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Kinderzeit

Inhalt

Einleitung

Auf der Familienautobahn

Perfektionsdrang

Die Erschöpfungsfalle

Wir versäumen nichts, wenn unser Kind etwas verpasst!

Weichenstellung in der Familie

Mutter und Vater dürfen und müssen verschieden sein

Wir bleiben auch ein Paar

Das Spielen: Wenn Körper, Geist und Seele reifen

Langeweile: Sehr gut!

Medien: Ja. Aber

Mittagspause: Der kleine Urlaub

Krank sein ist wichtig!

Routenplan Kita/Schule

Kindertagesstätten: Wann und welche?

Schule so früh wie möglich? Nein!

Die richtige Schule gibt es nicht

Bindung und Bildung: Wie beides zusammenhängt

Schule ist nicht nur Unterricht

Elsa

Paul

Mit Lernschwächen umgehen: Lesen/Schreiben/Rechnen

Legasthenie

Dyskalkulie

Aufmerksamkeitsstörungen in der Schulklasse

Burnout in der Kindheit

Haltestellen am Straßenrand

Osteopathie: Die Halswirbelsäule (KiSS-Syndrom)

Was ist das KiSS-Syndrom?

Mögliche Hinweise auf das KiSS-Syndrom:

Kinnesiologie: Mit der Weisheit des Körpers arbeiten

1. Körper, Geist und Seele

2. Hierbei kann die Kinesiologie helfen

Ziel erreicht

Literaturliste

Weblinks:

Einleitung

Johannes begegnete mir vor ca. 14 Jahren in einer Praxis. Johannes war damals acht Jahre alt, ging in die dritte Klasse und hatte keinen Bock mehr auf Schule. Er galt als Legastheniker und schwieriger Schüler (Verdacht auf ADHS). Seine Mutter berichtete erschöpft und besorgt von einem belasteten Familienleben und Johannes` auffälligem Verhalten in der Schule. Er selbst war unzufrieden mit seiner Situation, konnte aber dauerhaft nichts daran ändern. Die Familie war ratlos: Sie wusste nicht, worin Johannes` Verhalten begründet war, was sie tun sollten und wer helfen konnte.

In den nächsten Jahren konnte ich Johannes` Entwicklung verfolgen: Er wurde über einen längeren Zeitraum regelmäßig osteopathisch (KiSS-Syndrom), kinesiologisch (Lernprobleme) und homöopathisch (Konstitution) betreut, erhielt Nachhilfe und entschied sich für einen Schulwechsel.

Schritt für Schritt verbesserte sich Johannes` Situation. Er wurde mit der Zeit ausgeglichener und zugänglicher und seine Schulleistungen wurden besser .

Als Johannes 14 Jahre alt war erfuhr ich zum letzten Mal von ihm. Es waren fast sechs Jahre vergangen. Johannes und seine Mutter erzählten, dass er inzwischen gern zur Schule gehe, gute Lese- und Rechtschreibleistungen aufweise und sich das Familienleben harmonisiert hatte. Alle Familienmitglieder und nicht zuletzt Johannes waren sehr erleichtert. Die Mutter schloss die letzte Behandlung bei dem Osteopathen mit dem Satz ab: „Wenn wir nur früher gewusst hätten, was wirklich hilft!“

Herzlich Willkommen in meinem Buch.

Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie dieses Buch in die Hand genommen haben. Möglicherweise haben Sie die erste Geschichte von Johannes schon gelesen, von denen es viele in diesem Buch gibt.

Mein Buch ist in erster Linie für Eltern geschrieben, die sich in der Zeit mit Kindern von der Geburt bis ca. zehn Jahren befinden. Aber auch Großeltern, Pädagogen, Erzieher und Therapeuten finden auf den folgenden Seiten möglicherweise Anregungen und Hinweise.

Ich bin seit fast 20 Jahren Grundschullehrerin, Teampartnerin eines Osteopathen, Beraterin für Familien und fast so lange Mutter.

Durch die verschiedenen Professionen habe ich die Möglichkeit, bei der Betrachtung von Situationen im Leben mit Kindern verschiedene Blickwinkel einzunehmen: Das ADHS-Kind stört massiv meinen Unterricht (Lehrerin), aber natürlich ist es auch das geliebte Kind seiner Eltern (Mama) und kann möglicherweise durch ein KiSS-Syndrom gar nichts für seinen Zustand (Teampartnerin des Osteopathen).

Diese unterschiedlichen Perspektiven lassen mich Situationen oft besser verstehen und ich kann so Eltern Tipps geben, die Ursache eines Verhaltens zu erkennen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Das Besondere dieses Buches sind die vielen wahren Geschichten aus dem Leben von Familien. Vielleicht finden Sie sich in der einen oder anderen Geschichte wieder und erfahren so, dass Sie nicht allein mit dem Problem sind. Außerdem können Sie Tipps erhalten, wie Sie die belastende Situation verändern können. Viele Tipps zum Beispiel, was eine erfahrene Tagesmutter zum Thema Schlafen sagt, dass es die gute Schule nicht gibt, was Sie zum Beispiel bei Legasthenie untersuchen lassen können, welche Therapie bei ADHS helfen kann, was gegen Schulangst unternommen werden kann und vieles mehr.

Das Ziel meines Buches ist es, mein Erfahrungswissen an Sie weiterzugeben.

Dieses Buch möchte ein Alltagsbegleiter sein, mit dem Sie bestenfalls direkt eine Erkenntnis, Lösung oder einen Hinweis für neue Wege vorgestellt bekommen.

Da wir im Lebensabschnitt „Kinderzeit“ alle nicht viel Zeit haben, ist mein Buch in kurze Abschnitte unterteilt, die schnell zu lesen sind und an deren Ende immer ein Tipp steht, was oder wer weiterhelfen könnte.

Im ersten Kapitel geht es um die Umstände, in denen viele Familien heute leben. Was beschäftigt uns im Leben mit Kindern? Was sind die Bedingungen vieler, die sich heute für Kinder entschieden haben? Was führt zu den viel benannten Erschöpfungszuständen? (Kapitel „Auf der Familienautobahn“)

Im zweiten Kapitel beschreibe Themen des Alltags mit Kindern. Dieser Abschnitt bietet viele Vorschläge für einen veränderten Umgang mit

‘Alltagsherausforderungen‘. (Kapitel „Weichenstellung in der Familie“)

Im dritten Kapitel blicken wir gemeinsam in die Kindertagesstätte und Schule. Es zeigt meine Erfahrungen in und mit diesen Institutionen und gibt Hintergrundwissen zu Lernproblemen. (Kapitel „Routenplan Kita und Schule“)

Das vierte Kapitel möchte Lösungsmöglichkeiten (Therapien) vorstellen, die anderen geholfen haben, mit Problemen wie Entwicklungs- und Aufmerksamkeitsstörungen (auch ADHS), Ängsten, Lernblockaden, Traumata usw. umzugehen (Kapitel „Haltestellen am Straßenrand“).

Außerdem kann dieses Buch präventiv genutzt werden, denn viele Auffälligkeiten wie Lernschwächen, Entwicklungs- und/oder Verhaltensprobleme müssen nach meinen Erfahrungen nicht entstehen, wenn Eltern informiert sind.

Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, können Sie Ihr Kind

1.    besser verstehen,

2.    haben viel Insiderwissen über Kita- und Schulthemen erhalten

3.    kennen Therapien, die wirklich helfen.

Somit können wir gemeinsam Ihren und vielleicht auch anderen Kindern eine positive Entwicklung ermöglichen und somit gute Voraussetzungen für ein erfülltes Leben zu schaffen.

So, bevor es nun wirklich losgeht, ist mir noch eines wichtig:

Ich möchte in diesem Buch weder Werbung für mich noch andere Personen machen. Auch liegt es mir fern, bestimmte Therapieverfahren als die einzig richtigen anzupreisen. Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausschließlichkeit. Es ist vielmehr eine Zusammenfassung meiner multiprofessionellen Erfahrungen.

Auf der Familienautobahn

Perfektionsdrang

Neulich saß ich mit meiner Freundin zusammen und wir überlegten, was das Leben mit Kindern für viele von uns so anstrengend macht. Wir Eltern versuchen oft, ein perfektes Leben für uns und unsere Kinder zu erreichen. Beruflich erfolgreiche Eltern, bestens geförderte Kinder, ein ansprechendes Zuhause, angemessene Kleidung, Mitgliedschaften in Vereinen usw. sind in unserer Gegend – ein großer Automobilhersteller prägt das Bild der Landschaft – wichtig. Schaut man auf manch eine Familie, so hat man den Eindruck, es sei alles perfekt. Immer wieder passiert es meiner Freundin und mir, dass wir unsere Familien mit anderen vergleichen und an verschiedenen Stellen einen Mangel fühlen: Mal fährt die eine Familie das teurere Auto, ein anderes Mal wirken die Kinder besonders gut erzogen oder gefördert, dann wiederum machen die Eltern auf uns einen besonders entspannten, sportlichen oder fröhlichen Eindruck. Unsere gerade durchwachte Nacht – da unser Kind gespuckt oder gehustet hat oder nicht schlafen konnte – kommt uns dann wie ein Hinweis auf unsere eigene Unfähigkeit vor. Wir stellen uns dann Fragen: Rastet Leonie nie aus und schmeißt sich dabei wie unser Kind vor allen Leuten auf den Boden, sodass wir gern in demselben vor Scham und Hilflosigkeit verschwunden wären? Warum schläft Jonah jede Nacht durch, während unsere Kinder jede Nacht in unser Bett kommen? Ist es nicht doch wichtig für die Laufbahn unserer Kinder, dass sie chinesisch lernen, da der Automobilhersteller ein Werk in China betreibt? Ist unser Kind nicht doch überdurchschnittlich sportlich veranlagt, weil es stets und ständig Räder schlägt? Gehört es zum Leistungsturnen?

Wir fragten uns, was hinter all unseren Überlegungen steckt? Hier nun unsere (ganz sicher nicht vollständige) Liste:

 der Anspruch von uns Eltern, sich selbst und seinen Kindern ein perfektes Leben ermöglichen zu wollen

 der Wunsch, alles richtig zu machen

 die Medien, die uns mit ihrem Bild von der Welt Perfektion vorspielen

 einer gesellschaftlichen Schicht angehören zu wollen

 Aufwertung von uns Eltern über den Erfolg der Kinder

Ich für mich kann sagen, dass ich es immer sehr gut machen möchte. Das ist zum Teil sehr anstrengend und bringt mich immer wieder in die Erschöpfung. Weitergeholfen haben mir hier die Gedanken von John Strelecky in seinem Buch „Das Leben gestalten mit den Big Five for Life“ (siehe Literaturliste). Hier beschreibt er, dass Menschen, die überzeugt davon sind, dass „Perfektion erreicht werden kann und stets angestrebt werden sollte, mit Überraschungen leben müssen. Denn es werden nach wie vor Mängel vorhanden sein.“ Er plädiert dafür, „suboptimale Gegebenheiten“ zu akzeptieren, um Raum für eigene Pläne zu haben. Ich lasse nun (manchmal) bewusst eine Aufgabe aus, die ich eigentlich noch hätte schaffen könnten oder bitte jemand anderes sie zu tun. Aber es fällt mir sehr, sehr schwer.

Mir hat weiterhin geholfen, mich auf die Werte meiner Familie zu besinnen (siehe Tipp). Was ist uns wirklich wichtig? Sich darauf zu besinnen hilft mir, wenn ich mal wieder in der „Vergleichsfalle“ gelandet bin.

Tipp:

Vielleicht hilft es auch Ihnen herauszufinden, was die Grundidee Ihrer Familie ist. Was ist das Wichtigste, was in Ihrer Familie gelebt wird und was sie zusammenhält: Toleranz, Gemeinsamkeiten, Freiheit, Kultur? Gibt es etwas, auf das Sie stolz sind, wenn etwas anderes nicht so läuft, wie Sie es sich wünschen? Auf was sind Sie stolz in Ihrer Familie? Falls Sie sich hierzu erst ein wenig Gedanken machen möchten, eines geht immer: dankbar zu sein, dass alle abends wieder gesund in ihren Betten liegen!

Die Erschöpfungsfalle

Das Thema Burnout ist in aller Munde. Viele Erwachsene und auch immer mehr Kinder sind erschöpft. Auch schon im Grundschulalter trifft man Kinder, die einfach nicht mehr können. In diesem Kapitel geht es um die Eltern, in einem späteren um die Kinder (siehe Burnout in der Kindheit).

Der erste Gedanke gilt dem Elternwerden:

Mit der ersten Schwangerschaft beginnt für das Paar eine neue Zeitrechnung. Das Eintauchen in eine bis hierhin nur durch Hören und Sagen bekannte Welt will gestaltet werden. Zeiten voller Informationen, Termine, Ratschläge und Entscheidungen nehmen die werdenden Eltern zumindest beim ersten Kind sehr in Anspruch: Welche Untersuchungen lasse ich beim Ungeborenen machen, wie möchte ich gebären, wer bleibt wie lange zu Hause, wo bleibt unser Kind, wenn ich/wir wieder arbeiten? Und nicht zuletzt die vielen gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Familie gilt es für sich zu überprüfen.

Zur vollkommen neuen Lebenssituation nach der Geburt des Kindes/der Kinder kommen in der Kinderzeit die täglichen Hausarbeiten, Termine oder die Wiederaufnahme der Arbeit. Der meines Erachtens größte Stressfaktor ist der Zeitstress. Nahezu alles muss zügig erledigt werden und ist terminiert. Ist die eine Sache erledigt, fragt man sich, was als nächstes erledigt werden muss. Und egal wie gut man strukturiert ist, es bleibt gerade in den ersten Jahren mit Kindern am Ende des Tages immer noch etwas übrig, das nicht erledigt wurde. Das kann sehr erschöpfen!

Die Aufgaben des Tages füllen die Zeit so aus, dass für einen selbst oder für die Eltern als Paar kaum Zeit bleibt. Die Freude und das Glück über das neue Lebewesen zu genießen und der Natur seinen Lauf zu lassen, gelingt zumindest beim ersten Kind nicht bei jedem. Vielfach enden in den folgenden Jahren die Tage voller Aufgaben abends vollkommen erschöpft auf dem Sofa.

Wenn ich im privaten Umfeld, der Schule oder in der Beratung mit Eltern ins Gespräch komme, wird oft die Erschöpfung, manchmal auch Verzweiflung über die Lebenssituation deutlich. Nicht selten fließen Tränen. Die Kinderzeit ist und bleibt auch mit meinen nun folgenden Tipps eine intensive, anstrengende Zeit.

Tipp:

Was kann helfen, nicht in der totalen Erschöpfung zu landen?

1. die Erkenntnis, dass wir uns in der Kinderzeit befinden, die aber nur ein Teil unseres Lebens ausmacht (Gedanke: Das hört nie auf!).

2.

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Viel Spaß!



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