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John Sinclair - Folge 0660

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Totenstadt

Ratten sind die besten Überlebenskämpfer, die die Welt hervorbrachte. Und sie fühlen sich überall wohl. In Müllbergen, in Kanalisationen oder verborgen in Hochhäusern. Keine Waffe kann sie vernichten. Sie sind da, sie passen sich an, sie vermehren sich, sie fressen und werden gefressen. Und weil ihnen keine Welt zu fremd oder zu schäbig ist, bevölkern sie sogar die Totenstadt

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Die Totenstadt

Auch wenn die Sonne am höchsten stand, schaffte sie es nicht, ihr blendendes Licht auf die Stadt zu schicken und sie zu erleuchten. Zu dicht war die Wolke aus Rauch und Staub, die über dem Gelände lagerte. Selbst der Wind kämpfte vergebens dagegen an.

Es war eine Stätte des Todes, der Leichen, des Moders und der verwesenden Körper. Graue Bauten, viele verfallen, nur mehr aus Trümmern bestehend, lebensfeindlich, unbewohnbar für einen normalen Menschen und dennoch von einem Leben erfüllt, das diesen Namen im Prinzip nicht verdiente.

Es waren Ausgeburten des Grauens, Abschaum der Hölle, Mutationen, wie sie schrecklicher nicht sein konnten. Leben, das sich auf zwei Beinen bewegte und trotzdem keines war.

Diese Welt war leer, öde, tot …

Es gab nichts Grünes. Da wuchs kein Baum, kein Strauch, nicht ein Grashalm, die Öde war furchtbar, und die Leichen stanken buchstäblich zum Himmel.

Und doch gab es Bewegungen in dieser Öde. Nicht immer und sofort erkennbar, mehr heimlich und schattengleich. In Bodenhöhe huschten sie durch den Staub, immer bereit, eine neue Nahrung zu finden, um auch den nächsten Tag überleben zu können.

Ratten!

Keine normalen Tiere, wie sie in der Nähe von Menschen oder in Abwasserkanälen vorkamen. Diese hier waren anders, grauer, widerlicher und fetter. Dies allerdings nicht im Sinne von wohlgenährt. Die Körper dieser Ratten wirkten wie aufgepumpt und waren an manchen Stellen sogar aufgeplatzt, wobei aus den Löchern die dicken, geschwürähnlichen Massen hervorquollen und sich auf dem Fell verteilt hatten.

Wie immer waren sie die Herren. Wenn alles vernichtet war, lebten sie noch weiter.

Es stimmte nicht ganz, denn auch die Ratten besaßen in dieser Welt Feinde.

Einer von ihnen lauerte hinter einem großen, kantigen Trümmerstück. Eine hochgewachsene Gestalt, bleigrau wie der Staub, versehen mit einem Gesicht, in dem sich kein Leben regte, und das aussah, als wäre Teig mit Asche gepudert worden.

Eine Abart des Menschen, eine Vision des Schreckens und einfach furchtbar.

Die Gestalt wirkte platt, flach. In den Höhlen lagen Augen ohne Ausdruck. Sie sahen aus wie die Oberfläche schmutziger Teiche. Aus dem rechten Auge war eine gelbliche Flüssigkeit hervorgedrungen und auf dem Weg zum rissigen Mund hin auf der Wange eingetrocknet. Die Haare wirkten wie verschmutztes Garn. Schuhe trug die Gestalt nicht. Am linken Fuß fehlten zwei Zehen. Sie waren nur mehr als Stümpfe vorhanden.

Die Ratte ahnte nichts. Sie hatte sich aus einem Spalt hervorgedrückt. Der Hunger war einfach zu groß geworden. Jetzt suchte sie einen Artgenossen, der stärker war als sie.

Von der Gestalt sah sie nichts. Sie stand da und wartete ab. Die Ratte würde in seine Nähe kommen, das stand fest. Auch sie sah anders aus. Der Kopf besaß eine im Verhältnis zum Körper ungewöhnliche Größe. Die Schnauze stand schief, die Beine besaßen eine unterschiedliche Länge, aus diesem Grunde lief sie schaukelnd.

Sie näherte sich dem Versteck innerhalb kurzer Zeit, und durch die Gestalt ging ein Ruck. Sie bewegte noch den Kopf, dann stürzte sie plötzlich vor.

Es war kein Laufen, sie ließ sich kurzerhand fallen und fiel der Rattenmutation entgegen.

Ein Schlag mit der flachen Hand, dann hielt die Gestalt die Ratte fest. Sie zappelte noch, aber die Gestalt kannte kein Pardon. Und auch die andere Hand schlug gegen den Körper, bekam sie am hinteren Ende zu fassen, drehte sie jetzt zwischen den Händen und riss sie mit einem heftigen Ruck auseinander.

Das Blut spritzte nach allen Seiten. Durch den heftigen Ruck spannten sich die Arme der Gestalt, einige Tropfen hatten ihr Gesicht erwischt und blieben dort wie Farbtupfer kleben. Aus dem Maul tanzte die Zunge und wischte sie weg. Der Mund aber blieb offen, damit er die eine Hälfte der Ratte aufnehmen konnte. In der linken Hand hielt die Gestalt die zweite Hälfte, bevor sie sich umdrehte und schmatzend kaute.

Danach fraß sie die zweite Hälfte der Ratte. Erst als auch diese verschluckt war, drehte sich die Gestalt mit dem tumben Gesichtsausdruck um, eine Hand näherte sich den Lippen und wischte mit einer fahrig anmutenden Bewegung die dort noch klebenden Reste weg.

Erst dann war die Gestalt zufrieden. Sie ging schwankend zurück, bis sie den Felsen erreicht hatte, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und war zufrieden.

Sehr gemächlich hob sie den Kopf und schaute gegen den über dem Gelände stehenden Dunst. Darin malten sich die Umrisse zweier hoher Bauten ab, Hochhäuser, mit glatten, toten Fassaden, die allerdings an der Frontseite Risse zeigten, als wären sie von einem Erdbeben mitgenommen worden. Fenster gab es noch immer, nur fehlte das Glas. Es war längst herausgefallen und zwischen den Trümmern gelandet.

Die Gestalt drehte den Kopf. Sie suchte mit ihrem Glotzblick nach weiteren Opfern, denn satt war sie noch längst nicht.

Es gab nichts zu sehen. Niemand bewegte sich in ihrer unmittelbaren Nähe. Überhaupt unterbrachen keine Geräusche die jetzt drückende Stille. Dann setzte sich die Gestalt mit schlurfenden Schritten in Bewegung und ging einfach weg.

Ziellos wanderte sie durch die tote Landschaft. Oft genug wallte Staub hoch, wenn die Füße nicht hoch genug angehoben wurden. Er trieb wolkengleich vor ihr her und legte sich nur sehr gemächlich wieder auf den Boden zurück.

Und doch hatte die Gestalt ein Ziel. Es war dieses hohe Haus mit seiner tristen Fassade. Gegen das Ende schien noch die Sonne, aber der Staub war so dicht, dass er die Strahlen verschluckte.

Es hatte wohl Zeiten gegeben, da war der Eingang frei gewesen. Jetzt nicht mehr. Die Trümmer anderer Bauten häuften sich dort an und bildeten ein Hindernis.

Die Gestalt überkletterte es. Zweimal stolperte sie dabei, fiel mit dem Gesicht auf die Trümmer, was ihr nichts ausmachte, denn sie verspürte keine Schmerzen.

Die Reihe der Fenster zog sich bis in die Tiefe. Hinter einem der Vierecke erschien plötzlich ein Gesicht. Es sah ähnlich aus wie das der draußen stehenden Gestalt.

Grau, ohne Ausdruck, aufgedunsen. Nur für einen Moment war es zu sehen, dann tauchte es wieder weg.

Die breite Eingangstür des Hauses gab es ebenfalls nicht. Der Zombie konnte in das Gebäude gehen und in der Halle stehen bleiben, wo zwei offene Rechtecke an der linken Seite zu sehen waren.

Die Liftschächte, die erst tief im Keller endeten. Türen waren längst nicht mehr vorhanden. Irgendeine Kraft hatte sie kurzerhand aus der Verankerung gerissen.

Vor einer der Türen blieb die Gestalt stehen. Sie breitete die Arme aus, um sich an der Wand abstützen zu können. Dann beugte sie den Kopf vor, denn nur so konnte sie in die Tiefe schauen.

Sie sah nichts, sie hörte es nur.

Die Geräusche waren typisch und klangen zu ihr hoch. Ein Rascheln und Trappeln, Schmatzen und Kratzen. So bewegten sich allein die Ratten. Dort unten hatten sie ihr Versteck, da sammelten sie sich. In diesen feuchten Kellern fühlten sie sich wohl.

Der Zombie schüttelte den Kopf. Es sah aus, als würde er sich ärgern, weil er den Weg nach unten nicht finden konnte. Er glotzte nur in die Tiefe, er verspürte den Drang, zwischen die mutierten Nager zu springen und sie zu zerreißen, doch die Wände des Schachts waren einfach zu glatt, um in die Höhe klettern zu können.

In seinem Hirn tobte die Gier. Etwas anderes kannte die Gestalt nicht. Nur Gier und Fressen.

Bekam er die Ratten, war es um sie geschehen, doch auch er selbst hatte Feinde.

Einer lauerte schon!

Lautlos hatte er sich angeschlichen und war geduckt über die Trümmer vor dem Eingang geklettert. Noch ein langer Schritt, dann hatte er es endlich geschafft.

Er richtete sich auf.

Der Zombie bemerkte nichts, er starrte hinab in den Schacht. Aber der andere hatte ihn gesehen. Und er hob den Gegenstand an, den er in seiner rechten Hand trug.

Es war eines dieser kurzläufigen Action- und Schnellfeuergewehre, die innerhalb von Sekunden furchtbaren Schaden anrichten konnten.

Die Mündung richtete der andere auf den Kopf des Zombies. Er unterschied sich nicht nur wegen seiner normalen, geschmeidigen Bewegungen von der tumben Gestalt, er war auch sonst anders gekleidet. In dunkles, enges Leder eingepackt, ohne allerdings sein Gesicht zu zeigen, denn es wurde von einer schwarzen Stoffkapuze bedeckt.

Durch Augenschlitze konnte er sehen und alles beobachten. Noch schoss er nicht, er visierte nur, bis unter der Kapuze ein zischendes Geräusch hervordrang.

Zuerst reagierte der Zombie nicht. Beim zweiten Aufklingen des Geräuschs blieb er starr stehen, bevor er sich abstemmte und sich noch in der Bewegung drehte.

Das genau hatte der Mann mit der Waffe gewollt. Er lachte unter der Maske auf, wartete so lange, bis ihn der Zombie anschauen konnte und drückte dann ab.

Zum ersten Mal zerriss ein lautes Geräusch die Stille. Das hässliche Rattern erfolgte, und vor der Mündung des Gewehres blitzten fahle Lichter, als die Kugeln die Waffe verließen und in den Körper der untoten Gestalt hämmerten, die plötzlich keinen Kopf mehr besaß.

Die Gewalt der Einschläge trieb das Wesen in den Schacht hinein. Sie peitschte den Körper bis gegen die Wand, bevor er in die Tiefe raste und auf dem Grund aufschlug. Es war ein Festmahl für die Ratten, die auf eine ähnliche Beute nur gewartet hatten und sich gierig auf das Fleisch des Untoten warfen, wobei ihre harten Zähne wie kleine Sägen zu Werke gingen.

Der Maskierte ließ die Waffe sinken, bevor er weiterging und erst am Rand des Schachts stehen blieb. Er schaute in die Tiefe, ohne etwas erkennen zu können. Nur die widerlichen Geräusche klangen an den glatten Schachtwänden zu ihm hoch.

Er war zufrieden. Die Waffe so haltend, dass die Mündung nach oben wies, drehte er sich um. Er blieb stehen, und es sah so aus, als wollte er mit der freien Hand sich die Kapuze vom Kopf reißen, was er aber bleiben ließ.

Er schaute sich um, dann verließ er das kahle Haus und trat hinein in die alte, verrottete Gegend, die er mit langsamen Schritten durchwanderte.

Das hier war nicht seine Welt. Er hasste sie, doch er war gezwungen, sich hier zu bewegen. Immer und immer wieder. Der alte Fluch ließ sich nicht löschen.

Als er ging, sah er nicht so aus, als wäre auch er ein lebender Toter. Seine Bewegungen waren normal, geschmeidig, wie die eines Kämpfers, der genau weiß, was er vorhat.

Es zeigte sich niemand. Keiner griff ihn an. Wenn sich noch Zombies verborgen hielten, dann wussten sie genau, dass sie gegen diese Person nicht ankamen.

Der Mann mit der Kapuze kletterte auf einen Trümmerhügel. Er ging mit langen Schritten, blieb auf der höchsten Stelle des künstlichen Berges stehen und schaute auf die tote Stadt zu seinen Füßen.

Staub, ein Dahinsiechen, Leichengeruch, das alles kam zusammen. Die Augen des Maskierten schauten auf eine Apokalypse, wie man sie nur von bedrückenden Albträumen her kannte. Sie sah so aus, als wären sämtliche Warnungen der Mahner eingetroffen.

Die Welt am Abgrund, der große Run der Apokalypse, denn hier regierte der Tod …

*

Das Bild auf der Leinwand erlosch, und damit verschwand auch der Maskierte.

Es wurde dunkel im Vorführraum, und nur das Atmen der dort sitzenden Personen war zu hören.

Aus drei Personen setzten sich die Zuschauer zusammen. Sir James Powell, Suko und mir. Wir hatten uns den Film gemeinsam angesehen, und ich muss gestehen, dass es mir nach dessen Anblick nicht eben wohler geworden war. Im Gegenteil, der Druck saß im Hals, ich hätte ihn gern mit einem Schluck Wasser fortgespült.

»Sir, brauchen Sie mich noch?« Ein Techniker rief es aus dem Hintergrund.

»Nein, Sie können gehen. Bitte sorgen Sie für Licht!«

»Natürlich.«

Sekunden später war es hell geworden. Ich wusste zwar nicht, wie ich aussah, rechnete jedoch damit, dass mein Gesicht kaum eine andere Farbe zeigte als das von Sir Powell oder Suko.

Stickig war die Luft. So ähnlich musste sie auch in der Welt gewesen sein, die als Film vor unseren Augen abgelaufen war. Nicht auf dem Video-Recorder, dafür auf einer Leinwand, wie man sie früher gehabt hatte.

»Möchten Sie bleiben, oder gehen wir in mein Büro?«, erkundigte sich der Superintendent.

»Ich muss einen Schluck trinken, Sir.«

»Okay, John, gehen wir.«

Auch Suko stand auf und schob seinen Stuhl zurück. Er sah nicht eben glücklich aus, das war ich auch nicht, denn bisher hatte Sir James mit einer Erklärung hinter dem Berg gehalten und davon gesprochen, dass er uns einen Film zeigen wollte.

Ich fühlte mich wieder fit. Einen Tag war ich im Krankenhaus geblieben, eine Etage über Glenda Perkins, die auch weiterhin auf der Intensivstation liegen musste, denn so gut ging es ihr noch nicht, als dass sie in ein normales Zimmer hätte verlegt werden können. Die Ärzte waren guter Hoffnung, ich ebenfalls, wo es mir gelungen war, eine gewaltige Gefahr von ihr abzuwenden, denn Siras Astralleib existierte ebenfalls nicht mehr. Er war vernichtet worden.

Ich folgte unserem Chef, der ziemlich schnell ging und hörte hinter mir Sukos geflüsterte Frage. »War es ein Film oder Wirklichkeit, Alter?«

»Ich tippe auf die zweite Möglichkeit.«

»Das glaube ich auch. Zombies, ein Maskierter. Das riecht nach einem sehr faulen Kuckucksei.«

»Glaube ich auch.«

Sir James gab keinen Kommentar ab. Auch nicht im Lift, der uns in die Höhe brachte. Ich versuchte, in seinem Gesicht etwas über die Gedanken zu lesen, was mir schwerfiel, denn Sir James gab durch keine Regung zu verstehen, mit welchen Problemen er sich innerlich beschäftigte.

In sein Büro gingen Suko und er. Ich holte aus dem Automaten Wasser. Und zwei große Becher, denn ich musste einfach den bitteren Geschmack in meiner Kehle wegbekommen.

Die letzten Fälle waren nicht gerade erholsam gewesen. Es ging ja nicht nur um Glendas Genesung, die nach wie vor auf der Kippe stand, es ging auch um Nadine Berger und um das Palmblatt, das wir aus Indien mitgebracht hatten. Darauf war das Schicksal der Vampirin zu lesen. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft, und gerade diese interessierte uns am meisten.

Ein Blutsauger mit Zukunft. Als was? Vampir oder wieder als Rückverwandelter?

Bisher hatten wir keine Person gefunden, die in der Lage war, die Schriftzeichen auf dem Blatt zu entziffern. Außerdem hatte Sira es geschafft, dies zu vereiteln. Sie wollte auf keinen Fall, dass wir eine Spur fanden. Aus welchen Motiven dies geschah, war mir unklar.

Ob der neue Fall allerdings mit dem alten in einem Zusammenhang stand, wusste ich auch nicht. Jedenfalls hatte sich Sir James ziemlich geheimnisvoll benommen, uns in den Vorführraum geführt und nur erklärt, dass wir uns den Film anschauen sollten.

Suko erwartete mich an der Tür und nahm mir einen Becher ab. In seinen Augen stand die gleiche Frage, die auch mich quälte, und ich konnte nur die Schultern heben.

»Keine Meinung, John?«

»Doch.«

»Sag sie!«

Er hatte ein sehr ernstes Gesicht aufgesetzt. Ich rechnete damit, dass wir gleich dachten. »Okay, Alter, ich will es dir sagen. Ich habe eine Meinung und glaube nicht, dass wir einen Spielfilm gesehen haben. Das erschien mir verdammt dokumentarisch.« Ich nahm den ersten Schluck und ließ das Wasser in Richtung Magen fließen, wo es anfing zu kribbeln.

»Leider. Dabei hatte ich angenommen, dass wir ein bestimmtes Thema hinter uns gebracht hätten.«

»Was meinst du damit?«

»Zombies, John.«

Ich lachte und winkte ab. »Die wirst du nie los. Auf irgendeine Art und Weise sind alle Schwarzblütler Zombies für mich. Wir müssen es nehmen, wie es kommt.«

Sir James saß hinter dem Schreibtisch. Wie immer eigentlich, nur sah er an diesem Morgen besonders nachdenklich aus. Er schaute auf die Tischplatte, seine Stirn hatte sich in Falten gelegt, der Blick schien einem Fremden zu gehören.

Auf unseren üblichen Stühlen nahmen wir Platz. Ich leerte den Becher und warf ihn zielsicher in einen Papierkorb.

»An was denken Sie?«, fragte Sir James.

Suko gab die Antwort. »Ob es Film war oder nicht.«

»Schlecht ausgedrückt. Es waren gefilmte Tatsachen, mit denen Sie sich bald zu beschäftigen haben.«

»Das dachten wir uns.«

Sir James lehnte sich zurück. Er schaute gegen das Fenster. Das Sonnenlicht hatte die Scheibe sehr hell gemacht. Überhaupt erlebten wir Temperaturen, die man einfach als überhöht oder furchtbar bezeichnen musste. Warmer Sommer plötzlich im Oktober, das war schon der reine Wahnsinn oder eine Folge des Ozonlochs.

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