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Jung und Munter

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses eBook
  3. Über den Herausgeber
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Späte Stunde
  7. An der Leine
  8. Spanischer Sommer
  9. Yoshi, Honolulu, und das neue Tattoo
  10. Erinnerungen
  11. Der Ordnung halber
  12. Geile Cousins
  13. Nicht auf der Karte
  14. Streng geheim
  15. Rogers Medizin
  16. Riskantes Fax

Über dieses eBook

Ob Cruising an der Alhambra, geile Massage auf Hawaii oder Sex im Schützenpanzer – die Jungs in diesen Stories lassen nichts anbrennen! Ohne Tabus geht’s flott zur Sache, und kein Bedürfnis bleibt unbefriedigt.

Die Stories in »Jung und munter« sind Klassiker der schwulen Erotik-Literatur – jetzt endlich wieder zu haben und nur als eBook bei Bastei Entertainment!

Über den Herausgeber

David Laurents ist der Herausgeber zahlreicher Sammlungen schwuler Erotika, darunter ›Schneetreiben‹, ›Geile Typen teilen aus‹ und ›Volles Rohr voraus!‹. Seine Anthologie ›The Badboy Book of Erotic Poetry‹ war für den Lambda Literary Award nominiert. Er lebt in New York City.

Späte Stunde

von Chris Leslie

Das Beste am Nachtleben in New York ist, dass das Spiel noch nicht vorbei ist, wenn man aus dem Club kommt. Wenn man drinnen keinen findet, dann gibt es noch jede Menge anderer gutaussehender Typen auf der Straße. Zur Sperrstunde wimmelt es in manchen Vierteln geradezu vor Kerlen.

An einem Abend, als ich noch spät unterwegs war, beschloss ich noch ein bisschen in der Gegend zu cruisen, bevor ich nach Hause ginge. Ich ging rüber zur Ninth Avenue und machte mich in Richtung Uptown auf, um die erstaunliche Masse beschwipster Chelsea-Boys abzuchecken, die ihre Hunde Gassi führten und mit sonstigen zwielichtigen Aktivitäten zugange waren. Ich kam zur 22nd Street und bog nach Osten ab, weil ich den F-Train nehmen wollte, um nach Hause zu fahren.

Zum Glück wurde ich vorher abgefangen. Etwa auf halber Strecke den Block runter kam ein kleiner, aber breitgebauter Mann an mir vorbei. Da er irgendwie nicht schlecht aussah, schaute ich nach ein paar Schritten über die Schulter. Er schaute auch zurück. Ich ging ein Stück weiter und schaute mich wieder um. Er ebenfalls. Ich blieb stehen und drehte mich um, bemüht, nicht allzu bedrohlich zu wirken. Da er noch ein paarmal zurückschaute, aber immer weiterging, folgte ich ihm.

Als er zum Park an der Ecke kam, sprang er über den Zaun und verschwand in den Büschen. Ich folgte ihm und entdeckte ihn an einem Baum stehend. Ohne ein Wort zog er den Reißverschluss seines marineblauen Parkas auf und legte die Hand zwischen die Beine. Ich blieb vor ihm stehen und nickte mit dem Kopf. Er nickte zurück, schaute mich an und öffnete seinen Hosenstall. Anfangs wirkte er ein bisschen fett, aber als er seinen Parka öffnete, stellte ich fest, dass es in Wirklichkeit die Schichten seiner Kleidung waren, die ihn so rundlich machten. Er war kleiner als ich und hatte mittellange braune Haare, die an den Schläfen schon ein bisschen lichter wurden. Er trug ein weißes T-Shirt und schwarze Jeans und eine Baseballmütze, die für eine Landwirtschaftsgerätefirma warb.

Er zog seinen Schwanz heraus, und ich machte es ihm nach. Es war ziemlich kalt im Freien, und sein Pimmel war zu einer peinlichen Größe zusammengeschrumpelt. Ich war ein bisschen geiler, aber trotzdem schlaffte auch mein halbsteifer Schwanz in der kühlen Luft ab. Ich machte einen Schritt auf ihn zu und nahm seinen Pimmel in die Hand. Ich wichste uns beide und wurde auch ein bisschen steifer, aber sein Schwanz blieb schlaff. Langsam wurde ich nervös – der Park, zurzeit wegen Bauarbeiten geschlossen, war früher eine beliebte Cruisingzone gewesen, bis ein paarmal Schwule zusammengeschlagen worden waren. Ich fragte mich, was er vorhatte – er sah schwul aus, das bestimmt, aber heutzutage weiß man ja nie.

»Hast du Lust, mir einen zu blasen?«, fragte er heiser. Ich schaute mich um, um sicherzugehen, dass niemand in der Nähe war, und ging in die Hocke. Ich nahm sein schlaffes Teil in den Mund und begann zu lutschen. Er fing an, den üblichen Scheiß zu brummeln – »Ja, lutsch mir den Schwanz« – während er mit kräftigen Händen meinen Kopf festhielt. Ich langte nach oben und tastete nach seinem Bauch und fand anstelle eines Schmerbauchs ein sorgsam gemeißeltes Waschbrett. Seine Oberschenkel waren dick und saftig. Gegen meinen Willen turnte mich sein breiter, muskulöser Körper an.

Aus irgendeinem Grund jedoch weigerte sein Schwanz sich, steif zu werden. Ich wichste, während ich ihm einen blies. Als ich jedoch anfing, echt geil zu werden, zog er mich von seinem Pimmel. »Das läuft hier nicht gut, Mann. Hast du Lust, mit zu mir zu kommen?«

»Okay«, sagte ich, stand auf, und wir packten wieder ein. Ich folgte ihm aus dem Park hinaus, und wir gingen zu seiner Wohnung ein paar Straßen weiter. Wir redeten nicht viel; wir tauschten unsere Namen und ein paar nichtssagende Einzelheiten aus. Er erzählte mir, er stamme aus Pennsylvania, sei gerade erst vor zwei Monaten in die Stadt gekommen und sei 29. Wo er arbeitete, wollte er mir nicht sagen (›meistens irgendwelche bescheuerten Jobs‹).

Er wohnte in einem unauffälligen Stadthaus. Seine Wohnung lag im obersten Stock, und wir mussten fünf Treppen steigen. Als wir angekommen waren, zog ich Mantel und Sweatshirt aus. Er holte sich ein Bier und ging aufs Klo. Ich setzte mich auf die Couch und betrachtete mir das Bücherregal, um zu versuchen, herauszufinden, mit wem ich es zu tun hatte. Er hatte einen Haufen komischer Titel da stehen – so ’n Scheiß wie Essaysammlungen von Jaques Lacan, Bücher von Michel Foucault und andere bekannte postmoderne Studentenliteratur. Während das ein Zeug war, was kein gelegentlicher Leser je zu Gesicht bekommt, gab es ansonsten in seiner Sammlung keinerlei Hinweise – Science Fiction oder Biografien oder Krimis – die auf eine intellektuelle Persönlichkeit hätten schließen lassen.

Als er aus dem Bad kam, nickte ich in Richtung Bücherregal. »Ach, du gehst zur Uni?«

»Nein«, sagte er. Er bemerkte meinen Blick aus das Regal und fügte hinzu: »Die Bücher gehören meinem Mitbewohner. Der steht ziemlich auf so heftiges Zeug.«

»Und wo schläft dein Mitbewohner?«, fragte ich.

Er ignorierte meine Frage. »Hast du Lust, mir einen zu blasen?«, fragte er. Er kam zur Couch herüber und öffnete sich unterwegs den Hosenschlitz. Als er vor mir stand, holte er seinen weichen, kleinen Pimmel heraus. Ich nahm ihn in den Mund und bemühte mich nach Kräften, an dem schlaffen Teil zu lutschen.

»Hoffentlich bist du ein guter Bläser, Mann. Ich hab mir den ganzen Abend Koks reingezogen.«

Das erklärte einiges. Ich langte in seinen Schlitz und zog seine Eier heraus, die frisch rasiert waren. Während ich sie mit einer Hand massierte, saugte ich fest an seinem Schwanz, um ihn aus seinem Koksdusel zu locken. Sein Ding wurde etwas größer – aber so richtig hart wurde es nicht, bis ich anfing ein bisschen zu stöhnen, als würde mich der Gedanke, ihm einen zu blasen, scharf machen. Das funktioniert immer, und auch sein Schwanz fing an steif zu werden, als ich ihm vorspielte, ich täte nichts lieber als den Schlappschwanz von irgend so ’nem Chelsea-Boy zu lutschen. Ich rieb seine Oberschenkel, die ebenfalls rasiert waren, und dann ging ich nach hinten an seinen vollen, festen Arsch. Er war ganz schön massig, der kräftigste Junge, mit dem ich je Sex gehabt hatte, und das Neue daran fing gegen meinen Willen an, mich geil zu machen.

Der Junge fing an zu stöhnen, und sein Schwanz wurde größer. Zu meiner Überraschung wurde er richtig lang und dick – ich fragte mich, wie weit das noch gehen würde. Ich steigerte das Tempo, wobei ich stöhnte und schwer schnaufte, und schon bald verschränkte er die Hände hinter meinem Kopf und fing an, mich in die Fresse zu ficken. Er fing auch an zu stöhnen, und als sein Schwanz so groß wurde, dass ich ins Würgen kam, war er immer noch nicht richtig steif. Cool.

»Ich werd dich gleich richtig hart rannehmen, Kleiner. Ich fick dich so fest mit meinem Hammer, dass du brüllst«, brummelte er. Damit zogen sich seine Arschbacken zusammen, und ein kleiner Lusttropfen quoll aus dem Pissschlitz. Er schaffte es tatsächlich, sich aufzugeilen. Plötzlich zog er mir den Schwanz aus dem Mund und trat zurück. »Zieh dich aus«, sagte er. Ich schnürte meine Boots auf und zog sie aus, stand auf und streifte Hemd und Hose ab. Meine Latte ragte aus dem Schlitz meiner Boxershorts. Ich packte sie und fing an zu wichsen. »Ganz. Ich will dich ganz nackt sehen.« Ich zog Socken und Unterhose aus. »Geh in mein Schlafzimmer und warte auf mich«, sagte er.

Ich ging durch einen kurzen Flur. Hinter dem Bad kam eine Tür, hinter der ich sein Schlafzimmer vermutete. Ich öffnete sie und wurde von einem kühlen Luftzug empfangen. Als meine Augen sich an das schwache Licht gewöhnt hatten, sah ich alle möglichen dreckigen Klamotten auf dem Boden herumliegen und von einem Hochbett herunterhängen. Nachdem ich mich umgeschaut hatte, kletterte ich in das Hochbett.

Kurz darauf kam auch der Junge mit einem Kondom und Gleitgel in der Hand. Ich legte mich auf den Rücken, und er streichelte mir eine Weile lang die Oberschenkel und die Brust. »Du hast einen geilen Body«, sagte er. Er griff nach meinem Schwanz und wichste ein bisschen. Ich schloss die Augen und legte, gefasst darauf, ein bisschen bedient zu werden, die Hände über den Kopf. Mehr als einmal rasch kurz Blasen war allerdings nicht drin, dann erinnerte er sich wieder an die Rolle, die er spielte. Er ging auf die Knie und riss das Kondom auf. »Ich kann’s kaum abwarten, dich in den Arsch zu ficken.«

Er rollte sich das Kondom über, aber sein Schwanz war wieder so weich geworden, dass er es nicht schaffte. »Komm her, und hilf mal nach. Ich bin immer noch ein bisschen high.« Ich setzte mich, und er zog mir den Kopf zwischen seine Beine. »Mach die Latte bereit für deinen Arsch«, sagte er.

Innerhalb von Sekunden war er wieder völlig steif, und diesmal noch viel größer, als ich es in Erinnerung hatte. »Zieh mir den Gummi über«, sagte er. Ich rollte das Kondom über seinen Schwanz und rieb es mit Gleitgel ein. Er war tatsächlich ziemlich groß, und ich hob ein bisschen Schmiere auf, die ich mir unauffällig ins Arschloch praktizierte, als ich mich auf den Rücken legte. Er hob meine Beine an. »Ich hoffe, du bist bereit, Kleiner«, sagte er. »Das wird jetzt wehtun.« Ich bezweifelte es, hielt aber meinen Mund, als er sich vorbeugte und mit Nachdruck in mich eindrang. Als er drinnen war, zog er meine Füße an seine Brust.

Kräftige weiße Jungs aus Chelsea sind ganz bestimmt nicht mein Fall. Aber wo ich schon mal hier war, wollte ich die Situation auch voll ausnutzen. Ich stöhnte und keuchte unbeherrscht, und dann fing ich an, seine mächtigen Schultern und die schmale Hüfte zu streicheln. Als mein Stöhnen ihn anturnte, fing er an, mich fester und tiefer zu ficken, und gegen meinen Willen wurde ich selber auch scharf. Ich fing an, ernsthaft zu stöhnen und ihn keuchend anzufeuern.

Er merkte den Unterschied, und als ich so richtig geil wurde, legte er noch einen drauf. »Ja, mein Schwanz gefällt dir, stimmt’s?«, fragte er und versetzte mir einen Schlag auf den Arsch. Ich stöhnte und griff nach unten, um zu wichsen. »Fass deinen Pimmel nicht an, du Schwuchtel. Ich werd dich jetzt so gut durchficken, dass du gar nicht mehr zu wichsen brauchst.« Ich legte die Hände wieder auf seine Arme, die ungeheuer muskulös und stramm waren.

Er schloss die Augen und hielt meine Fußknöchel fest, die er nur losließ, um mir von Zeit zu Zeit den Arsch zu versohlen. »Du Scheißnutte. Du rennst doch nur auf die Straße und wartest drauf, dass dich einer durchfickt. Du stehst doch drauf, die Nutte zu spielen, stimmt’s?« Er versetzte mir einen scharfen Hieb auf den Arsch und rammte mir tief seinen Riemen ins Loch. Ich wimmerte vor Schmerz und drehte den Kopf weg. »Wieviel verlangst du von mir dafür?« Er rammelte mich wild und fing an, außer Atem zu kommen. »Eigentlich müsstest du mich bezahlen, du Scheißschwuchtel. Von mir kriegst du, was du brauchst.«

Ich wurde ein bisschen nervös und muss mich wohl verkrampft haben, denn er wurde ein wenig ruhiger. Er verlangsamte das Tempo und ging nicht mehr so tief, um meinen Arsch wieder in Stimmung für seinen Schwanz zu bringen. »Du bist so scharf«, flüsterte er ein paarmal, ungewöhnlich zärtlich. Der Junge war tatsächlich ziemlich high und machte stetig so weiter, wie eine Maschine, länger als ich es aushalten zu können glaubte. Der Schweiß tropfte ihm von der Stirn und brannte mir in den Augen, und überall, wo wir uns berührten, war es glitschig.

Endlich drang das ständige Auf und Ab durch seinen Koksnebel, und er kam allmählich der Schwelle näher. Sein Schwanz wurde noch größer, als er in die Zielgerade einbog. Er schlug die Augen auf und küsste mich, während er mir die Oberschenkel an die Brust drückte und meine Knöchel fast auf Betthöhe niederhielt. Ich konnte kaum atmen, aber in dieser Position öffnete sich mein Arsch weit und konnte seinen anschwellenden Schaft besser aufnehmen. »Genau so fick ich meine Freundin«, flüsterte er. Er fing an zu keuchen und fickte mich mit kurzen, festen Stößen. Ich war innerlich am Kochen, und endlich sagte er, er wolle, dass ich für ihn komme. Er legte meine Hand auf meinen Schwanz und befahl mir abzuspritzen, während ich ihn melken sollte. Innerhalb von Sekunden feuerte ich eine Ladung ab, die ich nicht so schnell vergessen werde, während mein Arsch sich fest um seinen Schwanz krampfte.

Nachdem ich fertig abgespritzt hatte, versuchte ich ihn dazu zu bringen, den Schwanz herauszuziehen, aber er wollte nichts davon hören. »Gib mir, wofür ich bezahlt habe, du Scheißnutte«, sagte er. »Du bist zu früh gekommen, dafür wirst du jetzt bezahlen.« Er drückte mir die Knie gegen die Brust und schob mir seinen Schwanz tief in den Arsch. Ich zappelte und versuchte, ihn abzuschütteln, aber er hielt mich fest. Ich bin sicher, er hätte nachgegeben, wenn ich mich ernsthaft gewehrt hätte, aber ich beschloss, eine Minute stillzuhalten und zu warten, bis er käme, bevor mir klar wurde, dass meine Gegenwehr ihn anturnte. Ich fing wieder an, mich zu wehren und Sachen zu stöhnen wie sein Schwanz sei zu groß, und ich könne es nicht aushalten. Nach einer halben Minute spritzte seine Latte ihr Sperma in das Kondom in meinem Arsch.

Danach brach er erst mal atemlos über mir zusammen. »Das war echt geil«, sagte er kurz darauf. Er beugte sich über mich, um mich zu küssen, aber da hörten wir die Tür knallen. Wir schauten hin, und da betrat gerade sein Freund das Zimmer. Ich dachte zuerst an einen erstaunlichen Zufall, bis mir klar wurde, dass er schon während unseres Ficks reingekommen sein und den größten Teil der Show angesehen und dann erst die Tür zugeknallt haben musste, um uns wissen zu lassen, dass er kommt.

Der Junge beugte sich wieder herunter, um mich zu küssen, und ich fragte ihn, ob ich gehen sollte. Er meinte, ich solle mir keine Gedanken machen. »Ist das denn nicht dein Freund?«

»Doch«, sagte er. »Aber du musst nicht abhauen, wenn du nicht willst.« Er gab mir einen Kuss, hüpfte vom Bett und ging nach draußen in die Wohnung. Ich lag in seinem Bett, während er sich flüsternd mit seinem Freund unterhielt. Ich blieb ein paar Minuten lang liegen, dann linste ich aus der Schlafzimmertür, bemüht, die Laken, die aussahen, als seien sie frisch gewaschen, nicht mit Gleitgel zu beschmieren. Ich konnte den Knackarsch und die Schultern meines Partners sehen, mehr nicht. Ich legte mich wieder hin und wartete darauf, dass sie mit ihrem Gespräch fertig wurden.

Es hatte den Anschein, als wollten sie ewig plaudern; vielleicht waren sie ja mitten in einem Streit. Ich stieg vom Hochbett herunter und ging ins Bad. Sie verstummten, als ich aus dem Schlafzimmer kam, redeten aber weiter, nachdem ich die Tür geschlossen hatte. Ich wischte mir mit Toilettenpapier das Gleitgel und den Saft vom Arsch, wusch mir das Gesicht und feuchtete die Haare ein bisschen an (sie waren ganz kurz geschnitten, standen aber trotzdem irgendwie wild ab).

Ich kam gerade rechtzeitig aus dem Bad, um dem Freund des Jungen vorgestellt zu werden, bevor er ins Schlafzimmer ging. Ich schaute den Jungen an und zuckte die Achseln. Wir küssten uns auf den Mund, und dann sagte ich, ich würde besser gehen. Ich zog mich rasch an, während der Junge sich im Bad saubermachte. Er brachte mich zur Tür und küsste mich noch einmal, bevor ich die Treppe hinunterstieg.

An der Leine

von Barry Alexander

Mein seidenes Hemd zu fressen, setzte allem die Krone auf. Ich meldete Luther für den nächsten Tag zum Gehorsamstraining an. Ich wusste gar nicht so recht, wieso ich dem blöden Vieh überhaupt noch eine Chance gab. Praktisch gesehen, war er eigentlich nicht mal mein Hund. Mein Lover hatte das Riesenvieh aus einem Wurf knuddeliger kleiner Pelzkugeln, den irgendein Typ hinten in seinem Pickup gehabt hatte, mitgenommen. Von fast reiner Rasse, hatte uns der Typ versichert. Von welcher Rasse hatte er nicht dazugesagt.

Devon hatte nicht widerstehen können. Devon konnte überhaupt nichts Knuddeligem widerstehen, wie ich bald erfahren sollte – weder dem Autoverkäufer noch dem neuen Abteilungsleiter noch dem Pizzaboten. Als der knuddelige Teddybär sich dann als ein hundert Pfund schweres Monster mit unersättlichem Appetit und ohne die geringsten Manieren entpuppt hatte, war Devon längst Geschichte.

Ich hatte auf dem Heimweg eigentlich Pizza mitbringen sollen, hatte es aber vergessen. Devon bestellte den Lieferservice. Devon machte noch Witze über die lächerlichen Pornostorys, in denen der Pizzabote etwas ganz anderes abliefert. Er hörte auf zu lachen, als der Typ unsere mit kanadischem Speck und Ananas belegten Pizzen anbrachte. Er war knuddelig. Devon konnte nicht widerstehen. Nein, nicht direkt, natürlich – schließlich war ich ja dabei. Es hätte mir zu denken geben sollen, als ich immer wieder Pizzaschachteln im Abfall fand, aber Devon konnte Pizza sogar zum Frühstück verspachteln.

Als ich dann früh nach Hause kam und Devon sah, der sich, über meinen Küchentisch gebeugt, von einem nackten Kerl mit einer bescheuerten, pizzaförmigen Mütze durchficken ließ, wusste ich, dass es an der Zeit war, die Sache mit Anstand zu beenden. Ich schrie. Ich brüllte. Ich drosch mit der Pizzaschachtel auf sie ein. Ich wusste, dass Devon mir schon früher Hörner aufgesetzt hatte, aber mit dem einen oder anderen Seitensprung kam ich zurecht – Devon hatte einen grandiosen, knackigen Body und einen grandiosen, harten Dreiundzwanzig-Zentimeter-Schwanz. Was mich echt ankotzte, war, dass er immer behauptet hatte, er ließe sich nicht gerne nageln. So wie er jetzt stöhnte und seufzte, war klar, wie sehr er es hasste. Ich war nie speziell darauf scharf gewesen, ihn zu ficken, aber darum ging es nicht – es ging ums Prinzip.

Als ich am nächsten Tag zur Arbeit war, zog Devon aus und nahm all seine Sachen mit, na ja, nicht wirklich alle – Luther ließ er mir da.

Ich brachte es nicht übers Herz, Luther ins Tierheim zu geben; es war ja nicht seine Schuld. Und irgendwie war er ja wirklich knuddelig. Er war ein großer, gutmütiger Schweinepriester von Hund ohne jegliche Manieren – und er war ein besserer Kamerad als Devon es je gewesen war.

Der Hundetrainer hörte sich sehr überzeugend an am Telefon. Seine klare, befehlsgewohnte Stimme war genau das, was Luther brauchte. Als ich auf den Parkplatz einbog, wo das Training stattfand, kamen mir Bedenken. Es war das totale Chaos: Es wimmelte von Leuten, bellenden Hunden, springenden Hunden, Hunden, die machten, was Hunde eben so machen.

Ich schaute mich nach dem Typen mit der sexy Stimme um, konnte aber weder ihn noch überhaupt jemanden sehen, der so aussah, als habe er hier das Sagen. Dann entdeckte ich einen kleinen Kerl in einer roten Jacke mit dem Emblem des Hundevereins, der in Babysprache auf ein wuscheliges, kleines weißes Hündchen einredete. Vielleicht hätte ich Luther vor dem Unterricht füttern sollen. Ich hatte alle Mühe, ihn davon abzuhalten, mich hinüberzuzerren und das kleine Wollknäuel aufzufressen.

»Ach, was für ein liebes Hündchen! Na, mein Schatz. Ja, braves Mädchen!«, säuselte der Mann. Man sollte meinen, einem Hund sei so ein Scheiß peinlich, aber der hier wedelte mit dem Schwanz und rannte ihm hinterher. Wo zum Teufel war bloß der richtige Hundelehrer? Dann gab der Typ der Frau ihren Hund zurück und kam zu mir.

»Hi, ich heiße Jerry. Ich bin der Hundetrainer.« Er reichte mir lächelnd die Hand, aber ich wagte es nicht, die Leine loszulassen. »Bill, stimmt’s? Wir haben telefoniert. Und das muss Luther sein.«

»Woher wissen Sie das?« War der Typ Hellseher?

»Na ja, zuerst mal ist er der einzige Hund, auf den Ihre Beschreibung passt – ein halber Elch, sagten Sie, glaube ich. Sie sehen aus, als hätten Sie die Hände voll. Lassen Sie mich ihn halten, solange Sie die Anmeldung ausfüllen.«

Ich schaute den Mann zweifelnd an. Er war nicht so klein, wie ich gedacht hatte, einsfünfundsiebzig vielleicht, aber Luther war ein verdammt großer Hund. Ich malte mir schon aus, wie er sich losriss und das Wollknäuel mit einem Haps verschluckte.

»Er ist ziemlich stark, vielleicht sollte ich ihn erst mal ins Auto sperren.«

»Geben Sie mir die Leine«, sagte Jerry streng.

Obwohl ich wusste, dass er Luther niemals würde halten können, reichte ihm die Leine. Kein Wunder, dass die Hunde auf ihn hörten. Gegen diesen Ton gab es keinen Einwand. Ich hoffte nur, er war versichert.

»Das Halsband ist verkehrt herum.« Entschlossen nahm er es ab, drehte es um und streifte es Luther wieder über. »Sie sind viel leichter zu kontrollieren, wenn das Halsband richtig sitzt.« Für mich sah es genauso aus wie zuvor.

Etwa genau in diesem Augenblick sah Luther das Wollknäuel vorbeitrippeln. Vor meinem inneren Auge stieg das Bild einer kreischenden Besitzerin und eines lächelnden Luther, dem ein wuscheliger weißer Schwanz aus dem Maul baumelte auf. Bevor ich einen Warnruf ausstoßen konnte, machte Luther einen Satz.

»Aus!«, befahl Jerry, drehte sich um und ging los. Luther kam nie auch nur in die Nähe seines vermeintlichen Snacks. Die Leine straffte sich, er wurde herumgerissen und ging, ehe er sich’s versah, in die gleiche Richtung wie Jerry. Er sah genauso verdattert aus wie ich mich fühlte.

Jerry streckte die Hand aus und tätschelte Luther, sobald dieser neben ihm herging. »Braver Junge«, sagte er leise mit einer tiefen Stimme voll herzlicher Zuneigung. Luther wackelte mit dem Hintern und klopfte mit seinem schweren Schwanz gegen Jerrys Beine. Am liebsten hätte ich auch mit dem Schwanz gewedelt. Jerrys Stimme ging mir direkt in die Eier.

Beeindruckt schaute ich mir Jerry noch einmal an. Er strotzte nicht vor Muskeln, aber er war schön kräftig gebaut, vielleicht ein bisschen zu weich in der Mitte. Seine dunkelroten Haare wirkten seidenweich, standen aber in Büscheln ab, als wäre er gerade mit den Fingern durchgefahren. Er hatte hellgrüne Augen und einen etwas kümmerlichen Schnäuzer. Seine Haut war blass, bis auf die Nase mit dem Sonnenbrand und die Unterarme. Er sah nicht gerade atemberaubend aus, aber irgendwie war er hübsch und hatte eine wundervolle Stimme. Nicht dass es mich gekümmert hätte, ich suchte einen Hundelehrer, keinen neuen Freund.

»Das Problem ist, dass er nicht richtig abgerichtet ist. Daran werden wir arbeiten. Keine Sorge, mit ein bisschen Geduld, Übung und Lob haben wir den Burschen bald auf Vordermann. Und wir werden an Ihrer Technik und Ihrem Timing arbeiten.«

Diese drei Grundbegriffe, Geduld, Übung und Lob, bekam ich während des gesamten Unterrichts zu hören, bis ich sie ...

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