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John Sinclair - Folge 0087

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Schrei, wenn dich die Schatten fressen!

„Sterben!“, ächzte Hank Selnick und warf sich auf seiner Pritsche hin und her. „Ich werde sterben, und ich will sterben!“ Er lachte plötzlich und war schweißnass. Seine feuchten Hände umklammerten das kleine Buch.
Das Buch der Schwarzen Magie. Mit geheimnisvollen Formeln und Beschwörungen.
Und einer machte Jagd auf diese Schatten.
Der Spuk …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Schrei, wenn dich die Schatten fressen!

»Sterben!«, ächzte Hank Selnick und warf sich auf seiner Pritsche hin und her. »Ich werde sterben, und ich will sterben!« Er lachte plötzlich und war schweißnass. Seine feuchten Hände umklammerten das kleine Buch.

Das Buch der Schwarzen Magie. Mit geheimnisvollen Formeln und Beschwörungen.

Hank Selnick wollte sie aussprechen, denn damit verkaufte er seinen eigenen Schatten.

Und einer machte Jagd auf diesen Schatten. Der Spuk.

Aus dicken, grauen Wolken regnete es Bindfäden, und Mary Selnick hatte das Gefühl, als würde selbst der Himmel über den Tod ihres Mannes trauern.

Dabei war sie die einzige, die echtes Leid empfand.

Man hatte soeben seinen Sarg in die Grube gelassen, eine billige Totenkiste, denn Geld stand Mary Selnick kaum zur Verfügung. Die Träger waren auch brummig davongetrottet, weil sie kein Trinkgeld bekommen hatten.

Mary weinte.

Der vom Himmel fallende Regen tropfte auf ihren dunkelgrauen Schirm, und lief an der schrägen Fläche herunter, um in langen Rinnsalen vom Schirm auf den Boden zu rinnen.

Es war kaum jemand zur Beerdigung gekommen. Drei Knastbrüder mit ihren Bewachern und der Pfarrer, der Mary damit einen persönlichen Gefallen tun wollte, denn ihr Mann hatte nie viel von der Kirche und deren Würdenträger gehalten.

Der Geistliche war der einzige, der sich noch am Grab aufhielt. Auch er wurde durch einen Schirm geschützt. Vorsichtig trat er einen Schritt vor. Auf dem nassen Lehm rutschte man zu schnell aus. Der Pfarrer tippte auf Marys Schulter.

»Mrs. Selnick«, sagte er leise.

Mary drehte sich um.

Der Geistliche schaute in zwei verweinte Augen und in ein schmales blasses Gesicht, in das die harten Jahre tiefe Falten gegraben hatte. Jetzt schien die Frau noch mehr gealtert zu sein, denn der Schmerz fraß in ihr wie eine Säure.

»Bitte?«, hauchte sie.

»Ich … ich …« Der Pfarrer räusperte sich. »Ich möchte sie gern nach Hause bringen.«

Mary schüttelte den Kopf. »Nein, nicht. Machen Sie sich keine Mühe. Ich möchte noch von Hank Abschied nehmen.«

»Ja, natürlich. Wie Sie wollen.« Der Pfarrer respektierte den Wunsch der Frau. »Wenn ich noch irgendetwas für Sie tun kann, lassen Sie es mich wissen. Ich bin jederzeit für Sie da.«

»Danke, Herr Pfarrer, Sie sind sehr nett.«

»Aber ich bitte Sie.« Der Geistliche nickte der Frau noch einmal zu und ging.

Mary Selnick schaute ihm nach, bis seine gebeugte Gestalt hinter der hohen Hecke verschwunden war. Zurück blieb das eintönige Rauschen des Regens, der den Lehm von dem frisch aufgeworfenen Grabhügel trug und ihn fortschwemmte.

Die Witwe wandte sich wieder um und schaute in das Grab. Naß glänzte der Sarg. Soeben spülte das Wasser die Blätter der letzten Rosen weg. Sie waren das Zeichen einer großen Liebe.

Ja, Mary Selnick hatte ihren Mann geliebt. Obwohl er ein Gesetzesbrecher war. Zwei Jahre hatte er im Zuchthaus gesessen, dann war er gestorben. Mit achtundvierzig Jahren, in einem Alter, wo andere erst anfingen, richtig zu leben. Aber Hank hatte die Bank ausgeraubt, daran gab es keinen Zweifel. Er wollte endlich mal Geld haben, und die Banken hatten genug davon. Er hatte sie immer für die größten Volksbetrüger gehalten, und Mary gab ihm da recht.

Aber nicht die Polizei hatte Hank gefasst, sondern eine Frau.

Eine Privatdetektivin.

Name: Jane Collins!

Ihr war es gelungen, Hank zu stellen. Und Selnick hatte sich ergeben. Einfach so. Er war schnell verurteilt worden. Drei Jahre sollte er sitzen. Der Tod jedoch hatte ihn vorher ereilt.

Für Hank Selnick war das Zuchthaus die Hölle gewesen. Das hatte er immer wieder beteuert. Die Atmosphäre dort machte ihn krank, diese Unmenschlichkeit, die Härte, mit der sich die einzelnen Gefangenen untereinander bekämpften. Hank hatte schwer darunter gelitten. An den langen, einsamen Abenden wurde nur alles noch schlimmer. Bis Hank dann ein Hobby gefunden hatte.

Es war die Thanatologie, die Lehre von der Sterbensforschung. Benannt nach Thanatos, dem griechischen Gott des Todes. Diese Lehre ist erst seit ungefähr hundert Jahren bekannt und auch erforscht worden. Namhafte Juristen und Mediziner haben sich damit beschäftigt und herausgefunden, dass menschliche Wesen den Tod überleben. Das heißt, die existieren nach dem Tod auf verschiedenen Bewusstseinsebenen weiter, die den körperlichen Menschen nicht zugänglich sind. Diese Bereiche können in bestimmten Situationen verlassen werden, und dann kommt es zu Begegnungen mit den Toten.

Es war in letzter Zeit viel über dieses Gebiet geschrieben worden. Scharlatane und auch ernstzunehmende Wissenschaftler hatten sich damit beschäftigt und waren reich geworden, denn ihre Bücher erschienen in hohen Auflagen.

Hank Selnick gehörte zu den Leuten, die die Bücher kauften. Seine Frau musste ihm immer die Neuerscheinungen besorgen. Und Selnick hing sich rein. Er las und las. Oft saß er nächtelang über seinen Büchern gebeugt da, was den Wärtern nur recht war, denn Selnick wurde immer ruhiger.

Eines Tages – etwa vier Wochen vor seinem Tod – besuchte ihn seine Frau wieder einmal.

Hank war sehr aufgeregt, und als sie sich in dem kahlen Besucherraum gegenübersaßen, dämpfte Hank seine Stimme noch stärker als sonst.

»Hör zu, Mary!«, flüsterte er. »Ich hab’s!«

»Was hast du?«

»Ich weiß jetzt, wie ich nach meinem Tod weiterleben werde. Es gibt für mich keine Angst mehr. Ich habe in einem alten Buch gelesen, dass ich dich aus dem Jenseits immer wieder besuchen und dir mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.«

»Du bist verrückt.«

Da schüttelte Hank Selnik mit ernstem Gesicht den Kopf. »Nein, Mary, ich bin nicht verrückt. Ebensowenig wie du es bist. Ich habe nur hinter die Kulissen geschaut. Denk an unser Gespräch, wenn ich einmal nicht mehr bin.«

Und Mary Selnick dachte daran, als sie am Grab ihres Mannes stand und auf den nassen Sargdeckel starrte, während der Regen weiterhin auf ihren Schirm trommelte. Irgendwie hatte sie den Wunsch, Hank möge zurückkehren und wenn es nur für einen Tag war.

Aber der Sarg blieb ebenso stumm wie die Leiche, die in ihm lag.

»Entschuldigen Sie, Missis …«

Überrascht drehte sich Mary um. Sie hatte den Mann nicht kommen gehört, der plötzlich neben ihr stand.

»Ja bitte?«, fragte sie.

Der Mann trug graues Ölzeug und einen Hut aus dem gleichen Material. Er hielt eine Schaufel in der Hand und zeigte auf einen jüngeren Mann, der ganz in der Nähe wartete. »Mein Kollege und ich sind hier die Totengräber. Wir möchten das Grab gern zuschaufeln, wenn Sie es gestatten. Wir müssen heute noch drei weitere Gräber fertigmachen, und die Zeit drängt.«

»Geht das denn nicht maschinell?«, fragte Mary.

»Auf diesem Friedhof nicht. Er ist zu klein.«

»Ja, dann …« Mary nickte. »Lassen Sie mich noch einen Blick auf den Sarg werfen.«

»Selbstverständlich.« Der Totengräber trat pietätvoll zurück.

Mary Selnick schaute in das Grab. Und plötzlich hatte sie das Gefühl, über dem Deckel würde sich etwas bewegen. Ein Schatten nur, dunkler noch als das Holz – aber er war da.

Und er besaß Konturen.

Die eines Menschen …

Mary krampfte ihre freie linke Hand zur Faust. Sie schloss für einen Moment die Augen. Als sie wieder hinschaute, war der Schatten verschwunden.

Eine Täuschung, nichts weiter …

Mary Selnick schluckte. Sie wollte nicht mehr weinen. Hart presste sie die Lippen zusammen, drehte sich um und ging.

Die beiden Totengräber machten sich an ihre Arbeit. »Seltsame Frau«, meinte der Ältere noch, bevor er die Schaufel in den nassen Lehmhügel stach.

Mary Selnick aber ging zwischen den frischen aufgeworfenen Gräbern hindurch und erreichte schließlich den Hauptweg, der zum Ausgangstor führte.

In der Nähe befand sich eine Haltestelle. Zusammen mit anderen Trauergästen bestieg Mary Selnick den Bus und fuhr in Richtung Innenstadt.

Allein saß sie auf dem Sitz, und sie dachte an ihren verstorbenen Mann.

Den Schatten hatte sie vergessen …

*

Mary Selnick wohnte in Whitechapel, einem Stadtteil im Osten von London. Mit dem Bus waren es zehn Minuten Fahrt, dann konnte sie aussteigen.

Es war mittlerweile später Nachmittag geworden. Und es regnete noch immer. Die hellen Glotzaugen der Autoscheinwerfer zerfaserten im herabrinnenden Regen. An den Straßenrändern hatten sich Pfützen gebildet, und wenn die Reifen der Autos hindurchfuhren, schleuderten sie das schmutzige Wasser gegen die Fußgänger.

Leicht vornübergebeugt schritt Mary Selnick durch die Minories Street. Es war eine Geschäftsstraße. Ein Laden reihte sich neben den anderen. Dazwischen ein Pub oder ein Schnellimbiss.

Die Menschen hasteten aneinander vorbei. Sie hatten nie Zeit für sich und die anderen, und bei dem miesen Wetter schon gar nicht.

Marys Gedanken drehten sich um ihren Mann. Sie fürchtete sich davor, in die leere Wohnung zu kommen, mit der Gewissheit, dass ihr Mann nicht mehr lebte. Als er noch im Zuchthaus saß, hatte ihr das nichts ausgemacht.

Jetzt fühlte sie sich ungeheuer einsam.

Deshalb stoppte sie vor der Tür einer kleinen Konditorei, betrat den Laden und trank am Stehpult eine Tasse Kaffee. Sie selbst wohnte in der Hayd Street, einer schmalen Nebenstraße der Minories Street. Hier standen die Häuser dicht an dicht, und wenn man auf den Speicher des Hauses kletterte, konnte man bis zum Tower, dem berühmten Londoner Wahrzeichen, schauen.

Aber daran hatte die leidgeprüfte Witwe kein Interesse. Müde stieg sie die Treppen zum zweiten Stock hoch. Im Flur roch es muffig. Die Feuchtigkeit kroch aus allen Wänden. Der Lack des Flursockels blätterte ebenfalls ab.

Erst jetzt merkte Mary wie mies dieses Haus doch war. Mies und einsam.

Sie schloss die Tür auf.

In ihrer Wohnung herrschte Dämmerlicht. Schemenhaft nur war die an der Garderobe hängende Kleidung zu erkennen. Mary schloss die Tür. Die Diele war schmal, mehr nur ein Korridor.

Mary stellte den nassen Schirm in den Ständer und zog ihren Mantel aus, den sie an den Haken hängte. Erst jetzt machte sie Licht und ging in den Livingroom, der, durch einen Vorhang abgetrennt, auch die Küche beherbergte.

Es war eine kleine Wohnung. Zwei Zimmer, ohne Bad, und die Toilette lag ein halbes Stockwerk tiefer. Mary Selnick musste sie sich mit noch einer Familie teilen.

Sie betrat den Wohnraum und sah wieder die alten, zerschlissenen Möbel vor sich. Als sie heirateten, hatten sie und Hank sich die Möbel gekauft. Es waren keine teuren Stücke gewesen, aber doch hing Mary sehr daran. Vor allen Dingen jetzt, wo ihr Mann nicht mehr war.

Da stand sein Lieblingssessel, der mit der hohen Lehne und der Fußstütze, die ausfahrbar war, damit man das Möbelstück auch als Fernsehsessel benutzen konnte. Hier hatte Hank immer gesessen und über die Ungerechtigkeit in der Welt geschimpft. Und Mary hatte ihm zugehört. Schweigend, ohne seine Vorträge zu kommentieren.

Nun war Hank tot. Niemand würde ihr jetzt Vorträge halten, denn Mary hatte nicht mehr vor zu heiraten, und Freunde besaß sie auch keine.

Sie war allein. Mary hob die Füße hoch und lehnte sich noch stärker zurück, sodass der Sessel in die Position rutschte, in der Mary halb lag und auch fernsehen konnte.

Der Apparat war aus.

Doch irgendetwas flimmerte auf der Mattscheibe. Es bewegte sich hin und her, huschte über die graue Fläche, als wäre es ein Schatten.

Schatten?

Auf einmal fielen ihr die Geschehnisse am Grab wieder ein. Dort hatte Mary auch einen Schatten gesehen. Ein huschendes Etwas, das aus dem Sarg gekommen war.

Vielleicht war dies die Seele des Verstorbenen? Aber wie sollte sie jetzt auf den Bildschirm des Fernsehapparates gelangen.

Mary war das Ganze nicht geheuer, und sie spürte, wie eine Gänsehaut über ihren Rücken lief.

Sie setzte sich aufrechter hin und stemmte ihre Hände flach auf die Sessellehnen. Sie konnte nicht mehr länger sitzenbleiben. Dieser Schatten hatte sie beunruhigt. Mary schob den Sessel wieder in seine ursprüngliche Stellung und stand auf.

Mit vorsichtigen Schritten näherte sie sich dem Fernseher. »Hallo!«, rief sie. »Ist hier jemand?«

Keine Antwort.

Jetzt wurde sie konkreter und rief den Namen ihres Mannes. »Hank, bist du es? Zeige dich doch, auch wenn du nur als Geist erschienen bist. Hauptsache, du hast es geschafft, du bist bei mir! Hank, ich bitte dich.«

Sie blieb stehen und drehte sich dabei im Kreis. Ihre Blicke durchforschten das Zimmer, die Augen waren weit aufgerissen, und sie glaubte, dass Hank, der Verstorbene, ihr ein Zeichen geben würde.

»Bitte, Hank, melde dich …«

Ihr wurde schwindlig. Noch eine Drehung, und sie konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Sie taumelte und fiel, hatte aber Glück auf die Couch zu fallen.

»Oh, mein Gott, es ist mir übel«, flüsterte sie und wollte aufstehen, als ihr Blick plötzlich auf die Wand neben der Tür fiel.

Dort bewegte sich etwas.

Ein Schatten?

Mary Selnick stützte sich auf ihren

angewinkelten Arm. Ihre Augen wurden noch größer, ihre Lippen begannen zu zittern, die Wangenmuskeln zuckten, denn die Umrisse des Schattens, die waren ihr gut bekannt.

Sie gehörten ihrem Mann.

Hank Selnick war zurückgekehrt!

*

Der Schatten hielt sich schräg an der Wand. Er sah perspektivisch verkehrt aus, aber Mary Selnick erkannte sofort, dass es ihr Mann war und kein anderer.

Plötzlich klopfte ihr Herz schneller. Sie spürte das harte Schlagen gegen die Rippen, vor Aufregung trat ihr der Schweiß auf die Stirn und bildete dort eine kalte Schicht.

Es war aber auch die Angst. Obwohl sie sich nichts sehnlicher gewünscht hatte, als eine Rückkehr ihres Mannes, wusste sie jetzt nicht, wie sie reagieren sollte.

Mary blieb sitzen. Ihre Hände hatte sie fest um die Sessellehnen gekrallt, stoßweise ging der Atem.

»Hank?« Sie wagte kaum, den Namen ihres Mannes auszusprechen. So als könnte sie es immer noch nicht glauben, ihn bei sich zu haben – oder vielmehr seinen Schatten.

Er antwortete. Himmel, er sprach. Ja, das war seine Stimme, wie sie sie all die Jahre über gehört hatte.

»Mary, verstehst du mich?«

»Ja, Hank.«

Die Stimme kam ihr seltsam weit vor, als würde eine ganze Galaxis dazwischenliegen. So fern, so hallend, und doch so verzweifelt und auch hart.

»Du hast gewünscht, dass ich zurückkehre?«

»Das habe ich, Hank!«

Lachen erklang. Spöttisch und auch siegessicher. Der Schatten wanderte. Er glitt an der Wand entlang, streifte die Uhr und wurde zu einem abstrakten Gebilde, als er von der Sessellehne geknickt wurde. Dieses Sitzmöbel stand Mary gegenüber, und dann wanderte der Schatten auf sie zu.

Immer näher kam er. Gleichzeitig spürte Mary auch die Kälte, die der Schatten ausströmte.

Es war nicht die normale Kälte einer existenten und greifbaren Welt, sie schien aus den unendlichen Weiten des Alls zu kommen. Und sie war grausam, sodass sie sich wie ein Reif um den Körper der Frau legte, als sie die erreicht hatte.

Mary ließ sich zurücksinken. Mit dem Rücken fiel sie gegen den Stoff der Lehne, doch sie spürte es nicht. Sie merkte nur die Kälte, die immer mehr von ihr Besitz ergriff.

»Spürst du mich, Mary?«, fragte die Stimme.

»Hank, ich spüre dich!« Die Antwort war nur mehr ein Hauch. »Du – du bist zurückgekehrt?«

»Nein, nicht ich. Es ging nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Verzeih bitte …!«

»Aber dein Schatten … wo warst du?«

»Drüben war ich.«

»Im – im Himmel?« Stockend lösten sich die Worte der Frau von ihren Lippen.

»Nicht dort!« Die Antwort wurde von einem Lachen begleitet. »Man wollte mich wohl da nicht haben, was ich auch verstehen kann. Ich war aber auch nicht in der Hölle, sondern in einem Zwischenreich, dessen Herrscher ich kennengelernt habe.«

»Wer ist es?«

»Der Spuk!«

Als Mary nichts sagte, sprach der Schatten. »Ich habe viele Leidensgenossen kennengelernt. Die meisten wollen dort raus, aber sie können nicht. Und ich habe Dämonen getroffen. Oder vielmehr die Seelen getöteter Dämonen. Ich habe sie gesehen, wie sie

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