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King’s Legacy - Alles für dich

Inhalt

  1. Cover
  2. Über das Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Auszug der Playlist
  7. Motto
  8. Jaxon
  9. Hope
  10. Hope
  11. Jaxon
  12. Hope
  13. Jaxon
  14. Hope
  15. Hope
  16. Jaxon
  17. Jaxon
  18. Hope
  19. Hope
  20. Jaxon
  21. Hope
  22. Jaxon
  23. Jaxon
  24. Jaxon
  25. Hope
  26. Jaxon
  27. Hope – zwei Wochen später
  28. Hope – zwei Wochen später – Thanksgiving
  29. Hope
  30. Jaxon
  31. Hope
  32. Hope
  33. Hope
  34. Jaxon
  35. Hope
  36. Hope
  37. Jaxon
  38. Jaxon
  39. Hope
  40. Hope
  41. Hope
  42. Jaxon
  43. Jaxon
  44. Jaxon Neun Tage später
  45. Hope
  46. Danke

Über dieses Buch

Jaxon King ist jung, gutaussehend und noch dazu Besitzer des King’s Legacy – der angesagtesten New Yorker Bar. Er könnte jede Frau haben. Doch dass Hope, die hübsche neue Kellnerin, immun gegen seinen rauen Charme zu sein scheint, ist neu für ihn. Sie hält ihn auf Abstand, egal wie sehr er sich ins Zeug legt. Denn sie hat ein Geheimnis. Eines, das ihre Liebe unmöglich macht. Aber Jaxon ist nicht bereit, sich damit abzufinden …

Über die Autorin

Amy Baxter ist das Pseudonym der Autorin Andrea Bielfeldt. Amy begann ihre Karriere als Selfpublisherin und eroberte dann mit der erfolgreichen Romance-Reihe San Francisco Ink, erschienen bei be-ebooks, dem digitalen Label des Bastei Lübbe Verlags, eine große Fangemeinde. Dank ihres Erfolgs kann sie sich heute ganz dem Schreiben widmen. Zusammen mit ihrer Familie lebt und arbeitet sie in einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein.

Weitere Infos findest du unter https://amybaxter.de/, https://andrea-bielfeldt.de/ und über Facebook.

Amy Baxter

King’s Legacy

Alles für dich

 

Auszug der Playlist zur King’s Legacy-Reihe.

Die komplette Playlist findet ihr bei Spotify.
Einfach King’s Legacy in die Suche eingeben.

  

  1 Just Give Me a Reason – Pink

  2 Sk8er Boi – Avril Lavigne

  3 Closer to the Edge – Thirty Seconds to Mars

  4 From the Inside – Linkin Park

  5 Cry Me a River – Justin Timberlake

  6 Can’t Fight the Moonlight – LeAnn Rimes

  7 Lose Yourself – Eminem

  8 Shinedown – Second Chance

  9 No More Sorrow – Linkin Park

10 Better Days – Breaking Benjamin

11 Never Too Late – Three Days Grace

12 You Found Me – The Fray

13 Unsteady – X Ambassadors

14 Stop the Clocks – Donots

15 Save Yourself – Kaleo

16 No Roots – Alice Merton

17 Jackson – Johnny Cash & June Carter

Verweile nicht in der Vergangenheit,

träume nicht von der Zukunft.

Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.

Buddha

Jaxon

»Damit bist du gerade als Sieger für den Titel ›Größtes Arschloch auf dem Planeten‹ in die Geschichte eingegangen.«

Achselzuckend löste ich den Blick von der schwarzen Tür, die die Bar von dem Vorraum trennte und noch immer leicht hin und her schwang. Die harten Schritte von hohen Absätzen verstummten in eben der Sekunde, in der ich mich umdrehte und in das wütende Gesicht meiner Schwester sah.

Chloe funkelte mich mit ihren wasserblauen Augen herausfordernd an. Es nervte mich, dass meine kleine Schwester wieder mal meinte, mich zurechtweisen zu müssen. Zumal sie wusste, dass sie damit bei mir auf Granit biss. Und genau das ärgerte sie noch mehr, wie mir ihr spitzer Zeigefinger unter meinem Schlüsselbein gerade bestätigte. Aber was hätte es genützt, ihr meinen Standpunkt klarzumachen? Erneut. Zum x-ten Mal. Nichts. Darum packte ich nur ihre schmalen Handgelenke, hielt sie mit einer Hand zusammen, während ich die andere auf ihre Wange legte, mich vorbeugte und ihr väterlich einen Kuss auf die Stirn gab. »Ich liebe dich auch, Chloe.«

Meine zwei Jahre jüngere Schwester legte den Kopf schief und verzog ihre rot geschminkten Lippen. Ihre blauen Augen verdunkelten sich. »Mann, Jax! Und ich habe gedacht, dir würde wirklich was an Stella liegen.«

Entnervt ließ ich Chloe los. »Ich habe dir schon mal gesagt, dass ich weder auf deine Freundin abfahre, noch weiter von dir verkuppelt werden will. Wann begreifst du das endlich, Schwesterherz?« Seit fast vier Wochen versuchte sie bei jeder Gelegenheit, mir Stella schmackhaft zu machen. Davor waren es andere Freundinnen oder Bekannte gewesen, die angeblich so gut zu mir gepasst hätten. Es war nicht so, dass Stella mir nicht gefiel. Optisch war sie erste Sahne, im Bett mit Sicherheit eine Granate. Aber ich hatte keine Lust mehr darauf, mir die Frauen nur fürs Bett auszusuchen. Die Zeiten hatte ich hinter mir. Und genauso wenig war ich an einer festen Beziehung interessiert. Ich war zufrieden, so, wie es war. Und genau das hatte ich Stella vor ein paar Minuten versucht zu erklären. Doch wie es aussah nicht ganz gentlemanlike, denn erst war Stella wütend abgedampft und jetzt war offensichtlich auch noch Chloe stocksauer auf mich. Bei Stella war mir das egal, und Chloe … sie war meine Schwester und konnte mir ohnehin nicht lange böse sein.

»Ich will nichts von ihr«, gab ich daher nur zurück.

»Musstest du ihr das wirklich so straight an den Kopf knallen?«

»Anders hat sie es ja nicht geschnallt.«

»Und wann schnallst du endlich, dass du nicht ewig alleine bleiben musst?« Chloes Stimme war weicher geworden. Mir war klar, dass wir nun nicht mehr beim eigentlichen Thema waren.

»Glaubst du wirklich durch Stella? Ausgerechnet Stella?« Schnaubend schüttelte ich den Kopf.

»Sie mag dich.«

Diese ewig gleiche Diskussion ermüdete mich, sodass ich mich umdrehte und hinter dem Tresen verschwand, ohne ihr weiter zuzuhören. Aber aus der Nummer kam ich nicht so leicht raus.

»Du entwickelst dich langsam zu einem Widerling. Ein Idiot warst du ja schon immer, aber der Grat zwischen dem Arschloch, das du gerade mimst, und einem echten Scheusal«, sie zeigte mit Daumen und Zeigefinger eine fast unsichtbare Lücke an. »Der ist so schmal.«

Nur schwer widerstand ich dem Drang, die Augen zu verdrehen. Ich liebte Chloe, ja wirklich, aber mitunter wollte ich sie einfach nur an den Schultern packen und schütteln. So lange, bis ihr die bescheuerten Ideen vergingen und sie endlich aufhörte, mich unter die Haube bringen zu wollen. Es war ja nicht so, dass ich einsam war. Es gab genügend Frauen, die ich anrufen konnte und die sehr gerne mit mir ins Bett gegangen wären. Aber daran hatte ich kein Interesse mehr. Nicht mehr, seit das mit Jules passiert war.

»Und du meinst, das interessiert mich?«

»Vielleicht hörst du einfach mal auf, dich wie ein verbitterter Idiot zu benehmen«, gab sie zurück und folgte mir hinter die lange Theke.

»Verbitterter Idiot? Sagtest du nicht, ich wäre ein Widerling?«

»Fast, mein Lieber. Fast. Wie gesagt, das ist ein schmaler Grat.«

»Ja, ja«, murmelte ich und widmete mich dem Lieferschein, der auf dem Tresen lag. Vor einer halben Stunde war die Getränkelieferung für die Bar gekommen, und es wurde Zeit, dass ich Chloe stehen ließ und meine Arbeit machte.

Mit gezücktem Kuli begann ich, die Mengen auf dem Papier mit der Anzahl an gelieferten Flaschen abzugleichen. Doch kaum angefangen, nervte Chloe weiter.

»Ich verstehe ja, dass du Schiss hast, aber –«

Verärgert wirbelte ich herum, kurz davor zu platzen. »Ich. Habe. Keinen. Schiss. Verdammt, Chloe, ich habe keinen Bock auf diese geldgeilen, klammernden Püppchen, die du anschleppst. Ich bin alt genug, um mir selbst eine Frau auszusuchen. Wenn ich wollte. Aber ich will nicht. Punkt.« Eigentlich wollte ich meine Schwester, mein Herz, gar nicht so anschreien. Sanft legte ich eine Hand auf ihre Schulter und senkte die Stimme. »Und jetzt – bitte – lass mich damit ein für alle Mal in Ruhe.«

»Das kann ich nicht, und das weißt du«, erwiderte sie mit sturem Blick.

Sie konnte schon – sie wollte nur nicht. Aber ich verzichtete darauf, sie zu berichtigen, seufzte nur, ließ sie los und wandte mich wieder der Lieferung zu.

Chloe machte sich Sorgen um mich. So wie ich mir ständig Sorgen um sie machte. Ich war sechsunddreißig Jahre alt und allein, aber nicht einsam. Im Gegensatz zu Chloe. Sie war vierunddreißig. Und Single. Ihre Einsamkeit überspielte sie, indem sie mit den männlichen Gästen flirtete und dabei so tat, als hätte sie Spaß daran, sie nur bis zu einem gewissen Punkt an sich ranzulassen. Aber ich wusste es besser. Sie war nicht glücklich. Und sie hatte es verdammt noch mal verdient, glücklich zu sein.

Mit einem letzten nachdenklichen Blick ließ Chloe endlich von mir ab und widmete sich ihren eigenen Aufgaben hinter der Bar. Routiniert bestückte sie die Kühlschubladen mit den Flaschen, die ich bereits abgehakt hatte. Die Gläser mit dem O’Donnell Moonshine fehlten, aber die sollten laut Hersteller heute noch geliefert werden. Der Schwarzgebrannte war unsere Spezialität. Nicht nur der Geschmack war besonders: Die verschiedenen Varianten von Kornbrand und Likören wurden wie in der Prohibitionszeit statt in Flaschen in Einmachgläsern, den original Mason Jars, abgefüllt. Dem Lieferanten würde ich Druck machen müssen, sobald ich hier unten fertig war. Es war Samstag, heute Abend würden wir ein volles Haus haben. Und ohne den wichtigsten Bestandteil der meisten unserer Drinks brauchten wir gar nicht erst zu öffnen.

Schweigend arbeiteten wir so fast eine halbe Stunde lang, bis Schritte die Stille zerrissen. Mein Kopf flog hoch, und ich kniff die Augen zusammen. Dann grinste ich, dankbar für die Abwechslung.

»Hast du kein Zuhause?«, fragte ich die Schattengestalt, die ich anhand des Gangs gleich als meinen Freund Logan ausgemacht hatte, und richtete mich auf.

Er kam näher, ließ sich auf einen Hocker am Tresen fallen und vergrub den Kopf in den Händen. »Heute wünschte ich, so wäre es«, murmelte er, nahm die Brille ab und rieb sich anschließend das Gesicht. Dann sah er Chloe an. »Hey, Kleines.« Er war der Einzige, der sie so nennen durfte. Nicht mal mir wurde dieses Privileg zuteil.

Logan und ich waren seit dem College befreundet, und genauso lange kannte er auch Chloe. Vor Jahren hatte ich ihm mal die Nase brechen wollen, weil er meine Schwester hier in der Bar betrunken und auf ganz plumpe Art angebaggert hatte, heute waren sie beste Freunde. Logan war nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Genau wie Sawyer, die beiden waren meine besten Freunde. Er war inzwischen ein knallharter Rechtsanwalt und gerade damit beschäftigt, irgendeinen Schwerverbrecher in den Knast zu bringen. Der Prozess wurde seit Wochen in den Medien hochgespielt, und ich sah Sawyer mehr im Fernsehen als im wahren Leben. Im Gegensatz zu Logan, denn der hing so gut wie jeden Abend in meiner Bar rum.

Er grinste schief, als Chloe mit leuchtenden Augen auf das Heft deutete, das er vor sich auf den Tresen gelegt hatte.

»Ein neuer Comic?«, fragte sie und nahm den DC Comic in die Hand. The Darkseid War Justice League?

»Was dagegen?«

»Du siehst auch ziemlich darkside aus«, meinte Chloe und legte das Heft wieder auf den Tresen zurück.

»Danke für die Blumen.« Logan rieb sich die Augen, unter denen tatsächlich tiefe Schatten hingen.

»Jederzeit. Kaffee?«

»Ich liebe dich.«

»Ich weiß.« Chloe grinste und tippte auf das Heft. »Sag Bescheid, wenn du es durch hast, und gib es mir dann, ja?« Sie drehte sich um, drückte ein paar Knöpfe, und schon begann das Mahlwerk seine Arbeit.

»Was ist los?«, hakte ich nach und warf ihm einen wenig interessierten Blick zu. Die Antwort kannte ich, noch bevor er sie mir gegeben hatte.

»Aubrey macht mich wahnsinnig.«

Desinteressiert zuckte ich mit den Schultern. »Nichts Neues also. Gib ihr den Laufpass, und du brauchst deine Abende nicht hier auf den unbequemen Barhockern zu verbringen«, riet ich ihm zum wiederholten Mal. Allerdings ohne es wirklich ernst zu meinen, denn ich sah ihn lieber hier als bei seiner Verlobten.

»Ich bin gerne hier. Und so unbequem sind die gar nicht. Danke, Kleines«, wandte er sich an Chloe, die ihm die Tasse vor die Nase stellte.

»Kein Problem. Jungs, ich bin mal kurz zum Supermarkt. Braucht jemand was?« Logan und ich verneinten stumm. Chloe lächelte, schob sich an mir vorbei und verschwand durch die Tür, durch die vor nicht mal einer Stunde Stella auf ihren Absätzen gerauscht war.

Logan und ich blickten ihr hinterher. Kurz darauf hörte ich die schwere Metalltür ins Schloss fallen.

»Logan, schieß Aubrey ab. Sie ist nichts für dich. Wie lange willst du diese Show noch durchziehen? Sie tut dir nicht gut.« Logan war seit zwei Jahren mit der Tochter seines Chefs zusammen. Was erst wie ein riesiger Glücksgriff ausgesehen hatte, erwies sich in meinen Augen mittlerweile als Folter für ihn. Aber anscheinend wollte er es nicht anders. Logan runzelte die Stirn. Es sah aus, als würde er gleich etwas erwidern, aber er schloss den Mund dann doch wieder, ohne dass auch nur ein Ton rauskam.

Ich schwieg ebenfalls. Zum Thema Aubrey war alles gesagt.

»Und bei dir so?« Logan kannte mich gut genug, um zu wissen, dass ich sein Problem abgehakt hatte. Mit einem Achselzucken gab ich ihm die Kurzfassung der Stella-Jaxon-Chloe-Geschichte. »Sie sorgt sich um dich, Jax.«

»Warum? Mir geht’s gut. Ich habe alles, was ich brauche. Die Bar läuft, um Geld müssen wir uns keine Sorgen machen, wir sind gesund, ich hab genug zu vögeln. Also, was fehlt?«

Logan grinste. »Genug zu vögeln? Theoretisch vielleicht. Aber wann hast du das letzte Mal gevögelt?«

»Ist nicht lange her«, wich ich aus, aber ich hatte einen Tick zu sehr gezögert.

Logan sah mich wissend an. »Es ist verdammt lange her, und das weißt du so gut wie ich.«

»Thema beendet«, blockte ich weitere gut gemeinte Ratschläge ab und wandte mich wieder der Lieferliste zu. Logan hatte verstanden. Er setzte seine Brille wieder auf, schlug sein Comic auf und versank in der bunten Welt der Superhelden, während ich die Getränkebestände in der Tresenkühlung auffüllte.

Vor vierzehn Jahren hatte ich das King’s Legacy, oder kurz King’s genannt, unfreiwillig von meinem Großvater übernommen. Er war an einem schweren Schlaganfall verstorben, als ich zweiundzwanzig gewesen war. Chloe und ich waren die einzigen Erben. Meiner Schwester hatte er eine Immobilie in Queens vermacht, mir das Haus im Meatpacking District. Samt dem King’s. Und ich hatte die Wahl gehabt: Entweder würde das King’s verkauft, oder ich würde den Laden schmeißen. Die Entscheidung war mir nicht schwergefallen. Seit ich achtzehn war, half ich in der Bar aus. Niemals hätte ich sie verkauft. Einer meiner Vorfahren hatte das King’s in der Prohibitionszeit als eine Speakeasy-Bar geführt, und für mich waren eine Menge Geschichten mit der Bar verknüpft. Und Grandpa hatte mir erzählt, dass sogar der berüchtigte Al Capone im King’s Legacy seine Finger im Spiel gehabt haben soll. Zu keinem Preis hätte ich das Erbe meiner Familie aufgegeben.

In den 1920er-Jahren, als Alkohol strengstens verboten gewesen war, wurde in den sogenannten Flüsterbars leise gesprochen, damit niemand mitbekam, dass in den Räumen trotz Verbots getrunken und gefeiert wurde. Und so hatte man das King’s damals von außen nicht als Bar erkennen dürfen. Mein Grandpa hatte dieses Konzept beibehalten und nie Werbung für die Bar im Meatpacking District gemacht. Das Geschäft lebte damals wie heute von der Stammkundschaft und denen, die durch Mund-zu-Mund von der Bar erfuhren. Der Zugang im Hinterhof, eine schwarze Metalltür, auf der ganz klein und unscheinbar der Name der Bar in einer Ecke geschrieben stand, erinnerte eher an die Hintertür einer abgefuckten Wäscherei als an den Eingang einer noblen Bar in Manhattan.

»Jaxon?« Überrascht sah ich auf und einen Schatten durch die Schwingtür treten. Normalerweise war der Haupteingang um diese Zeit auch noch verschlossen. Chloe musste ihn aufgelassen haben.

»Wir haben geschlossen«, brummte ich. Aber als der ungebetene Gast näher kam und mich ansah, verabschiedete sich meine schlechte Laune. Vor mir stand eine umwerfende Frau. Sie trug dunkle, enge Jeans und hohe Stiefel, die ihre schlanken Beine betonten. Ein paar Strähnen langer roter Haare fielen unter einer bunten Mütze auf die Schultern ihres olivgrünen Parkas. Ihr Gesicht war zugleich weich und kantig. Wunderhübsch.

»Bist du Jaxon?«

Ich ging näher, bis ich einen Meter vor ihr zum Stehen kam. Sie war gut einen halben Kopf kleiner als ich, was nicht weiter schwer war, da ich einen Meter neunzig maß. Ihre Augen waren groß und dunkel, die Wimpern lang und dicht. Tatsächlich musste ich zwei- oder dreimal hinsehen, bis ich erkannte, dass ein Auge grün war und das andere blau. Aber beide sahen mich gleich ungeduldig an.

Ich fuhr mir mit der Hand durch die Haare. »Bist du wegen des Kellner-Jobs hier?«, fragte ich, ohne den Blick von ihrem zu lösen. »Der ist bereits vergeben.«

»Job? Quatsch. Wegen Chloe. Ich soll dich holen.«

»Chloe?« Schlagartig war ich wieder klar und versteifte mich. »Was ist passiert?«

»Sie hat sich verletzt. Nicht schlimm. Sie hat … Ach, komm einfach mit.« Sie wartete nicht, bis ich antwortete, sondern lief wieder nach draußen. Und ich ihr hinterher. Was war mit Chloe passiert? Und wer war diese Frau mit den faszinierenden Augen?

Hope

»Chloe! Was ist passiert?«

Der Typ aus der Bar steuerte mit riesigen Schritten direkt auf die junge Frau zu, die vor dem Eingang des Clubs mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Stapel Paletten in der Gasse saß. Er trug abgewetzte Jeans und ein offenes blaues Hemd über einem verwaschenen Band-T-Shirt von Thirty Seconds to Mars. Seine Haare waren zerstrubbelt und die Wangen von dunklen Schatten überzogen. Man hätte meinen können, er hätte es heute noch nicht ins Bad geschafft, und das, obwohl es bereits später Nachmittag war. Aber seine Augen waren wach, als er mir einen kurzen Blick zuwarf, bevor er vor Chloe in die Hocke ging. Die beiden sahen sehr vertraut miteinander aus. Und er schien ehrlich besorgt.

Ein blonder Anzugträger kam aus der Tür, blieb stehen und sah skeptisch zwischen Chloe, Jaxon und mir hin und her. War der eben auch schon da gewesen?

»Dumm gelaufen«, stöhnte Chloe, die ich erst vor wenigen Minuten mit meinem Fahrrad umgefahren hatte. Ohne Absicht natürlich, aber mit viel Schwung. Sie hatte mich in die Bar geschickt, um Jaxon zu holen. »Sag, Chloe schickt dich«, hatte sie gesagt. Und ich hatte ihr den Gefallen getan.

»Was ist passiert?«, fragte Jaxon. Komisch, irgendwie klang er sauer. Warum?

»Eher dumm gefahren«, mischte ich mich ein und musste ziemlich schuldbewusst dreingesehen haben, denn Jaxon und der Anzugträger warfen mir gleichzeitig einen fragenden Blick zu. »Ich hab sie umgefahren«, gab ich zu. »Tut mir echt leid, aber sie ist mir direkt ins Rad gelaufen.« Und das war nicht gelogen.

Jaxon musterte mich. Er hatte wirklich irre Augen. Eine Mischung aus Grün und Braun. Die Wimpern waren für einen Mann ungewöhnlich dicht und vor allem dunkel. Die buschigen Augenbrauen darüber zogen sich nun zusammen wie Gewitterwolken. »Umgefahren? Womit? Mit einem Rammbock?« Autsch.

Ich schnaubte. »Fahrrad.« Ein wütender Blick traf mich, bevor er sich mit einem unverständlichen Murmeln wieder seiner Freundin zuwandte. Er schien echt sauer zu sein. »Hey, ich konnte wirklich nichts dafür«, versuchte ich mich noch mal zu rechtfertigen, aber niemand reagierte darauf. Na toll. Hatte ich nicht eigentlich auch allen Grund, verärgert zu sein? Schließlich war mein Fahrrad jetzt kaputt.

Chloe stöhnte vor Schmerz auf, als Jaxon sie hochhob, mit einer Leichtigkeit, als wöge sie so gut wie nichts. Das tat sie vermutlich auch nicht, denn sie war ziemlich schlank, viel schlanker als ich.

Chloe umklammerte Jaxons Hals und lehnte das Gesicht an seine ziemlich, nein – wirklich breite Brust, die in dem engen T-Shirt gut zur Geltung kam. Hatte er sich das Teil etwa von ihr ausgeliehen? Bevor er sie in die Bar trug, warf er mir noch einen kurzen Blick zu, und mir war, als hätte mir jemand eins mit dem Elektroschocker verpasst, kurz und heftig, und genauso schmerzhaft. Aber ehe ich dem weitere Bedeutung schenken konnte, war der Moment schon wieder vorbei, und er drehte mir den Rücken zu.

Kurz überlegte ich hinterherzugehen, verwarf den Gedanken aber wieder. Ich fühlte mich nicht gerade willkommen. Normalerweise war ich nicht feige, aber dieser Jaxon schüchterte mich ein. Ein bisschen fühlte ich mich wie das graue Entlein in einer Gruppe von weißen Schwänen.

Doch der Anzugträger kam meiner Flucht zuvor und befreite mich aus der Schockstarre. »Komm, ich schmeiße eine Runde Kaffee. Oder Schnaps. Oder was du so trinken möchtest auf den Schreck. Ich bin Logan.«

»Ich … äh … Hope.« Du Tarzan, ich Jane. Mein Gott, wie blöd das klang. Mein Mountainbike, das am Zaun lehnte, schien mich vorwurfsvoll anzusehen. »Ich muss noch …« Mit fahrigen Fingern zog ich den Schlüssel für das Schloss aus der Jackentasche, legte die Kette um den Rahmen und kettete das Rad an einem Metallpfosten des Zauns an. Vermutlich hätte ich mir das auch sparen können, wer klaute schon ein Rad mit einer so verbogenen Felge? Schnellstmöglich würde ich mich um eine Reparatur kümmern müssen. So ein verdammter Mist!

»Was ist denn überhaupt genau passiert?«

Ich seufzte. Unglaublich, dass ich diese Frau einfach übersehen hatte. Na ja, so dünn wie sie war, war das wohl möglich.

»Sie ist mir direkt ins Fahrrad gelaufen, weil sie auf ihr Handy geguckt hat. Ich konnte nicht mehr bremsen und bin erst gegen sie und dann gegen die Mauer geprallt.« Und das Resultat war die Acht im Vorderrad.

»Hast du dich auch verletzt?«

Verwundert sah ich ihn an. Bis auf die Tatsache, dass er einen Anzug trug, der mit Sicherheit nicht von der Stange kam, sah er nicht übel aus. Sein Haarschnitt war ziemlich frisch, die Rasur dagegen nicht. Durch eine nerdige Brille warf er mir aus grasgrünen Augen einen fragenden Blick zu. Stumm schüttelte ich den Kopf. Der hatte zwar Bekanntschaft mit der Hausmauer gemacht, aber mehr als eine dicke Beule würde das nicht werden. Die Abschürfungen an meiner Jacke waren nicht weiter schlimm. Dies war nicht mein erster Unfall. New York war ein gefährliches Pflaster für Radfahrer. Aber mir ging es gut.

»Okay, gut. Kaffee?«

»Tee?«

Er nickte und lächelte. Es war ein warmes Lächeln. Süß irgendwie. »Tee. Klar. Hier lang.« Logan führte mich am Ellenbogen den Weg zurück. Durch die schwarze Metalltür, durch die ich eben schon gegangen war, die ich aber nicht registriert hatte. Klein und auf Entfernung kaum sichtbar erkannte ich in der oberen rechten Ecke der Tür ein Logo. Eine Krone, eingefasst in ein rundes Ornament und darin der Schriftzug King’s Legacy. King’s Legacy – das hatte auf der schwarzen Visitenkarte gestanden, die ich in der gefundenen Geldbörse entdeckt hatte und die noch in meinem Rucksack steckte. Deswegen war ich eigentlich hergekommen. Bevor ich mit dieser Chloe zusammengerasselt war.

Zögernd, aber auch neugierig, folgte ich Logan durch die schwarze Tür, durch einen halb dunklen Vorraum und schließlich durch eine zweite Tür in einen großen Raum mit einem imposanten Tresen. Eine ganze Wand war behangen mit Fotos und Bildern in verschiedenen Bilderrahmen der unterschiedlichsten Größen, Farben und Formen. Es sah beeindruckend aus. Leise spielte Musik im Hintergrund. Coldplay. Hm, die mochte ich, und unwillkürlich übernahmen meine Schritte den Takt von Fix You.

Mein Blick schweifte weiter, bis ich Chloe entdeckte, die mit kalkweißem Gesicht auf einer schwarzen Bank an einem der vielen Tische saß. Sie wirkte so zerbrechlich, dass sie mir unwillkürlich leidtat. Mein schlechtes Gewissen meldete sich erneut.

»Sie kann wirklich nichts dafür, Jax. Ich bin in sie reingerannt, weil ich aufs Telefon statt auf die Straße geguckt habe«, jammerte sie und warf ihm einen zerknirschten Blick zu. Ich kannte diese Frau nicht, aber ich mochte sie. Nicht sofort die Schuld bei jemand anderem suchen, das taten nicht viele. Sie war irgendwie niedlich und erinnerte mich etwas an Alice aus Twilight, allerdings mit grau gefärbten Haaren und blauen Augen. Leider schienen ihre Worte bei ihrem Freund nicht anzukommen. Er grummelte erneut etwas in seinen Dreitagebart, als er unschlüssig Chloes klobige Boots betrachtete. Stiefel mit Blättermuster. Passend zum Herbst. Sehr ausgefallen. Wo hatte sie die nur gekauft?

»Logan, hol mal Eis«, warf er dem Kerl neben mir zu, bevor er sich wieder seiner Freundin zuwandte. »Kannst du den Schuh alleine ausziehen?«, fragte er alles andere als freundlich.

Sein Befehlston ließ mich zusammenzucken. Logan allerdings setzte sich sofort in Bewegung. Auch Chloe schien sich nicht an seinem Ton zu stören.

Während sie sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Schuh samt geringelter Socke vom Fuß streifte und ihre schwarzen Skinnyjeans bis zur Wadenmitte hochschob, sprintete Logan hinter den langen Tresen und verschwand durch eine Tür. Es klapperte irgendwo und raschelte, kurz darauf war er mit einer Tüte Eis wieder am Tisch. Langsam trat ich näher und musterte Chloes geschwollenen Fuß, der schon ziemlich blau angelaufen war. Wenn da mal nicht die Bänder gerissen waren. Chloe sog zischend die Luft ein, als das Eis ihre nackte Haut berührte.

»Scheiße, tut das weh.«

»Du musst zu einem Arzt, das sieht nicht gut aus«, stellte Jaxon fest.

»Und meine Schicht? Ich kann doch nicht …« Ah, sie arbeitete hier, alles klar. Eine Affäre mit dem Chef? Ob das eine gute Idee war? Aber Gott, was machte ich mir Gedanken. Das ging mich nichts an.

Jaxon schnaubte. »Die kannst du wohl erst mal vergessen.«

»Tut mir echt leid.« Zerknirscht sah Chloe zu ihm auf. Er fuhr sich mit der Hand durch seine dunklen Haare, die wild abstanden. Vermutlich hatte er ein Pfund Wachs darin verteilt. Oder Zuckerwasser. Oder Rum-Cola …

Er hockte vor Chloe und runzelte die Stirn. Dann sah er mich an und wieder zurück zu ihr.

»Was sagtest du noch gleich? Du warst wegen des Jobs hier?«, wandte er sich nun an mich. Sein kurzer, aber intensiver Blick ging mir durch und durch. Shit! Hastig schloss ich die Augen und versuchte mich an einem Kopfschütteln. Schwindel erfasste mich. Schlechte Idee.

»Welcher Job?«, täuschte ich Interesse vor. Seine Augenbrauen zuckten hoch. So, als müsste ich wissen, wovon er redete. Aber das tat ich nicht. Und eigentlich war es mir auch egal, also winkte ich ab. »Vergiss es. Nein, ich bin nicht wegen irgendeines Jobs hier. Ich habe einen –« Erst jetzt fiel mir ein, dass ich eigentlich schon längst bei dem Job hätte sein sollen, zu dem ich auf dem Weg gewesen war. Shit, Shit, Shit!

»Oh Mist! Ich muss kurz telefonieren.« Hastig zog ich das Handy aus der Jackentasche und trat einige Schritte zurück. Die drei Augenpaare, die mir irritiert nachsahen, ignorierte ich geflissentlich.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich mehr als fünfzehn Minuten zu spät war. Hätte ich nur diese scheiß Brieftasche nie gefunden, und wäre ich bloß nicht so ein ehrlicher Mensch. Aber nachdem ich das dicke Bündel Dollarscheine darin entdeckt hatte, war mir klar gewesen, dass ich den Besitzer des Geldes auf dem schnellsten Weg ausfindig machen musste. Und war damit viel zu spät für meinen Job gewesen. Für die meisten wäre das kein Grund zur Besorgnis, für mich war es mehr als das. Mir wurde augenblicklich bewusst, dass ich seit vierzehn Minuten gefeuert war. Denn eins hatte mir mein wirklich ätzender Chef gleich am ersten Tag klargemacht: Verspäte dich nur um sechzig Sekunden, und du brauchst gar nicht mehr anzutanzen. Und das glaubte ich ihm aufs Wort.

»Rob, sorry, ich bin aufgehalten worden, ich hatte einen Unfall«, legte ich gleich los, als er das Gespräch annahm.

»Nicht mein Problem. Du kannst dir morgen deinen Scheck in der Hauptfiliale abholen, Hope.« Seine Stimme klang herablassend wie immer.

»Rob, du kannst mich doch nicht rausschmeißen wegen fünfzehn Minuten!« Ich drückte das Handy noch fester ans Ohr, als würde es irgendwas nützen.

»Siebzehn Minuten. Vorausgesetzt, du würdest jetzt an deinem Platz sitzen. Was nicht der Fall ist … Also ja, das kann ich. Deinen Platz hat Jodie soeben übernommen. Dein Scheck liegt morgen bereit.« Klack. Aufgelegt. So ein Arschloch!

Obwohl er mich bisher schlecht behandelt hat und ich mir mehr als einmal gewünscht hatte, ihm den Job vor die Füße schmeißen zu können, musste ich schlucken. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu heulen. Aushilfe in der Warenannahme einer drittklassigen Spedition, das war nichts Besonderes, und die Bezahlung war mies, aber es reichte für mein Zimmer in der WG. Und ich saß in einem winzigen, fensterlosen Kabuff im Lager und hatte keinen Kundenkontakt, war also in Sicherheit. Wie sollte ich jetzt meine Miete aufbringen?

Hope

Verstohlen sah ich mich um, während ich mein Telefon wieder einsteckte. King’s Legacy. Was war das eigentlich? Eine Bar? Draußen hatte ich keine Leuchtreklame oder Ähnliches gesehen, die auf irgendwas in der Art hinwies. Aber vielleicht war das ja auch der Hintereingang gewesen. Klar, so musste es sein. Welche Location, die etwas auf sich hielt, hatte ihren Eingang in einer kleinen Gasse?

Das Inventar war ein Mix aus alt und modern. Steinwände, dunkler Betonboden und hohe Decken harmonierten mit einladend aussehenden Sesseln an zierlichen Zweiertischen und knallroten Ledersofas mit halbierten Holzfässern, die als Ablage für Getränke dienten und mit schwarzen Karten bestückt waren, auf denen sich das Logo des King’s Legacy von der Tür wiederholte. Dass sie hier jemanden fürs Büro brauchten, bezweifelte ich allerdings. Und dass ich in der Lage war, in einer Bar zu arbeiten, auch.

»Mein Wagen steht im Hof, ich fahre dich ins Krankenhaus«, hörte ich Logan sagen. Er war sehr fürsorglich, und ich fragte mich, wie er dazugehörte. War er vielleicht auch ihr Freund? Oder seiner? Oh nein, ich schloss kurz die Augen. Ich musste das Kopfkino ausstellen. Es ging mich nichts an.

Chloe nickte niedergeschlagen und sank noch tiefer in das Polster des Ledersofas.

Ich trat wieder auf die drei zu, ging in die Hocke und wühlte in meinem Rucksack nach dem Relikt, das mir den ganzen Schlamassel eingebrockt hatte.

»Gehört das einem von euch?« Mit gestrecktem Arm hielt ich das schwarze Lederportemonnaie in die Höhe, sodass alle drei einen Blick darauf werfen konnten.

Jaxons Hand fuhr an seine hintere Hosentasche. Dann wurde er blass, und auf seiner Stirn bildete sich eine tiefe Falte. Auweia. »Wo hast du das her?« Aufgebracht kam er zwei Schritte auf mich zu. Erschrocken zuckte ich zurück und wäre fast auf den Hintern gefallen. Was war das denn jetzt?

»Hallo? Der Ton macht die Musik! Denkst du, ich hab es geklaut, oder was?«, wehrte ich ab. »Du kannst froh sein, dass ich es dir bringe.« Jaxon sagte nichts, sondern fixierte mich schweigend, während das Portemonnaie wie eine unsichtbare Barriere zwischen uns schwebte. »Es lag ein paar Blocks weiter neben einem Mülleimer im Park. Darin habe ich eine Karte mit dieser Adresse gefunden. Nur deswegen hab ich deine Freundin umgefahren, mein Rad geschrottet und jetzt auch noch meinen Job verloren. Ich hoffe, das war es wert.« Stinksauer erhob ich mich und schleuderte ihm das Portemonnaie entgegen. Er reagierte schnell und fing es auf. Ohne ein Wort des Dankes öffnete er die Brieftasche.

»Ernsthaft?« Kontrolliert er jetzt, ob ich nicht doch was rausgenommen habe?

»Finderlohn«, hörte ich ihn sagen. Aber bevor er mir ein paar Scheine entgegenstrecken konnte, winkte ich ab.

»Danke, nein. Ich hab’s nicht wegen des Geldes zurückgebracht.« Was für ein arroganter Vollidiot. Die Kohle hätte ich wirklich gut gebrauchen können, ja, aber ich hatte auch meinen Stolz.

Jaxon sah auf, seinen Blick konnte ich nicht deuten. Es war eine Mischung aus doch, genau das habe ich gedacht und tut mir leid, dass ich so von dir gedacht habe. Und als er mich mit einer hochgezogenen Augenbraue musterte, als wäre ich eine Taschendiebin, merkte ich, wie mich sein Verhalten verletzte. Mein Herz schlug schneller. Erschrocken unterbrach ich den Blickkontakt. Es wurde ohnehin Zeit für mich zu gehen. Nichts wie raus hier. Sollte er sich die Scheine doch dahin stecken, wo die Sonne nie schien. Ich wandte mich seiner Freundin zu.

»Das mit deinem Fuß tut mir echt leid, Chloe. Kann ich noch irgendwas für dich tun?«, fragte ich und schulterte den Rucksack, um meinen Aufbruch anzukündigen. Je eher ich hier rauskam umso besser. Scheiß auf den Job. Mit einem Job dieser Art würde ich sowieso nicht klarkommen. Und mit Jaxons Arroganz erst recht nicht.

»Ja, vielleicht. Äh, wie heißt du noch mal?«

»Hope. Mein Name ist Hope.«

»Eigentlich stellt man sich vor, wenn man irgendwo reinplatzt«, brummte Jaxon. Was hatte er eigentlich für ein Problem mit mir?

Meine Hände schnellten nach oben. »Oh, wie unhöflich. Ich habe tatsächlich vergessen, mich vorzustellen, als ich deine Freundin umgefahren habe. Sollen wir das noch mal wiederholen?«

»Gott bewahre«, murmelte Chloe, grinste aber, als sie mich ansah.

»Tja, dann …« Nun wandte ich mich endgültig zum Gehen. Es reichte mir. Mein Kopf schmerzte, mein Rad war im Eimer, und ich arbeitslos. Und die Art, wie Jaxon mich ansah – brachte mich noch zusätzlich aus der Spur.

»Lauf nicht weg, Hope. Wir machen das jetzt alles noch mal vernünftig. Ich bin Chloe, und das ist nicht mein Freund, sondern mein Bruder. Jaxon. Und er ist nicht immer so ein Idiot, glaub mir.« Ich blieb stehen und drehte mich wieder zu ihr um. Jaxon öffnete den Mund, aber Chloe ließ ihn gar nicht zu Wort kommen. »Und der hübsche Kerl im Maßanzug ist Logan, ein enger Freund. Woher kommst du? Dein Akzent hört sich nach Westküste an.« Logan grinste spitzbübisch, als er mich ansah, und ich lächelte verhalten zurück. Das mit dem hübschen Kerl war nicht gelogen. Den angebotenen Tee allerdings hatte er vergessen. Doch was viel interessanter war … Bruder? Dieser Jaxon war ihr Bruder? Und das war nicht gut. Gar nicht gut. Er war zu angespannt, viel zu aggressiv. Und arrogant noch dazu. Und trotzdem konnte ich nicht anders, als ihn anzuschauen. Aber als ich in seine grünbraunen Augen sah, verhakten sich unsere Blicke ineinander, nur den Bruchteil einer Sekunde lang. Doch der reichte aus, um mich völlig aus der Bahn zu werfen. In meinen Ohren rauschte es so laut, als würde ich am El Porto Beach stehen und die Wellenbrecher über mir zusammenschlagen hören. Meine Beine zitterten, und mein Kopf war wie leergefegt. Was zum Teufel war mit mir los?

»Hope? Hallo? Erde an Hope!« Chloe holte mich unsanft in die Bar zurück. Mir wurde schlagartig eiskalt. Als hätte ich die wärmende Decke verloren, die mich eben noch eingehüllt hatte. Gott, war das albern! Ich kannte diesen Kerl doch gar nicht. Wie konnte er mich so durcheinanderbringen? Wie alt war ich? Dreizehn?

»Hope?« Chloe wedelte mit der Hand in meinem Blickfeld herum.

»Was?« Mein Herz raste, als hätte ich gerade eine sportliche Anstrengung hinter mir.

»Woher du kommst, wollte ich wissen.«

»L. A.«, kam es mir automatisch über die Lippen, und im selben Moment ärgerte ich mich darüber. »Nein, also ich meine, ich wohne in Manhattan, ein paar Blocks von hier.« L. A. hatte ich hinter mir gelassen. Es ging niemanden etwas an, wer ich war oder woher ich kam. Vor Kurzem war ich extra von der West- an die Ostküste gezogen, um neu anzufangen. Keiner kannte mich hier oder wusste von meiner Vergangenheit, kein Mensch hier ahnte, wer ich wirklich war.

»Ich wollte schon immer mal nach Los Angeles. Das muss toll sein dort. Hollywood, Stars und Sternchen. Hach …«, schwärmte Chloe. Ihre Schmerzen schienen für den Moment vergessen.

»Mehr Schein als Sein«, sagte ich.

»Bestimmt trotzdem cool.«

»Nein, ist es nicht. Glaub mir.« Ein neugieriger Blick war die Antwort. Kopfschüttelnd winkte ich ab. »Wie dem auch sei. Ich denke, ich gehe jetzt, wenn soweit alles geklärt ist?«, startete ich einen erneuten Versuch.

Jaxon stand schweigend daneben, aber ich spürte seinen Blick auf mir ruhen.

»Hope … Du sagtest, du hast deinen Job verloren? Wegen mir? Okay, wie wäre es mit einem neuen Job? Hier? Du brauchst doch jetzt einen Job, oder?«

Eigentlich wollte ich verneinen, ihr sagen, dass sie mich in Ruhe und endlich gehen lassen sollte. Doch das brachte ich nicht übers Herz. Ich mochte sie. Und eigentlich bot es sich ja an. Sie konnte nicht arbeiten, und daran war ich schuld. Und dass ich soeben meinen Job verloren hatte, dafür war sie verantwortlich.

»Scheiß Idee, Chloe. Sie ist nicht wegen einem Job, sondern wegen der hier. Also lass es einfach, okay?« Jaxon winkte mit der Brieftasche und drehte sich weg von uns. Seine Schritte polterten auf dem harten Boden, ich nahm wahr, wie er am Tresen stehen blieb und sich erneut mit der Hand durch die Haare fuhr. Vermutlich dachte er nach. Das musste ich auch. Und zwar gründlich, bevor ich etwas übereilte. Bis jetzt war mein Erspartes nicht aufgebraucht, über ein kleines finanzielles Polster verfügte ich noch, aber es reichte nicht, um mich auf die faule Haut zu legen. Und das andere Geld würde ich nicht anrühren. Niemals! Also ganz pragmatisch gesehen: Ich brauchte einen Job. Aber musste es dieser sein?

Kellnern konnte ich, ja. In meiner Studienzeit hatte ich in verschiedenen Bars gearbeitet. Sogar mit Cocktails kannte ich mich aus. Und die beiden brauchten jemanden wie mich. Jetzt. Eigentlich war es eine Win-win-Situation. Und es war an der Zeit, dass ich meine Angst runterschluckte und mich dem wahren Leben stellte.

Ich holte tief Luft. »Was zahlt er?«, fragte ich, an Chloe gewandt. Dass wir ihn außen vor ließen, stank ihm offenbar gewaltig, denn er warf seiner Schwester einen warnenden Blick zu. Aber sie ließ sich von ihm nicht einschüchtern. »Achtzehn Dollar die Stunde. Trinken frei.«

»Chloe! Was soll das? Das ist mein Laden!«

»Schrei mich nicht an.« Sie sah ihn an, als wäre er nicht ganz bei Trost.

Achtzehn Dollar waren mehr, als der Mindestlohn vorgab. Weit mehr als das, was ich bei Halsabschneider Rob bekommen hatte. Ich überschlug das schnell im Kopf. »Ich müsste zwanzig Stunden die Woche arbeiten, um das zu verdienen, was ich bis eben noch verdient habe«, pokerte ich.

»Wir haben Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Wenn du von sechs bis vier Uhr hier bist, und das vier Tage die Woche, dann macht das …«

»Vierzig Stunden«, kam ich ihr zuvor. Dazu kam das Trinkgeld, das in diesem Stadtteil eigentlich gut ausfallen sollte. Der Meatpacking District hatte sich in den letzten Jahren zu einem der hippsten Viertel Manhattans gemausert, mit vielen Bars, Clubs und Restaurants. Hier war Leben. Und wo Leben war, war Geld. Im Grunde wäre ich blöd, wenn ich nicht einschlagen würde. Irgendwie würde das schon klappen, irgendwie würde ich mich schon überwinden können, mich wieder zwischen Menschen zu wagen. Und das mit Jaxon würde auch irgendwie funktionieren. Vielleicht konnte ich ihm aus dem Weg gehen? Es bestand die Möglichkeit, dass er gar nicht selbst hinterm Tresen stand, sondern arbeiten ließ und so gut wie nie anwesend war. Das wäre natürlich der absolute Jackpot. Ich brauchte mal wieder einen Hauptgewinn. Umso schneller konnte ich mir eine Wohnung leisten und aus der WG ausziehen. Peyton war nett und auch kaum zu Hause, aber ich vermisste es, meine eigenen vier Wände zu haben.

»Jaxon, pass auf. Lass uns …« Mein Blick hob sich, und ich sah ihm fest in die Augen. Diese Chance würde ich mir jetzt nicht mehr nehmen lassen. »Chloe hat recht. Ich brauche einen Job. Ihr braucht eine Kellnerin.«

»Ich suche einen Barmann. Mann.«

»Ich wusste nicht, dass Chloe dein Bruder ist«, spottete ich. Er schwieg, aber ich sah seine Kiefer malmen. Dachte ich’s mir doch. Mein Blick wechselte zwischen ihm und seiner Schwester hin und her. Dann zu Logan, der mit amüsierter Miene lauschte, mir aber ein aufmunterndes Lächeln zuwarf. Ich nickte und wandte mich wieder Jaxon zu.

»Hör zu … deine Schwester kann wegen mir nicht arbeiten. Ich habe wegen ihr meinen Job verloren. So gesehen … Eine Hand wäscht die andere. Ich helfe euch, ihr helft mir. Achtzehn Dollar die Stunde sind perfekt. Und ich verspreche dir, dass ich den Job gut machen werde. Mit einem Tresen kenne ich mich aus. Also? Deal?«

Chloes Gesicht strahlte, und sie klatschte begeistert in die Hände. »Ich kenne dich zwar nicht, Hope, aber ich mag dich! Du kannst meine Uniform haben. Sie ist frisch gewaschen und gebügelt«, bot sie mir an. Und das, ohne auch nur eine Reaktion ihres Bruders abzuwarten, der mich verstört anstarrte. Einen Augenblick später zog er eine Augenbraue in die Höhe – beneidenswert! – und ließ seinen Blick einmal an mir runter und wieder rauf wandern. »Du trägst Größe XS, Chloe. Sie hat allenfalls eine M. Ihre Hüften sind … ein wenig … ausladender als deine.« Jetzt spottete er.

Unglaublich! Langsam zählte ich bis fünf, atmete tief ein, zählte noch mal bis fünf.

Dann schluckte ich die scharfe Antwort, die mir auf der Zunge lag, wieder runter und beschloss, für meinen neuen Job zu kämpfen. Also rang ich mich zu einem strahlenden Lächeln durch.

»Größe M freut sich schon richtig auf die Zusammenarbeit.«

Jaxon

»Bänderriss. Sie bekommt jetzt eine Schiene, die das Ganze stabilisieren soll.«

Brian verzog das Gesicht. »Hört sich schmerzhaft an.«

»Das ist es wohl auch«, gab ich zurück und grinste schief. Es war echt Mist, dass Chloe ausfiel. Sie hatte die Gäste am Tresen versorgt, während die Kellnerinnen die breite Masse an den Tischen bediente. Brian mixte die Getränke und kümmerte sich als meine rechte Hand auch um vieles andere, wofür ich keinen Nerv hatte. Er war bis gestern bei seinen Eltern in Jersey gewesen, also brachte ich ihn auf den neusten Stand, was vor drei Tagen passiert war.

»Die Grundaussage ist, dass Chloe den Fuß schon in ein paar Tagen wieder leicht belasten darf. Aber ich will sie hier erst sehen, wenn sie wieder hundertprozentig fit ist. Sie wird damit ein paar Wochen ausfallen.« Meine Schwester tat mir wirklich leid, denn sie schien nicht nur Schmerzen zu haben, sondern auch ein schlechtes Gewissen, weil sie mich in der Bar nicht unterstützen konnte.

»Und deswegen ist sie hier?« Er nickte in die Richtung, wo Hope hinter dem Tresen stand und die Karte studierte. Ich vermied es, seinem Blick zu folgen. Generell umging ich es, ihr oder ihrem Größe-M-Hintern mehr Aufmerksamkeit als nötig zu schenken. Sie anzustellen war die Idee meiner Schwester gewesen, nicht meine. Chef hin oder her – die beiden hatten mich einfach überstimmt, und drei Tage nachdem sie in meine Bar gestolpert war, stand Hope nun in einer King’s Legacy-Uniform in der Größe M – die aus einer schwarzen Hose und einer weißen Bluse bestand – hinter dem Tresen. Und sie sah unverschämt sexy darin aus.

»Ja, deswegen ist sie hier«, gab ich mit einem Stoßseufzer zu.

Brian hatte kein Problem damit, Hope unter die Lupe zu nehmen. »Sie macht es gut«, meinte er schließlich. »Ich meine, sie scheint zu wissen, wie man einen Tresen führt oder sich dahinter verhält.«

Da musste ich ihm recht geben. Hope bewegte sich hinter der Bar, als wäre sie schon ewig im Team. Die Stammgäste schienen sie zu mögen, sie hatte für jeden ein nettes Wort und ein strahlendes Lächeln übrig, und die Sache mit den Getränken machte sie auch gut. Wo war der Haken?

Brian kümmerte sich um eine weitere Getränkebestellung, ich versuchte, nicht mehr über Hope nachzudenken und mich mit dem Mixen eines Moscow Mule abzulenken. Doch als es plötzlich schepperte, drehte ich reflexartig meinen Kopf in ihre Richtung. Hope verzog entschuldigend das Gesicht, trat einen Schritt zurück und bückte sich nach dem heruntergefallenen Flaschenkühler. Wie von allein heftete sich mein Blick auf ihren Hintern. Der in der schwarzen Hose verdammt knackig aussah. Verdammt!

»Entschuldigung …« Sie wirbelte herum, und ich war gezwungen, ihr ins Gesicht zu sehen. Sie schien verlegen zu sein, ich fühlte mich ertappt. Dann nickte ich stumm und wandte mich ab, doch der Anblick ihres Hinterns und der Klang ihrer Stimme hallten noch nach, als sie schon längst wieder ihrer Arbeit nachging.

»Ich kümmere mich um sie. Soll ich auf irgendwas achten? Was ist mit dem Kassieren?«, fragte Brian und zwang mich damit, mich wieder auf das Jetzt zu konzentrieren. Er stellte die gemixten Drinks für die Kellnerin auf ein Tablett und spießte den abgearbeiteten Bon auf den Pikser.

Normalerweise durften Neulinge nicht an die Kasse. Eiserne Regel. Aber wie ich wusste, stand Hope nicht das erste Mal hinter einem Tresen und zweitens … Mir kam ihr verletzter Gesichtsausdruck in den Sinn, als ich meine Brieftasche kontrolliert hatte.

»Ich denke, sie kriegt das hin«, gab ich Brian grünes Licht.

»Alles klar, Boss.« Er salutierte scherzhaft, wandte sich um und ging zu Hope, um sie unter seine Fittiche zu nehmen. Tatsächlich war ich dankbar, dass ich das nicht selbst tun musste. Das würde nur schiefgehen. Sowieso dachte ich viel zu sehr über sie nach. Diese Frau übte eine unvorstellbare Anziehung auf mich aus. Das hatte schon in dem Augenblick angefangen, in dem sie die Bar betreten hatte, und war für mich der Grund gewesen, warum ich sie nicht hatte einstellen wollen. Hope strahlte Unabhängigkeit aus, ließ sich von mir nicht so aus dem Konzept bringen wie andere, bot mir Paroli. Das imponierte mir. Und konnte mir gefährlich werden.

Langsam füllte sich die Bar, so wie jedes Wochenende um diese Uhrzeit. Die Türsteher ließen die Leute schubweise hinein, sodass sich die Menge erst verteilen konnte, bevor die Nächsten kamen. Außerdem achteten wir auf die Einhaltung des Dresscodes.

Es war mittlerweile kurz nach zehn am Abend, und in einer knappen Stunde sollte ein DJ hier auflegen und die Stimmung anheizen. Während es in der Woche ein wenig ruhiger zuging und Speakeasy Programm war, versuchte ich jeden Samstag, meinen Gästen etwas Besonderes zu bieten. Niemand wusste vorher, wer auflegen würde, und doch platzte die Bar jeden Samstag fast aus allen Nähten. Der Raum zwischen Tresen und Tischen wurde dann zur Tanzfläche, und die Gäste feierten ab bis weit in den nächsten Morgen hinein. Und heute war Samstag. Und dieser Abend würde die Bewährungsprobe für Hope werden. Ein Teil in mir hoffte, dass sie dem Job nicht gewachsen war. Dass sie nach dieser Nacht verschwand und ich sie nie wiedersehen würde. Der andere Teil dagegen …

»Jaxon, hey …« Jessie, eine hübsche Blondine, setzte sich auf einen freien Barhocker und legte ihre Designertasche auf dem Tresen ab.

»Hi, Jessie. Was kann ich dir bringen?«

»Gin Tonic, wie immer.«

»Kommt sofort.« Auf der Kasse bongte ich die Bestellung ein und legte Hope den Abriss hin. »Sie mag ihn mit Gurke«, sagte ich. Als ich einatmete, roch ich sie. Intensiv zog ihr fruchtiger und zugleich nicht zu süßer Duft in meine Nase. Ich blickte auf, direkt in ihre verschiedenfarbigen Augen, die mich verschreckt ansahen. Die viel zu nahe waren. Fuck! Eilig trat ich einen Schritt zurück und wandte mich brüsk ab. Das ging so nicht! Das mit ihr hier in meiner Bar war eine ganz beschissene Idee gewesen. Ich konnte mir nicht jeden Eiskübel greifen, um mich abzukühlen, nur weil sie in meiner Nähe war.

»Chris, mach du hier weiter, ich geh raus«, hielt ich eine der Kellnerinnen auf, nahm ihr das Tablett aus der Hand und verzog mich, so schnell ich konnte, aus dem Tresenbereich. Chris sah mich verwirrt an. Kein Wunder, ich hatte es bisher vermieden, den Kellner zu spielen, mich ins Gewühl zu begeben, Gläser abzuräumen oder Getränkebestellungen entgegenzunehmen. Nicht, weil ich mir als Chef dafür zu schade war, sondern weil ich einige weibliche Gäste nicht mehr loswurde, sobald der Tresen als Distanzbrücke wegfiel. Doch ich brauchte dringend Ablenkung.

»Ho, ruhig Brauner!« Eine Hand legte sich auf meinen Arm und hielt mich zurück, als ich bereits unzählige Wangenküsschen verteilt, starke Männerhände geschüttelt und auf die Frage nach meinem Befinden jedem dieselbe Lüge aufgetischt hatte: Könnte nicht ...

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