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John Sinclair - Folge 0088

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Friedhof des Schreckens

Es begann alles ganz harmlos.
Wir dachten an nichts Böses, als Sheila und Bill Conolly sich das Konzert der Horror-Rock-Band »Hot Devils« ansehen wollten.
Doch dann passierten die haarsträubendsten Dinge. Und schließlich sollte sich auch unser aller Schicksal auf dem Friedhof des Schreckens erfüllen …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Der Friedhof des Schreckens

Es begann alles ganz harmlos.

Wir dachten an nichts Böses, als Sheila und Bill Conolly sich das Konzert der Horror-Rock-Band »Hot Devils« ansehen wollten.

Aber dann passierten Schlag auf Schlag die haarsträubendsten Dinge. Und schließlich sollte sich unser aller Schicksal auf dem Friedhof des Schreckens erfüllen …

Das Grauen stand George Hunnicutt ins Gesicht geschrieben.

Verstört blickte er sich um. Er hatte Angst. Vielleicht wurde er verfolgt. Es war grotesk. Er, dessen Aufgabe es eigentlich gewesen wäre, den Menschen in dieser Stadt zu helfen und sie zu beschützen, hatte das Gefühl, dass er nicht fähig war, sich selbst vor großem Unheil zu bewahren.

Hunnicutt war Polizeibeamter.

Seit zehn Jahren versah er nun schon in dem Londoner Stadtteil Chelsea seinen Dienst. Immer hatte er seinen Beruf souverän ausgeführt.

Er hatte Verbrecher gejagt, hilfebedürftigen Leuten geholfen, verlorene Kinder ins elterliche Heim zurückgebracht.

Man kannte George Hunnicutt und man mochte ihn.

Die Menschen hatten Vertrauen zu ihm.

Doch nun war er dem Grauen begegnet, und das machte ihn ganz konfus. Nervös warf er wieder einen Blick über die Schulter.

Düster und menschenleer war die Straße. Der kalte Novemberwind trieb eine Zeitung vor sich her, riss sie hoch, jagte sie an grauen Gebäudefassaden entlang.

Fahrbahn und Gehsteige glänzten feucht. Es roch nach Schneeregen. Wer nicht unbedingt etwas zu erledigen hatte, der ging zu dieser unwirtlichen Stunde nicht mehr aus dem Haus.

Hunnicutt bog um die Ecke.

Hart hämmerten seine mit Metallplättchen beschlagenen Absätze auf den Asphalt. Die Schritte echoten unheimlich durch die düstere Gasse, die nur spärlich beleuchtet war.

George Hunnicutt spürte, wie sein Herz aufgeregt gegen die Rippen trommelte.

Der uniformierte Bobby schüttelte benommen den Kopf.

Er war zu seinem Revier unterwegs, dachte an die Kollegen. Kein Wort würden sie ihm glauben.

Sie würden denken, er habe den Verstand verloren. Aber zum Teufel, das war nicht der Fall. Er hatte das Schreckliche mit eigenen Augen gesehen.

Ein leises Brummen drang an Hunnicutts Ohr.

Erschrocken drehte er sich um. War man bereits hinter ihm her? Damit er nicht ausplaudern konnte, was er beobachtet hatte?

Ein Wagen bog um bie Ecke. Die abgeblendeten Scheinwerfer erfassten den Bobby. Hunnicutt blieb stehen.

Er atmete heftig, versuchte sich seine Erregung nicht anmerken zu lassen. Der Wagen rollte mit mäßiger Geschwindigkeit heran.

Zwei Personen saßen in dem Fahrzeug.

George Hunnicutt konnte ihre Konturen nur undeutlich erkennen. Er wartete ab. Zehn Yard von ihm entfernt stoppte das Fahrzeug.

Der Wagenschlag schwang auf. George Hunnicutt biss sich auf die Unterlippe. Er vernahm das Kichern eines betrunkenen Mädchens.

Ein junger Mann verließ das Fahrzeug. Er half dem Girl aus dem Wagen. Sie gab ihm ihre Handtasche.

»Bedien dich, Phil«, sagte sie glucksend. »Irgendwo in diesem organisch gewachsenen Misthaufen befinden sich die Schlüssel. Wenn du mir versprichst, brav zu sein, darfst du noch mit hoch kommen. Wir könnten …« Das Mädchen flüsterte ihrem Begleiter etwas ins Ohr.

Er sagte rügend: »Aber Gloria, was soll sich denn der Hüter des Gesetzes von dir denken, wenn du mir ein solches Angebot machst.«

»Wo ist denn ein Hü … Ach dort.« Das Mädchen lachte und winkte dem Bobby. »Hallo, Herr Polizist. Ich bin schlau. Sperren Sie mich jetzt ein?«

Hunnicutt erwiderte nichts.

»Lass das, Gloria«, sagte ihr Freund eindringlich. »Er versteht vielleicht keinen Spaß.« Und laut sagte er in Hunnicutts Richtung: »Entschuldigen Sie bitte.«

Der Bobby nickte. »Schon gut.«

Die beiden verschwanden in dem Haus, vor dem sie ausgestiegen waren. George Hunnicutt atmete erleichtert auf.

Er hatte schon geglaubt, der Wagen wäre seinetwegen hier langgefahren. Hunnicutt setzte seinen Weg fort.

Drei Minuten später erreichte er die Polizeistation. Bevor er sie betrat, versuchte er sich zusammenzureißen.

Guillerman und Doyle hatten Bereitschaftsdienst. Als Hunnicutt eintrat, hob Raymond Guillerman den Blick von seiner Zeitung.

»He, bist du dem Teufel begegnet?«, fragte er grinsend. Er war ein Pfundskerl. Hilfsbereit, pflichteifrig, offen und ehrlich.

Mit seinen riesigen himmelblauen Augen und den weichen glatten Wangen wirkte er wie ein zu groß geratenes Baby.

Hunnicutt sagte nichts. Er nahm seinen Helm ab, hängte ihn an den Haken und setzte sich ächzend.

Charles Doyle klapperte nebenan mit dem Teegeschirr. Sein schmaler Kopf erschien kurz in der Tür.

»Ich koche gerade Tee. Trinkst du eine Tasse mit, George?«

»Ja«, sagte Hunnicutt mit belegter Stimme. Er öffnete den Mantel seiner Uniform.

Guillerman schob die Zeitung beiseite und musterte den Kollegen eingehend. »George, was hast du? Was ist passiert? Ist irgendetwas nicht in Ordnung?«

Doyle kam mit dem Tee. Er stellte die blaue Keramiktasse vor Hunnicutt hin und goss aus der zerbeulten Kanne ein.

»Ist die Show der ›Hot Devils‹ wirklich so perfekt, wie behauptet wird?«, erkundigte er sich dabei.

Die »Hot Devils« waren eine neue englische Popgruppe, die vom Start weg großes Aufsehen erregt hatte.

Die vier begabten Musiker traten mit Horror-Masken auf und spielten den härtesten Rock aller Zeiten.

Die Schock-Show, die sie dabei auf der Bühne abzogen, stellte alles bisher Dagewesene weit in den Schatten.

Es hieß, dass die audio-visuellen Gruseleffekte von Psychologen erfunden worden waren. Von Männern also, die genau wussten, wovor der Mensch Angst hatte.

»Ich habe noch kein perfekteres Programm als dieses gesehen«, sagte George Hunnicutt. »Man kriegt dabei die Gänsehaut.«

Die »Hot Devils« gaben seit drei Tagen je zwei Abendvorstellungen in der Chelsea Hall. Die Leute prügelten sich um die Karten.

Diesbezüglich hatte es George Hunnicutt besser gehabt. Er hatte sich die Horror-Show in seiner Eigenschaft als Polizeibeamter ansehen müssen, damit sich die jugendlichen Fans der Gruppe zu keinen übermütigen Ausschreitungen hinreißen ließen.

Guillerman lachte. »Hat dich der Hokuspokus in der Chelsea Hall tatsächlich so tief beeindruckt, George?«

Hunnicutt nahm einen Schluck von seinem Tee. Er sah Raymond Guillerman ernst an und erwiderte, obwohl er wusste, dass ihm seine Kollegen nicht glauben würden: »Das ist kein raffinierter Hokuspokus, Raymond. Das ist keine Show im üblichen Sinn. Diese vier Musiker bezwecken damit etwas ganz Bestimmtes.«

»So? Was denn?«

»Sie tragen das Böse unter die Leute. Sie pflanzen einen schwarzen Keim in die Herzen ihrer Fans.«

»Blödsinn.«

»Du warst nicht da, Raymond. Du hast die Gesichter der Zuschauer nicht gesehen. Die Show hat sie völlig in ihren Bann geschlagen. Ihre Gesichter bekamen einen grausamen Ausdruck. Ihr Blick wurde kalt und hart. Ich sage dir, diese Show übt einen besorgniserregenden Einfluss auf das Publikum aus. Das ist nicht bloß eine neue zugkräftige Masche, die in der Chelsea Hall gehäkelt wird.«

»Sondern?«

»Dahinter steckt mehr«, behauptete Hunnicutt und trank wieder von seinem Tee.

»Du hast dich von der Reklame anstecken lassen«, sagte Charles Doyle. Er zitierte den Anreißer, der auf den Plakaten stand: »Kommen Sie und machen Sie einen Trip in die Welt des absoluten Grauens …«

»Ich bin während dieser Vorstellung dem personifizierten Bösen begegnet«, behauptete Hunnicutt.

»Jetzt mach aber einen Punkt«, sagte Guillerman.

»Wie sah’s denn aus, das Böse?«, fragte Doyle.

George Hunnicutt schüttelte langsam den Kopf. Er blickte an Doyle vorbei. »Ich kann es nicht beschreiben. Mir fehlen die Worte. Es war etwas, das man sich nicht vorstellen kann. Etwas, das man mehr spürt als sieht. Es macht einem Angst. Man fühlt eine beklemmende Bedrohung. Es greift nach einem und löst eiskalte Schauer aus …«

Guillerman grinste breit. »Ich schlage vor, du begibst dich gleich morgen früh zum Amtsarzt und erklärst ihm dein Problem. Ich bin sicher, er kann dir helfen.«

Hunnicutt warf seinem Kollegen einen ärgerlichen Blick zu. »Ich wusste, dass ihr mir nicht glauben würdet. Aber ich bleibe dabei. Die Show der ›Hot Devils‹ stellt eine Bedrohung für London dar. Irgendwann werden das auch andere Leute erkennen. Doch bis dahin werden viele Menschen bereits verloren sein.«

Guillerman und Doyle warfen sich bedeutungsvolle Blicke zu. Sie waren beide der Meinung, dass Hunnicutt den Verstand verloren hatte.

Doch sie irrten.

*

Es war einundzwanzig Uhr, als Jane Collins und ich bei Sheila und Bill Conolly eintrafen. Wir stiegen aus meinem silbermetallicfarbenen Bentley. Jane stellte fröstelnd den Kragen ihres warmen Lammfellmantels auf.

»Kalt?«, fragte ich.

»Das kannst du natürlich nicht verstehen, wie?«, gab meine blonde Freundin zurück.

»Ich liebe die Kälte«, sagte ich lächelnd.

»Du musst in deinem früheren Leben ein Eisbär gewesen sein.«

»Davon bin ich überzeugt.«

Wir begaben uns zum Eingang des Bungalows. Ich brauchte nicht zu klopfen und nicht zu läuten. Wir wurden erwartet.

Bill öffnete. Er war mein Kampfgefährte aus seligen Zeiten, ein braunhaariger Bursche, hochgewachsen und sportlich.

Er war von Beruf Reporter, doch er konnte es sich leisten, nur dann zu schreiben, wenn er Lust dazu hatte.

Seit Bill verheiratet war, musste er bezüglich gefährlicher Abenteuer etwas kürzertreten. Das fand ich ganz in Ordnung.

Schließlich hatte Bill nicht nur auf Sheila, sondern auch auf seinen Sohn John Rücksicht zu nehmen.

Wir traten ein. Bill lächelte uns ein wenig verlegen an. »Offengestanden, es ist mir ein bisschen peinlich, euch belästigen zu müssen, aber …«

»Jetzt hältst du aber ganz schnell die Klappe, ja?«, fiel ich dem Freund ins Wort. »Wenn wir nicht gern gekommen wären, wären wir nicht hier.«

Bill hob bie Schultern. »Ich könnte mir vorstellen, dass ihr zwei etwas Besseres vorgehabt hättet, als …«

»Wir tun’s gern«, versicherte nun Jane dem Reporter.

Bill nahm ihr den Mantel ab und hängte ihn an den Haken. Ich zog meinen Burburry aus und hängte ihn daneben.

»Wir konnten so kurzfristig keinen Babysitter auftreiben«, sagte Bill. Wir begaben uns mit ihm in den Livingroom.

»Hör endlich auf, dich zu entschuldigen«, sagte ich gespielt ärgerlich. »Das geht schon in Ordnung. Der kleine John ist immerhin mein Patenkind. Da kann ich auch mal etwas für ihn tun, oder?«

»Wenn du’s so siehst.«

»So sehe ich es«, bestätigte ich. Wir setzten uns. »Schläft der Junge schon?«, erkundigte ich mich.

Bill verdrehte die Augen und seufzte. »Es war nicht leicht, ihn ins Bett zu kriegen. Als er erfuhr, dass Tante Jane und Onkel John kommen würden, wollte er unbedingt aufbleiben und auf euch warten. Wir mussten ihm versprechen, dass ihr ihn noch besucht, sonst wäre er nicht schlafen gegangen.«

Jane lächelte. »Ich habe ihn richtig gern, den Kleinen.«

»Er euch auch«, sagte Bill.

Er und Sheila hatten zwei Karten für ein Horror-Rock-Konzert der »Hot Devils« von Bekannten geschenkt bekommen. Deshalb hatten sie uns vor einer Stunde angerufen und gefragt, ob es uns etwas ausmachen würde, während ihrer Abwesenheit über den Schlaf von Klein-John zu wachen.

Wir hatten uns dazu sofort bereit erklärt, und auf der Fahrt hierher hatte Jane nachdenklich gesagt: »Wir werden für ein paar Stunden das Gefühl haben, eine richtige Familie zu sein. Vater, Mutter, Kind.«

Ich hatte den leicht wehmütigen Klang dieser Worte noch in den Ohren. Jane hätte bestimmt nicht nein gesagt, wenn ich sie gefragt hätte, ob sie meine Frau werden wolle.

Doch ich würde ihr diese Frage niemals stellen. Mein gefahrvoller Beruf ließ einen solchen Schritt nicht zu. Es wäre unverantwortlich von mir gewesen, eine Familie zu gründen.

Jane kannte meine Einstellung. Sie hatte sich damit abgefunden.

Sheila Conolly betrat den Living-room. »Jane. John. Es ist wirklich nett, dass ihr gekommen seid.«

»Wenn du dich jetzt auch noch zu entschuldigen anfängst, gehen wir wieder«, sagte ich.

Sheila sah an diesem Abend besonders hübsch aus. Sie trug einen glitzernden elastischen Hosenanzug, der ihren makellosen Körper wie ein Etui umschloss.

Ich sagte ihr, sie sehe großartig aus. Sie bedankte sich für das Kompliment mit einem warmen Lächeln.

»Der Junge schläft endlich«, sagte sie. »Dabei wollte er um keinen Preis einschlafen.«

»Bist du soweit?«, erkundigte sich Bill.

»Wann beginnt die Vorstellung?«, fragte Jane.

»Um zehn.«

»Dann solltet ihr euch auf die Sokken machen.«

Sheila entdeckte einen winzigen Fleck auf ihrem Hosenanzug. Sie verschwand für drei Minuten, und als sie wiederkam, trug sie ein fliederfarbenes Kleid, das wunderbar zu ihrem goldenen Haar passte.

Das Ehepaar Conolly bat uns, wir sollten uns bei ihnen wie zu Hause fühlen. Alles, was sich in Küche und Hausbar befand, stand uns zur Verfügung.

Wir wünschten den beiden einen vergnüglichen Abend. Bill holte Sheilas perlweißen Mercedes 350 SLC aus der Garage.

Ich trat ans Fenster und blickte dem davonfahrenden Wagen nach. Als die Hecklichter nicht mehr zu sehen waren, verließ ich den Living-room, um nach Klein-John zu sehen.

Er schlief wie ein Engel.

Ich kehrte zu Jane Collins zurück. »Nehmen wir einen Drink?«

»Gern«, sagte Jane.

Ich begab mich zur Hausbar.

Da läutete das Telefon. Ich änderte den Kurs, steuerte den Apparat an und hob ab. »Bei Conolly«, meldete ich mich.

»Oberinspektor Sinclair?«

»Der bin ich.«

»Hier spricht Officer Guillerman vom Revier Chelsea.«

»Was kann ich für Sie tun, Officer?«

»Ich habe mit dem Yard telefoniert. Einer Ihrer Kollegen gab. mir zwei Telefonnummern – Ihre und die Ihres Freundes Suko. Ihr Kollege meinte, wenn ich Sie in Ihrem Apartment nicht erreichen könne, würde Mr. Suko bestimmt wissen, wo Sie zu erreichen sind. Ihr Freund gab mir die Conolly-Nummer.«

»Na schön. Jetzt haben Sie mich an der ...

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