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John Sinclair - Folge 1879

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Bestien aus der Schattenwelt
  4. Vorschau

Die Bestien aus der Schattenwelt

von Alfred Bekker

Die von knorrigen Bäumen gesäumte Landstraße war in dichten Nebel gehüllt. Aus den grauen Schwaden tauchte lautlos ein dunkler Schatten hervor.

Es war ein riesenhafter Wolf. Das Fell war schwarz und die Augen grau. Für einen kurzen Moment schien ein dämonisches Leuchten aus ihnen hervor.

Der Wolf hob den Kopf und stieß ein grausiges Heulen aus. Dann fletschte er die Zähne. Sie waren blutverschmiert, und Blut klebte auch an seinem Fell – doch der Hunger dieser Kreatur war keineswegs gestillt …

In der Nähe von Oaksby, Südengland

Der Wolf erreichte die Straße. In der Mitte blieb er stehen. In einer Entfernung von kaum hundert Schritt befand sich eine einsame Tankstelle. Im Nebel waren die Umrisse der Gebäude nur als dunkle Schatten zu sehen.

Der Wolf lief auf die Tankstelle zu. Und während er lief, begann sich seine Gestalt zu verändern …

Der übergroße Kopf mit dem gewaltigen Maul schrumpfte. An den Vorderläufen bildeten sich Hände, und wenig später richtete sich eine beinahe menschliche Gestalt auf. Das dichte schwarze Fell wurde zu Kleidung. An den Hinterläufen entstanden Schuhe.

Die ganze Veränderung dauerte kaum ein paar Sekunden. Dann lief ein junger Mann, dunkelhaarig, breitschultrig und unauffällig gekleidet die Straße entlang.

In seinen grauen Augen blitzte es kurz rot auf, und er bleckte die Zähne.

Der Dunkelhaarige erreichte mit schnellem, federnden Gang die Tankstelle. Zurzeit stand kein Wagen an den Zapfsäulen.

Der Mann ging bis zum Hauptgebäude, in dem sich auch ein Laden für Zeitschriften, Lebensmittel und Autozubehör befand.

Er blickte durch das Fenster.

Hinter der Kasse stand ein Mann im blauen Overall mit dem aufgenähten Emblem einer Tankstellenkette und seinem Namen in Großbuchstaben: CALLAGHAN.

Callaghan zählte gerade die Tageseinnahmen und war darin so vertieft, dass er den dunkelhaarigen Mann gar nicht bemerkte.

Dieser klopfte gegen die Scheibe.

Callaghan blickte nur kurz zu dem Dunkelhaarigen hinüber und widmete sich dann wieder dem Zählen des eingegangenen Bargeldes.

Der Mann klopfte noch einmal.

»Ich habe schon Schluss gemacht!«, rief Callaghan. Seine Stimme klang dumpf hinter den doppelt verglasten Scheiben. Er sah noch einmal auf und machte eine etwas ärgerlich wirkende Bewegung mit der Hand. »Steht doch da!«

Auf das Schild hatte der Dunkelhaarige nicht geachtet. Er hätte es wohl auch kaum lesen können.

Die Wolfskreatur, die die Gestalt eines jungen Mannes angenommen hatte, klopfte noch einmal. Von dem dämonischen Blitzen in den Augen des Mannwolfs sah Callaghan nichts, denn er war längst wieder vollkommen auf das Zählen von Scheinen und Münzen konzentriert, sodass er nicht weiter auf den jungen Mann achtete.

Dieser klopfte jetzt abermals gegen die Scheibe. Diesmal mit der Faust.

»So dringend?«, rief Callaghan.

Über die Kamera der Überwachungsanlage konnte Callaghan sehen, dass der junge Mann ohne Fahrzeug gekommen war. Weder ein Auto noch ein Motorrad waren zu erkennen. Das konnte zweierlei bedeuten: Entweder ihm war der Wagen irgendwo in der Nähe stehengeblieben, oder er wollte Alkohol.

Allerdings war der nächste Ort fünf Meilen entfernt. Und wenn jemand wirklich noch etwas zu trinken hätte haben wollen, wäre es wohl vielversprechender gewesen, zum örtlichen Supermarkt zu gehen, der schließlich zwei Stunden länger geöffnet hatte als Callaghans Tankstelle.

Callaghan überlegte.

Also wahrscheinlich doch ein Gestrandeter, dem der Sprit ausgegangen ist, dachte er. Er sah auf und erwiderte den Blick des jungen Mannes.

Etwas eigenartig wirkt der ja schon, dachte Callaghan. Aber ich will mal kein Unmensch sein …

So musste der Feierabend eben noch etwas warten. Die Tankstelle ging schlecht. Seit dem Bau der neuen Schnellstraße kam kaum noch jemand hierher. Deshalb konnte Callaghan sich keine Angestellten mehr leisten.

»Einen Moment!«, rief er.

Hatte er sich verhört, oder war da ein knurrender Laut an sein Ohr gedrungen? Wie von einem Hund. Callaghan sah noch einmal auf den Überwachungsbildschirm. Bei Hunden war er vorsichtig.

Aber da war nichts zu sehen. Keine beißwütige Dogge, wie sie von manchen Bauern aus der Umgebung bevorzugt wurden. Nicht einmal ein Rehpinscher. Callaghan räumte das Geld weg, verschloss die Kasse und kam dann zur Tür.

Er schloss auf und öffnete.

»Was kann ich denn für Sie tun, junger Mann?«

Der Dunkelhaarige riss den Mund auf. Die Augen leuchteten wie glühende Kohlen.

Ehe sich Callaghan versah, stürzte sich der Fremde auf ihn. Und noch bevor sie beide zu Boden gingen, verwandelte sich der Angreifer zurück in seine wahre Wolfsgestalt.

Callaghan blieb nicht einmal mehr Zeit für einen Schrei. Die Fänge des Wolfs zerfetzten ihm die Kehle. Blut spritzte auf, während die Kreatur immer wieder die Zähne in das Fleisch des Tankstellenbesitzers fahren ließ.

Wohliges Knurren und schmatzende Laute wechselten dabei einander ab. Es dauerte nicht lange, und Callaghans Leiche war bereits bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet. Immer wieder biss die Kreatur zu, riss blutige Stücke aus dem Körper heraus und schlang sie herunter.

Der unheimliche Hunger der Bestie war noch keineswegs gestillt, als plötzlich ein Geräusch den Wolf aufmerken ließ. Sein Gehör war sehr fein. Er ließ von seinem Opfer ab und lauschte.

Ein Wagen näherte sich der Tankstelle.

Der Wolf lief zu der Tür, die noch immer offen stand, weil die Türfeder schon seit einem halben Jahr kaputt und Callaghan nicht dazu gekommen war, sie zu reparieren.

Die Bestie blieb mit bluttriefenden Fängen in der Tür stehen und wartete.

Bei dem Wagen handelte sich um einen SUV. Er fuhr mit ziemlich rasanter Geschwindigkeit an eine Zapfsäule heran. Ein Mann stieg aus: grauer Anzug, gelbe Krawatte, Mitte vierzig.

Er kämmte sich das schüttere Haar zurecht, bevor er den Wagen umrundete, um zur Zapfsäule zu gelangen. Dann blieb er abrupt stehen.

Er starrte zu dem riesenhaften Wolf hin, dessen Augen jetzt rot aufglühten.

Blut troff noch aus dem Maul heraus, Fleischfetzen hingen ihm zwischen den Zähnen. Er stieß einen dumpfen, knurrenden Laut hervor.

»Oh, mein Gott«, flüsterte der Mann im grauen Anzug.

Er machte vorsichtig einen Schritt zurück, wäre beinahe in einer Lache aus Motoröl ausgeglitten und rannte dann zurück zur Fahrertür.

Der Wolf hetzte im selben Augenblick los. Ein gewaltiger Sprung ließ ihn über die Zapfsäulen und das Dach des SUV gelangen. Obwohl der Mann im grauen Anzug ihm auszuweichen versuchte, wurde er von der Wucht des gewaltigen, übernatürlich großen Wolfskörpers zu Boden gerissen. Hart schlug er auf, rappelte sich aber sofort hoch und floh in den Wagen.

Der Wolf wurde durch die Wucht seines eigenen Sprungs einige Meter weiter geschleudert, rollte sich um die eigene Achse und kehrte augenblicklich zurück.

Die Wagentür war bereits geschlossen, als der Wolf mit so großer Kraft dagegenprallte, dass es ein knackendes Geräusch gab. Ohne Zweifel hatte er eine Beule in die Fahrertür des SUV gedrückt.

Die Bestie knurrte, nahm erneut Anlauf, sprang auf die Motorhaube des Autos, drückte sich gegen die Scheibe und schien wie von einem Blutrausch befallen zu sein.

Der Fahrer startete zitternd den Motor. Er trat das Gaspedal voll durch. Der Wolf wurde durch Fliehkraft förmlich gegen die Scheibe gedrückt.

Schon auf der Straße bremste der SUV-Fahrer, und die Bestie wurde auf den Asphalt geschleudert. Sie drehte sich und winselte. Aber das Winseln ging sofort wieder in ein drohendes Knurren über.

Der Wolf sprang auf und griff erneut an.

Der SUV-Fahrer hatte bereits das Gas wieder voll durchgetreten. Mit quietschenden Reifen fuhr der Wagen los.

Der Wolf prallte gegen den Schutz vor der Kühlerhaube. Ein dumpfer Laut entstand dabei.

Der SUV fuhr weiter. Im Rückspiegel sah der Fahrer, dass der Wolf den Zusammenprall offenbar schadlos überstanden hatte. Er stand mitten auf der Straße und ließ ein lautes Heulen hören. Allerdings verfolgte er den SUV nicht mehr.

Jetzt erst bemerkte der Fahrer das Blut.

Es drang an der Schulter durch sein zerfetztes Jackett.

Anscheinend hatte er durch den Angriff doch etwas mehr abbekommen, als ihm zunächst bewusst gewesen war.

Nur weg!, dachte er. So schnell wie möglich weg von hier!

Dieser Wolfsbiss war sicher nicht so schwerwiegend, glaubte er. Gegen Tollwut und was immer sonst noch für Krankheiten dadurch übertragen werden konnten, gab es ja schließlich inzwischen wirksame Impfungen.

Viel mehr beschäftigte ihn die Frage, was das eigentlich genau für eine Kreatur gewesen war, die ihn angegriffen hatte.

Ein gewöhnlicher Wolf war das jedenfalls nicht, ging es ihm durch den Kopf. Und dann spürte er langsam, dass der Biss vielleicht doch nicht so harmlos gewesen war, wie er zunächst gedacht hatte.

Er fühlte plötzlich eine furchtbare, unerklärliche Schwäche. Kälte erfüllte ihn. Er fror auf einmal, fing an zu zittern. Gleichzeitig brach ihm der Schweiß aus, und er hatte Schwierigkeiten, sich auf das Fahren seines SUV zu konzentrieren.

Nein, hier konnte er nicht einfach anhalten. Nicht in dieser nebeligen Einöde, in der aus einem unerklärlichen Grund weder sein Handy noch sein Navigationssystem funktioniert hatten und in die er sich andernfalls wohl auch nie verfahren hätte.

Durchhalten!, sagte er sich. Durchhalten, bis irgendwo ein Haus oder ein Dorf kommt …

Er drosselte die Geschwindigkeit, nachdem er schon beinahe von der Fahrbahn abgekommen wäre und den SUV gegen einen der knorrigen Bäume gesetzt hätte, die so verwachsen und missgestaltet aussahen, dass man bizarre Gesichter in ihnen zu erkennen meinte.

Durchhalten! Nur noch ein bisschen!, versuchte er sich selbst in der Spur zu halten. Irgendwann musste schließlich ein Zeichen menschlicher Besiedlung zu sehen sein.

Und dann tauchte endlich ein Schild aus dem Nebel auf.

Der Fahrer des SUV hatte Mühe, es zu lesen. Irgendetwas schien auch mit seinen Augen nicht mehr in Ordnung zu sein. Alles begann zu verschwimmen. Er musste sich ungeheuer anstrengen, um die Aufschrift lesen zu können.

Oaksby stand dort. Es war ein Ortsschild.

Keine Großstadt, aber einen Arzt gibt es hier vielleicht ja trotzdem, dachte er. Er parkte bei dem ersten Haus, das er sah, stellte den Motor ab und stieg aus. Schwankend ging er auf die Haustür zu.

Er musste die letzten Kräfte mobilisieren, um sie zu erreichen. Er klingelte. Das war das Letzte, woran er sich später erinnerte, denn schon als die Tür sich öffnete, war er bewusstlos zusammengesunken.

***

Suko und ich waren von London aus in einer Tour nach Oaksby in der Grafschaft Hampshire gefahren. Anderthalb Stunden sind das von der Londoner City aus. Oder sagen wir es so: Für die ersten neun Zehntel der Strecke braucht man so lange – und für die letzten Meilen über kleinste Straßen kann man dann wohl getrost dieselbe Zeit einplanen. Jedenfalls erging es uns so.

Man hatte uns angefordert, weil die lokale Polizei mit einer Reihe eigenartiger Todesfälle wohl etwas überfordert war. Todesfälle, die allesamt mit dem Auftreten ungewöhnlich großer Wölfe zu tun hatten.

Abgesehen von einer kurzen Besprechung im Büro von Sir James hatten wir noch kaum Zeit gehabt, uns in die Einzelheiten des Falls einzuarbeiten. Aber das, was wir inzwischen wussten, reichte völlig aus, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass wir es sehr wahrscheinlich mit einem Phänomen aus dem Bereich des Übernatürlichen zu tun hatten.

Bevor wir nach Oaksby fuhren, führte uns unser Weg zunächst einmal zum örtlichen Krankenhaus von Winchester.

Auf dem Parkplatz der Klinik trafen wir uns mit Officer Gordon von der hiesigen Polizei. Gordon war ein Mann in den mittleren Jahren. Erfahren genug, um in seinem Job schon alles erlebt zu haben. Aber dieser Fall, so schien es, hatte auch ihn erkennbar an seine Grenzen gebracht.

»Inspektor John Sinclair, Scotland Yard«, stellte ich mich vor. »Dies ist mein Kollege Suko.«

Gordon gab uns die Hand.

»Wir haben ja schon am Telefon miteinander gesprochen«, erklärte Suko.

»Schön, dass Sie beide da sind und Scotland Yard sich der Sache annimmt«, sagte Officer Gordon. Er kam ohne Umschweife zur Sache. »Der Mann, um den es geht, heißt McDolan. Er ist Handelsvertreter für Bekleidung. In der Nähe von Oaksby hat er eine Tankstelle aufgesucht und wurde dort von einem wolfsähnlichen Wesen angefallen.«

»Sie sagen wolfsähnliches Wesen – und nicht Wolf«, stellte ich fest.

Officer Gordon nickte. »So hat es Mister McDolan ausgedrückt, als er noch einigermaßen vernehmungsfähig war.«

»Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir mit ihm sprechen könnten.«

»Können Sie auch. Nur sollten Sie nicht denken, dass dabei viel herauskommt.«

»Wieso nicht?«

Officer Gordon machte ein sehr ernste Gesicht. »Sein Zustand hat sich verschlechtert. Er redet eigentlich nur noch wirres Zeug. Aber wie dem immer auch sei: Mister McDolan sprach von einem riesenhaften Wolf, dem er mit knapper Not entkommen konnte. Erst später merkte er, dass er eine Verletzung davongetragen hatte. Eine Bisswunde, wie inzwischen feststeht.«

Officer Gordon atmete tief durch. Er wandte sich an Suko. »Und was mit dem Tankstellenbesitzer geschehen ist, hatte ich Ihnen ja bereits am Telefon geschildert.«

»Richtig.«Suko nickte. »Danke auch, dass Sie uns die anderen Details des Falles so schnell übermittelt haben.«

»Wir hätten das gerne selbst aufgeklärt. Aber der Fall ist so mysteriös, dass wir auf Hilfe angewiesen sind. Es gibt hier seit wahrscheinlich hundertfünfzig Jahren keine Wölfe mehr, und es existiert auch kein Tierpark oder irgendetwas in der Art, von wo ein Tier hätte entfliehen können, das auch nur entfernt der Beschreibung von Mister McDolan entsprochen hätte – von der ich im Übrigen immer noch nicht weiß, was man genau davon halten soll.«

»Nun, die Bisswunde ist ja wohl eine unbestrittene Tatsache«, gab ich zu bedenken. »Und was den Tankstellenbesitzer angeht …«

Officer Gordon musste unwillkürlich schlucken. Sein Gesicht veränderte sich und wurde blass. »Ich muss ehrlich gestehen, dass ich so etwas Furchtbares noch nie gesehen habe. Nicht in all den Dienstjahren, die ich auf dem Buckel habe!«

***

Wir betraten die Klinik. Die behandelnde Ärztin hieß Dr. Samantha Norvell. Sie war blond und Mitte dreißig. Ihr Gesicht wirkte sehr ernst. Suko und ich zeigten ihr unsere Dienstausweise, aber sie sah kaum hin.

»Es tut mir leid, Inspektor Sinclair, Sie kommen zu spät«, sagte sie.

»Zu spät?«, fragte ich. »Was soll das heißen?«

»Der Patient ist gerade gestorben.«

»Was ist die Todesursache?«, fragte ich.

»Tja, das ist wirklich ein Rätsel«, bekannte Dr. Norvell. »Die Bisswunde an der Schulter war nicht besonders tief. Sie kann ohnehin nicht die Ursache für den schlechten Zustand des Patienten gewesen sein. Wir haben eine Infektion vermutet und Mister McDolan auf alle infrage kommenden Erreger untersucht und auch vorbeugend eine Tollwut-Impfung verabreicht. Der Zustand hat sich durch diese leider nicht verbessert. Im Gegenteil!«

»Und Ihre Untersuchungen? Haben die irgendetwas ergeben?«, fragte ich.

»Nein. Es lag keine bekannte Infektion vor.«

»Das dachte ich mir schon fast«, meinte ich an Suko gerichtet.

»Haben Sie vielleicht Informationen, die mir bisher vorenthalten wurden, Inspektor?«, fragte Dr. Norvell.

»Nein, noch nicht. Aber dass Sie bekannte Infektionen sicher ausschließen können, ist für mich eine wichtige Information.«

Tatsächlich stützte das unseren Verdacht, dass wir es hier eindeutig mit einem Phänomen aus dem Bereich des Übernatürlichen zu tun hatten. Aber erwiesen war auch das noch nicht.

»Der ganze Fall ist in mehrfacher Hinsicht außerordentlich seltsam«, sagte Dr. Norvell dann. »Schon allein die Bisswunde …«

»Was ist damit?«

»Ich habe die Abmessungen einem befreundeten Zoologen gemailt. Und der meinte, das könnte kein Wolf gewesen sein. Eher ein Bär oder ein Löwe.«

»Aber Mister McDolan hat immer wieder sehr eindeutig von einem Wolf gesprochen«, widersprach Officer Gordon. »Davon abgesehen haben wir auch Wolfsspuren an der Tankstelle gefunden.«

»Ich nehme an, dass deren Größe im oberen Bereich lag«, schloss ich.

»Das wird noch untersucht. Wir haben auch einen Forst- und Jagdexperten hinzugezogen.«

Ich wandte ich an Dr. Norvell. »Ich muss den Patienten sehen.«

»Aber …«

»Jetzt sofort«, beharrte ich. »Bitte!«

Dr. Norvell nickte und führte uns in das Krankenzimmer.

Der Tote lag mit verzerrtem Gesicht da. Er blickte starr gegen die Decke und wirkte beinahe so, als sähe er noch immer einen riesigen Wolf, der sich auf ihn stürzte. Das pure Grauen hatte sich in dieses Gesicht hineingeschrieben.

»Zeigen Sie mir die Wunde«, forderte ich Dr. Norvell auf.

Sie zog den Überwurf zur Seite und löste den Verband. Die Wunde war verschorft. Es gab verschiedene Arten von Werwölfen und anderen Gestaltwandlern oder magischen Kreaturen, deren Bisswunden sich mitunter nachträglich auf eine jeweils ganz spezielle Weise veränderten und mir dadurch einen Hinweis hätten geben können.

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