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Kisil Ayak

Uta Mazzei-Karl

KISIL AYAK

Sie nannten mich Rotstrumpf

Als erste Europäerin im afghanischen Pamir

Ein Erlebnisbericht aus dem afghanischen Pamir

Inhalt

2014

1960 The King and I

1966 Kabul und die erste Pamirreise

Wir nannten ihn Lupus Isegrim Pamir Khan

1969 Kabul und die zweite Pamirreise

Durch den Wakhan

Zum Kleinen Pamir

Im Lager des Rahman Kol Khan

Aufbruch zum Großen Pamir

Bam-i Dunya – Dach der Welt

Weiter mit Yaks

Rückfahrt

Missverständnis

Die Flucht

Der Pamir, in alten Lexiken noch „Dach der Welt“ genannt, ist ein Hochland, von dem die mächtigsten Gebirge Asiens, der Tien-Shan, Kun-Lun, Karakorum, Hindukusch und Himalaya, ausgehen. Der größte Teil des Pamirs gehört zu Tadschikistan (früher UdSSR), die Randgebiete zu Afghanistan und China.

Der afghanische Pamir (s. Karte) zeigt wie ein Finger nach Osten. Diese eigenartige Grenzziehung geht auf die britische Kolonialmacht zurück, die so eine Pufferzone zwischen dem zaristischen Russland und Britisch Indien schaffte.

2014

Auf der Ofenbank schnurrt die Katze, draußen wütet ein Schneesturm, ich sitze in meiner gemütlichen Stube im Pinzgau und sehe zufällig bei 3sat den Film „37 uses for a dead sheep“ von Ben Hopkins über die in Ostanatolien angesiedelten ehemaligen Pamirkirgisen. Auf Anhieb erkenne ich Akbar und Malek, die Söhne des Fürsten Rahman Kol, in dessen Yurtenlager wir vor einem halben Jahrhundert waren, als wir die ersten Fernsehfilme über unsere Reise zu den Kirgisen im Afghanischen Pamir drehten. Sofort sind mir alle Erinnerungen an die Vergangenheit präsent. Am Türstock meines alten Bauernhäuschens hängt noch die Peitsche mit dem silberverzierten Griff, die mir der damals knapp zwanzig Jahre alte Akbar, einer der besten Buzkaschispieler seines Clans, zum Abschied geschenkt hat. Und die interessanten Zeichnungen seines malbegabten Bruders Malek von Szenen aus dem Leben der Kirgisen sind in unserem Film verewigt.

Jetzt bin ich Witwe und habe Zeit, diesen Menschen, deren Schicksal ich bisher nur in der Presse verfolgte, endlich eine Freude zu bereiten. So nehme ich Kontakt zum Filmemacher Ben Hopkins auf, der in der Ost-Türkei diesen neuen Film über sie gemacht hat und der mir verspricht, mein Päckchen mit den DVDs unserer ersten Pamirfilme, einem Fotobuch und einem Brief, aus Sicherheitsgründen über einen türkischen Kurier, an Akbar weiterzuleiten.

In den frühen sechziger Jahren, als Fernreisen noch riskant, ungewöhnlich und abenteuerlich waren, habe ich den ehemaligen Chefredakteur verschiedener deutscher Illustrierter und späteren Filmemacher, Harald Lechenperg, auf seinen Asienreisen begleitet und bei der Herstellung seiner Dokumentarfilme assistiert. Mit der Sondergenehmigung des Königs durften wir zweimal in das strengste Sperrgebiet Afghanistans, die zum Dach der Welt gehörende Gebirgsregion des afghanischen Pamirs reisen, beziehungsweise reiten. Dort lebten die einzigen Kirgisen, die es geschafft hatten, sich außerhalb des sogenannten Eisernen Vorhanges anzusiedeln. Inoffiziell waren sie in diesem vorher unbewohnten Gebiet auf 4.000 m Höhe die Grenzwächter Afghanistans.

Unsere Fernsehfilme „Reise auf das Dach der Welt“ und der drei Jahre später gedrehte „Ritt über das Dach der Welt“ haben aber nichts mit Tibet zu tun, für das man diesen Begriff heutzutage verwendet. Das Dach der Welt ist im geographischen Sinn der Pamir, der die höchsten Landgebiete Innerasiens umfasst, und von dem die mächtigsten Gebirge – der Tien-Shan, Kun Lun, Karakorum, Hindukusch und Himalaya – ausgehen. Der flächenmäßig größte Teil des Pamirs gehört heute zu Tadschikistan (zur Zeit unserer Reise war es die Sowjetunion), die östlichen und südlichen Randgebiete besitzen China und Afghanistan.

1979, genau zehn Jahre nach unserer zweiten Pamir-Reise, rollten die sowjetischen Panzer nach Afghanistan. Rahman Kol Khan, das Oberhaupt der dort lebenden dreitausend Kirgisen, ein großartiger Mensch und Gastgeber, der uns auf beiden Filmreisen unendlich viel geholfen hat, konnte sich mit einem Teil seiner Stammesleute nach Pakistan absetzen. Später wurden sie dann in Ostanatolien angesiedelt, wo Ben Hopkins diesen neuen Film über sie drehte.

Als Antwort auf mein Päckchen trudelt eine EMail ein. Akbars schon im Exil geborener Sohn Fatih spricht englisch, bedankt sich im Namen seines Vaters und erwähnt, dass dieser sich sehr freuen würde, die ‚verlorengegangene Freundin seines Stammes‘ bald wiederzusehen. Dann erwähnt er noch, dass er mit Geschichten über mich aufgewachsen ist und erst durch die zugeschickten Filme gesehen hätte, wie schwierig es war, in den Pamir zu kommen.

Fatihs Aussage, dass er mit Geschichten über mich aufgewachsen ist, hat mich gerührt. Darüber gewundert habe ich mich nicht, denn abgesehen davon, dass wir nach zwanzig Jahren Pause die ersten Fremden waren, die 1966 und 1969 in den Pamir reisen durften, ergab sich durch die Filmarbeit und unsere Wiederkehr nach drei Jahren eine besonders freundschaftliche Beziehung. Vor allem wegen dem jungen Wolf, den uns sein Großvater Rahmen Kol Khan 1966 als Abschiedsgeschenk auf den Yak binden ließ und den ich bis nach Österreich brachte, blieben wir in Erinnerung. Nur noch wenige Fotografen, Wissenschaftler und Bergsteiger bekamen bis zum sowjetischen Einmarsch 1979 Zugang zu diesem kaum erforschten Stück Afghanistans.

Dass mein Wiedersehen mit seinem Vater Akbar so bald stattfinden würde, ahnte niemand von uns beiden. Ich hatte zu meinem Geburtstag bei Studiosus eine Türkeireise von Istanbul zu den Ausgrabungsstätten an der Südwestküste gebucht, als ich zufällig von Fatih erfuhr, dass er mit seinem Vater Anfang November anlässlich einer Gedenkfeier zu Ehren des verstorbenen Rahman Kol Khan in Istanbul wäre. Sofort mailte ich zurück: „Auch ich bin um diese Zeit in Istanbul, könnten wir uns dort treffen?“ Und Akbar blieb dann extra zwei Tage länger. Fatih, den wir zum Dolmetschen gebraucht hätten, musste leider zurück nach Ercis.

Ich war etwas nervös. Würde Akbar mich nach einem halben Jahrhundert wiedererkennen? Und wie unterhalten wir uns dann? Um peinliche Verständnisschwierigkeiten zu vermeiden, fuhr ich etwas früher mit dem Aufzug in den siebten Stock zum Restaurant des Hilton Park Hotels, um den deutschsprechenden Kellner zu bitten, ab und zu etwas zu übersetzen. Und wer sitzt da schon am Fenstertisch? Der schnurrbärtige Akbar, der inzwischen unglaublich seinem Vater Rahman Kol Khan ähnelt, eine stämmige Frau und ein mandeläugiger junger Mann. Akbar erkennt mich sofort. Er steht auf, wir fallen uns in die Arme, ein äußert emotionaler Moment. Dass er, ein sunnitischer Mohammedaner, mich öffentlich so freundschaftlich an seine Brust drückt, empfand ich als eine besondere Auszeichnung. Der junge Kirgise fotografiert uns nonstop, und die Frau entpuppt sich als kirgisische Autorin aus Tadschikistan, die mir Geschenke übergibt und fragt, ob sie Teile der an Akbar geschickten Filme weiterverwenden dürfe. Akbar, inzwischen auch schon 65 Jahre alt, macht mir Komplimente. Wahrscheinlich hat er eine gebrechliche Alte erwartet, „it’s incredible, you seem to be still as healthy and strong as in the Pamirs“, sagt er. Ab und zu übersetzt der junge Kirgise, ab und zu der Kellner, der uns das Abendessen serviert, ab und zu genügen Gesten und Körpersprache. Zum Schluss nimmt man mir das Versprechen ab, bald in die Osttürkei zu kommen, um den Rest der Familie zu sehen. Ich erlebte die Kirgisen noch als Hirtenvolk, mit tausenden von Schafen und Yaks. Heute ist Akbars Tochter Kardiologin und sein Sohn Fatih Mathematiker.

Treffen der Autorin mit Akbar in Istanbul 2014

Auf den Reisen gehörte es immer zu meinen Aufgaben, alles was geschieht, zu notieren. Manchmal machte ich dazu auch ein paar Bleistiftzeichnungen. Rahman Kol Khan wollte immer wissen, was ich andauernd schrieb, und wenn von weither ein Besuch angeritten kam, lieh er sich mein Tagebuch sogar aus, um es dem Gast zu zeigen.

Diese Notizen sind nun die Grundlage zu diesem Reisebericht. Fatih sagt, er sei mit Geschichten über mich aufgewachsen, ich präsentiere hier meine Geschichten über die abenteuerlichen Reisen zu seinen Vorfahren, als diese noch im Afghanischen Pamir lebten.

Diesen Reisebericht kann ich nur schreiben, weil ich durch Zufall einen Menschen kennenlernte, durch den mein Leben einen völlig ungewöhnlichen Verlauf nahm, und mit dem ich schon zu einer Zeit, als es noch keinen Asientourismus gab, Afghanistan, Pakistan und Indien kennen und lieben lernte.

1960 The King and I

Es gibt Begegnungen, bei denen ein Blick genügt, um eine Art Sekundenphänomen auszulösen. In diesem Augenblick springt ein Funke über, man ahnt, dass dieser Mensch eine ähnliche Wellenlänge hat, man spürt gegenseitige Sympathie. Das passierte, als ein Mann mit einem französischen Mannequin, das nach opiumhaltigen Medikamenten süchtig war, in die Praxis meines damaligen Freundes kam. So ergab es sich, dass wir einige Tage später in Kitzbühel von Harald Lechenperg zu einer kleinen Abendgesellschaft eingeladen wurden.

„Heute wirst du ein paar interessante Leute kennenlernen“, sagte mein Begleiter, als er das Auto unter einer Fichte parkte. Den letzten Teil des Weges gingen wir zu Fuß zum Bauernhof, vorbei an einem dampfenden Misthaufen, der einen würzig ländlichen Geruch verbreitete.

„Hat der auch einen Stall mit Kühen“, fragte ich überrascht. „Ja, sein Pächter wohnt in der Nähe und kümmert sich um die Landwirtschaft“.

Das schneebedeckte Haus mit den langen Eiszapfen sah so idyllisch aus wie auf einer Defner Postkarte, und der breite große Flur wirkte wie eine Bühneninszenierung. An einer weißgekalkten Wand war ein lebensgroßer angestrahlter, romanisch wirkender Christus am Kreuz. Daneben hingen Hellebarden. Eine geschnitzte schwarze Perchtenmaske streckte dem Besucher eine rote Zunge entgegen.

Der Hausherr trug einen handgestrickten Bauernjanker zu Schnürlsamthosen und passte zu diesem Ambiente, glich mit seinem kahlgeschorenen Schädel dem Schauspieler Yul Brynner im Film „The King and I“.

„Was haben Sie für schönes tizianrotes Haar“, sagte er zur Begrüßung, „eine echte Rote“.

Rothaarig zu sein hatte mir als Schulmädchen viel Kummer bereitet, den Schlager „I hab rote Haar, feuerrote Haar sogar“ pfiffen selbst die Spatzen vom Dach, wenn ich irgendwo auftauchte. Jetzt nahm ich sein Kompliment strahlend zur Kenntnis. Dieser Mann hatte vom ersten Moment der Begegnung eine faszinierende Wirkung auf mich. Und er hatte Geschmack! Er führte uns zu den anderen Gästen in den ersten Stock. Da stand ein heiliger Andreas wie ein Wächter neben einer offenen Tür, die zwei holzgetäfelte Räume miteinander verband. Gedämpfte Beleuchtung, schöne Teppiche, Asiatisches gemischt mit Tiroler Antiquitäten – es war die Domäne eines Kunstsammlers.

Wir wurden mit den anderen Gästen bekannt gemacht. Ein großer hagerer Mann mit einem sympathischen Wiener Akzent war der Reiseschriftsteller Herbert Tichy, Erstbesteiger des Cho Oyu, von dem ich schon einige Bücher gelesen hatte. Dessen Schwester, eine kettenrauchende Frau, die wie eine Indianersquaw aussah, sollte – so raunte mir später mein Begleiter zu – vor langer Zeit einige Monate (!) mit dem Gastgeber verheiratet gewesen sein. Edda Harrer kam in Begleitung eines bekannten Bergsteigers. Das französische Mannequin mit einer turmartig aufgebauschten Frisur und angeklebten Wimpern trug zu einer schwarzen Seidenhose ein drachenbesticktes chinesisches Kimonojäckchen – sie wirkte exotisch und reichte meinem Begleiter mit dem Ausruf „mon eher docteur“ die Hand zum Kuss. Insgesamt waren wir etwa zehn Personen.

Die Unterhaltung drehte sich um die aktuellen Themen der damaligen Zeit, man redete von Hans Hass, der gerade im Roten Meer Haie fotografierte und den manche persönlich kannten, man sprach vom Dalai Lama, der die Harrers hier in Kitzbühel besucht hatte. Irgendwann kam auch die Rede auf Malapartes Roman „Die Haut“ was mir Gelegenheit gab, dessen Haus auf Capri, das er den Chinesen vermacht hatte, zu beschreiben. Ich kannte Capri gut, weil ich dort zum Italienischlernen einen langen Sommer bei einer römischen Familie verbracht hatte.

Gegen Mitternacht wurde in Reisschalen mit Überlaufglasur eine hervorragend schmeckende Gulaschsuppe gereicht, man aß mit komischen Zinnlöffeln aus der Barockzeit. Lechenperg erzählte dann so nebenbei, dass er gedenke, demnächst seinen Posten – er war Chefredakteur der Neuen Illustrierten – aufzugeben, um mit einem Auto nach Indien zu fahren, noch einmal das Land zu bereisen, in dem er als junger Journalist seine Karriere begonnen hatte. 1930 – um diese Zeit war ich noch nicht einmal geboren – berichtete er schon über Britisch-Indien. Und nun, gute 30 Jahre später, wollte er mit dem Auto in dieses ferne Märchenland reisen – zu einer Zeit, als der Normalbürger höchstens mit Touropa nach Italien fuhr.

Während Lechenperg sich mit Herbert Tichy über die Hürden dieser geplanten Autoreise unterhielt, war ich nur von einem Wunsch erfüllt – sie mitzumachen. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, ich kannte diesen Mann erst seit ein paar Stunden. Er unterschied sich grundlegend von all den Männern, mit denen ich bisher Kontakt hatte, erschien mir wie das personifizierte ‚Sesam öffne dich‘ zu einer fremden exotischen Welt.

Kurz vor diesem denkwürdigen Abend hatte ich mich bei der holländischen Fluglinie KLM, um eine Stelle als Stewardess beworben, kam in die engere Auswahl und sollte in Köln einen Eignungstest mitmachen. Vielleicht war das ein Wink des Schicksals? In Köln arbeitete auch Lechenperg. Mein Freund gab mir bereitwillig dessen Telefonnummer und ermunterte mich sogar zur Kontaktaufnahme, falls ich Schwierigkeiten hätte.

Nach der KLM-Prüfung rief ich ihn an.

„Was tun Sie denn ausgerechnet am Rosenmontag in Köln?“, fragte er überrascht. „Die Stadt spielt heute verrückt, nehmen Sie ein Taxi und lassen Sie sich zu mir in die Breite Straße bringen.“

Seine Wohnung lag im obersten Stock eines neuen Wohnblocks, war groß und hell. Im Entrée befand sich ein bemaltes hölzernes Ringelspielpferd, über das er meinen Mantel legte. Blickpunkt im Wohnraum war eine Kuan-yin, ein weiblicher Buddha, vor dem Hintergrund eines burgunderroten Seidensamtvorhanges. Er hätte zum Abendessen schon Gäste, doch er würde sich freuen, wenn ich bliebe, sagte er, machte Tee und fragte mich über mein Leben aus. Später bekam ich einen Gin-Tonic, er trank Whisky auf Eis. Dann hatte er in der Küche zu tun, ich durfte nicht helfen, sollte es mir bequem machen, zum Lesen wäre genug da.

Die Gäste – gutaussehende, etwas brunhildenhafte Zwillinge – schienen über meine Anwesenheit leicht irritiert, doch der Gastgeber war der Situation gewachsen und während wir mit großem Appetit sein köstlich zubereitetes Boeuf Stroganoff verspeisten, lenkte er das Gespräch geschickt über alle Klippen. Später bat ich ihn, ein Taxi zu rufen, das mich zum Bahnhof bringen sollte, wo ich für den Nachtzug schon einen Liegewagenplatz reserviert hatte.

Der Chauffeur kam inmitten der maskierten Menge langsam voran, am Bahnhof grölten Besoffene. Vielleicht war auch ich an diesem ereignisreichen Tag auch etwas groggy, denn ich verfehlte in der Eile den Bahnsteig, der Zug fuhr mir vor der Nase davon. So rief ich Lechenperg an, dass ich sein früheres Angebot, bei ihm zu übernachten, nun annehmen möchte. Als ich zurückkam, waren die Zwillinge schon weg. Ich nahm ein langes heißes Bad und fühlte mich wunderbar. Die Tür zu seinem Schlafzimmer war offen, er lag schon im Bett und las in einer Zeitschrift, ich wünschte eine gute Nacht und dann passierte, was passieren musste, das Gästebett blieb unbenützt, ich teilte den Alkoven des Hausherrn.

„Füchslein“, sagte der Pascha am nächsten Morgen, „mein liebes Füchslein, wir müssen uns bald wiedersehen!“ Ich war derselben Meinung, verließ den Medicus und stürzte mich wonniglich in diese Pygmalion-Affäre.

Es machte ihm Spaß, mich an seinem Leben teilhaben zu lassen. Er zeigte mir seine gotischen Lieblingskirchen, nahm mich zu Ausstellungen und Kunstauktionen mit und bekochte mich göttlich. Oft wies er mich auf Artikel in der Newsweek oder Time hin, die ich unbedingt lesen sollte, er zeigte mir seine Münzsammlung – in Hall geprägte Tiroler Silbertaler – und als ich in Innsbruck bei einem Gespräch mit seinem Münzhändler erriet, dass der bienenkorbähnliche Gegenstempel eines Maria-Theresien-Talers nur von der Insel Malta sein könnte, Malta – Melita – Honig, war er richtig stolz auf mich.

Im Sommer kam er ein paarmal nach Lugano, wo ich in der Rezeption eines Hotels arbeitete. Wir machten Ausflüge, Picknicks am See, er amüsierte mich mit seinen Zitaten von Wilhelm Busch oder Christian Morgenstern, war ein hinreißender Partner.

Im Herbst fuhren wir ans Meer und ich mochte seine unglaublich sympathische Art, zu kraulen. Ohne Gespritze und Geplantsche schwamm er wie ein Fisch. Hals über Kopf hatte ich mich in diesen wesentlich älteren Mann verliebt. Was ich besonders an ihm schätzte war, abgesehen von seinem Wissen und guten Geschmack, sein Sinn für schwarzen Humor und eine gewisse Ironie.

Vor meinen Eltern konnte ich diese Beziehung a la longue nicht geheim halten. Sie waren alles andere als erfreut, denn Hari – ich nenne ihn nun bei seinem abgekürzten Vornamen – war ebenso alt wie mein Vater. Einmal hatte ich eine gute Partie, wie meine Eltern das nannten, kurz vor der Hochzeit – es stand schon das Datum fest – in Panikstimmung fallengelassen. Erst im letzten Moment getraute ich mir zu sagen, dass ich mich nicht lebenslänglich binden will, dass ich nicht das vorgezeichnete Leben einer Hausfrau und Mutter führen, sondern die Welt kennenlernen wollte. Das war zu jener Zeit das große Abenteuer.

Hari hatte im Sinn, seine bevorstehende Indienreise allein zu machen. Er wollte sich keine Verantwortung aufhalsen. Doch ich ließ nicht locker.

„Ich bin die ideale Begleiterin. Ich kann drei Fremdsprachen, Maschine schreiben, Auto fahren, kochen und im Notfall, wenn du krank würdest, könnte ich dich auch gesundpflegen.”

„MaDonna, du ahnst ja nicht, was auf so einer Reise auf dich zukommen könnte. Ich weiß es ja selbst nicht genau. Es ist dreißig Jahre her, dass ich mit einem Auto von Bombay nach Berlin fuhr. In Persien, in der Dascht-i-Lut, musste der Wagen dauernd wieder aus dem Sand ausgegraben werden.“

1930 verbrachte er als Fotoreporter längere Zeit in Britisch-Indien. Dort hatte er die Ära der Kolonialzeit noch hautnah erlebt und auf den alten Fotos, wo er angetan mit Tropenhelm, Khaki-Shorts und Kniestrümpfen unter Palmen neben seinem Auto – einem Ford-A-Model – stand, kam er mir lächerlich altmodisch vor. Diese Fotos hatten nichts mit dem Mann gemein, den ich liebte. Allerdings wurde mir dabei der Altersunterschied erst so richtig bewusst. Ich war sechsundzwanzig, er sechsundfünfzig.

„Ich komme auf eigenes Risiko mit, ich werde dir keinerlei Scherereien verursachen, im Notfall fliege ich zurück.“

„Wenn du unterwegs auch so zäh bist, wie bei der Verfolgung deiner Ziele, MaDonna, dann kann nicht viel schiefgehen”, kommentierte er sein Nachgeben. Und ich freute mich riesig, diesen Mann, von dem ich so viel lernen konnte, nach Indien begleiten zu dürfen.

Mit einem Ford Taunus fuhren wir im Juni 1962 los. Über Staubstraßen am Schwarzen Meer entlang bis Trapezunt, über hohe Pässe und biblisch anmutende Krippenlandschaften bis Erzurum, angesichts des schneebedeckten Arrarats bis hinunter zum Van-See. Im Iran flimmernde Hitze, Wellblechstraßen, endlose Umleitungen auf Lehmpisten, selten ein paar Kilometer Asphalt. Am Vulkankegel des Demavend vorbei fuhren wir hinauf zum Kaspischen Meer, dessen lauwarmes Wasser auch keine Abkühlung bot. Als wir die goldenen Kuppeln der heiligen Stadt Mesched hinter uns ließen und nach Herat kamen, fühlte ich mich in die Wirklichkeit von Tausendundeiner Nacht versetzt.

Afghanistans exotische Fremdartigkeit zog mich mit all meinen Sinnen in seinen Bann. Die Gerüche, Farben und Stimmen im strohüberdeckten Basar, die schlaksigen Männer mit den riesigen Turbanen, dem Gewehr über der Schulter und einer Rose am Ohr, die gespenstisch verhüllten Frauen, das Getrippel einer mit Steinsalz beladenen Eselkarawane, angetrieben vom heiseren Geschrei ihres Treibers und die hohen Minarette der türkis gekachelten Freitagsmoschee in der staubgelben Landschaft, überwältigten mich.

Am meisten haben mich in Afghanistan die hilfsbereiten und so gastfreundlichen Menschen beeindruckt. Selbst der Ärmste bewahrte hier noch seine Würde. Es gab keine aufdringlichen Bettler, keine Bakschisch heischenden Diener, die einen mit ihrer Katzbuckelei und Zudringlichkeit belästigten, wie wir es später im benachbarten Pakistan und Indien erlebten. Vielleicht lag es daran, dass Afghanistan nie kolonialisiert war.

Wir bereisten das Land in alle Richtungen. Es war die Zeit des Kalten Krieges und die Großmächte Sowjetunion und USA überstürzten sich mit Entwicklungshilfe für Afghanistan. Sie waren dabei, die ersten asphaltierten Straßen durch dieses gebirgige und wüstenhafte Land zu bauen, das schon seit vorgeschichtlicher Zeit der Kreuzweg Asiens war, Durchzugsland für alle Eroberer.

Ich bekam Gelbsucht. Damals gab es in Kabul noch kein Krankenhaus, zu meinem Glück jedoch einen deutschen Arzt, Dr. Trinks. Dieser blonde Hüne war auch Geburtshelfer der Königin und für jedes freudige Ereignis erhielt er als Honorar einen wertvollen Teppich. Über seine Vermittlung wurde ich bei einem gastfreundlichen österreichischen Ehepaar untergebracht, der Mann war Vertreter der Firma Wertheim, die Tresore für die neugebauten Ministerien lieferte. Hari wusste mich gut versorgt und fuhr nach Pakistan. Ich verschlang in dieser Zeit des verordneten wochenlangen Liegens unter anderem eine mehrbändige Geschichte des Islam und lernte ein paar Worte farsi. Als Hari nach einem Monat zurückkam, setzte ich die Reise mit ihm fort.

Weihnachten 1962 verbrachten wir in Goa, das im 16. und 17. Jahrhundert ein wichtiger Standpunkt der portugiesischen Kolonialmacht war. Hari wollte dort einen Fotobericht über die indischen Christen machen. Es gab noch keine asphaltierte Straße zu dieser portugiesischen Kolonie, die erst ein Jahr zuvor -1961- von den Indern vereinnahmt oder befreit wurde, je nachdem von welcher Seite man das betrachtete.

Die Straße von Belgaum nach Goa war nur ein holpriger Fahrweg durch dichten Dschungel, dessen grünes Blätterdach kaum einen Sonnenstrahl durchließ. Wir fuhren an riesigen Termitenbauten aus roter Erde vorbei, die aussahen wie Mini-Kathedralen. Als ich mich ein paar Meter vom Auto entfernte, wurde ich von grausilbernen, langschwänzigen, schwarzgesichtigen Affen mit Samenkapseln bombardiert. Es waren Langurs, die sich laut kreischend auf schwankenden Ästen über mir hin- und herschwangen.

Wie anders erschien mir Goa im Vergleich zum restlichen Indien! Viele Menschen hatten europäische Züge, die Musik klang weniger fremd, das Essen schmeckte fast mediterran. Der lange weiße Sandstrand der Malabarküste gehörte, abgesehen von den einheimischen Fischern, uns allein – die Hippie-Invasion kam einige Jahre später. Fischer, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, trugen ein silbernes Kreuz am Hals, auch der Bug ihrer mit Kokosschnüren zusammengenähten Auslegerboote aus Teakholz verjüngte sich zu einem Kreuz. Beim Einholen der Netze sangen sie schöne, fast schwermütige Lieder, die den Takt angaben. Ein Teil der gefangenen Fische wurde von den Frauen in Körben, die sie auf den Köpfen balancierten, zum Markt gebracht, der Rest zum Trocknen ausgelegt.

Erst nach Sonnenuntergang war der Sand soweit abgekühlt, dass man barfuß gehen konnte, ohne sich die Sohlen zu verbrennen. Manchmal konnte ich Hari dazu überreden, am Abend nach dem Baden ein kleines Feuer zu machen, ein paar Fische zu braten und mit seinem rasiermesserscharfen Gurkha-Dolch ein paar frische Kokosnüsse zu kappen. Diese lauen Abende unter den Kokospalmen am Arabischen Meer bleiben für mich in unauslöschlicher Erinnerung.

Wir reisten weiter durch ganz Südindien, fotografierten Thomas-Christen, Maharadschas, Juden in Cochin, betelnusskauende Filmstars in kuriosen Studios, Kattakali-Tänzer und Tempelfeste.

Meine nicht ausgeheilte Gelbsucht machte sich wieder bemerkbar, ich fühlte mich dauernd müde und litt an Übelkeit, deshalb flog ich nach 10 Monaten zurück. „60.000 Kilometer und mehr“, nannte Hari seine Lichtbildervorträge über diese Reise, manche Geschichten wurden in der deutschen EPOCA veröffentlicht.

Unsere Beziehung hatte sich durch dieses gemeinsam verbrachte Jahr gefestigt. Hari, der noch nie im Leben mit einer Frau so lange Tag und Nacht zusammen gewesen war, wunderte sich, dass alles so gut gelaufen war. Nach dieser Reise lebte er meistens auf seinem Bauernhof, wertete das Fotomaterial aus, hielt Vorträge.

Ich mietete mir eine kleine Wohnung in München, wo ich eine interessante Anstellung bei einem Verlag gefunden hatte und fuhr jedes Wochenende zu Hari nach Kitzbühel. Seine Versicherung, dass ich die letzte große Liebe seines Lebens sei, tröstete mich jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass es in seinem Leben auch noch andere Frauen gab. Soweit es ging, versuchte er dies vor mir zu verbergen und wenn ich etwas bemerkte, appellierte er an meine Toleranz, sagte, er sei ein Mann mit Vergangenheit und „Uta, du bist die absolute number one“. Ich rang mich zur Entscheidung durch, dass dieser Mann nicht mit den üblichen Maßstäben zu messen sei.

1966 Kabul und die erste Pamirreise

Inzwischen war Hari zur Überzeugung gekommen, dass das Medium Film den Themen gerechter werden würde, als Bildberichte. Meine zögerlichen Einwände bezüglich mangelnder Erfahrung fegte er mit dem Hinweis vom Tisch, dass es nur eines guten Kameramannes bedürfe. Von einer Fernsehgesellschaft erhielt er den Vertrag für eine Filmserie. Als bekannter Mann hatte er ja überall sofort Zugang. Diesmal war mein Mitkommen von vornherein klar, auch ein Kameramann und dessen Assistent wurden engagiert. In den ersten Januartagen des Jahres 1966 schifften wir uns im nebligen Venedig mit dem VW-Transporter und einem Variant, auf der Italia vom Lloyd Triestino ein, fuhren durch den Suezkanal und das Rote Meer bis Aden und dann bis Karachi, der großen Hafenstadt Pakistans. Während dieser zweiwöchigen Schiffsreise hatten wir Gelegenheit, mit den beiden Mitarbeitern besser bekannt zu werden und über die geplanten Filmarbeiten zu reden.

Aus klimatischen Gründen war vorgesehen, möglichst bald in Ostpakistan, dem heutigen Bangladesch mit dem Filmen zu beginnen. Da die politische Situation zwischen Indien und Pakistan auf einem Tiefpunkt stand, war die Grenze nach Indien gesperrt. Deshalb musste unser VW-Transporter auf einem Frachter um ganz Indien herum bis Chittagong verschifft werden. Wir flogen mit einem Teil des Filmgepäcks nach Dacca, der Hauptstadt Ostpakistan

Dort wurde zuerst das Leben entlang der großen Flüsse gefilmt, dann fuhren wir mit dem Transporter bis zu den Murung-Stämmen an der burmesischen Grenze, und zu guter Letzt begleiteten wir den besten Fallensteller des Landes in das Sunderban-Delta, wo er im Auftrag der Regierung einen maneater erlegen sollte, einen Tiger, der die unangenehme Gewohnheit hatte, sich gelegentlich einen der dort arbeitenden Schilfschneider einzuverleiben. Bei den Dreharbeiten war meistens ein Mann von der pakistanischen Regierung dabei, der unsere Arbeit kontrollieren sollte und sie oft behinderte.

Irgendwie war die Stimmung in unserer Gruppe von Anfang an mies. Hari war Einzelgänger, siezte die beiden Mitarbeiter, separierte sich vom Team, das wir sein sollten. Dauernd musste ich zwischen ihm und den Kameramännern vermitteln, die behaupteten, er wäre zu sehr Fotograf, könne nicht in Filmabläufen denken. Das wagten sie ihm jedoch nicht direkt zu sagen, alles wurde bei mir abgeladen. Ich brachte dann das jeweilige Problem beim gemeinsamen Essen zur Sprache, vollführte diplomatische Seiltänzerei.

In Westpakistan wurden noch drei Filme gemacht. Wenn bei den Dreharbeiten alles gut lief, gab es natürlich euphorische Momente, doch das änderte nichts an der eher schlechten Zusammenarbeit. Inzwischen war der auf sechs Monate befristete Vertrag mit den Kameramännern abgelaufen, sie wollten nicht länger bleiben und flogen zurück. Da kam mir mein Kinderbuch von den zehn kleinen Negerlein in den Sinn und ich blödelte:

„Vier kleine Negerlein spielten Filmerei – doch sie vertrug‘n sich nicht und übrig blieben zwei“.

Wir fuhren nach Afghanistan. Hari mit dem Transporter, ich mit dem Variant, beide Autos vollgepackt mit der gesamten Filmausrüstung, doch ohne die Leute, die damit umgehen sollten. Das bisher gedrehte Material reichte nicht für die Fernsehserie. Es fehlte noch etwas Spektakuläres, um den Serientitel „Reise ans Ende der Welt“ zu rechtfertigen.

In Kabul besuchten wir Dr. Naseri, einen alten Freund und deutsch sprechenden afghanischen Regierungsbeamten, der uns vier Jahre zuvor als Dolmetscher und Verbindungsmann nach Nuristan begleitet hatte. Aufgeregt erzählte uns dieser Paschtune, dass er in der Zwischenzeit zur Grenzvermessung mit König Zahir Schah im Pamir gewesen sei, als Mitglied einer 150 Mann starken Entourage bestehend aus Landvermessern, Geologen, Beamten, Soldaten, Jägern, Dolmetschern, Köchen, Dienern, einem Arzt, Friseur und Fotografen.

„Warr ich im Pamir vor zwei Jahrren mit König und Königliches Grenzkommission“, sagte er und griff dabei unter die Matratze seines charpois, holte ein gerahmtes Foto von König Zahir Schah hervor und fuchtelte damit herum. „Jetzt sein Platz ist unter dem Bett!“

Wir sahen ihn etwas perplex an, worauf er uns erklärte, was ihm neuerdings an der Politik seines Herrschers missfiel, weswegen er dessen Konterfei von der Wand unter das Bett verbannt hatte. Zum Glück dauerte der Exkurs in die afghanische Innenpolitik nicht allzu lange und er kam wieder auf den Pamir zu sprechen.

„Habe immer an Sie gedacht, Herr Lechenperg und gnädige Frau. Wärr was für Sie!”

Mich immer als gnädige Frau zu betiteln, war ihm nicht abzugewöhnen.

„Die Luft ist dort oben so dünn, dass man beinahe stirbt, ich habe ein weißes Totenhemd mitgehabt und andauernd zu Allah gebetet.“

„Im Pamir gibt es Mäuse, so groß wie Hunde“, fuhr er fort – er meinte Murmeltiere - „wir mussten auf Kuhen reiten, die aussahen wie der Scheytan1, mit schwarzen Haaren bis zum Boden!“ – so beschrieb er die Yaks.

„Wärr was für Sie, Herr Lechenperg und gnädige Frau!“, lautete sein ständiger Refrain.

„Armer Dr. Naseri“, sagte ich lächelnd. Ich konnte mir vorstellen, was dieser liebenswerte, total verweichlichte Paschtune auf so einer Reise gelitten haben musste. Ein Lächeln glitt über seine Züge, als ich ihn an unseren Nuristan-Ausflug vor vier Jahren erinnerte, wo er sich, völlig unpassend gekleidet, schwitzend und stöhnend mit modischen spitz zulaufenden Halbschuhen den steilen Bergpfad nach Kamdesch hinaufplagte.

Wir wollten wissen, warum denn niemand in den Pamir darf.

„Die Sowjets mögen es nicht, dass Angehörige westlicher Nationen so knapp an der Grenze herumspionieren“, sagte er, „Afghanistan respektiert das, schließlich leisten sie Entwicklungshilfe.“

Ein einziges Mal hatte man in den vierziger Jahren einem amerikanischen Ehepaar von National Geographic erlaubt, in den Kleinen Pamir zu reisen. In den letzten zwanzig Jahren hat kein Ausländer mehr eine derartige Genehmigung bekommen.

„Nur der König könnte sich über die Bestimmungen hinwegsetzen“, fügte Dr. Naseri gedankenvoll hinzu und riet Hari, einen Versuch zu machen.

Mit dem Pamir verband ich vage Vorstellungen, genährt durch die vielen Sven Hedin-Bücher meines Vaters, in dessen Bibliothek sich die meisten Reise- und Forschungsberichte der Vorkriegszeit stapelten. Allein der Name Pamirsky Post, das zum russischen Teil des Pamirs gehört, erweckte in mir Vorstellungen von Abenteuern sondergleichen.

Ich war so vernarrt in die Idee, in den Pamir zu reisen, dass ich die darauffolgenden Tage in der British Library verbrachte und jede Information über dieses Gebiet las. Hari dämpfte meinen Enthusiasmus.

„Du bist wie ein Hund, dem man einen Knochen hinwirft und der ihn dann nicht mehr loslässt!“, sagte er irritiert über meinen Eifer.

Wie ein Finger zeigt der afghanische Pamir nach Osten, nach China. Die Grenzziehung im Pamir geht auf die Briten zurück, die im vorigen Jahrhundert so eine Pufferzone zwischen Britisch-Indien und dem expansionslüsternen zaristischen Russland schafften, um das game of power, das Spiel um die Vormacht in Asien, zu entschärfen.

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