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John Sinclair - Folge 1851

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Dreizehn Seelen für den Satan
  4. Vorschau

Dreizehn Seelen für den Satan

von Michael Breuer

Lautes Keuchen zerriss die nächtliche Stille. Stolpernde Schritte waren zu hören.

Ein Mann hetzte durch das finstere Gehölz. Mike Dawson wirkte völlig ziellos.

Er wollte zurück ins offene Gelände, doch der düstere Wald schien einfach kein Ende zu nehmen. Dass er in dem unheimlichen Forst ein grausiges Schicksal erleiden sollte, ahnte er noch nicht …

Keuchend blieb Mike Dawson stehen und lehnte sich mit dem Rücken an einen der mächtigen Baumstämme. Er war unrasiert und dicke Schweißperlen bedeckten sein markant geschnittenes Gesicht. In seinen grauen Augen zeigte sich deutlich die Erschöpfung. Immerhin war er bereits seit mehreren Stunden zu Fuß unterwegs.

Unruhig blickte Dawson hinter sich. Niemand schien ihm zu folgen. Er hoffte, die Verfolger endlich abgeschüttelt zu haben.

Jetzt erst gestattete er sich ein erleichtertes Aufatmen. Dawson sammelte sich einen Moment. Er blickte an sich herunter. Wieder einmal wurde ihm überdeutlich klar, dass er andere Kleidung benötigte.

Er musste die verdammten Sträflingsklamotten loswerden, das war klar!

So wie er jetzt aussah, war er nämlich für jeden Cop ein gefundenes Fressen.

Dawson schüttelte den Kopf. Dass er ausgerechnet in einem Knast gelandet war, der wieder einheitliche Sträflingskleidung eingeführt hatte, rächte sich nun.

Fluchend rieb er sich die Bartstoppeln. Dawson dachte zurück.

Am Nachmittag hatte man ihn für eine Revisionsverhandlung aus dem Standford Hill Gefängnis nach Canterbury überführen wollen. Auf halber Strecke war ihm dann aufgrund einer Unaufmerksamkeit seiner Wärter die Flucht gelungen.

Ein Grinsen kerbte Dawsons markante Züge. Dass diese Pfeifen es ihm so leicht gemacht hatten, wollte ihm immer noch nicht recht in den Kopf.

Mit einem gestohlenen Wagen hatte sich Dawson davongemacht, die Polizei dicht auf den Fersen. Dummerweise hatte das Fahrzeug kurz hinter Canterbury den Geist aufgegeben. Ihm war nichts anderes übriggeblieben, als das freie Gelände hinter sich zu lassen und sich sofort in die Wälder zu schlagen. Damit war er auch ganz gut gefahren. Immerhin war es seinen Verfolgern bis jetzt nicht gelungen, ihn wieder einzufangen. Wenn es nach ihm ging, würde das auch so bleiben!

Dawson dachte an den misslungenen Banküberfall, der ihn überhaupt erst ins Kittchen gebracht hatte. Alles war glatt gelaufen, bis ein Mann vom Wachpersonal geglaubt hatte, den Helden spielen zu müssen. Daraufhin hatte Dawson die Nerven verloren und den Kerl ordentlich mit Blei vollgepumpt.

Genutzt hatte ihm das freilich nichts. Kurz darauf klickten nämlich die Handschellen. Bei dem anschließenden Prozess war Dawson zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Er hatte allerdings keine sonderliche Lust darauf verspürt, seinen Lebensabend hinter Gittern zu verbringen und so die erstbeste Gelegenheit zur Flucht genutzt. Deshalb steckte er jetzt hier in diesem gottverlassenen Wald fest.

Wieder blickte sich Dawson mit flackernden Augen um. Er kannte sich in diesem Teil Englands einigermaßen aus. Der Wald befand sich etwa zwanzig Meilen außerhalb von Canterbury. Ganz in der Nähe existierte die Ortschaft Pluckley. Dort gab es einen Bahnhof, von dem aus Züge direkt nach London fuhren.

Wenn er sich erst einmal Geld und neue Klamotten beschafft hatte, wollte Dawson sich auf diesem Wege in die Millionenmetropole absetzen. Dort kannte er nämlich einige Leute, die ihm noch einen Gefallen schuldig waren. Vor allem brauchte er neue Papiere!

Dawson schüttelte abrupt den Kopf und schob seine Zukunftsplanungen beiseite. Solange man ihm noch so dicht auf den Fersen war, hatte er keine Zeit für solch einen Unsinn. Andere Dinge waren jetzt wichtiger. Zum Beispiel, einen Weg aus diesem gottverdammten Wald zu finden …

Übergangslos setzte er sich wieder in Bewegung und folgte einem schmalen Streifen Mondlicht, der es tatsächlich geschafft hatte, sich zwischen den Baumkronen hindurchzukämpfen. Das war wenigstens etwas. Vielleicht würde er ja so nicht mehr permanent über die eigenen Füße stolpern!

Vorsichtig ging er weiter und folgte dem Lichtstreifen. Die leisen Laute nachtaktiver Tiere waren zu hören. Angst vor der Dunkelheit hatte Dawson nicht. Er hielt sich eigentlich für einen ziemlich hartgesottenen Kerl. Dennoch zerrte die Finsternis allmählich gehörig an seinen Nerven, zumal der Wald kein Ende zu nehmen schien.

Nach einigen weiteren Minuten erreichte Dawson endlich eine kleine Lichtung. Das Grinsen kehrte auf seine Lippen zurück und erleichtert reckte er das kantige Kinn vor.

Offenbar hatte er die ersten Ausläufer der Zivilisation erreicht. Vor ihm auf der Lichtung befand sich ein kleines, windschiefes Haus.

Instinktiv verbarg sich der Ausbrecher hinter einem Busch, um sich einen genaueren Überblick zu verschaffen. Es handelte sich um ein einstöckiges rotes Backsteinhaus. Die Fenster waren dunkel und nichts deutete darauf hin, dass dort jemand lebte.

Das hatte natürlich nichts zu bedeuten. Es konnte genau so gut sein, dass der oder die Bewohner schliefen.

Dawson war entschlossen, es herauszufinden. Hier sah er seine Chance, endlich an neutrale Kleidung und ein bisschen Geld zu kommen.

Er blickte sich noch einmal nach allen Seiten um, dann setzte er sich in gebückter Haltung in Bewegung und schlich auf das Haus zu. Je näher er kam, desto deutlicher wurde, dass das Gebäude wohl schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte. Es wirkte baufällig und heruntergekommen. Die Butzenscheiben der Fenster waren milchig. Offenbar hatte man sie seit Jahren nicht mehr geputzt.

Dawsons Gesichtszüge wurden hart. Wie es aussah, hatte er sich wohl zu früh gefreut. Dennoch war er entschlossen, sich die Sache einmal genauer anzusehen. Viellicht barg das schäbige Haus ja trotz allem etwas Nützliches für ihn.

Endlich hatte der Ausbrecher das kleine Haus erreicht und versuchte vergeblich, durch die Scheiben einen Blick ins Innere zu erhaschen.

Vorsichtig schlich er zur Eingangstür und drehte vorsichtig am Knauf. Zu seiner Überraschung erwies sich das Haus als unverschlossen.

Mit einem weithin vernehmlichen Quietschen schwang die morsche Holztür nach innen auf. Unwillkürlich hielt Dawson die Luft an.

Ein modrig süßer, fauliger Geruch wehte ihm entgegen und kroch wie ein Wurm seine Nasenlöcher empor. Der Ausbrecher erkannte den Geruch sofort.

Es roch nach Tod.

***

Mike Dawson bemühte sich, flach durch den Mund zu atmen. Er zögerte noch einen Moment, dann setzte er seinen Fuß über die Schwelle und begab sich ins Innere des Hauses.

Durch die offenstehende Tür fiel ein wenig Mondlicht in den Raum und half Dawson dabei, sich zu orientieren. Was er sah, war nicht dazu geeignet, seine Stimmung sonderlich zu heben.

Das Innere des kleinen Hauses war genauso schäbig und heruntergekommen, wie der äußere Anschein vermuten ließ. Dawson fragte sich, wer hier wohl gelebt haben mochte. Jedenfalls kein reicher Mann! Dass das Haus seit Jahren nicht mehr bewohnt war, stand für ihn außer Frage.

Er ahnte noch nicht, wie sehr er sich täuschte.

Mit versteinerter Miene trat Dawson tiefer ins Dunkel der Hütte. Unter einer der blinden Fensterscheiben befand sich ein klappriger Holztisch. Schmutziges Essgeschirr stand darauf.

Als sich Dawson näherte, konnte er das Summen von Fliegen hören, die sich um die vergammelte Mahlzeit balgten.

Neben dem Essgeschirr sah er einen dicken, in Leder gebundenen Folianten, der sogleich seine Aufmerksamkeit erweckte. Dawson kannte sich mit Büchern nicht aus, aber das schien uralt zu sein. Vielleicht ließ es sich ja in irgendeiner Weise zu Geld machen.

Vorsichtig strich er mit den Fingern über den Einband, der mit einem blutroten Pentagramm verziert war. Das Symbol war ihm durchaus vertraut. Er hatte es einmal in einem Horror-Film gesehen. Dieser hatte von Teufelsbeschwörungen und allerlei Hexenwerk gehandelt.

Dawson grinste knapp. Ob es sich um eine Art antikes Zauberbuch handelte? Zwar stand er mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen und verschwendete keinen Gedanken an die Realität des Übernatürlichen, dennoch glaubte er, dass sich für so ein obskures Werk mit Sicherheit Liebhaber finden würden.

Langsam wandte er sich vom Tisch ab, um den Rest des Hauses unter die Lupe zu nehmen. Der hintere Teil der Hütte lang in völliger Finsternis.

Das passte Dawson gar nicht und plötzlich hatte er ein ganz ungutes Gefühl. All seine Sinne schlugen Alarm.

Er beschloss, das warnende Gefühl zu ignorieren und bewegte sich tiefer ins Dunkel der Hütte hinein. Hier ließen sich mit Sicherheit noch mehr Schätze ausfindig machen, da war sich Dawson ganz sicher. Unruhig leckte er sich über die Lippen.

Nach etwa vier Schritten hatten sich seine Augen halbwegs an die tintenschwarze Dunkelheit gewöhnt. Im hinteren Ende des großen Raums konnte er nun einen rechteckigen Umriss erkennen.

Erst beim Nähertreten sah Dawson, dass es sich um ein Bett handelte. Nein, Bett war ein zu feiner Ausdruck! Eine schmutzige Pritsche war es, die dort vor ihm stand.

Und auf dieser Pritsche lag jemand!

Dawson sog scharf den Atem ein. Damit hatte er nicht gerechnet.

Vorsichtig näherte er sich und ging leise neben der Pritsche in die Knie. Es handelte um eine uralte Frau. Die Greisin hatte ihren ausgemergelten Körper in eine schmutzige Decke gehüllt. Auf den ersten Blick war nicht zu erkennen, ob sie schlief oder längst verstorben war. Deshalb legte ihr Dawson überraschend sanft die Hand auf die Stirn. Ganz vage fühlte er sich von der alten Frau an seine Grandma erinnert.

Die Stirn der Greisin fühlte sich warm an. Sie lebte also.

Dawson überdachte kurz sein weiteres Vorgehen. Es schien momentan keine Gefahr zu bestehen, dass sie in nächster Zeit aufwachte. Falls es dennoch geschah und sie sich sein Gesicht merken konnte, würde sie ihn sicherlich verpfeifen. Von daher wäre es wohl besser, sie kurz und schmerzlos auszuschalten. Im Grunde seines Herzens war Dawson jedoch kein Killer. Er würde sich einfach das Buch unter den Arm klemmen und so leise verschwinden, wie er gekommen war.

Exakt in diesem Moment schlug die alte Frau die Augen auf.

Dawson rutschte das Herz in die Hose, so sehr erschrak er sich. Trotz der Dunkelheit schienen die Augen der Greisin zu lodern. Ein unbekanntes Feuer war darin zu erkennen.

»Verdammt«, entfuhr es ihm.

Ein leises, keckerndes Lachen war die Antwort. Es war aus dem faltigen Mund der Greisin gekommen.

Dawson schluckte schwer und richtete sich hastig auf. Es war besser zu verschwinden, bevor sie sich tatsächlich sein Gesicht einprägen konnte.

Gerade als sich der Verbrecher umdrehen wollte, schoss ein dürrer Arm unter der Decke hervor. Die faltige Krallenhand der alten Frau legte sich wie eine Stahlklammer um seinen Unterarm.

»Lass mich los«, sagte Dawson und versuchte, seine Stimme so energisch wie möglich klingen zu lassen. Es gelang ihm nicht ganz.

Wieder das böse, keckernde Lachen.

Dawson spürte, wie es ihm eiskalt den Rücken hinunterlief. Mit einem Mal hatte er Angst, eine Scheißangst sogar!

Erst das merkwürdige Zauberbuch und nun diese unheimliche Greisin, bei der der Verbrecher unwillkürlich an eine böse Hexe denken musste.

Ja, plötzlich war er sich ganz sicher. Das hier war keine liebenswürdige ältere Dame, die sich kurz zu einem Nickerchen hingelegt hatte. Vielmehr war die Greisin abgrundtief böse. Und sie war entschlossen, ihn nicht mehr gehenzulassen.

Der vierschrötige Verbrecher versuchte sich loszureißen. Eigentlich hätte die uralte Frau keine Chance gegen seine überlegene Körperkraft haben dürfen, aber wie sich zeigte, wohnte ihrem ausgemergelten Körper eine ungewöhnliche Stärke inne. Brutal grub sie ihre Nägel in seinen Unterarm.

Sofort spürte Dawson, wie warme, salzige Flüssigkeit seine Haut netzte.

Als das Blut hervortrat, ließ die Greisin ein leises Zischen hören. Wieder leuchteten ihre Augen auf. Ein Schmatzen der Vorfreude wurde laut.

Das konnte nur ein Alptraum sein!

Wieder versuchte sich Dawson loszureißen, doch er hatte keine Chance.

Während er sich noch zu befreien versuchte, richtete sich die Unheimliche im Bett auf. Ohne ihn loszulassen, bewegte sie ihren gebeugten Körper auf ihn zu. Dabei war wieder das entsetzliche Schmatzen zu hören.

Gedanken an Hexen und Vampire schossen durch Dawsons Kopf, aber solche Geschöpfe gab es nur in Märchen und billigen Gruselfilmen.

War das wirklich so?

Die unheimliche alte Frau schien genau solch einem Film entsprungen zu sein. Sie sagte kein Wort, als sie sich auf ihn zu bewegte. Stattdessen griff sie nun nach seinem anderen Arm.

Dawson warf sich in Panik hin und her. Brutal trat er mit einem Fuß nach den Beinen der Greisin, doch seine Hoffnung, sie auf diese Weise zu Fall zu bringen, erfüllte sich nicht. Fest wie ein Granitblock stand sie vor ihm.

Stattdessen machte sie eine ruckartige Bewegung und zwang nun Dawson in die Knie. Der Verbrecher keuchte auf, als er hart vor ihr auf dem Boden aufschlug.

Todesangst ergriff ihn. Ihm war klar, wenn nicht gleich ein Wunder geschah, bestand die hohe Wahrscheinlichkeit, dass er in dieser schäbigen Hütte auf grausame Weise ums Leben kam.

Eilig warf er sich auf dem Boden herum und versuchte verzweifelt in Richtung Tür zu kriechen. Dawson kam jedoch nur wenige Zentimeter weit, dann landete etwas mit Urgewalt in seinem Rücken. Dem Verbrecher wurde brutal die Luft aus den Lungen gepresst.

Seine Nägel krallten sich in die morschen Holzbohlen, splitterten dabei, doch Dawson spürte den Schmerz kaum. Wie ein Wahnsinniger versuchte er die Greisin abzuschütteln, die fest auf seinem Rücken saß und abermals ein böses Kichern hören ließ.

Dann griff sie in sein Haar und riss mit einer ruckartigen Bewegung seinen Kopf nach hinten. Der Verbrecher keuchte auf, als sie mit den Krallen fast streichelnd über seine weiche ungeschützte Kehle fuhr. Er musste kein Hellseher sein, um zu wissen, was sie von ihm wollte.

Und im nächsten Moment nahm sie es sich auch schon!

Die Krallen bohrten sich in Dawsons Kehle und rissen tiefe Wunden. Sofort schoss überreichlich der rote Lebenssaft hervor.

Der Verbrecher stieß einen gurgelnden Schrei aus, als er spürte, wie das Blut aus ihm heraussprudelte. Das Schmatzen der Vorfreude, welches die Unheimliche ausstieß, nahm er nur wie durch einen dichten Nebel wahr.

Abrupt beugte sie sich auf ihm nach vorne und presste ihre faltigen Lippen auf die schreckliche Halswunde. Schlürfend saugte sie das salzige Nass in sich hinein.

Dawson merkte davon jedoch nichts mehr. Sein Bewusstsein verdunkelte sich. Sein Körper zuckte noch ein wenig, dann sackte er einfach in sich zusammen. Das hinderte die Unheimliche jedoch nicht daran, weiter ihren abscheulichen Durst an ihm zu stillen. Alptraumhaftes Schmatzen erfüllte das Innere der Hütte.

***

Die Sonne ging auf über den Wäldern und ließ ihre grellen Strahlen wie Schlangen durch die dunklen Baumkronen kriechen. Langsam bahnte sich das Licht auch seinen Weg ins Innere des ärmlichen Backsteinhauses.

Der neue Tag enthüllte zwei hingestreckte Körper, die auf dem morschen Holzfußboden des Hauses lagen. Eine kleine eingetrocknete Blutlache hatte sich um Mike Dawsons verkrümmte Gestalt ausgebreitet. Seine unheimliche Peinigerin kauerte immer noch auf ihm. Ihr Körper war zusammengesackt. Es schien fast, als würde sie schlafen. Die Greisin hatte in einer fast zärtlichen Geste die Arme um den Körper ihres Opfers gelegt. Von Zeit zu Zeit durchliefen kleine krampfartige Zuckungen ihren Leib.

Schließlich richtete sich die Alte mit einem leisen Stöhnen auf. Ihr Opfer würdigte sie keines Blickes mehr.

Durch die Stärkung mit dem Blut des Eindringlings begannen ihre Gedanken wieder zu fließen, wurden klarer. Immer mehr wurde sie sich ihrer Umgebung bewusst.

Ihre Knöchel knackten, als sie die morschen Finger bewegte. Langsam drehte sie den Kopf nach links und rechts, so als wolle sie jedes Detail des Raums in sich aufnehmen.

Ihre zuerst unsicheren, dann immer flüssiger wirkenden Schritte führten sie tiefer ins Innere des Hauses hinein. Vor einem milchig trüben Spiegel blieb sie stehen.

Ein bitteres Lächeln umspielte die Mundwinkel der Unheimlichen, als sie sich betrachtete. Das Glas war noch klar genug, um zu erkennen, was die Zeit ihrem Körper angetan hatte.

Sie war alt, sehr alt, aber dank des Blutes ihres Opfers erfüllte neue Kraft ihren ausgemergelten Körper. Jetzt war sie gestärkt und wenn die dunklen Mächte ihr gewogen waren, dann würde sie schon bald nichts mehr aufhalten können.

Die faltigen Lippen der Greisin begannen unhörbare Worte zu murmeln, während sie gleichzeitig ihr Abbild im Spiegel fixierte.

Noch während sich ihr Mund bewegte, setzte eine unheimliche Veränderung ein. Die zerknitterten, raubvogelähnlichen Gesichtszüge wurden auf wundersame Weise sanfter.

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