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Jesse Trevellian - vom Geheimdienst gehetzt

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Inhaltsverzeichnis

  • Jesse Trevellian – vom Geheimdienst gehetzt
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Jesse Trevellian – vom Geheimdienst gehetzt

Krimi von Thomas West


Der Umfang dieses Buchs entspricht 117 Taschenbuchseiten.


Dr. Yoshkun Erdan ist Kurde und Präsidiumsmitglied der PKK, er hat sich aus seiner Heimat abgesetzt, weil er aus dem sinnlosen Krieg aussteigen wollte. Von Geheimdiensten verfolgt, gelingt ihm im letzten Moment die Flucht nach New York. Die türkische Regierung bittet die USA, Erdan dort aufzuspüren und an die Türkei auszuliefern, deshalb soll das FBI ermitteln. Aber auch die Iraker wollen Erdan beseitigen lassen und haben einen Killer auf ihn angesetzt. Jesse Trevellian und seine FBI-Kollegen arbeiten fieberhaft daran, den Flüchtigen zu finden. Als Erdan entdeckt wird, taucht er unter - dann überschlagen sich die Ereignisse: Bevor der Kurde von seinen Verfolgern geschnappt wird, rückt das FBI an – und nach einer wilden Schießerei am Hudson River ist Jesse Trevellian spurlos verschwunden ...


1

Er steuerte den alten Toyota auf den Frauenparkplatz. Seine Augen flogen über die Parkreihen, die Rampe hinauf zur zweiten Ebene, in den Rückspiegel, durch die Windschutzscheibe hin zu der düsteren Fassade des Abflugterminals. Dann erst stieg er aus.

Eine Umhängetasche, einen kleinen Trolley - mehr Gepäck holte er nicht aus dem Kofferraum. Seine Schritte hallten durch das Parkhaus des Düsseldorfer Flughafens. Das Geräusch machte ihn genauso nervös, wie die Scheinwerferkegel der ein- und ausfahrenden Wagen. Ihr wechselndes Licht verkürzte und dehnte seinen Schatten, warf ihn von links nach rechts, oder ließ ihn zeitweise ganz verblassen.

Er überquerte die Taxizufahrt und hastete an der Außenwand der Flughalle entlang. Fast im Sekundentakt sah er sich um. Die von hinten heranrollenden Taxen, der Mann, der ihn im Dauerlauf überholte, die ihm entgegenkommende Frau, die plötzlich stehen blieb und hektisch ihre Handtasche durchwühlte - kaum ein Geräusch, kaum eine Bewegung, kaum eine Geste, die sein Hirn nicht als potentielle Gefahr registrierte.

Dann der erste der vier doppeltürigen Eingänge. Er drückte die Glastür auf und spürte die Nähe des Todes, noch bevor er einen seiner Jäger entdeckte.

Wie von selbst bewegten sich seine Beine plötzlich. Weg von seinem ursprünglichen Ziel, dem Schalter von British Airways, hin zum Zeitungskiosk kurz vor dem zweiten Eingang. Sein Blick flog über die vielen Menschen in der Flughalle. Und blieb für den Bruchteil einer Sekunde an zwei aufgeschlagenen Zeitungen hängen. Von den Männern dahinter sah er nur die Hosenbeine.

Es hatte Zeiten in Yoshkun Erdans Leben gegeben, in denen konnte er über Marktplätze, durch Bahnhofshallen oder Parkhäuser gehen, ohne sich auch nur einmal umzusehen. Zeiten, in denen sein Blick beim Betreten einer Bank, eines Supermarktes oder einer überfüllten Flughalle zuallererst und zwangsläufig an der erstbesten schönen Frau hängen geblieben war. Vorbei.

Er lehnte sich seitlich gegen den Verkaufstresen des Kiosk, warf einen Blick auf die türkischsprachigen Zeitungen und verlangte die > Özgür Politika<. Aus den Augenwinkeln beobachtete er die beiden Männer. Sie standen etwa fünfzig Meter von ihm entfernt an der Rolltreppe zur S-Bahn.

Einer von ihnen hatte sich die Zeitung inzwischen unter den Arm geklemmt und drückte sich ein Handy gegen das Ohr. Sonnenbrille, schwarzhaarig, dunkler Teint, buschiger Schnurrbart - Yoshkun Erdan registrierte den südländischen Habitus. Die beiden waren vermutlich Landsleute. Oder Irakis?

Wie von selbst schlugen seine Hände den Sportteil auf. Mit seinen Gedanken war er ganz woanders. Während er so tat, als würde er die aktuelle Tabelle der türkischen Meisterschaftsspiele studieren, checkte er in Wirklichkeit seine Chancen durch.

Entweder würden die beiden sich damit begnügen sein Reiseziel und seine Ankunftszeit auszuspionieren. Schlussfolgerung: In London, auf dem internationalen Flughafen von Heathrow, würden Sicherheitskräfte der türkischen Botschaft ihn in Empfang nehmen.

Vielleicht käme er in London auch noch bis zum Taxistand. Spätestens dort aber würden Männer des irakischen Geheimdienstes zuschlagen. Und zwar nicht mit Handschellen.

Oder aber sie riefen gerade ihre Leute zusammen, die sich an anderen Stellen des Flughafens postiert hatten. Schlussfolgerung: Sie würden in den nächsten Minuten zugreifen. Verhaftung oder Hinrichtung - je nachdem, zu welchem Lager die beiden an der Rolltreppe gehörten.

Yoshkun hatte nur eine Chance. Sie war lächerlich gering. Aber er war schon durch engere Maschen geschlüpft.

Er legte die Zeitung zusammen und steckte sie in die Tasche seines abgewetzten Jacketts. Dann die obligatorische Schachtel Marlboro. Auch so eine Bewegung, die ohne Zutun seines Bewusstseins funktionierte: Schachtel aus der Hemdtasche, Zigarette aus der Schachtel und zwischen die schmalen Lippen. Vierzig bis fünfzig Mal am Tag.

Den Trolley hinter sich herziehend schlenderte er zum Ausgang. Er hatte seine Waffe im Auto gelassen. Selbstverständlich. Das Risiko der Entdeckung bei der Gepäckkontrolle war noch größer als das Risiko auf dem Flughafen seinen Häschern in die Hände zu laufen. Aber genau das war jetzt geschehen.

Sein Pulsschlag trommelte in seinem Schädelinneren gegen die Schläfen. Äußerlich wirkte er ruhig, fast gelangweilt.

Fast hüfthohe, spindelartige Eternitaschenbecher flankierten die Glasfront. In der Flughalle herrschte Rauchverbot. Yoshkun zündete sich also die Zigarette draußen an und trat auf den Gehsteig. Ein Wartender wie viele. Scheinbar. Unablässig aber flogen seine Augen über Taxen, Menschen, Parkhausdecks und zurück in die Flughalle.

Die beiden Männer durchquerten jetzt die Halle und näherten sich ihm von hinten. Links, etwa hundert Meter entfernt, öffneten sich die hinteren Türen eines Taxis. Zwei Männer stiegen aus. Südländischen Typs. Rechts, ebenfalls gut hundert Meter entfernt, lösten sich zwei Männer aus dem letzten Eingang zur Flughalle.

Yoshkun packte seinen Trolley, ließ die Zigarette fallen und spurtete los.

Über die Zufahrt, die niedrige Begrenzungsmauer des ersten Parkhausdecks, und dann zwischen die parkenden Wagen. Er stieß sein Gepäck unter ein Fahrzeug und schlich geduckt in Richtung Frauenparkplatz.

Schon hörte er die Schritte seiner Verfolger hinter sich auf den Asphalt knallen. Gefährlich waren die beiden, die aus dem Taxi gestiegen waren. Sie würden versuchen, ihm den Weg abzuschneiden. Männerstimmen hallten durchs Parkhaus.

Unentdeckt erreichte er seinen Toyota. Durch die Fenster des daneben geparkten Wagens sah er wie seine Verfolger in einer Sechserkette das Parkhaus durchkämmten. Die Art wie sie Zeitungen oder Jacken vor ihren Bäuchen hielten, ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: Alle sechs waren bewaffnet.

Yoshkun schlüpfte in das Fahrzeug, zog eine Beretta unter dem Beifahrersitz heraus und ließ sich auf der Beifahrerseite wieder zum Wagen herausfallen.

Von Auto zu Auto huschte er zurück zu seinem Gepäck. Als er sich aufrichtete, um zurück zur Flughalle zu laufen, entdeckten sie ihn. Er schoss ohne zu zögern. Zwei der Männer gingen schreiend zu Boden, die anderen suchten Deckung zwischen den Parkreihen.

Yoshkun spurtete los. Am Eingang rannte er einen Raucher um, in der Flughalle sprangen die Leute beiseite, um ihm Platz zu machen, auf der Rolltreppe wurden ihm erbitterte Flüche hinterhergeschickt, als er sich durch die Menge nach unten drängte.

Der Bahnsteig war wie leer gefegt - die letzten Fahrgäste drängten sich eben in eine wartende S-Bahn. Yoshkun hechtete ins Innere des Zuges kurz bevor die Tür sich schloss.

Wieder einmal war das Schicksal gnädig mit ihm.

Schwer atmend ließ er sich in einen freien Sitz fallen. Die Bahn fuhr an. Yoshkun sah sich um. Zwei seiner Verfolger arbeiteten sich eben durch die vielen Menschen auf der Rolltreppe. Seufzend schloss er die Augen. Entkommen! Wieder einmal entkommen ...

In Düsseldorf Hauptbahnhof stieg er aus. Er nahm den nächstbesten Intercity Express nach Hamburg. Und von dort ging es über Kopenhagen nach Stockholm. Die Freunde dort würden ihm helfen.

Er musste raus aus Europa, kostete was es wollte ...



2

Die Frau konnte sich keine zwei Minuten auf den Monitor ihres Computers konzentrieren. Ständig schickte sie ihre Blicke auf Reisen an den Nachbarschreibtisch. Zu mir.

Dabei waren wir nur essen am Abend zuvor. Ich wollte, dass sie ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte - das Betriebsklima in der Bank interessierte mich, wer es mit wem konnte und wer nicht, wie der Chef ist, und so weiter. Sie redete fast ununterbrochen.

Anschließend hatte ich sie hinüber nach Brooklyn zu ihrem Apartment gefahren. Und zum Abschied ein Küsschen auf die Wange. Sonst nichts. Wirklich wahr.

Und heute Morgen verschlang sie mich mit ihren Blicken, als hätten wir die ganze Nacht in ihrem Bett herumgetobt.

Nicht dass Lydia Cellar hässlich gewesen wäre. Im Gegenteil: Kurze schwarze Locken, große braune Augen, schmales niedliches Gesicht mit einem köstlichen Stupsnäschen, höchst appetitliche Figur - schon auf der Schwelle zum Schalterraum der Bank war mir die knapp fünfundzwanzigjährige Frau vor zwei Tagen aufgefallen.

"Na wunderbar", dachte ich, "Arbeit und Vergnügen - so eng beieinander kann das liegen ..."

Lydia war auch ein nettes Mädchen. Durchaus. Aber ich merkte schnell, dass sie redete wie ein Wasserfall. Und dass sie zu der Sorte Frau gehörte, die möglichst schnell geheiratet werden will. Ich hab' eine Antenne für so was ...

Beruflich stehe ich auf redselige Frauen. Seit gestern Abend wusste ich zum Beispiel, dass der Kassierer der Bankfiliale schon zwei Entziehungskuren hinter sich hatte. Und laut Lydia immer noch soff.

Und dass der Filialleiter sich vor zwei Jahren ein Wochenendhaus mit Privatstrand auf Staten Island gekauft hatte. Lydia konnte sich nicht genug darüber wundern, woher der Mann das Geld nahm, um die Immobilie abzustottern.

Und dass der neue Anlageberater keine Gelegenheit ausließ, um am Stuhl des Filialleiters zu sägen, hatte ich auch erfahren.

Keine langweiligen Informationen, wenn man bedachte, dass im letzten halben Jahr fünf Filialen des > International Merchant Institutes< überfallen worden waren und wir von einem internen Komplizen der Bankräuber ausgingen.

Wie gesagt: Beruflich stehe ich auf redselige Frauen, und der Abend mit Lydia war vom beruflichen Standpunkt aus auch sicher ein Erfolg gewesen. Dass sie mich jetzt aber mit ihren Blicken befummelte, machte mich weiter nichts als nervös.

Ich lächelte zwei-, dreimal zurück. Dann tat ich so, als würde ich in meiner Arbeit versinken.

In der Filiale hielt man mich für einen McKinsey-Mitarbeiter. Diese Unternehmensberatung entwickelte seit einiger Zeit ein Marketingkonzept für das > Merchant International Institute<. Es ging um die Erforschung von Kundenbedürfnissen, Schichtzugehörigkeit der Kunden, kundenorientiertes Verhalten der Mitarbeiter und so weiter. Kurz: Die Unternehmensberatung sollte für die Bank herausfinden, wie man noch mehr Kunden dazu bringt, noch mehr Geld dem > International Merchant Institut< anzuvertrauen.

Nur zwei, drei Häuptlinge aus der Chefetage der Bankzentrale in der Wall Street kannten meine wahre Identität.

Wir arbeiteten mal wieder mit der > Bank Robbery Task Force< zusammen. Die Spezialtruppe aus Beamten der City Police und des FBI hatte mir eine Vita als Diplompsychologe aufgebaut. Ich hatte sogar einen entsprechenden Kurs absolviert. Jeder Mitarbeiter in der Bankfiliale glaubte, ich würde Kunden und Mitarbeiter beobachten, Betriebsabläufe dokumentieren, und mich ansonsten mit Kundenbefragung und Kundendateien befassen.

Weit gefehlt. Auf meinem linken Monitor flimmerten zwar lange Tabellen mit Kundendaten, mich aber interessierte fast ausschließlich der rechte. Über ihn konnte ich via Videokamera den Eingang der Bank beobachten. Und im linken Bügel meiner Fensterglasbrille war ein Lautsprecher eingebaut, aus dem hin und wieder Milos oder Orrys Stimmen zu hören waren.

Die beiden Kollegen wechselten sich am Fenster eines Hotelzimmers gegenüber der Bank ab und machten mich auf jeden Kunden aufmerksam, der ihnen verdächtig vorkam. Verdächtig hieß im schlimmsten Fall: Zu zweit oder dritt aus einem Wagen steigen und die Bank betreten, während ein Chauffeur im Auto zurückblieb und den Motor laufen ließ.

Die Bankfilialen waren ausnahmslos an Tagen überfallen worden, an denen extrem viel Geld im Banktresor gelagert war. Wir glaubten nicht an einen Zufall. Außerdem schienen die Täter sich in den Räumlichkeiten der Bankfilialen so gut auszukennen, als hätten sie Häuser selbst gebaut. Unsere Theorie: Sie erhielten Tipps von einem Insider. Was lag näher?

Also gehörte es auch zu meinem Job, die Mitarbeiter der Filiale genau unter die Lupe zu nehmen.

In zwölf der dreiundzwanzig Filialen, die das > International Merchant Institute< in New York City betrieb, hatten wir Special-Agents eingeschleust. Der fünfte Überfall lag vier Wochen zurück. Der sechste würde in den nächsten Tagen stattfinden. Daran zweifelte niemand im FBI-District und in der > Bank Robbery Task Force<. Wir waren vorbereitet.



3

Zwischen den Säulen des United States Courthouse der unvermeidliche Pulk der Presseleute. Emma O'Fancy verdrehte die Augen. Sie verriegelte ihren roten Ford Mustang und stieg die Vortreppe zu dem tempelartigen Unterbau des Gerichtsgebäudes hinauf.

Und schon ging ein Gewitter von Blitzlichtern und Fragen auf sie nieder. "Glauben Sie, die Geschworenen werden sich ihrem Strafmaß anschließen?" - "Warum gleich die Todesstrafe, Mrs. O'Fancy?" - "Was ist mit Baxters Alibi?" und so weiter und so weiter.

"Kein Kommentar!" Emma drängte sich durch die Kohorte der Medienleute. "Fragen sie mich heute Abend nach der Urteilsverkündung wieder." Sie drückte einen der großen Türflügel auf und rettete sich ins Foyer des Gebäudes.

Der Prozess gegen Timothy Baxter hatte viel Aufsehen erregt. Nicht nur in New York City. Der Weiße hatte eine schwarze Frau vergewaltigt und anschließend erdrosselt. Davon jedenfalls war Emma O'Fancy überzeugt.

Die Verteidigung hatte versucht, dem Opfer eine Teilschuld zuzuschieben. Keine Kunst - die Frau war nicht nur tot, sondern auch eine Prostituierte gewesen. > Totschlag im Affekt< - sie habe Baxter solange gedemütigt, bis der durchgedreht sei.

Emma holte den Aufzug und drückte auf den Knopf für das sechzehnte Stockwerk. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor acht. Wie immer würde sie pünktlich in ihrem Büro erscheinen. Pünktlichkeit war nur eines ihrer Prinzipien.

Hartnäckigkeit ein anderes. Sie hatte gearbeitet wie ein Pferd - jedes Beweisstück geprüft, sich in jeden Ermittlungsschritt eingeschaltet, jedem Verhör beigewohnt und den ermittelnden Beamten Dampf gemacht. Sie war nicht mehr besonders beliebt bei der Mordkommission des Neunten Reviers. Nicht alle ermittelnden Beamten konnten ihren Eifer nachvollziehen - ein junger Weißer, eine schwarze Hure: Dumm gelaufen, aber deswegen gleich eine Mordanklage konstruieren?

Die Lifttüren schoben sich auseinander. Emmas Pumps knallten über den Boden der Zimmerflucht. Der energische, schnelle Gang war eines ihrer Markenzeichen. Die Tür des Chefzimmers ging auf, der silberhaarige, akkurat frisierte Aristokratenschädel Ralph Millards erschien im Türrahmen. Ihr Chef.

"Dein Plädoyer gestern war hervorragend, Emma." Er kam heraus und drückte ihr die Hand. "Gratuliere. Wir kriegen den Kerl. Wenn nicht auf den elektrischen Stuhl, dann wenigstens lebenslang hinter Gitter. Weiter so."

"Danke." Emma konnte ihre Genugtuung kaum verbergen. Sie war mit dreiunddreißig die jüngste Staatsanwältin im Team von Millard. Und es war ihr erster Mordprozess. Die Kollegen munkelten hinter vorgehaltener Hand, dass der Chefankläger Emma O'Fancy nicht nur wegen ihrer juristischen Qualitäten mit dem Fall betraut hatte. Jeder wusste, dass Millard versuchte, seiner jungen Assistentin sein Hobby schmackhaft zu machen. Jeder wusste, dass der geschiedene Mann scharf auf die Frau war. Und jeder wusste, dass Emma ihn seit über einem Jahr hinhielt.

Millard zog die Tür hinter sich zu und senkte die Stimme. "Wie wäre es, wenn wir heute Abend nach dem Prozess zusammen essen gehen?" Er setzte sein weltmännisches Lächeln auf. Manchmal schien er sich für unwiderstehlich zu halten. Nicht der einzige Zug an ihm, der Emma nervte. "Wir müssen doch unseren Sieg feiern."

"Warten wir es erst einmal ab, ob es überhaupt etwas zu feiern gibt."

"Daran zweifle ich nicht. Aber zum Drachenfliegen morgen Nachmittag kann ich dich abholen?"

"Versprochen ist versprochen."

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