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John Sinclair - Folge 0671

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Killer-Kobolde

Walton Wayne war ein Einzelgänger, ein ehemaliger Forscher mit einem sehr ungewöhnlichen Spezialgebiet. Er beschäftigte sich mit Märchen und Sagen. Sein erarbeitetes Wissen wollte er der Nachwelt erhalten, seine kostbare Flaschensammlung mir überreichen. Er lud mich also ein, um mir die Flaschengeister vorzuführen  …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Killer-Kobolde

Der Mann zitterte vor Angst!

Er hockte vor mir. Sein Gesicht war von einer dicken Schicht aus Schweiß bedeckt. Die Hände hatte er um den Rand des klobigen Eichentischs gekrallt. Mein Blick fiel auf seine Finger mit den stumpfen Nägeln und den Altersflecken auf der Haut. Er hieß Walton Wayne, trug eine lange, graue Weste, darunter ein einfaches Hemd und eine Hose aus breitem Cord. Das weiße Haar hing ihm in die Stirn, und wenn er atmete, hörte es sich an wie ein schweres Röcheln.

Sein Alter hatte mir Wayne nicht nennen wollen. Ich schätzte ihn auf achtzig Jahre.

Weshalb er von der Furcht gepeinigt wurde, wusste ich nicht. Ich war auf sein Bitten hin zu ihm gekommen, weil mich auch Lady Sarah Goldwyn darum gebeten hatte, denn sie kannte den Mann. Angeblich sollte er etwas über die Templer wissen.

Davon allerdings hatte er mir bisher nichts gesagt. Statt dessen saß er vor mir, starrte mich an und nahm hin und wieder einen Schluck aus dem mit einer farblosen Flüssigkeit gefüllten Wasserglas. Das Zeug roch scharf, es war ein selbstgebrannter Schnaps.

Auch mein Lächeln konnte ihn nicht aufheitern, die Furcht blieb, sie steckte tief in seinen Knochen.

»Bitte, Mr. Wayne, seien Sie vernünftig …«

»Wie?«, krächzte er. »Vernünftig?« Er starrte mich an. »Ich bin vernünftig.«

»Okay, das sehen Sie so. Ich bin da anderer Meinung. Wie soll ich Ihnen helfen, wenn Sie sich weigern, mir etwas zu sagen? Ich bin doch gekommen, um mir Ihre Probleme anzuhören.«

»Ich habe Sie nicht herbefohlen, höchstens gebeten.«

Meine Geduld war heute sehr groß. »Das stimmt, aber eine gemeinsame Bekannte hat mir von Ihren Problemen berichtet, die Sie quälen. Wir müssen eine Lösung finden, das können wir aber nur, wenn Sie Ihre Stummheit ablegen.«

»Ich kann niemandem trauen«, flüsterte er. »Was ich erlebt habe, ist unglaublich. Dabei habe ich gedacht, dass es beendet wäre, aber es ist nicht beendet.«

»Deshalb wollte ich Ihnen ja helfen. Sie müssen Vertrauen zu mir haben. Ich weiß nicht, was Ihnen Sarah Goldwyn alles über mich gesagt hat, aber sie wird nicht gelogen haben.«

Er nickte, umfasste sein Glas mit beiden Händen, hob es an und trank wieder einen Schluck. Anschließend leckte er sich über die Lippen. »Es ist sehr gefährlich, auch wenn es harmlos aussieht.«

»Das glaube ich Ihnen. Besser allerdings wäre es, wenn wir einen Beweis hätten.«

Walton Wayne lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Er schaute gegen die massive Holzdecke, betrachtete die Lampe, eine rechteckige, alte Stallaterne. Von zwei Ketten wurde sie gehalten. Die Leitungen lagen noch über dem Putz. Überhaupt hätte diese Hütte eher ins vergangene Jahrhundert hineingepasst. Sie war auch mehr als neunzig Jahre alt.

Wayne deutete mit dem Daumen auf den Holzboden. »Den Beweis finden Sie im Keller.«

»Wunderbar.«

Er sprang beinahe auf. »Was sagen Sie da? Wunderbar? Wie können Sie so etwas tun?«

Ich wollte ihn beruhigen. »Bleiben Sie sitzen und regen Sie sich nicht auf. Dieses Wort habe ich allgemein gesagt und wollte damit die Situation kennzeichnen.«

»Es ist aber schlimm.«

»Das möchte ich mir ansehen. Deshalb bin ich hergekommen. Aber wenn Sie es sich anders überlegt haben, kann ich wieder fahren. Ich muss mit meiner Zeit ebenfalls haushalten.«

Er senkte den Kopf. Seine Finger zeichneten Figuren auf die raue Tischplatte. »Nein, warten Sie.«

»Wie Sie wollen.«

»Ich habe nämlich Angst davor, dass ich sterben muss. Der alte Fluch wird mich treffen.«

»Vielleicht können wir ihn abwehren.«

»Es ist meine Schuld, Sinclair.«

»Wollen Sie nicht darüber reden?«

Für einen Moment schien es, als wollte er mich aus dem Haus weisen, dann hob er die Schultern und winkte ab. »Ich habe A gesagt und werde auch B sagen müssen.«

»Das ist richtig.«

Er stand mit müden Bewegungen auf. »Kommen Sie bitte mit, Mr. Sinclair. Ich möchte Ihnen etwas zeigen.«

»Hier?«

»Nein, unten. Wir müssen in den Keller, denn dort habe ich das Geheimnis all die Jahre über aufbewahrt. Ich habe nur mit wenigen Freunden darüber gesprochen. Sarah gehörte auch dazu, aber das ist lange, sehr lange her. Die meisten haben es auch vergessen. Ich finde es gut so, denn an manche Dinge sollte man nicht erinnert werden.« Er lächelte und schaute auf seine Hände. »Eine Frage, Sinclair. Haben Sie schon mal richtig Angst gehabt?«

»Des’öfteren.«

Aus seinen trüben Augen, über denen die Brauen buschig wuchsen, schaute er mich an. »Angst ist etwas Grauenvolles. Sie kann alles ersticken, sie kann einen Menschen so schrecklich verändern. Sie bohrt, sie nagt, sie frisst. Ja, sie kann die Seele auffressen. Ich bin alt geworden, aber ich habe meine Seele verloren. Nicht an den Teufel, nein, die Angst hat sie zerfressen.«

»Und der Grund dieser Angst befindet sich im Keller dieses Hauses, wenn ich mich nicht irre.«

»Ja, so ist es.« Er nickte zu seinen Worten, als wollte er sie noch einmal bestätigen.

»Dann lassen Sie uns endlich gehen.«

Walton Wayne hob den rechten Zeigefinger. »Sehen Sie es nicht zu locker und leicht. Mr. Sinclair. Hier kann sich Schreckliches zusammenbrauen, hier hat sich schon etwas zusammengebraut. Sie werden mit einem Phänomen konfrontiert werden, über das man kaum reden kann, weil es im Prinzip unerklärlich ist.«

»Mit diesen Dingen beschäftige ich mich.«

»Das hat auch Sarah gesagt.«

»Dann sollten Sie ihr glauben.«

»Trotzdem, Mr. Sinclair. Was ich Ihnen gleich zeigen und beweisen werde, haben Sie noch nie in Ihrem Leben gesehen. Das ist einfach unwahrscheinlich und nicht zu fassen. Es ist der absolute Wahnsinn!«

»Den Sie jahrelang versteckt haben.«

»Jahrzehnte, Mr. Sinclair.«

»Und er hat überlebt.«

»Das werden Sie gleich sehen.«

»Darum bitte ich.« Bei diesem Menschen musste ich wirklich Geduld haben. Von Sarah Goldwyn, der Horror-Oma, wusste ich, dass Walton Wayne zu den außergewöhnlichen Typen gehörte. Er war ein Einzelgänger, ein ehemaliger Forscher mit dem ungewöhnlichen Spezialgebiet Märchen und Sagen. Seine Kollegen hatten ihn deshalb nie richtig ernst genommen, er war als Märchenonkel abqualifiziert worden. Man hatte ihn belächelt, doch laut Sarah Goldwyn hatte der Mann sehr genaue Forschungen angestellt und herausgefunden, dass es Dinge gab, die kaum glaublich, aber existent waren, die nur in Märchen oder Sagen versteckt worden waren, um sie einer gewissen Nachwelt verschlüsselt weiterzureichen. Walton Wayne gehörte zu den Menschen, die sie entschlüsselt hatten und dabei auf interessante Dinge gestoßen war.

»Ziehen Sie den Kopf ein, Mr. Sinclair, es wird für Sie etwas eng und niedrig.«

Das brauchte er mir nicht zu sagen, ich ging schon längst gebückt, denn die Decken der Räume lagen ziemlich tief.

Wir schoben uns durch einen schmalen Flur. Walton Wayne ging gebückt. Es lag allein an seinem Alter, das einen aufrechten Gang nicht mehr zuließ.

Vor einer Tür blieb er stehen. Mir fiel auf, dass sie durch zahlreiche Riegel abgesichert war.

Walton Wayne hatte meinen Blick bemerkt. Er strich über seine Wangen, wo grauweiße Bartstoppel wuchsen und ein kratzendes Geräusch hinterließen. »Sie wundern sich über die Schlösser und Riegel?«

»Sehr.« Beim Sprechen verließ Atem meinen Mund. Spinnweben in der Nähe wurden von ihm berührt und fingen an zu zittern.

»Ich musste es einfach tun, Mr. Sinclair. Ich wollte eine gewisse Sicherheit haben.«

»Gegen das Böse im Keller.«

»Ja.«

»Nutzt es denn?«

Er hob die Schultern. »Nicht mehr.« Dann drehte er den Kopf und schaute zu dem kleinen Fenster in der Nähe. »Blicken Sie nach draußen, Mr. Sinclair. Sehen Sie den Himmel. Er ist bleigrau, aber auch hell, als hätte die Sonne Streifen gelegt. Ich sehe in ihm zwei Welten. Einmal die dunkle, die unheimliche, zum anderen die helle, die freundliche, die sonnige Welt. Und genau dort, wo sich beide Welten treffen, ist eine Linie entstanden. An ihr befinden wir uns. Wir können zurückgehen in die helle Welt, wir können aber auch die der Dunkelheit betreten. Was ist Ihnen lieber?«

»Die dunkle.«

Walton Wayne nickte. »Gut. Mr. Sinclair, Sie haben sich entschieden. Dann werden wir auch gehen. Aber eines müssen Sie mir noch versprechen.«

»Fast alles.«

Er trat dicht an mich heran. Ich roch den Staub und den Schweiß in seiner Kleidung. »Sollte ich bald nicht mehr unter den Lebenden weilen, dann versuchen Sie alles, um das Grauen wieder einzufangen. Es kann sonst tödlich werden.«

»Versprochen!«, sagte ich.

»Gut, wir werden sehen.« Er drehte sich um und beschäftigte sich mit den Riegeln.

Den Ersten zog er zurück, auch den zweiten, dann öffnete er ein Schloss, zerrte an der Klinke und öffnete die Tür, die erbärmlich knarrte und mir den Blick freigab auf eine alte, krumme Steintreppe, die hinab in einen niedrigen, muffig und feucht riechenden Keller führte, der mir den Eindruck machte, als wäre er seit Jahren von keinem Menschen mehr betreten worden. Ich sah keine Abdrücke auf den Stufen und auch keine an den Wänden. Dafür klebten die Spinnweben manchmal dicht wie Haare.

»Ich gehe vor!«, flüsterte Wayne. Mit der rechten Hand stützte er sich an der Wand ab, denn ein Geländer war nicht vorhanden.

Ich hatte Angst um den alten Mann, denn er bewegte sich ziemlich wacklig und brauchte unbedingt die Wand als Stütze. Sein Atem klang laut, es erinnerte mich hin und wieder an das Schnaufen einer alten Dampflok.

Wenn die Spinnweben von der Atemluft erwischt wurden, fingen sie an zu zittern. An der Decke klebte Schimmel, die Luft roch immer verbrauchter.

Er hielt sich tapfer und blieb erst dann stehen, als er das Ende der Treppe erreicht hatte. Von dort aus winkte er mir zu. »Kommen Sie, Mr. Sinclair, kommen Sie her. Aber geben Sie acht!«

Das musste ich auch, denn die Stufen waren glatt, zudem feucht und noch bucklig. Auch die Decke schien mir entgegen zu kommen, sie besaß nicht mehr die Höhe wie zu Beginn der Treppe.

Licht war ebenfalls vorhanden, denn Walton Wayne hatte drei Kerzendochte angezündet, die auf einem Metallteller standen und zudem genügend Licht abgaben. Der Schein brannte nicht ruhig, denn Walton zitterte. In den Augen spiegelten sich die Flammen wider, sie gaben ihnen so etwas wie ein neues Leben.

»Jetzt sind Sie hier, Mr. Sinclair«, erklärte er und atmete dabei tief aus.

»Klar. Und weiter?«

»Ich will es Ihnen zeigen. Ich … ich muss es Ihnen zeigen, denn die Zeit ist gekommen …«

Ich lächelte schief. »Wollen Sie mich noch länger auf die Folter spannen, Mr. Wayne?«

Er schaute über den Schein der Kerzen hinweg in die Düsternis des Kellers. »Seien Sie froh um jede Sekunde, die Ihnen noch bleibt, Sir. Seien Sie froh.«

»Ist es so schlimm?«

Mit der freien Hand winkte er ab. »Noch schlimmer, Sir. Ich werde Ihnen beweisen, dass Geister nicht gut sein können.«

»Alle?«

»Lassen Sie das. Wenn Sie spotten wollen, kehre ich sofort um. Mr. Sinclair.«

»Davon hat niemand etwas gesagt. Seien Sie bitte nicht so empfindlich, Meister.«

Er schaute mich beinahe böse an, murmelte irgendetwas nicht Verständliches und drehte sich so scharf um, dass die Flammen anfingen zu flackern.

Wieder ging er vor. Den Kopf eingezogen, obwohl die Decke für ihn nicht so niedrig war. Seine Sohlen schlurften über den Boden. Der Staub auf dem steinigen Untergrund hatte zusammen mit der Feuchtigkeit einen grauen Schmier gebildet.

So verhältnismäßig groß der Keller auch war, ich entdeckte trotzdem nur eine Tür, die zu einem Verlies oder Raum führte. Sie war verschlossen, und Wanye bat mich, den Teller zu halten.

Um das Schloss zu öffnen, musste er sich bücken. Seine Bewegungen waren von einem heftigen Zittern überlagert, auf der Stirn lag der Schweiß. »Ich war ziemlich lange nicht mehr hier«, erklärte er mir, »aber seien Sie versichert, dass sich nichts verändert hat.«

»Sollte sich denn etwas verändern?«

»Es ist manchmal alles möglich.«

Der Schlüssel bewegte sich. Die dabei entstehenden Geräusche kratzten auch unter meiner Haut. Zweimal konnte er ihn drehen, dann war die alte Tür offen.

»Wir können«, sagte er und forderte den Kerzenteller zurück.

Den gab ich ihm gern, weil ich die Hände freihaben wollte. Aus dem Türspalt strömte uns eine uralte, modrige Luft entgegen, fast vergleichbar mit der in einer alten Gruft.

Allmählich überkam mich ein mulmiges Gefühl. Dieser Geruch gefiel mir überhaupt nicht. Es konnte durchaus der Fall sein, dass sich im Keller irgendwelche Lebewesen befanden, verwesten oder schon verwest waren. Die Tür besaß einen sehr niedrigen Sturz, sodass ich den Kopf einziehen musste.

Ein alter Raum umgab uns. Das Kerzenlicht fing an zu flackern.

Ich blieb dicht hinter dem Mann, der schon nach zwei kleinen Schritten stehen blieb und mir durch eine Handbewegung klarmachte, dass ich zurückbleiben sollte.

Ich tat ihm den Gefallen und schaute zu, wie er vorging. In diesem Raum gab es keine Kellereinrichtung, bis auf das alte Regal an der gegenüberliegenden Seite, das durch ein querlaufendes Brett in zwei hohe Fächer unterteilt worden war.

Ob etwas in den Fächern stand, konnte ich noch nicht erkennen. Erst als sich Walton Wayne in der unmittelbaren Nähe befand und das Kerzenlicht über das alte Holz strich, da sah ich die schlanken Gegenstände, die auf der Platte standen.

Im ersten Moment konnte ich damit nichts anfangen, doch ich entspannte mich, weil ich mit viel schlimmeren Dingen gerechnet hatte. Mit dem Zeigefinger winkte Wayne mir zu.

Ich ging langsam auf ihn zu. Er blieb an der rechten Seite des Regals stehen.

»Keinen Schritt weiter, Mr. Sinclair!« , flüsterte er mir entgegen und streckte den rechten Arm aus. Gleichzeitig hob er ihn etwas an, sodass der Kerzenschein über die Gegenstände fließen konnte, die in dem Regal ihren Platz gefunden hatten.

Jetzt erkannte ich sie genauer und hatte plötzlich das Gefühl, lachen zu müssen.

Was sich dort abzeichnete waren die Umrisse grüner, verstaubter, bauchiger Flaschen.

»Nun?«, fragte Walton leise.

»Was soll ich sagen? Das sind Flaschen, wenn mich nicht alles täuscht. Ganz normale Flaschen – oder?«

»Ja, es sind Flaschen. Sie sehen auch normal aus.«

»Na bitte.«

»Hören Sie auf, so zu sprechen. Sie sehen von außen normal aus, doch es kommt auf den Inhalt an. Der ist nicht normal, Mr. Sinclair, überhaupt nicht.«

»Und warum nicht? Was befindet sich darin?«

»Das werde ich Ihnen erklären. Jedenfalls will ich, dass Sie die Flaschen vernichten.«

»Mehr nicht?« Ich provozierte ihn bewusst. »Haben Sie mich deshalb kommen lassen? Das kann ich einfach nicht glauben. Nehmen Sie die Flaschen, gehen Sie damit zu einem Glascontainer, und Sie sind all Ihre Sorgen los.«

Schon während meiner Worte hatte er den Mund aufgerissen. Was über seine Lippen strömte, war ein beinahe lautloses Lachen. Jedenfalls hörte es sich verflixt komisch an. »Sie sind mir ein Polizist«, sagte er, »glauben Sie vielleicht, ich hätte Sie deshalb kommen lassen. Das hätte ich auch selbst gewusst.«

»Was soll ich dann hier?«

»Können Sie sich vorstellen, Mr. Sinclair, dass sich in diesen Flaschen etwas befindet?«

»Ich weiß es nicht. Man müsste den Staub entfernen.«

»Richtig. Und was würden Sie sehen?« Wir schauten uns über die Flammen hinweg an. Auf seinem Gesicht lag die Spannung, und in seinen Augen funkelte es.

»Wasser sicherlich nicht?«

»Richtig.«

»Wein?«

Er lachte schallend. »Auch kein Wein, Mr. Sinclair. In diesen vier Flaschen befinden sich Geister. Haben Sie gehört? Geister. Das sind die Seelen der Spriggans.«

»Der was bitte?«

»Der Spriggans.« Er schüttelte verwundert den Kopf. »Sagen Sie nur, Sie kennen sie nicht.«

»So ist es. Ich hätte gern eine Erklärung von Ihnen.«

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