Logo weiterlesen.de
John Sinclair - Folge 1890

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Wie schmeckt das Blut der Vampire?
  4. Vorschau

Wie schmeckt das Blut der Vampire?

von Alfred Bekker

Auf dem Bahnsteig herrschte dichtes Gedränge, als plötzlich entsetzte Schreie ertönten.

Ein Mann mit Frack, Fliege und Zylinder schwankte durch die Menschenmenge. Sein Gesicht war bleich, die Haut pergamentartig, und die Augen waren dunkelrot gerändert. Ein Ausdruck tiefer Qual hatte sich mit markanten Falten in sein Gesicht eingraviert.

Bald war er mit seiner Kraft am Ende und stürzte zu Boden. Die Menge wich erschrocken zurück.

»Ein Notarzt! Sofort!«, schrie jemand. »Der Mann hat einen Holzpflock im Rücken!«

»Guten Morgen, Glenda«, begrüßte ich meine Sekretärin, als ich mein Büro bei Scotland Yard betrat.

»Guten Morgen, John.«

»Gibt es irgendetwas Neues, das ich wissen sollte?«

»Ja, es gab angeblich einen Fall von Vampirismus im Hyde Park.«

Ich hob die Augenbrauen und sah Glenda erstaunt an. »Das klingt interessant.«

»Ist wahrscheinlich nur eine aufgebauschte Sache. Da will jemand in die Medien.«

»Was ist denn passiert?«

»Ein geköpfter Mann wurde gefunden. Die Leiche war vollkommen ausgeblutet. Der Kopf und der Rest der Leiche lagen am See The Serpentine – direkt am Ufer. Jogger haben sie gefunden.«

»Das klingt eher nach einem perversen Foltermörder als nach einem Vampir«, meinte ich etwas irritiert.

»Es geht ja noch weiter: Das Gebiss hatte wohl sehr große Eckzähne. Aber Kopf und Rumpf lagen im Schein der aufgehenden Morgensonne, und wenn das wirklich ein Vampir gewesen wäre, dann hätte er sich doch eigentlich in irgendeiner Form zersetzen müssen.«

Glenda hatte natürlich recht. Es gab zwar die unterschiedlichsten Arten von Vampiren und verwandten Kreaturen. Aber eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht war bei den meisten von ihnen festzustellen. Und geköpfte Vampire zerfielen sehr häufig zu Staub. Da aber beides hier offenbar nicht geschehen war, gab es eine sehr viel wahrscheinlichere Erklärung für das ausgeprägte Gebiss.

»Hat man den Mann in der Gerichtsmedizin nicht auf Zahnimplantate untersucht?«

»Das Ergebnis liegt noch nicht vor.«

Der medizinische Fortschritt trieb manch eigenartige Blüte. Und eine davon war, dass es Leute gab, die es schick fanden, sich Vampirzähne einsetzen oder Teufelshörner implantieren zu lassen. Das Bedürfnis des Menschen, den eigenen Körper zu verändern, war wohl so alt wie die Kultur selbst. Und über das, was schön war, konnte man natürlich streiten. Letztlich war das Geschmackssache. Nur waren kosmetische Zahnimplantate eben kein Fall für unsere Sonderabteilung bei Scotland Yard.

Das Telefon auf meinem Schreibtisch klingelte. Ich nahm ab. Am anderen Ende der Leitung war mein Chef.

»John, würden Sie bitte kurz mal in mein Büro kommen? Ich habe hier einen Kollegen mit einem Problem, das in unser Ressort fallen könnte.«

»Ich bin schon unterwegs, Sir James«, gab ich zurück.

***

Nur wenige Minuten später betrat ich Sir James’ Besprechungszimmer.

»Kommen Sie herein, John. Setzen Sie sich bitte«, sagte Sir James Powell, während er eine Notiz beendete, die er sich gerade gemacht hatte. Dann blickte er auf.

»Worum geht es, Sir?«, fragte ich.

»Um einen Mann, der in der U-Bahn gepfählt wurde und ein Vampirgebiss hat«, gab Sir James Auskunft. »Das zuständige Polizeirevier hat mich angesprochen und mir auch die Daten eines Überwachungsvideos zukommen lassen, das den Vorfall zeigt. Leider ist darauf nicht zu sehen, wer der Täter ist oder auf welche Weise genau die Tat verübt wurde. Aber sehen Sie selbst!«

Sir James zeigte mir die Sequenz auf dem Bildschirm seines Laptops. Ein vornehm in Frack und Zylinder gekleideter Mann taumelte durch die sich vor dem Zug drängelnde Menge. Eine Gasse bildete sich, und er fiel zu Boden. Der Holzpflock in seinem Rücken war deutlich zu sehen.

Der Gestürzte versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Er fasste an den Pflock, so als wollte er ihn selbst herausziehen. Dann erstarrte sein Blick. Sein Gesicht verzog sich vor Schmerz. Er sackte in sich zusammen und blieb regungslos liegen.

Von den Vampirzähnen war auf dieser Aufnahme natürlich nichts zu erkennen. Dazu zeigte mir Sir James anschließend ein Foto, das die zuständigen Kollegen direkt am Tatort geschossen hatten. Der Mund des Toten stand weit offen.

»Ein gepfählter Vampir hätte eigentlich sofort zu Staub zerfallen müssen«, sagte ich.

»Nun, der Leichnam dieses Mannes hat es in unversehrtem Zustand bis in die Gerichtsmedizin geschafft. Dr. Susan Daynor ist die zuständige Gerichtsmedizinerin. Wir haben schon miteinander telefoniert, und es wäre gut, wenn Sie auch Kontakt mit ihr aufnehmen würden. Sie machte mir nämlich aufgrund der bisherigen, ziemlich widersprüchlichen Befunde, einen ziemlich ratlosen Eindruck.«

»Kein Problem, Sir James.«

»Kollegen von uns versuchen unterdessen, durch Auswertung des Videomaterials weiterer Überwachungskameras Hinweise auf den Täter zu finden. Die Tat muss kurz vor dem Zeitpunkt geschehen sein, den Sie gerade gesehen haben. Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass dieser Mann noch sehr weit gelaufen ist, nachdem er den Holzpflock in den Rücken bekam! Und wie genau das geschehen ist, muss auch noch geklärt werden. Dazu liegt auch ein Aufruf an Zeugen des Geschehens vor. Die Londoner U-Bahn ist schließlich kein einsamer Ort. Da muss jemand in der Nähe gewesen sein, und jetzt hoffen wir auf Aussagen, Handyfotos und so weiter.«

»In diesem Fall scheint einiges etwas anders zu sein, als man das normalerweise erwartet, Sir James.«

»Und genau aus diesem Grund erscheint es mir geboten, dass Sie sich mit der Sache befassen.«

»Weiß man denn schon etwas über die Identität des Gepfählten?«, fragte ich.

»Sein Name ist James Victor Ushandraman.«

»Der Nachname klingt indisch.«

»Er ist britischer Staatsbürger, wurde allerdings in Bombay, heute Mumbai, geboren. Das Geburtsdatum wird in seinem Ausweis und in allen Unterlagen, die man über ihn auftreiben konnte, mit unbekannt angegeben.«

»Dem sollte man unbedingt nachgehen.«

»Das haben die Kollegen auch bereits getan. Allerdings mit einem Ergebnis, das so absurd zu sein scheint, dass man an einen Fehler geglaubt hat.«

»Darf ich es trotzdem erfahren?«

»Unser Land ist seit dem Mittelalter für seine akribische und effektive Verwaltung bekannt. Und der Einzige, der jemals unter dem Namen James Victor Ushandraman verzeichnet wurde, ist tatsächlich von Bombay nach London übergesiedelt. Allerdings im Jahr 1888!«

Ich hob die Augenbrauen. »Das klingt schon eher nach Vampirismus …«

***

Zusammen mit meinem Kollegen Suko fuhr ich zum gerichtsmedizinischen Institut, um mit Dr. Susan Daynor zu sprechen, die um unsere Hilfe gebeten hatte.

»Ein Vampir im Hyde Park, der geköpft wurde, aber weder dadurch noch durch die Strahlen der Morgensonne zu Staub zerfiel, und ein Gepfählter, dessen Eckzähne so lang sind, dass man nur an einen Blutsauger denken kann – vorausgesetzt, sie sind echt und nicht die Implantate eines Gothic-Jüngers«, sagte ich.

»Du glaubst, dass die beiden Fälle irgendwie zusammenhängen, John?«

»Zwei Fälle von Vampirismus in so kurzer Zeit, da liegt der Zusammenhang schon nahe. Und wenn diese beiden Fälle dann auch noch ganz ähnliche Besonderheiten aufweisen, nämlich dass beide Leichen nicht zu Staub zerfallen sind, sollte man das näher untersuchen.«

»Und du glaubst nicht, dass wir es nur mit Fällen von Schein-Vampirismus zu tun haben?«

Ich schüttelte den Kopf. »Da ist irgendetwas im Gange, Suko. Irgendetwas sehr Böses und sehr Gefährliches. Das habe ich einfach im Gefühl.«

Ich fuhr den Wagen auf den Parkplatz des gerichtsmedizinischen Instituts und stellte ihn wenig später ab. Suko und ich stiegen aus.

Kurz darauf empfing uns Dr. Susan Daynor in ihrem Büro. Sie war Anfang dreißig und hatte dichtes, feuerrotes Haar, das durch ein Haarband und Spangen kaum zu bändigen war. Ihr Gesicht wirkte sehr ernst.

»Um ehrlich zu sein, ich habe so einen Fall noch nicht erlebt«, gestand sie. »Allein schon das Gebiss dieses Mannes gibt Rätsel auf.«

»Ich nehme an, Sie haben überprüft, ob es sich um irgendwelche Implantate handelt?«, fragte ich.

»Worauf Sie sich verlassen können, denn das war auch mein erster Gedanke.«

»Und?«

»Die Zähne sind definitiv nicht künstlich eingesetzt worden. Sie sind ihm gewachsen – es sei denn, Mister Ushandraman hat einen Zahnchirurgen gefunden, dessen Arbeit an Magie grenzt, denn er hätte keinerlei Spuren hinterlassen. Da ist nicht das geringste Narbengewebe oder irgendetwas dergleichen. Dafür gibt es eine andere Besonderheit.«

»Und die wäre?«

»Ich zeige es Ihnen auf diesem Röntgenbild«, sagte Dr. Daynor und deutete auf eine Aufnahme des Gebisses. »Die Eckzähne von Mister Ushandraman sind so lang, dass sie normalerweise aus dem Mund ragen würden und auch dann noch sichtbar wären, wenn er geschlossen wäre. Außerdem ist es mit solchen Zähnen unmöglich, die Kiefer aufeinanderzubeißen. Aber es gibt in den Kieferknochen eingelassene taschenähnliche Aushöhlungen, in denen die Zähne verschwunden sein durften, sobald er den Mund schloss. So etwas habe ich überhaupt noch nie gesehen. Entweder, das war ein wirklich außergewöhnlich begabter Kieferchirurg oder …«

»… das Ergebnis eines Verwandlungsprozesses zu einem Vampir«, vollendete ich Dr. Daynors Satz.

»Sie kommen von einer Sonderabteilung, die sich mit übernatürlichen Phänomenen befasst, nicht wahr? Zumindest wurden Sie mir so angekündigt.«

»Ja, das ist korrekt«, sagte ich.

»Dann ist James Victor Ushandraman … kein gewöhnlicher Mensch?«

»Ich müsste die Leiche selbst in Augenschein nehmen, Doktor Daynor. Vielleicht kann ich das dann genauer beurteilen.«

»Kein Problem, ich führe Sie gleich hin.«

»Eine Frage hätte ich noch.«

»Und die wäre?«

»Sie haben die Leiche untersucht. Für wie alt würden Sie Ushandraman halten?«

»Wenn ich nach dem ersten Eindruck gehe, dann ist er zum Zeitpunkt seines Todes keinen Tag älter als vierzig Jahre gewesen. Übrigens haben Sie mich bislang nicht nach der Todesursache gefragt. Das ist normalerweise immer das Erste, was Ihre Kollegen wissen wollen.«

»Nun, ich dachte, wenn jemand einen Holzpflock im Rücken stecken hat, gibt die Todesursache keine allzu großen Rätsel mehr auf.«

»In diesem Fall schon.« Sie zeigte uns noch weitere Röntgenaufnahmen, auf denen man genau erkennen konnte, wo der der Pflock eingedrungen war. »Sehen Sie den dunklen Bereich um die Eintrittswunde?«

»Ja.«

»Das Gewebe dort war in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung, so wie man es von einem Leichnam erwarten würde, der schon monatelang unter ungünstigen Bedingungen gelagert wurde. Aber das passt nicht mit dem Todeszeitpunkt zusammen, der ja durch das Überwachungsvideo aus der U-Bahn ziemlich genau zu bestimmen ist. Und davon abgesehen ist es auch äußerst untypisch, dass nur die Areale um die Eintrittswunde herum davon betroffen sind.«

»Es könnte ein halb verwandelter Vampir gewesen sein«, vermutete Suko.

»Das wäre in der Tat eine Erklärung«, meinte ich.

Wenn die Verwandlung dieses Vampirs aus irgendeinem Grund, den wir bisher nicht kannten, noch nicht abgeschlossen war, als er starb, dann hatte dieser Vampir vielleicht auch noch nicht alle Eigenschaften gehabt, die man normalerweise bei den Blutsaugern vermutete. Und so hatte wohl auch nur ein Teil seines Körpers auf das Eindringen eines Holzpflocks entsprechend reagiert, nämlich mit einem beschleunigten Zerfall und Verwesung.

Dr. Daynor warf mir einen sehr skeptischen Blick zu. »Können Sie mir das genauer erklären?«

»Später, Doktor Daynor. Im Moment möchte ich noch ein paar Erläuterungen von Ihnen haben. Und dazu sollten Sie uns jetzt den Leichnam zeigen.«

Dr. Daynor hob die Augenbrauen. »Ganz, wie Sie wünschen«, sagte sie. »Allerdings möchte ich zur möglichen Todesursache nur noch anmerken, dass ich einige Gewebeproben entnommen habe, um sie toxikologisch untersuchen zu lassen. Die Gewebeveränderungen, die ich Ihnen gerade gezeigt habe, könnten auf Gift hindeuten. Ich habe außerdem veranlasst, dass der Holzpflock ebenfalls entsprechend untersucht wird.«

»Nun, schaden kann das in keinem Fall, Doktor Daynor«, sagte ich. »Aber das Wichtigste ist, dass Sie Mister Ushandramans Blut untersuchen lassen …«

»Ist längst veranlasst, Inspektor Sinclair.«

***

Wenig später zeigte uns Dr. Daynor den Leichnam.

Er lag auf dem Seziertisch und war nach der vollständigen Obduktion wieder hergerichtet worden.

Ich nahm mein Silberkreuz in die Hand. Schon als wir den Sezierraum betreten hatten, war für mich eine Reaktion des Kreuzes spürbar gewesen. Es hatte ganz leicht vibriert, was ein Indiz für die Anwesenheit übernatürlicher Kräfte war.

Ich legte dem Toten das Kreuz auf den gerade wieder frisch zusammengenähten Brustkorb. Die Nahtlinien bildeten ein Y. Das Kreuz zischte, als es den Körper des Toten berührte, der mit offen stehendem Mund dalag, sodass man einen freien Blick auf seine Eckzähne hatte.

Diese waren wirklich von beeindruckender Länge. Das kam hier noch sehr viel besser zur Geltung als auf den Bildern der Überwachungskamera.

Das Kreuz brannte sich unterdessen zischend in den Körper des Toten ein. Aber anders, als ich es eigentlich gewohnt war, wurde dieser Vampir dadurch nicht endgültig vernichtet und aufgelöst. Er verbrannte nicht, und er zerfiel auch nicht zu Asche oder Staub.

»Was machen Sie da?«, rief Dr. Daynor. »Nehmen Sie dieses … Ding weg! Wer weiß, wie das die Untersuchungsergebnisse verfälscht!«

»Sie sagten doch, Sie wären mit der Obduktion fertig und hätten Proben für das Labor genommen.«

»Aber möglicherweise werde ich noch weitere Proben nehmen müssen. Die Leiche ist noch keineswegs freigegeben.«

Inzwischen hatte das Kreuz zu zischen aufgehört. Ich nahm es wieder an mich. Es war nur noch eine ganz leichte Erwärmung zu spüren. Und auch die verschwand in den nächsten Augenblicken. Die Kräfte, die James Victor Ushandraman angehaftet hatten, schienen sich vollständig verflüchtigt zu haben.

Ich wechselte einen kurzen Blick mit Suko. Wir brauchten kein Wort darüber zu verlieren, aber die Art und Weise, wie das Kreuz auf Ushandraman reagiert hatte, stützte die These, dass wir es hier mit einem Vampir zu tun hatten, dessen Entwicklung aus irgendeinem Grund nie richtig zum Abschluss gekommen war.

Ich fragte Dr. Daynor nach dem geköpften Vampir aus dem Hyde Park.

»Ich bin überzeugt davon, dass es zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang gibt«, erklärte ich.

»Wollen Sie die Leiche auch sehen?«, fragte Dr. Daynor.

»Natürlich.«

»Aber nur unter einer Bedingung.«

»Und die wäre?«

Sie deutete auf das Kreuz um meinen Hals. »Das da werden Sie nicht in die Hand nehmen und damit auch nicht den Toten berühren. Ganz gleich, was das auch immer für eine Wirkung sein mag, die durch dieses Kreuz entfaltet wurde, ich möchte meinen Job gerne vorschriftsmäßig machen und verfälschte Ergebnisse vermeiden.«

»Dasselbe möchte ich auch, Doktor Daynor«, sagte ich ruhig. »Dass sich anscheinend unsere Ansichten zur richtigen Vorgehensweise in so einem Fall etwas unterscheiden, liegt einfach daran, dass wir bisher sehr verschiedene Arbeitsgebiete hatten, Doktor Daynor.«

»Aber …«

»Wer eine Spur untersucht, vernichtet dafür eine andere. Das ist Alltag an jedem Tatort und vermutlich bei jeder Ihrer Sektionen. Schon die Entscheidung, welche Spur Sie genauer unter die Lupe nehmen, ist eine Entscheidung, die Sie auf Grund der Umstände treffen. Man findet eine bräunliche Spur, denkt es ist Blut und macht einen DNA-Test. Es stellt sich heraus, dass man es mit Schokolade zu tun hat. Und falls es wichtig gewesen sein sollte, welche Sorte das war, können Sie das jetzt nicht mehr feststellen. Aber vielleicht entscheidet man sich auch ganz zu Anfang schon dafür, weder einen DNA-Test noch eine chemische Analyse durchzuführen, sondern stattdessen einen Fingerabdruck zu nehmen, der in dem Fleck zu sehen ist. Aber damit vernichten Sie die Spur gegebenenfalls, beziehungsweise machen sie für andere Untersuchungsmethoden unbrauchbar. Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?«

»Darauf, dass es in diesem Fall wichtiger sein könnte, ein Kreuz auf einen Toten zu legen, das sich förmlich in ihn einbrennt.«

»Ja. Denn dann weiß ich schon etwas genauer, womit wir es zu tun haben.«

Dr. Daynor schluckte. »Vielleicht haben Sie recht«, sagte sie schließlich. »Ich muss mich an den Umgang mit so einem Fall wohl erst gewöhnen …«

Sie führte mich wenig später in den Raum, in dem die sterblichen Überreste des Geköpften aufbewahrt wurden. Mein Kreuz brauchte ich gar nicht aufzulegen. Es war vollkommen kalt. Offenbar waren die Kräfte des Bösen bereits vollständig von dem Toten gewichen.

»Eine Obduktion habe ich noch nicht durchführen können«, meinte Dr. Daynor. »Nach der ersten Ansicht kann ich Ihnen allerdings schon mal Folgendes sagen: Die Leiche war vollkommen ausgeblutet. Der Kopf auch. Es sind Schnitte an den Pulsadern durchgeführt worden, und außerdem gibt es Male an den Fußgelenken.«

»S

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "John Sinclair - Folge 1890" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen