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Kochen ohne Buch

Rob Kenius

Kochen ohne Buch

ÜberLeben im Überfluss





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Kochen ohne Buch

Sachbuch von Rob Kenius

© Digitalausgabe 2014 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Reihe: Sachbuch

DIE INFO-SEITE RUND UM DIE PRODUKTE DES VERLAGES FINDEN SIE UNTER:

www.editionbaerenklau.de

Die Reihe der Sachbücher wird von Philipp Schmidt betreut und herausgegeben.

Kochen ohne Buch

ÜberLeben im Überfluss

Rob Kenius, Autor

Cover by Fritzi Ondra

Lektorat: Philipp Schmidt

Kochen ohne Buch erklärt, was Werbung und Verpackung verschweigen: Warum es so viel Überfluss gibt und wie wir diesem System entkommen können, in dem wir alle nur Endverbraucher sind.

Kochen ohne Buch beginnt beim Einkauf. Die meisten Artikel im Handel sind überflüssig, viele schaden der Gesundheit und dem Wohlbefinden. Sie machen unerfahrene Konsumenten sogar süchtig.

Aus frischem Gemüse, Obst, Bio-Getreide und wenigen aromatischen Zutaten lassen sich vielfältige, auch vegane Gerichte zubereiten, die Leib und Seele beflügeln.

Curry-Gerüchte nach indischer Art, italienische Pasta und das oft belächelte Müsli werden zum Muster für beliebig viele Varianten.

Was tun? – Für das Überleben im Überfluss kreativ kochen nach der eigenen Intuition, nicht nach Rezepten. Wer die Prinzipien erkennt, kann das Buch nach aufmerksamer Lektüre beiseite legen und bewusst einkaufen, gesund essen und auch noch eine Menge Geld einsparen.

Ein Ratgeber, der hilft, sich in der Konsumwelt zurechtzufinden, der Hintergründe beleuchtet, Kochanleitungen bietet, mit denen es jedem gelingt, gesundes, vielseitiges und ausgewogenes Essen auf den Tisch zu zaubern und sich nicht dem Markt mit seinen abstrusen Regeln zu unterwerfen.“

(Philipp Schmidt)

Der Umfang dieses Ebook entspricht 160 Taschenbuchseiten.

Inhalt:

1 Je mehr desto besser

2 Umsatz- und Geschmacksverstärker

3 Ablass-Handel

4 Nur halb exotisch, aber vegan

5 Unser Gemüse-Curry

6 reife Früchte

7 Die Körner-Fresser

8 Müsli oder Getreidekost

9 Mischen ohne Rezept

10 Vegane Kost und Fett-Ecken

11 Hunger und Sucht

12 Was ist Befriedigung?

13 Pommes und Kartoffelkrise

14 Reibekuchen aus den Anden

15 Kartoffelsalat mit Power

16 Mädchen am Milchregal

17 Die Zeit der Tomate

18 Essbares aus den Niederlanden

19 Alternative Salatküche

20 Im Dressing liegt die Würze

21 Rein in die Salatschüssel

22 Deutsch-griechischer Bauernsalat

23 Geschmack am Guten

24 So wenig wie möglich

25 Kälte zurückgewinnen

26 Der Energie-Spar-Topf

27 Die sanfte Kultur der Hummel

28 Exotischer Ladengeruch

29 Bohnensuppe mit/ohne Wurst

30 Kraft durch Essen

31 Kichererbsen kichern nicht

32 Zwei vegane Brotaufstriche

33 Hunger auf Pomodoro

34 Di Pasta Tedesca

35 Alternativen für Deutschland

36 Spargel zu seiner Zeit

37 Das Beste von allen

38 Die andere Gempseküche

39 Geld im Überfluss

1. JE MEHR DESTO BESSER

Der Mensch ist in drei Generationen vom gut genährten Alleskönner zum überfütterten Nahrungsmittel-Konsumenten geworden. Dabei gehört Essen und Trinken zu den Dingen, die bei Mensch und Tier äußerst ähnlich sind und es gibt Grundregeln und Funktionen, die sich in Millionen von Jahren nicht geändert haben und sich auch nie ändern werden.

Bei uns Menschen aber hat sich in wenigen Jahrzehnten fast alles geändert. Der Grund ist der, dass sich eine Nahrungsmittel-Industrie entwickelt hat, die auf einem sogenannten Lebensmittelmarkt operiert. Da gelten die Gesetze der Ökonomie und diejenigen, die unsere Nahrungsmittel herstellen, zubereiten, liefern und verkaufen, tun das fast nur noch, um damit soviel Geld wie möglich zu verdienen.

Das ist eine völlig neue Dimension. Wir essen nicht mehr einfach, sondern wir konsumieren Food, also Lebensmittel. Häufig sind es Markenartikel, für die auch kräftig Werbung betrieben wird: Nutella, Maggi, Mars, Dr. Oetker, Fanta, Knorr...

Es geht bei der industriellen Herstellung und Vermarktung nicht nur um gute Ernährung oder Befriedigung des Nahrungsbedarfs, sondern um ökonomische Eckdaten: Umsatz, Wachstumsraten, Marktanteile, Gewinn-Maximierung usw. Das alles bedeutet am Anfang und am Ende:

Es geht ums Geld, nicht um Essen und Trinken.

Dem kann sich auch der Käufer, Kunde oder Konsument nur sehr schwer entziehen. Das Essen, genauer gesagt, das Kaufen von Lebensmitteln, unterliegt jetzt den Gesetzen des Konsums und der Logik des Geldverdienens. Das ist eine bedeutende Veränderung unserer Kultur und die ist innerhalb weniger Jahrzehnte vonstatten gegangen.

Wie weit wir uns dabei von natürlichen Verhaltensweisen entfernt haben, ist durch einen Vergleich mit wild lebenden Tieren in unserer Nähe schnell zu erkennen. Die Ernährung der Spatzen auf dem Dach oder die der Eichhörnchen in den Bäumen hat sich in all der Zeit nicht sichtbar verändert. Sie picken Körner und suchen nach Nüssen wie eh und je und sie scheinen dabei nichts zu vermissen.

Der Mensch aber, der ebenfalls isst und trinkt, ist in den Fokus der Nahrungsmittel-Industrie geraten und die will in erster Linie Geld verdienen. Für das Geldverdienen aber gilt schon lange eine sehr einfache Grundregel, die wohl jeder ohne viel Nachdenken bestätigen kann:

Je mehr, desto besser.

Also, je mehr Geld verdient wird, desto besser soll es sein. Für wen? Etwa für alle Beteiligten?

Zunächst einmal gilt der Satz für die Geldverdiener selbst. Doch wo kommt das Geld her? In der Welt des Konsums kommt das Geld vom Konsumenten. Gilt für Konsumenten dann auch der Satz "Je mehr desto besser"? Das würde bedeuten, dass das Leben für uns als Konsumenten um so besser ist, je mehr Geld wir für Lebensmittel und andere Konsumware ausgeben. In den Reden von Wirtschafts-Experten und auch von vielen Politikern hört es sich manchmal so an.

Aber das kann doch nicht wahr sein.

Denn jeder weiß, wenn das Geld alle ist, müssen wir Schulden machen, genau wie Vater Staat. Das geht dann eine Zeit lang noch so weiter bis zur privaten Insolvenz. Auch der konsumfreudigste und werbe-anfälligste Konsument sieht ein, irgendwann ist Schluss. Die Regel "je mehr desto besser" gilt nicht für mich, der ich hier mein Geld ausgebe, sondern am Ende wohl doch nur für diejenigen, die es kassieren.

Besonders unsinnig wird die Maxime, wenn es um Speisen und Getränke geht. Der Bäcker könnte sagen, je mehr Brot, desto besser, der Metzger, je mehr Fleisch, desto besser und der Bierbrauer wird verkünden, je mehr Bier, desto besser. Aber die Kunden können nicht immer mehr essen und trinken.

Auf dem Gebiet der Nahrungsmittel und Getränke kann die Regel „Je mehr desto besser“ nicht bestehen bleiben, das weiß auch der satteste Wohlstandsbürger, der in unserer Überfluss-Gesellschaft kaum über Geld nachdenken muss. Und doch zeigen die Wegweiser der Ökonomie immer nur in eine Richtung: mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Rendite, mehr Milch, mehr Schokolade, mehr Chips, mehr Saft, mehr Fleisch.

Es wird Druck auf die Konsumenten ausgeübt. Durch Werbung im Fernsehen und durch Plakate, aber ganz besonders durch ein riesiges, verlockendes Angebot in den Regalen. Wer einen modernen Lebensmittel-Laden betritt, steht schnell vor einer Wand von Milchprodukten mit hundert oder mehr Artikeln. Die meisten davon sind verführerisch verpackt.

Noch aufdringlicher ist das Angebot an Süßigkeiten, Schokolade und Knabber-Artikeln. Auch deren Verpackungen sind äußerst einladend. Dazu kommen die Getränke, insbesondere Säfte, die es vor 60 Jahren überhaupt noch nicht in den Lebensmittel-Geschäften zu kaufen gab.

Die meisten dieser Angebote sind Dickmacher, die kein Mensch zum Leben braucht. Aber Kinder und Jugendliche können sich dem immensen Konsumdruck in Richtung Süßigkeit, Dauer-Knabbern oder ständigem Schlürfen nicht widersetzen. Sie packen die verführerischen Schachteln, Flaschen und Beutel in ihren Einkaufswagen, manchmal in dem Glauben, notwendige Lebensmittel einzukaufen.

Dieser Überfluss, den die Nahrungsmittel-Industrie mit Absicht schafft, um die Maxime, „Je mehr, desto besser“, zu erfüllen, ist so erdrückend, dass es zur Überernährung eines großen Teiles der Bevölkerung kommt.

Wie verhalten sich denn andere Lebewesen, wenn es in der Natur einmal Überfluss gibt? Dann hören die meisten frei lebenden Tiere auf zu essen. Singvögel fangen an zu singen, wenn sie genug gefuttert haben. Das ist Musik, künstlerische Betätigung. Nicht der Mensch hat die Musik erfunden. Robben legen sich in die Sonne. Das ist so etwas wie Urlaub auf dem Balkon. Auch die Faulheit ist nicht des Menschen Entdeckung. Wale und Delphine planschen im Wasser, Mücken beginnen in der Sonne zu tanzen. Das ist Sport, Tanz und verspielte Partnerschaft.

Der Mensch setzt sich meistens, wenn er am Abend genug gegessen hat, vor seinen Fernsehapparat und knabbert weiter: Chips und Erdnüsse, Waffeln, Kekse, Kürbiskerne und Pistazien. Während die Dame süße Sachen und Ölfrüchte nascht, trinkt der Herr sein Bier; ein besonders nahrhaftes Getränk, in der Zusammensetzung dem Brot sehr ähnlich. Im Fernsehen laufen Werbespots für genau diese Artikel: Schokolade, Chips und Bier.

Fernsehfußball ohne Bierreklame gibt es nicht.

Unter den Tieren fressen nur wenige immer weiter: Es sollen schon Kühe geplatzt sein. Schweine werden dick, fett und schlachtreif. Diese Phänomene sind aber zum großen Teil das Ergebnis der Viehzucht. Mast-Vieh wird von Menschen gefüttert und lebt nicht frei. Dass Schweine so gerne und viel fressen und sich dabei auch noch rasch vermehren, macht sie beliebt bei Schweinebauern, Schlachthäusern und Wurstlieferanten.

Rinder bekommen zwar nur ein oder zwei junge Kälber, versorgen sie dann aber so reichlich mit Milch, dass der Mensch sich davon etwas abzweigen kann. Dass daraus inzwischen eine riesige Milchindustrie entstanden ist, die nicht mehr weiß, wohin mit ihren zahllosen Produkten, kann man den Rindviechern nicht anlasten.

Tiere werden auch manchmal mit Gewalt zum Fressen gezwungen: Gänse werden gestopft, damit sie eine dicke Leber bekommen für Gänseleberpastete in den Feinkost-Abteilungen. Vögel vermeiden es ansonsten, dick und fett zu werden, sie wollen flugfähig bleiben. Nur die dumme Pute hat es aufgegeben, vor dem Schlächter zu fliehen: Sie frisst sich manchmal so dick, dass ihr vom Gewicht des eigenen Fleisches die Knochen brechen.

2. UMSATZ- UND GESCHMACKSVERSTÄRKER

Erst einmal genug mit dem Horror-Szenario vom Nahrungsmittel-Überfluss, es könnte der Eindruck entstehen, es ginge hier ums schlank werden durch Hungern oder um die soundsovielte Null-Diät. Dazu gibt es reichlich andere Literatur; da gibt es längst einen Literatur-Überfluss.

Hier geht es nicht ums Hungern, sondern ums Essen. Genauer gesagt, um besseres Essen, als der Konsumterror es uns aufdrängt. Gesund leben, vernünftig essen und selber Essen zubereiten ohne festgeschriebene Rezepte. Immer flexibel und kreativ bleiben. Das ist die

Guerilla-Taktik im Dschungel der Konsumwelt.


Die Entwicklung vom Essen und Trinken hin zum Konsum-Terror der Lebensmittel-Industrie hat zum Glück einen Bereich noch nicht voll erreicht: Das Essen in der Gastronomie. Unsere Köche und Wirtinnen sind weitgehend unschuldig.

Seit Jahrtausenden gibt es professionelle Küchen in China und Indien. Seit Jahrhunderten sind auch in Europa überall Restaurants und Betriebe zum Mitnehmen von Speisen zu finden, die ihr Geld damit verdienen, andere Leute satt, zufrieden und wohlgenährt zu machen, mehr aber auch nicht.

Der professionelle Küchen-Chef hat es auf Qualität angelegt, nicht auf Quantität wie bei der industriellen Vermarktung von Nahrungsmitteln. Wenn der Salat und die Sauce gut schmecken, ist der Koch zufrieden, es ist ihm egal, wie viel der Gast davon nimmt, Hauptsache, er kommt wieder.


Nicht so der Produzent von Fertigsuppe in einer praktischen Aluminium-Tüte, deren Inhalt man in kochendes Wasser schütten muss, drei mal umrühren, fertig. Der Fertigsuppen-Produzent möchte den Umsatz mit Suppentüten steigern. Von Jahr zu Jahr. Von Quartal zu Quartal. Von heute auf morgen.

Was tut er?

Er entwickelt eine Marke und macht für seine Tüten-Suppe Reklame. Die Reklame kostet Geld, und das bewirkt, dass der Preis der Tüten steigt, weil die Werbung bezahlt werden muss. Oder aber der Inhalt wird geringer, damit der Bruttogewinn stimmt, um weiterhin kräftig Werbung zu machen.

Der Kunde bekommt dann also weniger, als er ohne Werbung bekommen würde. Dem kann man nur entgehen, indem man das Produkt, für das zu viel Reklame gemacht wird, nicht mehr kauft. Für die Reklame zahlen ja am Ende immer die Kunden und dann zahlen nur noch die Dummen, die auf Reklame hereinfallen.

Der Suppentüten-Produzent hat noch eine andere Möglichkeit, die Verdienstspanne zu erhöhen, um Werbung zu finanzieren, und die ist ziemlich hinterhältig.

Er kann versuchen, die Herstellungskosten für dem körnigen Tüten-Inhalt zu senken, in dem er weniger gutes Fleisch verwendet. Dafür wird es aber raffinierter gewürzt mit billigen, künstlichen Aromastoffen und das Produkt wird zusätzlich attraktiv gemacht durch ein familienfreundliches Foto, einen neuen Werbespruch auf der Tüte und Geschmacksverstärker.


Geschmacksverstärker bewirken, dass die Suppe der Marke A kräftiger schmeckt als die Suppe der Konkurrenzfirma B. Der Kunde denkt, da ist mehr Fleisch drin. Aber er hat nichts von diesem verstärkten Geschmack, womit die Gesetze des Marktes und der Ökonomie erfüllt werden. Der kräftige Geschmack beruht auf einer Täuschung der Sinne durch chemische Substanzen, die selbst keinerlei Nährwert haben.

Diese Täuschung zu erkennen, ist nicht einfach, aber bei guter Beobachtung kann eigentlich jeder dahinter kommen.

Geschmacksverstärker in der Suppe beeinträchtigen den Geschmack der anderen Komponenten einer Mahlzeit. Gemüse und Salat schmecken auf einmal fade. Um das zu beheben, gibt es natürlich schon längst ein anderes Tütchen, das Mann oder Frau in den Salat mischen kann. Da steht Würzkräuter drauf, aber es sind garantiert auch wieder Geschmacksverstärker drin.

Normalerweise merkst du erst einmal gar nichts von dem Nebeneffekt, den Geschmacksverstärker haben, nämlich dass sie den Geschmack anderer Komponenten beim Essen stören. Bis der Zufall dir zu Hilfe kommt.

Es ist Winter. Ein heißes Getränk vor dem Einschlafen wäre nicht schlecht. Aber mitten in der Wochen soll es kein alkoholisches Getränk sein. Grog und Glühwein scheiden also aus. Kaffee und Tee kommen auch nicht in Frage um diese Tageszeit, danach kannst du schlecht einschlafen. Der Gedanke ist also naheliegend, eine Tasse heiße Bouillon zu nehmen, das wärmt, es schmeckt gut und hat keine störenden Nebeneffekte – denkst du.

Ein Löffelchen aus dem Glas mit der bewährten Suppenmischung, kochendes Wasser, fertig. Du schläfst prima, aber am nächsten Morgen schmeckt dir das Frühstück nicht. Wenn das mehrmals hintereinander passiert und du ein wenig nachdenkst, kommst du langsam auf den Zusammenhang.

Es liegt an der Bouillon, die du am Abend vorher zuletzt getrunken hast. Genauer gesagt, es liegt am Geschmacksverstärker in der Bouillon. Die künstliche chemische Therapie deiner Geschmacksnerven hat bewirkt, dass dir am nächsten Morgen das Essen nicht so recht schmeckt. Viele merken es nicht, aber du hast es gemerkt und trinkst in Zukunft vor dem Einschlafen etwas anderes, bei dem du sicher bist, dass keine künstlichen Aromastoffe und Geschmacksverstärker drin sind.

Die Abstumpfung der Geschmacksnerven ist ein unvermeidlicher Nebeneffekt dieser geheimnisvollen Substanzen und Aromen, die besonders viel und zahlreich in den praktischen Pulvern und Flaschen stecken, die als

Suppen,

gekörnte Brühe,

Würz-Saucen und

Gewürzmischungen angeboten werden.

Schau mal im Supermarkt nach, wie viele es davon gibt!

Damit wird in erster Linie Geld gemacht.

Wer zuhause eine gute Suppe oder Sauce haben will, muss sie selber kreieren. Und wer will, dass ihm das normale Essen noch schmeckt, der darf seine Zunge nicht mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern abstumpfen.


Aber auch, wenn solche Substanzen deinen besonders robusten Geschmack am Essen nicht beeinflussen, dann haben sie eine andere unangenehme Nebenwirkung, die vom Hersteller durchaus gewollt ist.

Sie verleiten dich dazu, mehr zu essen und zu trinken. Das gilt auch für alle anderen Maßnahmen, die den Umsatz an Lebensmitteln steigern sollen: Bunte Verpackung, Reklame, natürliche, naturidentische und künstliche Aromastoffe... Sie sollen die Kundschaft doch dazu verführen, mehr zu kaufen. Da die Zahl der Konsumenten aber nicht in dem Maße wächst, wie die Wachstumsprognosen der Hersteller es gerne hätten, kommt es für die Umsatzsteigerung auf den einzelnen Kunden an und auf die einzelne Kundin.


Du sollst mehr davon essen, lautet die versteckte Botschaft aller Maßnahmen und, was verschwiegen wird, ist die Konsequenz, die sich daraus ergibt: Durch mehr Essen wirst du wahrscheinlich fülliger werden, vielleicht sogar dick, mehr als du es willst.

In einigen besonders konsumfreudigen Ländern wie USA und Deutschland, sehen wir überall sehr junge, dicke und fette Menschen, die oft noch nicht mal zwanzig Jahre alt sind. Sie haben als Teenager schon starkes Übergewicht und machen sich anscheinend keine Gedanken darüber, wie das weitergehen soll.

Auch ihnen kann geholfen werden!

Durch vernünftiges Essen.

Essen, das wir am besten selber zubereiten, damit wir Kontrolle über Inhalt und Geschmack haben. Dabei musst du unbedingt dein Gehirn einschalten, und zwar schon vor dem Einkauf im Supermarkt. Nicht wahllos zugreifen, aufreißen und runter schlucken, wie es gerade Spaß macht.

Das Überleben im Überfluss will gelernt sein; es ist leider nicht viel einfacher als die Nahrungssuche in der Vorzeit.


Wir müssen uns die Mühe machen, das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen, auch wenn es noch so winzig und versteckt ist. Der bekannteste Geschmacksverstärker ist Glutamat, eine Substanz, die auch in der Muttermilch vorkommt, seine starke Wirkung ist also psychologisch leicht zu erklären.

Die meisten Stoffe sind in der EG mit Kürzeln der Art „E6**“ gekennzeichnet. Es gibt auch einige, die mit „E3**“ beginnen. Wir wollen daraus keine Wissenschaft machen. Ist uns die Liste der Ingredienzien eine Speise zu lang, kaufen wir was anderes, am besten was Frisches, da haben wir weder Geschmacksverstärker noch Konservierungsstoffe drin.


Dass wir alle Konservierungsstoffe meiden, ist fast schon Allgemeinwissen.

Aber warum?

Es ist leicht zu verstehen. Konservierungsstoffe haben den Zweck, dass sie Pilze und Bakterien abtöten und zwar die, deren Sporen während der Lagerung, auch im Kühlschrank, aus der Luft und von überall her in die Speisen gelangen können. Das sind aber die gleichen oder sehr ähnliche Mikroben, welche im Darm die Verdauung bewirken! Ohne Bakterien im Darm könnten wir uns überhaupt nicht ernähren. Werden diese Bakterien durch Konservierungsstoffe im Essen gezielt beeinträchtigt, funktioniert die Verdauung schlechter, das ist leicht einzusehen.


Ins Essen gehören keine Konservierungsstoffe!

Sie sind für die Ernährung kontraproduktiv.


Selbst der harmlose und natürliche Konservierungsstoff Hopfen im Bier hat eine verlangsamende Wirkung auf die Verdauung. Er trägt dazu bei, dass die meisten Männer, die regelmäßig Bier trinken, einen „Bierbauch“ bekommen. Jeder muss selber entscheiden, ob er das will.




3. ABLASS-HANDEL

Wenigstens fünfzig Jahre lang sind Eier von Hühnern nicht teurer geworden, obwohl in der gleichen Zeit das Geld in vielen Bereichen seinen Wert um den Faktor 10 verloren hat. Eine Tüte Fritten kostete auf der Kirmes einmal 30 Pfennige, heute kostet die gleiche Tüte Pommes 2 Euro, was nach offiziellem Kurs knapp 4 DM ausmacht.

Für eine Eiskugel mit Hörnchen zahlten die Kinder am Anfang der D-Mark einen einzigen Groschen (10 Pfennige). Heute, wenn sie Pech haben, 75 Cent oder einen Euro, das ist das fünfzehn- bis zwanzigfache.

Brötchen haben einmal 5 Pfennige gekostet. Das war nicht in der guten alten Zeit, sondern am Anfang des Konsum-Rausches, vor einer Zeit, kürzer als ein Menschenleben.


Der Preis von Eiern aber ist in all den Jahrzehnten fast gleich geblieben. Ein Tiefpreis, der auf Kosten der Legehühner erzielt wird. Sie leben am Rande des Zu-Tode-Gequält-Werdens in Drahtkäfigen, aus denen sie nur zur Schlachtung heraus kommen. Gefüttert werden sie mit dem erbärmlichsten Tierfutter, das nur für sie so gerade noch verdaulich ist.

Vögel können Substanzen verdauen, von denen andere Tiere und erst recht der Mensch, schnell krepieren würden:

Der Geier frisst Aas beliebiger Kadaver,

Krähen mögen Kuhfladen, gewürzt mit allen Bakterien,

der niedliche Spatz pickt gerne in der Pferdescheiße,

Möwen ernähren sich im Binnenland meistens auf Müllhalden

und sogar die lieben Friedens-Tauben schlucken ungezwungen trockene Acker-Bohnen, die beim Menschen Blähungen von kosmischen Ausmaßen verursachen würden.

Trotzdem sollten wir den Hühnern, die unsere Eier legen, nicht auch noch vergammeltes Fritten-Fett zu fressen geben, wie es in Holland und Belgien geschieht.


Aber was kann der normale Mensch, der keinen Einfluss auf das System hat, dagegen tun?


Diese Frage ist falsch gestellt.

Jeder hat Einfluss auf das System, denn wir alle sind ein Teil davon. Wir gehören dazu, egal, an welcher Stelle wir stehen, ob wir das große Rad drehen oder selber nur ein kleines Rädchen sind, das oft hin und her gedreht wird. Wir sind in unseren Konsumentscheidungen frei.

Nur die Hühner können gar nichts machen, außer Eier legen und sterben.


Wir könnten zum Beispiel auf den Genuss von Eiern völlig verzichten. Das war viele Jahre lang die einzige Möglichkeit, sich diesem grausamen Spiel zu entziehen. Der Entschluss, überhaupt keine Eier mehr zu kaufen und zu essen, ist ein direkter Eingriff in den Teufelskreis.

Wir leben im Überfluss und können leicht auf andere Nahrungsmittel ausweichen. Wer eine derartige Entscheidung fällt, tut (vielleicht unbewusst) den ersten Schritt zum veganen Essen.

Wenn uns die aus Hühnern heraus gequälten Eier eine Stunde lang im Magen liegen, essen wir erst mal keine mehr.

Wenn ich vom super-billigen Hähnchenschenkel Ausschlag am Mund bekommen habe, lasse ich in Zukunft die Packungen im Kühlfach liegen.

Solche Maßnahmen der Verweigerung sind gewiss kleine Schritte, aber sie wirken direkt und sie wirken mit größerer Sicherheit als die Appelle von Tierschützern und Gutmenschen. Was nicht heißen soll, dass deren Aktionen überflüssig sind.


Inzwischen hat sich die Lage der Legehühner teilweise etwas entspannt. Verbraucher kaufen Eier aus Bodenhaltung oder sogar von freilaufenden Hennen. Sie können das nicht selber nachprüfen, doch sie glauben dem Aufdruck auf der Verpackung und der vermuteten Kontrolle einer Behörde.

Manche Ladenketten kontrollieren selber, denn sie wollen, dass ihre Kunden so glücklich sind wie die Hühner auf der Eierschachtel.

Es ist aber nicht nachvollziehbar, wieso auch im kältesten Winter Eier aus Freiland-Haltung lieferbar sind. Ist das Tierquälerei oder Etiketten-Schwindel?


Der Staat mit seinem Firmensitz in Berlin hat sich immer noch nicht dazu aufraffen können, bestimmte Methoden einfach zu verbieten.

Die Schuld wird gerne auf Brüssel geschoben. Und es wird versucht, Probleme, die durch Mega-Kosum und Gewinn-Maximierung entstanden sind, auch wieder mit Methoden des Konsums zu bekämpfen. Man erwartet im Bereich der Politik eben gerne die Lösung des Problems vom Verursacher.

Der Konsum von Eiern wird jetzt ersetzt durch den Konsum von Eiern plus Verpackungs-Aussage „Bodenhaltung“ oder „Freilandhaltung“, kenntlich an den farbigen Legehennen auf einer grünen Grasfläche und... am Preis. Es gibt jetzt überall in den Märkten ein differenziertes Eiersortiment:

Das Standard-Käfig-Ei in grauer Pappe,

Eier aus Bodenhaltung,

Freiland-Eier und schließlich

das Bio-Ei.

Inzwischen soll es das Bio-Ei von Hennen geben, deren männliche Brüder nicht als Küken schon geschreddert werden. (Wo sind die dann?

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