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Inhalt

Vorwort

1   Verhaltensauffälligkeiten in der Kita

1.1    Bedarf an systematischen Interventionskonzepten

1.2    Psychische Störungen im frühen Kindesalter

Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Störungen des Sozialverhaltens

Emotionale Störungen

Autismus-Spektrum-Störung

1.3    Diagnostik

2   Sozial-emotionale Entwicklung

2.1    Emotionswissen und -regulation

2.2    Soziale Kompetenzen

2.3    Selbstregulationsfähigkeiten

2.4    Temperamentsmerkmale

2.5    Familiäre Entwicklungsbedingungen

3   Konzept der Positiven Verhaltensunterstützung

3.1    Kompetenzorientierter Ansatz

3.2    Positive Beziehungen

3.3    Entwicklungsförderliche Umgebung

Pädagogische Angebote

Tagesstrukturierung

Soziale Regeln und Verhaltensanweisungen

Positive Aufmerksamkeit für erwünschtes Verhalten

3.4    Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen

Förderung von Emotionswissen

Förderung der Fähigkeit zur Emotionsregulation

Problemlösefähigkeiten

3.5    Funktionale Analyse zur Vorbereitung individualisierter Interventionen

3.6    Interventionsplanung

3.7    Wirksamkeit von Interventionen

4   Kooperation mit Kollegen, Eltern und externen Fachkräften

4.1    Zusammenarbeit mit Eltern

Förderung der elterlichen Erziehungskompetenz

4.2    Zusammenarbeit im Team

4.3    Interprofessionelle Kooperation mit anderen Fachkräften

Kinder mit besonders herausforderndem Verhalten

Kinder mit hoch belastetem Familienhintergrund

Kinder mit Behinderungen

5   Selbsteinschätzung: Positive Verhaltensunterstützung

Literatur

Sachregister

Vorwort

Jungen und Mädchen, die sehr unruhig sind, sich kaum an Regeln halten, Aufforderungen missachten, rücksichtslos auf andere Kinder reagieren, schlagen, treten, beißen – nicht selten erleben sich pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten als ohnmächtig und hilflos, wenn sie Kinder mit diesen Verhaltensweisen in ihrer Gruppe haben. Das gilt nicht nur für impulsive, aggressive oder destruktive Verhaltensweisen. Manchmal sind es auch sehr ängstliche Verhaltensweisen, der soziale Rückzug eines Kindes oder autistische Verhaltensmerkmale, bei denen die Fachkräfte nicht weiter wissen und nach Konzepten suchen, die in der Gruppe praktikabel sind und die eine Aussicht auf eine erfolgreiche Veränderung des belastenden Alltags versprechen.

Hilflosigkeit und Zweifel an der eigenen pädagogischen Kompetenz spiegeln sich in der Art und Weise wider, wie ein auffälliges Verhalten von den Fachkräften erlebt und beschrieben wird. Manchmal hört man Erzieherinnen, die klagen: „Das Kind ist ein Monster! Das alles wird sich niemals ändern!“, „Ich bin es so leid, immer nur Feuerwehr zu spielen, wenn das Kind wieder etwas angestellt hat!“ oder „Dieses Kind macht die ganze Gruppe kaputt. Das ist das schlimmste Jahr meiner Berufstätigkeit!“

Verhaltensauffälligkeiten der Kinder sind belastend; sie belasten die Beziehungen zwischen den Kindern einer Gruppe ebenso wie die Beziehungen zwischen den Fachkräften und dem Kind. Nicht selten kommt es auch zu Belastungen der Beziehungen zwischen den Fachkräften untereinander sowie den Fachkräften mit den Eltern, wenn in einer Gruppe ein Kind oder mehrere Kinder mit kritischem Sozialverhalten betreut werden müssen. Es ist deshalb von größter Bedeutung, dass in der Kindertageseinrichtung ein Konzept besteht, wie mit Verhaltensauffälligkeiten in einer systematischen und einheitlichen Weise umgegangen wird. Ein solches Konzept wirkt als Unterstützung und Entlastung für alle Beteiligten – sowohl die pädagogischen Fach- und Assistenzkräfte als auch die Eltern.

Das Konzept der „Positiven Verhaltensunterstützung“ beschreibt ein solches systematisches Vorgehen. Es geht davon aus, dass sozial auffälliges Verhalten für die Kinder die (zunächst) einzige Möglichkeit ist, mit sozialen Herausforderungen umzugehen, weil es ihnen an sozialen und emotionalen Kompetenzen fehlt. So gesehen macht das sozial auffällige Verhalten für die Kinder Sinn. Es gilt, die Auslöser und Zusammenhänge des sozial auffälligen Verhaltens zu verstehen, um ihm vorzubeugen und dem Kind alternative Verhaltensweisen zu vermitteln, damit es sich sozial verträglicher verhalten kann. Dazu müssen sich die pädagogischen Fachkräfte die Zeit nehmen, das Kind sorgfältig zu beobachten und Hypothesen zu entwickeln, unter welchen sozialen Bedingungen es sich auffällig verhält. Auf dieser Grundlage können sie dann pädagogische Handlungsstrategien entwickeln, um das kindliche Verhalten zu verändern und den Erfolg dieser Strategien zu prüfen.

Forschungsarbeiten belegen, dass sich sehr belastende Verhaltensweisen erfolgreich verändern lassen, wenn sich die pädagogischen Fachkräfte auf ein solches Konzept verständigen und es gemeinsam im Alltag umsetzen. Der folgende Text soll ihnen das „Handwerkszeug“ vermitteln, was sie dazu benötigen. Natürlich: Nicht alle Verhaltensauffälligkeiten lassen sich aus sozialen Bedingungen und Zusammenhängen erklären. Deshalb müssen die Fachkräfte auch wissen, wann sie die Unterstützung anderer Experten benötigen. Das können Mitarbeiter von Frühförderstellen oder Erziehungsberatungsstellen sein, Kinderpsychotherapeuten oder ärztlich-psychologische Tandems, wie sie in sozialpädiatrischen Zentren oder kinderpsychiatrischen Ambulanzen zu finden sind.

Im Folgenden werden zunächst die wichtigsten Formen von Verhaltensauffälligkeiten im frühen Kindes- und Vorschulalter beschrieben und die sozial-emotionale Entwicklung in dieser Altersgruppe skizziert, bevor die aufeinander auf bauenden Elemente des Konzepts der „Positiven Verhaltensunterstützung“ dargestellt werden. Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Eltern, im Team und mit externen Kooperationspartnern werden abschließend diskutiert.

Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Personen, die in Kitas arbeiten, weiblichen Geschlechts sind, wird für den Erzieher die weibliche Form („Erzieherin“) verwendet. Aufgrund der besseren Lesbarkeit ist für alle anderen Berufsgruppen im Buch die männliche Form zu finden.

1  Verhaltensauffälligkeiten in der Kita

1.1 Bedarf an systematischen Interventionskonzepten

Welche Verhaltensweisen als auffällig angesehen werden, hängt von der subjektiven Bewertung ab. Je nachdem, wie viel Erfahrung jemand in seinem Beruf gesammelt, welche Aus- und Fortbildung er erhalten hat und wie seine persönlichen Maßstäbe sind, kann ein Verhalten von einem Mitarbeiter als auffällig und veränderungsbedürftig angesehen werden, während ein anderer kein Problem darin sieht. Obwohl die Maßstäbe, was als auffällig angesehen wird, unterschiedlich sind, würden sich die meisten Fachkräfte in Kindertagesstätten grundsätzlich auf den folgenden Grundsatz einigen können:

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Eine Veränderung sollte dann angestrebt werden, wenn ein Verhalten

□  über einen längeren Zeitraum und häufig auftritt,

□  jemand anderen zu verletzen oder einen Gegenstand zu beschädigen droht,

□  zu einem subjektiven Leid führt,

□  das Beziehungsklima zwischen den Kindern oder den Kindern und den Erwachsenen in der Gruppe nachhaltig beeinträchtigt.

Im Wesentlichen sind es vier Formen von auffälligem Verhalten, die diese Kriterien erfüllen:

  aggressive soziale Verhaltensweisen,

  impulsiv-hyperaktives Verhalten,

  ängstlicher Rückzug aus dem sozialen Kontakt und

  Schwierigkeiten der Kommunikation mit anderen Kindern.

In einer Befragung von 101 Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen wurden am häufigsten aggressive Verhaltensweisen (59,6%), Hyperaktivität (42,6%) und Probleme im Bereich der Konzentration und des Durchhaltevermögens (28,7%) genannt. Fast jedes vierte Kind wurde von ihnen als verhaltensauffällig wahrgenommen (Fröhlich-Gildhoff et al. 2013).

BEISPIEL

Christoph spielt sehr gern mit Baufahrzeugen, Autos und Flugzeugen. In der Spielecke beansprucht er immer wieder diese Spielsachen für sich. Wenn sich ein anderes Kind nähert und auch damit spielen möchte, reagiert er mit heftiger Abwehr, schreit es an, schubst es weg oder schlägt nach ihm.

Lukas ist ein sehr lebendiger, temperamentvoller Junge. Er ist auf alles neugierig, wechselt rasch von einem Spielzeug zum nächsten, kann sich kaum länger auf eine Sache konzentrieren. Bei gemeinsamen Spielen, Bastelarbeiten oder im Morgenkreis kann er sich wenig beteiligen, springt oft auf, hält sich nicht an Regeln, ärgert sich heftig, wenn ihm etwas misslingt oder er nicht an die Reihe kommt und wendet sich rasch ab.

Klara ist eigentlich ein sehr ruhiges Kind, das in der Gruppe keine Schwierigkeiten macht. Wenn man sie beobachtet, sieht man aber schnell, dass sie gern mit den anderen mitspielen möchte, aber nicht zu wissen scheint, wie sie sich beteiligen kann. Sie schaut aus der Gruppenecke zu, was die anderen machen, geht aber nicht auf die anderen Kinder zu und reagiert mit ängstlichem Rückzug, wenn sie von der Erzieherin zu etwas aufgefordert wird.

Jannis interessiert sich nur für technische Spielsachen. Er tüftelt aus, wie sich etwas bewegen lässt, scheint dabei ganz in seiner eigenen Welt. Wenn man ihn anspricht, reagiert er nicht, scheint auch gar kein Interesse an den anderen Kindern zu haben. Auch im Freispielgelände bleibt er für sich, hüpft oder rennt durch den Garten, spricht vor sich hin und bleibt isoliert.

Der pädagogische Begriff der Verhaltensauffälligkeiten ist eng verbunden mit dem Begriff der „psychischen Störung“, wie er in der kinderpsychologischen oder kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis verwendet wird. Verhaltensauffälligkeiten, wie sie in den Beispielen beschrieben sind, können, müssen aber nicht Symptome einer psychischen Störung sein. Die Diagnose einer psychischen Störung orientiert sich an diagnostischen Kriterien, die in internationalen Klassifikationssystemen (DSM-V bzw. ICD-10) festgelegt sind. Zu diesen Kriterien gehören auch Verhaltensmerkmale, die für ein Störungsbild als charakteristisch angesehen werden.

Die Klassifikationssysteme vermitteln den Eindruck einer hohen Objektivität. Gerade im frühen Kindesalter zeigt sich jedoch, dass auch die Diagnose einer psychischen Störung von Bewertungen des Untersuchers abhängt, ob ein Verhalten hinsichtlich seines situationsübergreifenden Charakters und Ausprägungsgrades noch als erwartungsgemäß für das Lebens- oder Entwicklungsalter eines Kindes oder als auffällig betrachtet wird.

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Statt von psychischen Störungen des Kindes sollte man meist besser von Störungen der Beziehung des Kindes zu seiner Umwelt sprechen. D.h., in bestimmten Situationen verhält sich das Kind auffällig, weil es mit einer sozialen Anforderung überfordert ist.

Die Kenntnis kinder- und jugendpsychiatrischer Diagnosen ist für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten wichtig, um Prävalenzangaben und Forschungsbefunde zu Entstehungsbedingungen, Auswirkungen sowie Ergebnissen der Therapieforschung einordnen zu können. Darüber hinaus ist die Kenntnis von Diagnosen eine Voraussetzung für das Verständnis von Untersuchungsbefunden, wie sie z.B. in Arztbriefen formuliert werden, und für die Verständigung mit Kinderärzten, Kinderpsychologen und Kinder- und Jugendpsychiatern in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Das Vorliegen der Diagnose einer psychischen Störung ist jedoch nicht Voraussetzung für die pädagogische Entscheidung, ob eine systematische Intervention angezeigt ist. Sie gibt auch keine unmittelbaren Hinweise, wie eine Veränderung problematischer Verhaltensweisen im sozialen Kontext einer Kindertagesstätte erfolgversprechend eingeleitet werden kann.

In der bereits erwähnten Befragung von Fachkräften erhoben Fröhlich-Gildhoff et al. (2013) Daten zu den Kenntnissen der pädagogischen Fachkräfte über Verhaltensauffälligkeiten sowie den Handlungskonzepten, die im pädagogischen Alltag im Umgang angewendet werden. Die Hälfte der Befragten führte die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder auf familiäre Ursachen (Unsicherheit in der Erziehung, mangelnde Regeln, Über- oder Unterforderung, mangelnde elterliche Feinfühligkeit mit der Folge unsicherer oder ambivalenter Bindungsmuster) zurück.

Lediglich 20% der Einrichtungen verfügten über ein schriftlich ausgearbeitetes Konzept zum Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten. Nur bei knapp 30% war eine klare Systematik im Vorgehen (Beobachtung des Kindes, Reflexion im Team, Gespräch mit den Eltern, evtl. Hinzuziehen externer Experten, Planung von Interventionen) zu erkennen.

Auf die Frage, welche Maßnahmen im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten eingesetzt werden, nannten 80% der Erzieherinnen sozialen Ausschluss (Auszeiten), besondere Aufmerksamkeit und spezifische Kleingruppenarbeit mit den betroffenen Kindern, etwa 50% eine Reduzierung von Reizen, rund 20% spezifische verhaltenstherapeutisch orientierte Maßnahmen (z.B. Verstärkerprogramme). Obwohl selten eingesetzt, wurde den verhaltensorientierten Interventionen die mit Abstand höchste Wirksamkeit zugemessen.

Von einer externen Unterstützung durch Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten oder Integrationshelfern in der Kindertagesstätte versprach sich die Hälfte der Erzieherinnen eine Veränderung des kritischen Verhaltens. Zwei Drittel der Einrichtungen kooperieren dabei mit anderen Institutionen (z.B. Frühförderstellen, niedergelassenen Therapeuten, Sozialpädiatrischen Zentren, Erziehungsberatungsstellen oder dem Jugend- bzw. Gesundheitsamt). Solche Kooperationen wurden grundsätzlich positiv eingeschätzt.

In einem weiteren Teil der Befragung wurden die Erzieherinnen nach der Selbsteinschätzung ihrer Kompetenzen, ihrer subjektiven Belastung und ihrem Unterstützungs- und Fortbildungsbedarf gefragt. Auf einer sechsstufigen Skala ordneten sie ihre Belastung durch Verhaltensauffälligkeiten im oberen Bereich ein, fühlten sich zwar relativ kompetent, äußerten aber gleichzeitig einen hohen Bedarf an zusätzlicher Fortbildung und Supervision.

Fazit: Auch wenn die Generalisierbarkeit der Ergebnisse dieser explorativen Befragung unsicher ist, deuten sie doch darauf hin, dass es in Kindertagesstätten an systematischen, empirisch begründeten Konzepten fehlt, mit denen die pädagogischen Fachkräfte selbst die Zusammenhänge des Auftretens von Verhaltensauffälligkeiten analysieren und geeignete Interventionen in der Gruppe planen und durchführen können.

1.2 Psychische Störungen im frühen Kindesalter

Zur Häufigkeit von Verhaltensauffälligkeiten bzw. psychischen Störungen im Kindesalter liegen in Deutschland mehrere Erhebungen vor. Die umfangreichste Studie ist Teil des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts. Die Autoren erhoben die Häufigkeit von Auffälligkeiten mittels eines kurzen Elternfragebogens (SDQ) in vier Bereichen:

  emotionale Probleme,

  Hyperaktivität,

  soziale Verhaltensprobleme und

  Probleme mit Gleichaltrigen.

Nach den Elterneinschätzungen wurden etwa 15% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren als auffällig in ihrem Verhalten beurteilt. Jungen zeigen danach mehr Auffälligkeiten als Mädchen. Die Rate ist bei Kindern und Jugendlichen mit niedrigem sozio-ökonomischem Status deutlich erhöht (Lampert / Kurth 2007).

Kuschel et al. (2004) erhoben mittels eines anderen standardisierten Fragebogens („Child Behavior Checklist“, CBCL) die Elterneinschätzung zu Verhaltensmerkmalen bei 809 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, die Kindertagesstätten in Braunschweig besuchten. Danach bestand bei 17,4% der Kita-Kinder eine Indikation zur Behandlung von psychischen Auffälligkeiten. Die Rate war auch in dieser Studie für Jungen etwas höher als für Mädchen. Als häufigste Auffälligkeiten wurden Aufmerksamkeitsprobleme (4,9% der Jungen und 1,9% der Mädchen), aggressives Verhalten (4,9% bzw. 3,4%) und soziale Probleme (4,0 bzw. 2,7%) genannt. Dabei zeigte sich eine relativ hohe Korrelation in den Einschätzungen durch Mütter und Väter, aber eine deutlich geringere Korrelation zwischen den Einschätzungen der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte der Einrichtungen, die die Kinder besuchen (Kuschel et al. 2007). Das weist darauf hin, dass bestimmte Verhaltensweisen immer in Abhängigkeit vom sozialen Kontext auftreten und zu beurteilen sind.

Die Unterschiede in den Häufigkeitsangaben, die in den verschiedenen Studien gemacht werden, sind teilweise durch die Unterschiede in den Untersuchungsverfahren zu erklären, die verwendet werden. Sie spiegeln aber auch die Abhängigkeit der Bewertung von Verhaltensauffälligkeiten von den Erwartungen und Maßstäben des Beobachters sowie von den sozialen Kontexten wider, in denen er das Kind erlebt. Zusammenfassend kann jedoch gesagt werden, dass etwa jedes sechste Kind von den Eltern oder den pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten als auffällig angesehen wird.

Ein Überblick über die Störungsbilder, die bei Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren am häufigsten sind, findet sich z.B. im Handbuch Interdisziplinäre Frühförderung (Sarimski 2017). Diese Störungsbilder werden im Folgenden kurz beschrieben.

Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit sind nach den international gebräuchlichen Klassifikationssystemen der ICD-10 oder DSM-V die Kernsymptome einer Aufmerksamkeits- / Hyperaktivitätsstörung. Die Symptome müssen deutlich stärker ausgeprägt sein, als dies bei Kindern gleichen Alters üblicherweise der Fall ist, um die Diagnosestellung zu rechtfertigen.

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