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John Sinclair - Folge 1911

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Jäger der Unsterblichkeit
  4. Vorschau

Jäger der Unsterblichkeit

von Michael Breuer

»Wir haben es geschafft!« James Eatons Augen leuchteten, als er seinen Blick durch den Raum schweifen ließ. Die flüsternde Stimme des Archäologen klang ehrfürchtig.

Seit Stunden hatten er und seine Männer daran gearbeitet, die geheimnisvollen Felsenkammern zu öffnen. Nun war es vollbracht. Zum ersten Mal seit Jahrtausenden betraten Menschen den Schwarzen Tempel von Karnak. Noch immer hauste der Gestank des Todes in seinen Mauern.

Langsam schritten die Männer voran, ohne zu ahnen, dass sie hier unten dem Grauen begegnen würden.

Und dem Tod …

Ägypten 1923

Immer noch stand James Eaton reglos da und ließ den Anblick der gerade geöffneten Kammer auf sich wirken. Der Archäologe war fünfzig Jahre alt. Ein dichter Vollbart zierte sein markant geschnittenes Gesicht. Die Augen des Briten leuchteten. Er wähnte sich am Ziel all seiner Träume.

Es lag erst wenige Monate zurück, dass das Grab von Tutanchamun entdeckt worden war. Der Fund seines Konkurrenten Howard Carter hatte sämtliche Zeitungen gefüllt und für gehöriges Aufsehen gesorgt. Eaton verzog unwillkürlich das Gesicht. Hätten ihm selbst Carters finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, wäre er vielleicht schon viel eher fündig geworden. So hatte er sich eben mit bescheideneren Mitteln begnügen müssen.

Jetzt jedoch war das alles unwichtig geworden. Es war nicht mehr nötig, sich Gedanken über Geld zu machen. Sie waren endlich am Ziel!

»Das ist es also?«, riss eine tiefe Männerstimme den Archäologen aus seinen Gedanken.

Er drehte den Kopf. Hinter ihm war Lord Mountbatton aufgetaucht. Der Lord finanzierte die Grabungen und hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich den Fortschritt der Arbeiten zu begutachten. Im Gesicht des britischen Adeligen konnte Eaton eine fast kindliche Begeisterung erkennen.

Unwillkürlich lächelte der Archäologe. Der Lord verfügte nur über ein geringes Vermögen, aber dieses hatte er komplett in die Grabungen investiert. Er teilte Eatons Begeisterung für das alte Ägypten und war brennend an handfesten Resultaten interessiert.

Wie es aussah, hatten sie diese nun endlich.

»Das ist es«, bestätigte Eaton etwas verspätet.

Auf den Wänden der Kammer konnte er Darstellungen des schakalköpfigen Gottes Anubis erkennen. Im Zentrum des Raumes war eine Art Altar zu sehen.

»Eine Grabkammer?«, fragte der Lord neugierig. Plötzlich glitzerten seine Augen. Offenbar dachte er gerade an kostbare Grabbeigaben.

Wieder musste Eaton lächeln. Auch wenn sich Mountbatton für die alten Ägypter begeisterte, war er doch noch lange kein Fachmann auf diesem Gebiet.

»Nein«, antwortete der Archäologe. »Das hier ist eine der Tempelkammern. Ich denke nicht, dass hier jemand bestattet worden ist.«

Mountbatton gab einen skeptischen Laut von sich. »Das da drüben sieht mir ganz nach Kanopenkrügen aus«, merkte der Adelige an.

Eaton wandte den Kopf in die entsprechende Richtung. In Kanopenkrügen wurden die Eingeweide der Verstorbenen beigesetzt, nachdem diese bei der Mumifizierung dem toten Körper entnommen worden waren. Tatsächlich konnte der Archäologe in einer dunklen Ecke des Raums mehrere solcher Gefäße entdecken. Von einem Sarkophag fehlte allerdings jede Spur. Auch Grabbeigaben waren nicht zu erkennen.

James Eaton fuhr sich durch den Bart. Der vom Wüstensand verschüttete Tempel befand sich tief unter der Erdoberfläche. Eaton hatte nicht den Eindruck, als sei die Kammer schon einmal von Grabräubern heimgesucht worden. Was er hier sah, wirkte völlig unberührt. Es schien ihm, als sei die Zeit förmlich stehen geblieben.

»Gehen wir rein«, erklärte er mit schwerer Stimme.

Ohne eine Antwort abzuwarten, zwängte der Archäologe seinen Körper durch die künstlich geschaffene Öffnung und begab sich ins Innere der Tempelkammer. Eine tiefe Ehrfurcht erfüllte ihn, als er sich weiter umsah. Der Raum war nahezu völlig schmucklos, sah man einmal von den Hieroglyphen an den Wänden, dem Altar und den geheimnisvollen Kanopenkrügen ab.

Am gegenüberliegenden Ende der Kammer konnte Eaton die Umrisse eines zugemauerten Torbogens erkennen. Um tiefer in den Tempel vorzudringen, würden sie diesen erst durchbrechen müssen. Aber das hatte natürlich Zeit. Zunächst wollte der Archäologe diesen ersten Raum gründlich unter die Lupe nehmen.

Hinter ihm betrat jetzt auch Lord Mountbatton die Kammer. Der junge Adelige blickte sich mit großen Augen um. Obwohl er schon zahlreiche Ausgrabungsstätten besucht hatte, war es doch das erste Mal, dass er Zeuge eines solchen Funds wurde.

»Das ist der Schwarze Tempel? Sie sind sich ganz sicher?«, fragte er.

Eaton nickte knapp. »Absolut«, erwiderte er dann.

Er war seit Jahren auf der Suche nach dem sagenumwobenen Tempelkomplex. Alle anderen Altertumsforscher hatten an dessen Existenz gezweifelt und ihn als bloße Legende abgetan. Tief in seinem Inneren war Eaton jedoch klar gewesen, dass an der ganzen Sache mehr dran war.

Unwillkürlich lächelte er. Bis jetzt hatten nur einige Papyrusfetzen Aufschluss über den Tempel gegeben. Nun befand Eaton sich tatsächlich inmitten seiner Mauern. Das konnte er kaum fassen.

Das vom Wüstensand verschüttete Bauwerk befand sich weit abseits der bereits bekannten Tempelanlagen von Karnak. Hier hatte noch nie jemand sein Glück versucht, was Eaton insgeheim ein wenig wunderte. Normalerweise kannten Grabräuber keine Scheu, wenn es darum ging, die alten Heiligtümer zu plündern.

Die Einheimischen waren von der Existenz des Schwarzen Tempels immer schon überzeugt gewesen. Das hatte Eaton ziemlich schnell festgestellt. Sie hatten sich nämlich rundheraus geweigert, ihm bei seinen Ausgrabungen behilflich zu sein. Deshalb war er auch gezwungen gewesen, sich ausschließlich auf britisches Grabungspersonal zu verlassen.

Lediglich ein einziger Ägypter war an dem ganzen Projekt beteiligt. Er diente unter anderem als Dolmetscher und Führer. Schon nach kurzer Zeit hatte er sich als unentbehrlich erwiesen.

Während Eaton noch seinen Gedanken nachhing, legte ihm Mountbatton plötzlich von hinten die Hand auf die Schulter.

»Haben Sie das gehört?«, fragte der Adelige fast flüsternd.

»Was meinen Sie?«, wollte Eaton stirnrunzelnd wissen.

»Das klang wie Schüsse«, erklärte der junge Lord. »Irgendetwas geht dort oben vor!«

Eaton lauschte, aber er konnte beim besten Willen nichts Ungewöhnliches hören. Was immer Mountbatton aufgeschreckt hatte, jetzt war es völlig ruhig.

Der Archäologe zuckte mit den Schultern. »Machen Sie sich keine Gedanken, Sir«, beruhigte er seinen Geldgeber. »Es wird schon alles in Ordnung sein!«

Jedenfalls hoffte er das. Falls es sich die Grabräuber plötzlich doch noch anders überlegt hatten, standen die Briten vor einem ernsthaften Problem. Eatons Trupp bestand gerade einmal aus einer Handvoll Leute.

Er blickte Mountbatton an. Im Licht der Grabungslampen konnte er deutlich die Angst auf den Zügen des Adeligen erkennen. Tatsächlich fühlte er sich plötzlich ebenfalls nicht recht wohl in seiner Haut. Wenn etwas schiefging, standen sie hier unten auf verlorenem Posten. Falls sie angegriffen wurden, saßen sie wie Ratten in der Falle.

»Vielleicht haben Sie recht«, erklärte er darum. »Gehen wir zurück nach oben!«

Man konnte förmlich sehen, wie dem jungen Lord Mountbatton ein Stein vom Herzen fiel. Fast hätte Eaton gelächelt, aber seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt.

»Bleiben Sie hinter mir«, wies er den nervösen Adeligen an.

Wenn dort oben wirklich etwas im Argen lag, wollte er nicht, dass ihm Mountbatton in die Schussbahn geriet. Unbewusst tastete Eaton an seine Hüfte, wo er das vertraute, kühle Metall seiner Browning spürte. Geistesabwesend öffnete er den Knopf des Gürtelholsters, um die Waffe im Notfall schnell ziehen zu können.

Dann setzte er sich auch schon in Bewegung und machte sich daran, die kleine Tempelkammer wieder zu verlassen.

James Eaton kam genau drei Schritte weit, bevor er wie angewurzelt stehen blieb. Fast wäre Mountbatton in ihn hineingerannt.

»Was ist?«, fragte der Adelige und blickte dem Archäologen neugierig über die Schulter. Dann hielt er auch schon erschrocken den Atem an.

Im Dunkel des vor ihnen liegenden Ganges zeichneten sich die Umrisse einer hageren Gestalt ab.

»Wer ist das?«, hauchte Mountbatton. Seine Stimme zitterte ein wenig.

Der Archäologe antwortete nicht sofort. Seine Hand rutschte wieder in Richtung Waffe. Gespannt starrte er dem Unbekannten entgegen, der sich ihnen langsam näherte.

Dann atmete er plötzlich auf. Die Gestalt trat ins Licht der Grabungslampen. Es handelte sich um einen schlanken Mann, der einen hellbraunen Kaftan und einen roten Fez trug. Seine Gesichtszüge waren faltendurchwirkt, und die Haut sah aus wie uraltes, rissiges Pergament. Aus tief in den Höhlen liegenden Augen musterte er die beiden Briten.

»Sarket«, stöhnte Eaton erleichtert auf. »Sie haben uns einen Mordsschrecken eingejagt.«

Er fragte sich kurz, was der ägyptische Führer des Grabungsteams hier unten wollte, verdrängte den Gedanken aber sofort wieder.

Langsam kam Sarket näher. Immer noch hatte er keinen Laut von sich gegeben.

»Was ist da oben los gewesen?«, schaltete sich nun Mountbatton ein und schob sich an Eaton vorbei, um auf den Ägypter zuzugehen.

Plötzlich schrillten die inneren Alarmglocken des Archäologen. Wieder hatte er das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte.

Zu spät bemerkte James Eaton die Spitzhacke in der Hand des Ägypters. Während der britische Lord noch auf Sarket zuging, riss dieser plötzlich den rechten Arm nach oben.

Mountbatton erstarrte mitten in der Bewegung. Entsetzt öffnete der Adelige den Mund, doch er kam nicht mehr dazu, einen Schrei auszustoßen, denn schon schlug Sarket erbarmungslos zu.

Die Spitzhacke bohrte sich wuchtig in den Schädel des Lords. Der Hieb war mit solcher Gewalt ausgeführt worden, dass die Spitze auf der anderen Seite des Kopfes in einer Wolke aus Blut und Gehirnmasse wieder zum Vorschein kam.

James Eaton stieß einen gurgelnden Schrei aus, als ihm der rote Lebenssaft seines Geldgebers ins Gesicht spritzte. Jetzt endlich versuchte er, die Waffe ungeschickt aus dem Holster zu ziehen, aber sie entglitt seinen schwitzigen Fingern. Schwer schlug die Browning auf dem Boden auf.

Das Geräusch weckte Sarkets Aufmerksamkeit. Während er noch versuchte, die Spitzhacke aus Lord Mountbattons Schädel zu ziehen, wandte er den Kopf und blickte Eaton mit einem gespenstischen Grinsen an.

Du bist der Nächste, sollte das wohl heißen.

Aber dazu wollte es Eaton nicht kommen lassen. Hastig ging er in die Knie, um die Waffe wieder an sich zu nehmen.

»Halt«, befahl Sarket. Es war das erste gesprochene Wort, seit er die Grabkammer betreten hatte. Der Blick seiner Augen war kalt und unbarmherzig. »Rühr dich nicht vom Fleck.«

»Warum das alles?«, würgte Eaton hervor. Er zweifelte keine Sekunde daran, dass Sarket das gesamte Grabungsteam auf dem Gewissen hatte. Der Mann stank entsetzlich nach Blut und Tod.

Sarket ließ ein feines Lächeln aufblitzen. Endlich hatte er die Spitzhacke freibekommen und deutete mit dem Mordwerkzeug auf die Kanopenkrüge. »Deshalb«, erklärte er knapp.

Eaton verstand nicht recht, aber ihm blieb auch keine Zeit mehr, eine entsprechende Frage zu stellen. Plötzlich setzte sich Sarket wieder in Bewegung. Seine nächste Handlung erfolgte zu schnell, als dass sie das menschliche Auge hätte erfassen können.

Plötzlich stand er direkt vor Eaton, und mit einem Mal jagte ein stechender Schmerz durch den Körper des Archäologen. Erst als er an sich herunterblickte, sah er, dass ihm Sarket die Spitzhacke direkt in den empfindlichen Unterbauch getrieben hatte. Keuchend brach Eaton in die Knie. Ihm wurde schwarz vor Augen. Er wusste, er würde hier unten sterben.

Sarket schenkte ihm keine Beachtung mehr. Der Ägypter ging schnurstracks an ihm vorbei und machte sich an den uralten Gefäßen zu schaffen. Leise stöhnend beobachtete der Schwerverletzte, was Sarket tat. Nacheinander öffnete er alle Krüge, bis er gefunden hatte, wonach er offenbar suchte.

Triumphierend hob er das Gefäß an. Im nächsten Moment schüttete er sich den grausigen Inhalt des Kanopenkrugs in den Mund. Gleich darauf hörte Eaton entsetzliches Kauen und Schmatzen.

Der Archäologe fühlte, wie ihn die Kräfte verließen. Gleich würde alles vorbei sein, das spürte er deutlich. Mit letzter Kraft kroch er in Richtung der Schusswaffe, um gleich darauf mit zitternden Fingern die Browning zu umklammern.

Aufstöhnend nahm er Sarket ins Visier.

Mit knirschenden Zähnen zog Eaton den Abzug durch.

Der Schuss hörte sich in der Enge der kleinen Kammer an wie ein tödlicher Donnerschlag. Die Kugel traf den Kanopenkrug, der daraufhin in tausend Stücke zerbarst und seinen entsetzlichen Inhalt auf den Boden ergoss.

Sarket sah völlig fassungslos aus. Die Kugel hatte ihn nicht verletzt, aber die Zerstörung des Kruges schien ihn fast um den Verstand zu bringen.

»Du Narr!«, zischte er. »Weißt du eigentlich, was du da getan hast?«

Das wusste Eaton zwar nicht, aber Sarket erwartete offenbar auch keine Antwort. Abermals griff der Ägypter zur Spitzhacke.

»Dieser Trank«, erklärte er dem schwer verletzten Archäologen, »hätte mir die Unsterblichkeit gesichert.«

Sarket bebte. Seine Augen verfinsterten sich, als er auf den verschütteten Inhalt des Kruges starrte.

Als er wieder aufblickte, war die Wut aus seiner Miene verschwunden. Nur noch eine grässliche Kälte war darin zu sehen.

»Dafür wirst du büßen, Brite«, sagte er gefährlich leise und hob langsam die Spitzhacke.

Eaton wollte abermals feuern, doch er war bereits zu schwach. Wieder entglitt die Waffe seinen Fingern. Er konnte seinem Schicksal nicht entrinnen.

Schon hatte ihn der Ägypter erreicht. Wieder und wieder begann er auf den verletzten Eaton einzuschlagen, doch dieser spürte nur noch den ersten Hieb.

Danach umfingen ihn auch schon die sanften Arme des Todes …

***

East London. Zweiundneunzig Jahre später.

Der Abendhimmel hatte sich verfinstert. Als es übergangslos auch noch in Strömen zu regnen begann, zog Sheldon Overcut den Trenchcoat enger um den Körper.

Hastig beschleunigte er seine Schritte.

Die Miene des Sechzigjährigen war verkniffen, voller Trauer. Die grauen Augen wirkten leer und glanzlos.

Sheldon Overcut hob den Kopf und blickte nach oben. Seine Züge waren aschfahl. Das Leben hatte tiefe Furchen der Verbitterung in das hagere Gesicht gegraben.

Es war jetzt auf den Tag genau eine Woche her, dass er seine Frau auf diesem Friedhof zu Grabe getragen hatte, nachdem sie fast vierzig gemeinsame Ehejahre verbracht hatten. Es war nicht immer einfach gewesen mit Mildred, aber niemand hatte je behauptet, dass das Leben leicht sei.

Stoisch setzte Sheldon einen Fuß vor den anderen. Die Hände hatte er tief in den Taschen seines Trenchcoats vergraben. Der heftiger werdende Regen weichte den Friedhofspfad innerhalb weniger Minuten auf. Das Wasser sammelte sich in den Schlaglöchern des Bodens zu großen Pfützen, sodass der ältere Mann immer wieder zum Ausweichen gezwungen war.

Hin und wieder blieb er stehen, um sich zu orientieren. Seit dem Begräbnis vor einer Woche war Sheldon nicht mehr hier gewesen. Es hatte ihn zu sehr geschmerzt. Er hatte es vorgezogen, sich in der gemeinsamen Wohnung zu vergraben und zu trauern. Erst heute war es ihm wieder möglich gewesen, einen Fuß vor die Tür zu setzen, und so hatte er seine Schritte zum Friedhof gelenkt.

Jetzt fiel es ihm schwer, sich zu orientieren. Natürlich hätte er kehrtmachen und den Wärter am Friedhofstor nach dem Weg fragen können, aber dazu war Sheldon zu verstockt. Lieber machte er sich allein auf die Suche. Da hatte er einen eigenen Kopf. Manchmal konnte er ganz schön halsstarrig sein, das hatte ihm Mildred zu Lebzeiten oft genug gesagt.

Aber nun war Mildred für immer fort.

Als er an seine Frau zurückdachte, verflog Sheldons Unmut, und eine tiefe Traurigkeit ergriff von ihm Besitz. Mit gesenktem Kopf stapfte er weiter durch den Regen. Nur hin und wieder hob er den Kopf, um sich blinzelnd umzusehen. Allmählich kam ihm die Gegend vertrauter vor. Er erkannte die Bäume wieder, und er war sich ziemlich sicher, dass er das ein oder andere imposante Grabmal schon einmal gesehen hatte.

Jetzt erst huschte so etwas wie ein bitteres Lächeln über seine faltigen Züge. Mit einem Mal störte ihn der Regen kaum noch, denn nun war der Grabstein aus schwarzem Marmor in sein Blickfeld gerückt.

Nur wenige Meter trennten ihn jetzt noch von seinem Ziel. Sheldon beschleunigte sein Tempo ein wenig. Das schlechte Wetter war zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Als der alte Mann endlich das Grab erreichte, blieb er stehen. Stumm und reglos verharrte er vor der letzten Ruhestätte seiner geliebten Frau. Seine Miene war unbewegt. Lediglich in seinen Augen stand zu lesen, wie er sich in diesen Minuten fühlte.

Sheldon blickte gen Himmel.

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