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Katzenhaltung

Aline Kröger

Katzenhaltung

Wahl, Umgang, Todesfallen


Dieses Buch widme ich allen meinen geliebten Katzen, die für immer in meinem Herzen leben! Jede meiner Katzen hat dort einen eigenen, warmen, geschützten und gemütlichen Platz, eine Luxus Suite in bestem Ambiente, direkt am Mittelmeer gelegen, mit je einem riesengroßen Stück vom Garten Eden und täglich einer exorbitanten Portion an Leckereien! So lässt es sich leben! Danke, dass ihr mein Leben bereichert! Ihr seid spitze!


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Vorwort

Liebe Katzenfreundin, lieber Katzenfreund!

Bevor du dir eine Katze zulegst, oder falls du zuhause bereits Katzen hast, dich aber nicht so genau auskennst, solltest du dieses Buch lesen! In diesem Werk stehen essentielle Fakten und Erfahrungen, die das Leben deines geliebten Vierbeiners retten könnten! Natürlich hilft es dir auch dabei herauszufinden, ob du für eine Katzenhaltung langfristig überhaupt geeignet bist. Es gewährt dir einen Einblick in das Wesen und in die Sprache der Katze, und es zeigt dir, wie du Katzen führst - anstatt geführt zu werden!

Dieses Buch entlarvt diverse Fallen, erklärt viele Tipps und Tricks, die in vielen Fachbüchern komischer Weise entweder gar nicht oder nur zum Teil stehen, und die nicht einmal die meisten Tierärzte preisgeben, - und wenn, dann nicht in diesem Umfang! Ich musste selbst durch leidvolle Erfahrungen gehen, ehe mir dieses Wissen zuteil wurde!

Viele Katzen würden heute noch leben, wenn ihre Katzenbesitzer ein eingehenderes Wissen von den Gefahren, Gepflogenheiten und Bedürfnissen ihrer Lieblinge hätten. Leider ist es den meisten Tierärzten nicht immer möglich, auf die Todesfallen hinzuweisen oder den Ursprung einer Krankheit zu lokalisieren, weil ihnen dazu die Zeit und manchmal auch die Kapazität fehlt. Es wird davon ausgegangen, dass jemand, der sich eine Katze besorgt, sich wohl bereits über die wichtigsten Hinweise zur Katzenhaltung informiert hat. Das ist aber oft nicht oder nur unzureichend der Fall.

 

Ich möchte mit dir mein Wissen und meine eigenen Erfahrungen in diesem Buch teilen. Dieses Buch entstand durch eine Idee, auf die mich mehrere Leute brachten, nachdem ich ihnen Tipps über Katzen gegeben hatte. Immer wieder werde ich als langjährige Katzenhalterin zum Thema Katzenerziehung befragt, daher habe ich mir gedacht: jetzt schreibe ich ein Buch, in dem alles drinnen steht, was ich weiß. Es ist so komplex, dass man es auch als Nachschlagebuch verwenden kann.

In diesem Sinne: auf ein langes, gesundes und schönes Leben mit deinem Vierbeiner!

Bist du bereit zum Loslegen? Dann lasse uns mit dem Lüften der Geheimnisse beginnen...JETZT!

Herzliche Grüße!

Deine Aline Kröger

Psychologische Beraterin/ Personal Coach, Motivationstrainerin, kfm. Fremdsprachenkorrespondentin, zertifizierte Fitnesstrainerin, Autorin, Hörbuchsprecherin und Autodidaktin

Inhaltsangabe

Einleitung - meine Geschichten mit Katzen

 

Nichts für schwache Nerven:

Was ich dir jetzt erzähle, ist wirklich nichts für schwache Nerven. Meine Bekenntnisse sollen informieren, wach rütteln und vor furchtbaren Fehlern bewahren helfen. Ich sage es gleich vorweg: wäre ich vorher schlauer gewesen, dann hätte ich vieles anders gemacht! Ich liebe Tiere, aber ich habe zu Anfang viel falsch gemacht. Ich weiß, dass jeder Fehler macht, und zwar auf den verschiedendsten Gebieten, das ist normal, und nur durch Fehler lernen und wachsen wir. Wer behauptet, er sei fehlerfrei, der braucht nicht mehr zu wachsen, er ist schon fertig und somit kein Mensch mehr. Aber manche Fehler können wir vermeiden, wenn wir uns weiterbilden! Wenn wir andere verletzen, dann ist das schlimmer, als wenn uns ein Glas Tee herunterfällt, oder als wenn wir in einem Test durchfallen. Ich habe aus meinen Fehlern dazugelernt und habe ein umfangreiches Wissen angesammelt, um künftig meine Haustiere und die anderer Katzenhalter zu schützen und so gut wie möglich zu versorgen mit allem, was sie brauchen! Die folgenden Szenen sind nicht ohne Tränen und Schmerzen von statten gegangen. Hoffentlich helfen die folgenden Informationen so vielen Katzenhaltern und Samtpfoten wie möglich sie vor Schaden zu bewahren!

 

Tierquälerei durch Unwissenheit:

Glaubst du, Tierquälerei gibt es nur bei Tierhassern? Weit gefehlt! Unwissenheit und fehlendes Einfühlungsvermögen können auch den größten Tierfreund und Tierliebhaber zur tödlichen Bedrohung machen!

 

Naivität und unzureichende Bildung:

Ich kannte mich als sehr junge Dame Anfang 20 mit Katzen nicht wirklich aus. Meine ersten beiden Katzen bekam ich in Form von Katzenbabys von meinem Nachbarn. Seine Katze bekam Junge, und er fragte mich, ob ich nicht zwei davon haben wolle. Nach einigen Überlegungen willigte ich ein. Ich hatte keinen blassen Schimmer von der enormen Verantwortung und von den möglichen, extrem hohen Kosten, die ich als Katzenhalterin zu tragen hatte! Ich las ein paar Bücher über Katzen und dachte: da müsse ja alles Wichtige drinnen stehen, und ich hätte damit genug gelesen. Aber nicht in jedem Buch stehen die essentiellen Tipps, die darauf hinweisen, was man auf gar keinen Fall tun darf! Ich ging einfach davon aus, dass Katzen ähnlich wie Menschen funktionieren und etwa dasselbe fressen, wenn sie dürfen!

 

Giftiges: Teebaumöl, Knoblauch, Billigfutter:

Damals habe ich den Fehler gemacht und habe meine Katzen mit zerquetschtem Knoblauch in Olivenöl gefüttert (um ihnen eine Wurmkur zu verpassen), ganz so wie es eine angebliche, selbsternannte Expertin für gesundes Katzenfutter in der Werbung empfahl! FATALER FEHLER! Ihr Aspekt war allerdings ein geschmacklicher: der Knoblauch sollte dem Futter beigemischt werden, damit die Katzen es lieber fressen! Als Schülerin, die ihr Abitur auf dem Kolleg nachmachte und kaum Geld hatte, wollte ich mir die 7 Euro für die Wurmkur pro Katze sparen. Ich vertraute dieser angeblichen Expertin und dachte, das mit der Wurmkur müsse auch billiger gehen. Wenn wir Menschen uns entwurmen, müssen wir doch auch Knoblauch essen. Es gibt sogar heute noch Menschen, darunter einige offenbar nicht komplett informierte Fachmenschen (z. B. Tierärzte!), die behaupten FÄLSCHLICHER WEISE (!), Knoblauch und Teebaumöl seien gut für Katzen! Neulich sah ich sogar eine TV-Sendung, in der eine angeblich zertifizierte Katzenflüsterin (!) Knoblauch für geschmackliche Verbesserung des Katzenfutters anpries! Welch fatales Halbwissen mit tödlichen Folgen! Ich habe später 1 + 1 zusammen gezählt und kam auf die Idee zu recherchieren, ob es nicht am Knoblauch hätte liegen könne, dass Katzen gestorben sind. Tierärzte können nicht immer genau sagen, woran die Katze gestorben ist, denn die präzise Untersuchung/ Obduktion würde nochmal mehrere hundert Euro kosten. Und was heraus kam war: ich hatte Recht! Leider wies mich niemand vorher auf diesen wichtigen Hinweis hin!

 

Todesgefahr: Blutiger Urin und Nierensteine:

Meine Katze, das Weibchen "Lisa", ließ sich das Füttern von öligem Knoblauch zum Glück nicht lange gefallen, aber mein geliebter Kater, "Lulou", der mich bedingungslos zurückliebte und mir vertraute, ließ sich nach einigem Abwenden von mir füttern und schluckte den Knoblauch - leider! Um Geld zu sparen, kaufte ich auch das 1-Euro-Billigfutter. Dies musste mein Kater und auch ich später teuer bezahlen mit einer Not-OP. Er bekam Nierensteine und blutete aus dem Genital, während er erbärmlich wimmerte und sich vor Schmerzen krümmte. Es ergoß sich aus ihm heraus eine große Blutlache, mein Kleiner hatte sehr viel Blut verloren. Für ein so kleines Tier ist so ein Blutverlust extrem lebensgefährlich! Das Billigfutter ließ Säurekristalle im Blut und Nierensteine in den Nieren entstehen. NIEMAND ERZÄHLT EINEM, DASS BILLIGFUTTER FÜR KATZEN DIE KATZEN TODKRANK MACHEN! (Ich frage mich allen Ernstes, WARUM es so ein Futter überhaupt in den Läden zu kaufen gibt!? Will uns die Industrie komplett für dumm verkaufen? Legen sie es absichtlich auf sterbende Tiere an, nur um schnelles Geld zu machen?) Natürlich muss man von alleine darauf kommen! In manchen Büchern steht es aber bereits. Ein Fortschritt!

 

Teures Anti-Nierenstein-Futter:

Nach der OP bekam mein Kater - und meine Katze gleich mit - das teure Anti-Nierenstein-Futter, das Nierensteinen entgegenwirkt. Im Anschluss an die Operation hatte mein Kater ständig Afterzucken (ein Nerv wurde offenbar während der OP irreparabel beschädigt) und Schmerzen beim Aufdietoilettegehen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mein Umzug nach Bayern stand kurz bevor, denn dort wollte ich studieren.

 

Horror-Extremstress bei langen Fahrten:

Meine Tierärztin gab mir eine Art Schlafmittel bzw. Betäubungsmittel für meine Katzen, um die Reise für die Kleinen erträglich zu machen. Das Problem war, dass die Katzen durch das Betäubungsmittel zwar sehr müde wurden und Bewegungsprobleme hatten, sie waren innerlich aber sehr (!) aufgewühlt; vor allem mein Kater jaulte die ganze Fahrt über, ganze 5 - 6 Stunden lang, trotz Betäubungsmittel! Beide Katzen litten sehr unter der langen, wackeligen, geräuschvollen Fahrt in ihren mehr oder weniger engen Käfigen! Meine Stressbelastung wirkte sich auf die Kleinen wiederum verstärkend auf ihren Stresspegel aus. Der Fahrer der Mitfahrgelegenheit, welcher uns beförderte, war zum Glück sehr gutmütig. Das stundenlange, ununterbrochene, klägliche, laute Jaulen stresste uns alle sehr.

 

Fix und alle:

Nachdem wir angekommen waren, versuchten meine Katzen, trunken von der Betäubung, die Treppe der neuen Wohnung hochzuklettern, aber sie fielen immer wieder gefährlich wankend ab, weil ihre Glieder ihnen wegen des Betäubungsmittels nicht gehorchten. (Sie können sich auch schwer verletzen in dem Zustand!) Irgendwann verkrochen sie sich in eine Ecke. Beide waren extrem erschöpft, ganz abgesehen von mir selbst! Mein Kater, der so viel mehr miaut hatte als meine Katze, war so fix und fertig, dass er nach dem Fressen gleich eingeschlafen war. Ich empfehle daher: vermeide unbedingt Fahrten, besonders lange Fahrten, wenn es irgend möglich ist!

 

Tiere sterben durch zuviel Stress:

Es gibt viele Tiere, die durch lange Fahrten sterben durch den Stress, den sie erleiden! Wenn du schon reisen musst, dann sorge für eine ausreichend große Trage-/Box, damit dein Tier sich darin umdrehen kann. Mehrere Tiere brauchen dringend je eine geräumige Einzelbox! Gestresste Tiere können sich gegenseitig angreifen, beißen und kratzen.

 

Weggegeben:

Der Umzug stellte sich als also Horrorbelastung für uns alle heraus. Durch die finanzielle und stressige Überforderung versäumte ich einen weiteren Arztgang, nahm meine Katzen mit in meine winzige 20 qm Wohnung nach Bayern (das ist Quälerei für Mensch und Tier, besonders, wenn es auch noch mehr als ein Tier ist!) und sah mir das ganze Leiden meines Katers etwa ein Jahr lang an. Im Grunde litten wir alle EXTREM, vor allem durch die Enge der zu kleinen Wohnung, und ich durch den Mangel an Geld und die überschaubaren, sozialen Kontakte dort. Aus bestimmten Gründen durften die Katzen damals keinen Freigang bekommen.

 

Heimkehr ohne Katzen:

Da ich nach einem Jahr unbedingt wieder in meine Heimat ziehen wollte, beschloss ich nach langer Überlegung und einer depressiven Phase durch all die Belastungen, meine über alles geliebten Katzen in Bayern zu lassen. Noch so eine furchtbare Fahrt wäre darüber hinaus eine Zumutung für die Katzen gewesen! Ich fand über die Distanz hinweg nur eine Studentenwohnung, in der ich keine Katzen halten durfte. Meine Freunde waren entweder allergisch gegen Katzen oder konnten sie nicht nehmen, was mich sehr betrübte. Ich wusste nicht wohin mit meinen Katzen, liebte sie über alles - und das tue ich noch heute (!), und es brach mir fast das Herz sie an einen Tiervermittler zu geben. Vielleicht war das ein Glück, denn wer weiß, wie lange mein Kater nach den Auswirkungen des Knoblauchs noch gelebt hatte! Seinen Tod hätte ich damals nicht verkraften können. Noch heute jedoch vermisse ich meine Katzen und denke oft an sie!

 

Höchstens eine Katze für jeden Arm:

Wieder zurück in meiner Heimat sehnte ich mich nach einigen Jahren wieder so sehr nach einer Katze, dass ich mir erneut eine Katze zulegte. Diesmal jedoch nur eine. Man sagt: höchstens je eine Katze für je einen Arm, den man hat! Wenn du mehr als 2 Katzen hast, überfordert dich das!

 

Mehr Katzen, mehr Kosten und Stress:

Zwei Katzen machen auch doppelt soviel Dreck, kosten das Doppelte und heizen sich gegenseitig auf.

 

Durchschlafen - eine Katze reicht:

Gerade junge Katzen spielen gerne wild, vor allem in der Nacht. Wenn du nur eine Katze hast, dann kommt sie weniger auf dumme Gedanken bzw. in die Gelegenheit, mit der anderen zu spielen. Katzen schauen sich auch unangebrachtes Verhalten von anderen Katzen ab! Du solltest dir also überlegen, ob du nachts viel Geduld hast, und ob dir das egal ist, wenn du öfters mal nicht durchschlafen kannst.

 

Braucht deine Katze mehr als dich?

Zwei Katzen, die sich verstehen - wohl gemerkt -, erfreuen sich aneinander. Zusammen sind sie oft glücklicher als alleine. Aber wenn du deiner Katze genug Auslauf (z. B. Freigang) und/ oder Ausgleich bieten kannst, weil du genug mit ihr spielst, dann kann eine Katze auch alleine mit dir glücklich leben. Meine beiden Katzen liebten und pflegten sich gegenseitig, gingen zusammen auf Toilette, spielten zusammen und kuschelten zusammen. Das war unglaublich schnuckelig! Aber wenn mein Kater Stress hatte, z. B. weil ich genervt war oder ihn wegen etwas scheltete, dann ließ er es an seiner Schwester aus. Die Katzen waren sozusagen das Abbild meiner selbst: wenn ich entspannt war, waren sie es auch. Wenn ich aufgeregt war, waren sie es auch. Wenn ich aufstand, standen sie auch oft auf. Ob zwei Katzen oder eine, wichtig ist nur, dass du ihr genug zu bieten hast! Erfülle ihre Grundbedürfnisse, dann genügt einer Katze auch nur ihr Besitzer!

 

Eine Katze oder zwei?

Es ist schon unglaublich süß, zwei Katzen zu haben, die sich lieben und respektieren. Allerdings hast du dann nie Ruhe. Bei einer Katze weiß ich, wo sie ist. (Ältere Katzen sind auch gediegener, ruhiger, das ist ein großer Vorteil!) Ich orte die Geräuschquelle, das entspannt mich. Wenn du zwei Katzen hast, dann wuselt ständig "überall etwas bzw. irgendwo mehrere jemande (also die Katzen) an verschiedenen Orten herum". Das macht mich ganz wuschig. Das muss ich nicht mehr haben. Ich würde es akzeptieren, wenn ich zwei Katzen hätte, jedoch genieße ich meine Ruhe. Daher reicht mir eine Katze vollkommen aus.

 

Eifersucht und Gleichberechtigung:

Außerdem können Katzen auch eifersüchtig aufeinander sein. Du musst jeder Katze gleich viel Liebe geben, das fällt mir schwer, weil ich favorisiere, welche Eigenschaften mir sehr gut gefallen und welche noch besser. Du solltest stets gerecht sein! Katzen fühlen es, wenn du eine andere bevorzugst. Ich konnte nicht wirklich verbergen, dass der Draht zu meinem Kater besser war als zu meiner Katze. Dadurch kam sie etwas zu kurz, was mir sehr leid tat, da es keine Absicht war sondern eine Herzensangelegenheit. Ich liebte beide, aber mein Kater schien mir einfach zu ähnlich und brachte mir eine so intensive Hingebung entgegen, weshalb die Verbindung so stark war.

 

 Tödliche ätherische Öle:

 Manche Fehler vergisst man nie! Ich habe aus Unwissenheit zweien meiner Freigänger-Katzen desöfteren giftiges 100 % ätherisches Teebaumöl direkt aufs Fell geträufelt (extrem schlimm!) oder es verdünnt mit Olivenöl aufs Fell geschmiert (auch sehr schlimm!), um sie vor Zecken und Flöhen zu schützen.

 

Erblindung durch Gift:

Meine farbige "trikolor" Glücks-Katze "Blümchen" z. B. fauchte furchtbar, nachdem ich ihr das Teebaum-Öl auf das Fell träufelte, und ich lachte noch und dachte, sie würde sich nur anstellen, schließlich täte ich ihr Gutes. Weit gefehlt! Sie fing nach einigen Wochen meiner "Anti-Wurm- und- Zecken-Kur" an, sich überall zu stoßen, bis ich feststellte, dass sie immer mehr erblindete - offenbar durch Vergiftung. Giftköder aus der Nachbarschaft können natürlich auch ein Auslöser gewesen sein, aber definitiv ist Teebaumöl pures Gift für Katzen! Die Vergiftungserscheinungen decken sich mit den Auswirkungen der Ursache. Katzen schlecken sich das Fell ab, und wenn es regnet, dann tropft sogar die Substanz, die man ihr auf den Nacken schmiert, weiter nach unten, sodass das Gift in Erreichbarkeit der Katze gelangt. Außerdem beschlecken Katzen ihre Pfoten und streichen sich damit auch über den Nacken! Meine noch recht junge Katze siechte ca. 2 Wochen vor sich hin, ehe sie eingeschläfert wurde, die Arme!

 

Wasser in der Lunge und aufgeplatzte Adern:

Ich hatte mir einen supersüßen Kater aus dem Tierheim geholt, der meinem ersten Kater sehr ähnlich zu sein schien. Er war ca. 3 Jahre alt, schwarz mit weißer Stirn und weißen Pfoten, und wurde von mir "Angelino" getauft. Sein Schicksal war, dass er durch Vergiftung nur noch ein halbes Jahr zu leben hatte. Er war unglaublich liebevoll und schien unendlich dankbar dafür zu sein, dass ich ihn aus dem Tierheim rettete, wo er sich etwa eine Woche erst aufhielt. Er brachte mir unendlich viel Vertrauen entgegen, obwohl wir uns erst kurze Zeit kannten. Damals hatte ich meinem Kater statt eines Halsbandes für Katzen Haargummis um den Hals gelegt, damit kein Tierfänger ihn als Streuner einstufen würde. Er kam immer wieder ohne Haargummi um den Hals nachhause. Natürlich waren die Haargummis zu eng und wären nicht gerissen im Falle des Hängenbleibens! Er hätte sich auch noch daran erdrosseln können! Daran hatte ich nicht gedacht. Es fiel mir erst später ein, wie dumm es war! Ich weiß bis heute nicht, ob er beim Abstreifen nicht fast erstickt ist und furchtbar gelitten hat. Zum Glück kam er stets heil - zumindest augenscheinlich heil - nachhause. Meinem lieben Kater, bei dem man später in der Tierklinik mehrere Röntgenbilder machte, ehe er eingeschläfert wurde, wurde Wasser in der Lunge diagnostiziert und ein unnatürliches Anschwellen und Zerstörung von Adern. Ich gehe davon aus, dass mein Teebaumöl zu seinem frühen Ableben dazu beigetragen hat, eventuell aber auch (nicht nur) ausgelegte Giftköder.

 

Plötzlich vermehrtes Zuhausebleiben: ein Alarmsignal!

Irgendwann hielt Angelino sich vermehrt zuhause auf statt draußen, das war merkwürdig, da er es liebte, sich als Freigänger draußen aufzuhalten. (Gerade Kater lieben es, oft und lange draußen zu bleiben und weite Runden zu drehen.) Außerdem bekam er vermehrt Schuppen (das ist ein mögliches Alarm-Signal, dass auf einen Vitaminmangel oder aber auf eine schlimme, lebensbedrohliche Organstörung o. ä. hinweisen kann!).  Aber ich begrüßte seine Gegenwart und freute mich über seinen Aufenthalt bei mir. Ich redete mir ein, es sei nichts Schlimmes. Mein fatales, naives "Kopfindensandsteck-Syndrom" führte zu verlängerten Qualen meines Katers Angelino. Erinnere dich: Katzen äußern ihre Schmerzen nicht, erst wenn sie so extrem sind, dass sie daran fast krepieren!

 

Jaulen kann ein Schmerz-Alarmsignal sein:

Angelino hatte eine Zeit lang, kurz bevor es zur offensichtlichen Katastrophe kam, bei der er eingeschläfert werden musste, auffällig gejault. Ich wollte meine Ruhe haben und hatte ihn angeschimpft, er solle ruhig sein. Sein Jaulen hatte ich als Aufmüpfigkeit interpretiert. Dabei hatte er höllische Schmerzen. Im Nachhinein tut es mir schrecklichst und unendlichst Leid! Seitdem weiß ich, dass ich genauer hinschauen muss. Aber leider kann man nicht alles sofort richtig verstehen als "Nichtkatze".

 

Tipp: nicht zu heftig bestrafen:

Wenn du deine Katze bestrafst, dann versetze dich in ihre Lage: überlege einmal, du hättest einen Fehler gemacht, wie möchtest du dann von anderen behandelt werden? Oft zerfetzen wir Menschen andere Lebewesen buchstäblich in der Luft und hängen uns an einem Fehler auf, machen ihn überdimensional groß. Davon kann ich mich nicht immer ausnehmen. Im Verurteilen sind wir Menschen oft groß. Aber wenn es ans Loben geht oder daran, sich in den anderen hineinzuversetzen, dann hört es bei vielen mehr oder weniger auf. Behandle andere, besonders deine sensible Katze, so, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest, wenn du einen Fehler gemacht hast!

 

Verpatztes Helfen:

Ich wollte einmal einer Person helfen, die in Not geraten war. Es begann so: damals hatte ich meinen Kater Angelino zuhause und wollte noch eine weitere Katze adoptieren, am besten ein Katzenbaby. Da ich Angelino aus dem Tierheim hatte und gute Erfahrungen gesammelt hatte, fuhr ich erneut ins Tierheim. Kaum angelangt, kam mir ein trauriger Mann mit zwei Katzenkörben entgegen. Es war ein netter, älterer Herr, der seine beiden Katzen im Tierheim abgeben musste, weil er keine Zeit für seine Katzen hatte. Er war so aufgelöst, und ich wollte ihm helfen und dachte mir: das wird schon gut gehen! Ich adoptierte also kurzer Hand eine Kot- inkontinente Siamkatze und einen sehr, sehr alten, riesigen, schwarzen Kater, der über 10 Jahre alt war und nicht gut roch. Ein übler Mund-/ Körpergeruch ist Anzeichen von Krankheit.

 

Der riesige, uralte, kranke Kater:

Mein Kater akzeptiere den großen Kater überhaupt nicht. Dieser alte Kater war so ängstlich und fühlte sich derart unwohl bei uns durch die Fauch-Attacken von Angelino, dass er tagelang nichts fraß. Ich machte mir große Sorgen! Irgendwann leuchtete mir ein: der Kater wird sicher zum Arzt müssen, das wird teuer! Doch das Problem erledigte sich bald von selbst. Irgendwann war die Balkontür kurz offen, da hüpfte der alte Kater hinaus und ward nie mehr gesehen - trotz Suchens und Rufens. Ehrlich gesagt war ich erleichtert, dass er sein Schicksal selbst gewählt hatte. Ich weiß zwar nicht, wie er seine letzten Tage verbracht hat, aber zumindest war er aus seinem "Gefängnis" befreit, in dem er nicht leben wollte. Im Tierheim hätten sie ihn zweifelsohne irgendwann eingeschläfert, weil i. d. R. niemand so eine alte, kranke Katze freiwillig nimmt.

 

Die inkontinente, schreiende Siamkatze:

Mein Kater Angelino hatte nichts gegen die Siamkatze. Er begattete sie sogar, wie sich später herausstellte. Aber das war der geringste Anstoss meinerseits. Das eine Problem war, dass meine Siamkatze extrem laute Schreie von sich gab, so laut, dass ich jedes Mal furchtbar aufschrak! Es war wie ein unglaublich lautes, hohes Schrillen einer Opernsängerin, das die Gläser zerspringen lässt. Wenn ich meditieren wollte, also einem Gedanken nachsinnen oder einfach nur ausruhen wollte, bekam ich immer wieder den Schock meines Lebens durch den glockenhellen, spitzen Schrei der hübsch aussehenden Siamkatze. Sie war übrigens sehr anhänglich und drängte sich mir permanent auf den Schoß. Siamkatzen sind angeblich von Natur aus anhänglich, allerdings störte mich das aufdringliche Kuscheln oft, weil ich kaum aufstehen konnte, da sie ja auf mir lag. Wenn sie nicht an oder auf mir lag, dann hüpfte sie mir - wie ein typische "Hexenkatze" - auf die Schulter, einmal sogar auf den Kopf! Sie war es gewohnt am Rücken emporzukrakseln. Das tat schon ziemlich weh, da sie sich ja mit ihren Krallen hochhiefen musste! Das I-Tüpfelchen war ihre Inkontinenz, die angeblich angeboren war. Sie schien ständig Schmerzen zu haben und hatte immer Dünnpfiff. Sie hinterließ überall Spuren von dünnflüssigem Kot. Das ist etwas anderes als eine mehr oder weniger trockene Bremsspur! Natürlich konnte sie nichts dafür, und ich hatte Mitleid mit ihr. Aber als sie auf meinen Klamotten Spuren hinterließ und eines Tages auch auf meinem Kopfkissen - was ich erst bemerkte, als ich mich ins Bett legte, platzte mir der Kragen. So konnte es nicht weitergehen, ich drohte mich anzustecken und begann mich zu ekeln! Ich gab sie gegen eine Schutzgebühr in andere Hände. Die nachfolgende Besitzerin erklärte, dass die Siamkatze tunlichst das Aufsuchen des Bettes mied - offenbar hatte sie durch mein Weggeben in Verbindung gebracht, dass sie einen Fehler gemacht hat, der in Zusammenhang mit dem Bett steht, die Arme. Es ist herzzerreißend, denn so ein Tier braucht auch Liebe und jemanden, der sie bei sich behält, ein Zuhause eben. Leider erfuhr ich, dass auch diese Katzenbesitzerin sie erneut weitergegeben hatte.

 

Was ich daraus gelernt habe:

Ich habe daraus gelernt, dass nicht jede Katze zu jedem Katzenbesitzer passt, und dass auch Großherzigkeit nicht immer angebracht ist, wenn man selber unter dem Neuzuwachs und seinen Gepflogenheiten leidet, die dieser nicht ändern kann. Wer eine inkontinente Katze betreut, der muss die Vorkehrungen dafür treffen und alles in Kauf nehmen, was dazu gehört.

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