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Kuschelkurs für Anfänger

Über die Autorin

Nina Kresswitz wurde 1960 in Regensburg geboren. Sie studierte in München Romanistik und Archäologie. 1996 kam ihre Tochter Anna zur Welt.

Herr Westhoff, dies ist ein Konferenzraum, kein Naherholungsgebiet!«

Die Stimme von Mike Westhoffs Chef klang gereizt, ein bedrohliches Vibrieren lag darin, das Mike nur zu gut kannte.

Er blickte in die Runde. Die Gesichter waren vollkommen vereist. Da hätte noch nicht mal ein Frostschutzmittel geholfen. Der Chef hielt seinen Kugelschreiber gezückt wie ein Messer. Der Kunde, ein grau melierter Herr mit grauen Gesichtszügen und einem perfekt sitzenden grauen Zweireiher, starrte an die Decke. Und seine Kollegen? Die taten so, als ob sie sich plötzlich nur noch für ihre Akten interessierten. Scotty, beam me up!, flehte Mike ein unsichtbares Raumschiff an, aber nichts geschah. Nur eine Fliege zog brummend ihre Bahn und setzte sich dann keck auf ein Wurstbrötchen, dessen Belag sich schon wellte.

Mike atmete tief ein und seufzte unhörbar. Ausgerechnet heute. Ausgerechnet am achten Geburtstag seiner Tochter saß er fest in diesem blödsinnigen Meeting. Seit Stunden hockten sie nun schon in einem kargen Konferenzraum, tranken viel zu starken Kaffee, kauten auf viel zu schlappen Brötchen herum und kamen einfach keinen Schritt weiter.

Verstohlen sah er auf seine goldene Uhr, die schadenfroh unter der weißen Manschette hervorlugte. Verflixt! Halb neun schon! Halb neun Uhr abends! Sein Chef, der Messerstecher, fand es natürlich völlig normal, dass er notfalls bis spät in die Nacht blieb, um einen Kunden zu gewinnen. Und auch er, Mike, hätte es unter anderen Umständen völlig normal gefunden. Er war ein Workaholic, ein zuverlässiges Arbeitstier, das mit Fleiß und Beharrlichkeit eine glanzvolle Karriere hingelegt hatte.

Tja. Aber heute saß er auf lodernd brennenden Kohlen. Schon am Nachmittag hatte er zu Hause sein wollen, zur Geburtstagsparty seiner kleinen Milly. Er hatte sogar von der Sekretärin eine riesige Marzipantorte mit acht kleinen, bunten Zucker-Zwergen besorgen lassen. Die Super-Überraschung. Der Clou der Party. Aber die Super-Überraschung lag immer noch im Auto. Der Tag war heiß gewesen. Mike wagte gar nicht, sich vorzustellen, in welch beklagenswertem Zustand sich das Meisterwerk der Konditorkunst gerade befinden mochte. Dabei hatte es ein Vermögen gekostet. Er hätte auch gleich Kaviar für die Kiddies ordern können.

»Herr Westhoff, wir warten!«

Nun war auch die letzte Spur Freundlichkeit aus der Stimme seines Chefs verschwunden.

Oha, dachte Mike. Auf in den Kampf, Torero! Der Stier scharrt mit den Hufen und donnert gleich los. Er straffte sich. Plan A hatte versagt, nun kam also Plan B an die Reihe, und der hieß Schadensbegrenzung.

»Ich – äh, könnte Ihnen anbieten, das Intranet Ihres Unternehmens völlig zu überarbeiten, ein periodisches E-Learning zu installieren und die mittlere Führungsebene konsequent zu coachen, sagen wir mal, mit einem Bergsteiger-Kurs. Das schult die soziale Kompetenz, wir sind nämlich Spezialisten für soziale Kompetenz und …«

»Das ist doch nichts Neues«, unterbrach ihn der Kunde gelangweilt und sah noch ein bisschen grauer aus als vorhin. »Ich hatte eigentlich mehr erwartet.«

Mike strich sich nervös übers Haar. Bei dem war heute nicht mehr zu punkten, so viel war klar. Ein harter Brocken, der Kerl. Ein grauer Granitfelsen. Unkaputtbar und unausstehlich.

»Meine Herren, ich werde meine Ideen noch einmal schriftlich ausformulieren und sie Ihnen Montag per Mail zukommen lassen«, versprach Mike förmlich und stand auf.

»Nicht nötig«, sagte der Graue und erhob sich ebenfalls. »Ich betrachte unsere Gespräche für beendet.«

Er nickte den Anwesenden kurz zu und verließ mit steifen Schritten den Raum.

Zack, bumm, aus die Maus. Mike hätte am liebsten seine gesamte soziale Kompetenz vergessen und dem Kunden ein Wurstbrötchen hinterhergeworfen. Da hatte er geackert und getan, und nun dies: die totale Abfuhr. So etwas war er nicht gewohnt. Er war schließlich ein Erfolgstyp. Ein Winner.

Macht nichts, redete er sich gut zu. Den koche ich noch weich. Aber jetzt muss ich durchstarten. Ich muss Milly wenigstens noch wach antreffen, wenn ich schon ihre Party geschmissen habe. Hastig packte er seine Unterlagen zusammen.

»Einen Moment noch.«

Wolfram Berger, sein Chef, trat zu ihm.

»Wir sind noch nicht fertig«, knurrte er. »Ich werde den Kunden draußen ein bisschen beruhigen, und dann machen wir eine Analyse des heutigen Gesprächs. Eine Fehler-Analyse, damit wir uns richtig verstehen!«

Mike straffte sich. Leider war sein Chef einen guten Kopf größer als er, was er in solchen Situationen immer als Ungerechtigkeit der Natur empfand. Nur ein paar Zentimeter mehr, sagte er immer, und ich wäre längst schon eine Sprosse weiter auf der Karriereleiter.

»Dieser Kunde ist schwierig, das wissen Sie doch selbst«, verteidigte er sich. »Bei dem hätte ich auch Rilke auf dem Kamm blasen können, es hätte nichts genützt.«

»Das sehe ich ganz anders. Also – wir treffen uns in meinem Büro. In fünf Minuten.«

»Entschuldigen Sie mich bitte«, erwiderte Mike mit mühsam gespielter Verbindlichkeit, »ich habe noch einen auswärtigen Termin.«

Ungeduldig starrte er auf den seidenen Krawattenknoten seines Gegenübers. Darauf tummelten sich dezent Ton in Ton kleine Hunde. Milly wünschte sich sehnlichst einen Hund. Aber das kam nicht infrage. Ein schmutzender, kläffender Köter, das hätte ihm gerade noch gefehlt. Wofür gab es schließlich Computerspiele?

Wolfram Berger stutzte kurz, dann stemmte er die Arme in die Hüften und machte sich noch ein bisschen größer, als er dummerweise sowieso schon war.

»Wenn Sie so weitermachen, haben Sie bald nur noch auswärtige Termine«, blaffte er. »Dann können Sie nämlich Ihren Schreibtisch räumen!«

Wie war das? Mike war sprachlos. Seit fünf Jahren arbeitete er in dieser Unternehmensberatungsfirma. Er hatte immer alles gegeben, bis spät in die Nacht am Schreibtisch gesessen, so manches Wochenende in seinem Büro verbracht, viele lukrative Aufträge herangeholt. Und nun das. Das war ungerecht, das war undankbar, das war einfach voll daneben. Aber er nahm sich vor, nicht die Nerven zu verlieren.

»Ich habe doch immer …«, begann er sich zu rechtfertigen.

»Keine Ausflüchte. Ich hatte schon meinen ersten Jaguar, als Sie noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum herumgelaufen sind. Und warum? Weil ich Leistung bringe. Leistung, verstehen Sie?«

Und was hast du nun davon? Du bist alt und kalt und von schrecklicher Gestalt, dachte Mike. Diesen Satz hatte er einst als kleiner Junge in seinem geliebten Piratenbuch gefunden. Damals träumte er von Heldentaten, die er einst als Mann vollbringen würde, von Mut und Stärke. Doch was war von diesen wunderbaren Plänen übrig geblieben? Ein Job, in dem er immer wieder zum Fußabtreter degradiert wurde. Selbstachtung? Fehlanzeige. Aber heute nicht!

»Ab Montag stehe ich Ihnen wieder in vollem Umfang zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende, Herr Berger«, sagte er betont munter. »Ciao!«

Damit ließ er seinen Chef stehen, schnappte sich seinen Aktenkoffer und ging. Schon auf dem Flur begann er zu laufen. Milly, Milly, Milly, hämmerte es in seinem Kopf. Er wartete nicht auf den Aufzug, sondern sprang die Treppen herunter wie eine Berggemse auf der Flucht vor dem Oberförster.

Der Portier sah ihm erstaunt hinterher, als er zum Endspurt durch das Foyer ansetzte und die gläserne Drehtür fast in Scherben legte, so ungestüm, wie er hindurchrannte.

Vor seinem Auto blieb er schwer atmend stehen und spähte hinein. Die Schachtel auf dem Rücksitz wirkte unversehrt. Wenigstens das. Gespannt öffnete er den Wagen und holte den Pappbehälter heraus. Was sich darin abspielte, war allerdings ein mittelschweres Desaster. Die Zwerge schwammen in einem Sumpf aus Marzipan und Buttercreme. Manche waren schon untergegangen und nur noch an ihren roten Mützchen erkennbar, deren Farbe sich auflöste und malerische Schlieren in dem süßen Brei hinterlassen hatte.

Fluchend schob Mike die zerflossene Torte auf den Beifahrersitz und betrachtete sich kurz im Rückspiegel.

»Hallo, Winner«, sagte er mit einem Anflug von Galgenhumor und lächelte sein sorgfältig einstudiertes Breitwandlächeln.

Er war ein attraktiver Mann, keine Frage. Anfang dreißig, mit dunkelblonden Haaren und grünen Augen; ein paar Lachfalten zogen sich durch seinen sonnengebräunten Teint, und er fand, dass er eigentlich ziemlich unwiderstehlich war. Der Mann aus Stahl, der Mann, der alles erreichte. Und der Mann, dem die Frauen hinterhersahen. Mich rufen sie immer an, wenn Tom Cruise im Urlaub ist, das war sein Lieblingsspruch.

Doch jetzt hatte er ein Problem. Das heißt, er hatte zwei Probleme. Erstens wollte sein Chef ihn feuern, und zweitens hatte er seine Tochter enttäuscht. Sein Prinzesschen. Seinen Sonnenschein. Sein Wunschkind, dessen Foto er immer zwischen den Kreditkarten mit sich führte und stolz herumzeigte.

Während er mit einem Kavalierstart den Parkplatz verließ, aktivierte er sein Handy. Fünfzehn Anrufe in Abwesenheit, las er auf dem Display. Auch das noch. Er überfuhr eine rote Ampel und bog auf die Stadtautobahn ein. Nachricht eins, fünfzehn Uhr dreiundvierzig. »Mike, kommst du gleich? Die Gäste sind schon alle da! Wir warten auf dich!« Das war Sandra, seine Frau. Nachricht zwei. Sechzehn Uhr zehn. »Mike, wo bleibst du denn? Ist was passiert? Ich mache mir Sorgen!« So ging das immer weiter. Nachricht fünfzehn schließlich hatte seine Mailbox um viertel vor neun erreicht und war kurz, aber deutlich: »Ich hasse dich!«

Nun hatte er drei Probleme.

Als er vor der Wohnung hielt, war es genau halb zehn. Er spähte hinauf in den ersten Stock. Im Kinderzimmer brannte noch Licht. Na, wenigstens das. Er zerrte die Schachtel vom Beifahrersitz – schließlich konnte man auch die Absicht schon als gute Tat werten. Dann lief er die Treppen hoch. Leise schloss er auf. Die ganze Wohnung war noch geschmückt. Trauben von Luftballons hingen an den Wänden, überall lagen Luftschlangen herum, und ganz offensichtlich hatte es auf dem Höhepunkt der Feier eine Konfettiexplosion gegeben. Er streifte die Schuhe von den Füßen, stellte die Torte ab und schlich zum Kinderzimmer.

War das ein Schluchzen, was er da hörte? Ach was, sicherlich hatte Milly einen tollen Tag gehabt. Auch ohne Papi. Die Muffins waren vom besten Bäcker der Stadt gewesen, Sandra hatte beim Partyservice einen superlustigen Clown engagiert, und es hatte mehr Konfetti gegeben als beim Kölner Karneval. Er holte tief Luft. Nur nicht Trübsal blasen, redete er sich Mut zu. Morgen bekommt die Kleine ein ultimatives Extra-Geschenk, und dann ist alles in Butter.

»Tädäää!«, rief er und trat ein.

Dann ließ er die Arme hängen, die er in Siegerpose emporgereckt hatte.

Milly lag in ihrem Kinderbett. Tränen liefen ihr aus den geröteten Augen die Wangen herunter. Sandra saß neben ihr und streichelte liebevoll ihre Hand. Doch der Blick, den sie nun Mike zuwarf, war kalt wie Polar-Eis und so hart, dass selbst ein Sonnenstrahl daran abgebrochen wäre.

»Tut mir Leid, ich komme direkt aus der Abteilung Pleiten, Pech und Pannen, ich …«, begann er sich zu entschuldigen, aber Sandra schnitt ihm das Wort ab.

»Versager«, zischte sie.

Das war eine Kriegserklärung. Er spürte, wie sich ein Boxhandschuh in Zeitlupe in seine Magengrube bohrte, doch er versuchte, nicht darauf zu achten.

»Wir reden später«, presste er hervor. »Nun will ich erst mal Millylein gratulieren. Na, mein Schatz, komm mal in Papis Arme!«

Er ging auf das Bett zu, aber Milly machte keine Anstalten, in seine Arme zu fliegen, so wie er sich das den ganzen Tag vorgestellt hatte. Stattdessen zog sie die Bettdecke bis ans Kinn und sah mit tränenüberströmtem Gesichtchen ihre Mutter an.

»Warum ist Papi heute nicht gekommen?«, fragte sie dann so herzzerreißend traurig, dass Mike am liebsten seinen Chef mit dessen eigenem Kugelschreiber erdolcht hätte. So ein Menschenschinder! Der war an allem schuld. Schon vor Tag und Tau hatte Mike die Wohnung verlassen müssen, als Milly noch fest schlief. Hätte er doch wenigstens eine SMS geschickt. Oder ein singendes Telegramm.

»Der Beruf ist Papi eben wichtiger, Schatz«, sagte Sandra mit sanfter Stimme. »Mach dir nichts draus, dafür bin ich ja immer bei dir.«

Aha, so lief das also. Mike spürte ein weiteres Mal ganz deutlich den Boxhandschuh, der zielgenau seine Magengrube traf. Alle waren gegen ihn. Sein Chef, sein Kind, seine Frau. Und er? Er war ein Opfer. Ein armes, missverstandenes Opfer.

»Wisst Ihr eigentlich, dass ich das alles nur für euch tue?«, rief er aufgebracht. »Ich arbeite wie ein Wahnsinniger, damit ihr es gut habt! Wer hat denn die Geschenke bezahlt und die Party? Und wer hat eine Supertorte gekauft?«

Er lief auf den Flur, holte die Tortenschachtel und hielt sie Sandra hin. Aber die brach nur in Hohngelächter aus.

»Wirklich super, deine Torte! Machst du neuerdings eine Karriere als Vertreter für Scherzartikel? Tu mir den Gefallen, schmeiß das Ding in den Sondermüll und lass uns allein. Milly ist müde, sie muss jetzt schlafen!«

Mike machte noch einen Schritt auf Milly zu, aber Sandra schrie nur: »Raus!«

Dann nahm sie Milly schützend in den Arm.

Mike blieb einen Augenblick stehen wie schockgefrostet, dann zuckte er mit den Schultern und drehte sich um.

»Gute Nacht, Prinzessin«, rief er Milly von der Tür aus zu und ging in die Küche.

Das war’s dann, dachte er. Das war der achte Geburtstag meiner Tochter. Er holte sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank, schob das Chaos aus Pappbechern, angebissenen Negerküssen und Kuchenresten auf dem Tisch beiseite und setzte sich. Das Bier war lauwarm. Sicherlich hatte es tagsüber den Limonadeflaschen und Eistees für die lieben Kleinen weichen müssen. Egal. Ihm war alles egal. Er wollte jetzt nur einmal kurz durchatmen. Und sich dann mental auf den Streit mit Sandra vorbereiten, der so sicher ausbrechen würde wie eine Grippewelle im November.

Mike galt im Job als ein gewiefter Verhandlungspartner. Er beherrschte die Kunst der Gesprächs-Taktik aus dem Handgelenk. Und gerade in Krisensituationen lief er zu großer Form auf. Das würde ihm jetzt zugute kommen, davon war er überzeugt. Vorbereitung ist alles, dachte er. Ich muss mir jetzt schnell etwas einfallen lassen, um Sandra und Milly gnädig zu stimmen. Aber was bloß?

Er lockerte seine Krawatte. Gleich fiel ihm wieder die Krawatte seines Chefs ein. Die mit den lustigen kleinen Hunden. Und wenn er Milly nun doch einen Hund versprach? Als Trost? Sicherlich würde sie dann auf der Stelle vergessen, dass er an ihrem großen Tag gefehlt hatte.

Na ja. Ein Hund war laut, er war lästig und er stank, aber wenn Milly genug von ihm hatte, konnte man ihn ja immer noch im Tierheim entsorgen. Mit Sandra war es schon schwieriger. Ein Schmuckstück half in solchen Momenten, aber das konnte er nicht aus dem Hut zaubern. Also sollte er es vielleicht mit einem Wellness-Wochenende versuchen. Das wollte sie schon immer mal machen, doch er hatte nie Lust gehabt und noch weniger Zeit. Der ganze Wellness-Schnickschnack fiel ihm auf die Nerven. Sandra dagegen besuchte Yoga-Kurse und versuchte sich in Seidenmalerei. Ihm war das Ganze peinlich. Wenn ihn jemand nach dem Hobby seiner Frau fragte, schwindelte er immer etwas von Rollerskaten. Das hörte sich einfach cooler an.

Während er einen großen Schluck Bier nahm, zog er Bilanz. Ein Hund und ein Wellness-Wochenende. Und das alles für einen verpatzten Geburtstag. War ziemlich teuer und anstrengend, diese Wiedergutmachungs-Aktion, aber für den Familienfrieden war das eine exzellente Investition.

Geht doch, dachte er frohgemut. Die anderen haben die Probleme. Ich habe die Lösungen. Jawoll.

Ein unversehrter Negerkuss lag neben den quietschbunten Papptellern. Mike nahm ihn und biss hinein. Der Geschmack der Kindheit. Wie lange das schon her war! Nicht, dass er sich gern an seine Kinderzeit erinnerte. Seine Eltern waren ihm immer fremd gewesen, und das Familienleben hatte sich eher freudlos gestaltet. Aber der Geschmack von Negerküssen, der hatte immer noch die alte Magie. Er schloss die Augen und träumte sich in seine Schülerjahre, als er sein Taschengeld an Süßigkeiten jeglicher Form und Farbe verschwendet hatte, an kleine gekaufte Glücksmomente.

In diesem Moment betrat Sandra die Küche.

Er schluckte. Auf in den Kampf, Torero! Nach den Grabenkämpfen in der Firma war nun die Heimatfront an der Reihe.

Mike beobachtete genau, wie seine Frau langsam zum Kühlschrank ging und sich ein Glas Saft eingoss. Sie war immer noch hübsch, so wie damals, als er sie in den Skiferien kennen gelernt hatte. Langes blondes Haar, ein regelmäßiges Gesicht mit blitzeblauen Augen und sinnlichen Lippen, eine tadellose Figur. Doch sie wirkte müde, abgespannt und irgendwie erloschen. Sie sollte mal auf die Sonnenbank gehen, dachte Mike, dann wird’s schon wieder.

Sandra setzte sich. Ihr bunt geblümtes T-Shirt wirkte mitgenommen. Schokoladenflecken, Farbe, ein paar Sahnespuren. Doch das schien ihr völlig gleichgültig zu sein. Sie stützte die Ellenbogen auf den Tisch und betrachtete Mike nachdenklich.

Aha, jetzt geht es los. Mike beschloss, erst mal das Wellness-Wochenende aus dem Ärmel zu ziehen und als krönenden Abschluss den Hund zu erwähnen. Er würde die Sache in den Griff bekommen. Was sonst?

»Na, bist du stolz auf dich?«, eröffnete Sandra das Gespräch. »Das hast du ja wunderbar hingekriegt heute, Kompliment!«

Mike war verwirrt. Er hatte mit Vorwürfen gerechnet. Auf diesen Ton aber war er nicht vorbereitet.

»Klar bin ich stolz«, erwiderte er nach einer Schrecksekunde forsch. »Ich habe einen klasse Job, eine tolle Frau und ein niedliches Kind. Ich habe etwas geleistet in meinem Leben. Auch wenn das manchmal eben auf Kosten der Familie geht.«

Er lehnte sich zufrieden zurück. Fast glaubte er schon, was er da sagte. Klang doch wirklich gut. Und selbstbewusst. Die Sache mit dem angekündigten Rausschmiss passte jetzt nicht so richtig. Das hatte Zeit bis später.

»Das mit dem Job mag ja stimmen. Das andere aber …«, sagte Sandra und strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn.

Mike sah irritiert, dass ihre Hand zitterte.

»Was soll das heißen?«, fragte er.

»Du hältst dich wohl immer noch für das große Los. Für Prince Charming im Big-Mäc-Format. Träum ruhig weiter. Das Leben spielt woanders.«

Mike blinzelte verblüfft und nahm einen Schluck Bier. Was sollte denn das bedeuten?

»Versteh ich nicht«, sagte er.

»Du wirst es gleich verstehen. Freu dich über deinen Job. Ab heute hast du nämlich keine Frau mehr. Und auch kein Kind. Wir sind keine Besitztümer, die du in den Safe schließt und von Zeit zu Zeit betrachtest, wenn es deine knapp bemessene Zeit erlaubt.«

Sandra sagte diese Sätze völlig ruhig, ohne ihrer Stimme anmerken zu lassen, welch unheilvolle Worte sie soeben aussprach.

»Nun mach hier mal nicht die Drama-Queen«, ereiferte sich Mike. »Es war saublöd, dass ich ausgerechnet heute einen wichtigen Termin hatte. Stimmt. Und ich hatte in letzter Zeit einfach zu viel um die Ohren. Stimmt auch. Aber wir kriegen das wieder hin. Als erstes buchen wir ein Wellness-Wochenende, schon ganz bald, nur wir drei. Und dann habe ich gedacht, sollten wir Millys Herzenswunsch endlich erfüllen!«

Er machte eine Kunstpause und fügte dann hinzu: »Einen Hund! Na, was sagst du jetzt?«

Sandra verschränkte die Arme. Dann begann sie zu lachen, aber sehr fröhlich wirkte dieses Lachen nicht gerade. Eher bedrohlich.

»So also hast du dir das vorgestellt?«, fragte sie spitz. »Wir gehen einszweidrei in die Sauna, kaufen einen Hund, und dann ist die Welt wieder in Ordnung?«

Mike versuchte, das mulmige Gefühl in seiner Magengegend zu ignorieren, und nickte. Aber ihm entging nicht, dass sich Sandras Augen mit Tränen füllten.

»Natürlich«, bekräftigte er. »Sei doch mal ehrlich: Uns geht es doch prima. Oder?«

Sandra griff zu einer der bunten Papierservietten und wischte sich die Tränen aus den Augen.

»Nein«, flüsterte sie dann. »Uns geht’s überhaupt nicht prima. Uns geht es grottenschlecht. Und wir können nicht so weiterleben. Milly und ich, meine ich.«

Der Boxhandschuh näherte sich Mikes Kinn. Gleich gehe ich k. o., dachte er in Panik. In seinen Ohren summte es.

»Ich-ich v-verstehe immer noch k-kein Wort«, stammelte er.

»Wir wollen dich nicht mehr«, flüsterte Sandra. »Wir ertragen dich nicht mehr. Du hast deine Chance gehabt. Viele Chancen. Und immer wieder hast du uns enttäuscht.«

Nun hielt es Mike nicht mehr auf seinem Stuhl. Erregt sprang er auf.

»Ach so, ihr wollt mich nicht mehr? Ich bin nicht mehr gut genug? Soso. Und du? Gibst du dir etwa Mühe, liebenswert zu sein? Auch bei dir ist der Lack ab. Sieh dich doch an, du warst mal eine tolle Frau, aber jetzt sitzt du da, ausgelaugt wie ein Putzlappen, obwohl du nicht mal arbeiten musst. Meinst du etwa, das hätte ich mir erträumt?«

Erschöpft hielt er sich am Herd fest. Er war weiter gegangen, als er wollte. Er hatte Dinge gesagt, die er nicht so meinte. Aber nun war es zu spät.

»Gutes Stichwort«, konterte Sandra. »Du findest also, bei mir sei der Lack ab? Nettes Kompliment, wirklich. Dann freunde dich mal mit der Tatsache an, dass es durchaus Männer gibt, die mich liebenswert finden. Und sogar begehrenswert.«

Dieser Boxhieb war heftiger als alle anderen zuvor. Glückwunsch, dies ist dein viertes Problem, höhnte eine kleine, gemeine Stimme in seinem Kopf.

»Wie? Was?«, schrie er.

»Du hast richtig gehört. Es gibt da jemanden in meinem Leben. Ich dachte erst, das ist nur so eine Phase, das geht wieder vorbei. Aber dann habe ich gemerkt: Da ist endlich jemand, der mich versteht, der mich mag, wie ich bin. Und der vor allem Zeit für mich hat.«

Schwer angeschlagen taumelte Mike zurück auf seinen Stuhl. Das war zu viel. Das war einfach zu viel.

»Du – du hast – ei-einen Geliebten?«, stieß er mit letzter Kraft hervor.

Sandra blickte zu Boden. Dann nickte sie unmerklich.

»Es war so leicht, dich zu belügen. Du hast mich ja gar nicht beachtet.«

Die Welt schlingerte und neigte sich leicht zur Seite.

»Ich werde zu ihm ziehen«, sagte Sandra, ohne aufzublicken. »Wir werden zu ihm ziehen«, verbesserte sie sich.

Mike begriff nur eines: Er befand sich im freien Fall, und wo der enden würde, das wagte er gar nicht auszudenken. Wie ferngesteuert griff er zu einem zweiten Negerkuss und stopfte ihn sich in den Mund. Seine Kiefer mahlten auf der schaumigen Masse herum, als ob er ein blutiges Steak zermalmen müsste.

»Aha«, murmelte er kauend. »Ihr zieht aus. Soso.«

Mehr fiel ihm jetzt nicht ein. Sein Gehirn war leer. Festplatte gelöscht. Alle Infos deleted. Und jetzt?

Sandra stand auf.

»Ich packe. Morgen früh wird Tim uns abholen. Ich habe schon mit ihm telefoniert. Der Mann ist einfach da, wenn man ihn braucht. Wir ziehen in eine andere Stadt. Und du kannst ja am besten gleich in die Firma umziehen. Es soll hübsche Schlafcouchen geben, die sich in deinem Büro sicherlich gut machen. Dann bist du endlich da, wo du hingehörst.«

Damit verließ sie die Küche. Mike sah ihr fassungslos nach.

Allmählich fühlte er wieder Leben in seinen grauen Zellen. Ein Wort nahm Gestalt an, das sich mühsam in sein Bewusstsein kämpfte und dann wie in glühenden Lettern vor seinen Augen tanzte. Nein. NEIN. NEINNEINNEIN!

Wie ein Tiger, der aus der Narkose eines Fangschusses erwacht, sprang er auf und lief mit ein paar Sätzen ins Schlafzimmer. Sandra hatte bereits den großen schwarzen Reisekoffer hervorgeholt und legte sorgfältig ihre Wäsche hinein.

»Nein«, stieß Mike hervor. »Nein, nein und nochmals nein!«

Sandra blickte auf.

»An was hattest du gedacht?«, fragte sie spöttisch. »Handschellen vielleicht? Du wirst uns nicht aufhalten!«

Mike betrachtete wie von Sinnen die Handvoll String-Tangas, die Sandra in den Koffer legte.

»Na gut, dann geh. Zu deinem Frauenversteher. Aber ohne Milly. Die bleibt hier. Du glaubst doch wohl nicht, dass du mein Kind entführen kannst!«

»Mein Job, mein Auto, meine Frau, mein Kind«, sagte Sandra. »Kapier es doch endlich: Wir gehören dir nicht!«

»Schon klar«, rief Mike. »Aber Milly gehört hierhin. Hier wohnt sie, hier lebt sie, und ich bin ihr Vater!«

»Vater? Du meinst vielleicht, es reicht, wenn du Zahlemann und Söhne machst. Aber um ein Vater zu sein, braucht man schon ein bisschen mehr im Repertoire als eine goldene Kreditkarte. Du würdest es doch keine zwei Wochen aushalten, dich um Milly zu kümmern. Wetten?«

Das letzte Wort elektrisierte Mike augenblicklich. Wetten? Wetten!

Er setzte sich auf die Bettkante und betrachtete den Haufen aus bunten BHs, den Sandra auf die Tangas schichtete. Ihm war gar nicht aufgefallen, was für hübsche Wäsche sie hatte.

»Also gut«, sagte er leise, aber entschlossen. »Ich nehme die Wette an.«

Sandra tippte sich an die Stirn.

»Hast du dein Gehirn im Büro vergessen? Was soll das nun wieder?«

Mike lächelte grimmig.

»Es war doch dein Vorschlag. Zwei Wochen, stimmt’s? Die nächsten vierzehn Tage kümmere ich mich um Milly. Dann soll sie entscheiden, bei wem sie bleiben will. Top, die Wette gilt.«

Nun sank auch Sandra auf die Bettkante.

»Bist du betrunken?«, fragte sie vorsichtig.

»Ich war noch nie so nüchtern. Und ich finde, dass du eine exzellente Idee hattest. Geh du nur zu deinem Lover und lass dich kernschmelzen, ich werde hier für das Nötige sorgen. Wo hast du den Kerl überhaupt kennen gelernt?«

»Tim – er gab den Kurs für Seidenmalerei. Und er hat gleich bemerkt, dass ich mich nur in düsteren Farben ausdrückte. Ich war so schrecklich deprimiert. Dann haben wir Gespräche geführt. Nun guck nicht so böse, es gibt tatsächlich Männer, die mit einer Frau reden. Und was diese alberne Wette betrifft, die ist eine Schnapsidee. Gute Nacht, Überflieger, du kannst schon mal üben, wie es sich anfühlt, auf einer Couch zu schlafen. Lass mich jetzt bitte allein.«

Mechanisch stand Mike auf und verließ das Schlachtfeld seiner Ehe. Ich bin kein Verlierer, das war alles, woran er jetzt denken konnte. Er musste kämpfen. Und er würde kämpfen.

*

Milly warf ein Stöckchen, das sie im Wald gefunden hatte, hoch in die Luft. Sofort rannte der kleine Jack-Russel-Terrier los. Ein niedliches Exemplar, wirklich. Mike begann, dieses putzige Tier zu mögen. Weiß, mit braunen Flecken auf dem Rücken und rührend abgeknickten Ohren. Schwanzwedelnd brachte der Hund das Stöckchen zurück, Milly lachte, sprang ausgelassen herum und umarmte Mike. Auch Sandra lachte, und sie waren einfach, einfach glücklich. Die Sonne schien, und die Vögel sangen, und dann wachte Mike auf.

Sein Rücken schmerzte. Die Couch hatte sich als perfekt durchgestyltes Folterinstrument erwiesen, und er war mehrfach in der Nacht aufgewacht wie ein Prinz auf der Erbse. Blinzelnd nahm er das Wohnzimmer wahr. Sein Wohnzimmer, immerhin, stellte er erleichtert fest. Ein Sonnenstrahl kämpfte sich durch die Gardinen und malte kleine Reflexe auf die Bierflaschen, die vor der Couch standen.

Mit einem Mal fiel ihm alles wieder ein. Der verunglückte Geburtstag. Die weinende Milly. Der Streit mit Sandra. Und sein wenig ruhmreiches nächtliches Gelage vor dem Fernseher. Ob Sandra sich schon wieder beruhigt hatte?

Aus der Küche hörte er Stimmen. Mike dehnte sich, prüfte sorgfältig die Funktionstüchtigkeit seiner Nackenmuskulatur und erhob sich. Aua. In seinem Gehirn wurden gerade die Synapsen zersägt. Er brauchte unbedingt eine Kopfschmerztablette.

Langsam schlenderte er in die Küche. Als Erstes stolperte er über Sandras Reisekoffer. Er suchte Halt an einem Küchenstuhl, richtete sich auf und küsste Milly die Wange. Sie sah sehr blass aus, kaute aber offensichtlich vergnügt an einem Nutellabrötchen.

»Hallo, Prinzessin, ich habe eine Überraschung für dich«, rief Mike und versuchte weitgehend erfolglos, seiner Stimme einen entspannten Klang zu geben.

»Bemüh dich nicht, sie geht gleich in den Zoo. Mit meiner Mutter«, sagte Sandra mit einer derart schneidenden Stimme, dass sie mit wenigen Worten eine Salami in Scheiben hätte zerteilen können.

»Aha, in den Zoo«, echote Mike. Was bedeutete das? Waffenstillstand? Oder sogar Frieden?

»Und wenn sie zurückkommt, gehen wir auf die Reise«, fuhr Sandra seelenruhig fort, als handele es sich um einen harmlosen Wochenend-Ausflug.

Waffenstillstand? Frieden? Nein, das bedeutete – Krieg.

»Wir fahren ganz weit weg«, erklärte Milly stolz. »Ich darf den ganzen Tag spielen und brauche nicht zur Schule, ist das nicht voll krass?«

»Klar, voll krass. Habt ihr schon mal was von Schulpflicht gehört?«, fragte Mike.

»Wir haben gleich noch Gelegenheit zu reden«, sagte Sandra schnell und hielt Mike eine Tasse mit Kaffee hin.

»Aber …«, wollte Mike intervenieren, doch in diesem Moment klingelte es.

Einen Augenblick später stand Alexandra in der Küche, Sandras Mutter.

Schwiegermutter-Alarm! Mike verschränkte feindselig die Arme und sah zu, wie sie seine Küche in Besitz nahm. Wenn Alexandra einen Raum betrat, war er auf der Stelle voll. Überfüllt, besser gesagt.

»Einen recht schönen Morgen wünsche ich euch allen zusammen«, zwitscherte Alexandra und hauchte ihrer Tochter so geziert ein Küsschen auf jede Wange, als befänden sie sich auf der Weihnachtsfeier des Golfclubs.

Alexandra war eine echte Erscheinung, der Gipfel der Eleganz und der untadeligen Umgangsformen. Mike hatte sie noch nie ausstehen können. Sie war eine Lady, eine höhere Tochter aus einem vermögenden Juristenclan, und sie hatte sich nichts sehnlicher gewünscht, als dass ihre Tochter ebenfalls einen erfolgreichen Rechtsanwalt oder einen berühmten Richter geheiratet hätte. So wie alle weiblichen Mitglieder ihrer Familie. Mike dagegen war in ihren Augen nichts weiter als ein hergelaufener Emporkömmling, und sie hatte die Heirat der beiden nur unter Protest hingenommen.

Milly sprang von ihrem Platz auf.

»Omi, Omi!«, rief sie aufgeregt, »ich verreise heute, ganz weit weg!«

»Ich weiß, mein Kind, aber vorher unternehmen wir noch was Schönes! Freust du dich schon auf den Zoo?«, fragte Alexandra und umarmte Milly äußerst vorsichtig, um ihr kunstvolles Make-up nicht zu zerstören.

»Krieg ich auch ein Eis?«, fragte Milly zurück.

Alexandra nickte.

»Du siehst wunderbar aus, Mutter«, flötete Sandra.

Mike fand Alexandras fabelhaften Designerkostüme, ihre extravaganten Hüte und ihre auffälligen Lippenstifte immer schon Grauen erregend. Das wusste Sandra natürlich.

»Danke, mein Kind«, sagte Alexandra huldvoll wie die Königin-Mutter persönlich und setzte sich auf einen Stuhl. Sie trug ein elegantes Pepitakostüm, üppigen Schmuck und atemberaubende High Heels aus schwarzem Lack.

»Na, hier ist ja wohl eine Bombe eingeschlagen«, bemerkte sie süffisant und sah sich um.

Immer noch versank die Küche im fröhlichen Chaos der Party-Reste. Aber Mike hatte das sichere Gefühl, dass sie nicht nur den Zustand der Küche meinte.

»Pass mal lieber auf, dass du nicht aus Versehen in die Löwengrube fällst«, grummelte er. »Mit den Stöckeln bist du ja ein Verkehrsrisiko!

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