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Kill Zone

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Autoren
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Prolog
  6. 1. Kapitel
  7. 2. Kapitel
  8. 3. Kapitel
  9. 4. Kapitel
  10. 5. Kapitel
  11. 6. Kapitel
  12. 7. Kapitel
  13. 8. Kapitel
  14. 9. Kapitel
  15. 10. Kapitel
  16. 11. Kapitel
  17. 12. Kapitel
  18. 13. Kapitel
  19. 14. Kapitel
  20. 15. Kapitel
  21. 16. Kapitel
  22. 17. Kapitel
  23. 18. Kapitel
  24. 19. Kapitel
  25. 20. Kapitel
  26. 21. Kapitel
  27. 22. Kapitel
  28. 23. Kapitel
  29. 24. Kapitel
  30. 25. Kapitel
  31. 26. Kapitel
  32. 27. Kapitel
  33. 28. Kapitel
  34. 29. Kapitel
  35. 30. Kapitel
  36. 31. Kapitel
  37. 32. Kapitel
  38. 33. Kapitel
  39. 34. Kapitel
  40. 35. Kapitel
  41. 36. Kapitel
  42. 37. Kapitel
  43. 38. Kapitel
  44. 39. Kapitel
  45. 40. Kapitel
  46. 41. Kapitel
  47. 42. Kapitel
  48. 43. Kapitel
  49. 44. Kapitel
  50. 45. Kapitel
  51. 46. Kapitel
  52. 47. Kapitel
  53. 48. Kapitel
  54. 49. Kapitel
  55. 50. Kapitel
  56. 51. Kapitel
  57. 52. Kapitel
  58. 53. Kapitel
  59. 54. Kapitel
  60. 55. Kapitel
  61. 56. Kapitel
  62. 57. Kapitel
  63. 58. Kapitel
  64. 59. Kapitel
  65. 60. Kapitel
  66. Epilog

Über die Autoren

Jack Coughlin diente als Scharfschütze bei den Marines und erlebte Einsätze in verschiedenen internationalen Krisenherden. Sein Co-Autor Donald A. Davis schreibt bereits seit vielen Jahren Bücher, darunter sieben New-York-Times-Bestseller.

Prolog

Kurz vor Morgengrauen hing ein staubiger Dunstschleier über den aus Lehmziegeln erbauten Hütten, und von den Feuerstellen wehte Essensgeruch herüber zu den Scharfschützen. Ein Junge trieb einige Ziegen mit einem Stock über den steinigen Untergrund nach Osten, dorthin, wo die Tiere noch etwas zu fressen fanden. Karg und trostlos war dieser Landstrich, genau wie das Leben der wenigen Bewohner. Ein einsamer patrouillierender Wachposten mit einer AK-47 Kalaschnikow kämpfte sichtlich gegen seine Müdigkeit an.

Nachdem der Hubschrauber Gunnery Sergeant Kyle Swanson und seinen Assistenten Corporal Eric Martinez abgesetzt hatte, waren die beiden Marines zweiundsiebzig Stunden zu Fuß zu dem versteckten Aussichtspunkt unterwegs gewesen. Sie hatten Täler durchquert, steile Berghänge erklommen und waren kaum sichtbaren Pfaden gefolgt, die schließlich zu jener staubigen Straße führten, welche durch das namenlose Dorf verlief.

Wohlweislich hatten sie sich nur im Schutz der Dunkelheit fortbewegt, denn obwohl wie Einheimische gekleidet, sahen sie doch fremd aus: Swanson stammte aus Massachusetts, war irischer Abstammung und hatte rötlich blondes Haar; Martinez war Mexikaner mit olivfarbener Haut. Unter diesen Umständen durften sie es nicht riskieren, zu genau in Augenschein genommen zu werden, zumal sie bewaffnet waren.

Alle zwei Stunden hatten sie sich, wie vereinbart, über Funk gemeldet. Swanson war schweigend vorausgegangen, als sie sich der Straße genähert und bald die Lichter des Dorfes in der Ferne entdeckt hatten. Ein letztes Mal hatte er einen Blick auf die Karte geworfen, gelächelt und sie wieder in seiner Tasche verstaut.

Es war noch dunkel, als sie die tiefe Höhle auf dem Bergkamm über dem Dorf erreichten. Am anderen Ende der Kaverne gab es einen zweiten Eingang, durch den sie unbemerkt hineinkriechen konnten. An der vom Dorf abgewandten Seite des Kamms hatten sie Gräser und Zweige gesammelt und das Material in die Falten ihrer Kleidung gestopft - eine behelfsmäßige Tarnung, um im Zwielicht des Morgengrauens unerkannt zu bleiben. Sie hatten ihre Position eingenommen, das Gewehr und das Beobachtungsfernrohr aufgestellt und sich im Schutz der schmalen Höhlung auf die Lauer gelegt.

Die Zielperson sollte sich in einer jener Hütten unten bei der Straße befinden, die von Afghanistan nach Pakistan verlief.

Gegen 5 Uhr morgens hatte Martinez über Funk gemeldet, dass das Hunter-Killer-Team in Position gegangen war und das Ziel jeden Augenblick erwartete. Swanson hatte noch einige Koordinaten durchgegeben, woraufhin eine routinemäßige Bestätigung erfolgt war. Da die Scharfschützen beim letzten Funkkontakt keine anders lautenden Instruktionen erhalten hatten, würde die Mission weiterlaufen. Daher hatten sie das Funkgerät abgestellt, um die Batterie zu schonen. Auch das Satellitentelefon wurde ausgeschaltet.

Sie hätten es vorgezogen, die ganze Operation in der Nacht durchzuführen, um besser fliehen zu können, aber im Kampfeinsatz war die Welt nun mal nicht perfekt. Die Gelegenheit, unbemerkt zu entkommen, würde sich ihnen nur für einen kurzen Moment bieten. Sie mussten jetzt handeln.

Mit Laserstrahlen tasteten sie jede Hütte ab und gingen sämtliche Schussvarianten durch: die Tür der Zielhütte, das einzige Fenster und den alten Pick-up, der vor der Behausung abgestellt war. Auf der Ladefläche lag allerlei Gerümpel, das wohl den Anschein erwecken sollte, es handele sich um ein Fahrzeug, das mit wahllos zusammengesuchtem Kram zum nächsten Basar fahren würde.

Kyle Swanson suchte die Gegend gewissenhaft mit dem Nachtsichtgerät ab, ehe er sich die Hütten und den Pick-up genauer vornahm. Die Objekte kamen stark vergrößert in sein Blickfeld und schienen zum Greifen nahe. Er inspizierte den Wachposten, der ziellos auf und ab schlenderte. Keine Gefahr.

Plötzlich war ein Licht im Fenster auszumachen, das gelbliche Aufflackern einer Laterne. »Da bewegt sich was«, wisperte Martinez.

Ein großer, stämmiger Mann trat vor die Hütte. Die Scharfschützen, die ihre Zielperson nur von einem Foto kannten, nahmen den Mann durch ihre Ferngläser aufs Genaueste in Augenschein, um sich zu vergewissern, dass es sich um den Richtigen handelte. Im ersten Licht der Frühe erblickten sie unverkennbar das bärtige Gesicht von Ali bin Assam. »Das ist er«, raunte Martinez.

Ali zählte zu den Topagenten von al-Qaida und plante Terroranschläge, überließ die Drecksarbeit aber anderen. Ali war für den Tod vieler unschuldiger Menschen verantwortlich. Nach einem missglückten Bombenattentat in Bagdad eine Woche zuvor hatte der US-Geheimdienst seine Spur aufgenommen, und das Team Swanson/Martinez hatte den Auftrag erhalten, Ali zu eliminieren.

Jetzt hatte Swanson die dunkle Gestalt im Fadenkreuz seiner Waffe.

»Kann das Ziel sehen«, sagte Martinez. Er warf einen raschen Blick auf das Logbuch. »Vierhundertelf Meter bis zur Tür.«

»Wind?«, erkundigte Swanson sich leise.

Martinez beobachtete die dünne Rauchsäule über der Hütte. »Zwei Grad West.«

Swanson nahm die Feinabstimmung vor, bis Ali bin Assam das Zielfernrohr ausfüllte. »Oberkörper im Ziel.«

»Roger! Sehe ihn auch.«

Der Terrorist schaute hinauf zum heller werdenden Himmel und schien den Tagesanbruch zu genießen. Der ihm gleichzeitig die Möglichkeit in Aussicht stellte, sich im Tunnelsystem des unzugänglichen Tora-Bora-Berges in Pakistan in Sicherheit zu bringen. Er hob seine großen Arme, reckte und streckte sich und bog den Rücken durch.

»Ziel erfasst«, sagte Swanson und erhöhte den Druck am Abzug.

»Bereit.«

Swanson atmete ruhig aus, betätigte den Abzug und feuerte. Das 7,62-mm-Geschoss drang in Alis linke Brusthälfte, zerfetzte lebenswichtige Organe und Arterien und riss ein Stück des Herzens heraus. Der große Mann taumelte rückwärts und brach an der schmutzigen Hauswand zusammen. Blut sickerte aus der Wunde.

Der Wachposten starrte seinen tödlich getroffenen Anführer erschrocken an. Im selben Moment richtete Swanson die Waffe auf den Mann, lud nach, zielte und streckte auch ihn mit einem Schuss in die Brust nieder. Ein Zittern lief durch den Körper des Postens, dann rührte er sich nicht mehr.

»Zwei Treffer«, bestätigte Martinez. »Zwei Ziele am Boden.«

Um ganz sicherzugehen, schoss Kyle Swanson dem Topterroristen noch eine Kugel in den Kopf.

Die Schüsse hallten in dem kleinen Tal wider, aber aus den anderen Hütten kamen keine weiteren Kämpfer, und niemand schoss sich auf das Mündungsfeuer der Scharfschützen ein. In diesem rauen Landstrich, in dem der Tod an der Tagesordnung war, wollte niemand in einen Vorfall wie diesen mit hineingezogen werden. Daher blieben alle Bewohner in der Sicherheit ihrer Hütten. Abgesehen von dem kleinen Jungen, der seine Ziegenherde verlassen hatte und fortrannte. Ihn ließen die Scharfschützen laufen.

Martinez kroch rückwärts aus dem Hinterausgang der Höhle und eilte hinunter zu den beiden getroffenen Männern, während Swanson ihm Feuerschutz gab. Martinez öffnete einen kleinen Kasten, der einen Satz Schraubdeckelröhrchen enthielt, nahm eine Haarprobe von Ali und schob dem Toten ein Wattestäbchen in den Mund, um vom Zungengrund eine Speichelprobe zu nehmen. Beide Röhrchen verschloss er und steckte sie in den kleinen Kasten zurück. Später würde man den Terroristen zuverlässig über die DNA identifizieren können.

Sowie Martinez fertig war, schlugen sich die Soldaten bis zu einer Ebene durch, die etwa achthundert Meter entfernt lag. Bei Tageslicht würde sie ein Black Hawk-Helikopter abholen, unterstützt von zwei Kampfhubschraubern vom Typ Apache. Jetzt brauchten sie sich nicht mehr zu verstecken, sie mussten nur schnell sein. Die Sache war gelaufen, und die Scharfschützen mussten so rasch wie möglich fort.

Martinez schaltete das Funkgerät wieder ein und gab ihre Koordinaten für die Hubschrauber durch, doch da unterbrach eine raue und wütende Stimme seine Durchsage. »Wo wart ihr?«, verlangte der Sprecher zu erfahren. »Seit dreißig Minuten versuchen wir euch zu erreichen! Mission abbrechen! Wiederhole, Mission abbrechen!«

Martinez schaute seinen Kameraden alarmiert an, aber Swanson zwinkerte ihm nur zu und griff nach dem Hörer. »Zu spät, verdammt! Auftrag ausgeführt!«

»Verflucht!« Panik schwang in der Stimme am anderen Ende mit. »Ihr habt uns die falschen Koordinaten für das Dorf durchgegeben. Ihr wart auf der falschen Seite der Grenze. Verdammt! Die Hubschrauber kommen zurück. Wir sprechen weiter, wenn ihr wieder hier seid.« Der Funkkontakt wurde unterbrochen.

Swanson reichte Martinez den Hörer zurück. »Gehen wir nach Hause.« Sie liefen durch die Schneise eines kleinen Talkessels in Richtung Landezone.

»Stecken wir jetzt in Schwierigkeiten?«, fragte Martinez.

»Eric, denk dran, dass wir heute 'nen wirklich üblen Typen ausgeschaltet haben. Vielleicht müssen wir uns 'ne Menge anhören, aber wenn unsere Vorgesetzten sich wieder beruhigt haben, ist der alte Ali immer noch mausetot, und das ist gut so. Der Kerl war ein Stück Scheiße, an dessen Händen das Blut von vielen Amerikanern und Irakern klebte. Und überhaupt, wir können ihn nicht mehr lebendig machen. Die Mission ist gelaufen. Ich übernehme die Verantwortung, aber ich schätze, dass sie nicht weiter drauf rumreiten werden. Die CIA gibt nie Fehler zu.«

»Wusstest du, dass wir auf der falschen Seite der Grenze operiert haben?« Sie hörten die Rotorengeräusche der herannahenden Hubschrauber.

Swanson zündete eine Rauchgranate, um den Piloten ihre Position zu signalisieren. »Ich war noch nie gut im Kartenlesen«, erwiderte er grinsend. »Dieser Bastard hat den Tod verdient. So lautete unser Auftrag. Scheiß auf die Grenze!«

1. Kapitel

Der Fährmann wartete im kalten Nebel, eine schemenhafte Erscheinung, die sich auf ein langes Ruder stützte, das in den schwarzen Wassern verschwand. Er roch nach Tod, und sein Gewand wehte im steifen Wind. »Haben Sie noch einen?«

»Nein, diesmal nicht.« Kyle Swanson erkannte die fünf stummen Passagiere wieder, die in dem flachen Kahn hockten, da er sie alle, einen nach dem anderen, hergebracht hatte. Sie stierten ins Nichts, mit leeren und leblosen Augen, und erkannten ihn nicht.

»Dann ist ja immer noch ein Platz frei«, beklagte sich der Fährmann. »Bringen Sie mir bald noch jemanden?«

»Ich weiß es nicht. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.« Hinter dem Fährmann sah er züngelnde Flammen am anderen Ufer. »Nein.«

Die geisterhafte Gestalt schüttelte den Kopf und stieß einen faulig riechenden Atem aus. »Ich kann nicht ablegen, wenn nicht alle Plätze besetzt sind.«

»Ja, okay.« Swanson schaute sich um, aber da war niemand mehr. Behutsam legte er sein geladenes M40A1 Scharfschützengewehr beiseite, nahm sein Gepäck ab und stellte es auf den Boden. Dann holte er den Plastiksprengstoff hervor und warf ihn fort. Zwei rasierklingenscharfe, glänzende Messer, an denen Blut klebte, folgten. Danach kamen eine 9-mm-Pistole mit Schalldämpfer, ein M-16, ein AK-47 und eine Claymore-Mine samt Zünder sowie Rauch-, Splitter- und Thermitgranaten. Zuletzt entledigte er sich des kleinen Satellitenfunkgerätes. Da lag sie, die komplette Ausrüstung eines Berufsscharfschützen. Doch er wollte sich an etwas festhalten. »Kann ich meine Stiefel behalten?«

»Sie werden keine Stiefel brauchen«, lautete die Antwort.

»Sie sind bequem.«

»Behalten Sie sie!« Ein Gunstbeweis. Abgebrochene Zähne wurden in der eingefallenen Mundpartie sichtbar. Der Fährmann hatte üblicherweise wenig zu sagen, aber er und Kyle Swanson kannten sich schon eine ganze Weile.

Swanson zog seine Tarnkleidung aus, legte sie auf das übrige Gepäck und zupfte sie zurecht, bis das Emblem des United States Marine Corps (USMC) - Adler, Erdkugel und Anker - gut sichtbar war. Dann holte er ein laminiertes Foto hervor, auf dem eine schöne junge Frau mit dunklem Haar und braunen Augen zu sehen war, küsste es und legte es auf den Stapel.

»Noch irgendetwas?«, wollte der Fährmann wissen.

»Nein.«

»Gut.« Der Fährmann streckte ihm seine lange, knochige Hand entgegen. Swanson ergriff sie, bevor er an Bord stieg und sich zwischen die fünf Menschen setzte, die er zuletzt getötet hatte. Ali bin Assam, aschgrau im Gesicht und mit einem Loch im Kopf, saß direkt neben ihm.

Swanson spürte die leichten Bewegungen des Bootes, als der Fährmann vom Ufer abstieß und mit harten Ruderschlägen die Fahrt über den schwarzen Strom einleitete, hinüber zu dem unbekannten Gestade, wo die Flammen über einen schwefelgelben Strand tanzten.

Zumindest hab ich meine Stiefel an, dachte er. Zumindest hab ich noch meine Seele.

Dann umfasste die Hand seine Schulter.

2. Kapitel

Kyle! Gehen wir, Junge. Zeit für ein paar Schießübungen.« Sir Geoffrey Cornwell berührte Swanson leicht an der Schulter und weckte ihn. Swanson erschrak. Da Jeff früher Colonel beim britischen Special Air Service (SAS) gewesen war, wusste er, dass die Kämpfer bisweilen bizarre Träume durchlebten. Mit seinen wachen grauen Augen unter buschigen Brauen betrachtete er den Scharfschützen, der im Schlaf mehrmals gezuckt hatte.

Swanson blinzelte gegen das helle Sonnenlicht, unter dem das Ägäische Meer wie poliertes Kupfer leuchtete. Das Boot bewegte sich in den Wellen sanft hin und her, aber dies war keine Todesfahrt. Der verfluchte Fährmann hatte ihn auch diesmal nicht bekommen. Vielmehr befand Swanson sich an Bord der Vagabond, eines von Jeffs Lieblingsspielzeugen. Mit gut sechzig Metern Länge und zehn Metern Breite war die Jacht schnittig wie eine Nadel. Sie besaß fünf Luxuskabinen und eine elfköpfige Crew, dazu einen hauptberuflichen Kapitän. Irgendwo unter den blank polierten Deckplanken aus Teakholz surrten zwei Motoren mit 3240 PS.

Swanson gähnte. »Okay«, sagte er. »Ich mach mich nur kurz frisch und trinke einen Schluck. Dann bin ich bereit.« Sein Mund war trocken. »Kümmer du dich derweil um deine Gäste! Bin in fünf Minuten bei euch.«

Jeff lächelte, klopfte seinem Freund auf die Schulter und begab sich wieder in die klimatisierte Hauptkabine, wo drei finanzkräftige Venture-Capital-Unternehmer - zwei Amerikaner und ein Brite - sich Drinks genehmigten. Erneut stellte er ihnen in Aussicht, sie könnten in eine wahre Goldgrube investieren.

Nachdem Jeff den Dienst beim SAS quittiert hatte, hatte er als Berater in der Rüstungsindustrie ein Vermögen gemacht. Später hatte er sogar noch mehr Geld angehäuft, indem er selbst Hightechwaffen entwarf, produzierte und vertrieb. Mit sechzig Jahren war er für seine herausragenden, wenngleich ungenannten Dienste für Großbritannien in den Ritterstand erhoben worden. Da war er bereits so wohlhabend wie Bill Gates und besaß noch immer volleres Haar als Donald Trump.

Kyle Swanson stand auf, reckte sich, zupfte seine Badehose zurecht und ging zum Pool.

Jeffs Frau, Lady Patricia, hatte es sich dort in einem Liegestuhl bequem gemacht. Sie trug einen großen weißen Strohhut, der ihrem Gesicht genügend Schatten bot. Gerade trank sie unverdünnten Whiskey, rauchte eine dünne Zigarre und las einen Danielle-Steel-Roman. Über ihren schillernden, einteiligen blauen Badeanzug hatte sie ein hauchdünnes Tuch drapiert. Lady Pat hatte sich schon vor Jahren damit abgefunden, die Frau eines ranghohen Militärs zu sein, und genoss das gute Leben ganz offensichtlich. Kyle war der Ansicht, dass sie es sich auch verdient hatte.

Die Risikokapitalisten hatten für die Kreuzfahrtwoche zwischen den griechischen Inseln ihre jungen, atemberaubend hübschen Luxusweibchen mitgebracht. Eine wahre Augenweide, da die Frauen seit ihrer Abfahrt von Neapel vor zwei Tagen beinahe ununterbrochen oben ohne waren. Jetzt lagen sie auf großen Badehandtüchern neben dem Pool und ließen sich die Sonne auf ihre herrlichen silikongepolsterten Brüste brennen, die vor Öl glänzten. Kyle fragte sich, ob es irgendwo eine Fabrik gab, die für reiche, alte Knacker junge Zuckerstückchen wie diese in Serie produzierte.

Er setzte sich an den Beckenrand, tauchte die Füße ins warme Wasser und nickte den Frauen zu. »Solltest du auch machen«, sagte er an seine Freundin, Lieutenant Commander Shari Towne, gewandt. »Leg einfach 'ne Weile dein Oberteil ab. Sieht bequemer aus.«

»Nein«, erwiderte sie und hielt schützend eine Hand über das Top ihres roten Bikinis.

»Aber Sie sind doch längst aus Ihrer Uniform raus, Ma'am«, sagte Kyle mit einem Schmunzeln. Sharis langes schwarzes Haar legte sich nass über ihre dunklen Schultern. Kyle brauchte nur in die braunen Augen dieser schönen Frau zu schauen und spürte gleich ein Flattern im Bauch - für ihn war Shari die attraktivste Nachrichtenoffizierin der US Navy. Sie war in Jordanien geboren und hatte einen amerikanischen Vater und eine jordanische Mutter; ursprünglich arbeiteten die Eltern für die jeweilige Regierung ihres Landes. Shari war erst sechs Jahre alt, als ihr Vater, ein junger Diplomat im Auswärtigen Amt in Amman, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Ihre Mutter arbeitete als PR- und Tourismusexpertin in Botschaften in Kairo, Paris und Tokio, ehe sie ihre jetzige Stelle als Leiterin der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit für die jordanische Botschaft in Washington angetreten hatte.

Shari sprach mehrere Sprachen fließend, als sie die George Washington University besuchte und nach dem Abschluss eine Karriere in der US Navy begann. Es dauerte nicht lange, bis sie der Naval Intelligence angehörte, wo man sie aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen bald zu einer Analystin für den National Security Council aufbaute. Ihr Büro war nicht mehr als ein Schreibpult in einer Nische im Keller, aber die Adresse galt als die beste in der ganzen Stadt: 1600 Pennsylvania Avenue, das Weiße Haus.

»Geh weg«, sagte Shari zu Kyle. Sie schloss die Augen und lehnte sich gegen die Düsen, die das Wasser um sie herum zu kleinen Blasen aufschäumten, und hob ihr Gesicht der Sonne entgegen.

»Hey!«, protestierte Kyle. »Deine Brüste sind wenigstens echt! Warum geben wir nicht ein bisschen damit an?«

»Wir? Da hast du kein Mitspracherecht. Wenn du Titten sehen willst, geh da rüber und gaff die Desperate Housewives an!« Sie blieb ganz ruhig und hielt die Lider geschlossen, als sie ihn beleidigte. Auf Arabisch fügte sie hinzu: »Leck mich!«

»Auch nicht schlecht«, erwiderte Kyle in derselben Sprache. Auf die sanfte Tour kam er hier nicht weiter, aber der Abend hielt noch Verheißungen für ihn bereit. Swanson benetzte sein Gesicht, trocknete es mit einem weichen Handtuch und nahm ein paar Schlucke aus dem Glas mit Eistee, das neben Shari am Beckenrand stand.

Ein Deck höher führte Jeff die potenziellen Investoren zur Reling und erläuterte, was gleich geschehen würde.

Kyle warf einen Blick hinauf. Weicheier in Shorts und grellbunten Hemden. »Die Arbeit ruft«, meinte er. »Muss noch ein bisschen was für Jeffs Gäste hochjagen.«

»Geh nur«, befahl Shari. Sie öffnete die Augen und schenkte ihm ein Lächeln.

Lady Pat ließ ihre erotische Lektüre sinken, warf Kyle einen Blick über den Rand ihrer Sonnenbrille zu und konnte sich eine spitze Bemerkung nicht verkneifen. »Und Kyle, mein Guter, denk bitte daran, dass die Damen und Herren Sir Geoffreys Freunde sind, wichtige Gäste und Investoren. Also sei ein guter Junge und versuche, niemanden umzubringen, zumindest nicht vor dem Dinner, ja?«

»Betrifft das auch besserwisserische Frauen, Mylady?«

3. Kapitel

Sie befanden sich weit draußen auf offener See. Der Horizont war eine durchgezogene Linie um sie herum. Bedingt durch eine optische Täuschung, schien der Horizont über ihnen zu sein, als befänden sie sich am tiefsten Punkt einer Untertasse.

Swanson begab sich zum breiten Unterdeck nach achtern, wo er auf einen großen, dünnen Mann traf, der neben drei Fünfundfünfzig-Gallonen-Fässern arbeitete. »Hey, Tim«, grüßte er und öffnete die Hartschalenbox, in der ein nagelneues großes Gewehr lag, auf Samt gebettet wie ein kostbares Juwel. »Bist du so weit?«

Timothy Gladden war vor über zehn Jahren Captain des British Parachute Regiment gewesen und hatte die Truppe nur verlassen, weil ein gebrochenes rechtes Bein nicht heilen wollte und die Ärzte ihm nicht mehr erlaubten, weiterhin aus Flugzeugen zu springen. Er quittierte den Dienst und betätigte sich eine Weile hobbymäßig als Triathlet, hauptsächlich, um zu beweisen, dass die Diagnose der britischen Armee falsch gewesen war. Mit seinem Bein stimmte alles, auch mit seinem in Oxford trainierten Gehirn, und so hatte Sir Jeff ihn in den Vorstand seines wachsenden Unternehmens für Waffenentwicklung geholt. Der ehemals arme walisische Farmersohn Tim war jetzt stellvertretender Vorsitzender einer Firma.

»Natürlich, alter Junge«, sagte er. »Ich werfe das blaue Fass als Erstes rein, dann das rote und das gelbe, in Abständen von fünfzehn Sekunden, wobei die Sichtverhältnisse für dich immer schwieriger werden. Das blaue Fass könnte knifflig werden.«

Er klopfte auf eins der Fässer, was einen hohlen Klang erzeugte. Es enthielt nur zehn Gallonen Benzin, der Rest des Hohlraums war demnach mit hoch entzündlichen Dämpfen gefüllt. »Der Captain macht gut zwanzig Knoten und behält den Kurs bei, wenn du so weit bist. Wenn du magst, kannst du alle drei Schüsse in Bauchlage abfeuern.«

Ein Teilstück der Achterreling war entfernt worden, und Swanson nahm die vertraute Position ein, als er sich flach auf den Bauch legte und die Schuhspitzen in die Matte grub. Bei der Entwicklung einer neuen Generation von Scharfschützengewehren gab es ein Problem: Man hatte keine Gelegenheit gehabt, sie in einer realen Kampfsituation zu testen, und dieser Nachteil war nicht zu unterschätzen. Künstliche Ziele nämlich konnten weder nachdenken noch reagieren und auch nicht zurückschießen, während ein Mensch sich vielleicht noch wegduckte oder in letzter Sekunde fortlief und dadurch eine ansonsten perfekte Schussmöglichkeit zunichtemachte. Dieser Feldversuch sollte möglichst viele unerwartete »Feindbewegungen« simulieren, da die im Wasser treibenden Fässer sich mal hoben, mal senkten, sich drehten oder auf unvorhergesehene Weise auf und ab hüpften.

Jeff kletterte die Leiter zum Deck hinunter. Seine Augen leuchteten vor Aufregung. »Die Jungs oben sind total gespannt. Jetzt bloß nicht nervös werden, Kyle!«, mahnte er leicht angespannt.

Kyle drückte den kühlen Glasfaserkolben von Excalibur, dem besten Scharfschützengewehr der Welt, hart in seine Schulterbeuge. Die Form des Kolbens war speziell auf ihn abgestimmt. »Sei leise, Jeff!«, sagte er.

Der aristokratisch geschulte britische Offizier erwiderte: »Du stehst nicht unter Druck, Kyle. Lass dir Zeit, Junge, und mach es richtig!«

Kyle hielt das Auge vors Fernrohr und betätigte mit dem Daumen einen Knopf. Dadurch aktivierte eine BA229 Lithium-Batterie ein Display. Das Fernrohr erwachte zum Leben und zeigte nun allerlei Zahlen an, die in einer Reihe über die Sichtanzeige liefen. Die Entfernung des Ziels, durch einen Infrarot-Laser in Metern gemessen, tauchte in einer Ecke rechts oben auf, während oben links die Windgeschwindigkeit angezeigt wurde. Den Luftdruck konnte man unten rechts ablesen, und die Zahlen unten links fassten die Daten noch einmal zusammen und gaben die exakte Position zur Einstellung des Fernrohrs vor. Kurz: Die Waffe ermittelte automatisch den Algorithmus, den Kyle normalerweise im Kopf ausrechnen musste.

»Wir halten den Test auf Video fest«, erklärte Jeff und rieb sich in seiner Vorfreude die Hände.

Kyle hatte eine Weile gebraucht, bis er mit den vielen sich bewegenden Zahlen vertraut war, aber nach eingehender Übung hatte er sich an sie gewöhnt, sodass sie seine Konzentration nicht mehr störten. Er holte tief Luft und stabilisierte Excalibur in seiner linken Handfläche. Dann ließ er den Atem langsam heraus und legte den Finger um den Abzug. Er wollte sich nicht unnötig bewegen und dadurch seine Position gefährden. »Hab es, Jeff. Kein Zeitdruck! Lass das Band laufen! Und würdest du jetzt bitte leise sein?«

Kein Erfolgsdruck? Das war leicht gesagt. Oben an Deck standen ja auch nur drei potenzielle Investoren, die sich in diesem Moment wie die Geier über die Reling beugten, mit kühlen Drinks in den Händen und prallen Scheckbüchern in den Taschen. Brachte Swanson Excalibur an diesem Tag zum Singen, dann würden diese Typen Millionen von Dollars und Pfund in Jeffs Unternehmen pumpen, um Geheimwaffen mit ungeahnter Technologie zu entwickeln. Und dennoch, dachte Kyle, ging's hier nur um Geld. Wahrer Druck lastete auf einem nur im Kampf, wo jederzeit die Gefahr bestand, dass man das Ziel verfehlte und die Kameraden starben.

»Ich kann nicht glauben, dass ich die Zukunft meines Unternehmens in die Hände eines verfluchten Marines lege«, witzelte Jeff.

»Die SAS-Leute essen Scheiße zum Frühstück«, grollte Swanson. »Und jetzt halt's Maul, sieh zu, dass dieser Kahn ruhig bleibt und lass die Fässer ins Wasser!« Kyle blendete die Welt aus, konzentrierte sich nur noch auf das Fernrohr und zog sich in seinen Kokon der Stille zurück. Die Abläufe verlangsamten sich, seine Sinneswahrnehmung wurde schärfer, und die Hintergrundgeräusche waren plötzlich nicht mehr als ein Flüstern. Er war eins geworden mit seinem Gewehr.

»Verlass dich auf die Zahlen, Kyle«, riet Tim Gladden. »Vertrau ganz auf die Zahlen!« Er spürte, wie die große Jacht, die sich wie ein Sportwagen benahm, geschmeidig durch die Wellen schnitt.

Kyle hatte Jeff Cornwell bei gemeinsamen Spezialaufträgen der britischen und amerikanischen Streitkräfte kennengelernt. Inzwischen waren sie gute Freunde. Als Cornwell seinen Ingenieuren und Wissenschaftlern aufgetragen hatte, eine hochmoderne Waffe für Präzisionsschüsse auf große Entfernung zu entwickeln, hatte er das Pentagon gebeten, ihm bei Bedarf Kyle Swanson als Berater zu überlassen, wenn dieser nicht gerade anderen Verpflichtungen nachkommen musste. Die Generäle hatten zugestimmt.

Schon als er die Entwürfe auf dem Bildschirm sah, hatte sich Swanson in die Waffe verliebt, und Jeff wusste, wie man mit einem Scharfschützen reden musste. Innerhalb von drei Jahren hatten sie zusammen mit den Ingenieuren den Traum eines jeden Scharfschützen entwickelt.

Excalibur war eine sehr smarte Waffe. Sie feuerte handgefertigte .50 Kaliber-Geschosse ab, deren Aufschlagkraft sich auf langen Distanzen noch erhöhte. Da Kyle und Jeff darauf gedrängt hatten, eine Waffe zu konstruieren, die man während eines Einsatzes gut tragen konnte, hatten die Ingenieure ein ausgezeichnetes Epoxidharz für den Kolben und eine Speziallegierung für den Abzugsmechanismus entwickelt. Das Gewehr war erstaunlich leicht und wog mit vollem Magazin nur knapp zehn Kilogramm - ein entscheidender Faktor, wenn man die Waffe den ganzen Tag mit sich herumschleppen musste. Das übliche .50 Kaliber-Scharfschützengewehr kam ohne Munition schon auf ein Gewicht von knapp neunzehn Kilo. Der frei aufgehängte Lauf der Waffe wippte beim Schießen leicht auf und ab, verlor aber das Ziel nie aus den Augen. Dafür sorgte der eingebaute Kreiselstabilisator. Der stabilisierte Infrarotlaser kommunizierte mit einem kleinen GPS-gestützten Sender und Empfänger im Kolben, um die exakte Distanz zwischen Gewehrlauf und Ziel zu berechnen. Das GPS gab dem Scharfschützen noch mehr Sicherheit, da stets die genaue Position angegeben wurde. Wenn ein Scharfschütze da draußen ganz auf sich allein gestellt war, konnte diese kleine Information von entscheidender Bedeutung sein. Daher war das Gewehr mehr als die Summe der mechanischen Einzelteile: es war ein unglaublich präzises Waffensystem, das die Möglichkeit eines Fehlschusses um gut 75 Prozent senkte. In vielen Tests hatte Kyle bei Tag auf 1600 Meter und bei Nacht auf 1000 Meter in einem Winkel von fünfzehn Grad in schneller Folge Schüsse abgefeuert, die im Ziel einen etwa acht Zoll breiten Kranz bildeten. Der Durchschnittskopf eines Menschen maß zehn bis zwölf Zoll. Wenn Kyle nun einen Feind in einer Entfernung von einer Meile entdeckte, konnte er ihn mit nur einem Kopfschuss eliminieren.

Sie tauften das Gewehr Excalibur nach König Artus' magischem Schwert, und es war mehr als geeignet, um einem Schurken das Licht auszupusten.

Jeff zählte von fünf rückwärts und wisperte: »Los!« Tim warf das blaue Fass über Bord, das mit lautem Platschen im Wasser aufschlug. Zwanzig Knoten erscheinen einem zunächst als langsam, aber das rotierende Ziel entfernte sich rasend schnell vom Boot, hüpfte im Kielwasser auf und ab und wurde immer kleiner. Kyle durfte erst feuern, wenn alle drei Behälter im Wasser waren. Er hörte, wie das rote Fass über Bord ging, und beobachtete durch das Fernrohr, wie es schaukelnd von den Wellen fortgetragen wurde. Die verbleibenden fünfzehn Sekunden kamen ihm wie eine halbe Ewigkeit vor, ehe das gelbe Fass endlich aufklatschte. »Du kannst in fünf Sekunden schießen«, sagte Jeff und begann wieder zu zählen.

Kyle suchte das gelbe Fass, aber das war bereits aus dem Blickfeld des Fernrohrs gerissen worden. Es war zu nah, und daher änderte er die Vergrößerung, indem er an dem kleinen Rädchen die Feinabstimmung vornahm. Als das Fass wieder ins Fadenkreuz geriet, drückte er einmal kurz auf den Laserknopf, um das Ziel zu erfassen, dann ein weiteres Mal für die Entfernungsmessung. Exakt 547 Meter. Das allein war schon erstaunlich, da er nicht irgendwelche Tabellen zu konsultieren brauchte und auch nicht auf einen Partner angewiesen war, der ihm sonst die Infos gab. Er konnte alles im Zielfernrohr ablesen, und das Gewehr führte selbsttätig Abstimmungen durch. Der Laser erfasste das Ziel und kommunizierte mit dem GPS, welches wiederum Daten mit dem Kreiselstabilisator austauschte. Es war nicht mehr von Bedeutung, was der Lauf tat, solange Kyle das Ziel nicht aus den Augen ließ. Excalibur errechnete automatisch jede Änderung und stimmte die Schussmöglichkeiten auf die neuen Informationen ab. Das Fass trudelte im Wasser, das Gewehr verfolgte jede Bewegung, die Zahlen liefen über das Display des Fernrohrs.

»Du kannst jetzt feuern«, sagte Jeff. Im Fernrohr sah Kyle für den Bruchteil einer Sekunde einen blauen Balken aufleuchten, der signalisierte, dass alles bereit war. Mit einer sanften, gleichmäßigen Bewegung betätigte Kyle den Abzug.

Excalibur gab einen scharfen, hohen Laut von sich. Die Kugel drang heiß und hart in das gelbe Fass und brachte die Benzindämpfe im Innern wie bei einer kleinen Bombe zur Explosion. Der Behälter wurde mit einem lauten Knall in Stücke gerissen. Einzelne verbogene Metallteile regneten gefährlich nahe der Vagabond herab. Lady Pat wäre davon gewiss nicht angetan gewesen.

Swanson suchte bereits nach dem roten Fass, das sich irgendwo jenseits des orangeroten Feuerballs und der grauen Rauchsäule befinden musste. Kyle entdeckte das Fass in einer Entfernung von 893 Metern, etwa neun Football-Felder hinter dem Boot. Diesmal wartete er gar nicht erst auf das blaue Signal, sondern erfasste das Ziel mit dem Laser und betätigte den Abzug. Eine weitere Explosion wühlte die See auf und ließ keinen Zweifel an dem zweiten Treffer. Eine Wolke aus Feuer und Qualm schoss in die Höhe, während Kyle nachlud.

Jeff machte keinen Hehl aus seiner Begeisterung. Verstohlen schaute er zu den Investoren und deren Frauen hinauf, die auf das Meer zeigten und aufgeregt miteinander sprachen. »Die bekommen schon ganz feuchte Höschen«, meinte er. Tim Gladden schaute durch einen großen Feldstecher.

Aber als der Rauch sich verflüchtigte, sah Kyle nichts als Wasser. Das verdammte blaue Fass schien verschwunden zu sein, doch er traute sich nicht, das Auge vom Fernrohr zu nehmen. »Ich kann es nirgends sehen, Kyle«, sagte Gladden.

Durch das Zielfernrohr suchte Swanson langsam den Kielschweif hinter dem Boot ab, ließ den Laser die aufgeschäumte Oberfläche scannen und hielt Ausschau nach einem festen Gegenstand. Der Laser begann sofort zu blinken, als er die Stahlhülle des auf und ab hüpfenden Fasses fand. Jetzt sah auch Kyle den kleinen blauen Punkt, der sich kaum von der Farbe des Wassers abhob und von niedrigen Wellen umspült wurde.

»Da ist es!«, rief Gladden. »Etwa tausend Meter entfernt, zehn Grad Backbord.«

Der Laser ermittelte die Entfernung, und der Computer übernahm den Rest. Genau 966 Meter. Verflucht schwieriger Schuss. Folge dem hüpfenden Ball, und verlass dich ganz auf die Zahlen! Swanson atmete aus, legte den Finger leicht um den Abzug und sah den blauen Balken im Zielfernrohr aufblitzen. Drück ab! Excalibur bellte triumphierend, und Kyle konnte die Luftverwirbelungen hinter der heißen Kugel sehen, die die Entfernung sekundenschnell überwand. Diesmal sahen die Zuschauer zuerst den Feuerball, bevor der Knall der Explosion das Boot erreichte.

»Ja!«, jubelte Tim. »Ein toller Schuss!« Ein schöneres Kompliment konnte man von einem ehemaligen Kämpferkollegen nicht bekommen.

»Wunderbar«, kam es erleichtert von Jeff. »Du hast sie alle getroffen.«

Kyle ließ die Waffe sinken und merkte erst jetzt, dass er durchgeschwitzt war. »Junge, Junge«, sagte er, »das Kätzchen schnurrt.«

Kyle Swanson hatte seinen Beitrag für die Vorführung geleistet. Jetzt durften Shari und er sich entspannen. Im Verlauf der nächsten Tage würde Tim die Dinge in die Hand nehmen, während Jeff den beeindruckten Investoren das Geld aus den Taschen zog. Der Rest der Kreuzfahrt würde ein Genuss werden. An Orten wie Piräus oder Monemvasia und auf Mykonos hätten sie Gelegenheit, die örtlichen Weine und Speisen zu kosten, dazu jede Menge Trauben und Käsesorten sowie den scharfen Ouzo. Shari und er wollten einige Tage allein in Venedig verbringen, über die Seufzerbrücke schlendern, den Dogenpalast besichtigen, in einer der Gondeln durch die Kanäle fahren und im Mondschein auf den nassen Steinen des Markusplatzes tanzen.

Zeit für Spaß.

4. Kapitel

Zwei Söldner stützten sich mit den Ellbogen im Sand ab und beobachteten durch große Feldstecher den allmählich einsetzenden Verkehr am Donnerstagmorgen. Lediglich die Hände und Köpfe der Männer, die wüstentaugliche Tarnkleidung trugen, waren auf einer kleinen, mit Buschwerk bewachsenen Anhöhe zu sehen, die sich zehn Meter neben der Straße zwischen Riad und Zahran in Saudi-Arabien erhob. Die Männer trugen AK-47-Sturmgewehre mit sich; neben ihnen lagen reaktive Panzerfäuste. Zwischen ihnen stand ein Funkgerät, das mithilfe einer Plastiktüte vor dem Flugsand geschützt war.

Alles war bereit für den Hinterhalt.

Sie hatten bei Nacht den Schotter neben dem Highway aufgegraben. Bei Anbruch des Tages hatten die vorbeifahrenden Autos genug Staub aufgewirbelt, um fast alle Spuren der nächtlichen Aktion zu verwischen. Der einzige Hinweis darauf, dass hier eine Bombe platziert worden war, bestand in einer nadeldünnen Drahtantenne, die sich etwa sechs Zoll über dem schmutzigen Fahrbahnstreifen erhob.

Die Nacht hatte abrupt geendet, als die Sommersonne den ersten Autofahrern in die Augen schien. Es war bereits heiß, über dreißig Grad. Der Schweiß lief den Männern übers Gesicht, aber sie legten die Feldstecher nicht aus der Hand.

»Wird heiß, Vic«, bemerkte der ehemalige US Army Ranger Jim Collins. Mit seinen 1,80 Metern war er der Kleinere der beiden.

»Im Ernst, Jimbo? Es ist heiß in Saudi-Arabien? Bist 'n richtiger Blitzmerker, was?« Victor Logans Stimme klang wie ein leises Grollen. Der ehemalige Chief Petty Officer der US Navy SEALs erinnerte Collins nur zu gern daran, wer in diesem Hai-Team das Sagen hatte.

»Hab ja nur laut gedacht«, erwiderte Collins, hielt dann den Mund und dachte stattdessen lieber an das Geld. Für diesen Job erhielt jeder von ihnen fünfzigtausend Dollar. Collins wollte erzählen, was er mit dem ganzen Geld machen würde. Definitiv musste ein neuer Truck her. Sobald sie wieder zurück im Haus waren, würde er sich bei eBay Motors einloggen und ein bisschen stöbern.

Vic Logan und Jimbo Collins gehörten einer Elitetruppe aus handverlesenen ehemaligen Special-Operations-Kämpfern an, die nur für hochriskante, illegale Jobs eingesetzt wurden - durch Vermittlung einer internationalen privaten Sicherheitsfirma.

Logan grinste. Wenn wir Haie sind, dachte er, dann bin ich ein Weißer Hai, und dieser Dummkopf ist ein verdammter Hammerhai.

Der amerikanische Hüne war auf alle Welt sauer, sogar auf sich selbst. Nach zwanzig Dienstjahren in der Navy hatte er bis zur Pensionierung nur noch ein halbes Jahr gehabt, als seiner Karriere ein jähes Ende gesetzt worden war. In einer Seitengasse in Neapel war der übel zugerichtete Körper einer jungen Prostituierten gefunden worden, und nur einen Häuserblock entfernt war die Küstenpatrouille auf Logan gestoßen, der sturzbetrunken auf dem Gehweg lag. Da die einzige Zeugin tot war und kein Beweis gefunden wurde, der Logan mit dem Mädchen in Verbindung hätte bringen können, musste die Polizei ihn laufen lassen, aber als SEAL war Vic Logan nicht mehr länger tragbar. Ehe er sich versah, hatte man ihn aus dem Team geworfen. Dabei hab ich doch gar nichts so Schlimmes getan! Für ein Militärgericht reichten die Beweise nicht, aber irgendein Anwalt ging Logans Akte durch und fand genügend dunkle Punkte in dessen Vergangenheit: Schlägereien, Trunkenheit, tätlicher Angriff auf einen Offizier und Verdachtsmomente bezüglich einer weiteren toten Hure in Olongapo auf den Philippinen. Das zog eine Anhörung nach sich, bei dem die Auflösung des Arbeitsverhältnisses zur Debatte stand. Letzten Endes beschloss man, Logan sei aus moralischen Gründen ungeeignet für den Dienst. Das war die übliche Vorgehensweise der Navy, um unliebsame Kameraden loszuwerden. Logan musste harte Einschnitte hinnehmen - kein Einkommen und keine Prämien mehr - und bekam zu hören, er könne noch von Glück sagen, dass er nicht im Knast gelandet sei.

Scheiß auf die Navy, die SEALs und diese Huren, auch auf die, die nie gefunden wurden! Seiner Ansicht nach waren die Vorwürfe der Kommission eine Farce. Tötete er Staatsfeinde, erhielt er eine Medaille. Hinderte er aber ein paar Nutten daran, ihn abzuzocken, war er plötzlich der Arsch.

Sechs Monate später heuerte Logan als Söldner an. Jetzt würde er es allen heimzahlen.

Der schwierigste Part bei diesem Job war das Warten, aber ihre Geduld wurde belohnt, als drei klobige schwarz glänzende Hummer-Geländewagen in Sichtweite kamen und wie große Käfer auf sie zuhielten.

Die beiden Söldner wussten genau, wer in welchem Fahrzeug saß. Unmittelbar nachdem der Konvoi das Gelände der US-Botschaft in Riad verlassen hatte, waren über Funk die aktuellsten Informationen durchgegeben worden. Bradley Middleton, Brigadegeneral des US Marine Corps, saß allein im Fond des mittleren Fahrzeugs; auf dem Beifahrersitz saß ein Marine; der Fahrer war ein Saudi.

Ein weiterer bewaffneter Marine saß neben dem Fahrer des ersten Hummers; zwei saudische Sicherheitsbeamte saßen auf der Rückbank. Im letzten Fahrzeug befanden sich vorne der Fahrer und ein weiterer Sicherheitsbeamter - beides Saudis - und hinten die junge Beraterin des Generals, Captain der Marines, sowie eine zivile Begleitperson aus dem Außenministerium.

Nun kamen sie den Highway hinunter, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht. Noch eine Meile. Eine halbe Meile; sie fuhren schnell.

Auf der kleinen Anhöhe bereitete Vic Logan den kleinen Funksender vor.

Staff Sergeant Norman Burroughs, der den kleinen Konvoi anführte, war froh, dass die Fahrt bald vorüber war. In dem ungepanzerten Hummer fühlte er sich nackt. Die kühle Luft der Klimaanlage wehte ihm ins Gesicht, aber er hätte lieber schwitzend in dem unbequemen gepanzerten Militärfahrzeug der Marines gesessen, ein Kaliber-50-Maschinengewehr auf dem Dach.

Burroughs mochte diesen Ort nicht. Der Wüstensand schien voller Gefahren. Die saudischen Wachen und der Fahrer scherzten und rauchten, anstatt die Umgebung im Auge zu behalten. Sicherheitsstandards gab es hier wohl nicht. Der Staff Sergeant zog sich den Hut tiefer ins Gesicht, rückte die Sonnenbrille auf der Nase zurecht und schaute weiterhin in die Morgensonne, während er die Meilen zählte, die ihn noch von der realen Welt trennten - und die war für ihn die Marine-Expeditionseinheit an Bord der Task-Force, die im Persischen Golf kreuzte. Instinktiv schloss er die Finger um den Abzugsbügel seines M-16-Gewehrs, das zwischen seinen Knien ruhte, gesichert und geladen.

Der Fahrer grinste, als er die Nervosität des Amerikaners bemerkte. Zahran und Riad zählten zu den sichersten Orten des Königreichs, und die lange Straße zwischen den Städten war glatt wie Glas und absolut sicher. Schon hundertmal war er diese Strecke im letzten Jahr gefahren und wusste, dass er sich dieser unangenehmen Hitze bald würde entziehen können, da er den Tag in einer Villa in den kühleren Bergen von Zahran verbringen würde. Dort sollte er warten, um am Abend einen Regierungsbeamten zurück nach Riad zu fahren.

Burroughs Blick flog hin und her, um nach möglichen Bedrohungen Ausschau zu halten, aber als er die Sonne auf dem dünnen Draht der Antenne aufblitzen sah, hatte der schwere Hummer-Geländewagen bereits die Todeszone erreicht. Der Staff Sergeant stieß noch einen Warnschrei aus, aber da war es schon zu spät.

Die Bombe detonierte mit einem entsetzlichen Knall. Der erste Hummer wurde in die Luft katapultiert, drehte sich zweimal und landete auf dem Dach. Das brennende Wrack rutschte über die Straße, ein Opfer des Rauchs und der Flammen.

Als die erste Druckwelle über sie hinweggegangen war, sanken Logan und Collins auf die Knie, die schweren Panzerfäuste auf den Schultern. Gleichzeitig feuerten sie zwei Geschosse ab, die mit einem leisen Zischen auf den letzten Wagen zurasten. Sekunden später stand der schwere Geländewagen in Flammen.

Dann warfen die Söldner die Panzerfäuste fort und rannten die Anhöhe hinunter, die Kalaschnikows im Anschlag. Collins scherte aus, um nach dem hintersten Fahrzeug zu schauen, während Logan das Feuer auf den mittleren Hummer eröffnete. Mit gezielten Schüssen zerstörte er die Reifen, legte den Motorblock lahm, sprengte die Windschutzscheibe aus dem Rahmen und tötete Fahrer und Beifahrer.

Querschläger flogen in alle Richtungen, Glas zersplitterte. Der Gestank von brennendem Gummi lag in der Luft, öliger Qualm entstieg dem zerstörten Fahrzeug.

Jimbo Collins kam von dem letzten Wagen zurück und zerrte die Beraterin des Generals, Captain Linda Hurst, hinter sich her. Die Frau war noch benommen. Ihr Gesicht und das kurze blonde Haar waren blutverschmiert, ihre Rippen schmerzten, ein Bein war gebrochen. Als sie aus dem Wrack gezogen worden war, hatte sie nicht klar sehen können und für einen Moment gedacht, jemand würde sie retten. Stattdessen wurde sie brutal aus dem Wagen gerissen und über den Highway geschleift; der Straßenbelag schabte die Haut von ihren Beinen. Vor den Füßen eines großen Mannes ließ man sie fallen. Er trug alte Jeans, ein braunes T-Shirt, Wüstenkampfstiefel und einen braunen Schal, der sein Gesicht verbarg. Captain Hurst konnte sich selbst nicht schreien hören, da ihr die Explosion die Trommelfelle zerrissen hatte.

»General Middleton! Raus aus dem Auto, oder ich töte diese Schlampe!« Logan richtete den Gewehrlauf auf die verletzte, blutende Frau.

In all dem Qualm rang Middleton nach Luft. Er hatte seine Pistole gezogen, aber er erkannte rasch, dass die Situation hoffnungslos war. Er hatte gesehen, wie der vorderste Geländewagen in die Luft geflogen war, und als die Panzerfäuste sich das letzte Fahrzeug vornahmen, hatte er sich vor der Rückbank auf den Boden geduckt, während sein Wagen im Kugelhagel zerfetzt wurde. Sein gesamter Begleitschutz war auf einen Streich ausgeschaltet worden, und nun hatte er nur noch seinen Kaliber-45-Colt, wohingegen die Angreifer mit Automatikwaffen und Panzerfäusten ausgestattet waren und zudem eine Geisel genommen hatten.

All dies war ihm bewusst, doch er zögerte, denn Marines ergaben sich nicht. Warum hatte man nicht auch ihn getötet?

Sekunden später zerfetzte eine Salve aus der Kalaschnikow Captain Hursts rechten Arm. Die Schmerzensschreie der Frau wurden lauter. Die Autos, die auf der Gegenfahrbahn langsamer geworden waren, fuhren nun schnell weiter, als die Fahrer sahen, was bei den brennenden Fahrzeugen geschah.

»Ich sagte: Raus aus dem verdammten Wagen!«, brüllte Vic Logan erneut.

Middleton kannte die junge Offizierin kaum, die sich dort auf der Straße krümmte. Zu Beginn der Fahrt war sie ihm als Beraterin zugewiesen worden und hatte bislang in Riad nur seine Aktentasche getragen, während er mit den Saudis sprach. Wäre er allein gewesen, hätte er sich vielleicht gewehrt, aber er durfte nicht zulassen, dass die junge Frau um seinetwillen ermordet wurde. »Schon gut! Ich komme raus!«, rief er und ließ die Pistole fallen. Dann stieß er die Tür auf, nahm die Hände hoch und stieg aus dem Auto in die grelle Sonne.

Jimbo Collins drehte dem General die Arme auf den Rücken und legte ihm geschickt die stählernen Smith-&-Wesson-Handschellen an. Sowie er gefesselt war, gab Vic Logan wie beiläufig zwei weitere Schüsse auf Captain Hurst ab. Die beiden 7,62-Kaliber-Geschosse zertrümmerten ihren Schädel.

Die Männer des Hai-Teams zerrten den General von den brennenden Fahrzeugen auf dem Highway fort und hinauf auf die sandige Anhöhe. Von dort ging es zu einem dunkelgrünen Landrover, der in einer trockenen Bergschlucht geparkt war. Dort warfen die Söldner den ranghohen Militär auf die Rückbank. Logan setzte sich neben ihn, während Collins auf den Fahrersitz sprang und den Motor startete. Der PS-starke Landrover mit seinem Allradantrieb kam mühelos von der Stelle.

Middleton zuckte, als Logan ihm eine Injektionsnadel in den Oberarm rammte. Er spürte, wie das Morphium seinen Körper erfasste. »Ich mache euch beide kalt«, stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

»Halt's Maul!«, blaffte Logan. »Du wirst hier keinen kaltmachen.« Er warf die Nadel aus dem Fenster.

Als der General langsam das Bewusstsein verlor, wurde er sich einer Sache bewusst, die ihm bislang entgangen war. Und so war sein letzter Gedanke, ehe das Morphium seinen Geist in tiefe Dunkelheit stürzte: Mein Gott, das sind ja Amerikaner!

5. Kapitel

Du steckst offenbar ganz schön in Schwierigkeiten«, sagte der Scharfschütze zu dem Ritter und deutete auf einen schön arrangierten Palmherzensalat, der den ersten Gang eines fantastischen Mittagessens an Bord er Vagabond einläutete. Mit Palmherzen hatten die Special Forces so ihre eigenen Erfahrungen. Beim Überlebenstraining in der Wüste konnte man, wenn man nichts anderes zu essen hatte, eine Palme fällen, um an das essbare und schmackhafte Mark der jungen Triebe zu kommen. So mancher Soldat hatte sich danach geschworen, nie wieder einen Palmherzensalat anzurühren.

»Du undankbarer Amerikaner! Mein Küchenchef wird pikiert sein«, meinte Jeff mit einem leisen Lachen, als er seinen Salatteller etwas von sich schob. »Möchtest du vielleicht lieber ein Sandwich mit Erdnussbutter?« Tim Gladden rührte seinen Salat ebenfalls nicht an.

Die anderen am Tisch hatten keine Ahnung, wovon die drei Militärs sprachen, daher lenkte Jeff die Unterhaltung auf Themen, in denen seine Geschäftspartner mit ihrem Wissen glänzen konnten. Wie aufs Stichwort ließen sich die Investoren schon bald über Firmen aus, die den Börsengang planten, darüber, wer welche Bonuszahlung erhalten hatte, nachdem die Firma in den Konkurs getrieben worden war, und welches Vorstandsmitglied angeklagt worden sei. Es war so unglaublich einfach, diese Leute dazu zu bringen, nur von sich selbst zu erzählen. In ihre Vorträge über Finanzen und Risikokapital bezogen sie niemanden sonst mit ein. Daher tauschten die Damen derweil den neusten Promi-Klatsch aus, der hauptsächlich darin bestand, einander zu berichten, wer aus der Glamourwelt gerade eine Beziehung beendet hatte. Als Lady Pat und Shari sich an dem Tratsch beteiligten, bedeutete Jeff Tim Gladden und Kyle Swanson, ihm hinaus aufs Deck zu folgen.

Dort angekommen prosteten sie sich mit ihren kalten grünen Heinekenflaschen zu und rauchten frische Zigarren, die laut Jeff von kubanischen Jungfrauen gerollt wurden, die danach von Castro persönlich defloriert worden seien.

»Wisst ihr was?«, sagte Kyle. »Ich glaube, die kleine Blonde hat ihrem Mann gerade unter dem Tisch einen runtergeholt. Der schielte plötzlich so seltsam.«

»Gott, Neuvermählte sind eben kaum zu bremsen«, meinte Tim mit einem Grinsen. »Sie ist bestimmt dreißig Jahre jünger als er. Ich hoffe, er kriegt auf ihr keinen Herzanfall. Zumindest nicht, bevor er nicht sein Scheckbuch für unser Excalibur gezückt hat.«

»Unsere Bank hat den Zahlungseingang bereits bestätigt«, sagte Jeff zufrieden. »Wenn der Bursche jetzt den Löffel abgibt, stirbt er mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Dann bestatten wir ihn auf See und trösten seine trauernde Witwe.« Er wandte sich Swanson zu und setzte eine ernste Miene auf. »Also, wie lautet deine Antwort?«

»So wie immer.« Der Wind trug den Rauch der Zigarre fort, in Richtung der fernen Lichter, die zu Städten an der Hacke des italienischen Stiefels gehörten.

»Kyle, du wirst auch nicht jünger. Du kannst deinen Job nicht ewig weitermachen.«

»Ich mag meinen Job, Jeff. Ich bin ein ziemlich guter Sniper, und irgendwer muss es ja machen.«

»Falls du's noch nicht wusstest«, warf Tim ein, »du bist nicht unersetzlich. Wenn du gehst, tritt ein anderer Marine in deine Fußstapfen. Ich wollte auch nicht wahrhaben, dass die Fallschirmspringer auch ohne mich klarkommen, aber irgendwie haben sie's geschafft.«

Jeff nickte zustimmend. »Der erste Schritt ist immer der schwerste, wenn du deine Uniform an den Nagel hängst. Du weißt, dass es früher oder später passieren wird.«

»Falscher Zeitpunkt. Ich denke, ich weiß, wann es so weit ist. Jetzt jedenfalls noch nicht.«

»Warte nicht zu lange«, riet Gladden. »Dank dieses mürrischen alten Mannes hab ich 'ne neue und lohnende Karriere begonnen. Früher dachte ich, hunderttausend Dollar wären 'ne große Summe, aber mit all den Patenten und Firmenanteilen ist noch weitaus mehr herauszuholen. Und wir brauchen deine Hilfe bei neuen Projekten.«

Jeff trank sein Bier aus, warf die Flasche über Bord und öffnete eine neue. »Du und Jim und ich sind die Einzigen, die genau über das Excalibur-Projekt Bescheid wissen. Die Ingenieure haben wir immer nur auf bestimmte Teilbereiche angesetzt. Sobald die Feldversuche abgeschlossen sind, ist das Gewehr Gold wert, Kyle. Nach deiner Show gestern konnten die Investoren ihre Schecks gar nicht schnell genug ausstellen. Du hättest dir einen Anteil redlich verdient.«

»Die Kooperation gehört zu meinem Job, Jungs«, erwiderte Swanson. »Die Marines stecken mich in den Bau, wenn ich extra abkassiere.« Das Angebot traf ihn unvorbereitet. Die beiden waren bereit, einen Teil des Kapitals für die zukünftigen Lizenzen und Verkäufe von Excalibur abzuzwacken. Ein Vermögen.

»Wir bestechen bloß Politiker«, sagte Gladden. »Wir wollten dir nur sagen, dass du für unsere Firma ein echter Gewinn wärst. Und dass du dir dann, finanziell gesehen, keine Sorgen mehr zu machen bräuchtest.«

Jeff musterte Swanson wie ein Geistlicher, der einem Sünder ins Gewissen redet, und wechselte abrupt das Thema. »Verdammt, Mann, warum quittiert ihr nicht beide, Shari und du, den Militärdienst? Ich weiß, dass ihr heiraten wollt, aber noch seid ihr beide mit euren Jobs verheiratet. Das ist auf Dauer nicht gut, Junge. Du musst die Zeit nutzen, bevor sie dir durch die Finger rinnt. Außerdem möchte ich einen Enkelsohn.«

»Du hast schon mit ihr gesprochen, oder?«, fragte Kyle und musterte den Briten argwöhnisch. »Aber von uns kannst du keinen Enkel bekommen, weil wir nicht miteinander verwandt sind.«

»Das war eher allgemein gesprochen. Eine Enkeltochter wäre mir auch recht. Und nein, wir haben noch nicht mit ihr darüber gesprochen, obwohl Pat die Hochzeit schon eine ganze Weile plant. Es soll furchtbar romantisch werden und einer Pop-Diva würdig sein. Vielleicht bist du gedanklich noch nicht so weit, den Absprung ins Geschäftsleben zu wagen, mein Freund. Aber wenn du's versuchst, verspreche ich dir eine weiche Landung. Wir möchten nur gern, dass du dich beeilst.«

»Du bist der Erste, der davon erfährt.«

Tim warf ihm einen ernsten Blick zu. »Oder gibt's da etwa einen Konkurrenten, der auch an deinen profitablen Fähigkeiten interessiert ist? Hat vielleicht ein Headhunter an deine Tür geklopft und dem Supersniper das ganz große Geld geboten?« Gladden spielte auf private Sicherheitsfirmen an, die Söldner anheuerten.

»Verdammt, nein! Ich würde nie Söldner werden. Diese Jobs werden einem dauernd angeboten, aber man kann diesen Leuten nicht vertrauen, weil du nie weißt, für wen die wirklich arbeiten. Die sind wie Frankensteins Monster und können genauso schnell außer Kontrolle geraten. Wie dem auch sei, wenn ich einen umlege und dabei meine Uniform trage, ist das okay. Keine Ahnung, wie das läuft, wenn Söldner in Kampfoperationen eingreifen.«

Gladden lachte. »Oh, Kyle, du bist so naiv! Söldner sind längst an Kampfeinsätzen beteiligt. Schon seit Jahren. Einige Sicherheitsfirmen besitzen gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber und sogar ein paar ältere Kampfjets. Verdammte Privatarmeen sind das, die der Höchstbietende anheuern kann. Und da das US-Militär auf die Privatisierung zusteuert, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Söldnertruppen offiziell anerkannt sind und dafür bezahlt werden, einen ganzen Krieg allein zu führen. Und in der Öffentlichkeit lässt's sich auch besser verkaufen, wenn irgendwelche südafrikanischen Söldner beim Einsatz ins Gras beißen und nicht der Junge von nebenan.«

»Wenn das alles so toll ist, warum seid ihr beide dann nicht mit von der Partie?«, fragte Kyle. Es war nicht Jeffs Art, sich ein gutes Geschäft entgehen zu lassen. Im Sektor private Sicherheitsdienste konnte man Millionen scheffeln.

Jeff zuckte die Schultern. »Da geht's uns so ähnlich wie dir, Junge. Wir waren zu lange Berufssoldaten. Ich bin mehr als zufrieden mit meiner Firma und den Produkten. Und altmodisch, wie ich bin, genieße ich es, im Dienst meiner Königin und meines Landes zu stehen.«

»In diesem Sinne, oder wie ihr Marines sagen würdet: Scheiß auf die Frankensteins!« Tim Gladden prostete ihnen mit der Bierflasche zu.

Auch Jeff hob die Flasche. »Scheiß auf die Frankensteins!«

Kyle Swanson stimmte in den Trinkspruch mit ein.

6. Kapitel

Die makellose Pilatus, eine einmotorige schweizerische Privatmaschine, dunkelblau mit goldenen Zierleisten, hob mühelos von dem ausgetrockneten Flussbett ab. Der starke Turboprop-Motor wirbelte Sand auf, der eine Weile wie ein Schleier hinter der Maschine in der Luft wehte. Als der Staub sich wieder auf die Wüstenlandschaft senkte, war das schöne Flugzeug fort und strebte eine Geschwindigkeit von zweihundert Knoten an, wobei es sich nicht höher als siebzig Meter über dem Boden hielt, um nicht vom Radar erfasst zu werden. Nach dem Start von der kargen Landebahn flog die Maschine zweieinhalb Stunden nordöstlich nach Zahran, ehe sie den saudi-arabischen Luftraum verließ und in jordanisches Gebiet eindrang, ohne von einem Luftabwehrposten in einem der beiden Länder bemerkt zu werden. Vermutlich nur ein weiteres Privatflugzeug in einer Region, in der es ganze Flotten dieser Maschinen gab, die reichen und mächtigen Prinzen oder Scheichs gehörten. Selbst wenn es entdeckt worden wäre, hätte es niemanden interessiert. Die Farben der Lackierung deuteten auf Ali Shalal Rassad, einen einflussreichen Iraker, hin. Er war bekannt als Rebellenscheich von Basra, und man war gut beraten, nicht zu viel über ihn in Erfahrung bringen zu wollen.

Ein schmutziger Wagen stand bereit, als die Pilatus auf einer Schotterstraße bei einem Dorf landete. Der bewusstlose General Bradley Middleton wurde von seinen beiden amerikanischen Entführern aus der Maschine getragen und auf den Rücksitz des Autos verfrachtet, das in einer zehnminütigen Fahrt eine bestimmte Adresse ansteuerte.

Vic Logan entnahm seinem Kästchen eine weitere Nadel und injizierte Middleton ein Mittel, das ihn aus dem Reich der Dunkelheit zurückholte.

Trübe Farben, Wortfetzen und seltsam holprige Bewegungen vermischten sich in Middletons drogenumnebeltem Geist. Sein Gehirn konnte die Dinge, die um ihn herum geschahen, nicht auseinanderhalten und den Vorgängen keine Bedeutung zuordnen. Das Einzige, was er spürte, waren klopfende Kopfschmerzen, die sich in den Vordergrund drängten. Kräftige Hände hielten seine Arme und stießen ihn vorwärts. Seine Füße wollten nicht gehorchen; die Beine waren wie aus Gummi. Schließlich hatte das Gezerre ein Ende, und man zwang ihn, auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Worte strömten auf ihn ein, die er nicht erfasste. Er spürte etwas Nasses im Gesicht, das ihm Kühlung verschaffte. Jemand rieb hart über sein Gesicht. Wieder Worte. Er schüttelte den Kopf, um die Netze aus ungeordneten Gedanken zu durchtrennen, hatte indes keinen Erfolg. Dann hörte er Gelächter. Hände machten sich an seiner Kleidung zu schaffen, steckten sein khakifarbenes Hemd in die Hose, strichen seinen Kragen glatt, glätteten seine Krawatte und richteten die polierten Sterne auf den Kragenzipfeln.

Lichtpunkte blitzten am Rande seiner Wahrnehmung auf, ein Blinken wie von Glühwürmchen. Dann waren die Lichter fort. Die Glühwürmchen waren weggeflogen. Ein fauliger Geruch stieg ihm in die Nase. Irgendwo in der Nähe mussten Kamele oder Ziegen sein.

Eine beruhigende weibliche Stimme sprach Englisch mit einem leicht lispelnden Akzent, und eine sanfte Hand hob sein Kinn an. »Hier, General, trinken Sie das! Alles ist gut. Sie brauchen nur dies zu trinken.« Eine kühle Flüssigkeit rann über seine Zunge und die Kehle hinunter. Er schluckte erleichtert. Durst. »Das reicht fürs Erste, denn wir wollen ja nicht, dass Ihnen schlecht wird. Gleich können Sie noch mehr trinken.«

Man fesselte seine Arme an die Lehne, damit er nicht vom Stuhl fallen konnte. Er spürte, dass da noch andere Leute im Raum waren.

Auf einen Augenblick völliger Stille folgte greller Lichtschein wie von einem Dutzend Sonnen. Stark genug, dass er zusammenzuckte. Sein Atem beschleunigte sich, und schwer erklärbare Panik erfasste ihn, als Albträume aus Kindheitstagen Gestalt annahmen: Albträume von einem Monster, das ihn verfolgte, mit Schaum vor dem Maul. Einen Moment riss er an seinen Fesseln, kam dann aber zur Ruhe.

Als er sich wieder gefasst hatte, wurde ein leiser Befehl gegeben, woraufhin eine Videokamera den an den Stuhl gefesselten General filmte; der einzelne, glänzende Stern zeigte unzweideutig seinen Rang an. Eine Männerstimme verlas ein Statement auf Arabisch. Die Kamera hatte alles im Bild, vorsichtshalber wurde der Text aber noch einmal verlesen. Dann gingen die Lichter wieder aus.

Middleton spürte einen kleinen Einstich in seinem Arm, als ihn wieder eine Nadel in die dunkle Welt beförderte. Dann hoben ihn kräftige Hände hoch. Eine Faust wurde ihm in den Magen gerammt, sodass er sich krümmte. Er rang nach Luft, ehe er sich übergab. Noch ein Schlag, und er sank auf die Knie. Mit Fußtritten schickte man ihn zu Boden. Gelächter, das allmählich leiser wurde. Schwärze. Doch der Schmerz drängte sich in den Vordergrund.

Der Kameramann spielte die Szene noch einmal ab, um sicherzugehen, dass das Panasonic-Gerät auch seinen Job gemacht hatte, und nickte dann zufrieden. Das Problem mit dem Licht hatte man gelöst, indem man einem Straßenbauteam die Nachtscheinwerfer gestohlen hatte. Nun schloss der Mann die Kamera über USB-Kabel an einen Computer an und brannte die Bilder und die gesprochenen Worte auf eine kleine CD, die er in eine Plastikhülle schob und dann der Frau reichte. Sie faltete die schriftliche Version des Statements zusammen und steckte das Blatt Papier und die Videodisc in einen gewöhnlichen braunen Umschlag, den sie zuklebte. Hätte sie den Klebestreifen mit der Zunge befeuchtet, hätte sie DNA-Spuren hinterlassen.

In einer Stunde erreichte die Frau Jordaniens Hauptstadt Amman, wo sie den Umschlag dem Rezeptionisten des Hotels übergab, in dem der örtliche Korrespondent des Al-Jazeera-Fernsehsenders wohnte. Sie ging zwei Blocks weiter, blieb unter einem Baum stehen und rief den Korrespondenten über ein Handy an. »Hier ist die Pressesprecherin des Außenministeriums, Sir. Wir haben soeben eine Erklärung zu Ihrem Hotel geschickt«, sagte sie auf Französisch, unterbrach die Verbindung und warf das Handy in einen Mülleimer.

Der Korrespondent kannte die Stimme der Frau und wusste gleich, dass der Vorgang nichts mit dem jordanischen Außenministerium zu tun hatte. Die geheime Kontaktperson, die ihm noch nie eine schlechte Story geliefert hatte, war urplötzlich wieder aufgetaucht.

Er eilte die Stufen hinunter, nahm den Umschlag an der Rezeption in Empfang, kehrte auf sein Zimmer zurück und leerte den Inhalt des Umschlags auf seinem Tisch aus. Nachdem er die Nachricht überflogen hatte, schaute er sich das Video an. Unglaublich!

Er holte eine Flasche Jack Daniel's aus einem Koffer und rief erst nach zwei kräftigen Schlucken beim trubeligen Nachrichtenzentrum von Al Jazeera in Katar, an. Es war zwei Uhr, also noch ausreichend Zeit bis zur abendlichen Nachrichtensendung, aber er wusste, dass die Kollegen in Doha nicht so lange mit der Story warten würden. Dafür war der Inhalt zu brisant.

Als der Beitrag gesendet wurde, landete der ruhiggestellte General gerade an Bord einer zweimotorigen Cessna 421 in Syrien. Ein Landrover brachte ihn zum Ziel seiner langen Reise.

Middleton schlief vierzehn Stunden am Stück.

7. Kapitel

Guten Tag, meine Damen und Herren! Ich werde gleich dem Präsidenten Bericht erstatten müssen, lassen Sie uns daher zur Sache kommen. Wie steht es um den gekidnappten General?«

Es war neun Uhr morgens. Gerald Buchanan, der Berater der National Security, ließ aus grauen Augen seinen Blick durch den Konferenzraum des Weißen Hauses gleiten. Jeder Stuhl war besetzt. Stabsmitarbeiter hielten sich im Hintergrund auf. »Die CIA bitte zuerst.«

John Mueller, stellvertretender Direktor der Central Intelligence Agency, schlug einen Aktendeckel auf, der mit einem schräg aufgedruckten roten »Top Secret«-Schriftzug gekennzeichnet war, beugte sich auf seinem Stuhl vor und verlas den Stand der Dinge: »General Bradley Middleton des Marine Corps wurde unweit von Zahran, Saudi-Arabien, entführt, gegen drei Uhr morgens, Washingtoner Zeit. Seine beiden Leibwächter, seine Beraterin sowie die saudischen Sicherheitsbeamten wurden entweder durch die Detonation der am Straßenrand gezündeten Bombe getötet oder im Zuge des nachfolgenden Übergriffs exekutiert. Zeugen sahen zwei Männer, die den General über eine Anhöhe neben dem Highway zerrten. Reifenspuren führten zu einer nahe gelegenen befestigten Straße, auf der die Entführer in beide Richtungen geflohen sein können. Al Jazeera sendete bereits einige Stunden später einen Beitrag zu dem Vorfall.

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