Logo weiterlesen.de
Learn Attack Deutsch

Inhalt

Vorwort

Erschließen eines literarischen Textes

Gedichtinterpretation

Erschließen eines literarischen Textes

Interpretation einer Dramenszene

Erschließen eines literarischen Textes

Interpretation eines epischen Textes

Erschließen eines pragmatischen Textes

Sachtextanalyse

Erschließen von zwei Texten

Textvergleich

Argumentierendes Erschließen eines Textes

Texterörterung

Argumentieren ohne Textvorlage

Freie Erörterung

Lösungen

Vorwort

Liebe Schülerin, lieber Schüler,

dieses Buch aus der LEARN ATTACK-Reihe unterstützt dich optimal während der gesamten Oberstufe, aber auch gezielt bei der Abiturvorbereitung im Fach Deutsch. Du findest alle relevanten Themen der Sekundarstufe II verständlich erklärt und auf das Wesentliche konzentriert:

Gedichtinterpretation

Interpretation einer Dramenszene

Interpretation eines epischen Textes

Sachtextanalyse

Textvergleich

Texterörterung

Freie Erörterung

Anhand von Beispielaufgaben wird dir schrittweise und somit nachvolziehbar der zentrale Stoff der Oberstufe erklärt. Zu jedem Bereich gibt es einzelne Aufgaben, mit denen du selbstständig arbeiten und zuvor Gelerntes einüben kannst.

Die ausführlichen Lösungen findest du am Ende des Buches.

Viel Erfolg!

Erschließen eines literarischen Textes

Gedichtinterpretation

Aufgabenstellung erfassen

image

Analyseschwerpunkte

Operatoren

Analyse vorbereiten

image

Erster Eindruck und Deutungshypothese

Bauform und äußere Kennzeichen erfassen

image

Visuelle Signale

Bauform

Klangliche Gestaltungsmittel untersuchen

image

Versmaß

Reime und Kadenzen

Klangfiguren

Den Inhalt erfassen

image

Thema, Gedankengang und Titel

Motive und Stoffe

Sprecher und Adressat

Sprachliche Gestaltungsmittel untersuchen

image

Satzbau und Versbau

Wortwahl

Sprachbilder

Gliederung und Verfassen deines Aufsatzes

image

Einleitung

Hauptteil

Schluss

MATERIAL

Karoline von Günderode (1780–1806)

Die eine Klage

Wer die tiefste aller Wunden Hat in Geist und Sinn empfunden Bittrer Trennung Schmerz; Wer geliebt was er verlohren, Lassen muß was er erkohren, Das geliebte Herz,

Der versteht in Lust die Thränen Und der Liebe ewig Sehnen Eins in Zwei zu sein, Eins im Andern sich zu finden, Daß der Zweiheit Gränzen schwinden Und des Daseins Pein.

Wer so ganz in Herz und Sinnen Konnt’ ein Wesen liebgewinnen O! den tröstet’s nicht Daß für Freuden, die verlohren, Neue werden neu gebohren Jene sind’s doch nicht.

Das geliebte, süße Leben, Dieses Nehmen und dies Geben, Wort und Sinn und Blick, Dieses Suchen und dies Finden, Dieses Denken und Empfinden Giebt kein Gott zurück.

Aufgabenstellung erfassen

image

Analyseschwerpunkte

Die Gedichtinterpretation setzt immer an einem Beispieltext an, den du analysieren und interpretieren sollst. Dabei wird von dir entweder eine allgemeine Erschließung in Bezug auf Form, Sprache und Inhalt verlangt, oder es werden bereits konkrete Anhaltspunkte für die Analyse vorgegeben.

Bei der offenen Aufgabenstellung („Analysieren und interpretieren Sie …“) sollst du die formalen und inhaltlichen Elemente eines Gedichts sowie seine sprachlichen Bilder und die Wortsemantik analysieren. Dabei kannst du selbst die Aspekte auswählen, die dir wichtig erscheinen.

Bei Aufgaben mit Analyseschwerpunkten kann es um Motive oder die Einordnung in eine Epoche gehen. Sollen zwei Gedichte verglichen werden, achte auf die Untersuchungsaspekte. Notiere dir die Aspekte, auf die du dich konzentrieren sollst.

Operatoren

Lies die Aufgabenstellung genau. Im Arbeitsauftrag weisen dich bestimmte Operatoren darauf hin, was von dir verlangt wird. Bestimme, was die Operatoren bedeuten, und überlege, was genau analysiert werden soll.

WISSEN Operatoren für Analyse und Interpretation

Analysieren: unter gezielten Fragestellungen sprachlich-stilistische und inhaltliche Merkmale, Strukturen und Zusammenhänge herausarbeiten und die Ergebnisse darstellen

Untersuchen: Texte anhand vorgegebener Kriterien oder Aspekte durcharbeiten

Herausarbeiten: aus einem Text Aussagen, Merkmale, Aspekte erarbeiten, die nicht explizit genannt werden

Interpretieren: von der Deutung textimmanenter und ggf. textexterner Elemente und Strukturen zu einer Gesamtdeutung eines Textes kommen

Erschließen: Texte zugänglich bzw. verständlich machen, indem man ihren Sinn kriterien- und aspektorientiert erarbeitet

Charakterisieren: Figuren, Vorgänge oder Sachverhalte in ihrer jeweiligen Eigenart treffend und anschaulich kennzeichnen

Analyse vorbereiten

image

Erster Eindruck und Deutungshypothese

Lies das Gedicht mehrmals gründlich und halte deine ersten Eindrücke fest. Notiere wichtige Schlüsselbegriffe. Erstelle eine vorläufige Deutungshypothese. Du kannst dir auch Probleme und Fragen notieren.

AUFGABE 1 Schildere deine ersten Eindrücke nach der Lektüre des Gedichts „Die eine Klage“.

Bauform und äußere Kennzeichen erfassen

image

Visuelle Signale

Die meisten Gedichte weisen Besonderheiten im Schriftbild auf. Sie helfen, bestimmte Effekte zu verstärken oder Aussagen optisch zu unterstreichen. Solche visuellen Signale bedürfen einer besonderen Betrachtung.

WISSEN Visuelle Signale in Gedichten

Leerzeilen gliedern ein Gedicht in Abschnitte bzw. Strophen.

Eingerückte Verszeilen oder verschiedene Schrifttypen verdeutlichen die inhaltliche Gliederung des Gedichts; bestimmte Zusammenhänge oder Gegensätze können auf diese Weise betont werden.

Die gleichmäßige Länge der einzelnen Verszeilen kann einen geschlossenen und geordneten Eindruck erwecken. Verszeilen, die in ihrer Länge stark voneinander abweichen, wirken demgegenüber unruhig und disharmonisch.

Bauform

Viele Gedichte sind in Strophen und Verse gegliedert. Notiere die Anzahl der Strophen und der Verse pro Strophe. Je nach Strophenform und Metrum kann man Gedichte charakteristischen Bauformen zuordnen.

WISSEN Charakteristische Bauformen von Gedichten

Ballade: meist in regelmäßige Strophen gegliedert; folgt in der Regel einem festen Metrum und ist meist gereimt; charakteristisch sind der dramatische Aufbau und eine düstere, tragische Grundstimmung; die Themen entstammen häufig antiken oder mittelalterlichen Stoffen.

Elegie: Klagegedicht, in Distichen verfasst; wesentliche Themen sind wehmütige Erinnerungen, Liebesklage, die Vergänglichkeit oder die Sehnsucht nach einem Ideal.

Epigramm: kurzes Sinngedicht (ursprünglich Distichon), meist ein antithetisch bzw. zugespitzt formulierter Gedanke; Sinnspruch mit Pointe.

Hymne: feierlicher Lob- und Preisgesang in erhabener Sprache zur Verherrlichung von Göttern, Helden, Herrschern oder Tugenden.

Lied: schlichter, aber unmittelbarer lyrischer Ausdruck; steht der Musik nahe; die Strophen sind durch Reim und Parallelismus miteinander verbunden; meist dreibis vierhebige Verse.

Ode: strenge, strophisch gegliederte Form; hat Feierliches und Erhabenes zum Thema; Ausrufe, oft in Anredeform (eine Ode richtet sich an ein Gegenüber); oft freie Rhythmen, aber keine Reime.

Sonett: besteht aus vier Strophen mit insgesamt 14 Zeilen; auf zwei vierzeilige Strophen (Quartett) folgen zwei Dreizeiler (Terzett); verschiedene Reimordnungen sind möglich; das Versmaß ist der Alexandriner (= sechshebiger Jambus mit einer Pause in der Mitte); besonders gebräuchlich im Barock, aber auch in der zeitgenössischen Literatur anzutreffen. Die Quartette bauen meist Spannung auf, indem sie eine Behauptung aufstellen, die Terzette lösen diese Spannung, indem sie die Folgerung darstellen.

AUFGABE 2 Beschreibe die visuellen Signale und die Bauform des Gedichts „Die eine Klage“.

Klangliche Gestaltungsmittel untersuchen

image

Versmaß

Notiere zur Bestimmung des Versmaßes oder Metrums den regelmäßigen Wechsel von betonten Silben (Hebungen) und unbetonten Silben (Senkungen) in einem Schema. Setze für jede Silbe ein „x“ und markiere jede betonte Silbe mit einem Akzent auf dem jeweiligen x. Die kleinste Einheit des Metrums ist der Versfuß.

WISSEN Versfüße

Jambus: Auf eine unbetonte Silbe folgt eine betonte (ximage; Am Brúnnen vór dem Tóre).

Trochäus: Auf eine betonte Silbe folgt eine unbetonte (imagex; Fréude, schimagener Gimagetterfúnken).

Daktylus: Auf eine betonte Silbe folgen zwei unbetonte (imagexx; imagennchen von Thárau ist’s, dimagee mir gefimagellt).

Anapäst: Auf zwei unbetonte Silben folgt eine betonte (xximage; Träumereimage).

WISSEN Versmaße

Blankvers: fünfhebige Jamben ohne Reim (Der Álte hát dem Kaimageser mimagech verráten, Friedrich Schiller)

Alexandriner: sechshebiger Jambus mit Zäsur in der Mitte (Ich wéiß nicht, wás ich wimagell, / ich wimagell nicht, wás ich weimageß: // Im Sómmer imagest mir kált, / im Wimagenter ist mir héiß, Martin Opitz)

Hexameter: Vers mit sechs Hebungen, dazwischen ein oder zwei Senkungen (Jéder der ármen Verbrécher, der peimagenlich zum Tóde gefimagehrt wird, Johann Wolfgang v. Goethe)

Pentameter: Vers mit sechs Hebungen und einer Zäsur; tritt fast nur in Verbindung mit einem Hexameter auf (vgl. Distichon; Seimage mir, Sónne, gegrǘßt // dimagee ihn so limageeblich bescheimagent, Friedrich Schiller)

Distichon: Doppelvers, der aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht (imagem Hexámeter steimagegt des Sprimagengquells flǘssige Simageule. // imagem Pentámeter dráuf fimagellt sie melódisch heráb, Friedrich Schiller)

freie Rhythmen: reimlose Verse, die weder ein einheitliches Metrum noch eine festgelegte Zeilenlänge haben, aber trotzdem sehr rhythmisch klingen.

Bestimme, welche Wirkung ein Metrum oder ein Rhythmus hat, und frage dich bei Abweichungen vom Metrum immer nach der möglichen Absicht.

Reime und Kadenzen

Von einem Reim spricht man, wenn zwei oder mehr Vokale vom letzten betonten Vokal an gleich klingen. Achte auf die Position des Reims und bestimme, ob es sich um Endreime (Versende), Binnenreime (innerhalb eines Verses) oder Anfangsreime (Versanfang) handelt. Liegen reine Reime (Geld/fällt), unreine Reime (Gemüt/Lied) oder beide Reimarten vor? Analysiere das Reimschema der Strophen, indem du es mithilfe von Kleinbuchstaben darstellst. Gleiche Buchstaben stehen für sich entsprechende Reime.

WISSEN Häufige Reimschemata

Paarreim: Zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Verszeilen reimen (aabb).

Kreuzreim: Jede Verszeile reimt mit der übernächsten (abab).

umarmender Reim: Ein Paarreim wird von einem weiteren Reim umschlossen (abba).

Schweifreim: Zwischen zwei Paarreime schiebt sich ein dritter Reim (aabccb).

Waise: Ein ungereimter Vers steht in einem sonst gereimten Gedicht (ababx).

Achte bei der Untersuchung der Reime immer auf die Funktion, die sie erfüllen. Tragen die Reime zum Klangreichtum bei, heben sie bedeutsame Wörter hervor oder gliedern sie das Gedicht, indem sie Verse bzw. Gedanken verknüpfen oder abgrenzen? Erzeugt das Verhältnis von Reim und Inhalt eine harmonische Stimmung oder treten die beiden in ein Spannungsverhältnis zueinander?

Neben dem Reim sind auch die Kadenzen für die Versschlüsse bedeutsam. Untersuche dazu, ob der Vers mit einer Hebung oder einer Senkung endet. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen

der männlichen (stumpfen) Kadenz (Wind/Kind),

der weiblichen (klingenden) Kadenz (Gipfel/Wipfel) und

der dreisilbigen (gleitenden) Kadenz (Singende/Springende).

Beschreibe die Wirkung der jeweiligen Kadenzen. Hinterlassen die weiblichen Versschlüsse einen weichen und klanghaften Eindruck oder unterstreichen harte, männliche Versschlüsse entsprechend den Inhalt?

Klangfiguren

Klangfiguren basieren meist auf der Wiederholung von Lauten oder Wörtern. Benenne die Klangfiguren und untersuche ihre Funktion und Wirkung für die Textaussage. Heben sie wichtige Wörter hervor, gliedern sie den Text, verbinden sie Wörter, Verse oder Strophen oder erzeugen sie Stimmungen durch emotionale Assoziationen?

WISSEN Klangfiguren auf der Basis von Lauten

Assonanz (Halbreim): Gleichklang der Vokale ab der letzten betonten Silbe (schweifen/ leise)

Alliteration: Gleichklang der betonten Anfangslaute von zwei oder mehr Wörtern (Wechsel weniger Worte)

Onomatopöie (Lautmalerei): sprachliche Nachahmung natürlicher Geräusche zur Verstärkung des sinnlichen Eindrucks (Kuckuck, summen)

Häufung gleichartiger Vokale: Wiederholung von dunklen bzw. dumpfen Vokalen (a, o, ö, u, au) oder hellen Vokalen (e, i, ü); eine Wirkung entsteht bei ungewöhnlicher Häufung betonter heller oder dunkler Vokale.

Paronomasie: Wortspiel mit ähnlich lautenden Wörtern (Das Haus war unbezahlt, nicht aber unbezahlbar)

WISSEN Klangfiguren auf der Basis von Wortwiederholungen

Refrain (Kehrreim): die regelmäßige Wiederholung eines Verses oder mehrerer Verse; der Refrain findet sich meist am Ende der Strophe.

Anapher: Mehrere Verse oder Sätze beginnen mit dem gleichen Wort oder Satzteil (Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll, Johann Wolfgang v. Goethe).

Epipher: Wiederholung eines Wortes am Ende aufeinanderfolgender Satzteile oder Sätze (Ihr überrascht mich nicht / erschreckt mich nicht, Friedrich Schiller)

Polyptoton: Wiederholung des gleichen Wortes in verschiedenen Flexionsformen (Wenn mancher Mann wüsste, / Wer mancher Mann war, / Gäb mancher Mann / Manchem Mann / Manchmal ein Jahr.)

Polysyndeton: Verknüpfung von Wörtern, Wortgruppen oder Sätzen durch dieselbe Konjunktion (Und es wallet und siedet und brauset und zischt, Friedrich Schiller)

AUFGABE 3 Untersuche „Die eine Klage“ im Hinblick auf die klanglichen Gestaltungsmittel und erläutere deren Wirkung.

Den Inhalt erfassen

image

Thema, Gedankengang und Titel

Bestimme, welches Thema das Gedicht behandelt (z. B. Liebe, Natur, Tod, Politik usw.), und prüfe, wie die Inhalte gestaltet werden. Geht es um Erlebnisse oder Empfindungen, die anschaulich und gegenständlich dargestellt werden (bildhafte Lyrik), oder werden weltanschauliche Themen oder theoretische Fragen behandelt (Gedankenlyrik)?

Untersuche anschließend den gedanklichen Aufbau des Gedichts. Erscheinen Gedanken, Empfindungen, Wahrnehmungen aneinandergereiht, z. B. in chronologischer Folge (linearer Aufbau), stehen sie sich als Gegensätze gegenüber (antithetischer Aufbau) oder laufen die Teile auf eine Forderung, ein Urteil oder Fazit hinaus (argumentativer Aufbau)?

WISSEN Gedankenfiguren

Anrede: Hinwendung des Erzählers an den Leser oder andere Personen

rhetorische Frage: an den Leser gerichtete, scheinbare Frage, auf die keine Antwort erwartet wird

Antithese: Gegenüberstellung gegensätzlicher Aussagen

Ironie: Aussage, die eigentlich ihr Gegenteil meint

Prüfe, in welchem Verhältnis Titel und Text zueinander stehen. Weist der Titel auf wichtige Elemente des Inhalts wie Hauptpersonen („Der Bauer“), einen Ort („Heidelberg“) oder eine Zeit („Herbst“) hin? Wird das Thema oder der Anlass („Zum neuen Jahr“) angegeben? Achte darauf, dass Titel mitunter auch ironisch und irreführend sein können.

Motive und Stoffe

Prüfe, welche Motive oder Stoffe in dem Gedicht verwendet werden.

Werden Situationen und Vorgänge geschildert (z. B. Wanderung, Liebesleid)?

Wird in dem Gedicht von Personen gesprochen? Handelt es sich um anonyme Menschentypen (z. B. der Müller) oder um bekannte Personen (Stoffe) aus Mythologie, Geschichte usw. (z. B. Prometheus)?

Beschreibe den Ort, von dem gesprochen wird (z. B. Wald, Meer, Großstadt).

Spielt in dem Gedicht die Zeit eine Rolle? Steht ein geschichtlicher Zeitpunkt, eine Tagesoder Jahreszeit (Frühlingsanfang, Nacht, Weihnachten, Geburtstag) oder ein Lebensabschnitt (erste Liebe, Alter) im Mittelpunkt?

Sprecher und Adressat

Verdeutliche dir die Perspektive. Gibt es ein lyrisches Ich? Wie viele Sprecher sind es?

Wird ein fiktives Du angesprochen?

Analysiere, um welchen Typ von Sprecher es sich handelt. Hat er Merkmale und Eigenschaften (Geschlecht, Alter, Beziehungen)? Aus welcher räumlichen Perspektive betrachtet er seinen Gegenstand (z. B. Ferne, Nähe)? Aus welcher zeitlichen Perspektive betrachtet er sein Thema (z. B. Erinnerung an die Vergangenheit)?

WISSEN Sprechertypen

Das lyrische Ich erscheint in der ersten Person Singular („ich“). Es drückt seine Gedanken und Gefühle aus und ist typisch für die Erlebnislyrik.

Wird als Sprecher eine Figur eingeführt, spricht man von Rollengedicht. Auch die Figur im Rollengedicht spricht in der ersten Person Singular. Vom lyrischen Ich unterscheidet sie sich dadurch, dass sie entweder namentlich genannt wird (häufig im Titel, z. B. Goethes „Prometheus“) oder in ihrer Rolle auftritt (etwa als Hirte).

Der verdeckte Sprecher macht keine Aussage über sich selbst, nur über andere Lebewesen, Gegenstände, Sachverhalte und Vorgänge. Seine Aussagen wirken objektiv. Ein verdeckter Sprecher ist typisch für Dinggedichte, viele Balladen, Gedankenlyrik und konkrete Poesie.

AUFGABE 4 Analysiere den gedanklichen Aufbau, die Motive und die Sprechersituation in dem Gedicht „Die eine Klage“.

Sprachliche Gestaltungsmittel untersuchen

image

Satzbau und Versbau

Der Autor eines Gedichts präsentiert seine Aussagen in Sätzen und Verszeilen.

Untersuche das Verhältnis von Satzbau und Versbau und analysiere, welche Wirkung dadurch erzeugt wird.

WISSEN Verszeilen und Sätze

Zeilenstil: Die Verszeilen stimmen mit dem Satzbau überein. Es entsteht ein gleichmäßiger Eindruck. Der Zeilenstil ist der Normalfall und muss nicht erläutert werden.

Zeilensprung (Enjambement): Die Versgrenze zerschneidet eine Sinneinheit, indem sie zusammengehörende Satzteile trennt, z. B. Adjektiv und Substantiv oder Substantiv und nachfolgendes Prädikat. Hierdurch gerät der Lesefluss ins Stocken und die Wörter am Versende sowie am Versanfang werden hervorgehoben. Diese Wirkung wird gesteigert, wenn das Enjambement zwischen Strophen erfolgt (Strophensprung).

Hakenstil: Die meisten oder alle Verszeilen einer Strophe enden mit einem Zeilensprung. Der gesamte Satzbau wird durch die Versgrenzen gestört. Dies macht einen unruhigen und disharmonischen Eindruck.

Achte auf ungewöhnliche Satzstellungen. Sie heben häufig bedeutende Wörter oder Aussagen hervor oder erzeugen Stimmungen.

WISSEN Ungewöhnliche Satzstellungen

Inversion: Umkehrung der geläufigen Wortstellung im Satz (Der Blumen betörender Duft)

Ellipse: Auslassen von Satzteilen, die leicht zu ergänzen sind (Was nun?)

Prolepse: Unterbrechung und Wiederaufnahme des Satzes mit einem Pronomen (Die Blumen, sie duften)

Untersuche den Text auf Stilmittel der Wiederholung. Sie verdeutlichen die innere Gliederung eines Gedichts, heben wesentliche Aussagen hervor, verstärken die Bildhaftigkeit, wecken Erwartungen oder brechen diese bewusst. Liste die Stilmittel nicht nur auf, sondern untersuche immer, ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "LEARN ATTACK Deutsch - Topthemen Oberstufe" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen