Logo weiterlesen.de
Im Bett des spanischen Millionärs

1. KAPITEL

Niemand durfte es wagen, sich von einem Alejandro Rodriguez ­abzuwenden! Weder Industriemagnate noch Generaldirektoren oder undurchsichtige Politiker. Und Frauen schon gar nicht!

Das würde er Leah Mitchell noch beibringen! Fröstelnd schlug Alejandro den Mantelkragen hoch und zog sich noch tiefer in die Schatten zurück. Durchs Fenster ihrer kleinen Schneiderei beobachtete er, wie Leah mit geschickten Fingern den Stoff durch die Nähmaschine schob. Nur zu genau erinnerte er sich, was sie mit diesen langen, schlanken Fingern noch alles konnte …

Allein bei der Erinnerung wurde ihm die elegante Anzughose zu eng. Eins wusste Alejandro mit Sicherheit: Nicht mehr lange, und er würde erneut die Magie dieser geschickten Finger erleben!

In diesem Augenblick schaute Lea auf, als spürte sie seine Nähe. Sie hat mich nicht vergessen, dachte er zufrieden. Und er würde dafür sorgen, dass sie bedauerte, ihn je verlassen zu haben. Sie sollte ihn anflehen, sie wieder in sein Bett zu lassen. Und dann würde er sie fallenlassen.

Erschöpft lockerte Leah die schmerzenden Schultern. Seltsam, gerade hatte sie wieder das Gefühl gehabt, beobachtet zu werden. Seit Jordan ihr am Telefon verzweifelt berichtet hatte, die Bank fordere den gewährten Kredit innerhalb einer Woche zurück, sah sie überall Gespenster.

Die Nachricht war ihr so auf den Magen geschlagen, dass sie seit dem Anruf vor zwei Tagen nichts mehr gegessen hatte. Wahrscheinlich war sie einfach überreizt. Leah wollte sich gerade wieder ihrer Arbeit widmen, als sie durchs Fenster eine Bewegung wahrnahm, die ihr einen Schauer über den Rücken jagte.

Nein, sie musste sich irren. Wieso sollte er plötzlich auftauchen? Hier und jetzt?

Dann wurde die Tür geöffnet. Die altmodische Glocke schrillte. Oder waren es die Alarmglocken in Leahs Kopf?

Da stand er. Blendend aussehend – und gefährlich.

„Leah“, sagte er mit seiner tiefen Samtstimme und mit diesem erotischen spanischen Akzent, und schon wurde ihr heiß.

Energisch verdrängte sie die Wiedersehensfreude und stand auf. Zu dumm, dass sie keine High Heels trug. Nun musste sie zu ihm aufblicken. Zu Alejandro Rodriguez, dessen imposante Erscheinung so einschüchternd wirkte. Nur im Bett hatte Leah sich ihm ebenbürtig gefühlt.

Und dann diese Augen – dunkel, unergründlich, umkränzt von dichten schwarzen Wimpern, die jede Frau mit Neid erfüllten. Mit diesen Augen blickte er sie so eindringlich an, dass ihr Herz noch schneller klopfte und sie alles um sich her vergaß.

„Was willst du?“, fragte sie heiser. Sie hatte nichts von ihm gehört, seit sie vor zwei Monaten sein Haus in Spanien verlassen hatte. Seine Miene war genauso unversöhnlich wie damals. Also hätte sich überhaupt nichts geändert.

„Meine liebe Leah“, sagte er schließlich, breitete die Arme aus und kam näher. „Ist das deine Art, einen alten Freund zu begrüßen?“

Ihr Misstrauen war sofort geweckt. Alejandro führte etwas im Schilde. An Freundschaft hatte er wohl an dem hitzigen Tag vor zwei Monaten, als sie ihn verlassen hatte, zuletzt gedacht. „Dann verschwinde doch“, hatte er ihr zornig nachgebrüllt. „Frauen wie dich gibt es wie Sand am Meer.“

Leider war sie sich schon damals nur zu bewusst gewesen, dass sie bloß eine von vielen Frauen war, die Alejandro zu seiner Geliebten gemacht hatte. Immerhin hatte ihre Beziehung sechs Monate lang gedauert. Obwohl andere Frauen sich bei jeder Gelegenheit an Spaniens begehrtesten Junggesellen herangemacht hatten, ohne Rücksicht auf Leah, die sich in seiner Begleitung befand.

Nach einem halben Jahr hatte sie das Gefühl gehabt, ihre Frist wäre abgelaufen, und war geflohen. Schließlich hatte sie auch ihren Stolz. Außerdem befürchtete sie, Alejandro könnte auch ihr Herz brechen, wie bei so vielen anderen Frauen zuvor.

„Warum bist du hergekommen?“

Er runzelte die Stirn und näherte sich bis auf einen Meter. Nur die altmodische Nähmaschine stand noch zwischen ihnen. Beleidigt schaute er Leah an. „Du klingst aber misstrauisch.“

Zu Recht, dachte Leah und verschränkte abweisend die Arme vor der Brust. Alejandro war ihr jetzt so nahe, dass sein exquisites Aftershave ihr die Sinne zu vernebeln drohte. So nahe, dass sie nur die Hand auszustrecken brauchte, um die schwarzen Locken zu berühren, die ihm über den Kragen fielen. So nah, dass sie meinte, das Salz auf seiner Haut zu schmecken.

Erschüttert, weil ihr Körper so heftig auf den unwiderstehlichen Spanier reagierte, wich sie Schritt für Schritt zurück, bis die Ladentheke sich zwischen ihr und Alejandro befand. Halt suchend umklammerte sie die Holzkante. „Du hast meine Frage nicht beantwortet.“

Er lächelte und verwandelte sich dadurch im Nu vom rücksichtslosen Geschäftsmann zum leidenschaftlichen Liebhaber. In diesem Moment konnte Leah kaum fassen, diesen unwiderstehlichen Mann verlassen zu haben.

„Ich bin hier, um dir etwas zu geben.“

Sie blinzelte erstaunt. Hatte sie bei ihrem überstürzten Aufbruch etwas vergessen? Nachdem sie damals ihre Entscheidung getroffen hatte, konnte sie ihre Sachen gar nicht schnell genug in den Koffer werfen, während Alejandro ihr gleichzeitig befahl, sofort damit aufzuhören. Als das nichts fruchtete, brüllte er sie an, sie sollte verschwinden. Sie hatte nichts vergessen, denn die Garderobe und Juwelen, die er ihr während der sechsmonatigen Beziehung geschenkt hatte, hatte sie absichtlich zurückgelassen. Auch ihr Herz war in Spanien geblieben. Doch das konnte er ja nicht wissen.

„Und was? Ich kann mich nicht erinnern, etwas in Spanien gelassen zu haben“, schwindelte sie.

„Ich gebe dir eine zweite Chance“, erklärte er.

Leah stockte der Atem. Wie oft hatte sie in den einsamen Nächten davon geträumt, dass Alejandro ihr seine Liebe gestand und sie bat, zu ihm zurückzukommen! Irgendwann hatte sie die Hoffnung aufgegeben. Doch nun stand er vor ihr. Liebe las sie allerdings nicht in seinen Augen, eher Feindseligkeit. Wollte er sich rächen, weil sie ihn verlassen hatte?

Ernüchtert und zutiefst beunruhigt wandte sie sich ab. Schwebte sie etwa ernsthaft in Gefahr? Sie atmete tief durch. „Wie meinst du das?“, fragte sie schließlich. „Eine zweite Chance wofür?“

„Ich bin bereit, dich wieder zu meiner Geliebten zu machen. Alles ist vergeben und vergessen.“

Sehr witzig! Leah lachte laut. Er wollte ihr vergeben? So ein arroganter Kerl! Und sie hatte tatsächlich sekundenlang gehofft, er wäre hier, um ihr seine Liebe zu gestehen. „Du hast wohl vergessen, dass ich dich verlassen habe, Spanier. Ich will keine zweite Chance.“

Sie lacht mich aus! Alejandro konnte es nicht fassen. Und dann tat sie auch noch so, als hätte sie seinen Namen vergessen. Das hatte er nicht verdient!

„Willst du mir etwa weismachen, du könntest dich nicht an meinen Namen erinnern? Dabei hast du ihn so oft und so leidenschaftlich gerufen.“

„Ich wollte dich nicht beleidigen, sondern lediglich unser Gespräch nicht zu persönlich werden lassen.“

„Das zwischen uns war aber immer sehr persönlich, besser gesagt … intim.“ Erwartungsvoll sah er sie an. Ihre Reaktion verriet ihm, dass Leah nichts vergessen hatte. „Wir verstehen uns prima im Bett. Warum willst du nichts mehr davon wissen?“

„Weil mir mein Leben so gefällt, wie es jetzt ist.“

„Ich glaube dir kein Wort.“

„Dann lässt du es eben bleiben. Deine zweite Chance kannst du dir an den Hut stecken.“

Unbeeindruckt musterte er sie von Kopf bis Fuß. „Du hast abgenommen.“

„Ich hatte viel zu tun.“

„So viel, dass du keine Zeit zum Essen gefunden hast?“

Wortlos zuckte sie die Schultern und senkte den Blick. Nicht schnell genug. Alejandro hatte die Sorge darin gelesen. Finanzielle Probleme, dachte er. Doch die würden bald gelöst sein. „Ich würde dafür sorgen, dass du etwas isst.“

Sie sah wieder auf. „Und was erwartest du als Gegenleistung?“, erkundigte sie sich misstrauisch.

„Nichts, was du nicht zu geben bereit wärst. Sieh mir in die Augen, Leah! Willst du wirklich behaupten, unsere Liebesspiele würden dir nicht fehlen?“

Aufgebracht wandte sie sich ab und warf die Hände in die Luft. „Das ist doch sinnlos! Unsere Beziehung ist beendet. Es hat keinen Zweck, sie wieder aufflammen zu lassen.“

„Aber ich sehe das Feuer doch in deinen Augen brennen. Du willst mich noch immer, Leah.“

„Ich habe dich verlassen.“

„Aber das Feuer in dir ist noch nicht erloschen!“

Nein, aber ich hatte Angst, von diesen Flammen verzehrt zu werden!

Hinter Alejandro wurde die Tür aufgestoßen. Ein kalter Luftschwall drang in den kleinen Laden, bevor die Kundin die Tür wieder schloss, sich eine graue Strähne aus dem Gesicht strich, die sich aus dem strengen Haarknoten gelöst hatte, und ihre dunkelblaue Firmenkleidung glättete. Geduldig wartete die Frau, bis sie dran war. Von der angespannten Atmosphäre in dem kleinen Ladenlokal schien sie nichts zu bemerken.

Leah war unglaublich dankbar über die Unterbrechung. „Ihre Hose ist fertig, Mrs Turner.“ Sie griff nach dem sorgfältig eingepackten Kleidungsstück wie nach einem Rettungsring.

Die Kundin warf einen Blick auf Alejandro, der sich ihr zugewandt hatte. „Ich möchte mich aber nicht vordrängeln.“

Charmant ließ er ihr den Vortritt. „Es wäre mir eine Ehre, Sie vorzulassen, Madam. Strenggenommen bin ich kein Kunde, ich wollte mit Leah nur über alte Zeiten plaudern.“

Mrs Turner strahlte, fuhr sich erneut prüfend übers Haar. Leah lächelte müde. Alejandros Charme konnte nun mal keine Frau widerstehen. Nur ganz kurz wandte die grauhaarige Dame den Blick von ihm ab, um Leah einen Geldschein in die Hand zu drücken und nach dem Paket zu greifen.

Als der unwiderstehliche Alejandro ihr auch noch lächelnd die Tür aufhielt, war es vollends um Mrs Turner geschehen. Mit einem mädchenhaften Kichern verließ sie die Schneiderei.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Julia Extra Band 381 - Titel 4: Im Bett des spanischen Millionärs" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen