Logo weiterlesen.de
John Sinclair - Folge 1720

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Nacht der Voodoo-Queen
  4. Vorschau

Die Nacht der Voodoo-Queen

(2. Teil)

Erry Bigham verließ die Deckung des Baumstamms. Sein Blick glitt über den fast leeren Platz, der im Sommer stets mit Wohnwagen und Wohnmobilen gefüllt war. Jetzt stand dort aber nur ein Wohnmobil mit einer dunklen Lackierung, das selbst in dieser Umgebung nicht so leicht zu entdecken war.

Ohne sich umzudrehen, fragte er: »Bist du dir sicher, dass sie im Wagen hockt?«

»Klar.« Jetzt trat auch der gefragte Archie West aus der Deckung.

»Und sie ist allein?«

Archie nickte.

Erry grinste. »Hast du nicht mal gesagt, dass sie verdammt scharf ist?«

»Habe ich.«

»Und öfter sogar nackt herumläuft?«

»Sicher. Du hast nichts vergessen, wie?«

Erry Bigham rieb seine Hände. »Okay, dann werden wir sie uns mal holen …«

Marietta hatte sich diesen einsamen Ort ausgesucht, um in Ruhe nachdenken zu können. Von den Städten hatte sie genug. Sie war aufs Land gefahren, um Ruhe zu haben. Zumindest für zwei Monate, denn in der letzten Zeit hatte sie zu viele Termine einhalten müssen, und dann war da noch etwas schiefgegangen, wozu sie nichts gekonnt hatte. Sie war in diese magischen Zonen hineingeraten und hatte sich dort verteidigen müssen, was einiges an Aufsehen erregt hatte, denn sie war in die Gefilde des Grauens und des Todes eingedrungen.

Also weg aufs Land.

So etwas wie eine Flucht.

Aber auch eine Regeneration. Nachdenken. Für sich bleiben und neue Wege finden.

Sie gab nie einen festen Wohnsitz an. Ihr Heim war das Wohnmobil, in dem sich alles befand, was sie brauchte. Der kleine Kochbereich, auch der Raum zum Schlafen, die Dusche und die Toilette. Das brauchte sie, das war wichtig, aber noch wichtiger war der Wohn- und Arbeitsbereich, der den größten Teil des Wohnmobils einnahm. Dieser Raum war ihre eigentliche Welt. Hier fühlte sie sich am wohlsten. Hier hatte sie eine Insel auf der Insel geschaffen, denn hier empfing sie ihre Gäste, um ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und ihnen bei ihren Problemen zu helfen.

Es war ein fremder, ein exotischer Bereich, was nicht an der Einrichtung lag, denn die war normal. Nicht aber der Geruch oder das Aroma der Kräuter, das nie verging, sondern immer wie ein unsichtbarer Schleier über diesem Bereich hing.

Hier standen die Gefäße, die Siegel, die Fetische. Hier war der Kreis auf den Boden gemalt worden, der das eigentliche Zentrum bildete. Hier lagen die Pasten und Salben in Griffweite und auch die kleinen Puppen, die für einen bestimmten Zauber unerlässlich waren.

Mit diesem Zauber verdiente sie ihren Lebensunterhalt. Marietta sah sich als Heilerin, als gute Frau und zugleich als Rächerin an, und das alles unter der Überschrift Voodoo.

Ja, sie praktizierte die Kunst des Voodoos. All die Beschwörungen, die Rituale, die heilen oder verdammen sollten. Die Begegnung mit anderen Mächten, das Verlassen all der Konventionen, das gehörte zu ihrem Leben und dafür lebte sie.

Wer sie sah, hätte sie nie für eine Voodoo-Queen gehalten. So sah sie sich selbst. Sie war eine Frau mit dunkelblonden Haaren, die in der Mitte gescheitelt waren und wie zwei dichte Vorhänge an den Seiten herabhingen. Ihr Körper war etwas füllig, was sie nicht störte. Sie mochte keine mageren Models. Eine Frau musste wie eine Frau aussehen, und manchmal musste auch sie ihren Körper und die Seele einsetzen, was zehrte.

Das Verlassen der Stadt und das Fahren aufs Land war so etwas wie eine kleine Flucht gewesen. Tagsüber fuhr sie die einsamen Strecken, in der Nacht oder manchmal schon am Abend legte sie eine Ruhepause ein und beschäftigte sich mit den Studien der alten Weisheiten, die man ihr beigebracht hatte.

Sie fühlte sich dazu prädestiniert. Schon als Kind hatte sie einen Bezug zu dieser Magie gehabt und war als Medium angesehen worden. Ihr Lehrer hatte das schnell erkannt, sie zu sich genommen und sie über Jahre hinweg eingeweiht.

Das war nicht in der Karibik passiert, etwa in Haiti, der Heimat des Voodoo, sondern mitten in London in der karibischen Gemeinde, bei der sie sehr angesehen war.

Irgendwann wurde ihr London zu klein. Da hatte sie sich das Wohnmobil gekauft und war über Land gefahren – und war nun auf der irischen Insel gelandet.

Hier fühlte sie sich wohl. Sie spürte, dass es manchmal Orte gab, in denen eine andere und tief verborgene Kraft ihre Heimat gefunden hatte. Sie, die mit der Welt der Geister Kontakt aufnahm, fühlte sich in der Umgebung sehr wohl.

Aber sie hatte sich vorgenommen, zunächst mal nicht zu praktizieren und Urlaub zu machen, obwohl das immer schwer sein würde, denn ihre Berufung ließ sie nie so richtig los.

Sie war aus dem Norden gekommen und befand sich nun auf der Fahrt in Richtung Süden. Sie wollte Cird erreichen und von dort mit einer Fähre entweder nach England übersetzen oder auch nach Frankreich, ein Land, das sie noch nicht kannte.

Die Entscheidung wollte sie treffen, wenn sie die Stadt erreicht hatte. Das würde am nächsten Tag der Fall sein. Wenn sie Glück hatte, erwischte sie auch eine Fähre, aber das hatte noch Zeit. Zunächst war sie auf einen kleinen Platz gefahren, der in der Nähe eines schmalen Flusses lag und auch einer Ortschaft, deren Namen sie vergessen hatte.

Noch waren die kurzen Nächte fern. Aber der Frühling war bereits da, und die Tage waren länger geworden. Bei Anbruch der Dämmerung hatte sie ihr Ziel erreicht, und sie hatte sich vorgenommen, sich so früh wie möglich zum Schlafen hinzulegen.

Sie hatte geduscht und sich danach nicht mehr normal angezogen. Unter dem umhangähnlichen Mantel war sie bis auf einen Slip nackt und genoss den weichen Samt auf ihrer Haut, der das Futter des Kleidungsstücks bildete. Der Mantel stand offen. An beiden Seiten war er mit einer kostbar wirkenden Brokatleiste abgesetzt.

Sie hatte sich ihren Lieblingsplatz ausgesucht.

Marietta saß in ihrem Kreis. Sie hatte vorgehabt, sich in eine Meditation zu begeben und zu versuchen, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Das war selbst für sie so gut wie unmöglich, aber sie war eine Frau, die sehr viel auf Stimmungen gab, in sich hineinhorchte und versuchte, gewisse Stimmungen einzufangen, die auf sie zukommen würden und jetzt noch im Verborgenen lauerten.

Dabei achtete sie stark auf ihr Gefühl. Sie kommunizierte damit, denn wenn es gütig gesinnt war, dann fühlte sie, dann spürte sie, ob etwas Gutes oder Schlechtes auf sie wartete.

Entgehen konnte sie dem nicht, aber sie konnte sich darauf einstellen, und das war schon viel wert.

In der Hand hielt sie eine Puppe. Es war ein Geschenk ihres Lehrers. Sehr schlicht und einfach, fast plump, aber durch die Magie, die in der Puppe steckte, ungemein wertvoll.

Zwar gab es auch bei den Voodoo-Anhängern einen obersten Gott, der als Bon Dieu oder Bondyé bekannt war. Er stand außerhalb der Reichweite eines normalen Sterblichen und war von einem Pantheon von Geistern umgeben, die er als seine Botschafter ausschickte, um mit den Menschen Kontakt aufzunehmen.

Darauf setzte sie. Die Geisterwelt war ein Phänomen und von einem Menschen nicht zu durchdringen, aber wer als Voodoo-Priesterin die richtigen Wege wusste, dem waren die Geister hold.

Und so versuchte Marietta über ihr kleines Erbstück an diese Botschafter heranzukommen, die ihr dann ein gutes oder auch ein schlechtes Gefühl für die nahe Zukunft gaben.

Das war Marietta nicht neu. Sie hatte sich den Rat schon des Öfteren geholt und war gespannt, welche Botschaft man an diesem Abend für sie hatte.

Die kleine Figur, die aus Stein bestand, hatte in groben Zügen den Umriss eines menschlichen Körpers. Aber das Äußere war nicht wichtig. Viel wichtiger war, was in ihr steckte, und das war etwas ganz Besonderes, da hatten die Geister ihr Erbe hinterlassen, um ihre Künste und ihr Wissen an sie weiterzugeben.

Die Puppe hatte sie noch nie im Stich gelassen, und auch an diesem Abend änderte sich das nicht. Marietta ließ den Gegenstand durch ihre Hände gleiten. Sie streichelte die Puppe, sie flüsterte ihr etwas zu, küsste den Gegenstand, ließ ihn dann wieder sinken und schloss die Augen.

Marietta hoffte, dass die andere Seite verstanden hatte und sich ihrer Dienerin gnädig zeigte. Wenn dieser Kontakt nicht mehr vorhanden war, konnte sie ihre Arbeit vergessen.

Tat sich etwas? Öffnete sich die andere Seite?

Ja, das tat sie. Und Marietta erlebte den Schauer, der ihren ganzen Körper erfasste. Aber es war ein wohliger Schauer, den sie gern über sich ergehen ließ.

Sie schloss die Augen, um sich durch nichts mehr ablenken zu lassen. Sie wollte sich nur auf dieses eine Ziel konzentrieren.

Das Summen in ihrem Kopf nahm sie als positiv auf. Es war der Gesang, der sie locker machte und ihr zeigte, dass sie dazugehörte. Die unsichtbare Geisterwelt hatte sich ihr gegenüber geöffnet und war bereit, sich mit ihr einzulassen.

Gesprochene Botschaften empfing sie nicht. Es waren nur Gedanken, die sie auffangen konnte, und das tat sie auch jetzt.

Ihr Gesicht hatte sich nicht verzogen. Es war bisher immer glatt geblieben, doch plötzlich zuckte es um ihre Mundwinkel, und das war nicht der Ansatz eines Lächelns, sondern eher das Gegenteil, denn die Veränderung sah sie schon als schmerzlich an.

Etwas stimmte nicht …

Etwas hatte sich gegen sie verschworen. Ihr wurden zwar keine Bilder geschickt, aber die Geister warnten sie auch so. Sie spürte, dass eine Gefahr in ihrer Nähe lauerte. Nicht hier in ihrem Wagen, sondern außerhalb, und diese Gefahr war bereits so nahe gekommen, dass die andere Seite Marietta gewarnt hatte.

Ihre Hände umfassten das kleine Erbstück so fest, als wollten sie es zerdrücken. Die scharfen Atemzüge drangen nur durch ihre Nase, und sie spürte bereits den Hauch des Bösen, der sie streifte.

Dann war Schluss.

Urplötzlich, ohne Übergang. Die Hände mit der Figur sanken nach unten, und Marietta blieb zunächst bewegungslos sitzen. Sie hielt die Augen offen, aber ihr Blick sah aus, als wäre er mehr nach innen gerichtet.

Sie schüttelte den Kopf und kehrte zurück in die Wirklichkeit. Noch hockte sie in ihrem Kreis und musste erst mal das verarbeiten, was sie erlebt hatte.

Marietta nahm die Warnung sehr ernst. Etwas befand sich in ihrer Nähe, und dieses Etwas war nicht gut für sie. Marietta musste es als eine Gefahr einstufen, und sie wollte wissen, wo sich diese Gefahr befand. Angst verspürte sie nicht. Bisher hatte sie alle Probleme meistern können.

Damit rechnete sie auch an diesem Abend, als sie sich erhob und den Kreis verließ.

Im Wohnmobil drohte ihr keine Gefahr. Deshalb wollte sie einen Blick nach draußen werfen und, wenn es sein musste, auch die nähere Umgebung absuchen.

Es gab drei Türen, durch die das Wohnmobil zu betreten war. Die beiden im Fahrerhaus und die, durch die man direkt ins Wohnmobil gelangte und sich im Zentrum befand.

Marietta entschied sich für diese Tür. Sie hatte sie abgeschlossen. Eine Drehung des steckenden Schlüssels, und sie war wieder offen.

Marietta zerrte den Mantel fester um sich und schlang ihn mit einem Gürtel fest. Erst dann zog sie die Tür vorsichtig auf und warf einen ersten Blick nach draußen, wobei sie nichts sah, denn die Dunkelheit war mittlerweile sehr dicht geworden, sodass sich ihre Augen erst daran gewöhnen mussten. Sie hörte nichts Verdächtiges, blickte weiterhin nach vorn und sah auch die nahen Bäume, die einen Wald bildeten, hinter dem der kleine Fluss lag, der von diesem Platz zu Fuß gut zu erreichen war.

Niemand bewegte sich in ihrer Nähe. Aber sie dachte daran, dass sie von dieser Seite des Wohnmobils nur in eine Richtung schauen konnte. Eine Gefahr konnte durchaus auch hinter ihm lauern, und sie nahm sich vor, ihr Wohnmobil einmal zu umrunden.

Noch stand sie im Wagen. Jetzt ging sie einen Schritt vor und sprang nach unten.

»Jetzt!«

Sie hörte die Männerstimme an ihrer rechten Seite, drehte sich um und bekam den Schlag von der anderen Seite. In ihrem Nacken schien es eine Explosion zu geben, die völlig lautlos war, aber so heftig, dass sie Marietta in die Knie zwang und erst mal bewegungsunfähig machte …

***

Bewusstlos wurde sie nicht. Sie war nur ziemlich groggy und es fiel ihr schwer, sich zu bewegen. Sie fühlte nur, dass mit ihr etwas geschah und man sie wegbrachte. Bald war sie von den bekannten Gerüchen umgeben, und sie wusste nun, wo sie sich befand.

Ein dumpfes Geräusch drang an ihre Ohren, als die Tür des Wohnmobils zugeschlagen wurde.

»Wirf sie auf die Couch, Erry.«

»Ja, gleich …«

»Scheiße!«, zischte Archie West. »Was ist denn los mit dir? Du bist so komisch.«

»Kann sein. Aber schau dich mal hier um.«

»Wieso?«

»Was das für ein Zeug ist«, flüsterte Erry. »So etwas habe ich noch nie in einem normalen Wohnwagen gesehen, und ich konnte mir schon einige ansehen.«

»Was willst du damit sagen?«

»Nichts weiter. Es ist nur komisch.« Erry schleifte die Frau auf die Couch zu und ließ sie dort fallen. Es war ein altes Sofa mit einem roten Bezug. Eigentlich völlig unmodern, aber Marietta gefiel es. Es war so herrlich bequem, und sie wollte es nicht missen.

Jetzt lag sie auf der breiten Sitzfläche und sah den Mann, der sie von oben her anschaute. Ein noch recht junges Gesicht starrte auf sie nieder. Eigentlich sah er harmlos aus, wäre da nicht der Blick seiner Augen gewesen. Er steckte voller Gier und war auf ihren Körper gerichtet, denn der Umhang hatte sich etwas verschoben. Er war in Brusthöhe zur Seite geklafft, und auch die unteren beiden Hälften lagen nicht mehr zusammen, sodass die nackten Beine bis zu den Oberschenkeln frei lagen.

»Komm mal her, Archie.«

Der schob sich heran.

»Sieh dir mal diese Sahneschnitte an. Das ist doch was für uns beide. Keine dieser jungen Hippen, die hat tatsächlich was drauf. Mann, was haben wir ein Glück.«

Archie hatte jedes Wort gehört und hätte es auch gern bestätigt, aber das traute er sich nicht. Er war hier eingedrungen und hatte das nicht als Problem angesehen. Und doch gab es hier etwas, das ihm ganz und gar nicht gefiel. Er verzog die Lippen und hob die Schultern. Dabei blickte er sich um.

Das passte Erry nicht. »Was ist denn los mit dir?«, blaffte er Archie an. »Du bist so komisch.«

»Stimmt.«

»Und was stört dich?«

Archie verzog den Mund. »Es ist mir hier unheimlich. Es gefällt mir nicht. Das rötliche Licht, der Geruch, die komischen Gegenstände, die Puppen, dann die Nadeln …«

»Na und? Es gibt viele Verrückte.«

»Das ist nicht meine Welt, Erry.«

Der holte erst mal tief Luft. Dann lachte er. Schließlich nickte er seinem Freund zu. »Klar, verstehe, ist nicht deine Welt. Aber es ist meine.«

»Und weiter?«

Errys Grinsen wurde breit und breiter. »Du kannst verschwinden. Geh raus und warte auf mich. Ich jedenfalls lasse mir den Spaß nicht verderben.«

»Du willst sie allein …«

»Ja, verdammt.« Erry gab seinem Kumpan einen Stoß gegen die Schulter, dass dieser beinahe das Gleichgewicht verlor. Er konnte sich im letzten Moment abstützen.

»Geh nach draußen, ich sag dir Bescheid, wenn ich meinen Spaß gehabt habe.«

»Das ist kein Spaß, nicht hier. Ich bin ja nicht dagegen, aber lass uns die Frau an einen anderen Ort schaffen. Hier bekomme ich Beklemmungen.«

»Du willst sie im Wald vögeln? Bist du denn irre?« Erry zeigte Archie einen Vogel. »Mann, dieses Sofa ist der ideale Platz, der reicht sogar für uns drei.« Er lachte, doch er hatte Archie West nicht überzeugen können. Der ging bereits rückwärts, um die Tür zu erreichen, und machte Erry klar, dass mit ihm nicht zu rechnen war.

»Dann hau doch ab, du feiger Sack! Ich werde meinen Spaß haben, das schwöre ich dir …« Er zuckte noch leicht zusammen, als die Tür von außen zuflog, dann drehte er sich um und kümmerte sich wieder um die auf der Couch liegende Frau.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "John Sinclair - Folge 1720" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen