Logo weiterlesen.de
John Sinclair - Folge 012

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Serie
  3. Über den Autor
  4. Impressum
  5. Die teuflischen Schädel
  6. Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Die teuflischen Schädel

Mit einem erstickten Schrei fuhr Marylin Ross zurück. Sie war unfähig zu begreifen, was sie sah: Auf der schmalen Fensterbank vor ihr hockte ein abgetrennter Kopf!

Die Haut spannte sich lederartig um die Wangenknochen, und das kalte Glitzern der Augen verriet, dass der Schädel zu grausigem Leben erwacht war.

Marylin hatte beide Hände vor den Mund gepresst. Todesangst wühlte in ihr. Plötzlich bewegte sich der Schädel. Er öffnete den Mund und brachte nadelspitze Fangzähne zum Vorschein.

Mit einem lauten Schrei wollte sich Marylin abwenden. In diesem Augenblick sprang der Kopf auf sie zu …

Irgendwann in der Nacht wurde Angie Dickson wach. Sie schlug die Augen auf und starrte in das Dunkel ihres Schlafzimmers. Mit angehaltenem Atem blieb sie liegen und lauschte.

Ein leises, abgehacktes Lachen drang an ihre Ohren, und die Angst überfiel sie.

Das Lachen war nah. Die Person musste sich direkt vor ihr befinden.

Plötzlich spürte sie den Druck auf ihrer Brust. Ihre Arme kamen unter der Bettdecke hervor, fuhren über das Laken, ertasteten etwas Rundes, fassten in Haare …

Ein Kopf!

Auf ihrer Bettdecke lag ein Kopf!

Angies Angst entlud sich in einem gellenden Schrei, der in ein klägliches Wimmern überging und verstummte.

»Aber Angie«, hörte sie eine ihr bekannte Stimme, »du brauchst doch keine Angst zu haben.«

Mein Gott, diese Stimme. Sie kannte sie. Hatte sie oft genug in ihrem Leben gehört.

Die Stimme gehörte ihrem Vater. Aber der war seit drei Monaten tot!

Plötzlich war es vorbei mit Angies Beherrschung. Ihr rechter Arm schwang zur Seite, fuhr über die kleine Nachtkonsole.

Scheppernd fiel der Wecker auf den Boden.

Angie fand den kleinen Kippschalter der Lampe, drückte ihn.

Milchiges Licht erhellte das Schlafzimmer.

Angie wandte den Kopf, blickte starr nach vorn … und erlebte das nackte Grauen!

Der Schädel gehörte ihrem Vater!

Er lag auf der Bettdecke … und lebte!

Die Augen funkelten böse. Faltige Haut spannte sich wie rissiges Leder über die Wangenknochen. Die strähnigen schwarzen Haare hingen bis zu den Ohren. Das kräftige Gebiss mit den ebenmäßigen Zähnen schimmerte aus dem halb geöffneten Mund.

Angie bekam plötzlich Angst vor diesen Zähnen, mehr als vor allem anderen.

Der Schädel bewegte sich.

»Geh weg!«, kreischte Angie. »Bitte, geh weg!«

Der Kopf lachte. Ruckartig hüpfte er auf Angies Gesicht zu.

Ein normaler Beobachter hätte dies als makabren Spaß empfunden, aber das war es ganz bestimmt nicht.

Dicht vor Angies Kehle kam der Kopf zur Ruhe.

Angie wandte das Gesicht zur Seite, damit sie nicht in dieses schreckliche Antlitz zu sehen brauchte.

Sie wunderte sich, dass sie nicht schrie. Aber ihre Kehle war auf einmal wie zugeschnürt. Nicht ein Wort drang über ihre zitternden Lippen.

Angie sah den Halsstumpf, an dem der Kopf vom Körper getrennt worden war. Er war nicht etwa blutig, nein, die Sehnen und Adern waren fein säuberlich abgeschnitten und mit einer fleischfarbenen Masse verklebt worden.

»Warum sagst du nichts, Angie?«

Die Stimme ihres Vaters klang wie zu Lebzeiten. Metallisch, befehlsgewohnt.

Sekundenlang herrschte eine Pause.

»Ich werde dich töten, Angie«, sagte dann der Kopf.

Nicht einmal jetzt zuckte Angie zusammen. Was war nur mit ihr los? Eine seltsame Apathie hatte sie ergriffen. Sie fühlte, wie ihr alles gleichgültig wurde.

Der Kopf hüpfte noch ein kleines Stückchen näher, neigte sich zur Seite, öffnete den Mund – und biss blitzschnell zu.

Die Zähne drangen in Angies Hals.

Blut spritzte, das der Schädel zum Teil aufsaugte.

Und wieder biss er zu …

Die Kneipe war schmutzig und stank nach allen möglichen Ausdünstungen. Eine Kaschemme mit Weltuntergangsstimmung.

Und genauso fühlte sich auch Dirk Cochran. Er hockte schon zwei Stunden vor dem halben Liter Ale und stierte trübe in das Glas. Eine fette Fliege hatte sich auf den Bierpegel gesetzt und versuchte, schwimmen zu lernen. Irgendwann würde sie wohl ersaufen.

Dirk Cochran interessierte das alles nicht. Er hatte andere Probleme. Er dachte an Angie Dickson, seine Freundin.

Verdammt noch mal, was war er doch nur für ein Idiot gewesen! Warum hatte er nur mit Angie Schluss gemacht? Schließlich war sie eine Frau, wie man sie nicht alle Tage findet. Hübsch, intelligent und bestrebt, etwas aus ihrem Leben zu machen.

Und er? Ein verkrachter Student, der sich durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt und in einer Bude hauste, die den Namen Wohnung nicht im Entferntesten verdiente.

Dirk Cochran war der einzige Gast. Natürlich, wer hielt sich schon kurz nach Mitternacht in solch einer Kaschemme auf? Außerdem hätte der Laden nach dem Gesetz längst geschlossen sein müssen. Aber der dicke Wirt schien sich nicht darum zu scheren.

Er hatte die Arme auf den nassen Tresen gestützt und beobachtete Dirk Cochran aus schmalen Augen.

Schließlich wurde es auch ihm zu bunt.

»Noch ’n Bier?«

Cochran erschrak. »Bitte, wie?«

Der Wirt wiederholte seine Frage.

»Nein, danke.«

»Dann wird es Zeit, dass du zahlst, Junge. Ich will auch ein bisschen an der Matratze horchen. Sauf aus und verschwinde.«

Der Wirt schlurfte auf Dirks Tisch zu.

Grinsend deutete er auf die fette Fliege. »Schmeckt dir wohl nicht, was?«

Dirk gab keine Antwort.

Der Wirt verzog das Gesicht, tunkte Daumen und Zeigefinger in das Bierglas und zerquetschte die Fliege zwischen den Fingerkuppen.

Dirk wandte angeekelt den Kopf.

»Macht zehn Schilling«, knurrte der Wirt.

Dirk zahlte.

Der Wirt steckte die Münzen in die Hosentasche. »Haste Liebeskummer?«

Dirk Cochran sah auf. »Woher wissen Sie …?«

Der Dicke lachte. »Mensch, das sieht man dir doch an. War sie wenigstens hübsch?«

»Und ob!«

»Dann sitzt du noch hier und vertrödelst deine Zeit, Junge? Mann, nichts wie hin zu der Puppe. Die liegt bestimmt in ihrem Bett und heult sich deinetwegen die Augen aus.«

»Meinen Sie?«, fragte Dirk zweifelnd. »Sie kennen Angie doch gar nicht.«

»Aber ich kenne die Weiber. Und jetzt zieh endlich Leine!«

Dirk stand auf und lächelte. »Vielen Dank für Ihren Rat, Mister. Wir kommen mal vorbei, ich meine Angie und ich …«

»Ja, ja, schon gut.«

Fast fluchtartig verließ der junge Mann die Kneipe. Draußen war es stockfinster. In der schmalen Straße brannte nicht eine Laterne. Von der nahen Kohlenzeche her drang der Geruch von Teer und Schwefel an seine Nase.

Dirk verzog das Gesicht. Er würde wohl den Gestank der schottischen Bergwerke nie mehr loswerden.

Sein 850er Fiat parkte verloren auf dem Bürgersteig. Der Wagen wurde nur noch durch den Rost zusammengehalten.

Aber das wird sich ändern, dachte Cochran. Sobald er einen anderen Job hatte und mit Angie wieder alles klar war, würde er sich einen neuen Wagen kaufen. Erst musste er jedoch einen Job haben. Aber in den Bergwerken wurden immer Leute gesucht.

Diese Gedanken gingen Dirk durch den Kopf, während er den Fiat in Richtung Painsley steuerte, einem kleinen Glasgower Vorort.

Dort wohnte Angie Dickson. In einem der vielen gleich aussehenden Siedlungshäuser hatte sie zwei Zimmer gemietet. Nicht gerade komfortabel, aber besser als seine Bruchbude.

Dirk bog in die schmale Straße ein, in der Angie wohnte.

Es brannten ein paar Laternen. Autos parkten darunter.

Vor Angies Haus stand ein dunkler Lieferwagen. Was hat der denn hier zu suchen?, fragte sich Dirk, aber dann dachte er nicht mehr darüber nach.

Dirk parkte den Wagen zwei Häuser vorher. Hastig drückte er seine Zigarette aus. Jetzt hatte er schon zwei Packungen leergeraucht.

Das wird auch anders werden, dachte er.

Dirk stieg aus dem Wagen. Leise schloss er die Tür. Es brauchte niemand zu hören, dass Angie noch Besuch bekam. Außerdem war ihre Vermieterin für zwei Tage verreist, und deren Mann hatte Nachtschicht.

Angie Dickson war allein im Haus.

Dirk Cochran hatte ein komisches Ziehen im Magen, als er sich der Tür näherte. Normalerweise kam man ja nicht um diese Zeit. Aber hier lag auch kein Normalfall vor.

Dirk wollte gerade klingeln, als er sah, dass die Haustür offen stand.

Seltsam.

Dirk schob sich in den Hausflur. Es roch wie immer nach Bohnerwachs.

Er gelangte in eine kleine Diele und an eine Treppe, die in die erste Etage führte, wo Angie ihre beiden Zimmer hatte.

Behutsam schlich Dirk die Treppe hoch.

Er sah nicht den Schrumpfkopf, der sich auf dem ersten Treppenabsatz in einen stockdunklen Winkel verkrochen hatte.

Durch ein kleines Flurfenster fiel mattes Licht, das die Laterne draußen ausstrahlte.

Endlich stand Dirk vor Angies Tür.

Sein Herz hämmerte nervös.

Er wollte gerade mit dem Fingerknöchel gegen das Holz klopfen, als er zusammenzuckte.

Ein schreckliches Stöhnen war an sein Ohr gedrungen.

Angie! Ihr war etwas passiert!

Nur dieser Gedanke beherrschte den jungen Mann. Dirk riss die Tür auf, und es fiel ihm gar nicht auf, dass auch die nicht verschlossen war. Er stürmte in das dahinterliegende Schlafzimmer und blieb stehen, wie von einer unsichtbaren Faust getroffen.

Wie im Zeitraffer nahm er das Bild auf, das sich seinen Augen bot.

Angie Dickson lag auf dem Bett. Ihr Hals war völlig zerfetzt.

Eine riesige Blutlache hatte sich auf dem Bettlaken ausgebreitet. Aus dem halb offen stehenden Mund entrang sich ein grauenvolles Stöhnen.

Die altmodische Nachttischlampe beleuchtete dieses schreckliche Bild.

»Angie!«

Dirks Schrei hatte nichts Menschliches mehr an sich. Der junge Mann warf sich weinend vor dem Bett auf die Knie, umfasste mit beiden Händen Angies Schulter und sah aus tränenfeuchten Augen in das verzerrte Gesicht seiner Freundin.

»Angie«, stöhnte er.

Es war, als ob dieses Wort der jungen Frau noch einmal die Kraft gab, etwas mitzuteilen. Ihre blutleeren Lippen bewegten sich.

»Der Kopf«, röchelte sie. »Es … es war der Kopf. Mörder ist mein … Vater!«

Ein letztes, tiefes Stöhnen drang aus der Brust des Mädchens, dann war Angie Dickson tot.

Dirk Cochran hatte die letzten Worte gierig in sich aufgesaugt, hatte keine Silbe überhört.

Wie lange er neben dem Bett der Toten gekniet hatte, wusste er hinterher selbst nicht mehr.

Er schreckte auf, als draußen ein Motor angelassen wurde. Zwei Sprünge brachten Dirk zum Fenster.

Der Lieferwagen!

Er fuhr ohne Licht an und war Sekunden später wie ein Schemen in der Nacht untergetaucht.

Hing dieser Wagen mit Angies Tod zusammen?

Dirk ballte die Fäuste. Er würde es herausfinden, und wenn es sein Leben kosten sollte …

»Mortadella«, knurrte Konstabler Fullbright und verzog das Gesicht. »Jedes Mal Mortadella auf dem Sandwich. Meine Alte hat das Zeugs billig gekriegt, und ich muss es jetzt reinwürgen.«

Sergeant O’Banion, sein Kollege, gähnte und grinste gleichzeitig. »Sei froh, dass du was mitkriegst. Mir packt niemand was ein. Du wirst zu fett, heißt es immer.«

Fullbright blickte auf O’Banions Bauch. »Stimmt ja auch.«

Er war dünn. Im Gegensatz zu dem Sergeant, für den die Uniformen extra angefertigt werden mussten.

Sergeant O’Banion nuckelte an seinem Tee. Er ärgerte sich über die Nachtschicht. Vor allen Dingen die Stunden nach Mitternacht schienen kaum vorbeizugehen. Passiert war hier in Painsley noch nie viel. Höchstens mal eine Schlägerei, das war auch alles.

Als plötzlich die Tür aufgerissen wurde, erschrak O’Banion so stark, dass ihm der Tee aus der Tasse schwappte.

»Verdammt noch mal!«, fluchte der Sergeant und stellte die Tasse ab.

Ein junger Mann taumelte in die kleine Polizeidienststelle. Er war völlig fertig. Sein schwarzes Haar war schweißverklebt und hing ihm wirr in die Stirn. In den Augen stand namenloser Schrecken. Der Mann zitterte am gesamten Körper, und sein Atem ging pfeifend.

»Kommen Sie mit!«, keuchte er. »Schnell. Es ist ein Mord geschehen. Eine Frau … Meine Freundin. Ihr Hals … Beeilen Sie sich.«

»Nun mal langsam.« Sergeant O’Banion wischte sich mit seinem Taschentuch den Tee vom Ärmel. »Wer soll tot sein?«

»Meine Freundin. Angie Dickson!«

»Angie? Sie wollen uns doch wohl nicht auf den Arm nehmen, junger Mann. Ich kenne Angie seit ihrer Geburt. Und es gibt niemanden, der einen Grund haben könnte, Angie zu ermorden. Sie sind doch nicht betrunken? Wie heißen Sie überhaupt?«

»Cochran. Dirk Cochran. Aber verdammt noch mal, kommen Sie endlich mit!«, schrie Dirk. »Angie liegt auf dem Bett. Sie ist tot. Verstehen Sie? Angie ist tot!«

Die beiden Polizisten tauschten einen Blick, und Sergeant O’Banion merkte, wie eine Gänsehaut langsam über seinen Rücken kroch. Schweigend griff er nach seiner Uniformjacke.

Konstabler Fullbright hatte seine schon übergezogen. Er wandte sich an Dirk Cochran.

»Wenn Sie gelogen haben, Mr. Cochran, ergeht es Ihnen schlecht.«

»Nein, ich habe nicht gelogen. Es ist alles so schrecklich. Es ist …«

Dirks Stimme versagte.

Sergeant O’Banion hatte sich inzwischen mit dem Hauptquartier in Verbindung gesetzt und sich und seinen Kollegen abgemeldet. Wenn irgendwelche Anrufe kamen, wurden sie automatisch an die Hauptstelle weitergeleitet.

Draußen hatte es leicht zu nieseln begonnen. Typisches Novemberwetter.

»Sie steigen mit in den Streifenwagen«, sagte Konstabler Fullbright.

O’Banion fuhr. Langsam kurvte er durch die menschenleeren Straßen und bog nach einigen Minuten in die Gradon Road ein, in der Angie wohnte.

Auch hier war niemand zu sehen.

Der Streifenwagen stoppte vor dem Haus. Die Tür war noch offen. Dirk hatte sie nicht hinter sich zugezogen.

»Wir gehen beide mit«, sagte O’Banion.

Er fand den Lichtschalter. Trübes Licht erhellte notdürftig das Treppenhaus.

»Sie wohnt in der ersten Etage«, flüsterte Dirk.

»Wissen wir«, sagte O’Banion und nahm mithilfe des Treppengeländers die ersten Stufen.

Dirk und Konstabler Fullbright folgten ihm.

O’Banion blieb plötzlich auf dem Treppenabsatz stehen.

»Ist was?«, fragte Fullbright. Er und Dirk Cochran drängten sich vor.

Sie sahen Angie Dickson alle drei im gleichen Augenblick.

Sie stand in der Tür. Sie hatte die Arme vom Körper gestreckt und die Hände gespreizt.

Sie sah so aus wie immer. Das dunkelbraune Haar fiel bis auf ihre Schultern.

»Aber … Angie?«, fragte Dirk leise.

Sergeant O’Banion atmete schwer. »Wenn Sie uns einen Bären aufgebunden haben, Cochran …«

Dann verstummte er.

Angie Dickson hatte sich in Luft aufgelöst!

Von einem Augenblick zum anderen.

O’Banion stöhnte auf. In seinem Rücken hörte er das schwere Atmen der beiden Männer.

Langsam wandte der Sergeant den Kopf. »Ihr habt es doch auch gesehen – oder?«

Konstabler Fullbright war kalkweiß. Er gab keine Antwort. Aber wenn man sein Gesicht sah, wusste man ohnehin Bescheid.

»Das kann nur ein Geist gewesen sein«, flüsterte er mit bebender Stimme.

Scheu blickten die Männer zu dem obersten Treppenabsatz. Doch die Erscheinung ließ sich nicht wieder blicken.

»Wir müssen in das Zimmer gehen«, sagte Dirk Cochran und brach damit das Schweigen.

O’Banion zögerte. Es schien, als habe er Angst. Doch dann gab er sich einen Ruck und stieg langsam die Stufen hoch.

Im Schlafzimmer brannte noch immer die Nachttischlampe. Die Tür war durch den im Haus herrschenden Luftzug zugefallen. Das Licht drang durch eine Spalte am Türboden.

O’Banion legte seine Hand auf die Klinke, atmete noch einmal tief durch und stieß dann die Tür auf.

Sein Fuß, den er gerade über die Schwelle setzen wollte, stockte.

Maßloser Schrecken und ungläubiges Staunen malte sich auf seinem Gesicht ab.

»Das ist doch nicht möglich«, ächzte Konstabler Fullbright, der seinem Vorgesetzten über die Schulter gesehen hatte.

Angie Dickson lag auf dem Bett.

Ihr Hals war eine einzige klaffende Wunde. Das Blut war ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 12" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen