wir uns überfordert oder ausgenutzt fühlen. Andere Menschen – unser Partner, unsere Freunde, die Familie, Kollegen und sogar uns völlig Fremde – können uns stark in unserer Freiheit einengen, indem sie unsere Zeit und Energie, manchmal auch unser Geld, für die Erfüllung ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse nutzen wollen. Warum geben wir ihnen die Macht, uns zu vereinnahmen? Fehlen uns im jeweiligen Moment die richtigen Argumente? Wollen wir den anderen nicht enttäuschen? Haben wir Angst, er könnte beleidigt oder abfällig reagieren? Fürchten wir Schuldgefühle oder als hartherzig, egoistisch oder hinterwäldlerisch zu gelten? Warum glauben wir, weniger gemocht oder geliebt zu werden, wenn wir uns um unsere eigenen Bedürfnisse kümmern und für uns selbst sorgen, statt vorrangig anderen zur Verfügung zu stehen?

Diesen Fragen will ich im »kleinen Coach« nachgehen. Er soll Sie dabei unterstützen, Vereinnahmungsversuche anderer frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Strategien gegenzusteuern.

Zunächst finden Sie in einem Selbsttest heraus, welcher »Vereinnahmungstyp« Sie sind, das heißt, auf welche Knöpfe andere drücken, um Sie dazu zu bringen, »Ja« zu sagen, wo Sie eigentlich »Nein« meinen. Sie erfahren, warum Sie in vorauseilenden Gehorsam verfallen und vor allem auch, was Sie dagegen tun können. Nutzen Sie die speziell auf Ihren Typ zugeschnittenen Selbstcoachingpläne, um sich aus der Vereinnahmungsfalle zu befreien. Praktische Übungen und Tipps geben Ihnen zudem die Chance, zu erkunden, was für Sie im Alltag die wirksamsten Wege zu mehr innerer Entscheidungsfreiheit sind. Das Ziel ist, Schritt für Schritt innerlich frei zu werden und nebenbei auch Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihre Sigrid Engelbrecht

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Kap1

Auf welchen Knopf drückt der andere, wenn er Sie vereinnahmen will?

JEDER VON UNS REAGIERT AUF BESTIMMTE SITUATIONEN, Signale und Schlüsselsätze, die dafür sorgen, dass wir gegen unsere eigenen Interessen handeln. Es geht dabei um Impulse, auf die wir unserem Typ entsprechend besonders anspringen und automatisch mit dem immer gleichen Muster reagieren. Welche Tasten das sind, auf die die anderen bei Ihnen erfolgreich drücken, erfahren Sie im folgenden Test.

Wahrscheinlich werden Sie sich nicht nur in einem einzigen Profil wiedererkennen, sondern haben verschieden starke Anteile in den einzelnen Kategorien. Die Typzuschreibungen haben nicht nur problematische Seiten, sondern spiegeln auch Qualitäten. So geht es nicht darum, die für Sie typischen Eigenschaften zu bekämpfen, denn wir brauchen schließlich alle ein gewisses Maß an Pflichtbewusstsein, Spontaneität, Einfühlungsvermögen und gesunden Selbstzweifeln, um das Leben erfolgreich zu meistern. Das Ziel ist vielmehr, dass Sie für Vereinnahmungsstrategien sensibel werden und entsprechende Versuche geistesgegenwärtig zurückweisen. Und dass Sie sich die innere Autonomie zurückerobern, sich freien Herzens für oder gegen etwas entscheiden zu können.

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