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Kurzschluß

Alfred J. Schindler

 

Kurzschluss

 

Horrorthriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Es ist ein Tag wie jeder Andere – der 01. Juli 2004. Der Morgen beginnt eigentlich ganz harmlos. Die Sonne scheint durch die halb geöffneten Jalousien und ich bin bestens gelaunt. Gut, ich habe einen schalen, bitteren Geschmack im Mund und ich weiß auch, warum, aber das lässt sich mit Pfefferminze sehr schnell beheben. Das Bett neben mir ist leer. Birgit ist schon auf. Ich gehe barfuß Richtung Badezimmer und freue mich auf diesen Tag, denn heute findet meine Führerscheinprüfung statt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sowohl die theoretische, als auch die praktische Prüfung bestehen werde. Schließlich ist es mein zweiter Anlauf, weil mir der Führerschein vor zwei Jahren entzogen wurde. Birgit besitzt keinen Führerschein und so sind wir auf mich angewiesen. Ein Auto besitzen wir bereits. Es ist ein roter, gebrauchter Kleinwagen aus zweiter Hand, den wir erst gestern gekauft haben. Es war ein Gelegenheitskauf und ich richtete das Fahrzeug in Handarbeit her.

 

Der gestrige Abend war wieder recht lange. Ich war wie üblich mit meinen Freunden unterwegs. Zuerst gingen wir ins Billardcenter und danach noch in eine Nachtbar. Wir tranken viel. Es wurde sehr spät, besser gesagt, sehr früh. Birgit lag hellwach in unserem Ehebett, als ich schwer angetrunken nach Hause kam. Sie machte mir eine Szene, aber ich winkte nur ab. Ich bin ein Typ, den so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann.

 

Das denke ich zumindest.

 

Mit einer stoischen Ruhe legte ich mich neben sie, küsste sie auf die Wange und schlief ein.

 

Am nächsten Morgen …

 

Es ist genau sieben Uhr: Meine junge Frau steht vor dem Spiegel im Badezimmer und schminkt sich. Ich stehe hinter ihr und bewundere insgeheim ihr hübsches, schmales Gesicht und ihre grünen Augen, die mir im Spiegel begegnen. Ich nur deswegen so früh aufgestanden, weil ich wegen der letzten Nacht ein schlechtes Gewissen habe. Zärtlich gebe ich ihr ein Küsschen auf den Nacken. Sie reagiert nicht. Seltsam. Ich wünsche ihr einen guten Morgen und sie antwortet nicht. Was ist denn mit ihr los? Warum tut sie so, als ob ich nicht anwesend wäre? Ist sie immer noch sauer, weil ich mit meinen Freunden so lange unterwegs war? Mit einem einzigen Satz zerschmettert sie unsere junge Ehe:

 

Ich verlasse dich. Ich habe einen anderen Mann, Richard.“

 

Eine Welt stürzt für mich zusammen. Ich habe das Gefühl, dass der Boden unter meinen Füßen wegbricht. Ich liebe sie doch über alles und ich ahnte in keiner Weise, dass sie fremdgeht.

 

„Du spinnst.“, antworte ich. Mein Mund ist vollkommen trocken.

„Ich spinne nicht! Ich wollte es dir eigentlich schon viel früher sagen, aber ich dachte, dass gerade heute der richtige Tag dafür ist.“

„Wieso der heutige Tag?“

„Ich weiß es nicht. Vielleicht wegen deiner gestrigen Sauftour!“

 

Verführerisch hängt das blaue Handtuch an dem großen Haken. Es scheint mich anzuschreien: „Nimm mich! Los, nimm mich!“ Ich stehe immer noch hinter Birgit, die gerade ihr langes, blondes Haar hochsteckt. Ganz langsam nehme ich das Handtuch vom Haken und drehe es in meinen Händen, so dass ein dicker Strick entsteht. Mit einer wilden Bewegung werfe ich ihn ihr von hinten um den Hals. Ich drücke zu, so fest ich kann. Birgit geht leicht in die Knie. Sie röchelt und strampelt mit den Beinen. Sie versucht mit ihren Händen, das Handtuch von ihrem Hals zu reißen. Jedoch es gelingt ihr nicht. Gegen meine Kräfte kann sie nichts ausrichten. Ich sehe ihr verzerrtes Gesicht im Spiegel. Ihr Mund ist weit geöffnet, aber sie bringt keinen Ton heraus. Ihre Augen quellen aus den Höhlen. Ein schrecklicher Anblick! Mein Gehirn schreit mich an: „Höre auf! Jetzt sofort!“, aber meine Hände sprechen eine ganz andere Sprache: „Zieh zu! Mach sie kalt, diese kleine Hure!“

 

Ihr Todeskampf dauert etwa zwei Minuten...

 

 

01

 

 

Ich bin ein Mörder.

Das wird mir in diesen Sekunden klar.

 

Birgit liegt auf dem kalten Badezimmerboden und ihre gebrochenen Augen blicken erstaunt ins Leere. Sie sind nicht mehr so schön wie zuvor.

 

Tote Augen sind nicht schön.

Sie sind kalt und glasig.

Und hart wie kleine Kieselsteine.

 

Eigentlich wollte ich sie ja gar nicht umbringen, aber ich hatte mich nicht mehr in der Gewalt. Ich verlor meine Selbstbeherrschung völlig. Ja, ich war außer mir. Der Gedanke, dass sie fremdgeht, machte mich fast wahnsinnig. Hatte ich sie wirklich zu sehr vernachlässigt? War ich tatsächlich zu oft mit meinen guten Freunden unterwegs? Diese Gedanken gehen unentwegt durch meinen Kopf. Was soll ich nun tun? Soll ich die Polizei anrufen und mich selbst anzeigen?

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