Logo weiterlesen.de
John Sinclair - Folge 0035

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Vampirfalle

Mein ganzer Körper stand unter Spannung. Von der Seite her näherte sich ein alter Vampir. Es war Ceprac, der Österreicher. Er streckte seine Arme vor und berührte mich. Dabei zog er die Lippen von den Zähnen und zeigte sein gelbes Vampirgebiss. Bis zur Schulter ließ ich ihn kommen, dann stieß ich Ihn zurück. Der Alte kam gegen mich nicht an. Er schlug zu Boden und kreischte.
Seine Landung war das Startsignal für die Zwillinge. Sofort stürmten sie auf mich zu …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

Die Vampirfalle

Tapsig fuhr der kleine Kinderarm in die Höhe. Die winzigen Finger berührten die samtweiche Haut der Frau und zeichneten unbewusst die Tränenspuren nach.

Shella Conolly presste ihren Sohn fest an sich.

Sie hatte viel geweint in den letzten Stunden. Seit man sie in dieses Gewölbe unterhalb der Leichenhalle geschafft hatte, war die Zeit für sie stehen geblieben. Sheila erlebte die Hölle auf Erden.

Zwei Vampire hatten sie kurz vor einem Theaterbesuch entführt und durch das Fenster der Damentoilette gezerrt. Dann sperrten sie sie in einen Wagen und schafften sie in eine gottverlassene Horrorgegend. Gleichzeitig kidnappten zwei andere Vampire Johnny, ihren kleinen Sohn. Er befand sich im elterlichen Bungalow in der Obhut eines Kindermädchens. Polly, so hieß das Girl, war mit dem Leben davongekommen. Aber das wusste Sheila nicht. Sie saß mit ihrem Sohn in dem unterirdischen Gewölbe und wartete darauf, dass etwas geschah.

Dass man sie rausholte – oder aber …

Sie hatte ihr Schicksal vor Augen und dachte an den Tod, denn woher sollten ihre Freunde und ihr Mann wissen, wohin man sie geschafft hatte? Der Plan musste von langer Hand vorbereitet gewesen sein. Schlimm war, dass ein drei Monate altes Baby mit hineingezogen worden war. Selbst davor schreckten diese Bestien nicht zurück.

Sheila hockte auf der untersten der kalten Steinstufen und hielt ihren Sohn auf den Armen. Der Kleine hatte etwas geschlafen, doch nun war er wach geworden und schaute Sheila mit seinen großen Augen an.

Die Frau lächelte schmerzlich. Johnny hatte ihre Augenfarbe geerbt. Der Junge war zu einem kleinen, prächtigen Kerl herangewachsen, er lachte viel und machte seinen Eltern Freude.

Bis jetzt …

Je mehr Zeit verging, umso geringer wurde die Hoffnung. Sheila wusste nicht einmal, ob es Tag oder Nacht war, dieses düstere Gewölbe machte alles gleich.

An den Wänden brannten einige Fakkeln. Sie tauchten die Umgebung in ein bizarres Zwielicht. Schatten tanzten an den hohen Stützpfeilern entlang und verloren sich in der unter der Decke liegenden Schwärze.

Längst hatte sich Sheila an das Bild gewöhnt, ebenso an die Nischen im Hintergrund des Gewölbes, die die Gebeine zahlreicher Toter beherbergten.

Ein paarmal hatte Johnny geweint. Doch Sheila war es immer wieder gelungen, ihn zu beruhigen.

Als er jetzt wieder anfing, stand sie auf und wanderte mit dem Kleinen auf dem Arm hin und her. Dabei schaukelte sie ihn und summte ihm ein Kinderlied vor, was sie eine ungeheure Überwindung kostete, denn Sheila war eher nach Weinen als nach Singen zumute.

Dass der Kleine schrie, war die natürlichste Sache der Welt. Er hatte Hunger, denn er war an seine regelmäßigen Mahlzeiten gewöhnt.

Kleine Tränen quollen aus seinen Augen und liefen wie winzige Perlen an den Wangen entlang.

Sheila küsste sie weg.

»Sei ruhig, mein kleiner Liebling. Bald – bald kommen wir hier heraus. Dann wird alles wieder gut.«

Sie sprach ihrem Sohn Trost zu, obwohl sie selbst welchen gebraucht hätte.

Aber so machten sie sich gegenseitig Hoffnung.

Sheila spürte die Wärme der Fackelfeuer, wenn sie dicht daran vorbeischritt. Die Fackeln waren aber auch die einzige Wärme- und Lichtquelle in diesem kalten und feuchten Gewölbe.

In den Ecken und Nischen hatten Spinnen ihre kunstvollen Netze konstruiert. Die langen Fäden glitzerten auf, wenn ein Lichtschein sie traf.

Zum Glück hatte Sheila noch keine Ratten gesehen. Es gab kaum Tiere, vor denen sie sich fürchtete, aber Ratten flößten ihr eine Heidenangst ein.

Johnny wurde ruhiger, und irgendwann fiel er in einen leichten Schlaf. Automatisch kehrten Sheilas Gedanken zu ihrer Situation zurück, jetzt, wo der Kleine sie nicht mehr ablenkte.

Hatte sie überhaupt noch eine Chance, diesem Verlies zu entfliehen? Konnte sie denn auf die Hilfe ihrer Freunde rechnen?

Sheila atmete schwer und blieb vor der Treppe stehen. Die Stufen führten hoch in die große Leichenhalle, wo ihre Entführer saßen. Sheila hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, nach oben zu schleichen, um vielleicht irgendwie eine Fluchtchance zu bekommen, doch mit Johnny war das unmöglich.

Der kleine Kerl schlief jetzt. Sheila spürte ihre Arme kaum noch vom langen Tragen. Aber auf den Boden betten wollte sie Johnny auch nicht. Der Stein war viel zu kalt.

Und so trug sie ihn weiter. Eine liebende Mutter, die selbst am Rande der Hoffnungslosigkeit stand.

Es war ein schlimmes Einerlei, was Sheila zu erdulden hatte. Wenn wenigstens etwas passieren würde, dachte sie, aber nichts geschah.

Sie blieb allein mit ihrer Angst und Verzweiflung.

Abermals nahm Sheila ihre ruhelose Wanderung auf. John schlief, aber irgendwann würde er erwachen und erneut vor Hunger schreien.

Das Kind brauchte Nahrung. Sheila versuchte, die trüben Gedanken zur Seite zu schieben. Es gelang ihr nicht.

Plötzlich horchte sie auf. Sie hatte das Knarren einer Tür gehört. Und es gab nur eine einzige Tür, die aus diesem Gewölbe in die Freiheit führte.

Hastig lief Sheila zurück zur Treppe. Vor der untersten Stufe blieb sie stehen.

Und dann kam Kalurac.

Er, der sich selbst als Draculas Neffe ausgab, schritt wie ein König die Stufen hinunter. Er wusste in diesen Augenblikken, was er wert war, und er fühlte sich ganz als der große Sieger. Er setzte Fuß vor Fuß. Ein durch die offene Tür fahrender Windzug wehte seinen langen Mantel auf wie einen Schleier. Deutlich stach das bleiche Gesicht aus dem Schwarz der Kleidung hervor.

Und es war ein Gesicht, das – hatte man es einmal gesehen –, nie wieder vergaß.

Dämonisch und doch faszinierend. Beherrschend waren die Augen. Sie zogen jeden in ihren Bann. Von ihnen ging eine regelrechte Hypnose aus. Der Vampir war überdurchschnittlich groß und wirkte mit seinem Umhang noch gewaltiger.

Ja, er war ein König.

Doch Sheila hielt dem Blick stand.

Vier Stufen befand sie sich tiefer. Eine Frau, die mehr als einmal ihren Mut bewiesen hatte und auch dieses Treffen mit Würde und Mut überstehen wollte.

Sie beugte sich dem Blutsauger nicht!

Kaluracs Lippen verzogen sich zu einem schmalen Lächeln, als er auf die Frau und das Kind hinabstarrte. »Noch immer so mutig?«, fragte er höhnisch.

Sheila ging auf die provozierende Frage nicht ein, sondern sagte nur: »Lassen Sie mich hier raus!«

Der Vampir lachte nur.

Doch Sheila ließ nicht locker. »Sie brauchen es nicht um meinetwillen zu tun. Aber denken Sie an den Jungen. Er ist kaum drei Monate alt und noch ein Baby. Haben Sie wirklich kein Gefühl mehr?«

»Gefühl? Was ist das?« Der Vampir schüttelte den Kopf. »Ich glaube, Sie haben noch immer nicht begriffen, mit wem Sie es zu tun haben. Vor Ihnen steht kein Mensch. Gefühle sind mir fremd. Ich will die Macht, das ist alles.«

»Und weshalb sind Sie gekommen? Nur um mir das zu sagen?«, schrie Sheila.

»Unter anderem.«

Sheila senkte den Blick. Die Grausamkeit dieses Mannes widerte sie an. Kalurac hatte recht. Sie musste umdenken. Mit Menschen hatten diese Bestien wirklich nichts gemein.

»Ich weiß einen Weg, wie Sie unter Umständen freikommen«, sagte der Untote. Seine Stimme klang dabei lauernd, aber er hatte mit diesem Satz genau ins Schwarze getroffen, das erkannte er an Sheilas Reaktion.

Sie hob den Kopf. »Was sagen Sie da?«

»Ja, Sie können hier freikommen. Allerdings muss eine bestimmte Bedingung erfüllt werden.«

»Und welche?«

»Ich will John Sinclair!«

»Nein!« Sheila wankte zwei Schritte zurück. Ihre Augen wurden groß und füllten sich mit Tränen, »Niemals!«

»Dann werden Sie ebenso elendig umkommen wie die Pesttoten in den Nisehen! « , zischte der Blutsauger. »Und ihr Sohn ebenfalls!«

Tief holte Sheila Luft. »Sie Bestie«, flüsterte sie. »Sie dreckige, miese Bestie. Irgendwann einmal, dann …«

»Sinclair wird kommen!«, peitschte die Stimme des Vampirs. »Er wird mir in die Falle gehen. Auch ohne Ihre Hilfe. Aber ich frage Sie noch einmal. Sind Sie bereit, ihm einige Zeilen zu schreiben?«

Stumm schüttelte Sheila Conolly den Kopf.

»Gut«, sagte Kalurac, »dann haben Sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Denn auch Ihr Mann oder Ihre Freunde werden von uns nicht verschont.«

Sheila Conolly raffte allen Mut zusammen. »Das wird John Sinclair zu verhindern wissen!«

»Keine Angst, ich unterschätze ihn bestimmt nicht«, erwiderte der Vampir grinsend. »Ich weiß genau, wie gefährlich dieser Mann ist. Trotzdem fordere ich ihn zum Duell heraus. Ich gegen ihn – und er ohne Waffen!«

»Er wird Sie …« besiegen, wollte Sheila noch sagen, doch sie brachte das Wort nicht über die Lippen. Sie wusste genau, dass Kalurac dem Geisterjäger in diesem Duell haushoch überlegen war.

»Ich werde Ihnen seine Leiche vor die Füße werfen«, höhnte der Untote zum Abschied, machte auf dem Absatz kehrt und schritt davon. Sein wehender Umhang nahm fast die gesamte Breite der Treppe ein.

Zurück ließ er eine weinende, völlig deprimierte Sheila Conolly, deren Hände sich wie von selbst zu einem Gebet fanden. Während die Worte flüsternd über ihre Lippen drangen, schlief Johnny, ihr Sohn, fest in ihren Armen.

Würde es für ihn jemals eine Zukunft geben?

Sheila glaubte es kaum …

*

Schlaf hatte ich in dieser Nacht kaum gefunden.

Wir waren zu meiner Wohnung gefahren. Wir, das heißt, Jane Collins, Bill Conolly, Suko, Marek und ich. Dort wollten wir auf weitere Nachrichten warten.

Inzwischen wusste ich, dass Kalurac mich allein wollte.1 Er hatte mir eine Nachricht zukommen lassen, und nun wartete ich auf die zweite Botschaft, in der ich weitere Details erfahren sollte.

Die Warterei schaffte uns alle.

Marek war mit Suko in dessen Apartment gegangen, während Jane, Bill und ich in meinem Living-room zusammenhockten. Blaugrau hing der Zigarettenqualm unter der Decke. Wir alle waren nervös, sehr nervös sogar, und Bill hatte es am schlimmsten erwischt. Im Gesicht sah er um Jahre gealtert aus. Die Haare standen wirr vom Kopf. Immer wieder war er sich mit seinen Händen durchgefahren.

»Wenn man nur wüsste, wo sie steckt«, wiederholte er seinen Standardsatz.

Wir gaben keine Antwort. Durch eine unglückselige Verkettung von Zufällen hatte Marek, der Pfähler, unseren einzigen Zeugen getötet. Dom de Louise hätte uns vielleicht sagen können, wo sich sein Herr und Meister aufhielt, der von Rumänien gekommen war und London erobern wollte. Aber Dom de Louise war tot, und wir mussten abwarten, was die andere Seite jetzt unternahm.

Das konnte dauern, aber auch schnellgehen.

Ich stand auf. Zuvor war ich für ein paar Minuten eingenickt, doch die bleierne Müdigkeit steckte mir immer noch in den Knochen. Vielleicht half eine Dusche.

»Ich mache mich mal frisch«, sagte ich.

Meine Freunde standen alle zu mir. Das wusste ich. Und jeder würde auch sein Leben einsetzen, um mich aus einer gefährlichen Situation zu befreien.

Ebenso dachte ich.

Wenn ich Sheila damit wirklich retten konnte, würde ich dem Vampir waffenlos gegenübertreten. Und wenn es mich mein eigenes Leben kostete. Doch die Sache hatte einen Haken. Ich schätzte Kalurac und seine Untoten als nicht so fair ein, dass sie Sheila auch laufen ließen, wenn ich mich erst einmal gestellt hatte. Den Grund, um mich zu vernichten, glaubte ich zu kennen.

D. Kalurac wollte freie Bahn haben!

Er wusste, dass einzig und allein ich ihm als Hindernis im Wege stand. Kalurac wäre nicht der erste Vampir, den ich erledigt hätte. In meiner Laufbahn war ich schon des Öfteren auf die Untoten gestoßen. Bisher hatte ich sie alle besiegt.

Und jetzt?

Ich streifte meine Kleidung vom Körper und stellte mich unter die prasselnden Wasserstrahlen. Wechselbäder vertrieben einen Teil der Müdigkeit. Ich hatte mein Kreuz abgestreift und es auf einen kleinen Hocker gelegt.

Das Licht der Deckenlampe wurde von dem Silber reflektiert und warf helle Punkte auf die grünen Kacheln. Noch immer wusste ich nicht, welche Bedeutung die Zeichen hatten, die in das Silber eingraviert worden waren. Doch Marek, der Pfähler, den ich in Rumänien kennengelernt hatte, schien mehr zu wissen. Leider hatten wir nicht die Zeit gefunden, näher auf die geheimnisvollen Schriftzeichen einzugehen. Und jetzt sah es so aus, als würde ich die Bedeutung nie erfahren. Doch wenn ich mich wirklich waffenlos dem Vampir stellte, war ich so gut wie verloren.

Kalurac würde nicht allein sein. Bestimmt hatte er Helfer, die an seiner Seite kämpften und die auch gegen mich vorgehen würden, aber ich konnte es nicht riskieren, meine Freunde mit in die Sache hineinzuziehen. Selbst Suko nicht.

Wie ich die Dinge auch drehte und wendete, ich stand allein auf weiter Flur.

Ich stellte die Dusche ab und griff zum Handtuch.

Im Living-room klingelte das Telefon.

Hastig schlüpfte ich in meinen Bademantel. »Moment, ich komme!« Das Wasser rann mir von den Beinen, als ich den Wohnraum betrat. Bill stand in Nähe des Apparates. Seine Hand schwebte über dem Hörer, doch als ich den Kopf schüttelte, trat mein Freund zur Seite.

Ich hob ab.

»Sinelair!«

Zuerst hörte ich nichts, vernahm nur ein Rauschen in der Leitung. Dann klang eine Stimme auf. Sie schien aus unendlicher Ferne zu kommen, aber trotzdem vernahm ich den triumphierenden Unterton.

»Sinclair, nicht wahr?«

»Das habe ich schon gesagt.«

Lachen. Hämisch und irgendwie widerlich. »Du solltest nicht so ungeduldig sein, Sinclair. Bewahre immer die Ruhe.«

»Was wollen Sie, und wer sind Sie?« Ich stellte die Fragen bewusst, obwohl mir längst klar war, mit wem ich es da zu tun hatte.

»Lass die Scherze. Hast du meine Nachricht bekommen?«

Als Antwort gab ich ein zögerndes Ja.

»Gut. Und jetzt hör weiter zu, großer Geisterjäger. Sicher wirst du deine Freunde gesund und munter wiedersehen wollen. Um das zu garantieren, musst du auf folgende Bedingungen eingehen. Du setzt dich in deinen Wagen und fährst in Richtung Ipswich. Auf der alten Landstraße. Verstanden?«

»Ja.«

»Irgendwo auf der Strecke wirst du einen Leichenwagen am Randstreifen stehen sehen. Wenn du ihn entdeckt hast, fährst du den nächsten Weg, und sei er noch so schmal, rechts rein, stellst deinen Wagen ab und und wartest. Begriffen?«

»Natürlich.«

»Alles weitere wird sich dann ergeben. Sollte es dir einfallen, uns reinlegen zu wollen, werden nicht nur die Frau und das Kind sterben, sondern Hunderte von Menschen bekommen von uns den Vampirkuss. Was dann geschieht, brauche ich dir ja nicht erst auszumalen.«

Nein, das brauchte er wirklich nicht. Aber ich wollte Sicherheiten und fragte auch danach.

Der Vampir lachte höhnisch. »Sicherheiten? Du musst dich schon auf mein Wort verlassen, Geisterjäger.«

Auf das Wort eines Vampirs. Das war nicht mehr wert, als ein ungedeckter Scheck. Aber ich hatte, verdammt noch mal, keine andere Möglichkeit.

»Und wann soll ich fahren?«

»Um genau sechzehn Uhr!« Er lachte wieder. Dann wurde er jedoch schlagartig wieder ernst. »Noch einmal, keine Tricks. Wir würden es früh genug merken.«

Ich wollte noch eine Frage stellen, doch da hatte er schon aufgelegt.

Jane und Bill schauten mich an. Sie wussten längst, was los war. Bill sprang aus seinem Sessel hoch.

»Und?« Sein Gesicht war verzerrt. In seinen Augen leuchteten Hoffnung und Verzweiflung zugleich.

Ich drückte Bill zur Seite und zündete mir eine Zigarette an. »Er hat mir soeben den Treffpunkt genannt.«

Bill zog mich an der Schulter zurück. »Wo?«

»Das sage ich dir nicht.«

»Du musst es aber, John!«, schrie er. »Du musst es!«

Ich schrie zurück. »Willst du das Leben deiner Frau und deines Sohnes aufs Spiel setzen?«

Bill wurde blass. Noch nie hatte ich ihn so angeschrien. Er schaute mich mit einem Blick an, den ich nie vergessen würde.

»Himmel, John«, flüsterte Jane.

Ich wischte mir über die Stirn. Verdammt, auch ich war nervös. Die Ereignisse der letzten Tage hatten bei mir ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen.

»Entschuldige, Bill«, sagte ich.

»Schon gut, John. Ich weiß, wie dir zumute ist. Ich an deiner Stelle würde auch nicht anders handeln.«

Ich schlug meinem Freund auf die Schulter und ging, mich anzukleiden.

An der Tür holte mich Janes Stimme ein. »Wann sollst du fahren, John?«

Ich lehnte mich gegen das Holzfutter und warf Jane einen schrägen Blick zu. »Um sechzehn Uhr.«

»Bis dahin ist noch Zeit.«

»Sic ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "John Sinclair - Folge 0035" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen