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John Sinclair - Folge 0663

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Das Unheil erwacht (1. Teil)

FLÜSSIGES LEBEN!

Nur dieser eine Begriff beherrschte das Denken meines Freundes und ließ sich auch aus meinen Gedanken nicht vertreiben.

Wir wussten jetzt, wie wir Nadine Berger möglicherweise von ihrem Dasein als Blutsaugerin erlösen konnten, aber wir wussten noch immer nicht, wer oder was sich genau hinter dem Begriff verbarg.

War es tatsächlich Blut, war es so einfach?

Nein, es war nicht so einfach. Denn als wir die Spur fanden, war

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Das Unheil erwacht (1. Teil)

»Bitte, Jade, ich flehe dich an. Verlasse das Haus nicht. Es … es ist so dunkel draußen, und ich spüre, nein, ich weiß genau, dass dort etwas lauert. Es ist böse, und es wird von der Dunkelheit beschützt. Die Finsternis ist sein Freund, sie ist …«

Jade unterbrach ihre blinde und sehr besorgte Mutter mit einem hellen Lachen. »Aber Ma, was du immer hast! Lass mich doch. Du weißt, dass ich die langen Spaziergänge an kühlen Herbstabenden liebe. Das ist für mich eine Erholung. Ich brauche die Natur, ich brauche die Stille, ich will einfach ich selbst sein.«

Obwohl Alma Prentiss nichts sehen konnte, nickte sie. Es hatte im Prinzip keinen Sinn, ihrer Tochter etwas auszureden. Jade würde ihren Kopf immer durchsetzen, doch als Mutter fühlte sie sich einfach verpflichtet, ihr die Sorgen mitzuteilen. Möglicherweise half es ein wenig. Dass draußen nicht alles geheuer war, davon ging sie aus. Sie hatte es nie gesehen, nur gespürt. Ihre anderen Sinne waren geschärft worden. Alma Prentiss gehörte zu den sehr sensiblen und sensitiven Menschen, die jeden Einfluss, sei er positiv oder negativ, sofort aufnahmen.

Ihr kleines Haus lag wunderschön, nahe am Wald. Das bedeutete Ruhe, keine Hektik, keinen Stress. Es war allerdings auch gefährlich, denn auch die Nacht besaß viele Augen, die das unter Kontrolle hielten, was tief im Dickicht verborgen blieb.

Das Böse eben …

Ein grauenvolles Etwas, furchtbar anzusehen, wie Alma Prentiss wusste, obwohl sie es nicht gesehen hatte. In ihren Träumen aber hatte sie es erkannt. Es war sehr groß und oval.

Sie hatte nie konkret mit ihrer Tochter darüber gesprochen, weil sie Jade nicht Angst machen wollte, an diesem Abend wollte sie es tun, denn die Gefahr hatte sich verdichtet, sie war einfach stärker geworden und würde über sie herfallen, wenn sie nicht achtgab.

Am Schleifen des Stoffs hörte Alma, wie ihre Tochter den Mantel überstreifte. Sie stand im Flur, umgeben von den Holzwänden, die bei warmem Wetter einen so natürlichen Geruch abgaben und bei kalter Witterung die Wärme im Haus hielten und schützten.

»Einen Moment noch, Kind.«

Jade wusste genau, dass sie jetzt nicht gehen konnte. Am Klang der Stimme hatte sie erkannt, dass ihre Mutter unbedingt mit ihr reden wollte. Wahrscheinlich hatte sie etwas auf dem Herzen, das sie einfach los werden musste.

Mit sehr bedächtigen Schritten betrat Jade den Wohnraum, der nach den Vorstellungen ihrer Mutter eingerichtet worden war. Er enthielt keine modernen Möbeln, sondern die Möbel, die Alma Prentiss von ihren Eltern bekommen hatte.

Das Sofa, der Schrank, der Tisch, auch die Stühle – sie alle waren für die Ewigkeit gebaut und so leicht nicht zu zertrümmern. Außerdem hatte sich Alma Prentiss an die Gegenstände gewöhnt, sie würde die Einrichtung niemals wechseln wollen.

Wie immer hatte sie ihren Platz in dem alten Schaukelstuhl gefunden, der dem TV-Gerät direkt gegenüberstand, obwohl Alma nicht sehen konnte, was sich auf dem Bildschirm abspielte. Für sie war es einfach nur wichtig, den Platz einzunehmen.

Die Frau trug ein violettes Kleid. Auf dem Stoff verteilten sich helle Punkte. Am Hals war es hochgeschlossen, über die Schultern hatte Alma eine helle Strickjacke gehängt, deren Farbe im glatten Gegensatz zu den dunklen Gläsern der Brille stand.

Das Gesicht zeigte zwar keine jugendliche Frische mehr, auch besaß das Haar nicht mehr die ursprüngliche rötlich-blonde Farbe, es hatte einen Stich ins Graue bekommen. Noch immer wirkte Alma sehr jung und auch irgendwie zerbrechlich.

»Was ist denn, Mutter?«

Alma Prentiss bewegte unruhig ihre Hände. »Das Böse ist sehr nahe, Tochter. Ich würde dir raten, sehr achtzugeben. Es hat sich entwickelt, es ist alt, jemand hat es zurückgelassen, das musst du mir glauben. Komm näher, ich möchte deine Hände umfassen.«

Jade wunderte sich. So besorgt hatte sie ihre Mutter lange nicht mehr erlebt. Sie kannte ja deren Ahnungen, sie wusste genau Bescheid, aber so wie sie jetzt redete, hatte sie schon lange nicht mehr gesprochen. Ihre Hände umfassten die Finger der Tochter, streichelten sie.

Jade stand vor ihr, sie legte den Kopf zurück, als wollte sie ihre Tochter anschauen. »Sei vorsichtig, Kind. Sei nur vorsichtig, das musst du mir versprechen.«

Jade lächelte unsicher. Bisher hatte ihre Mutter in Rätseln gesprochen, und sie wollte wissen, wovor sie sich in achtnehmen sollte.

»Vor dem Bösen, Kind …« Die Antwort war nur mehr ein Flüstern, ein Hauch, aber sehr intensiv gesprochen worden, sodass Jade einige Male nickte.

»Aber Mutter …«

»Hast du es gehört, Jade?«

»Ja, das schon, doch …«

»Widersprich bitte nicht. Ich habe das Wissen, es steckt in mir. Du musst achtgeben, Tochter. Du darfst ihm nicht zu nahe kommen, du musst ihm ausweichen, wenn es dich locken will. Das alles kann ich dir sagen, aber helfen kann ich dir nicht.«

»Das brauchst du auch nicht, Ma.«

»Doch, Kind, doch. Du kannst noch so alt werden, du bleibst immer mein Kind. Eine Mutter denkt da anders. Vielleicht wirst auch du anders denken, wenn du einmal ein Kind geboren hast. Ich kenne mich aus. Ich mag zwar alt sein, aber …«

»Bitte, Ma. Kannst du mir nicht sagen, wovor ich mich in achtnehmen soll?«

»Ich sagte doch. Vor dem …«

»Nein, nein, das ist mir zu wenig. Das Böse ist zu allgemein, verstehst du?«

»Das ist klar, Jade. Leider kann ich dir nicht helfen. Ich bin blind, ich kann nur spüren, fühlen, sehen leider nicht. Wenigstens nicht konkret, doch mein Blick reicht aus, um in andere Ebenen hineinzutasten. Da fällt mir dann auf, wie gefährlich es für dich werden kann, wenn du dich nicht an meine Weisungen hältst.«

»Ich werde sie befolgen, Mutter, das verspreche ich dir. Ich gebe schon acht, wenn ich den Wald betrete. Außerdem ist es mein Weg, den ich immer gehe. Hast du das vergessen?«

»Nein, Kind. Nur waren meine Ahnungen nie so schlimm wie an diesem Abend. Ich habe schon oft etwas gespürt. Bisher ist alles gut gelaufen …«

»Und es wird auch weiterhin gut gehen«, sagte Jade. »Das verspreche ich dir hoch und heilig.«

Alma ließ die Hände ihrer Tochter los. »Ja, ich kann dich nicht umstimmen, Kind.«

»Bis gleich.«

Alma Prentiss nickte. »Wie lange bleibst du weg?«

»Heute nur eine halbe Stunde.«

»Du musst wissen, was du tust, Jade.«

»Bis gleich.« Jade beugte sich ihrer Mutter entgegen und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Etwas beunruhigt fühlte sie sich schon, als sie durch das Zimmer schritt und auf die Haustür zuging. Die Warnungen waren nicht ohne Eindruck auf sie geblieben. Jade fühlte sich plötzlich unsicher, obwohl sie die Umgebung genau kannte, damit schloss sie den Wald auch ein. Okay, ihre Mutter hatte sie stets davor gewarnt, ihn zu betreten, wenn doch, dann sehr vorsichtig, aber so schlimm wie an diesem Abend war es noch nie gewesen.

Sie öffnete die Haustür.

Nebel war aufgekommen, und kalt war es geworden. In den höheren Lagen hatte es schon geschneit. Jade und ihre Mutter waren bisher von der weißen Pracht verschont geblieben.

Die junge Frau zog die Tür hinter sich zu. Das dabei entstehende Geräusch machte ihr plötzlich Angst. Es hatte sich ihrer Meinung nach so endgültig angehört.

»Unsinn«, sagte sie, lachte und schleuderte den Schal schwungvoll um ihren Hals.

Dann ging sie.

Das ungute Gefühl aber blieb …

*

Es hatte tagsüber zwar nicht geregnet, dennoch war der Boden feucht und weich.

Jade kannte den Weg, den sie gehen musste. Im Tageslicht hätte sie die Färbung der Blätter erkennen können, die bei einem kräftigen Gelb anfing, hinüber in ein helles Rot ging, das erst abgelöst wurde, als die Blätter ein dunkles Violett zeigten.

Wind wehte kaum. Dennoch trudelten einige Blätter zu Boden. Sie blieben auf der feuchten Oberfläche kleben und zerknirschten unter den Tritten der einsamen Spaziergängerin.

Einsam war sie tatsächlich. Jade hatte das Gefühl, das einzige Lebewesen innerhalb des Waldes zu sein. Ansonsten umgab sie nur die dumpfe Stille, die unter den Wipfeln der Bäume lastete. Sie hatte die Hände in die gefütterten Manteltaschen geschoben, den Kopf etwas gesenkt und schaute beim Gehen zu Boden, wobei sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen und über gewisse Probleme zu sinnieren, was ihr an diesem Abend leider nicht gelang. Zu tief steckte die Unruhe in ihr. Sie war wie ein Feuer, das sich festbrannte.

Jade wollte nicht direkt zugeben, dass sie die Warnungen der Mutter verrückt gemacht hatten, aber sehr weit weg wollte sie dies auch nicht schieben.

War der Wald anders als sonst?

Als der Pfad an Breite zunahm, die Bäume ein wenig in den Hintergrund traten und an den Rändern dichtem Buschwerk Platz schufen, stoppte sie ihre schlendernden Schritte, blieb stehen und schaute sich um, wobei sie sich auf der Stelle drehte und dem Knistern des Laubs unter ihren Schuhsohlen lauschte.

War diese Welt innerhalb des Waldes tatsächlich anders geworden als sonst? Hatten die Warnungen ihrer Mutter gefruchtet? Lauerte hier etwas? Hielten sich Menschen versteckt?

Das wollte Jade nicht akzeptieren. In diese Gegend verirrten sich kaum Menschen, und trotzdem hatte Almas Mutter von dem Bösen gesprochen. Wer oder was also war das Böse?

Konnte man es sehen? War es zu beschreiben, zu fassen? Besaß es eine Gestalt?

Jade wusste nichts, gar nichts. Sie erging sich in ihren Gedanken und stellte sehr bald fest, dass sie das Nachdenken über dieses Problem unruhiger machte.

Die Bäume waren kaum zu erkennen, denn sie verschwanden hinter den dünnen, grauen Tüchern, die aussahen, als wären sie mit ihren Unterseiten am Boden angehaftet worden. Sie bewegte sich, aber sie wehten nicht fort. Sie blieben genau dort, wo sie auch waren.

Tief atmete Jade durch. Die kühle Luft drang in ihre Lungen, sie hätte ihr eigentlich guttun müssen, diesmal aber war es anders. Jade empfand sie als zu kalt. Es kam ihr vor, als hätte sie Eiswürfel geschluckt.

Hing das mit ihrer Psyche zusammen? Waren es die ersten Anzeichen einer sich steigernden Furcht vor dem Unheimlichen, das sie mit Worten nicht beschreiben konnte?

Es hatte keinen Sinn, über die Warnungen der Mutter nachzudenken, sie machte sich sonst nur verrückt und würde irgendwann noch durchdrehen. Deshalb setzte sie ihren Weg fort und lauschte wieder dem Knistern der Blätter, wenn sie unter dem Druck der Schuhe zerbrachen.

Morgen früh würde der Wald ein weißes Gewand aus Rauhreif tragen.

Sie wusste, wann der Weg einen Bogen schlug und in die Richtung zurückkehrte, aus der sie gekommen war. Das war der kleine Rundkurs, den größeren wollte sie nicht nehmen, denn ihre Mutter hätte sich zu sehr gesorgt. Es waren ungefähr hundert Yards bis zu der Stelle, wo der Pfad die Kurve nach links schlug.

Auch an dieser Stelle stand das Unterholz sehr dicht beisammen und streckte seine Arme über den Weg hinweg, sodass Jade mit der Kleidung daran entlangstreifte.

Sogar das Rascheln hörte sich anders an. Viel geheimnisvoller als sonst, als säßen in den Büschen zahlreiche Geister, die sie mit ihren Stimmen begleiteten.

Einbildung, nichts als Einbildung, sagte sie sich und zurrte den Schal fester.

Bei den nächsten Schritten überkam sie das Gefühl, verfolgt zu werden. Hastig wandte sie den Kopf – und schaute ins Leere. Nur die Dunkelheit bedeckte den Wald.

Jade zwang sich zu einem Lachen. Es sollte ihr Mut machen, was allerdings nicht der Fall war. Die Unsicherheit wuchs und breitete sich in ihrem Innern aus.

Automatisch lief sie schneller, doch auch die schnelleren Schritte konnten die Furcht nicht vertreiben. Eine halbe Stunde ungefähr hatte sie fortbleiben wollen, das erschien ihr nur als viel zu lang.

Jade lief geduckt, den Kopf vorgestreckt, den Blick zu Boden gerichtet, als könnte sie dort etwas Besonderes entdecken, das für sie wichtig war.

Das helle Schimmern sah sie nicht auf dem Weg, es drang aus dem Wald, der links von ihr lag.

Jade blieb stehen. Sehr heftig hatte sie gestoppt und wäre beinahe noch ausgerutscht.

Plötzlich fühlte sich ihr Hals trocken an, als hätte jemand Sand hineingeschüttet. Der Druck kam von innen und steigerte sich, als die einsame Spaziergängerin den Kopf drehte, um dorthin zu schauen, wo das Licht seine Quelle besaß.

Es strahlte hellweiß mit einem leichten Schimmer ins Rote. Jade kannte den Wald, eigentlich jeden Flecken Erde. Sie wusste genau, wo es wilde Müllkippen gab.

Ein Licht wie dieses allerdings hatte sie auf ihren nächtlichen Spaziergängen noch nicht gesehen. Wäre es weich und schimmernd gewesen, hätte es möglicherweise in die Umgebung hineingepasst, so aber leuchtete es in einer Kälte, die sie erschreckte.

War dieses Licht das Böse, vor der ihre Mutter sie gewarnt hatte? Jade wollte es nicht glauben, weil sie sich einfach nicht vorstellen konnte, das Helligkeit etwas Böses war. Dafür war eigentlich die Dunkelheit zuständig.

Als ungewöhnlich und nicht erklärbar fand sie es auch, dass diese Lichtquelle sie anzog wie ein Magnet das Eisen. Das Fremde wollte etwas von ihr und lockte sie herbei, ohne dass es sich durch Sprechen bemerkbar machte.

Jade hatte weitergehen wollen, doch wie unter einem fremden Einfluss stehend, drehte sie sich um, verließ den Pfad und schlug sich durch das Unterholz in die dichte Tiefe des Waldes hinein, wo die helle Insel lag und sich schemenhaft ausbreitete, sodass ihre Umgebung ebenfalls diesen blassen, gespenstischen Schein bekam, bevor er sich verlief und von der Dunkelheit aufgesaugt wurde.

Ihre Knie zitterten. Sie war nervös und reagierte hektisch, als sie die Zweige zur Seite drückte, um so rasch wie möglich an ihr Ziel zu gelangen, das wie verloren auf dem Waldboden lag.

Die Faszination war geblieben und hatte sich sogar verstärkt, je näher sie kam.

Ihr Magen lag wie ein Klumpen, das Atmen bereitete ihr Mühe, der Druck auf ihren Augen ließ sich nicht fortwischen, und sie hatte das Gefühl, in Tränen ausbrechen zu müssen.

Sehr schnell überwand sie die sperrigen Hindernisse, rutschte zweimal aus, fing sich wieder, lief weiter und sah das Zentrum der Helligkeit dicht vor sich.

War es eine Lampe?

Wenn ja, hätte es auch einen Stromanschluss geben müssen, der jedoch war nicht vorhanden. Dieses Gebilde leuchtete von innen, und es sah aus wie ein Riesenei.

Jade atmete heftig, als sie einen Schritt vor dem hellen Ei stehen blieb. Wenn sie direkt dagegen schaute, wurde sie geblendet, deshalb drehte sie den Kopf zur Seite, ohne dass sie dem direkten Lichtschein entweichen konnte.

Er leuchtete gegen ihr Gesicht, gab ihr einen zugleich milchigen und zerbrechlichen Ausdruck. Ihre Haut gehörte zu denjenigen, die nie sonnenbraun wurde. Dafür war sie einfach nicht der Typ. Sie besaß ein blasses Gesicht, das zu den rötlich-blonden Haaren passte. Typen wie sie nahmen niemals eine Sommerbräune an. Durch das Licht wirkte ihr Gesicht noch feiner und zerbrechlicher. Sogar die Wangenknochen traten durch die Beleuchtung schärfer hervor, als würden sie sich wie ein Gebein unter der dünn wirkenden Haut abzeichnen.

Sie stand da wie jemand, der in eine Kirche gegangen war, um zu beten. Die Hände hatte sie übereinandergelegt.

Ihr Gesicht glich einer Maske. Nichts regte sich auf ihren Wangen, die Haut erinnerte an Papier, die Augen, eigentlich hell und bestehend aus einer Mischung zwischen Grün und Blau, sahen bei diesem bleichen Licht düster aus.

Jade dachte nach und fuhr mit der Zungenspitze über ihre Lippen. Dann traute sie sich, den Kopf zu senken und nach unten zu schauen, weil sie feststellen wollte, ob dieses ungewöhnlich große Ei auch Wärme ...

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