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John Sinclair - Folge 0139

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Im Land des Vampirs

Er war wegen seiner Gefährlichkeit und Schönheit berühmt geworden. Schiffer hatten zu ihm hochgeschaut und darüber die Tücken des Wassers vergessen, denn die Männer wollten das unbekleidete Mädchen auf der Spitze der Felsen sehen, das sich dort sein Haar kämmte. Die Loreley! Komponisten und Dichter hatte dieser Felsen beschäftigt, doch kaum jemand kannte sein "Zweites Gesicht". Er war nicht nur das Reich des nackten Mädchens, sondern auch Sitz eines mächtigen Dämons. Sein Name: Fariac, der Vampir!

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Im Land des Vampirs

Er war wegen seiner Gefährlichkeit und Schönheit berühmt geworden. Schiffer hatten zu ihm hochgeschaut und darüber die Tücken des Wassers vergessen, denn die Männer wollten das unbekleidete Mädchen auf der Spitze des Felsens sehen, das sich dort sein Haar kämmte.

Die Loreley!

Komponisten und Dichter hatte dieser Felsen beschäftigt, doch kaum jemand kannte sein »Zweites Gesicht«. Er war nicht nur das Reich des nackten Mädchens, sondern auch Sitz eines mächtigen Dämons.

Sein Name: Fariac, der Vampir!

Ich lenkte den Bentley dorthin, wo der Nebel am dicksten war. Die Stelle hatte ich mir nicht ausgesucht, sondern Jan Ziegler, der Mann, der mich treffen wollte.

Angeblich hätte er eine heiße Sache für mich, doch ich war skeptisch. Man kannte Jan Ziegler. Er führte immer das große Mundwerk, war der Schönste, der Schnellste und der Beste von allen. Bis man ihm mal die Lizenz entzogen hatte, da backte er kleine Brötchen. Er hatte sie zurückbekommen, und bisher hatte man von Ziegler nichts Außergesetzliches mehr gehört.

Ich war auf jeden Fall gespannt.

Der Treffpunkt befand sich in Nähe der Docks, ungefähr in der Mitte zwischen Tower und London Bridge. Hier stießen die Piers wie lange Arme in die Themse hinein, hier gab es die schmalen Kanäle und die zahlreichen Lagerschuppen, sowie Fabriken und kleinere Werke.

Keine Gegend für Touristen. Und meinen Bentley hätte ich nur im Notfall zurückgelassen. So blieb ich sitzen, ließ die Scheibe nach unten fahren und wartete auf Ziegler.

Die Zeit vertrieb ich mir mit einer Zigarette. Typen wie Ziegler sind nie pünktlich, deshalb wunderte es mich auch nicht, dass es bereits zehn Minuten über die Zeit war und ich noch immer nichts von ihm gehört hatte.

Ich legte die Kippe auf den Daumennagel und schnippte sie in den wabernden Nebel. Die rote Spur sah ich kaum. Schließlich verlöschte die Zigarette mit einem leisen Zischen auf dem feuchten Erdboden.

Lange wollte ich hier nicht mehr warten. Schließlich hatte ich seit einigen Stunden Feierabend, und im Londoner Nebel zu stehen, ist wirklich kein Vergnügen.

Zudem trieb sich hier zwischen den Schuppen und Lagerhallen allerlei lichtscheues Gesindel herum, das nur darauf aus war, einem Opfer den Totschläger über den Kopf zu ziehen, um an die Brieftasche zu gelangen. Die Londoner Gangster hatten sich mittlerweile dem internationalen Standard angepasst, es gab keum noch Gentlemen-Gangster. In der Unterwelt regierte der blanke Terror und die nackte Gewalt.

Das London eines Edgar Wallace war vorbei. Davon biss keine Maus den Faden ab.

Schade …

Wenn man an den Teufel denkt, dann ist er nicht mehr weit. Auch an meiner Person wollten sich zwei Dock-Rocker schadlos halten. Geisterhaft tauchten sie aus der wallenden Nebelsuppe auf und standen blitzschnell an den beiden vorderen Seitentüren.

Beide trugen Schirmmützen auf den Köpfen, glänzende Lederjacken und dunkle Hosen.

Hell waren die Klingen der Messer.

Mein Pech war das heruntergelassene Fenster. Einer der Kerle streckte seinen Arm aus und setzte mir die Klinge an die Kehle.

Ich saß erst mal still.

Der Kerl lachte. Sein Kumpan kam um die Kühlerhaube herum, ich hatte auf der linken Seite sicherheitshalber die Tür verriegelt.

»Stich ihn doch ab!«, sagte er jetzt.

Sie wollten mir Angst machen, das Spiel kannte ich. Denn so leicht töteten auch sie nicht, wenn sie irgendwie anders an die erhoffte Beute herankommen konnten,

»Viel habe ich nicht bei mir«, sagte ich.

»Das wenige reicht uns schon. Außerdem hast du da noch einen schönen Wagen.«

»Der kostet aber Sprit.« Ich saß eng an die Rückenlehne gepresst und schielte auf die Klinge.

»Er bringt noch ein paar Mäuse.«

»Wenn ihr meint …«

»Her mit dem Geld.«

Der Mann mit dem Messer zischte die Worte, und ich bemühte mich, ein möglichst ängstliches Gesicht zu machen, was mir in Anbetracht der funkelnden Klinge auch gar nicht schwerfiel.

»Darf ich wenigstens aussteigen?«

Der Mann mit dem Messer warf seinem Kumpan einen raschen Blick zu und erntete ein Nicken.

Ich durfte.

Wenn ich jetzt die Tür auframmte und sie … nein, die Robber waren schlau. Plötzlich zog der Zweite eine Kanone, ging im Combat-Stellung und zielte beidhändig auf die Scheibe.

War wohl nichts.

Das Messer verschwand von meinem Hals, der Knabe ging zwei Schritte zurück, und ich öffnete die Tür.

Sollte mir Jan Ziegler diese Falle gestellt haben, würde ich dafür Sorge tragen, dass er seine Lizenz nicht mehr zurückbekam. Das war sicher.

Ich stieg aus und ließ die Tür offen.

»Jetzt aber her mit dem Kies!«, sagte der Messermann. Er stand ziemlich günstig, nicht weit von der Schussbahn seines Kumpans entfernt.

»Wie gesagt, Freunde, viel habe ich …«

Weiter sprach ich nicht mehr. Ich handelte. Voll ging ich in den Messermann hinein, schleuderte ihn herum und auf seinen Kumpan zu, der wohl nicht damit gerechnet hatte, dass ich noch etwas unternehmen könnte, denn er wirkte vor Schreck wie gelähmt.

Die beiden prallten zusammen. Und ich mische eine Sekunde später als dritter mit.

Meine rechte Handkante kam hart und präzise. Der Schlag schleuderte den Messermann über das schmutzige Pflaster. Er fluchte ein paar Mal, doch sein Kumpel konnte ihm nicht helfen, dem hatte ich mit einem Tritt die Kanone aus der Hand geprellt. Sie landete irgendwo an einer Holztür.

Die beiden hatten Routine.

Auch im Verschwinden. Ehe ich mich versah, waren sie wieder auf den Beinen und gaben Fersengeld. Der Nebel gestaltete sich als ihr Verbündeter. Ich konnte gar nicht so rasch schauen, wie sie verschwunden waren.

Mist, die hätte ich gern gehabt, aber sie kannten sich als zweibeinige Pierratten sicherlich viel besser in dieser Umgebung aus.

Mir blieb nur der Teilerfolg.

Und der Beifall.

Den verdankte ich Jan Ziegler, dem Privatdetektiv. Er tauchte händeklatschend aus dem Nebel auf und grinste von Ohr zu Ohr. »Bravo, John Sinclair, auch als Geisterjäger haben Sie noch nichts verlernt. Es wäre nichts passiert. Ich war in der Nähe und hätte rasch eingegriffen.«

Ich nickte. »Das soll ich Ihnen glauben?«

»Beweisen Sie das Gegenteil.«

Ich schob die Autotür zu. Kann ich wohl schlecht. Ich streckte den Arm in den Wagen hinein und ließ die Scheibe hochfahren. Dann schaute ich Ziegler an.

»Ja, ich habe mich verspätet«, sagte er, »aber die Puppe war so gut, dass es mir jetzt noch leidtut, überhaupt gekommen zu sein.«

»Sie können ja wieder gehen.«

Er lachte. »Nein, Sinclair, das läuft nicht, denn dann würde Ihnen was entgehen.«

»Wirklich?«

»Sicher.«

Ich schaute Ziegler an. Er hatte sich nicht verändert, war immer noch der schlaksige Bursche mit dem hohlwangigen Gesicht und dem dünnen braunen Haar. Ziegler gehörte zu den Typen, die nie älter werden. Er hatte mit 30 auch schon so ausgesehen. Mittlerweile waren sechs Jahre vergangen.

»Kommen wir zur Sache«, sagte ich. »Was wollen Sie mir sagen? Fassen Sie sich kurz, ich habe nicht viel Zeit.«

»Die müssen Sie schon mitbringen.«

»Wieso?«

»Wir laufen ein Stück.«

»Dann nehme ich den Wagen.«

Ziegler schüttelte den Kopf. »Bequem wäre das schon, aber in dem Nebel ist es nicht ratsam.«

Ich ließ meine Blicke über seine Gestalt gleiten. »Wenn Sie mich reinlegen wollten, sind Sie Ihre Lizenz los.«

»Das weiß ich. Der Fall ist ernst, Sinclair. Und brandheiß.«

»Sie wissen doch, womit ich mich beschäftige, Ziegler. Warum sind Sie nicht zu einem Kollegen gegangen?«

»Weil das Ding in Ihr Ressort fällt. Wir müssen zur Fariac Cosmetics.«

Wenn er das sagte, musste es stimmen, denn Ziegler Wusste Bescheid. Er gehörte zu den Typen, die sich in der Szene auskannten. Und er war dabei ungeheuer raffiniert. Auf seiner Gratwanderung war er selten gestolpert. Einmal hatte man ihm fürchterlich die Hucke vollgehauen, weil er bei seinen Recherchen einem Unterweltboß in die Quere gekommen war. Er lag danach sechs Wochen im Krankenhaus und zog die Konsequenzen, in dem er sich zukünftig nur noch auf Ehescheidungen sprezialisierte.

Oder fast …

Das wusste ich von meinen Kollegen, bei denen ich mich vor dem Treffen informiert hatte. Ihm hatte ich auch gesagt, an welches Ziel mich der Spitzel bringen wollte.

»Ist es weit?«, wollte ich wissen.

»Wenn wir die Abkürzung nehmen, nicht.«

Das war auch eine Antwort. Wir tauchten in den Nebel ein. Er lag wirklich knüppeldick. Man hörte kaum das Schmatzen und Gurgeln der Themse, obwohl wir uns wirklich nicht weit weg vom Wasser befanden. Die graue Suppe dämpfte alle Geräusche.

Ich musste wieder an den Todesnebel denken und damit auch an Dr. Tod, neben Asmodina mein Erzfeind. Er hatte mit seinem Nebel schon das große Grauen heraufbeschworen, und die Existenz war noch immer nicht richtig geklärt. Jeden Tag konnte er wieder zuschlagen. Mit Schrecken dachte ich daran.

Wir gingen an einem alten Fabrikgebäude vorbei, erreichten eine Brandmauer, überkletterten sie und landeten zwischen einigen Gleisen. Trotz des Nebels besaß ich ein einigermaßen gut ausgeprägtes Orientierungsgefühl. Ich wusste, dass wir uns nicht weiter zum Fluss bewegten, sondern parallel dazu liefen.

Ziegler ging voraus. Seine gekrümmte Gestalt war ein regelrechtes Markenzeichen.

An der Schulter hielt ich ihn zurück. »Wir gehen nicht zum Fluss«, bemerkte ich.

Er blieb stehen. »Das stimmt.«

»Verdammt, jetzt will ich endlich wissen, ob das mit der Kosmetik-Firma stimmt.« Ich wurde sauer, hatte keine Lust, mich von einem Privatdetektiv in der Gegend herumführen zu lassen. Dazu noch bei diesem Wetter.

»Gut. Sie Quälgeist. Es ist die Fariac-Fabrik.«

»Aber der hat doch seinen Sitz ganz woanders.«

»Richtig, die Hauptverwaltung und die meisten Labors und Forschungsanlagen, doch hier am Hafen hat Fariac-Cosmetics auch noch eine kleine Fabrik.«

»Was stellen die hier her?«

»Parfüm, Rasierwasser, Lippenstifte. Das nehme ich wenigstens an. Die Fabrikation ist uninteressant. Sie wird das Labor interessieren. Dem statten wir einen Besuch ab.«

»Und was gibt es dort zu sehen?«, wollte ich wissen.

»Lassen Sie sich überraschen. »Mehr sagte er nicht. Ziegler wurde sehr schweigsam.

Seine Stimme hatte sich bei den letzten Erklärungen auch verändert. Er musste demnach wirklich etwas entdeckt haben, das ihn regelrecht umgehauen hatte.

Wenn sich ein Typ wie Ziegler schon freiwillig an die Polizei wandte, war was im Busch.

Der Nebel lichtete sich ein wenig. Zwar verschwammen die Lichter noch immer, aber ich sah mehr Einzelheiten. Da wuchsen Schuppen und Hallen vor mir hoch. Zwischen ihnen führten Gleise hindurch. Ich sah Verladerampen, und einmal blendete uns die Lampe eines Nachtwächters. Der Mann beruhigte sich erst, als er meinen Ausweis gesehen hatte.

Wir gingen weiter.

Kopfsteinpflaster unter unseren Schuhsohlen. Dann ein Schild. Geisterhaft wurde es von dünnen Nebelschlieren umwallt.

FARIAC COSMETICS

Die Spitze des Schildes wies nach rechts. Und die Richtung schlugen wir auch ein.

Schräg liefen wir auf eine Zufahrt zu. Sie teilte sich dann. Einmal führte sie zu einem verglasten Eingang, über dem eine einsame Lampe brannte und ihren Schein auf das herabgelassene Scherengitter warf. Zum zweiten führte der Weg um den Bau herum zur Rückseite, wo ich eine lange Verladerampe sah, die etwa die Hälfte der Hauslänge einnahm.

»Es gibt mehrere Türen!«, flüsterte Ziegler. »Ich zeige Ihnen die, die am besten zu knacken ist.«

»Ziegler!«, drohte ich. »Sie wissen, dass Sie sich strafbar machen. Das ist zumindest Hausfriedensbruch, wenn nicht noch mehr. Hoffentlich denken Sie daran.«

»Keine Angst, Oberinspektor, Sie brauchen sich Ihre Hände schon nicht schmutzig zu machen.«

»Will ich hoffen.«

Am Beginn oder Ende der Rampe, je nachdem von wo man kam, sahen wir eine Steintreppe hochführen.

Fünf Stufen.

Ziegler nahm sie mit einem Satz.

Ich folgte langsamer und schaute mich um. Nichts regte sich auf dem Hof. Nur Nebelschwaden trieben an den Hauswänden entlang, als würden sie von ihnen festgehalten.

Ziegler stand schon an einer Tür. Er winkte mir zu. »Sie ist offen«, hauchte er.

Ich nickte.

Der Detektiv drückte dagegen. Die Tür knarrte in den Angeln, und ich verzog das Gesicht. Ziegler schien dies nichts auszumachen. Er betrat das Innere der Fabrik vor mir, und ich sah sogar den Strahl einer Lampe aufzucken.

Der Mann schien sich ziemlich sicher zu fühlen.

Er hatte mir die Tür aufgehalten. Als ich im Raum stand, fiel sie wieder zu.

Mein Informant leuchtete in die Runde. Wir befanden uns in einem Lagerraum. Ich sah zahlreiche Container, viele Kisten und auch Kartons. Über allem schwebte ein Duft wie morgens bei mir im Bad, wenn ich mich geduscht und rasiert hatte.

Nur hier süßlicher.

»Wir müssen weiter«, sagte der Detektiv und senkte seine Stimme. »Durch das Labor.«

»Dann gehen Sie.«

Dass Ziegler sich nicht zum ersten Mal hier befand, merkte ich daran, wie gut er sich auskannte. Zielstrebig schritt er zwischen all den Containern und Kisten einher. Hin und wieder knipste er die Lampe an und blieb vor einer Tür stehen.

»Dahinter liegt das Labor«, sagte er.

Ich nickte.

Er zog die Tür auf.

Wir betraten eine andere Welt. Eine für mich fremde, wissenschaftliche.

Ich sah die langen Labortische mit den zahlreichen Flaschen, Kolben und Tiegeln. Die roten Fliesen glänzten matt. An einer Wand standen Gestelle mit kleinen Brennöfen. Zwei Schreibtische waren ebenfalls vorhanden.

Im hinteren Teil verjüngte sich der Raum.

»Jetzt wird es interessant«, wisperte mein Führer. Er blieb stehen und leuchtete auf eine kleine Tür. »Die ist sonst immer verschlossen, aber ich habe sie aufbekommen.«

»Was hatten Sie eigentlich hier zu suchen?«, erkundigte ich mich.

»Erzähle ich Ihnen später. Industriespionage.«

»Ach so.«

Er zog die Tür auf.

Augenblicklich fiel mir der andere Geruch auf. Ich hatte ihn schon oft wahrgenommen, denn so wie dies hier, so roch nur – Blut!

Jetzt wurde es interessant. Wir schoben uns in den anderen Raum hinein, und Ziegler schloss schnell die Tür.

Ich merkte die unheimliche Atmosphäre, die hier herrschte. Ein leichter Schauer rann über meinen Rücken. Ja, ich kannte dieses Spiel. Wenn das Böse irgendwo lauerte, dann reagierten meine Nerven wie der Seismograf bei einem Erdbeben.

Ziegler schwang wieder die Lampe. Er berührte mit dem Lichtstrahl die rechte Seitenwand und schwenkte die Lampe dann an die gegenüberliegende.

Ich hatte zwar etwas gesehen, aber wenig.

»Noch mal!«, forderte ich ihn auf.

»Ja, ja, ich wollte Ihnen ja nur einen kurzen Gesamteindruck verschaffen.« Er schwenkte den Arm wieder, und der Strahl traf die rechte Wandhälfte.

Etwa in Kopfhöhe war dort ein großes Holzregal befestigt. Auf dem Regal standen vier große Zehnliterflaschen. Sie besaßen vorn einen Ausfluss, der jedoch mit einem Gummistopfen verschlossen war. Durch den Stopfen führte ein Röhrchen, an das sich ein schmaler Schlauch anschloss. Mit einer Metallklemme wurde er dicht gehalten.

Sämtliche vier Gefäße waren auf diese Art und Weise gesichert. Es sollte nichts auslaufen.

Aber was konnte auslaufen?

»Wissen Sie, was darin ist?«, fragte der Detektiv flüsternd und ließ den hellen Lichtfinger über die vier Gefäße wandern.

»Eine dunkle Flüssigkeit«, erwiderte ich.

»Genau. So dunkel wie …«

»Blut«, ergänzte ich.

»Richtig, Sinclair. Woher wissen Sie das?«

»Ich habe es beim Eintritt gerochen.«

»Okay. Und jetzt frage ich Sie, was die mit dem Blut wollen?«

»Keine Ahnung. Ich weiß doch nicht, wozu Tierblut bei der Kosmetik-Herstellung verwendet wird.«

»Das ist Menschenblut!«, hauchte Ziegler.

»Wissen Sie das genau?«

»Ja.«

»Woher denn?«

»Ich selbst habe nachgeforscht. Ein paar Tropfen liegen auf dem Boden.

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