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Kann mir bitte jemand das Wasser reichen?

 

ARI TURUNEN

 

KANN MIR

BITTE

JEMAND

DAS WASSER

REICHEN?

 

Eine kurze Geschichte

der Arroganz

 

Aus dem Finnischen

von Gabriele Schrey-Vasara

 

Nagel & Kimche

ZUM GELEIT

HERZLICHEN GLUECKWUNSCH! Dies ist wahrscheinlich das beste Buch, das Sie je aufgeschlagen haben. Es ist verblüffend aktuell, klug und unterhaltsam. Dieses Buch verwandelt einen alltäglichen Abend in eine inspirierende Matinee, die Ihre verknöcherten Vorstellungen von den Kulturen und von der Welt insgesamt ins Wanken bringt.

Wie viele andere bin eigentlich auch ich eingebildet.

Als ich mit sechzehn Jahren meinem Großvater verkündete, ich wisse ziemlich viel vom Leben, war es um seine Liebenswürdigkeit geschehen, und die Zurechtweisung kam so routiniert, wie sie nur ein ehemaliger Kaufmann, Kommunist und angesehener Vorsitzender der Anonymen Alkoholiker von Helsinki erteilen kann: «Junge, du weißt überhaupt nichts vom Leben.» Erfahrung macht klug – oder doch nicht? Habe ich mich im Lauf der Jahre verändert? Unterhalte ich mich vernünftig mit meinen Eltern? Höre ich ihnen zu? Na also. Arroganz fragt nicht nach dem Alter.

Am schwierigsten ist es, die eigene Beschränktheit zu erkennen und vor allem, sie einzugestehen. Ratschläge von anderen Menschen sind ärgerlich. Nur wenige von uns akzeptieren widerspruchslos, was diverse Psychotests über ihre Kreativität und Intelligenz aussagen. Feedback anzunehmen ist ein Problem für Alt und Jung.

Arroganz ist immer eine Fehleinschätzung. Wie viele beurteilen ihre Mitmenschen nur aufgrund ihres Aussehens oder einer anderen einzelnen Eigenschaft? Wie viele ziehen Schlüsse allein aus dem Beruf, der Ausbildung oder der Stellung anderer Menschen? Oder sind sich grundsätzlich zu gut, andere zu grüßen?

Zwar ist der Mensch auf dem Mond gelandet und hat seine Genkarte erforscht, doch unser Umgang miteinander hat sich seit der Zeit, als wir Mammuts jagten, nicht unbedingt verfeinert. Arroganz ist das überflüssigste aller Gefühle. Die Geschichte lehrt, dass Arroganz nie etwas anderes hervorgebracht hat als Kriege, Katastrophen, Hass und eine Unzahl von Misserfolgen, nicht zuletzt für den Arroganten selbst. Dieses Buch widmet sich der Frage, weshalb ein hochmütiges und andere herabsetzendes Verhalten so weit verbreitet ist – und ob man etwas dagegen tun kann.

 

Im Elfenbeinturm des Topkapi in Istanbul, im April 2010

 

Ari Turunen

INHALT

EINLEITUNG

Jeder Mythos, unabhängig von der Kultur,

warnt vor Arroganz.

 

I   ZU KOPF GESTIEGEN

Gesundes Selbstvertrauen wächst sich leicht zu krankhafter Arroganz aus, die sich häufig darin äußert, dass man andere schlechtmacht und mobbt.

Mobber in der Schule und am Arbeitsplatz

Grenzenloses Konkurrenzdenken

 

II   DAS EGO

Von ihrer eigenen Vortrefflichkeit überzeugte Persönlichkeiten ertragen selten Kritik und geben schon gar nicht zu, dass sie Fehler gemacht haben. Umso leichter ist es, Dinge zu bagatellisieren, die man nicht kennt.

Schwerhörigkeit

Fehlerlosigkeit

Bagatellisieren

Leugnen

 

III   DER NABEL DER WELT

Wenn die Welt sich um den eigenen Nabel dreht, sind fremde Sitten und Sprachen ein Ärgernis.

Die Mythen von der eigenen Vortrefflichkeit

Die Politik des Kniefalls

Verachtung der Nachbarn

Lachen über den Dialekt des Vetters vom Lande

 

IV   DIE BESSEREN MENSCHEN

In allen Gesellschaften und zu allen Zeiten gab und gibt es eine Klasse von besseren Menschen, die ihrer Ansicht nach Anspruch auf die Herrschaft haben. Sie verachten Arme und Minderheiten.

Das Recht des Stärkeren

Die Emigration begabter Minderheiten

 

V   DAS MONOPOL

Alleinberechtigung korrumpiert immer. Ein zu lange bestehendes Monopol verleitet dazu, die erreichte Position als selbstverständlich zu betrachten.

Das Monopol der Moral

Aufstieg, Überheblichkeit und Untergang Iberiens

Die britischen Handelsmonopole

Enron

Gebieter über das Universum

 

VI   DIE KUNST DER DEMUT

Das letzte Kapitel handelt von Menschen, denen der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist.

Erfolg ist Glückssache

Erfolg beruht auf Humanismus

Erfolg ist Toleranz

Erfolg ist Würdigung von Wissen

 

LITERATURLISTE

EINLEITUNG

Nichts ist gefährlicher für den Menschen,

als im Moment des Erfolgs

der Arroganz anheimzufallen und

sich für gottgleich zu halten.

 

 

 

IM JAHR 10 nach Beginn der Zeitrechnung stellte der römische Ingenieur Julius Sextus Frontinus fest, alle Erfindungen seien längst gemacht, und es sei nichts Neues und Umwerfendes mehr zu erwarten. Wer eine derartige Behauptung aufstellt, muss so unerschütterlich und unwandelbar sein wie das finnische Grundgestein. Würde Julius noch leben, wäre er zweifellos immer noch derselben Meinung. Er würde in seinem Elfenbeinturm über Computer und Nachrichtensatelliten lachen und über den medizinischen Einsatz von Antibiotika verächtlich schnauben.

Viele glauben wie Julius, dass ihre Urteilskraft erstklassig ist und sie ihre Meinung nie zu revidieren brauchen. Bis an unser Lebensende wissen wir, was guter Geschmack, die beste Ausbildung für unsere Kinder oder die richtige politische Partei ist. Besonders nett ist es, solche Überzeugungen Jüngeren mitzuteilen. Wenn andere Menschen das tun, empfinden wir es als nervend, doch der eigene Starrsinn bedeutet natürlich «Charakterfestigkeit».

Auch dieses Buch könnte als arrogant aufgefasst werden. Wer bin ich, in nachträglicher Weisheit die Versuche und Irrtümer anderer zu verurteilen? Überheblichkeit ist eine Eigenschaft, die von Zeit zu Zeit jeden befällt. Es ist arrogant zu behaupten, man wäre nie arrogant gewesen. In den Epen, Mythen und Tragödien vieler Kulturen wurde diese falsche Einstellung schon früh zur Sprache gebracht.

Der dritte Gesang des finnischen Nationalepos Kalevala könnte eine Szene beschreiben, wie sie sich in einem von Testosteron triefenden Planungsseminar oder in der Schlange vor einer Imbissbude bei Nacht abspielt, wo sich ein dominierendes Alphamännchen und sein Herausforderer begegnen. Der junge Joukahainen ist neidisch auf Väinämöinen, dem man nachsagt, er singe die besten Lieder und wisse mehr als alle anderen. Joukahainens Eltern warnen ihren Sohn davor, sich mit einem Überlegenen zu messen, doch er schlägt ihre Ratschläge in den Wind. Er behauptet, mehr zu wissen als jeder andere: «Wohl ist gut des Vaters Wissen, besser das noch meiner Mutter, doch mein eignes ist am höchsten.» (Zitiert nach der Übersetzung von Hans und Lore Fromm, Stuttgart: Reclam 1985, S. 16)

Als die beiden Männer sich begegnen, tut Joukahainen, als würde er Väinämöinen nicht kennen. Ein typisches Symptom für Arroganz. Er fordert Väinämöinen zu einem Wissenswettkampf heraus. Als Väinämöinen ihn fragt, was er wisse, beginnt er seine Kenntnisse aufzuzählen. Väinämöinen lächelt über Joukahainens Behauptung, bei der Erschaffung der Welt dabei gewesen zu sein. Joukahainen regt sich darüber auf und fordert den Alten zum Zweikampf heraus. Väinämöinen versucht noch, ihn zu beschwichtigen, doch vergeblich – Joukahainen prahlt, Feiglinge wie Väinämöinen werde er zu Schweinen singen, die man in den Koben wirft. Alles hat seine Grenzen. Väinämöinen gerät über diese Protzigkeit in Zorn, und «Seen wogten, Erde wankte, selbst die Kupferberge bebten, starke Felsenplatten sprangen, Felsen flogen auseinander, Klippen klafften an den Ufern» (ebd., S. 20). Der alte Herr singt Joukahainen in das Moor, und der weinend um Gnade flehende junge Mann kann sich nur retten, indem er Väinämöinen seine Schwester verspricht.

Diese Geschichte aus dem finnischen Sumpfland greift ein uraltes Muster des mythischen Erzählens auf, in dem arrogantes Verhalten die verdiente Strafe nach sich zieht. Die Mythen verschiedener Kulturen sind im Grunde lehrreiche Warnungen vor Eitelkeit, Dummheit, Verlogenheit und vor allem Arroganz. Die antiken Tragödien von Odysseus, der Poseidon, den Gott des Meeres, verflucht, und von Ödipus, der sich an der Macht berauscht, wiederholen ein bekanntes Schema. Gesundes Selbstvertrauen wächst sich leicht zu krankhafter Überheblichkeit aus. Erfolg speist sich selbst, und viele lassen sich von der eigenen Person in den Bann ziehen, was häufig zur Katastrophe führt. Nach Ansicht der Menschen der Antike gab es nichts Gefährlicheres als im Moment des Erfolgs der Hybris, d.h. der Arroganz anheimzufallen und sich für gottgleich zu halten. Dies war ein schamloser Glaube an sich selbst und Rücksichtslosigkeit gegenüber den eigenen Grenzen in einem Universum, über dessen Ordnung die Götter entschieden. Wer an Hybris erkrankt, glaubt sich zu allem fähig. Überschäumendes Selbstvertrauen verleitet ihn zu falschen Deutungen seiner Umwelt und zu Fehleinschätzungen. Schließlich begegnet er zu Recht der Nemesis, der Göttin der Rache.

Die Arroganz interessierte William Shakespeare; viele seiner Stücke sind Tragödien über Zerstörung und Neid, die durch Macht ausgelöst werden. Im Mittelpunkt einer der bekanntesten Tragödien Shakespeares steht ein König im Schottland des 11. Jahrhunderts, der seinem Vetter Duncan die Herrschaft entrissen hatte. Macbeth ist die tragische Geschichte eines Königs, der sich von seiner Macht blenden lässt. Macbeth setzt seine Macht skrupellos ein und vertraut niemandem mehr. Die Angst vor Rache treibt ihn zu immer neuen Verbrechen. Schließlich wird er von seinen Untertanen gestürzt.

Die Historikerin Barbara Tuchman nennt vier Verhaltensweisen, die in aller Regel zu Scheidungen, Kündigungen, Kriegen und Katastrophen führen. Die erste ist tyrannisches Benehmen: eine weitverbreitete Unart am Arbeitsplatz und am Esstisch. Die zweite ist maßloser Ehrgeiz. Die dritte ist die durch Macht ausgelöste Dekadenz und Unfähigkeit, die beispielsweise zum Untergang des Römischen Reiches führte. Die vierte ist unnatürlicher Starrsinn: die Neigung zu Handlungen, die den eigenen Interessen zuwiderlaufen. Warum gibt es immer noch Überfischung, obwohl bekannt ist, dass Thunfisch und Dorsch aussterben? Warum wird der Regenwald abgeholzt, obwohl man die Folgen für das Klima auf der Erde kennt?

In diesem Buch blättere ich in den Annalen der Geschichte und zeige Stellen auf, an denen ein lächerlicher, geringfügiger Anlass Veränderungen ausgelöst hat. Ich suche katastrophale Wendepunkte der Arroganz, Momente, die auf die eine oder andere Weise die Welt verändert haben. Hinter einem solchen Moment kann Geringschätzung, übermäßiges Vertrauen auf die eigene Vortrefflichkeit, kulturelle Überheblichkeit oder durch Monopolstellung verursachte Selbstgefälligkeit stehen. In solchen Situationen werden die Spannungen unerträglich, und eine arrogante Tat oder Bemerkung genügt, um die Konstruktion zum Einsturz zu bringen. Es kommt zur Revolution, die Luft wird gereinigt und die Moral wiederhergestellt – bis zum nächsten Zusammenbruch …

I   ZU KOPF GESTIEGEN

In diesem Kapitel wird berichtet,

weshalb Alexander der Große wollte,

dass man sich ihm zu Füßen warf,

wie Großkotzigkeit ein Parlament entstehen ließ

und warum Otto von Bismarck

zwanzig Duelle führte.

 

 

 

ZUKOPFSTEIGEN IST ein chemischer Prozess, der seinen eigenen dramatischen Spannungsbogen aufweist. Alexander der Große eroberte ganz Mittelasien, und das war offensichtlich zu viel für ihn. Bereits in Ägypten hatte er sich zum Sohn des ägyptischen Gottes Amon ausgerufen und seine alten Kampfgenossen zwingen wollen, ihn anzubeten.

Eroberer tun im Allgemeinen, was sie wollen, doch alles hat seine Grenzen. Alexander brannte im Suff die persische Hauptstadt Persepolis nieder und tötete seinen Spitzenmann Kleitos, weil dieser Alexanders Vater Philippos zu überschwänglich gepriesen hatte. Alexander wurde zusehends allergisch gegen jede Art von Vergleich und Kritik.

Alexanders Hofhistoriker Kallisthenes nahm ein ähnliches Ende wie Kleistos. Als Alexander versuchte, die gegenüber den persischen Königen übliche Ehrenbezeugung, die Proskynese, für sich zu fordern, kamen seine Männer zu der Überzeugung, dass er endgültig übergeschnappt sei. Die zu dem Gruß gehörende tiefe Verneigung vor dem König war den mazedonischen und griechischen Kriegern im Innersten zuwider, da sie auf diese Weise nur den Göttern huldigten. Kallisthenes weigerte sich, Alexander wie einen Gott zu grüßen.

Manche stellen sich mit den Göttern auf dieselbe Ebene oder sogar über die Götter. John Lennon erklärte 1966 auf dem Höhepunkt seiner Popularität, der christliche Glaube könne einpacken. Das Christentum werde zerfallen und verschwinden. «Ich habe recht», verkündete er und fügte hinzu, die Zukunft werde seine Auffassung bestätigen. Er beendete seinen Erguss mit dem legendären Satz: «Wir sind jetzt populärer als Jesus.» Die amerikanischen Radiosender leiteten einen Boykott der Beatles-Schallplatten ein und organisierten eine Plattenverbrennung. Es hagelte Morddrohungen. John Lennon entschuldigte sich, doch die Flut der Hassbriefe war dadurch nicht einzudämmen. Bei einem Auftritt in Boston mussten mehr als vierhundert Polizisten und Sicherheitskräfte die Band schützen.

Lennon war ironisch veranlagt, aber seine Äußerung, die Beatles seien beliebter als Gott, ist ein anschauliches Beispiel für den totalen Mangel an Augenmaß, den Erfolg mit sich bringen kann. Dann macht man nur allzu leicht Schnitzer. Auch der finnische Verleger dieses Buches gab nach dem vierten Bier zu, dass er im Anschluss an ein paar Verkaufserfolge eine Reihe schlechter verlegerischer Entscheidungen traf.

Für dieses Phänomen gibt es einen speziellen Begriff: Siegeskrankheit. Er wurde erstmals im Zweiten Weltkrieg verwendet. Die Japaner wurden von dieser Krankheit befallen, nachdem sie 1937 China besiegt hatten. In ihrem Siegestaumel griffen sie 1941 Pearl Harbor an. Danach gewannen die Japaner gegen die Alliierten im Pazifikgebiet und in Südostasien eine Schlacht nach der anderen. Diese Siege ermutigten sie, ihr Sperrgebiet auszudehnen, was die Nachschubversorgung vor immer größere Anforderungen stellte. Die Krankheit erreichte ihren Höhepunkt 1942 in der Schlacht von Midway, in der Japan schwere Verluste erlitt.

Wie der Größenwahn Alexanders des Großen zeigt, ist es oft schwierig, Erfolg seelisch zu bewältigen. Zum Krankheitsbild gehören der übersteigerte Glaube des Patienten an die eigene Bedeutung und die Überzeugung, dass nur wichtige Menschen seine Genialität erkennen. Für den Patienten ist jeder neue Kontakt bis zum Beweis des Gegenteils eine Belastung. Galileo Galilei war nicht unbedingt der Märtyrer der Wissenschaft, als den die Geschichtsschreibung ihn darstellt. Er war ungeduldig und ertrug keine Dummheit in seiner Umgebung. In der Figur des Simplicus in Galileos Buch über das Sonnensystem glaubte der Papst sich selbst dargestellt zu sehen und wurde zornig, denn in dem Buch stellt Simplicus kindische Fragen, die Galileo mit väterlicher Überlegenheit beantwortet. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein empfand Gespräche mit seinen Wiener Kollegen als unerträglich, weil seine Gesprächspartner vulgär seien und sich stillos kleideten. Wenn Wittgenstein bei seinen Mitmenschen Dummheit entdeckte, war er erbost und schrie sie sogar häufig an. Bertrand Russell, der 1950 den Nobelpreis für Literatur erhielt, sagte zu seiner Geliebten, wenn er sich mit gewöhnlichen Menschen unterhalte, habe er das Gefühl, «Babysprache» zu sprechen. Der amerikanische Physiker Murray Gell-Mann, der die Elementarteilchen der Materie, die Quarks, entdeckte, wurde 1969 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. «Wenn ich weiter blicke als die anderen, so liegt es daran, dass ich von Zwergen umgeben bin», konstatierte Gell-Mann in seiner bescheidenen Art.

Von Snobs sagt man, dass sie sich ihrer armen Mutter schämen. An den britischen Universitäten erhielten nichtadlige Studenten den Vermerk s(ine) nob(ilitate) – ohne Adel. Als sich die Macht des Königshauses im 19. Jahrhundert verringerte, legten die mit Clubjacken ausstaffierten Snobs Wert darauf, weiterhin das höfische Leben nachzuahmen und sich von den Durchschnittsbürgern abzuheben. Überheblichkeit ist oft das Mittel, mit dem sich Aufsteiger in ihrer neuen Umgebung zu verankern suchen. Dann gerät der Anteil glücklicher Zufälle am eigenen Erfolg in Vergessenheit. Man vergisst die alten Freunde und die Herkunft. Dankbarkeit verschwindet wie Tränen im Regen. Man beginnt, die schlimmsten Eigenheiten im Benehmen der Oberschicht nachzuahmen.

Eines der Kennzeichen dafür, dass einem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist, sind abgeschmackte Forderungen. Das zeigt sich beispielsweise an den Tour-Ridern, den Forderungslisten von Bühnenkünstlern. Den Anfang machte die Hardrockband Van Halen. Als sie ausreichende Erfolge zu verzeichnen hatte, verlangte sie eine Schüssel M&M-Dragees für die Garderobe, mit der Zusatzbedingung, dass alle braunen Dragees entfernt werden mussten. Im Vertrag wurde eigens festgelegt, dass es im Bühnenbereich kein einziges braunes Dragee geben dürfe, andernfalls könne der Auftritt abgesagt werden. Barry Manilow wiederum forderte eine konstante Raumtemperatur von exakt achtzehn Grad.

Die größte unter den Primadonnen ist Mariah Carey, die mitunter Kaninchen und Katzenjungen in ihrer Garderobe haben will, immer jedoch Evian und Cristal-Champagner mit biegsamen Strohhalmen sowie eine persönliche Assistentin, die sich um alle ihre Belange kümmert. Aufgabe der Assistentin ist es zum Beispiel, die verbrauchten Kaugummis des Stars in den Mülleimer zu werfen. Auf ihrer China-Tournee war Mariah Carey mit vier Wagen unterwegs, in denen sechzig Koffer und dreihundertfünfzig Paar Schuhe verstaut wurden. Einmal schickte sie zwanzig Assistenten aus, damit sie die Toiletten eines Musikgeschäfts neu ausstaffierten, bevor Carey dort ihre Alben signierte – es musste sichergestellt werden, dass das Klopapier pink war.

Für das Wohlergehen der Erde sind die Tour-Rider des Unterhaltungsgeschäfts harmlos. Erheblich gefährlicher ist es, wenn Herrschern die Macht zu Kopf steigt, denn ihre Forderungen sind zerstörerischer als die der Popstars. In regelmäßigen Abständen taucht ein Kerl mit großem Ego auf, der stellvertretend für alle über den Lauf der Welt entscheiden will. Oft hat Gott ihm aufgetragen, etwas Bedeutendes zu tun. 1811 erklärte Napoleon gegenüber einem bayerischen General: «Noch drei Jahre, dann bin ich der Herr über das Universum.»

Robert E. Kaplan zufolge haben von der Macht berauschte Herrscher wie Napoleon blinde Flecke, nämlich zügellosen Ehrgeiz, unerreichbare Ziele, Arbeitswut und ein Bedürfnis nach Anerkennung, das sie durch die Überbetonung ihrer äußeren Erscheinung unterstreichen. Ein solcher Mensch bauscht seinen eigenen Wert auf, ist arrogant, bevormundet andere und mischt sich in alles ein, statt zu delegieren. Er ist abhängig von Lob und beansprucht den Ruhm für die Leistungen anderer für sich, legt aber den anderen seine eigenen Fehler zur Last. Er ist unverhältnismäßig besorgt um seine Öffentlichkeitswirkung und idealisiert die materiellen Zeichen des Erfolgs. Kritik macht ihn rasend, und er kann seine Fehler und Schwächen nicht zugeben.

Begegnungen mit Egomanen sind oft anstrengend. Man muss ihnen schmeicheln, denn Schweigen könnte als Kritik aufgefasst werden. Nach Ansicht des antiken Philosophen Philodemos ist ein arroganter Mensch immer besorgt um seine Stellung und seine Fähigkeiten. Er kann sich einbilden, wichtiger als andere zu sein, wenn er eine seiner Meinung nach wichtige Arbeit leistet. Oder er ist einfach nur überzeugt, dass seine Fähigkeiten seinen künftigen Erfolg garantieren. Philodemos hielt es für besonders verwerflich, dass solche Menschen andere aufgrund ihres Selbstbildes definieren. Da ein arroganter Mensch nicht bereit ist, zu kooperieren und um Rat zu bitten, trägt er die Last seiner Projekte und Aufgaben allein und kann sie selten verwirklichen.

Philodemos geht noch weiter: Ein arroganter Mensch schätzt seinen eigenen Edelmut übermäßig hoch ein. Da er andere hierarchisch und einseitig behandelt, schädigt er seine persönlichen Beziehungen und zerstört die Struktur seiner Gemeinschaft. Er ist unausgeglichen in seinen Freundschaftsbeziehungen und verhält sich selten zivilisiert oder abwägend. Er will seine Schwächen nicht eingestehen und sich nicht entschuldigen. Ebenso wenig ist er fähig, anderen zu danken, denn er meint, seine Dankbarkeit sei schon dadurch ausgedrückt, dass er die anderen akzeptiert. Er verachtet Philosophen, denn er glaubt, sie könnten ihn nichts lehren. Laut Philodemos verliert der Arrogante schließlich den Verstand, weil er große Risiken eingeht, die viel Mühe und Geld kosten.

Verlust des Verstandes, Undankbarkeit und Selbstgefälligkeit deuten allesamt auf ein und dasselbe hin: Durch den Erfolg hat sich die Persönlichkeit verändert. Tatsächlich kann man das Phänomen des Zukopfsteigens aus der Perspektive der Neurochemie betrachten.

Als Alexander der Große und Napoleon an die Macht kamen, veränderte sich die chemische Struktur ihres Gehirns. Botenstoffe strömten ein: Dopamin und Serotonin. Der gewaltige Regulierungsmechanismus des Gehirns, dessen Netze Signale zwischen zahlreichen Rezeptoren vermitteln, wurde neu aktiviert. Die Nervenzellen setzten Botenstoffe frei, die andere Nervenzellen stimulierten, so dass sich die Impulse im gesamten Nervensystem Alexanders und Napoleons verbreiteten. In ihrem Kopf rauschte es.

Serotonin und Dopamin beeinflussen unsere Stimmung. Ihre Wirkung wird für Antidepressiva genutzt. Dopamin löst Wohlbehagen aus und ist an der Regulierung der Gefühle beteiligt. Es ist zudem eng verknüpft mit Verhaltensmustern, bei denen man unablässig nach Belohnungen strebt. Ein Mangel an Serotonin und Serotoninrezeptoren wiederum kann sogar Selbstmordgedanken auslösen. Bei Personen, die gelobt und respektiert werden, steigt der Serotoninspiegel.

Der Evolutionspsychologe Robert Wright stellte fest, dass die Anführer von Schimpansenhorden mehr Serotonin im Blut haben als die anderen Tiere der Horde. Der Serotoninpegel des führenden Männchens stieg immer dann, wenn der Rest der Horde sein Imponiergehabe miterlebte. Wright begann zu untersuchen, ob Hierarchien auch bei Menschen Einfluss auf den Serotoninpegel haben. Er beobachtete, dass Macht ausübende Studenten wie die Schimpansen mehr Serotonin ausschütteten als diejenigen, die nicht für andere entscheiden durften.

Gemeinsam können Serotonin und Dopamin die Voraussetzungen für selbstsicheres Verhalten schaffen. Wenn diese Stoffe im Nervensystem reichlich vorhanden sind, verringern sich die Hemmungen gegenüber anderen Personen ebenso wie Angstgefühle, Beklemmung und Niedergeschlagenheit. Das Selbstbewusstsein steigt, und der Mensch fühlt sich energetisch, glücklich und zufrieden.

Die Abhängigkeit von Serotonin und Dopamin ist allen gemeinsam, die im Vordergrund stehen oder das Leben anderer beeinflussen wollen. Der Verzicht auf die Macht ist für sie oft unmöglich. Führende Persönlichkeiten, die eine Sucht nach den Botenstoffen entwickelt haben, sind machttrunken, und vielen fällt es schwer, in den Alltag zurückzukehren, wenn die Pensionierung ansteht: Das Bedürfnis, Einfluss zu nehmen, ist so groß, dass nicht wenige weiterhin einem Vorstand oder Aufsichtsrat angehören wollen oder wenigstens Leserbriefe verfassen, wenn ihnen keine anderen Mittel der Einflussnahme mehr bleiben. Auch an den Enkelkindern haben sie keine Freude, wenn ihr Gehirn keine ausreichende Menge an Botenstoffen bekommt.

Die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin verstärkt das Gefühl der Selbstzufriedenheit. Alles scheint zu gelingen. Man darf Macht ausüben. Man darf sich rächen. Gelingen führt zu größerer Risikobereitschaft und zu trügerischer Selbstsicherheit. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die ehemalige DDR, deren Führungsschicht die Frustration der Bevölkerung fundamental unterschätzte. Als Egon Krenz am 7. Mai 1989 vor die Fernsehkameras trat und allen Ernstes behauptete, seine sozialistische Einheitspartei habe 98,85 Prozent der Stimmen erhalten – bei einer Wahlbeteiligung von 98,77 Prozent –, war das Maß der Ostdeutschen voll. Dass die Wahlbeteiligung bei knapp unter hundert Prozent gelegen habe, war eine so empörend arrogante Lüge, dass erstmals Hunderte von Bürgern protestierten und eine Überprüfung des Wahlergebnisses forderten. Die Demonstranten trafen sich in den Kirchen und sammelten Namenslisten, die zeigten, dass mindestens zehn Prozent gegen die Regierung gestimmt und weitere zehn Prozent gar nicht gewählt hatten. Aus der Verärgerung entstand eine gewaltige Volksbewegung, die schließlich die Berliner Mauer zum Einsturz brachte. Im Rausch des Erfolgs wachsen die Einsätze, und zu guter Letzt schwindet der Sinn für die Realität. Dann besteht die Gefahr, die Gelegenheit, den Moment zu verpassen.

Im Jahr 1135 starb der englische König Heinrich I. Die überwiegende Mehrheit der englischen Barone unterstützte seine Entscheidung, seine Tochter Matilda als Thronfolgerin einzusetzen, doch Stephan, der Enkel Wilhelms des Eroberers, beschloss, um die Krone zu kämpfen. Matilda schritt zum Angriff und eroberte die westlichen Teile Englands. Dann traf sie in London ein. Die Londoner warteten begeistert auf ihre Krönung. Matilda verlangte jedoch, dass man ihr huldigte wie einer Fürstin. Sie zog als Eroberin im Triumph in die Stadt ein, trug fürstliche Insignien und forderte, dass die hochrangigen Soldaten Londons zum Zeichen der Ehrerbietung ihre Steigbügel küssten. Als eine ihrer ersten Maßnahmen verhängte sie Steuern, womit sie dem Willen ihres Vaters zuwiderhandelte. 1148, nur einige Wochen nach ihrer Ankunft, wurde Matilda aus London verbannt, und die Herrschaft fiel Stephan zu.

Matilda dürfte eine der kurzzeitigsten Regentinnen der Geschichte sein; sie gab sich lange vor ihrer Krönung bereits als Diva, entschied sich also für eine psychologisch falsche Reihenfolge. Matilda hätte für ihren Auftritt einen PR-Berater gebraucht.

Im 17. Jahrhundert verlor Großbritannien durch Arroganz seine Machtstellung im Welthandel. Die Kaufleute machten unglaubliche Renditen von bis zu fünfzig Prozent. Die Britische Ostindien-Kompanie ließ prachtvolle Schiffe bauen, legte dann aber, vom Erfolg aufgeblasen, die grandiosen Schiffsbaupläne auf Eis und ließ der Korruption freien Lauf. Die Ausbildung war mäßig, die Seeleute wurden schlecht behandelt, und Erfahrung wurde geringgeachtet. Die Holländer waren fähig, effizienter und billiger Schiffe zu bauen. Im 17. Jahrhundert machte ein schnelles, wendiges Schiffsmodell namens Flyut die Holländer zu den Königen des Gewürzhandels.

Manchmal verpasst man den Moment, obwohl das Produkt an sich keine Mängel aufweist. Der Kopiergerätehersteller Xerox hatte den Markt seit 1948 beherrscht. Den Höhepunkt des Erfolgs erreichte das Unternehmen 1969 mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar.

Die Unternehmensleitung war längst vom Erfolg geblendet. Auf einer Aktionärsversammlung prahlten die Geschäftsführer, sie könnten den gesamten informationstechnischen Bedarf der Kunden abdecken. 1971 beschlossen die Xerox-Direktoren, IBM aufzukaufen – ohne Rücksicht auf Warnungen, der Versuch werde Xerox wahrscheinlich zu Fall bringen. Die Firma vergeudete eine Milliarde Dollar, um IBM zu bekommen. Gleichzeitig eröffnete sie ein Forschungszentrum in Palo Alto. Innerhalb von fünf Jahren brach Xerox zusammen.

Während des gescheiterten Kaufversuchs hatten die Forscher von Xerox den ersten PC, die Maus, das Ethernet-Netz, eine graphische Benutzerschnittstelle – den Vorgänger von Windows –, den Flachbildschirm und den Laserdrucker erfunden. Andere, wie Microsoft und Apple, wurden mit diesen Innovationen reich, Xerox nicht.

Immer wieder wird gemahnt, man müsse auf die schwachen Signale der Umwelt hören, aber wer hat so scharfe Ohren, dass er die Signale wahrnimmt? Und wer versteht es, rechtzeitig umzudenken? Eher neigt man bei Erfolg dazu, Demut und Dankbarkeit zu vergessen; an ihre Stelle tritt die Überzeugung, der Erfolg sei einzig und allein eigenes Verdienst und deshalb müssten einem die anderen gebührenden Respekt erweisen.

MOBBER IN DER SCHULE UND
AM ARBEITSPLATZ

Am 24. Oktober 2006 ist das Fährschiff Silja Symphony auf dem Weg von Helsinki nach Stockholm. Der schwedische Barkeeper schickt sich an, das Restaurant Atlantis zu schließen. An einem der Tische feiert eine laute Gruppe von Männern. Einer von ihnen, ein Este, geht zum Barkeeper und verlangt, dass das Lokal offen bleibt. Als der Barkeeper ablehnt, schenkt der Este selbst alkoholische Getränke ein. Der Barkeeper versucht ihn daran zu hindern. Daraufhin sagt der Este, er sei der Finanzdirektor der Reederei. Er zeigt auf die gutgekleideten, aber betrunkenen Männer in seiner Gesellschaft und erklärt, ihnen gehöre das Schiff. Dennoch ist der Barkeeper nicht bereit, weiter auszuschenken. Der Este schlägt ihn, seine Brille zerbricht. Die Sicherheitskräfte werden alarmiert, woraufhin die Besitzer ins Bali, ein weiteres Schiffsrestaurant, wanken. Die Schließung der Bar fuchst sie allerdings immer noch. Die Direktoren verkünden, das Schiffspersonal gehöre ihnen und die Angestellten hätten zu tun, was die Besitzer von ihnen verlangen. Die Bosse drohen, die Mitarbeiter, die sie «Mägde» nennen, zu entlassen und die Silja, diesen «rostigen Kahn», nach China zu verkaufen. Als Nächstes marschiert der Trupp zum Tax-free, der bereits geschlossen ist. Die Männer holen den Verkaufsleiter aus seiner Kabine und bestehen darauf, dass er den Laden öffnet. Sie sind wütend, weil der Laden die falschen Zigarren führt, und trinken Kognak zu achthundert Euro direkt aus der Flasche. Am nächsten Morgen kommt die Clique mit Bierdosen zum Frühstück. Ein Toaster fängt Feuer, weil der Geschäftsführer einen Fisch hineinstopft.

Als die Vorfälle an die Öffentlichkeit dringen, spielt der Geschäftsführer der finnischen Niederlassung der estnischen Reederei die Sache mit den Worten herunter, es habe sich um eine normale Kreuzfahrt gehandelt und die Direktoren seien «normal betrunken» gewesen. Die schwedische Gewerkschaft der Besatzung ist empört und fordert eine Entschuldigung. Nach Ansicht des Geschäftsführers besteht dazu kein Anlass.

Am Abend desselben Tages entschuldigt sich der finnische Geschäftsführer. Die estnischen Direktoren schweigen.

Die Schiffsbesitzer hatten sich benommen, wie es Eroberer seit je tun: Verlierer wurden im Lauf der Geschichte stets auf die eine oder andere Weise gedemütigt. So mussten zum Beispiel in Rom zur Zeit der Republik besiegte Könige und ihre Familien gefesselt in der Parade des siegreichen Generals mitziehen.

Robert Sutton zufolge zeigen Untersuchungen, dass Menschen, die in eine Machtposition aufsteigen, mehr sprechen und sich nehmen, was sie wollen. Sie kümmern sich nicht darum, was andere sagen oder wünschen, und es ist ihnen gleichgültig, wie weniger einflussreiche Mitmenschen auf ihr Verhalten reagieren. Wer Macht bekommt, benimmt sich abweisender als zuvor und gewöhnt sich in der Regel an, alle Situationen und Menschen zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse zu nutzen. Wen die Macht verblendet, der sieht nicht mehr, wie idiotisch er sich verhält.

Sutton schrieb ein Buch über Personen in der Arbeitswelt, die er Arschlöcher nennt. Die Arschlöcher machen unsere Arbeitsumgebung unzivilisiert. Sutton zufolge braucht niemand schlechtes Benehmen zu tolerieren. Häufig zeichnen sich jedoch gerade Führungskräfte durch schlechte Manieren aus. Sie werden nicht nur besser bezahlt, sondern fordern obendrein ständige Ehrerbietung und Schmeichelei.

Für eine Untersuchung über die Arbeitsbedingungen in der Europäischen Union (Third European Survey on Working Conditions) wurden im Jahr 2000 insgesamt 21500 Arbeitskräfte interviewt. Neun Prozent berichteten, dass sie eingeschüchtert und schikaniert worden waren – meist von Direktoren und Vorgesetzten. Zwei Untersuchungen aus den Jahren 1997 und 2003 ergaben, dass mehr als neunzig Prozent der Krankenschwestern in den USA Schmähungen und Beleidigungen zu hören bekamen. In erster Linie von den Ärzten.

Einer der katastrophalsten Arbeitsplatzmobber war Johann Ohneland. Der Sohn des englischen Königs Heinrich II. und seiner Frau Eleonore von Aquitanien bestieg den Thron 1199 nach dem Tod seines Bruders Richard Löwenherz.

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