Logo weiterlesen.de
Landluft für Anfänger - 10

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist »Landluft für Anfänger«?
  3. Die Autorinnen
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Freitag, 4. Juli
  7. Samstag, 5. Juli
  8. Sonntag, 6. Juli
  9. Montag, 6. Juli
  10. Dienstag, 8. Juli
  11. Das zehnte Rezept aus Marthas Küche
  12. In der nächsten Folge

Was ist »Landluft für Anfänger«?

»Landluft für Anfänger« ist ein zwölfteiliger Serienroman, der ein Jahr lang jeden Monat über zwei unterschiedliche Schwestern und ihr Leben auf einem geerbten Hof im Spreewald berichtet. Die Serie gibt es sowohl als E-Book als auch als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Die Autorinnen

Simone Höft, geboren 1968, und Nora Lämmermann, geboren 1978, trennen – wie die Protagonistinnen ihrer Romanreihe – zehn Jahre Lebenserfahrung, ein Kind und 475 Kilometer Luftlinie zwischen Köln und München. Gemeinsam sind ihnen ein abgeschlossenes Germanistikstudium, die langjährige Arbeit für Film und Fernsehen sowie eine mal mehr mal weniger gut funktionierende WLAN-Verbindung.

»Landluft für Anfänger« ist ihre erste, gemeinsame Romanreihe.

 

»Vaterfreuden«

Oder: »Der Gast ist König«. Oder etwa nicht? Während Mia, dem Familiengeheimnis auf der Spur, etwas zu tief in die Privatsphäre der Pensionsgäste eindringt, ist es ausgerechnet Iris, die einen unhöflichen Besucher vor die Tür setzt. Dabei handelt es sich um einen Mann, der beiden Frauen nur allzu gut bekannt ist …

Freitag, 4. Juli

Abbildung

16:30. Rezeption in der Pension Hedwig

Halb fünf und immer noch gute fünfunddreißig Grad im Schatten. Hier, innerhalb der dicken Gemäuer unserer Pension, lässt es sich gut aushalten – zumindest im Erdgeschoss. Die Familie, die gerade bei mir eincheckt, konnte wohl die Vorteile eines vollklimatisierten Autos genießen, sonst wäre den beiden Sprösslingen ihre Streitsucht in der drückenden Hitze sicher vergangen. Aber so … »Ich will aber nicht mit dem Baby in einem Bett schlafen! Die pupst bestimmt die ganze Nacht!« – »Du pupst.« – »Nein, du!« Es gibt Momente, da bin ich froh, dass Fabienne Einzelkind geblieben ist. Während der Junge und das Mädchen vor unserem noch jungfräulichen Rezeptionstresen im Flur zu rangeln anfangen, füllen die Eltern die Anmeldekarte aus.

Anmeldekarte: Pension Hedwig

Name der Gäste:

Herr Thomas Eitl und Frau Katharina Sonnenschein
+ zwei Kinder

Zeitraum des Aufenthalts:

Von:     4. Juli
Bis:     11. Juli

»Kann man die Betten der Kinder vielleicht auseinanderschieben?«, fragt die Frau. – »Leider nein. Es ist eine Ausziehcou… »– »Aua!« Das Mädchen, ich schätze es auf sechs, fängt an zu weinen. »Jonathan!« Die Stimme des Vaters ist scharf. Typ ›Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens‹. Irgendwie erinnert er mich in seiner nervösen Angestrengtheit an einen meiner Klienten. Sofort dreht sich auch die Mutter um (eine leicht verhärmte, aber durchaus attraktive dunkelhaarige Mittdreißigerin mit ebenso spitzer Nase wie Zunge. Mittlere, aber fordernde Position, würde ich tippen. Vorstandssekretärin?). – »Ich hab gar nichts gemacht!« – »Ach, nein?« Der Mann nimmt seine Tochter auf den Arm, die sich dadurch bestätigt fühlt und in sirenenartiges Geheule ausbricht. Der Junge verdreht die Augen. »Deine Tochter hat doch zuerst getreten, da muss sie sich nicht wundern, wenn Jonathan sich wehrt«, versucht die Mutter das Geschrei zu übertönen und legt schützend den Arm um ihren Sohn, der ein paar Jahre älter als das Mädchen ist. ›Deine Tochter‹, alles klar. Entweder hier hat jeder sein Lieblingskind, oder das hier ist eine noch nicht allzu erprobte Patchworkfamilie. Das kann ja heiter werden. Wenigstens ebbt das Gebrüll ab. – »Ich will bei dir schlafen, Papa!« Das Mädchen legt seinen blonden Lockenkopf auf die väterliche Schulter und sieht die Frau, der ich den Schlüssel hinhalte, unter ihren nassen Wimpern verschlagen an. – »Mal sehen, Lenalein.« – »Mal sehen?« Die Stimme der Frau schraubt sich eine Etage höher. »Falls alle Stricke reißen, können wir noch ein Klappbett beistellen«, versuche ich die Situation zu entspannen und händige der Frau den Schlüssel zu unserer Suite aus. »Den Gang rechts und dann die beiden Türen auf der linken Seite.« Der Junge nimmt der Mutter den Schlüssel ab und rennt die Treppe hoch, worauf sich die Tochter vom Arm des Vaters strampelt und mit einem »Ich will die Tür aufmachen!!!!« hinterherwetzt. Kaum haben sich auch die Erwachsenen mit dem Gepäck Richtung Zimmer verabschiedet, höre ich draußen ein Taxi hupen. Zeitgleich beginnt das Telefon vor mir zu klingeln. Hier geht es wirklich zu wie im Taubenschlag. »Elke! Könntest du …?« Mias Mutter, die gerade draußen an der geöffneten Pensionstür vorbeiflaniert, macht eine Geste, als könne sie mich nicht verstehen, macht aber keine Anstalten, näher zu kommen. Sie ist immer noch beleidigt, weil sie vor ein paar Tagen die Suite räumen musste. Aber erstens brauchen wir die Zimmer, und zweitens ist das Gössel alles andere als stubenrein. Damit unsere Gäste nicht überall im Flur und in der Küche auf den Exkrementen ausrutschen, habe ich über das Gössel und damit kurzerhand auch über Mias Mutter Pensionsverbot verhängt. Jetzt residiert Elke samt Gänsebaby hinter der Remise in einem Zelt (ohne Boden!), das Mia für sie besorgt hat. Der Pension nähert sich Elke seitdem demonstrativ nicht mehr als auf ein paar Meter – wohl auch, weil meine Mutter noch bis Dienstag in ihrem Lutki-Zimmer wohnen bleiben darf (dann sind wir nämlich ausgebucht!). »Könntest du Mia sagen, Frau Jahnke ist angekommen und muss abgeholt werden?«, rufe ich also übertrieben laut und deute in Richtung Fließ, wo ich das Taxi vermute. »Bitte!« Mias Mutter verdreht die Augen, dreht dann aber in Richtung Remise ab. Ihr Ziehkind läuft aufgeregt schnatternd hinterher. Schnell greife ich zum Hörer, der immer noch auf dem altmodischen, roten Schnurtelefon liegt. (Mia ließ sich den Retroschick nicht ausreden.) »Pension Hedwig, Iris Neuberger, guten Tag?«

»Willkommen in der Pension Hedwig!« Über das Fließ winkt mir, als wäre ich der lang ersehnte Matrose auf Heimurlaub, eine kleine Dame in einem altmodischen beigen Kostüm zu. Neben ihr steht ein ebenso altmodischer roter Lederkoffer. Ich setze mit unserem neuen Ziehkahn ans andere Ufer über, um unseren letzten Gast auf unsere Insel zu holen. Die Vorrichtung haben Ernesto und sein Vater uns in den letzten Wochen gebaut. Sehr praktisch: Man kann sich an einem Seil, das an beiden Ufern über eine Rolle läuft und das mit dem Kahn verbunden ist, auf die jeweils andere Seite ziehen. Das ist erstens einfacher, als einen Kahn zu staken, zweitens ist niemand mehr davon abhängig, dass sich Boot oder Kahn gerade auf der »richtigen« Seite befinden. So müssen unsere Gäste nicht immer die Brücke benutzen, wenn sie die Insel verlassen oder betreten möchten. Bei der zierlichen älteren Dame da drüben bezweifle ich aber, dass sie den Transport eigenhändig bewältigt bekommt. Außerdem gehört das erstmalige Abholen zum Willkommens-Service. Die Ankunft der betagten Dame teilte mir eben meine Mutter in ihrer unvergleichlich charmanten Art mit. »Der Diktator verlangt nach dir!« Damit meinte sie wohl Iris, der sie immer noch übel nimmt, dass sie Elke im wahrsten Sinne des Wortes an die Luft gesetzt hat. Noch gefällt Elke sich in der Rolle der märtyrerhaften Dschungelkämpferin. Trotzdem frage ich mich, wie lange meine Mutter noch die bedürfnislose Gänsemama spielen kann. Das Gänsebaby folgt ihr wirklich rund um die Uhr auf Schritt und Tritt. Selbst zum Duschen muss sie Tweety mitnehmen! Sonst schreit das kleine Wesen sich die Seele aus dem Leib, und man muss Angst haben, dass es vor Aufregung an einem Herzinfarkt stirbt. Damit es unseren Gästen nicht ähnlich ergeht, haben wir meiner Mutter außerdem untersagt, mit ihren spirituellen Ritualen vor neun Uhr zu beginnen.

Mit einem satten PLONG schlägt der Ziehkahn an der jenseitigen Uferseite an, und ich springe elegant an Land. (Aus mir wird doch noch eine ordentliche Spreewälderin!) »Noch mal willkommen. Mia Mann.« Ich halte Frau Jahnke meine Hand hin. Doch anstatt mir ihr knochiges Händchen zu geben, guckt sie mich kritisch aus ihren kleinen, von unzähligen Falten umrahmten runden Augen an, und ihre silbrigweißen Schnickerlöckchen wippen unwillig. »Mein Mann? Der ist schon seit fünfzehn Jahren tot. Das weißt du doch, Dummchen.« Mit diesen Worten nimmt mich das zierliche Dämchen einfach in den Arm.

20:30. Küche im Schlangenkönig

Frau Jahnke muss wohl die Hitze zu Kopf gestiegen sein. Wer kann es ihr verübeln. Nach fast fünfstündiger Fahrt in Zügen mit kaputter Klimaanlage von Hamburg nach Vetschau wäre wohl jeder etwas verwirrt gewesen. Ich habe sie mit einer selbstgemachten eisgekühlten Zitronenlimonade in Marthas alten Sessel im Aufenthaltsraum verfrachtet. Ein eisgekühltes Getränk könnten wir hier in der Küche jetzt auch dringend gebrauchen. Während die meisten Gäste auf der Terrasse sitzen und den lauen Sommerabend genießen, dünsten Anja und ich hier drinnen wie in einer Dampfsauna über den brodelnden Töpfen vor uns hin. Als hätte Anja meine Gedanken erraten, stellt sie mir einen Aperol Sprizz neben den Herd. »Keine Sorge, nur ein Schuss Prosecco!«, grinst sie mich an. Aperol Sprizz scheint Anjas neueste Medizin gegen jede Art von Unbill zu sein. (Abgesehen davon, dass sie findet, nur weil wir auf dem Dorf leben, müssten wir ja nicht jeden Trend auslassen.) Für ihre letzte Offenbarung hätte es aber schon eher ein doppelter Wodka pur auf Eis sein müssen … Als ich mich bei unserem letzten Feierabend-Sprizz am Fließ dazu verleiten ließ, mich auffällig unauffällig nach Maik und Svenja zu erkundigen, hat mich Anja unter ihren wie Fliegenbeinchen getuschten Wimpern streng fixiert: »Mia, tut mir leid, det ick det jetzt so klar sage. Aber: Vergiss ihn. Unter anderen Umständen hätt ick dir jeraten: Kämpf. Denn ooch, wenn er in seiner Verstocktheit seinen Fischen Konkurrenz macht, mein Cousin (bzw. unserer, haha!) hat’n jutes Herz. Aber dit bringt ihn jetzt grad dazu, einen Fehler zu wiederholen. Svenja ist schwanger.« Vor Schreck verschluckte ich einen der herzförmigen Eiswürfel, die Anja in unsere Gläser hatte klirren lassen. Als das eiskalte Herz sich durch meine Speiseröhre bis in meinen Magen gearbeitet hatte, gab ich Anja Recht: Maik ist für mich Geschichte. Auch, wenn Elkes blödes Zelt mich wie ein Mahnmal täglich an ihn erinnert, denn Anja hat es von Maik geliehen, und sein Fischerei-Logo prangt fett auf den Außenwänden: Der Ofen ist aus. Der Käse ist gespitzt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Die Schlacht ist verloren. – Maik wird wieder Vater. Und hat damit eine Verantwortung für seine Familie.

23:00. In der schwesterlichen Remise

»Vati?!« Ich habe einen Olympia-verdächtigen Sprung vom Sofa hinter mir und ringe so unauffällig wie möglich um Fassung, indem ich versuche, ruhig zu atmen und meinen vom Adrenalin aufgescheuchten Puls unter Kontrolle zu bekommen. Ich starre ungläubig denjenigen an, der da ein paar Meter vor mir in der schwach beleuchteten Küche vorsichtig hinter dem massiven Tisch zum Vorschein kommt: meinen Vater. Wenige Sekunden zuvor ist er hinter dem Möbelstück in Deckung gegangen, weil seine aus dem Schlaf aufgeschreckte Tochter, also ich, laut schreiend von der Couch hochgeschnellt war und dabei nach dem Kerzenleuchter gegriffen hatte. Ich versuche meine Gedanken zu sortieren. Wie kommt mein Vater in unsere Küche? – »Die Tür stand sperrangelweit offen«, sagt er, und ein gewisser Vorwurf angesichts des feindseligen Empfangs ist deutlich zu hören. – »Es war so heiß und … ich muss eingenickt sein«, stammele ich. »Entschuldige, dass ich so … Aber mit dir hatte ich wirklich nicht gerechnet.« – »Offensichtlich«, sagt mein Vater trocken und mustert die beiden Bierflaschen auf dem Tisch, neben denen ich – immer noch benommen – den Kerzenleuchter abstelle. Ausgerechnet heute hatte ich, die sonst fast nie Bier trinkt, unbezwingbaren Durst auf gleich zwei kühle Pils. Der Blick meines Vaters wandert jetzt zu mir. Augenblicklich wird mir mein allzu legerer und zerknautschter Feierabend-Aufzug unangenehm bewusst. Sowie die Tatsache, dass der Fernseher läuft, weil aus der Ecke, in der er steht, plötzlich ein unmissverständliches Stöhnen an unsere Ohren dringt, begleitet von französisch anmutender schwüler Musik. Wieso bringen die um diese Zeit Erotik-Dramen? Ich räuspere mich und schnappe mir hastig die Fernbedienung. »Arte«, sage ich verlegen und zappe die sich einander umschlingenden und kunstvoll beleuchteten Körper vom Bildschirm. Bereue es jedoch augenblicklich, denn kaum ist das Gestöhne aus dem Fernseher verstummt, wird es von höchst realen ekstatischen Schreien abgelöst, die draußen durch die Stille des späten Sommerabends gellen. Ich denke ad hoc an Mia, dann an Elke und ihre Urschreie, bevor mir klar wird, dass es sich um das verliebte Pärchen in einem unserer Doppelzimmer handeln muss, das da im sich steigernden Duett einen offenkundig nahenden Höhepunkt zum Besten gibt. Mein Vater schaut mich konsterniert an. Ich möchte auf der Stelle im Boden versinken. Und eine weiche, leicht heisere Stimme hinter ihm sagt belustigt: »Siehst du, Bernd, während dieser Hitze kann niemand bei geschlossenen Fenstern schlafen.« Jetzt erst bemerke ich die weibliche Gestalt, die sich aus dem Schatten hinter ihm löst. Eine attraktive Frau mit kurzen dunklen Haaren kommt auf mich zu und hält mir die Hand hin. Sie ist schlank, und die Falten in ihrem gebräunten Gesicht verraten, dass sie mindestens Anfang fünfzig sein muss, wenngleich der federnde Gang und die leuchtenden großen Scheinwerfer in ihrem Gesicht sie viel jünger wirken lassen. »Ich bin Hella, Bernds bessere Hälfte. Bitte entschuldige, dass wir euch einfach so überfallen. Um diese Zeit! Wir waren in Berlin, das Ganze war meine Idee. Ich habe deinen Vater zu dem kleinen Abstecher in seine alte Heimat überredet.« Sie lächelt mich offenherzig an, und ich schüttle ihr leicht überfordert die Hand. – »Oh, das, ähm, freut mich. Ich bin Iris«, stottere ich, während ich versuche, die Situation zu erfassen. Da steht Mias und mein Vater mitten in unserer Remise, vor mir seine neueste Eroberung, und drüben in der Pension schlummern die Mütter seiner Töchter und ahnen nichts Böses. »Großer Gott«, ruft Hella und fängt meine Verwirrung mit einem rauen Lachen auf, »du wusstest natürlich nicht einmal, dass dein Vater jemanden an seiner Seite hat.« Mein Vater hat eigentlich immer jemanden an seiner Seite, könnte ich jetzt kontern, lasse es aber sein. »Das sieht Bernd ähnlich.« Sie dreht sich lächelnd zu ihm um. – »Wie sieht es aus?«, unterbricht das Opfer ihres liebevollen Spotts jetzt brüsk. »Können wir hier schlafen? Allmählich wird es selbst für diesen Wellness-Kasten in Burg zu spät.« Und in Hellas Richtung knurrt er: »Ich hab ja gleich gesagt, wir sollten direkt nach Burg fahren und erst morgen hier aufschlagen.« Allmählich finde ich zu meiner normalen Verfassung zurück. – »Ach wo!«, sage ich«, »Natürlich könnt ihr hier übernachten. Schon, damit ihr nicht die Konkurrenz unterstützt!« Mein Vater wirft mir einen Blick zu, der mein wiedergefundenes Selbstbewusstsein innerhalb von Nanosekunden auf die Größe einer Hausstaubmilbe schrumpfen lässt. Unsere kümmerliche Pension als Konkurrenz des Burger Wellnesshotels auszugeben, ist natürlich ziemlich hoch gegriffen. Wenn ich daran denke, meinem Vater morgen unser ›Werk‹ hier zeigen zu müssen, bricht mir der kalte Schweiß aus.

0:30. Terrasse des Schlangenkönigs

Es ist kurz vor eins und immer noch so heiß, dass zumindest mir kleine Bäche den Rücken hinunterrinnen. Vermutlich findet heute deshalb keiner nach Hause. Oder besser gesagt ins Bett, denn unsere letzten Mohikaner sind allesamt Hausgäste: Eine Herrengruppe, die im Schlangenkönig nächtigt, hat ein Auge auf die beiden zünftigen Rentner-Schwestern aus unserem geblümten Doppelzimmer geworfen. Rita und Christa Schaller, offenbar sind sie ledig geblieben. Als ich die »Letzte Runde!« ausrufe, laden die Herren die Damen auf einen Schnaps ein. Anstandshalber zieren sie sich ein wenig, lenken dann aber gespielt ergeben ein. Sie haben es ja nicht weit nach Hause. Einen aufs Haus bringe ich Opa Conny, der den Stammtisch ebenfalls nach draußen verlegt hat. Nicht ganz ohne Hintergedanken, brennt mir doch immer noch die Frage nach den mysteriösen verschollenen Papieren von Martha unter den Nägeln, von denen Opa Conny Iris bei der Heuernte erzählt hat. Auch wenn Iris mir weismachen will, wir hätten beim Ausräumen der Remise Marthas Schatz weggeworfen oder der alte Mann habe vielleicht einfach irgendetwas erzählt und es gar nicht so konkret gemeint, will ich mich damit nicht abfinden. Wieso sollte er von Papieren und Dokumenten erzählen, wenn es keine gab? Und wenn es sie gab: Für Martha müssen diese Papiere aus irgendeinem Grund sehr wichtig gewesen sein. Sonst hätte sie Opa Conny nicht in den letzten Stunden ihres Lebens gebeten, sie für sie aus dem Keller zu ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Landluft für Anfänger - 10" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen