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John Sinclair - Folge 0648

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Tod, der Ninja und ich

Der Anruf erwischte mich am späten Abend, und die Stimme riss augenblicklich die Trägheit aus meinen Gliedern. »John, der Tod ist unterwegs nach London!«

»Wieso  … wie  …?«, stammelte ich.

»Der Tod, John!«

»Dann komm du und hilf!«

»Kann nicht, John!« Die Verbindung brach ab.

Ich schwitzte plötzlich, die Gedanken rasten. Der Anrufer war kein Spinner gewesen, sondern ein Mann, der seit einiger Zeit spurlos verschwunden war.

Yakup Yalcinkaya!

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Der Tod, der Ninja und ich

An diesem Morgen schmeckte Captain Hamer der Kaffee bitter, obwohl er ihn gesüßt hatte. Die Strahlen der Sonne kamen ihm zu grell und blendend vor. Er spürte in seinem Innern eine Kälte wie selten und dachte an seine Frau, die mit den beiden Kindern nach Italien in Urlaub gefahren war.

Er aber hockte in seinem verdammten Büro, starrte ins Leere, ärgerte sich, weil der Job einmal mehr in sein Privatleben eingegriffen hatte, zündete sich eine Zigarette an, die nach Stroh schmeckte und er augenblicklich wieder ausdrückte.

Ein verfluchter Tag würde das werden, daran gab es nichts zu rütteln. Das hatte er im Gefühl. Und nicht nur ein verfluchter Tag von der Hitze her, auch der Job lag ihm im Magen, und das hing damit zusammen, dass ihm die Verantwortung übertragen worden war. Die Verantwortung für eine Fracht, die in fast zwei Stunden auf dem Londoner Airport Heathrow aus Asien eintreffen sollte.

Es ging um einen Sarg!

Nicht um irgendeinen, nein, dieser Sarg barg einen bestimmten Inhalt – eine Leiche.

Man nannte das Überführung, und Captain Hamer war für diese Dinge verantwortlich. Er leitete einen bestimmten Sicherheitsbereich innerhalb des Airports. Ein für den Normalbürger nicht zugängliches Areal, wo Güter gelagert wurden, die man als brisant und gefährlich bezeichnen musste.

Das konnte sich um Waren handeln, die die Umwelt belasteten, aber auch um Särge. Der Tote war von einer Gruppe nach London geholt worden, die Macht und Einfluss besaß, sonst hätte man die Leiche irgendwo in Asien verscharrt.

Aber nein, der Tote wurde nach London gebracht, um ihn hier zur letzten Ruhe zu betten.

Er hatte nach den Gründen gefragt und von seinem Chef als Antwort ein Schulterzucken erhalten. Anschließend ein Grinsen und danach die Bemerkung: »Es ist Ihr Job!«

Jetzt wartete er. Große Sicherheitsvorkehrungen waren nicht getroffen worden. Der Sarg sollte nach der Entladung nur an eine bestimmte Stelle im Sicherheitsbereich gebracht und dort zunächst aufbewahrt werden. Das war alles.

Hamer gab zu, schon heißere Fälle geschaukelt zu haben, aber dieses verdammte Gefühl wollte ihn einfach nicht loslassen. Das war die Erfahrung der langen Jahre, und er konnte nicht mehr hinter seinem Schreibtisch sitzen.

Er stand auf. Vor dem Fenster blieb er stehen. Hamer atmete tief durch und schaute aufs Rollfeld. Die schweren Maschinen bewegten sich am Himmel wie glitzernde Vögel. Sie schienen größer zu werden, bevor sie ächzend aufsetzten. Das faszinierte ihn noch immer.

Als es klopfte, drehte er sich um. Elaine, seine Sekretärin, betrat das Büro. Ihr bleiches Haar hatte sie hochgesteckt, das Lächeln wirkte etwas verzerrt, die Postmappe schien ihr zu schwer zu sein. Auch sie litt unter der Hitze.

»Ist viel gekommen?«

»Nein, Sir, das Übliche.« Sie legte die Mappe auf den Schreibtisch. Die gelbe Leinenbluse zeigte Knitterfalten. »Ist sonst noch etwas?«

Hamer schüttelte den Kopf. »Nein.«

»Bis auf den Sarg, nicht?«

Beim Setzen winkte er ab. »Erinnern Sie mich nicht daran, Elaine, sonst kriege ich die Wut.«

Sie lachte leise. »Wer kriegt die bei diesem Wetter nicht, Sir.«

»Die Urlauber.«

»Wir sind auch noch dran.«

»Klar, wenn es regnet.«

Sie hob die Schultern und stöckelte davon. Hamer schaute ihr nach. Wie immer bewegte sie ihren Hintern. Ob bewusst oder nicht, das hatte er bisher noch nicht herausgefunden. Elaine war nicht verheiratet; sie gehörte zu den Frauen, die man als überreif bezeichnen konnte, aber Hamer war das egal.

Er streckte die Beine aus und strich über das dunkle Haar. Dann schlug er die Mappe auf.

Es war tatsächlich nur das Übliche. Einige Laufzettel, Informationen, die er haben musste, keine Briefe, keine Beschwerden, das Leben konnte eigentlich schön sein.

Wäre da nicht dieses verdammte Gefühl gewesen, dieser neue Transport, der Sarg mit seinem Inhalt. Für seinen Geschmack roch das nach Ärger. Als das Telefon summte, wusste er genau, ohne zuvor abgehoben zu haben, dass sich der Anruf darum drehen würde.

Er meldete sich mit einem knappen »Ja bitte.«

Eine Frau sprach mit ihm. »Sind Sie Captain Hamer?«

»Ja.«

»Und Sie erwarten eine bestimmte Ladung aus Asien …?«

Hamer schaltete auf Alarm. »In der Tat. Nur wüsste ich nicht, was Sie das angeht. Wer sind Sie?«

»Mein Name tut nichts zur Sache.«

»Tatsächlich?«

»Ich möchte Sie wirklich nur warnen. Nicht alles, was tot ist, ist auch wirklich tot.«

Hamer war nicht so leicht aus dem Konzept zu bringen, wenn es um bestimmte Dinge ging, jetzt aber hatte er Mühe, seine Fassung zu bewahren. Was ihm die Frau da erzählte, war mehr, als man einem Menschen am frühen Morgen zumuten konnte. Das hörte sich ja hirnrissig und verrückt an, aber Hamer glaubte seltsamerweise nicht daran, dass es auch verrückt war. Dazu hatte die Stimme der Anruferin einfach zu ernst geklungen. Die machte ihm bestimmt nichts vor.

»Sind Sie noch dran, Captain?«

»Ja, das bin ich.«

»Haben Sie meine Worte gehört?«

»Natürlich.«

»Und werden Sie sich danach richten?«

Hamer lachte. Das Geräusch kam ihm fremd vor. »Ich will mich nicht hervortun, aber ich glaube fest daran, dass das, was Sie mir gesagt haben, großer Unsinn ist.«

»Meinen Sie?«

»Ja.«

»Da bin ich anderer Ansicht, Mr. Hamer. Nehmen Sie meine Worte auf keinen Fall auf die leichte Schulter. Noch einmal. Nicht alles, was auch tot aussieht, ist auch tot.«

»Hören Sie, das sind doch Märchen.«

»Leider nein.«

»Und was haben Sie vor? Mich einfach zu warnen, kann doch nicht alles gewesen sein.«

»Es reicht.«

»Was soll ich denn tun?«

»Sie werden den Sarg ausladen, ihn irgendwohin bringen. Wo, das wissen Sie besser als ich. Aber Sie werden die Totenkiste auf keinen Fall öffnen, ist das klar?«

»Ja, ich habe verstanden.«

»Auch begriffen?«

»Gibt es da einen Unterschied?«

Die Frau lachte sehr leise. »In diesem Fall bestimmt, Mr. Hamer. Also, den Sarg nicht öffnen.«

»Aber das Ding wird abgeholt.«

»Das ist mir bekannt, Sir.«

»Nun ja, dann …«

»Warten Sie, Hamer.« Die Stimme bekam einen beschwörenden Klang. »Sie werden nur warten. Wenn ich es eben ermöglichen kann, werde ich zu Ihnen kommen.«

»Dann öffnen Sie den Sarg?«

»Das ist möglich.«

Hamer räusperte sich. »Sorry, Madam, aber ich komme da nicht mit. Ich habe hier die Verantwortung, verstehen Sie?«

»Deshalb habe ich mich an Sie gewendet. Wenn Sie nicht mitspielen, wer dann? Denken Sie daran. Asien kann noch so industrialisiert sein und an manchen Flecken dem puren Kapitalismus frönen, aber gewisse Mythen und Traditionen überleben. Da bleibt dieser Kontinent noch immer sehr, sehr geheimnisvoll.«

»Schön, Madam. Wir werden uns dann wohl sehen.«

»Das hoffe ich.«

Nach dieser Antwort war das Gespräch beendet. Hamer schaute noch gegen den Hörer, schüttelte den Kopf, räusperte sich, wollte lachen, aber die Kehle war irgendwo zu. Mehr als ein Krächzen drang nicht über seine Lippen.

Er kam da nicht mehr zurecht. Wollte ihn die Anruferin nun auf den Arm nehmen, oder steckte mehr hinter dieser ungewöhnlichen Fracht? Er kannte nicht einmal den Namen der Frau. Irgendwas braute sich da zusammen.

Er stand auf, reckte sich und verließ sein Büro. Elaine saß vor ihrer Maschine und betupfte ihre nackten Arme mit einem Frischhaltetuch. Als sie ihren Chef sah, hörte sie auf.

Der blieb neben ihr stehen. An seinem Gesicht erkannte die Frau, dass etwas geschehen sein musste. »Was ist, Sir?«

Hamer kam sich blöd vor, aber er musste die Frage einfach stellen. »Sagen Sie mal, Elaine. Wenn jemand tot ist, dann ist er doch tot. Oder irre ich mich da?«

Ihre Augen weiteten sich. Sie sah aus wie jemand, der den anderen für verrückt hielt, aber dies nicht auszusprechen wagte. Das Erfrischungstuch blieb auf ihrem Unterarm liegen. »Wissen Sie, Mr. Hamer, ich habe nicht ganz verstanden …«

»Doch, das haben Sie.«

»Nun ja, aber …«

»Also, von vorn. Wenn jemand tot ist, dann ist er tot. Egal, ob es sich dabei um einen Mensch, eine Katze oder um eine Maus handelt. Sehe ich das richtig?«

Sie nickte. »Davon gehe ich einmal aus.«

»Schön. Aber vorhin bekam ich den Anruf einer Frau, die mir erklärte, dass das Tote nicht tot sein soll.«

»Äh …«

»Ja, Elaine.«

Sie holte tief Luft. »Dann … dann muss das Tote noch am Leben sein?«, fragte sie.

»So ähnlich.«

Sie lachte zweimal, bevor sie ihre Hand auf den Mund legte. »Entschuldigung, Sir.« Ihre Stimme klang dumpf. »Aber das kann ich nicht glauben.«

»Ich auch nicht, Elaine. Dennoch hat es die andere Person steif und fest behauptet.«

Die Sekretärin überlegte. Sie schaute dabei auf ihren Bildschirm, als würde dort die Lösung stehen. »Hängt der Anruf möglicherweise mit der Fracht zusammen, die wir erwarten?«

»Genau. Mit dem Sarg und dessen Inhalt.«

»Der dann nicht tot sein soll?«

»Richtig, Elaine.«

Sie hob die Schultern. »Sorry, da komme ich nicht mit. Mal ehrlich, Sir. Glauben Sie denn daran, was Ihnen die Frau gesagt hat?«

Hamer runzelte die Stirn. »Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich glauben soll. Ich stehe völlig auf dem Schlauch.«

»Und Ihr Gefühl, Sir, von dem Sie mir heute berichteten?«

»Sagt mir, dass ich vorsichtig sein muss.«

»Dann tun Sie es, Sir!«

*

Die Maschine war gelandet, von den Passagieren verlassen worden, und erst dann wurde der Sarg ausgeladen.

Man hatte ihn zusätzlich in einer großen Kiste versteckt, die verplompt worden war. Ein Gabelstapler fuhr heran. Seine schweren Zinken fuhren unter die Kiste und transportierten sie unter den Augen der Bewacher einer Halle entgegen, in der die Dinge aufbewahrt wurden, die für die Augen der Öffentlichkeit und auch für die des meisten Personals nicht zugänglich war.

Captain Hamer überwachte den Transport. Eine dunkle Brille schützte seine Augen. Das Gesicht des Mannes zeigte Anspannung, er wartete auf ein Ereignis, aber zu seiner Überraschung ging alles glatt. Der Gabelstapler schaffte die Fracht in die dafür vorgesehene Halle, ohne dass etwas passierte.

Hamer atmete auf. Er betrat die Halle als letzter, schaute seinen Leuten zu, die sich wieder zurückzogen, und erklärte ihnen, dass er noch bleiben würde.

»Dann schließen wir nicht ab, Sir?«

»Nein.«

»Und die Bewachung?«

Hamer überlegte. Er hatte einige Leute abgestellt, die die Halle umstellen sollten. »Sie bleibt.«

»Auch bei den Kühlhäusern?«

»Nein, nur hier. Sie können die Hälfte der Männer abziehen. Die Kühlhäuser lassen wir außen vor.«

Sie reihten sich direkt an die Halle. Dort wurde importiertes Fleisch so lange aufbewahrt, bis der Veterinärmediziner es nach einer Untersuchung freigegeben hatte. Zumeist stammte es von Kängurus aus Australien.

Hamer schaute zu, wie sich die Tür hinter seinem Mitarbeiter schloss. Dann erst trat er an die Kiste heran, die den weiten Weg von Japan aus zurückgelegt hatte.

Die Deckenstrahler verbreiteten ein kaltes, schattenloses Licht. Wie eine helle Insel füllte es die Halle aus. Hamer kannte sich aus, er war der Chef dieser Sektion. Trotzdem fühlte er sich in diesen Momenten sehr unsicher. Er wusste selbst nicht, woher das Gefühl rührte. Möglicherweise lag es an dieser außergewöhnlichen Fracht, die hier zwischengelagert werden sollte.

Irgendwelche Fremden wollten die Kiste abholen. Namen aber kannte er leider nicht.

Die Fracht reizte ihn. Besonders die Hülle, die den Sarg umgab. Eine simple Kiste, aus einfachen Brettern zusammengenagelt, kein Problem, sie zu entfernen.

Werkzeug lag auch bereit. Das wiederum stachelte Hamers Neugierde an. Er wollte wissen, ob die Anruferin die Wahrheit gesagt hatte. Mit einem Stemmeisen in der Hand näherte er sich der Kiste, suchte nach einem Spalt und setzte das Stemmeisen an.

Viel Kraft brauchte er nicht, bis er es zum ersten Mal knirschen hörte. Sehr rasch brachen die Bretter. Holzteile umwirbelten ihn. Er machte weiter, geriet noch stärker ins Schwitzen und freute sich, wenn er wieder Platz geschaffen hatte.

Die letzten Bretter bog er mit den Händen zur Seite. Helle Nägel schnellten hervor wie stählerne Finger. Hamer trat die Reste zur Seite und schaute auf den Gegenstand, den die Kiste bisher verborgen gehalten hatte.

Es war tatsächlich ein Sarg!

Nicht dass Hamer Furcht vor einem Sarg gehabt hätte, dieser hier war schon etwas Besonderes. Er bestand aus edlem Tropenholz – Mahagoni – und sah sehr kostbar aus, was auch an den Bronzegriffen und Beschlägen liegen konnte, die den Sarg verzierten. Wer sich einen derartigen Sarg leisten konnte, gehörte nicht zu den ärmsten Personen.

Dass er verschlossen war, stand fest. Hamer prüfte es auch nicht erst nach. Er umschritt den Sarg, schaute ihn dabei an, als wollte er nach einem Fehler suchen.

Der aber war nicht vorhanden. Man hatte ihn gesichert. Wieder dachte er an die Worte der Anruferin. Sie hatte davon berichtet, dass nicht alles tot war, was man als tot ansah.

Auch die Leiche im Sarg nicht?

Dass man keinen leeren Sarg von Japan nach London schaffte, stand für den Mann fest. In ihm musste sich jemand befinden, der zu den außergewöhnlichen Toten gehörte.

Die Neugierde drängte in Hamer hoch. Er dachte darüber nach, den Sarg einfach zu öffnen. Die Plombe hatte er ebenfalls schon gelöst. Da würde es kaum etwas ausmachen, wenn er den Deckel abhob und einen Blick riskierte.

Überleben konnte ein Mensch in einem derartigen Gefängnis nicht. Der wäre erstickt. Es sei denn, man rüstete ihn mit Luft und Sauerstoff aus, dann sah die Sache schon anders aus.

Hatte die Anruferin das gemeint?

Hamer dachte scharf nach. Sein Verstand arbeitete präzise. Er war der Sicherheitschef für diesen Teil des Flughafens. Er wusste auch, dass sich Verbrecher immer neue Möglichkeiten einfallen ließen, um bestimmte Waren zu transportieren.

Natürlich dachte der Captain sofort an Drogen. Kokain, Heroin, das alles gehörte dazu.

Die andere Seite war sehr kreativ. Sie fand immer wieder neue Möglichkeiten.

Hamer beugte sich vor. Er presste sein rechtes Ohr auf den Sargdeckel. Wenn sich unter ihm etwas bewegte, würde er es hören müssen. Aber da tat sich nichts.

Zulassen oder öffnen?

Der Captain steckte in einer Zwickmühle. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Der Schweiß auf seiner Stirn lag dort nicht nur wegen der drückenden Temperaturen.

Seine Leute wollte er nicht mit in den Fall hineinziehen, den nahm er auf die eigene Kappe. Bevor er seine Tat anging, schaute er auf die geschlossene Tür, die zum Kühlhaus führte. Dieser Komplex schloss sich direkt an die Lagerhalle an.

Den Sarg wollte er nicht unbedingt zerstören. Er untersuchte die Schlösser und stellte fest, dass sie sich eigentlich normal öffnen ließen. Sie waren nicht extra gesichert. Durch Hebelgriffe konnte er sie aufbekommen.

Nicht schlecht.

Hamer begann mit der Arbeit. Leicht ging sie ihm von der Hand. Innerhalb weniger Sekunden hatte er die vier Griffe hochgehebelt. Jetzt brauchte er nur den Deckel abzuheben.

Er fasste ihn vorsichtig an, als fürchtete er sich davor, etwas zu zerstören.

Ein saugendes Geräusch entstand, als er den schweren Sargdeckel hochzerrte. Er stellte das Oberteil zur Seite, ging selbst wieder zurück – und blieb abrupt stehen, als sein Blick den Inhalt des Sargs erfasste.

In ihm lag eine bis auf die Augen vermummte Gestalt, die ein dunkles Gewand trug und einen Arm so angewinkelt hatte, dass die Hand auf dem Griff eines Schwerts liegen konnte.

Ein Toter, eine Puppe?

Er wusste plötzlich nichts mehr. Dafür spürte er die Furcht, die wie Säure in seinem Körper fraß. Vor ihm lag nicht das technisierte Asien, sondern das geheimnisvolle, für den Europäer unheimliche.

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