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Kaufmännische Buchführung von A-Z

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

So nutzen Sie dieses Buch

Lexikonteil

Abschreibungen

Abschreibungen auf Forderungen

Abschreibungen auf Sachanlagen

AG: Jahresabschluss/Gewinnverwendung

Anhang

Anlagegüter – Kauf und Verkauf

Anlagen im Bau

Anlagenbuchhaltung

Aufbewahrungsfristen

Bestandskonten

Betriebsübersicht

Bewertung

Bewertungsgrundsätze

Bilanz

Bilanzanalyse

BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz)

Controlling

DATEV-Buchführung/Kontenrahmen

Debitorenbuchhaltung

E-Bilanz

Eigenkapital

Einkaufsbuchungen

Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR)

Elektronische Rechnungen (E-Rechnungen)

Erfolgskonten

Fair value

Finanzbuchhaltung

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Gesetzliche Vorschriften

Gewinn- und Verlustrechnung

GmbH: Jahresabschluss/Gewinnverteilung

Großhandelskontenrahmen

Handelsbilanz

Handelsbuchführung

Herstellungskosten

Industriekontenrahmen (IKR)

International Financial Reporting Standards (IFRS)

Inventur und Inventar

Jahresabschluss

Kontenrahmen/Kontenplan

Konzernabschluss

Kostenrechnerische Korrekturen

Kostenrechnung

Kreditorenbuchhaltung

Kundenskonto

Lagerbuchhaltung

Latente Steuern

Lieferantenskonto

Lohn und Gehalt

MicroBilG/Kleinstkapitalgesellschaften

Mindestbuchführung

Nachlässe

Offenlegung

Personengesellschaften: Gewinnverteilung

Privatkonto

Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungswesen

Rücklagen

Rückstellungen

Sachliche Abgrenzung

Steuerbilanz

Steuern

Umsatzkostenverfahren

Umsatzsteuer

Unternehmensbewertung

Unternehmensregister

US-GAAP

Verbindlichkeiten

Verkaufsbuchungen

Wechselbuchungen

Wiederbeschaffungswert

Zeitwert

Kleines Wörterbuch der Fachausdrücke

Englische und französische Wirtschaftsbegriffe

Stichwortverzeichnis

Arbeithilfen online

Kaufmännische
Buchführung von A-Z

Richtig buchen und bilanzieren

Zusammenhänge zwischen

Buchungen und Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

von

Manfred Weber

10., überarbeitete und aktualisierte Auflage

Haufe Gruppe

Freiburg · München

Hinweis zum Urheberrecht


Alle Inhalte dieses eBooks
sind urheberrechtlich geschützt.
Die Herstellung und Verbreitung
von Kopien ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Verlages gestattet.

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Vorwort

Das Handbuch der Buchführung und Bilanzierung hat sich in dieser Konzeption bewährt und erscheint jetzt in der 10. Auflage. Ziel des Buches ist es, Ihnen übersichtlich und leicht verständlich die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen Buchung und Jahresabschluss aufzuzeigen.

Die folgenden Themenbereiche werden behandelt:

Finanzbuchhaltung mit Bestands- und Erfolgskonten, Einkaufsund Verkaufsbuchungen, Lohn und Gehalt

Gewinn- und Verlustrechnung

Übergabe von Daten an die Kostenrechnung

Bewertung in der Handels- und Steuerbilanz

Erstellung und Auswertung des Jahresabschlusses

International Financial Reporting Standards (IFRS)

Englische und französische Wirtschaftsbegriffe

In dieser neuen, überarbeiteten Auflage wurden alle aktuellen Gesetzesänderungen berücksichtigt. Ferner wurden die Stichwörter E-Bilanz, MicroBilG, elektronische Rechnungen und Unternehmensregister neu ins Buch aufgenommen.

Das Nachschlagewerk soll Ihnen, liebe Leser, helfen, anstehende Fragen und Probleme aus der Buchhaltung und der Bilanzierung schnell und zuverlässig lösen zu können.

Frau Dipl.-Kffr. Kathrin Menzel-Salpietro und Herrn Helmut Haunreiter möchte ich für Ihre Unterstützung bei der Überarbeitung und Aktualisierung danken.

Aichhalden/Schwarzwald, im Oktober 2014

Manfred Weber

So nutzen Sie dieses Buch

Das alphabetische Inhaltsverzeichnis ermöglicht es, die gewünschten Informationen schnell aufzufinden. Eine weitere Orientierungshilfe bietet das ausführliche Stichwortverzeichnis am Ende des Buches.

Jeweils am Anfang eines Stichworts finden Sie eine kurze Zusammenfassung. Anschließend wird der Sachverhalt näher erklärt und es werden die erforderlichen Buchungsschritte erläutert. Der „Praxis-Tipp“ gibt Ihnen praktische Lösungshinweise. Verweis- und Hinweisstichwörter sind eine Brücke zu ähnlich gelagerten Themen.

Vom Nachschlagewerk zum Lehrbuch

Ein Lehrbuch ist u. a. durch seinen methodischen Aufbau gekennzeichnet: Es geht „Schritt für Schritt“ vor. Wenn Sie dies ebenfalls wollen, dann lesen Sie bitte die Stichwörter in dieser Reihenfolge:

Buchführung

Einführung und Überblick

Inventur, Bestandskonten, Erfolgskonten, Abschreibungen, Umsatzsteuer, Privatkonto

Verbuchung laufender Geschäftsvorfälle

Einkaufbuchungen,

Lieferantenskonto, Verkaufsbuchungen, Kundenskonto, Finanzbuchhaltung

Periodengerechte Gewinnermittlung

Rechnungsabgrenzung, Sachliche Abgrenzung, EÜR, Betriebsübersicht, Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresabschluss

Bewertung und Erstellung

Gesetzliche Vorschriften, Bilanz, Bewertung, Handelsbilanz, Anhang, Offenlegung, BilMoG, Jahresabschluss, Steuerbilanz, E-Bilanz

Auswertung

Rückstellungen, Rücklagen, Bilanzanalyse, IFRS

Lexikonteil

Abschreibungen (depreciation, write down)

Die verschiedenen Aktivposten der Bilanz sollen die tatsächlichen Werte zum Bilanzstichtag zeigen. Wertminderungen von Vermögensgegenständen werden durch Abschreibungen berücksichtigt. Der Wertverbrauch wird als Abschreibungsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abnutzbare und nicht abnutzbare Vermögensgegenstände

Hinsichtlich der Abnutzung der Anlagegüter ist zu beachten:

abnutzbares Anlagevermögen

Nicht abnutzbares Anlagevermögen wie unbebaute Grundstücke und Beteiligungen stehen dem Unternehmen auf Dauer zur Verfügung und erleiden in der Regel keine Wertminderung.

Das bewegliche Anlagevermögen wie Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen und Fuhrpark unterliegen einem schnelleren Werteverzehr als das unbewegliche Anlagevermögen in Form von Gebäuden.

Abschreibungen auf Forderungen im Umlaufvermögen werden gesondert im nächsten Stichwort behandelt ( Abschreibungen auf Forderungen).

Gesetzliche Grundlagen

Nach § 253 HGB sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren Anlagegütern, um Abschreibungen zu vermindern. Entsprechend der Wertminderung sind Abschreibungen für die einzelnen Jahre vorzunehmen.

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Diese Wertminderungen sind Kosten und werden in der Buchhaltung auf dem Konto „Abschreibungen“ erfasst. Das Steuerrecht spricht von „Absetzung für Abnutzung“, kurz AfA. Der um die Abschreibung verminderte Anschaffungswert heißt Buchwert.

Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen

Die planmäßige Abschreibung berücksichtigt den zu erwartenden Wertverlust, die vorhersehbare Wertminderung.

Die außerplanmäßige Abschreibung tritt durch unerwartete Ereignisse ein, z. B. technischer Defekt oder Unfallschaden. Das Anlagegut erleidet eine unerwartete Wertminderung.

Direkte oder indirekte Abschreibung

Direkte Abschreibungen werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Anlagegutes bzw. der Forderung vorgenommen. Der Aktivposten der Bilanz wird durch die Abschreibung entsprechend niedriger bewertet.

Bei der indirekten Abschreibung wird ein entsprechender Wertberichtigungsposten auf der Passivseite der Bilanz gebildet. Die Aktivseite weist bei der indirekten Abschreibung die ungekürzten Beträge sämtlicher Vermögensgegenstände aus, während auf der Passivseite die Abschreibungsbeträge den jeweiligen Wertberichtigungsposten zugeführt werden ( Abschreibungen auf Sachanlagen).

Bilanzielle und kalkulatorische Abschreibungen

bilanzielle Abschreibung

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind die Bezugsbasis für die bilanzielle Abschreibung. Die Wertminderung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst und vermindert den Gewinn, was wiederum zu einer Steuerersparnis führt.

kalkulatorische Abschreibung

Die während der Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände in das Unternehmen zurückfließenden Abschreibungssummen dienen der Kapitalerhaltung. Die Unternehmen müssen für interne Zwecke die Anschaffungspreise durch Wiederbeschaffungspreise ersetzen, wenn der Grundsatz der Substanzerhaltung eingehalten werden soll. Die kalkulatorischen Abschreibungen sind so hoch zu bemessen, dass auch die jahrelangen Preissteigerungen für Ersatzinvestitionen enthalten sind ( Wiederbeschaffungswert).

Abschreibungsverfahren

Verschiedene Abschreibungsverfahren stehen zur Verfügung, um die Wertminderung der Anlagegegenstände zu erfassen.

Lineare Abschreibung mit gleich bleibenden Beträgen

lineare Abschreibung

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten werden in gleichen Beträgen auf die einzelnen Jahre der Nutzungsdauer verteilt. Der jährliche Abschreibungsbetrag (A) ergibt sich aus dem Anschaffungsoder Herstellungswert (B) dividiert durch die gewöhnliche Nutzungsdauer (n).

Abschreibungsplan

Beispiel:

Eine Maschine im Wert von 80.000 € (B) soll in 8 Jahren (n) abgeschrieben werden.

Die Durchführung planmäßiger Abschreibungen erfordert die Aufstellung eines Abschreibungsplanes.

Jahr

Buchwert am Jahresanfang

jährliche Abschreibung

1

80.000

10.000

2

70.000

10.000

3

60.000

10.000

4

50.000

10.000

5

40.000

10.000

6

30.000

10.000

7

20.000

10.000

8

10.000

10.000

Die einfache Berechnung ist der Vorteil der linearen Abschreibungsmethode. Sie berücksichtigt aber nicht, dass die Wertminderung in den ersten Jahren höher ist als später. Hinzu kommt, dass die Maschine in den letzten Jahren ihrer Nutzung reparaturanfälliger ist, also mehr Reparaturkosten anfallen.

Praxis-Tipp

Die Abschreibung ist monatsgenau zu berechnen. Wenn Sie also ein Wirtschaftsgut im Mai erwerben, dann können Sie 8/12 des jährlichen Abschreibungsbetrags als Betriebsausgaben absetzen. Würde das Wirtschaftsgut im Oktober erworben, dann würden die Monate Oktober, November und Dezember der Abschreibung unterliegen, also 3/12 des jährlichen Abschreibungsbetrags.

Geometrisch-degressive Abschreibung mit fallenden Beträgen

degressive Abschreibungsmethode

Die degressive Abschreibungsmethode belastet die ersten Jahre der Nutzung stärker als die folgenden. Es wird jährlich immer der gleiche Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert abgeschrieben. Die Abschreibungsbeträge fallen deshalb jedes Jahr, da der Abschreibungssatz (p) unverändert bleibt, aber der Restbuchwert kleiner wird.

Beispiel:

Angenommen, die vorige Maschine mit einem Wert von 80.000 € und einer Lebensdauer von 8 Jahren würde mit einem Abschreibungssatz von 20 % degressiv abgeschrieben. Der Abschreibungsplan sieht dann wie folgt aus:

Jahr

Buchwert am Jahresanfang

jährliche Abschreibungen

Restbuchwert

1

80.000,00

16.000,00

64.000,00

2

64.000,00

12.800,00

51.200,00

3

51.200,00

10.240,00

40.960,00

4

40.960,00

8.192,00

32.768,00

5

32.768,00

6.553,60

26.214,40

6

26.214,40

5.242,88

20.971,52

7

20.971,52

4.194,30

16.777,22

8

16.777,22

3.355,45

13.421,77

Die Formel zur Ermittlung des Restbuchwertes bei degressiver Abschreibung lautet:

Bn = Restbuchwert

Bo = Anschaffungswert oder Herstellungskosten

p = Abschreibungssatz

n = Nutzungsdauer

Fortsetzung Beispiel

Restbuchwert Jahr 3

B3 = 80.000 € (1 – 20/100)3

B3 = 80.000 € × 0,83

B3 = 80.000 € × 0,512

B3 = 40.960 €

Übergang zur linearen Abschreibung

Die geometrisch-degressive Abschreibung erreicht theoretisch nie einen Restwert von null. Es ist deshalb sinnvoll und steuerlich erlaubt, von der geometrisch-degressiven auf die lineare Abschreibung überzuwechseln (aber nicht umgekehrt).

Vom Zeitpunkt des Übergangs ist die lineare Abschreibung aus dem Restbuchwert und der Restnutzungsdauer zu berechnen. Der optimale Übergangszeitpunkt ist in dem Jahr, in dem die lineare Abschreibung höher ist als die fortgesetzte degressive Abschreibung.

In der vorhergehenden Übersicht wird die geometrisch-degressive Abschreibung der linearen gegenübergestellt. So ist der optimale Zeitpunkt eines Wechsels der Abschreibungsmethode am besten zu erkennen.

Ab dem 4. Jahr wird die lineare Abschreibung gewählt, sodass dann jährlich 8.192 € abgeschrieben werden. Am Ende des 8. Jahres wird dann der Restwert von null erreicht.

Praxis-Tipp

Können Sie zwischen der linearen und der geometrisch-degressiven Abschreibung wählen, dann müssen Sie in Ihrer Entscheidung die Ertragslage berücksichtigen. Erzielt das Unternehmen hohe Gewinne, dann können Sie durch die degressive Abschreibung am Anfang viel abschreiben und so den Gewinn reduzieren. Ist Ihr Gewinn dagegen bescheiden und rechnen Sie in Zukunft mit einer besseren Entwicklung, dann wäre die lineare Abschreibung zu empfehlen.

Arithmetisch-degressive Abschreibung im Steuerrecht nicht zulässig

digitale Abschreibung

Die arithmetisch-degressive (digitale) Abschreibung arbeitet nach dem System der arithmetischen Folgen. Die Abschreibungsbeträge und die Restbuchwerte vermindern sich jährlich um den gleichen Betrag.

Zur Berechnung der Abschreibungsquote ist zuerst die Summe der Jahre der Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes zu ermitteln. Bei einer Nutzungsdauer von 5 Jahren ergibt sich 15 (1+2+3+4+5 = 15). Der Abschreibungssatz im 1. Jahr ist dann 5/15, im 2. Jahr 4/15, im dritten Jahr 3/15 usw. Die Anschaffungskosten werden dann durch die Summe der Jahre der Nutzungsdauer geteilt, was den Degressionsbetrag ergibt.

D = Degressionsbetrag

A = Anschaffungswert

n = Summe der Jahresziffern der Nutzungsjahre

Beispiel:

Anschaffungswert einer Maschine 80.000 €, Nutzungsdauer 5 Jahre

Praxis-Tipp

Diese Abschreibungsmethode, die vielfach in den USA angewendet wird, dürfen Sie bei Ihrer Handelsbilanz zugrunde legen. Die arithmetischdegressive Abschreibung ist aber steuerrechtlich nicht zulässig.

Leistungsabschreibung

Abschreibung nach Leistungseinheiten

Bei der Abschreibung nach Leistungseinheiten wird der Anschaffungswert durch die geschätzte Leistungsmenge dividiert. Die jährliche Abschreibungsquote ergibt sich dann aus dem Quotient der Leistungsabgabe des betreffenden Jahres und dem gesamten Leistungsvorrat, z. B. in Beziehung zur geschätzten Gesamtleistung tatsächlicher Betriebsstunden einer Maschine.

Beispiel:

Anschaffungskosten der Maschine 80.000 €, erwartete Gesamtleistung 10.000 Betriebsstunden, davon im ersten Jahr 3.000, im zweiten Jahr 2.000

Die Abschreibung kann auch nach der geschätzten Produktionsmenge und der jährlich erbrachten ermittelt werden.

Vergleich der verschiedenen Abschreibungsverfahren

Was Sie bei einem Vergleich der verschiedenen Abschreibungsverfahren beachten sollten:

Die lineare Abschreibung setzt eine gleichmäßige Beanspruchung des Anlagegutes während der gesamten Nutzung voraus. Starke Beschäftigungsschwankungen und rasche technische Entwicklungen können nicht berücksichtigt werden. Auch wird die höhere Reparaturanfälligkeit in den letzten Jahren nicht erfasst. Ihr Vorteil ist die leichte rechnerische Handhabung.

Die geometrisch-degressive Abschreibung und die arithmetischdegressive Abschreibung berücksichtigen den technischen Fortschritt und den stärkeren Wertverlust in den ersten Jahren.

Die Leistungsabschreibung erfasst Beschäftigungsschwankungen. Sie berücksichtigt von allen Abschreibungsmethoden am besten die Wertminderung durch die Nutzung. Wird eine Anlage oder Maschine gleichmäßig über die Jahre ausgelastet, dann stimmt die Leistungsabschreibung mit der linearen Abschreibung überein.

Praxis-Tipp

Seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) sind die Abschreibungsvorschriften für Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften vereinheitlicht.

Abschreibungen auf Forderungen

Abschreibungen auf Sachanlagen

Anlagenbuchhaltung

Gewinn- und Verlustrechnung

Handelsbilanz

Steuerbilanz

Wiederbeschaffungswert

Abschreibungen auf Forderungen (depreciation of bad or doubtful accounts)

Das spezielle Ausfallrisiko einzelner Forderungen wird durch die Einzelwertberichtigung dieser Forderungen erfasst. Das allgemeine Kreditrisiko bei Forderungen wird durch eine Pauschalabschreibung und die Bildung einer Wertberichtigung berücksichtigt. Ein fester Prozentsatz des gesamten Forderungsbestandes wird abgeschrieben. Die Höhe der Pauschalabschreibung soll das wahrscheinliche Ausfallrisiko abdecken.

Direkte Abschreibung bei Einzelwertberichtigung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Kundenforderungen

Die Kundenforderungen des Unternehmens erscheinen nach § 266 HGB im Umlaufvermögen unter „Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“. Die Leistungsforderungen haben keine lange Laufzeit und werden im Umlaufvermögen zum Nennwert bewertet. Es spielt keine Rolle, ob ein Kauf-, Dienst- oder Werkvertrag die rechtliche Grundlage ist. Entscheidend ist, dass das Unternehmen seine Vertragsverpflichtung aus dem gegenseitigen Vertrag erfüllt hat, während der Schuldner seine Leistung, die Geldzahlung, noch nicht erbracht hat.

Zweifelhafte Forderungen

Ausfallrisiko

Ein Ausfallrisiko kann bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Besitzwechseln, Schecks sowie den Darlehensforderungen bestehen. Bei Anzahlungen handelt es sich um Vorleistungen für schwebende Geschäfte. Für geleistete Anzahlungen besteht ebenfalls ein Ausfallrisiko.

Gefährdete Forderungen („Dubiose“) sind von den einwandfreien Forderungen zu trennen. Die Aussonderung stellt zwar noch keine Abschreibung dar, aber es wird eine Verlustquelle offengelegt. Ein teilweiser oder vollständiger Ausfall ist möglich.

Beispiel:

Das Konkursverfahren gegen Heinz Seippel wurde eröffnet. Unsere Forderung beträgt 16.660 €.

So wird gebucht:

Zweifelhafte Forderungen

16.660 €

an

Forderungen

16.660 €

Sollte der Kunde jedoch den vollen Umfang der Forderung begleichen, z. B. durch eine Postüberweisung, dann wäre das Konto „Zweifelhafte Forderungen“ auszugleichen.

So wird gebucht:

Postgiro

16.660 €

an

Zweifelhafte Forderungen

16.660 €

Uneinbringliche Forderungen

Ausfall der Forderung

Einwandfreie Forderungen sind zu ihrem Nennwert zu bewerten, zweifelhafte Forderungen sind zu ihrem wahrscheinlichen Wert und uneinbringliche Forderungen sind nach §§ 252, 253 HGB vollständig abzuschreiben und auszubuchen.

Der Gläubiger hat bei der Entstehung einer Forderung Umsatzsteuer zu entrichten. Der Ausfall der Forderung und die damit verbundene Abschreibung der Forderung bewirken, dass die an das Finanzamt geschuldete Umsatzsteuer nicht mehr zu entrichten ist. Die Umsatzsteuer ist folglich entsprechend zu korrigieren.

Beispiel:

Der Konkursverwalter hat das Konkursverfahren gegen Heinz Seippel mangels Masse eingestellt. Unsere zweifelhafte Forderung über 16.660 € wird vollständig uneinbringlich und ist ganz abzuschreiben. Die enthaltene Umsatzsteuer von 2.660 € ist zu berichtigen.

So wird gebucht:

Abschreibungen auf Forderungen

14.000 €

Umsatzsteuer

2.660 €

an

Zweifelhafte Forderungen

16.660 €

Teilweiser Verlust einer Forderung

Einzelbewertung und Einzelabschreibung

Der geschätzte Ausfall ist bei zweifelhaften Forderungen am Bilanzstichtag abzuschreiben. Die Bonität jeder einzelnen zweifelhaften Forderung wird geprüft. Es erfolgt eine Einzelbewertung dieser Forderungen und dann eine Einzelabschreibung.

Die Berichtigung der Umsatzsteuer erfolgt aber erst, wenn der tatsächliche Forderungsausfall bekannt ist. Die Nettoforderung ist deshalb auch die Bezugsgröße für die Bemessung der Höhe der Abschreibung.

Die Durchführung der Abschreibung kann direkt oder indirekt erfolgen. Die direkte Abschreibung ist aber üblich.

Beispiel:

Angenommen, die Firma Seippel stünde besser da. Es wäre zu einem Vergleich gekommen, und wir könnten mit einer Vergleichsquote von 50 % rechnen. Die Gesamtforderung beträgt 16.660 € (einschließlich 19 % USt. = 2.660 €). Bei einer Vergleichsquote von 50 % besteht noch eine Nettoforderung von 7.000 €. Es ergibt sich ein Buchwert von 9.660 € (7.000 € Nettoforderung, 2.660 € USt. aus der Gesamtforderung). Es sind damit 7.000 € abzuschreiben.

So wird gebucht:

Sobald wir den Konkursfall erfahren, spätestens zum Bilanzstichtag, ist die zweifelhafte Forderung offen zu legen.

Zweifelhafte Forderungen

16.660 €

an

Forderungen

16.660 €

Am Bilanzstichtag ist die Abschreibung auf die Forderung vorzunehmen.

Abschreibungen auf Forderungen

7.000 €

an

Zweifelhafte Forderungen

7.000 €

Die Abschreibung auf Forderungen soll den Forderungsverlust erfassen. Die ausgewiesene Abschreibungssumme ist eine Schätzgröße. Der tatsächliche Forderungsverlust entspricht nur in Ausnahmefällen dem geschätzten.

Folgende Fälle sind möglich:

Schätzung und späterer tatsächlicher Forderungsverlust stimmen überein.

Die Schätzung ist höher als der eingetretene Forderungsausfall.

Die Schätzung ist niedriger als der Forderungsverlust.

1. Fall: Schätzung und tatsächlicher Forderungsausfall stimmen überein

Nehmen wir an, dass der tatsächliche Forderungsverlust dem erwarteten entspricht. Es gehen auf dem Bankkonto 8.330 € ein.

brutto

netto

USt.

Forderung insgesamt

16.660 €

14.000 €

2.660 €

– Banküberweisung

8.330 €

7.000 €

1.330 €

Forderungsausfall

8.330 €

7.000 €

1.330 €

So wird gebucht:

1. Buchung des Zahlungseinganges auf Bankkonto

Bank

8.330 €

an

Zweifelhafte Forderungen

8.330 €

2. Umsatzsteuerberichtigung
(8.330 € gehen verloren, davon 1.330 € Umsatzsteuer)

Umsatzsteuer

1.330 €

an

Zweifelhafte Forderungen

1.330 €

So sehen die Konten aus:

2. Fall: Schätzung ist höher als der tatsächliche Forderungsausfall

9.996 € gehen auf dem Bankkonto ein. Dies entspricht einer Vergleichsquote von 60 %, also mehr als erwartet.

brutto

netto

USt.

Forderung insgesamt

16.660 €

14.000 €

2.660 €

– Banküberweisung

9.996 €

8.400 €

1.596 €

Forderungsausfall

6.664 €

5.600 €

1,064 €

So wird gebucht:

1. Buchung des Zahlungseinganges auf Bankkonto

Bank

9.996 €

an

Zweifelhafte Forderungen

9.966 €

2. Umsatzsteuerberichtigung
(6.664 € gehen verloren, davon 1.064 € Umsatzsteuer)

Umsatzsteuer

1.064 €

an

Zweifelhafte Forderungen

1.064 €

3. Auflösung des Kontos „Zweifelhafte Forderungen“

Zweifelhafte Forderungen

1.400 €

an

Periodenfremder Ertrag

1.400 €

So sehen die Konten aus:

3. Fall: Schätzung ist niedriger als der tatsächliche Forderungsverlust

Angenommen, es gehen nur 40 % der Forderung auf dem Bankkonto ein (6.664 €).

brutto

netto

Ust.

Forderung insgesamt

16.660 €

14.000 €

2.660 €

– Banküberweisung

6.664 €

5.600 €

1.064 €

Forderungsausfall

9.996 €

8.400 €

1.596 €

So wird gebucht:

1. Buchung des Zahlungseinganges auf Bankkonto

Bank

6.664 €

an

Zweifelhafte Forderungen

6.664 €

2. Umsatzsteuerberichtigung (9.996 € gehen verloren, davon 1.596 € Umsatzsteuer)

Umsatzsteuer

1.596 €

an

Zweifelhafte Forderungen

1.596 €

3. Auflösung des Kontos „Zweifelhafte Forderungen“

Periodenfremder Aufwand

1.400 €

an

Zweifelhafte Forderungen

1.400 €

So sehen die Konten aus:

Indirekte Abschreibung bei der Pauschalwertberichtigung

Die tägliche Betriebspraxis zeigt, dass ein bestimmter Prozentsatz der Forderungen ausfällt. Dieses allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Abschreibung auf den gesamten Forderungsbestand erfasst, es erfolgt keine Bonitätsprüfung einzelner Forderungen.

Praxis-Tipp

Die Höhe der Pauschalwertberichtigung ermitteln Sie aufgrund der Erfahrung mit Forderungsausfällen in den letzten 3 – 5 Jahren. Den gewonnenen Pauschalsatz wenden Sie auf den gesamten Forderungsbestand (Nettowert) an. Dieser Pauschalsatz darf aus steuerlicher Sicht 5 % nicht übersteigen und muss rechnerisch überprüfbar sein.

Die Pauschalwertberichtigung geht wie die Einzelwertberichtigung vom Nettowert der Forderung aus. Die in den Forderungen enthaltene Umsatzsteuer ist herauszurechnen.

Beispiel:

Der Forderungsbestand eines Unternehmens beträgt 3.570.000 €. Eine Pauschalwertberichtigung von 2,5 % ist zu ermitteln ( Umsatzsteuer).

Forderungsbestand, brutto

3 .570.000 €

– Umsatzsteuer 19 %

570.000 €

Forderungsbestand, netto

3.000.000 €

2,5 % Pauschalwertberichtigung aus 3 000.000 € ergibt 75.000 €.

Die Pauschalwertberichtigung auf den Gesamtbestand der Forderungen erfolgt in der Praxis meist indirekt. Die Habenbuchung wird bei der indirekten Abschreibung auf dem Konto „Wertberichtigungen auf Forderungen“ (Delkredere) durchgeführt.

So wird gebucht:

Abschreibung auf Forderungen

75.000 €

an

Pauschalwertberichtigung auf Forderungen

75.000 €

Die Wertberichtigung korrigiert den Wert der Forderungen. Das Konto „Wertberichtigungen auf Forderungen“ ist das Gegenkonto zu Forderungen.

Gehen in der Folgeperiode alle Forderungen des Gesamtbestandes ein, dann verliert die gebildete Pauschalwertberichtigung auf Forderungen ihren Sinn und wird den Ertrag erhöhend aufgelöst.

So wird gebucht:

Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen

an

Periodenfremden Ertrag

Kapitalgesellschaften dürfen nach § 266 HGB keinen passiven Ausweis von Wertberichtigungen auf Forderungen im Jahresabschluss vornehmen. Das Konto „Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen“ wird deshalb beim Jahresabschluss über das Konto „Forderungen“ ausgebucht. Das Konto „Pauschalwertberichtigung auf Forderungen“ wird im neuen Geschäftsjahr mit den Beträgen des Vorjahres fortgeführt.

Abschreibungen auf Sachanlagen (fixed-asset depreciation)

Die Sachanlagen eines Unternehmens werden durch die Güterproduktion abgenutzt. Der Wert des Gebäudes, der technischen Aggregate sowie der Fahrzeuge wird jedes Jahr geringer. Die Anschaffungskosten werden durch die jährlichen Abschreibungen auf die Jahre der Nutzung, die durchschnittliche Lebensdauer, umgelegt. Bei bebauten Grundstücken ist nur eine Abschreibung auf den Gebäudewert möglich.

Der Wertverlust bei Maschinen und technischen Anlagen hat verschiedene Ursachen:

Verschleiß durch Gebrauch und Witterungseinflüsse, z. B. Korrosion,

technische und wirtschaftliche Überholung; eine neue Maschine ist leistungsfähiger.

Buchung der Abschreibung

direkte Abschreibung

Die direkte Abschreibung erfolgt auf den Anlagekonten. Die Restbuchwerte der Anlagegüter werden in der Schlussbilanz auf der Aktivseite ausgewiesen.

Beispiel:

Ein Unternehmen kaufte zu Beginn des Jahres einen Pkw für die Geschäftsführung für 35.000 €, der in 5 Jahren direkt abgeschrieben werden soll. Buchung am 31.12.

So wird gebucht:

Abschreibungen auf Fuhrpark

7.000 €

an

Fuhrpark

7.000 €

So sehen die Konten aus:

Auswirkungen im Vermögensbereich:

Erfassung der Wertminderungen bei den Vermögensgegenständen

Richtiger Ausweis der Vermögensposten in der Bilanz

Auswirkungen im Erfolgsbereich:

Erfassung der Kosten bzw. Aufwands in der G+V-Rechnung

Verringerung des Gewinns.

indirekte Abschreibung

Bei der indirekten Abschreibung bleibt der Anschaffungswert eines Anlagegutes in seiner ursprünglichen Höhe auf dem betreffenden Anlagekonto stehen. Die Abschreibungen werden auf der Passivseite auf dem Konto „Wertberichtigungen“ ausgewiesen.

Beispiel:

Das vorherige Beispiel soll jetzt indirekt verbucht werden.

So wird gebucht:

Abschreibungen auf Sachanlagen

7.000 €

an

Wertberichtigungen auf Sachanlagen

7.000 €

So sehen die Konten aus:

Anschaffungsnaher Aufwand und Erhaltungsaufwand bei Gebäuden

Der Bauherr kann nach erfolgter Fertigstellung eines Gebäudes die Abschreibung vornehmen, wobei er ein Wahlrecht zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung hat. Der Käufer eines Gebäudes, der dieses repariert oder modernisiert, wodurch es einen höheren Nutzungswert hat, wird gleich behandelt.

anschaffungsnaher Herstellungsaufwand

Hauptkennzeichen des anschaffungsnahen Herstellungsaufwands ist, dass die Aufwendungen im Verhältnis zum Kaufpreis des Gebäudes hoch sind. Die Instandsetzungsaufwendungen müssen wie der Kaufpreis aktiviert und über die gesetzlich festgelegten Jahre verteilt abgeschrieben werden. Der sofortige Abzug als Betriebsausgaben für umfangreiche Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen ist damit nicht möglich.

Der Käufer eines instandsetzungsbedürftigen Gebäudes wird damit gleichbehandelt wie derjenige, der ein bereits modernisiertes Gebäude erwirbt. Anschaffungsnaher Herstellungsaufwand liegt auch vor, wenn der Vermögensgegenstand erweitert oder wesentlich verbessert wird.

Erhaltungsaufwand

Die laufende Instandhaltung und Instandsetzung eines Gebäudes wird als Erhaltungsaufwand bezeichnet und kann in dem betreffenden Jahr in voller Höhe als Betriebsausgaben angesetzt werden.

Abschreibungen im Steuerrecht

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) entspricht der planmäßigen Abschreibung im Handelsrecht. Die Steuergesetzgebung hat Richtzahlen für die Nutzungsdauer einzelner Wirtschaftsgüter herausgegeben, um zu hohe Abschreibungen zu vermeiden, z. B. Registrierkasse 6 Jahre, Transportbänder 14 Jahre, Lkw 9 Jahre.

Die steuerlichen Abschreibungen werden nach den AfA-Tabellen der Finanzverwaltung ermittelt. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Anlagegüter in den AfA-Tabellen beruht auf den Erfahrungen der steuerlichen Betriebsprüfung und orientiert sich nach der tatsächlichen Nutzungsdauer in den Unternehmen. Die tatsächliche oder wirtschaftliche Nutzungsdauer ist kürzer als die technische Nutzbarkeit (z. B. bei einer Außenbeleuchtung 19 statt 25 Jahre, bei Drehbänken 16 statt 20 Jahre, einem Getränkeautomaten 7 statt 10 Jahre, bei Büromöbeln 13 statt 15 Jahre).

Die Unternehmenssteuerreform 2008 erlaubte bei beweglichen Wirtschaftsgütern nur noch die lineare Abschreibung in der Steuerbilanz. Im Handelsrecht und in der Handelsbilanz hat die degressive Abschreibung weiterhin Gültigkeit.

Im Steuerrecht ist eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert möglich ( Steuerbilanz).

Ein Bewertungswahlrecht besteht bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) des Anlagevermögens. Es wird bei den GWG zwischen den privaten Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit und den Gewinneinkünften unterschieden ( Geringwertige Wirtschaftsgüter).

Der Gesetzgeber gewährt aus politischen Gründen erhöhte Absetzungen oder Sonderabschreibungen. Erhöhte Absetzungen ersetzen die normale AfA. Die Sonderabschreibungen sind Abschreibungsvergünstigungen, die zur normalen AfA hinzukommen. Nur kleine und mittlere Unternehmen können die Sonderabschreibungen nach § 7 EStG in Anspruch nehmen. Steuerlich begründete Sonderabschreibungen sind seit dem BilMoG in der Handelsbilanz nicht mehr zulässig.

Sonderabschreibung

Praxis-Tipp

Die Sonderabschreibung kann neben der normalen Absetzung für Abnutzung (AfA) wahrgenommen werden. Der Steuervorteil verringert den Gewinn. Die Sonderabschreibung können Gewerbetreibende, Landwirte und Angehörige freier Berufe ebenfalls beanspruchen. Gleichgültig ist, ob die Gewinnermittlung durch die Buchführung oder mittels der Ein- nahme-Überschussrechnung erfolgt.

Der Investitionsabzug dient der Erleichterung der Investitionstätigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen. Der Investitionsabzugsbetrag kann bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungsoder Herstellkosten betragen (§ 7g EStG). Der vorweggenommene Betriebsausgabenabzug der späteren Investition ist ein Steuervorteil. Erfolgt keine begünstigte Investition, dann ist die Steuerermäßigung wieder rückgängig zu machen. Der Investitionsabzugsbetrag erfolgt aber außerhalb der Bilanz in einer Anlage zur Steuererklärung.

Abschreibungen

Anlagenbuchhaltung

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

AG: Jahresabschluss/Gewinnverwendung

Der Gesetzgeber stellt an den Jahresabschluss der Aktiengesellschaft strenge Anforderungen. Das Aktiengesetz verlangt die Bildung einer gesetzlichen Rücklage aus dem Jahresüberschuss ( Rücklagen). Die Zuständigkeiten bei der Gewinnverwendung sind klar geregelt.

Erstellung des Jahresabschlusses

Pflichten des Vorstands

Der Vorstand leitet und vertritt die AG nach außen. Die regelmäßige Unterrichtung des Aufsichtsrates über die Geschäftslage (§ 90 AktG), die Erstellung des Jahresabschlusses (§ 242 HGB) und die Einberufung der Hauptversammlung (§ 121 AktG) gehören ebenfalls zu seinen Pflichten.

Die Erstellung des Jahresabschlusses hat bei der AG innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres zu erfolgen (§ 264 Abs. 1 Satz 3 HGB). Der Jahresabschluss der AG ist um einen Anhang zu erweitern, der Geschäftsverlauf ist im Lagebericht zu erläutern.

Der Jahresabschluss wird bei der AG durch den Vorstand und den Aufsichtsrat für verbindlich erklärt (§ 172 AktG).

Strengere Anforderungen an Kapitalgesellschaften

Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften

Der Jahresabschluss hat „unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft zu vermitteln“ (§ 264 Abs. 2 Satz 1 HGB). Diese Anforderung verlangt den Ausweis sämtlicher Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend den §§ 266, 275 HGB.

Im Hinblick auf die Vergleichbarkeit müssen Kapitalgesellschaften die einmal gewählte Form der Darstellung und der Gliederung fortführen (§ 265 Abs. 1 HGB). Die Angabe der Vorjahreswerte bei allen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung dient ebenfalls diesem Ziel. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung werden im Anhang erläutert und durch weitere Informationen ergänzt ( Anhang).

Kleine AG hat folgende Erleichterungen:

verkürzte Bilanz nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB reicht aus

keine Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB)

Für kleine Kapitalgesellschaften gilt gemäß § 274a HGB:

sie sind von der Aufstellung eines Anlagegitters befreit,

die Erläuterung bestimmter Forderungen im Anhang entfällt,

es bedarf keiner Erläuterung bestimmter Verbindlichkeiten im Anhang,

eine Abgrenzung latenter Steuern ist nicht erforderlich.

Lagebericht soll mehr Aussagekraft haben

Lagebericht umfassender als Jahresabschluss

Der Lagebericht unterrichtet über den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Jahr und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Die Entwicklung bei wichtigen Tochtergesellschaften und größere Investitionsvorhaben sind darzustellen. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind zu erläutern, auf Risiken und die Perspektiven des Unternehmens ist einzugehen. Der Lagebericht ist umfassender als der Jahresabschluss, er soll dem Leser eine wirtschaftliche Gesamtbeurteilung des Unternehmens ermöglichen. Ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild über die Lage und den Geschäftsverlauf soll vermittelt werden.

Ergänzende Hinweise zum Jahresabschluss werden im Lagebericht gemacht. Auf die Kapitalausstattung und die Liquidität, die Ertragsentwicklung und die Ertragskomponenten ist einzugehen. Die Angaben zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den funktionalen Unternehmensbereichen Beschaffung, Produktion, Absatz und Personal können durch entsprechende Kennzahlen vertieft werden.1

Praxis-Tipp

Einen Lagebericht erstellen müssen die großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften (AG, KGaA, GmbH), die Genossenschaften sowie Einzelkaufleute und Personengesellschaften, die unter das Publizitätsgesetz fallen ( Offenlegung).

Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Konzernlagebericht

Ist eine Kapitalgesellschaft zur Aufstellung eines Konzernabschusses verpflichtet, dann ist nach § 290 Abs. 1 HGB auch ein Konzernlagebericht zu erstellen ( Handelsbilanz). Der Anhang des Jahresabschlusses der Muttergesellschaft und der Konzernanhang können auch zusammengefasst werden (§ 298 Abs. 3 Satz 1 HGB). Ein deutsches Mutterunternehmen mit einem Konzernabschluss nach IFRS muss ebenfalls einen Konzernlagebericht erstellen, der die Anforderungen des § 315 HGB erfüllt.

Der Geschäftsverlauf und die Geschäftsergebnisse des Konzerns sind im Konzernlagebericht ausgewogen darzustellen. Wichtige Vorgänge sowie Chancen und Risiken sind zu erläutern. Außer dem Eigenkapitalspiegel und der Kapitalflussrechnung ist die Segmentberichterstattung Pflichtbestandteil des Konzernabschlusses.

Die Segmentberichterstattung muss Informationen über die wichtigsten Geschäftsfelder oder Bereiche eines Unternehmens liefern. Sie hat den Leser über die Erfolgsquellen und bestimmte Unternehmensaktivitäten zu unterrichten. Ein operatives Segment liegt vor, wenn das Segmentvermögen und das Segmentergebnis mindestens 10 % des Unternehmens erreichen ( Konzernabschluss).

Prüfung von Jahresabschluss und Geschäftsbericht

Die Einhaltung der Gliederungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches sowie des Aktiengesetzes wird bei Kapitalgesellschaften durch Abschlussprüfer, bei Aktiengesellschaften durch Wirtschaftsprüfer überprüft. Die Abschlussprüfer haben auch dafür zu sorgen, dass die Angaben im Lagebericht und die weiteren Informationen realistisch sind.

Zuständigkeiten der Organe bei der Rechnungslegung

Der Vorstand hat in den ersten drei Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres den Jahresabschluss und Lagebericht aufzustellen.

Der Wirtschaftsprüfer prüft, ob die zwingenden Gliederungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 266 ff. HGB) und die §§ 152 und 158 des Aktiengesetzes (AktG) eingehalten worden sind. Er erstellt den Prüfungsbericht und erteilt den Bestätigungsvermerk.

Jahresabschluss, Lagebericht und Prüfungsbericht sind dem Aufsichtsrat zur Kontrolle und Genehmigung vorzulegen (§§ 170 ff. AktG). Genehmigt der Aufsichtsrat den aufgestellten Jahresabschluss, dann gilt dies als Feststellung des Jahresabschlusses. Die Hauptversammlung beschließt über die Verwendung des Gewinns und entlastet Vorstand und Aufsichtsrat.

Jahresabschluss und Lagebericht sind elektronisch an den Bundesanzeiger zu übermitteln. Auch kleine Kapitalgesellschaften müssen ihre offenlegungspflichtigen Unterlagen einreichen ( Unternehmensregister).

Gewinnverteilung bei der Aktiengesellschaft

Die Buchhaltung ermittelt den vorläufigen Jahresüberschuss, der Ausgangspunkt der Gewinnverteilung ist. Ein Verlustvortrag aus dem Vorjahr ist abzuziehen.

Es ergibt sich dann der vorläufige Jahresüberschuss nach Abzug des Verlustvortrages, von dem wiederum die Zuweisung in die gesetzliche Gewinnrücklage abgezogen wird. Der Jahresüberschuss nach Zuweisung in die gesetzliche Gewinnrücklage ist Bezugsbasis für die Berechnung der Vorstandstantieme. Es erfolgt dann die Einstellung in andere Gewinnrücklagen. Wird die Dividende an die Aktionäre abgezogen, dann verbleibt der Gewinn- bzw. Verlustvortrag.

Vom vorläufigen Jahresüberschuss zum Gewinnvortrag

1

Vorläufiger Jahresüberschuss laut Buchhaltung

2

Verlustvortrag des Vorjahres

3

=

Vorläufiger Jahresüberschuss nach Abzug des Verlustvortrages

4

Zuweisung in die gesetzliche Gewinnrücklage

5

=

Jahresüberschuss nach Zuweisung in die gesetzliche Gewinnrücklage

6

Andere Gewinnrücklagen

7

=

Jahresüberschuss nach Zuweisung aller Gewinnrücklagen

8

Dividende

9

=

Gewinnvortrag

Jahresüberschuss = Position 1 bis 9

Bilanzgewinn = Position 5 bis 9

Buchungen zur Gewinnverteilung

Hauptversammlung bestimmt Gewinnverwendung

Der Gewinn der Aktiengesellschaft kann einbehalten oder an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Hauptversammlung entscheidet über die Gewinnverwendung meistens vier bis sechs Monate nach dem Ende des Geschäftsjahres. Der Vorstand weiß deshalb nicht genau bei der Aufteilung des Jahresabschlusses, welcher Teil des Gewinns dem Konto Rücklagen zugeführt und wie viel an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Der Gewinn wird bis zum Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung auf das Konto „Jahresüberschuss“ gebucht. Die Aktiengesellschaft hat bis zur Entscheidung der Hauptversammlung über die Gewinnverwendung drei Eigenkapitalkategorien. Diese sind das Grundkapital, die Rücklagen und der Jahresüberschuss ( Rücklagen).

So wird gebucht:

Umbuchung des Jahresüberschusses

G +V-Konto

an

Jahresüberschuss (= Bilanzergebnis)

Die Buchung zum Ausgleich eines Verlustvortrages lautet:

Jahresüberschuss (oder Bilanzergebnis)

an

Verlustvortrag

Die Zuweisung in die gesetzliche Rücklage:

Jahresüberschuss

an

Gesetzliche Rücklage

Der Vorstand macht einen Gewinnverwendungsvorschlag, die Hauptversammlung beschließt jedoch die Gewinnverwendung. Körperschaftsteuer ist an das Finanzamt für einbehaltene und ausgeschüttete Gewinne zu entrichten. Kapitalertragsteuer ist für an die Aktionäre ausgeschüttete Gewinne zu leisten.

So wird gebucht:

Buchungen der Gewinnverwendung

Zuführungen zu den Gewinnrücklagen

Jahresüberschuss

an

Satzungsmäßige Rücklage Andere Rücklagen

Zuweisungen an die Aktionäre und an das Finanzamt

Jahresüberschuss

an

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (Dividende) Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzamt

Buchung des Gewinnvortrags

Jahresüberschuss

an

Gewinnvortag (= Ergebnisvortrag aus früheren Perioden)

Die Verbindlichkeiten an die Aktionäre sowie an das Finanzamt werden später durch Überweisungen aus dem Bankkonto beglichen. Die Konten der verschiedenen Gewinnrücklagen sowie der Gewinnvortrag werden in das Schlussbilanzkonto übertragen.

So wird gebucht:

Gesetzliche Rücklage

Satzungsmäßige Rücklage

Andere Rücklagen

an

Schlussbilanzkonto

Gewinnvortrag

an

Schlussbilanzkonto

Praxis-Tipp

Eine kleine Aktiengesellschaft gilt aber stets als große Kapitalgesellschaft, wenn ihre Aktien an der Börse zum amtlichen Handel oder zum geregelten Freiverkehr zugelassen sind. Sie kommt dann nicht in den Genuss der verkürzten Bilanzdarstellung, der Prüfungsbefreiung, der Erleichterungen im Anhang und der Offenlegung.

Handelsbilanz

Anhang

Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresabschluss

Konzernabschluss

Offenlegung

Unternehmensregister

Anhang (notes)

Der Anhang ist Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften, der mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung eine Einheit bildet (§ 264 Abs. 1 HGB). Im Anhang werden die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und einzelne Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erläutert (§ 284 Abs. 2 HGB). BilMoG hat die Anzeigepflichten in § 285 HGB erweitert.

Die Berichterstattungspflichten im Anhang nach HGB und in den notes nach IFRS liefern Hinweise über die Bildung und Auflösung von stillen Reserven. Die notes eines Abschlusses nach IFRS sollten Sie beachten, wenn Sie einzelne Bilanzposten auswerten.

Wahlpflichtangaben

Pflichtangaben mit Wahlrecht

Die Wahlpflichtangaben müssen gemacht werden, der Bilanzierende hat im HGB aber ein Wahlrecht, ob er die Angaben in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang macht.

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres und die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sind in der Bilanz oder im Anhang anzugeben (§ 268 Abs. 2 HGB).

Wenn der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Auszahlungsbetrag ist, dann darf der Differenzbetrag auf der Aktivseite ausgewiesen werden (§ 250 Abs. 3 HGB). Das aktivierte Disagio ist in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite gesondert auszuweisen oder im Anhang zu berücksichtigen.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten aus der Ausgabe und Übertragung von Wechseln, Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen sind unter der Bilanz oder im Anhang anzugeben (§ 251 HGB).

Pflichtangaben Gewinn- und Verlustrechnung

Außerplanmäßige Abschreibungen in der Handelsbilanz auf Gegenstände des Anlagevermögens (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB) und auf Gegenstände des Umlaufvermögens (§ 253 Abs. 4 HGB) sind in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert auszuweisen oder im Anhang zu vermerken (§ 277 Abs. 3 HGB).

Pflichtangaben nur im Anhang

Angaben nur im Anhang

Bei den Pflichtangaben handelt es sich um Angaben, die nur im Anhang gemacht werden dürfen, wie die Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Die folgenden Pflichtangaben sind zu machen:

Zusätzliche Angaben sind im Anhang zu machen, falls der Jahresabschluss kein den tatsächlichen Verhältnisse entsprechendes Bild vermittelt (§ 264 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Wird die formale Bilanzkontinuität unterbrochen, dann ist dies im Anhang anzugeben und zu begründen.

Erläuterungen sind im Anhang zu machen, wenn der Betrag eines Postens der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung mit der betreffenden Jahresabschlussposition des Vorjahres nicht vergleichbar ist (§ 265 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Außerordentliche Aufwendungen und Erträge, die zur Beurteilung der Ertragslage wichtig sind, müssen im Anhang erläutert werden (§ 277 Abs. 4 Satz 2 HGB).

Einbeziehung von Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten (284 Abs. 2 Satz 5 HGB)

Fremdwährungspositionen und ihre Umrechnung sind im Anhang anzugeben (§ 284 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Die verlangten Angaben im Anhang in § 285 HGB wurden durch BilMoG erweitert. Wichtige Angaben sind:

Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren ist anzugeben (§ 285 Nr. 1 HGB).

Angabe von wichtigen Geschäften, die nicht in der Bilanz enthalten sind (§ 285 Nr. 3 HGB)

Höhe der Ertragsteuern auf die gewöhnliche Geschäftstätigkeit und das außerordentliche Ergebnis (§ 285 Nr. 6 HGB)

Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten getrennt nach Gruppen (§ 285 Nr. 7 HGB)

Gesamtbezüge der obersten Leitungsorgane, Kredite an Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat (§ 285 Nr. 9 HGB)

Nennung der Beteiligungsverhältnisse an Unternehmen (§ 285 Nr. 11 HGB)

Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren (§ 285 Nr. 17 HGB)

Angaben zu den Finanzinstrumenten des Anlagevermögens, die oberhalb ihres beizulegenden Zeitwertes in der Bilanz bewertet werden (§ 285 Nr. 18 HGB).

Nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente (§ 285 Nr. 19 HGB)

Angabe der Gründe hinsichtlich des Risikos der Verbindlichkeiten unter der Bilanz (§ 285 Nr. 27 HGB)

Angabe der Berechnungsverfahren bei den Rückstellungen für Pensionen (§ 285 Nr. 24 HGB)

Angaben zu Ausschüttungssperren (§ 285 Nr. 28 HGB)

Angaben zu latenten Steuern (§ 285 Nr. 29 HGB)

Praxis-Tipp

Die Anzeigepflichten müssen große Kapitalgesellschaften in vollem Umfang erfüllen, während es für mittelgroße und insbesondere kleine Kapitalgesellschaften Befreiungen für bestimmte Anhangangaben gibt (§§ 267, 288, 326, 327 HGB).

AG: Jahresabschluss und Gewinnverwendung

Jahresabschluss

Konzernabschluss

Anlagegüter (fixedassets) – Kauf und Verkauf

Erworbene Anlagegüter sind auf den entsprechenden Bestandskonten zu buchen. Die Anschaffungskosten werden um Nebenkosten der Beschaffung erhöht, während Rabatte und Skonti die Anschaffungskosten vermindern. Verkaufspreis und Buchwert stimmen beim Verkauf gebrauchter Anlagegüter meist nicht überein.

Kauf von Anlagegütern

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten beinhalten zunächst den Nettopreis des Anlagegutes. Die ausgewiesene Umsatzsteuer ist als Vorsteuer zu berücksichtigen. Nachlässe wie Rabatte und Skonti sind abzuziehen. Die beim Erwerb des Anlagegutes anfallenden Kosten (z. B. für Vermittlung, Transport) sind als Anschaffungsnebenkosten zu aktivieren (§ 255 Abs. 1 HGB) und werden auf den jeweils vorgesehenen Anlagekonten gebucht. Die Anschaffungsnebenkosten sind nach Handelsrecht über die gesamte Dauer der Nutzung des Anlagegutes abzuschreiben.

Finanzierungsaufwendungen wie Zinsen, Diskont und Disagio können nicht als Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt werden.

Anschaffungspreis

Listenpreis ohne Umsatzsteuer
(Mit Umsatzsteuer nur, wenn kein Vorsteuerabzug vorgenommen werden darf.)

– Abzüge

Rabatte (auch Boni)
Skonti
Zuschüsse, Subventionen

+ Anschaffungsnebenkosten

Kosten für Vermittlung und Beurkundung
Grunderwerbsteuer, Zölle
Versicherung
Transportkosten

Fundamentierungs- und Montagekosten bei Maschinen

= Anschaffungskosten

Beispiel:

Ein Unternehmen kauft eine Maschine zum Listenpreis von 20.000 € zuzüglich 19 % USt. 10 % Rabatt wird gewährt. Der Spediteur verlangt für den Transport 400 € + 19 % USt. Die Zahlungsbedingungen des Lieferanten lauten: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 3 Wochen.

So wird gebucht:

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