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Kleiner Alf

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Vorwort
  7. Kapitel 1: Los geht’s!
  8. Kapitel 2: Ein kleines Wunder
  9. Kapitel 3: Alf ist da
  10. Kapitel 4: Ballspiele
  11. Kapitel 5: Ein Pony, viele Tricks
  12. Kapitel 6: Komm, wir ärgern die Nachbarn
  13. Kapitel 7: Ponygeschichten
  14. Kapitel 8: Albernheiten
  15. Kapitel 9: Im Galopp zum Erfolg
  16. Kapitel 10: Königlicher Besuch
  17. Epilog
  18. Danksagung
  19. Bildteil
  20. Mehr über Little Alf

Über dieses Buch

Alf und Hannah sind nicht nur Freunde, sie sind einander auch Retter. Seine Züchterin will das zwergwüchsige Shetlandpony loswerden, und die pferdeverrückte Hannah darf wegen einer Verletzung nicht mehr reiten. Für beide fängt mit ihrer Begegnung ein neues Leben an: Alf findet ein liebevolles Zuhause und Hannah begibt sich mit Alfies Unterstützung auf unkonventionelle berufliche Wege. Denn das freche Pony bringt sie nicht nur immer wieder in peinliche Situationen, sondern auch auf völlig neue Ideen, von denen sie ohne ihn nicht mal zu träumen gewagt hätte …

Über die Autorin

Hannah Russell wuchs mit ihrer Familie und vielen Tieren in Yorkshire Dales auf. Nach der Schule gründete sie mit gerade mal sechzehn Jahren ihr erstes Unternehmen, sie arbeitete kurzzeitig als Model und veröffentlichte drei Bücher im Selbstverlag mit Geschichten über ihr Shetlandpony Alf. Gemeinsam mit Alf fand sie in den Sozialen Medien viele neue Freunde, und das Duo durfte sogar schon Prinzessin Anne kennenlernen.

Vorwort

In diesem Buch werde ich euch erzählen, wie ein sehr kleines Pony mit einer sehr großen Persönlichkeit in mein Leben kam und es auf die denkbar beste Weise auf den Kopf gestellt hat. Dazu müsst ihr wissen, dass mein Shetlandpony Little Alf besonders klein ist. Seine Schulterhöhe beträgt gerade einmal 70 Zentimeter, das ist nicht viel mehr als bei einem großen Hund.

Aber was Alf an Größe fehlt, das macht er mit seiner Entschlossenheit und seinem Charme wett.

Die vergangenen drei Jahre mit Alf waren ein einziges großes, wunderbares Abenteuer. Wir haben Mitglieder der königlichen Familie getroffen und sind auch furchtbar ausgeschimpft worden, und ich bin mir sicher, dass wir noch viel miteinander erleben werden.

Ponys, die nicht »perfekt« sind, haben es oft schwer. Deshalb sagen manche Leute, ich hätte Little Alf gerettet. Aber er kam in mein Leben, als ich ihn gerade besonders brauchte, und deshalb glaube ich eher, dass wir uns gegenseitig gerettet haben …

Vom ersten Augenblick an gab es eine Verbindung zwischen uns. Ich kann es nicht genau erklären, aber es fühlte sich an, als seien wir dafür bestimmt, zusammen zu sein. Sicher habe ich sein Leben verändert, als ich ihn aufnahm. Aber er hat meines auch verändert, und zwar sofort.

Als ich Alf zum ersten Mal sah, war er ein flauschiges, verlorenes kleines Kerlchen. Seine Mama hatte ihn nicht angenommen, er entsprach nicht den Anforderungen des Züchters, und seine Zukunft sah düster aus. Er stand auf einer Weide, ganz allein, die Beinchen im Schlamm eingesunken, und sah furchtbar traurig und einsam aus.

Am liebsten wäre ich hingerannt, hätte ihn auf den Arm genommen und wäre mit ihm weggelaufen, so schnell mich meine Beine trugen. Tatsächlich wäre ich zu dieser Zeit wohl viel schneller gelaufen als er. Wenn ich heute daran zurückdenke, kann ich kaum glauben, dass ich von dem lustigen, dickköpfigen, energischen Pony rede, das inzwischen so viele Menschen kennen und lieben. Alf ist wirklich einzigartig.

Wir beginnen den Tag gemeinsam bei einer Tasse Tee, und am Abend klaut er mir die Marshmallows von meiner heißen Schokolade. Jeder Augenblick mit Alf ist zauberhaft. Auch die richtig peinlichen Momente, von denen es ganz schön viele gibt.

Ich freue mich sehr darauf, euch von ihm zu erzählen. Von unserer ersten Begegnung sowie von seinem glamourösen Leben als Model, Preisgewinner und Star in den sozialen Medien. Es kann nicht mehr lange dauern, bis sich Hollywood bei uns meldet …

Kapitel 1

Los geht’s!

Bevor wir zu dem wichtigen Moment kommen, an dem wir Little Alf zum ersten Mal treffen, möchte ich euch erst mal ein bisschen über mich und meine Liebe zu Tieren erzählen. Vor allem über meine Leidenschaft, Tiere zu retten, die etwas mehr Liebe und Fürsorge brauchen als andere.

Ich wurde am 18. Januar 1997 in Scarborough geboren, im Norden Englands. Dort habe ich bis zu meinem vierten Lebensjahr mit meiner Familie gewohnt. Schon damals konnte ich mich für Pferde begeistern, und meine erste Erfahrung mit diesen wunderbaren Tieren gehört auch zu meinen frühesten Erinnerungen. Ich war drei Jahre alt, als ich zum ersten Mal am Strand von Scarborough auf einem Esel ritt. Meine Eltern haben ein Foto von mir, wie ich auf dem Rücken des Esels sitze, ein breites Lächeln im Gesicht. Manche Kinder haben Angst vor großen Tieren, aber ich liebte sie aus ganzem Herzen. Immer wieder nervte ich meine Eltern mit der Bitte, wieder mal »auf dem lustigen Esel« sitzen zu dürfen.

Schon seit damals habe ich Haustiere, und ich kann mir nicht vorstellen, ohne sie zu leben. Ich hatte schon immer eine sehr enge Verbindung zu Tieren (abgesehen von Schnecken) und fühle mich ruhig und entspannt, wenn ich mit ihnen zusammen bin.

Unser erstes Familientier war eine Deutsche Schäferhündin namens Misty, die meine Eltern ein Jahr vor meiner Geburt bekamen. Von dem Moment an, an dem ich laufen lernte, folgte ich ihr auf Schritt und Tritt. Sie war eine liebe, freundliche Hündin, und ich fühlte mich immer beschützt, wenn sie bei mir war.

Mum und Dad hatten Misty bei sich aufgenommen, weil der Züchter, bei dem sie bis dahin gelebt hatte, sie nicht mehr wollte. Sie brauchte also ein gutes Zuhause. Mein Opa war Polizist und hatte ständig mit Schäferhunden zu tun, und als er meinen Eltern von ihr erzählte, sagten sie, sie würden sie nehmen.

Misty hatte kurz zuvor einen ganzen Wurf Welpen verloren und litt nun unter Scheinträchtigkeiten. Deshalb meinte unser Tierarzt, es wäre gut, wenn sie noch einmal Junge bekommen würde. Als ich zwei Jahre alt war, bekam sie sechs Welpen, von denen aber leider drei starben. Mein Opa nahm einen, der Besitzer des Hundevaters den zweiten, und der dritte, Hickson, blieb bei uns.

Hickson war mit einer Hasenscharte und ohne Augenlider geboren worden. Außerdem hatte er Probleme mit der Haut. Meinen Eltern war daher klar, dass es schwierig sein würde, ein Zuhause für ihn zu finden. Die Leute wünschen sich nun mal perfekte Welpen, und sogar ich muss zugeben, dass Hickson eine Herausforderung war.

Weil er keine Augenlider hatte, erkannte man nur an seinem Schnarchen, dass er schlief. Seine Augen blieben immer offen. Er konnte auch nicht blinzeln, sodass ihm ständig die Augen tränten. Meine Eltern mussten ihm die Augen mit speziellen Tüchern auswischen, damit sie sich nicht entzündeten. Durch die Hasenscharte war seine Schnauze vorn gespalten. Manchmal blieb in dem Spalt Futter stecken, und wir mussten ihm auf den Rücken klopfen, um es wieder zu lösen. Das alles klingt ganz schön krass, ich weiß, aber er war ein so netter Hund, dass es uns nichts ausmachte.

Als die Welpen noch klein waren und Leute kamen, um sie sich anzusehen, waren sie immer ganz begeistert von den anderen Kleinen, aber wenn sie Hickson sahen, sagten sie Sachen wie: »Was ist denn mit dem los? Der sieht ja schlimm aus!« Von da an war er mein Liebling.

Hickson selbst kümmerte es nicht, dass er anders war als die anderen Hunde. Er wusste es wohl auch nicht, und er war sehr fröhlich und voller Selbstvertrauen. Sein Fell war schwarz und braun wie bei einem normalen Deutschen Schäferhund, aber viel flauschiger. Als Welpe sah er ein bisschen aus wie ein Wolf, aber er war ein durch und durch sanfter und sehr zärtlicher Kerl.

Hickson und ich wurden bald die besten Freunde und unternahmen alles zusammen. Meine Mum sagt, wir seien unzertrennlich gewesen. Ich kugelte mit ihm auf dem Boden herum, und wir kuschelten in seinem Körbchen. Er war zu hundert Prozent mein Hund. Als wir beide ein bisschen älter geworden waren, saß er manchmal vorn auf meinem Skateboard, und wir sausten zusammen über unseren Hof. So ging das sein ganzes Leben lang, bis zu dem Tag, an dem er starb.

Als Hickson noch jung war, meinte ein Tierarzt, er würde mit all seinen Gesundheitsproblemen wohl nicht älter als drei Jahre werden, aber Gott sei Dank wurde er zehn, und er war immer voller Energie und sehr fröhlich. Hickson war also wohl das erste Tier, das ich gerettet habe. Er hatte ein herrliches Leben bei uns. Meine Mum sagte oft im Spaß, er sei mein Schatten, und damit hatte sie recht. Ich vermisse ihn noch heute.

Ich habe meine Familie sehr lieb, und zu meinem großen Glück verstehe ich mich auch mit meinem Bruder John sehr gut, obwohl er ganz anders ist als ich. – Er ist schüchterner (und redet nicht so viel!). Er ist nur ein Jahr älter als ich, und wir sind gute Freunde. Wir verbringen Zeit miteinander, weil wir es so wollen, nicht, weil wir zur selben Familie gehören. Einige meiner Freundinnen und Freunde verstehen sich überhaupt nicht mit ihren Geschwistern. Aber John und ich haben uns nie richtig gestritten, und wenn er zum Studium weg ist – er studiert Informatik –, vermisse ich ihn sehr.

Dass wir als Familie so eng miteinander verbunden sind, hat vielleicht damit zu tun, dass meine Mum sehr krank wurde, als ich vier Jahre alt war. Sie war dauernd müde, ihr ganzer Körper tat ihr weh, und sie hatte schreckliche Kopfschmerzen. Aber obwohl sie zu verschiedenen Ärzten ging, fand niemand heraus, was ihr fehlte. Es war eine sehr frustrierende Zeit für sie. Sie baute schnell ab, und irgendwann fiel es ihr sogar schwer, morgens aufzustehen.

Die Ärzte erklärten ihr, sie habe eine Depression, und wollten ihr Medikamente dagegen geben. Aber Mum wusste, dass das nicht stimmte. Irgendwann bestand sie darauf, ins Krankenhaus überwiesen zu werden, damit man sie dort untersuchen konnte, und da wurde dann festgestellt, dass sie an einem chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) litt.

Deshalb beschlossen meine Eltern, in die Yorkshire Dales zu ziehen, wo meine Mum aufgewachsen war. So konnte sie näher bei ihren Eltern sein, die ihr bei der Betreuung meines Bruders und mir halfen, wenn es ihr mal wieder richtig mies ging. Dad ist Unternehmer und musste sehr viel arbeiten, und an manchen Tagen fiel es Mum wirklich schwer, einen Fuß vor den anderen zu setzen, geschweige denn, sich um zwei kleine Kinder zu kümmern.

Ich half mit, so viel ich konnte, vor allem wenn ich wusste, dass Mum einen schlechten Tag hatte. Wenn ich mich auf einen Stuhl stellte, konnte ich Geschirr spülen, und ich kümmerte mich ums Bezahlen, wenn wir einkaufen gingen. Ich bin sicher, dass ich deshalb in der Schule so gut in Mathe war. Meine Familie sagt immer, ich musste sehr schnell erwachsen werden, damit ich für Mum da sein konnte, aber ich kannte es ja nicht anders. Dad meint, ich hätte nicht so viel mit meinen Freunden gespielt wie andere Kinder, weil ich Mum nicht allein lassen wollte, aber mir machte das wirklich nichts aus. Meine Mum ist eine wunderbare Frau, und sie ist bis heute meine beste Freundin. Wir können über alles reden, und ich lache mit ihr mehr als mit jedem anderen Menschen.

Insgesamt dauerte die Krankheit ungefähr zehn Jahre, dann ging es ihr langsam, aber sicher besser. Es ist schlimm, dass die Ärzte immer noch kein Heilmittel gegen CFS gefunden haben. So bleibt einem nichts anderes übrig, als selbst Möglichkeiten zu finden, um sich zu behandeln. Mum hat vieles ausprobiert – Reiki und Aromatherapie und so weiter. Sie achtete auch darauf, dass sie sich gesund ernährte und viele Vitamine zu sich nahm, und sie informierte sich gründlich über ihre Krankheit. Auch heute noch hat sie manchmal schlechte Tage, an denen sie sich müde und erschöpft fühlt, aber insgesamt geht es ihr viel besser. Sie hat sogar angefangen zu malen und ihre Bilder zu verkaufen, und sie ist viel aktiver als früher.

Während all das geschah und ich älter wurde, wuchs meine Begeisterung für Pferde. Ich schaute mir jede Pferdesendung im Fernsehen an, und all meine Lieblingsbeschäftigungen hatten irgendwie mit Pferden zu tun. Ich las sämtliche Einhorn-Bücher von Linda Chapman, und als ich sieben Jahre alt war, fing ich an, ihr Briefe zu schreiben. Ich habe zwischen fünfzig und sechzig Postkarten aufbewahrt, die sie mir im Laufe der Jahre schrieb. Als ich die erste bekam, fühlte ich mich, als hätte mir ein Superstar geschrieben. Ich war etwas ganz Besonderes! Bis heute habe ich mit ihr über Facebook Kontakt – sie ist sehr nett.

Ich weiß nicht, woher die Faszination für Pferde kam, weil niemand sonst in meiner Familie pferdeverrückt ist. Meine Eltern ritten nicht, und John interessierte sich viel mehr für Computerspiele als für irgendetwas sonst. Ich war also die Einzige mit dieser Begeisterung. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich auf dem Land aufgewachsen bin und jeden Tag Pferde sah. Wie auch immer, ich liebte sie sehr, und das ist so geblieben.

Nach den ersten Reitausflügen auf Eseln saß ich mit fünf Jahren zum ersten Mal auf einem richtigen Pony. Im Bainbridge Riding Centre hatte ich regelmäßig Reitunterricht. Meistens ritt ich auf einem sehr freundlichen Pony namens Timmy. Timmy hatte Arthritis und schlurfte vor sich hin, aber das machte mir nichts aus. Er gehörte zur Rasse Welsh Section C und war ein ganz reizendes Kerlchen. Ich ritt jeden Samstag auf ihm, und er war immer nett zu mir.

Es gefiel mir gut dort, aber ich träumte immer noch davon, mal ein eigenes Pferd zu haben. Und eines Tages wurde dieser Traum ganz unerwartet Wirklichkeit.

Als ich sechs Jahre alt war, erzählte mir meine Mum von einem vierzehn Jahre alten Kleinpferd namens Badger, also »Dachs«. Der Besitzer war an Krebs gestorben, und Badger trauerte sehr um ihn. Er war zutiefst deprimiert, weil ihm niemand die Liebe und Aufmerksamkeit schenkte, die er brauchte, und deshalb wurde er krank. Eine Cousine meiner Mutter, Carine, die mit dem Besitzer befreundet gewesen war, hatte das bemerkt und gesagt, sie würde sich um ihn kümmern. Sie besitzt einen großen Bauernhof und hätte auch Platz für ihn gehabt, aber da sie schon so viele andere Tiere hatte, konnte sie ihn nicht auf Dauer behalten.

Als Carine Badger abholte, war er extrem übergewichtig. Alle waren schockiert, wie schnell er von einem fröhlichen, gesunden Pferd zu einem kränklichen Pummel geworden war.

Früher war er sehr gut versorgt und jeden Tag geritten worden. Jetzt aber hatte er fast keine Bewegung mehr. Er stand allein auf einer Weide, wurde praktisch nicht mehr bewegt und nahm immer mehr zu. Seine Depression trug natürlich noch mit dazu bei.

Carine hatte schon angefangen, Badger wieder auf die Beine zu bringen, als sie eines Tages meine Eltern fragte, ob sie ihn nicht haben wollten. Sie wussten, dass ich mich darüber unendlich freuen würde, und sagten Gott sei Dank Ja. Vermutlich machten sie sich Sorgen über die viele Arbeit, die damit verbunden sein würde, aber sie wussten, ich würde beim Füttern und Ausmisten helfen, so gut ich konnte.

Als ich Badger zum ersten Mal sah, lief ich gleich zu ihm hin und umarmte ihn. Oder jedenfalls versuchte ich es. Er war ja etwa doppelt so groß wie ich und sehr »rundlich«, es war also gar nicht so einfach. Unglaublicherweise nahm er fast sechzig Kilogramm ab, nachdem er zu uns gekommen war.

Damals wohnten wir in einem Haus in Harmby und hatten keinen Stall, also hielten wir Badger auf einer großen Wiese hinter dem Haus. Meine Eltern kümmerten sich um ihn, wenn ich in der Schule war, aber sobald ich nach Hause kam, war ich an der Reihe.

Badger war zwar nicht in Bestform, aber für mich war er perfekt – weil er mir gehörte. Es kam mir nicht einmal in den Sinn, dass er ein bisschen zu dick war. Er war ein wunderschönes Pferd, eben ein kleiner Cob, eher kurzbeinig und kräftig gebaut, kein schlankes Rennpferd.

Am Anfang war er nicht besonders glücklich, aber das änderte sich schnell, und nach ein paar Wochen bei uns kehrte seine gute Laune zurück. Diese großartige Verwandlung war wunderbar zu beobachten. Je mehr er abnahm, desto mehr Energie hatte er. Ich fing sogar an, auf ihm zu reiten, aber irgendwie hatten wir, meine Eltern und ich, immer noch das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

Wir verstanden uns bestens, aber ich spürte an der Art, wie er beim Reiten auf mich reagierte, dass etwas fehlte. Er buckelte immer wieder, wie es Pferde oft tun, wenn ihnen etwas wehtut.

Schließlich fanden wir heraus, dass er sich den Hals ausgerenkt hatte.

Das passiert nicht oft, und die meisten Besitzer merken es nicht. Aber durch die Schmerzen wird ein Pferd unleidig und bockig. Die Besitzer denken dann, sie müssten strenger mit ihm umgehen und es strafen, und dadurch wird alles nur noch schlimmer.

Wenn man ihn ansah, kam man nicht auf die Idee, dass mit seinem Hals etwas nicht stimmte. Aber weil wir herausfinden wollten, warum er so nervös war, ließen wir ihn von einem Tierarzt untersuchen. Der Tierarzt sah sofort, was Badger fehlte, und wir waren sehr erleichtert. Badger bekam Physiotherapie, und der Tierarzt renkte seinen Hals wieder ein. Das hörte sich schrecklich an, es hallte richtig, ich erinnere mich bis heute daran. Badgers Hals knackt heute noch manchmal, und weil er inzwischen auch ein bisschen Arthritis hat, hört man es deutlich, aber ihn scheint das alles nicht zu kümmern.

Nach dieser Behandlung hielt Badger seinen Kopf allmählich wieder höher. Außerdem erkannte er uns und freute sich, wenn wir zu ihm kamen. Für meine Familie war das Leben mit einem Pferd etwas ganz Neues, aber Carine und einige andere Pferdebesitzer im Reitstall gaben uns Tipps, wie wir mit Badger umgehen sollten. Alles andere mussten wir uns selbst beibringen, aus Büchern und aus dem Internet.

Badger machte mich zu einer noch größeren Pferdenärrin. Ich hatte jetzt drei Mal in der Woche Reitunterricht, und samstags besuchte ich einen Kurs über Pferdepflege. Mein ganzes Leben drehte sich nur noch um Badger. Ich führte sogar ein Tagebuch, in dem ich alles aufschrieb, was wir erlebten. Manchmal waren es nur Kleinigkeiten, zum Beispiel ein Spaziergang um die Koppel, aber ich liebte ihn so sehr, dass ich alles im Gedächtnis behalten wollte.

Dieses Tagebuch führte ich, seit ich sechs Jahre alt war und bis ich sechzehn wurde. Jeder andere würde es wohl schrecklich langweilig finden, aber ich bin froh, dass ich alles aufgeschrieben habe, was Badger und ich am Anfang miteinander erlebten. Ich schrieb sogar eine Geschichte über ihn. Vielleicht war das ein gutes Training für mein späteres Schreiben.

Hier ein paar Auszüge aus den ersten Tagebüchern:

25. Juli 2008

Ich war heute beim Reiten. Es hat großen Spaß gemacht, und es war sehr warm. Wir hatten 25 Grad, deshalb sind wir nur Schritt gegangen, damit Badger nicht so schwitzt. Nächste Woche fahren wir nach Portugal in die Ferien, aber ich mag Badger nicht verlassen. Ich will nicht hier weg. Meine Freundin kümmert sich um ihn, aber ich bin trotzdem traurig.

24. August 2008

Gestern war ich mit Badger zum ersten Mal auf einem Turnier. Ich war sehr aufgeregt, aber er hat es gut gemacht. Beim Springen haben wir keinen einzigen Fehler gemacht, und ich habe sogar eine Rosette bekommen, die jetzt am Kühlschrank in unserer Küche hängt!!!! Beim Dressurreiten haben wir auch mitgemacht, aber die Preisrichter haben gesagt, meine Handschuhe hätten die falsche Farbe. Mum hat mir gesagt, ich solle mir keine Gedanken machen, wir hätten toll ausgesehen. Ich bin so stolz auf Badger! Er ist mein kleiner Star.

11. Oktober 2008

Heute war ich zum ersten Mal in meinem neuen Ponyclub!! Es hat mir sehr gut gefallen. Es ist kein echter Ponyclub, wir haben ihn uns nur ausgedacht, ich und ein paar Freundinnen. Ich war mit Badger dort und habe meine Freundinnen getroffen, und es waren auch ein paar neue Freundinnen dabei. Wir haben die Pferde gesattelt und aufgezäumt, dann sind wir aufgestiegen und haben die Pferde auf dem Rundkurs aufgewärmt, und dann sind wir gesprungen, was soooo toll war. Ich habe manchmal Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, aber das wird schon besser. Danach haben wir etwas gegessen und einen Ausritt über die Wiesen gemacht. Und ich bin zum ersten Mal GALOPPIERT!! Das hat Spaß gemacht. Um drei Uhr waren wir zurück und sind nach Hause gegangen. Es war der schönste Tag meines Lebens! Badger ist jetzt sehr müde, und ich auch!

23. Mai 2009

Jetzt habe ich ein paar Monate nichts geschrieben, weil ich verletzt war. Ich bin ein paar Mal böse gestürzt, weil Badger immer so buckelt. Und wir wussten nicht, warum. Einige Leute dachten, er sei einfach ungezogen, aber Mum und ich wussten, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Er würde mir ja nie absichtlich wehtun! Mum hat dann beschlossen, einen Tierarzt zu holen, der auf Pferde spezialisiert ist, und tatsächlich, Badger hat Schmerzen. Er hat sich den Hals ausgerenkt, und das tut schrecklich weh. Kein Wunder, dass er immer buckelt, er wollte mir damit etwas sagen. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich immer versucht habe, auf ihm zu reiten, obwohl er Schmerzen hatte. Ich verstehe auch gar nicht, dass es keiner gemerkt hat. Jetzt wird er behandelt und ist auf dem Wege der Besserung. Ich darf vier Wochen nicht auf ihm reiten, aber das ist mir egal. Hauptsache, er wird wieder gesund.

27. November 2009

Wir haben einen neuen Freund für Badger und Pepper bekommen. Er hieß Patch, aber wir haben ihn umbenannt, weil er bei uns einen neuen Anfang machen soll. Jetzt heißt er Paddy. Paddy ist ein Jahr alt und wurde ein bisschen vernachlässigt. Er ist sehr scheu und nervös. Auf der Nase hat er eine Narbe, dort fehlt auch Haar, und sein Körper ist mit hufeisenförmigen Narben übersäht. Er ist sehr dünn. Wir haben ihn erst seit gestern, aber er scheint schon ein bisschen glücklicher zu sein. Ich glaube, er weiß, dass er jetzt in Sicherheit ist. Badger scheint ihn zu mögen. Er küsst ihn immer wieder auf die Nase.

Mein nächstes Pferd war Pepper. Meine Eltern und ich wünschten uns einen Gefährten für Badger, damit er nicht so allein war. Als wir also von einem Pferd hörten, das ein neues Zuhause brauchte, waren wir froh.

Pepper ist allergisch auf Mückenstiche und hatte in der Nähe eines Waldes gelebt, wo er ständig gestochen wurde. Bei uns gab es nicht so viele Mücken.

Als wir ihn bekamen, war er in einem schrecklichen Zustand. Er hatte kahle Stellen im Fell und einen schlimmen Juckreiz. Deshalb biss und kratzte er sich ständig und hatte überall offene Stellen. Das Fell fiel ihm wirklich büschelweise aus. Dem armen Kerl ging es gar nicht gut. Wir machten uns große Sorgen, aber nach einer Behandlung durch den Tierarzt wurde es besser.

Ich bin nie auf ihm geritten, weil er ein Mini-Shetlandpony und damit viel zu klein für mich ist, aber er war der perfekte Weidegenosse für Badger. Kein Witz – es war, als hätte Badger den kleinen Pepper adoptiert. Die beiden mochten sich vom ersten Moment an. Ich frage mich, ob Badger wohl spürte, dass Pepper eine schwere Zeit durchgemacht hatte. Wenn wir jemanden treffen, der es schwer hat, reagieren wir ja auch so. Und Badger hatte genau dieses Mitgefühl und Verständnis für Pepper.

Badger machte einen Spaziergang rund um seine Wiese, und Pepper folgte ihm, als wäre es das Normalste auf der Welt. Sie spielten miteinander und kraulten sich das Fell. Pepper wusste nicht, wie man aus einem Eimer frisst oder wie man sich benimmt, wenn Menschen in der Nähe sind, aber Papa Badger zeigte ihm alles.

Bald waren sie die besten Freunde, und bis heute sind sie unzertrennlich. Pepper ist ein lieber Kerl, sehr sanft und zahm und verschmust, und Badger kümmert sich immer noch um ihn.

Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, ging ich jeden Samstag zum Ponyclub, und kurz darauf fing ich auch an, Turniere zu reiten. Es war kein streng reglementierter Club, nur ein paar Freundinnen, die sich trafen, um Spaß miteinander zu haben.

Ich machte nicht »die Runde«, wie es viele Kinder tun. »Die Runde machen« heißt, dass man verschiedene Zusammenkünfte in Landhäusern und echt vornehmen Reitclubs besucht. Da geht es sehr streng zu, man braucht die richtige Ausrüstung und Kleidung und muss sich sehr gut benehmen. Mir war es lieber, das wegzulassen, weil ich mich nicht wohlfühlte, wenn ich unter Druck stand.

Ich schaute mir auch ein paar andere Ponyclubs an, aber die meisten waren sehr versnobt, was mir gar nicht gefiel. Die Mädchen, die »die Runde machten«, nahmen alles furchtbar ernst, und es herrschte ein ziemliches Konkurrenzdenken. Ich wollte nur Freude an meinem Pferd haben, nicht damit angeben. Bei den gesetzten Veranstaltungen gingen die Leute auch nicht besonders freundlich miteinander um. In meinem Club waren wir nett zueinander, machten uns auch mal schmutzig und hatten Spaß. Zickenkriege und das ganze Gerede hinter dem Rücken – das lag mir nicht. In den anderen Clubs kannten sich die meisten schon seit Jahren und gingen auf teure Schulen. Ich passte da nicht hinein, und das war mir auch ganz recht so.

Mein Ponyclub war sehr bodenständig. Man konnte auftauchen, wie man wollte, niemand schaute auf die Kleidung, während man in anderen Clubs immer perfekt sein musste. Es war fast, als trügen sie eine Uniform. Für jede Disziplin – also für Dressur oder Crossreiten – brauchte man dort andere Kleidung. Meine Freundinnen und ich trugen einfach immer Kapuzenpullover und Jodhpur-Reithosen.

Wir machten dieselben Sachen wie andere Clubs, aber bei uns wurde immer viel gelacht. Uns ging es nur um unsere Liebe zu Pferden. Wir kamen nicht auf die Idee, zu den Olympischen Spielen zu fahren, wirklich nicht. Wir machten Ausritte und sprangen, aber wir spielten auch Pferdefußball. Einmal haben wir uns alle Plastikbecher mit Skittles-Kaubonbons auf den Kopf gestellt und sind dann so geritten. Es ging darum, möglichst viele Bonbons in dem Becher zu behalten, während wir ritten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das so bald keine olympische Sportart wird.

So ein Reitplatz ist eigentlich nichts anderes als ein großer Spielplatz mit Sand und einem Zaun außen herum. Letztlich ist es eine Koppel mit Sandboden. Ich muss immer an einen kleinen Strand denken, aber »richtige« Reiter würden mir da vielleicht nicht zustimmen. Und es gäbe wohl auch Schwierigkeiten, wenn man sich einfach mittendrin hinlegen und ein Sonnenbad nehmen würde.

Springreiten wird oft auf so einem Platz geübt, und es gibt Spiegel, damit man sich beim Reiten sehen kann und weiß, was man verbessern muss. Ein Großteil des Trainings findet dort statt, um die Technik zu verbessern und sich zum Beispiel auf Turniere vorzubereiten. Man kann dort aber auch einfach nur Spaß haben und alle möglichen Tricks lernen.

Cobs sind manchmal ziemlich athletisch, sie werden oft auch fürs Crossreiten eingesetzt. Verglichen mit den Ponys meiner Freundinnen war Badger echt klein; sie hatten alle eher Tiere in Rennpferdgröße. Er würde bei Turnieren auf höherer Ebene also kaum mithalten können. Aber das machte mir nichts aus. Für mich war er perfekt. Viele Leute hätten ihn wohl gegen ein anderes Pferd eingetauscht, wenn sie fortgeschrittene Reiter wurden. Und auch zu mir sagten viele, es sei Zeit für ein neues Pferd. Aber das wollte ich nicht. Ich liebte Badger zu sehr, obwohl er mich immer mal wieder abwarf.

Tatsächlich war Badger nicht besonders brav und auch ein wenig schreckhaft, sodass ich fast jeden Samstag mindestens einmal auf dem Boden landete. Die Kombination aus seiner Unberechenbarkeit und meinem schlechten Gleichgewichtssinn führte dazu, dass ich immer mal wieder im Dreck lag, während Badger in die Ferne schaute und so tat, als hätte er nichts gemerkt. Zum Glück habe ich mir nie etwas gebrochen. Es gab ein paar blaue Flecken, aber keinen bleibenden Schaden. Jedenfalls dachte ich das …

Irgendwann war es mir nicht einmal mehr peinlich, dass ich so oft runterfiel. Es passierte derart häufig, dass meine Freundinnen schon Witze darüber machten. Manchmal wurden sogar Wetten angenommen, wie lange es wohl dauern würde, bis ich wieder unten lag. Meistens lachte ich dann, obwohl ich schmutzig geworden war und es gelegentlich auch ganz schön wehtat.

Badger war also nicht unbedingt das ideale Turnierpferd, aber ich war trotzdem wild entschlossen, Preise mit ihm zu gewinnen. So schnell würde ich mich von ihm nicht ins Bockshorn jagen lassen! Manchmal warf er mich mitten in einem Turnier ab und rannte weg, aber auch das machte mir nichts aus. Alle schauten mich entsetzt an und sagten mal wieder, ich bräuchte ein anderes Pferd. Aber ich wusste, dass Badger das Zeug zum Sieger hatte. Ich musste nur immer wieder mit ihm antreten und mein Bestes geben. Und wenn die Leute uns auslachten, was sie mehr als einmal taten, na und? Badger und ich hielten die Köpfe hoch und waren stolz auf alles, was wir erreichten.

Die Reiterwelt kann ziemlich ekelhaft sein, sehr versnobt und voller Grüppchen und Cliquen. Wenn du nicht das schnellste Pferd oder den richtigen Namen hast, will keiner was von dir wissen. Und dann musst du auch noch die richtige Markenkleidung tragen, sonst schauen sie auf dich herab. Es ist keine fröhliche Welt, in der man andere Menschen und Pferde willkommen heißt. Wenn dein Pony nicht den Standards entspricht, bist du schnell draußen. Es gibt viel unnötige Zickenkriege dort. Dabei gibt es durchaus Leute, die einfach nur gern reiten und nicht zeigen wollen, wie viel Geld sie haben.

Das Model Katie Price hat echt viel zu kämpfen gehabt, aber sie hat versucht, etwas zu verändern. Ich fand das, was sie mit ihren Pferden machte, immer toll. In der Reiterwelt ist sie nicht besonders beliebt, weil sie nicht den allgemeinen Klischees entspricht, aber gerade deshalb bewundere ich sie. Bei einem Reitturnier sollen alle dasselbe anhaben und aussehen, als trügen sie Uniform. Und dann kommt Katie mit ihren bunten Farben und sieht aus, als hätte sie Spaß und würde sich überhaupt nicht darum kümmern, was die anderen sagen. Schließlich hat die Kleidung ja auf die Frage, ob man ein guter oder schlechter Reiter ist, überhaupt keinen Einfluss.

Ich muss zugeben, dass ich immer eher so war wie Katie. Den Klischees entspreche ich überhaupt nicht. Die anderen kamen in frisch gebügelten weißen Blusen und schwarzen Reithosen zum Turnier, ich in einem neon-pinkfarbenen T-Shirt und mit einem lilafarbenen Helm. Ich hatte Glück, dass man mich überhaupt zur Teilnahme zuließ – manchmal wird man disqualifiziert, wenn man nicht die richtigen Farben trägt.

Und manchmal kümmerte sich auch niemand richtig um mich, wenn ich bei Turnieren auftauchte, weil es ja offensichtlich war, dass ich mit dem armen Badger keinen Blumentopf gewinnen würde. Das fand ich sehr unhöflich. Wenn ich mit Pepper beim Springreiten aufgetaucht wäre, okay, das wäre wirklich lächerlich gewesen, aber Badger hatte genauso große Chancen wie jedes andere Pony.

Als ich vierzehn Jahre alt war, gewannen wir zum ersten Mal ein Turnier. Es war ein Springturnier, und es fühlte sich gut an, aber ich fand nach wie vor nicht, dass es sonderlich wichtig war. Badger bekam an diesem Abend ein paar Extra-Leckerchen, und ich konnte die erste Rosette an seine Box nageln, aber mein Leben veränderte sich dadurch nicht. Danach gewannen wir noch so manche weitere Rosette, und ich heftete sie alle an die Pinnwand in meinem Zimmer. Mit Paddy, meinem zweiten Reitpferd, gewann ich auch ein paar Mal. Das war schon eine Leistung, aber wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich wohl nie ein Talent für Ascot hatte.

Doch obwohl wir keine Turnier-Asse waren, hätte ich an meinen Pferden nichts geändert. Manchmal bin ich schockiert, wenn ich mitbekomme, wie Pferde behandelt werden. Sie sind so wunderbare Tiere und so individuelle Charaktere, aber manche Leute haben keinen Respekt vor ihnen und wollen sie einfach nur loswerden, wenn sie ihren Ansprüchen nicht mehr genügen. Daran wird sich nur dann etwas ändern, wenn einflussreiche Leute etwas unternehmen, und ich sehe niemanden in einer solchen Position, der den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen und zu sagen, dass da etwas falschläuft. Das Jagdreiten zum Beispiel ist wirklich furchtbar. Ich weiß, dass die Fuchsjagd auf echte Füchse bei uns in England inzwischen verboten ist, aber es passiert immer noch, und es ist entsetzlich, altmodisch und grausam. Die Hunde werden extra für die Jagd gezüchtet, und wenn sie den Ansprüchen nicht genügen, werden sie oft eingeschläfert. Viele Tiere leiden für einen grausamen Sport.

Badger und Pepper waren sechs Jahre bei mir, als Paddy zu uns kam. Wir fanden die Anzeige im Internet, und er war in einem so schlechten Zustand, dass wir ihn sofort kaufen wollten, um ihn zu retten. Die bisherigen Besitzer behaupteten, er sei fünf Jahre alt und man könne ihn reiten, aber schon auf dem Foto sah man, dass das nicht der Fall war. Er sah viel jünger aus.

Meine Eltern und ich fuhren hin, um ihn uns anzusehen. Dazu mussten wir eine unheimliche Straße mitten in einer Siedlung aus Sozialwohnungen entlangfahren. Am Ende der Straße lag eine sumpfige Wiese mit Stacheldraht rundherum, und darauf stand dieses arme Pferd, das vielleicht ein Jahr alt war. Der Typ, der es verkaufte, fragte, ob ich es mal reiten wollte. Wir waren entsetzt. In diesem Alter sollte ein Pferd noch keinen Sattel tragen, weil es noch im Wachstum und in der Entwicklung ist. So etwas kann dauerhafte Schäden verursachen. Die meisten Pferde werden erst mit vier oder fünf Jahren geritten, einige sogar noch später. Die einzigen Pferde, die früher geritten werden, sind Rennpferde. Mit ihnen fängt man an, wenn sie ein oder zwei Jahre alt sind, aber die armen Kerle müssen auch mit sechs oder sieben Jahren aufhören, weil sie dann körperlich am Ende sind.

Es widerstrebte uns wirklich, jemandem Geld zu geben, der Tiere so schlecht behandelte. Aber wir wollten Paddy auch nicht da lassen, wo er war. Er sah so unglücklich aus, und im Grunde hatten wir ja schon beschlossen, ihn mitzunehmen.

Auf dem Weg zurück nach Yorkshire schlief der arme Paddy im Anhänger ständig ein. Er war offenbar sehr erschöpft. Es war, als würde er erleichtert aufatmen, weil er endlich von diesem schrecklichen Ort wegkam. Auf der Weide waren noch ein paar andere Pferde gewesen, und es tat mir richtig leid, dass wir sie nicht alle mitnehmen konnten. Ich betete, dass jemand sie retten würde.

Wir wissen bis heute nicht, was Paddy dort passiert war, aber als wir ihn zu Hause genauer anschauten, stellten wir fest, dass er Brandwunden und Narben von Schlägen mit einem Gurt hatte. Außerdem war seine Nase mal genäht worden. Entsprechend hatte er auch vor allem Angst. Es war wirklich, als hätte man ihn verbrannt. Er spürte seine Narben, und ich wünschte wirklich, ich wüsste genauer über ihn Bescheid.

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