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Jerry Cotton - Folge 3023

Der Tod aus dem Nichts

Als Lester B. Malwick die Roberto Clemente Bridge passierte, schaute er wie immer zum westlichen Pfeiler.

»Guten Morgen, Euer Ehren«, rief eine Männerstimme.

Das andere Kajak näherte sich und kam neben dem Richter zum Halten. Aus dem Augenwinkel registrierte Lester ein weiteres Kajak.

»Ja, Ihnen auch einen guten Morgen«, erwiderte er.

Der kräftig gebaute Mann lächelte breit und packte dann unvermittelt zu. Bevor der Richter erkannte, was die beiden Männer vorhatten, befand er sich bereits unter Wasser.

Ein Blick auf ihr persönliches Aufgabenprogramm zeigte Mai-Lin Cha, dass sie alle dringlichen Angelegenheiten rechtzeitig abgewickelt hatte. Zufrieden mit sich klickte die Informatikerin auf ein Icon und vertiefte sich in eine Entschlüsselung. Obwohl der Mord an Edward G. Homer längst aufgeklärt war, barg die Festplatte seines Rechners immer noch einige Geheimnisse. Assistant Director High hatte die Computerspezialistin daher gebeten, wann immer ihre anderen Aufgaben es zuließen, diesen auf die Spur zu kommen. Das war eine ausgesprochen reizvolle Aufgabe, der sie sich mit größtem Eifer hingab.

»Oh je«, stieß sie plötzlich hervor.

Mai-Lin hatte eine Datei entschlüsselt, konnte aber auch mit den lesbaren Angaben darin wenig anfangen. Sie nippte an ihrer Tasse mit grünem Tee und hob schließlich den Blick. Dr. Fortesque studierte etwas auf dem Monitor seines Bildschirms. Mai-Lin setzte die Tasse ab und ging hinüber zu ihm.

Da ihr Kollege sehr in seine Aufgabe vertieft war, befand sie sich in einem Dilemma. Mai-Lin störte andere Menschen sehr ungern, und doch benötigte sie seine Hilfe. Schließlich löste sie das Problem mit einem verlegenen Räuspern, woraufhin Fortesque sie verblüfft anstarrte. Der Physiker hatte seine Kollegin nicht bemerkt, so leise war Mai-Lin an seinen Schreibtisch gekommen.

»Wo kommt der Rauch her? Brennt die Mikrowelle?«, fragte Fortesque.

Als sich Mai-Lins braune Augen erschrocken weiteten, lachte er laut los und hielt seine Kollegin zurück, die hinüber zur Küchenzeile rennen wollte.

»Das war ein Scherz, Mai-Lin. Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragte er.

Sie lachte erleichtert auf und erklärte ihm ihr Problem.

»Schicken Sie mir einfach die Datei rüber. Ich werfe gleich einen Blick darauf«, schlug er vor.

Fortesque schloss die geöffnete Datei und wandte sich anschließend sofort der neuen Herausforderung zu. Mai-Lin schaute von ihrem Schreibtisch hinüber, bis Fortesque den rechten Daumen zur Bestätigung in die Höhe reckte.

Danach vertiefte er sich in die Liste mit technischen Formeln, Diagrammen und Skizzen. Nach einer halben Stunde begann Fortesque hektisch weitere Dateien im System aufzurufen und stieß schließlich einen lauten Ruf aus. Mai-Lin sprang auf und eilte zu ihrem Kollegen, um den Anlass für seine Aufregung zu erfahren.

»Ist Ihnen gerade eingefallen, dass es Ihr Essen in der Mikrowelle war, das den Brand ausgelöst hat?«, fragte sie.

Ihr Kollege schaute Mai-Lin völlig verwirrt an. Sie erkannte, dass ihr Scherz nicht richtig rübergekommen war.

»Sorry, ich dachte, es wäre lustig«, entschuldigte sie sich.

»Oh, äh … Nein, es geht um diese Skizze. Wenn mich nicht alles täuscht, ist es der Plan für einen Mordanschlag. So könnten zwei Männer einen dritten mit seinem Kajak unter Wasser drücken und ihn ertränken«, erwiderte Fortesque.

»Das kommt mir irgendwie bekannt vor«, staunte Mai-Lin.

Ihr Kollege nickte aufgeregt und deutete dabei auf die Datei, die er jetzt auf seinem Monitor geöffnet hatte. Darin wurde der rätselhafte Tod eines Richters aus Pittsburgh beschrieben.

»Ich verwette mein Monatsgehalt darauf, dass man Lester Malwick genauso ermordet hat«, rief Fortesque.

In diesem Augenblick betrat Dr. Willson das Labor und hörte den Aufschrei. Neugierig geworden, ging er ebenfalls an den Schreibtisch von Fortesque.

»Was ist denn so spannend hier?«, erkundigte er sich.

Mai-Lin Cha und Fortesque erklärten es ihrem Kollegen, der am Ende einen leisen Pfiff ausstieß.

»Und Sie meinen, dass auch die anderen Beschreibungen als Vorlage für einen Mord gedacht sind?«, hakte er nach.

Fortesque schaute Willson verblüfft an.

»So weit habe ich noch gar nicht gedacht«, gestand er.

»Dafür bin ich ja da, um euch Normalsterblichen zu solchen Erkenntnissen zu führen«, sagte Gerold.

Ausnahmsweise ließ Fortesque diese Spitze unbeantwortet. Er scrollte durch die Datei, die Mai-Lin entschlüsselt hatte. Schließlich blieb sein Blick an einer Formel unter einem Balkendiagramm hängen. Fortesque öffnete eine neue Datei und überflog blitzschnell die Einträge. Dann schaute er mit einem ungläubigen Blick zu Willson.

»Teufel auch! Sie könnten recht haben. Erinnern Sie sich an den Chemieunfall in Atlanta?«, fragte er.

»Frederickson, der Kandidat für den Posten des Bürgermeisters. Er ertrank vor zwei Jahren in seinem Swimmingpool«, antwortete Willson.

Mit einem Nicken deutete Fortesque auf die beiden nebeneinander stehenden Monitore.

»Links sieht man die Blutanalyse der Kriminaltechniker. Die Darstellung rechts stammt aus der Datei von Mai-Lin«, erklärte er.

Die Spezialisten aus dem Labor in Atlanta waren auf eine minimale Dosis eines Muskelrelaxans gestoßen, ohne daraus einen Hinweis auf Fremdeinwirkung ableiten zu können. Es hatte weder im familiären Umfeld noch bei den politischen Mitbewerbern ein mögliches Motiv für einen Mord gegeben. Die drei Wissenschaftler tauschten Blicke aus.

»Da sind Sie ja auf etwas gestoßen, Mai-Lin. Woher kommt diese Datei?«, fragte Gerold.

Sie erklärte es ihm. Gerold entschied sich daher, umgehend ein Gespräch mit AD High zu führen.

Obwohl es bereits nach sechs Uhr abends war, konnte Gerold noch mit Dorothy sprechen. Die unermüdliche Sekretärin des Leiters der Field Operation Section East meldete sich bereits nach dem zweiten Rufzeichen. Sie hörte geduldig zu und versprach dem Wissenschaftler, Mr High eine Nachricht zu hinterlassen. Er befand sich in einer wichtigen Besprechung, die Dorothy wegen dieser Angelegenheit nicht unterbrechen wollte.

»Es betrifft keine laufende Ermittlung. Vermutlich wird der Chef sich erst morgen im Laufe des Vormittags bei Ihnen melden«, sagte sie.

Das reichte Willson völlig und so kehrten die Wissenschaftler wieder zurück an ihren jeweiligen Arbeitsplatz.

***

Jeder Plan hatte seine Schwachstellen. Dennoch spürte Brandon Eager seit einiger Zeit, dass seine Geduld zu Ende ging. Vor acht Jahren hatte er sich dem Potomac-Syndikat angeschlossen, da dessen Ziele für ihn absolut vielversprechend aussahen. Brandon fügte sich in die vorgegebene Laufbahn und kletterte tatsächlich die Karriereleiter empor.

Doch seit einem Jahr trat seine Entwicklung quasi auf der Stelle, und das machte den Rechtsanwalt langsam wütend. Er saß zusammen mit Devin, dem stellvertretenden Bezirksstaatsanwalt, und Emma, der Lobbyistin, in einem der speziellen Räume des Jefferson-Clubs.

»Ich sollte längst entweder in der Holding oder direkt bei einem Abgeordneten einen Posten einnehmen. Warum plage ich mich also weiterhin mit den langweiligen Mandanten in der Kanzlei herum?«, fragte Brandon.

Wie immer schwang unterschwellig in der Frage eine Beschwerde oder eine Drohung mit – wie es seine Gesprächspartner je nach Situation interpretieren würden. Der verärgerte Blickwechsel ließ Brandon Eager das Zweite vermuten.

»Du kannst jederzeit auf die Kontakte deines Vaters zurückgreifen, Brandon. Doch damit wirst du später angreifbar, wie wir dir bereits mehrfach erklärt haben. Es zeichnet sich aber auch eine Lösung ab, falls du dir einen Job im Büro eines Senators vorstellen kannst«, erwiderte Emma Nielman.

Schlagartig verflog Brandons Missmut. Eine Anstellung bei einem Senator verschaffte ihm wertvolle Kontakte innerhalb des politischen Machtzirkels der Hauptstadt.

»Republikaner oder Demokrat?«, fragte er.

Ein herausforderndes Grinsen flog über das kantige Gesicht von Emma Nielman, die niemand auf ihre weiblichen Attribute reduzieren konnte. Sie war fast sechs Fuß groß und hatte ein Gesicht, das kaum einen durchschnittlichen Mann in erotische Träume versetzen würde. Was bei ihrem Bruder als männliche Ausstrahlung zu seinem Vorteil gereichte, zwang Emma zu einem Leben ohne weibliche Tricks.

»Demokrat. Ist das ein Problem für dich?«, fragte sie lauernd.

Für einen Augenblick flog ein dunkler Schatten über Brandon Eagers Gesicht. Doch dann schüttelte er trotzig den Kopf.

»Nein, völlig egal. Ist ja sowieso nur eine weitere Station«, erwiderte er.

Mit dieser Antwort gab Emma sich zufrieden. Gedanklich fertigte sie jedoch eine Notiz an. Sie würde später mit ihrem Mentor im inneren Zirkel reden und ihm ihre Bedenken über Eagers Zuverlässigkeit mitteilen. Emma hasste es, wenn wertvolle Ressourcen verschwendet wurden. Das Syndikat investierte viel in jeden Kandidaten, daher durfte es möglichst keine Ausfälle geben.

***

Der morgendliche Termin bei Mr High verlief kurz und schmerzlos. Phil und ich hatten nicht einmal die Zeit, uns zu setzen.

»Dr. Cha ist auf eine Datei gestoßen, deren Inhalt uns möglicherweise mehr über zwei Anschläge erzählen kann. Fahren Sie nach Quantico und überprüfen Sie, inwieweit dort Handlungsbedarf besteht«, ordnete der Chef an.

Auf der Fahrt diskutierten Phil und ich, wie lange der Mord an Edward G. Homer nachwirkte.

»Ich hätte nicht erwartet, dass Mai-Lin auf dem Rechner immer noch brisantes Material zutage fördert«, sagte ich.

Während ich den Ford Interceptor steuerte, studierte Phil die aktuellen Meldungen am Monitor in der Mittelkonsole.

»Der Chef hätte ihr den Auftrag sicherlich nicht erteilt, wenn er nicht genau mit solchen Dingen gerechnet hätte«, antwortete er.

Ich warf ihm einen Seitenblick zu. Seine Antwort ließ mich vermuten, dass Phil mehr wusste.

»Raus mit der Sprache. Was weißt du, was ich nicht weiß?«, hakte ich nach.

Phil lehnte sich mit einem leisen Seufzer in den Beifahrersitz zurück und zog sein Sakko zurecht. Offenbar suchte er nach den passenden Worten.

»Mr High hat Mai-Lin und mich bei einem Gespräch gebeten, die noch offenen Fragen in Bezug auf Homers Ermordung im Blick zu behalten«, antwortete er.

Damit konnte ich kaum mehr anfangen. Phil drückte sich offenkundig um eine schlüssige Beantwortung herum, und das versetzte mir einen Stich. Wir waren weit mehr als nur Kollegen.

»Du willst oder darfst mich nicht einweihen, richtig?«, fragte ich.

Meine Verärgerung kam deutlicher rüber als gewollt. Phil seufzte erneut und wandte sich dann mir zu.

»Es ist kein echter Auftrag, Jerry. Mai-Lin ist eine Koryphäe als Informatikerin. Sie kann aber den Wert einer Information nur bedingt auf seine Tauglichkeit in Hinblick auf eine Ermittlung einschätzen. Mr High kann nicht ständig für Mai-Lin zur Verfügung stehen, und daher bat er mich, als Ansprechpartner für sie da zu sein. Das ist auch wirklich alles, Jerry«, erklärte er.

Der Sinn dieser Maßnahme leuchtete mir zwar ein, aber es blieb ein störendes Gefühl zurück. Phil spürte es.

»Mensch, Jerry. Was würde passieren, wenn Mai-Lin dich als Ansprechpartner hätte und mit dir über Einträge in einer Registry-Datei sprechen muss?«, fragte er.

Ich schluckte meinen Verdruss hinunter und gab mich geschlagen.

»Schon verstanden, Partner. Ich hätte dich eingeschaltet, und das wusste der Chef natürlich auch. Sorry«, antwortete ich.

Damit war das Thema vom Tisch, und als wir ins Labor kamen, begrüßte uns Mai-Lin mit einem warmen Lächeln.

Phil organisierte uns aus der Küche frischen Kaffee und dann setzten wir uns am Tisch von Mai-Lin zusammen. Sie schilderte uns, wie sie auf die Datei gestoßen war und welcher Inhalt nach der Verschlüsselung erkennbar wurde.

»Die Fülle an technischen Details brachte mich dazu, FGF um seine Hilfe zu bitten. Das hier konnte er bereits aufdecken«, erklärte Mai-Lin.

Zehn Minuten später gesellte sich ein völlig entspannter Fortesque zu uns. Er hatte die beiden technischen Aufstellungen aus dem Rechner von Edward G. Homer mit Erkenntnissen der Kriminallabore aus Pittsburgh und Atlanta zusammengeführt.

»Demnach wären es also Planungsdetails für die Morde an Richter Malwick und dem Bürgermeisterkandidaten Frederickson. Das wollen Sie uns damit doch sagen, oder?«, fragte ich.

Er nickte zustimmend und schaute uns auffordernd an.

»Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Zufall handelt?«, fragte ich.

Ein breites Grinsen erschien auf dem Gesicht des Physikers.

»Ich hatte gehofft, dass Sie das fragen würden. Bei einer Übereinstimmung irgendwo im Bereich von einer Million zu eins. Bei zwei Fällen bewegen wir uns bereits im dreistelligen Millionenbereich«, erwiderte er.

Phil setzte an, um etwas zu sagen, doch Fortesque sprach weiter.

»Bei drei Übereinstimmungen bewegen wir uns im Bereich des Unmöglichen, Jerry«, schloss er.

Verblüfft schaute ich Phil und Mai-Lin an. Beide wirkten ähnlich überrascht wie ich selbst.

»Drei? Wovon in aller Welt reden Sie denn da?«, wollte ich wissen.

»Von dem Mord an Kevin Gregory in Charlotte«, antwortete Fortesque.

Der überraschende Tod des Stabschefs von Gouverneur Brock hatte einige Zeit die Medien beherrscht. Gregory war wegen einer Viruserkrankung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Behandlung schlug gut an, weshalb der Tod umso überraschender wirkte. Doch die gründliche Untersuchung hatte nichts ergeben, was auf mögliche Schlamperei im Krankenhaus hindeutete. Es blieb ein tragischer Verlauf einer Erkrankung, die zum Tode eines einflussreichen Mannes geführt hatte.

»Was haben Sie entdeckt?«, fragte Phil.

Fortesque öffnete eine weitere Datei und zeigte uns zuerst die Ergebnisse der Untersuchung aus North-Carolina. Anschließend klickte er sich in Mai-Lins Datei zu einer Seite, auf der neben vielen technischen Angaben auch einige medizinische Hinweise standen. Fortesque winkte Willson heran und überließ es dem Mediziner, uns die Zusammenhänge zu erklären.

»Es ist ein ausgesprochen raffinierter Plan, um einen Mord zu vertuschen. Angesichts der vielen Medikamente, die während der eigentlichen Behandlung sowie später bei der Krisenintervention eingesetzt werden, fällt der hohe Kaliumspiegel überhaupt nicht auf«, sagte er.

So weit konnte ich ihm noch folgen.

»Aber später bei der Obduktion muss es doch aufgefallen sein«, warf ich ein.

Zu meiner Verwunderung schüttelte Willson entschieden den Kopf.

»Nein. Beim Sterben schüttet jeder menschliche Organismus große Mengen an Kalium aus, sodass ein erhöhter Wert keinem Rechtsmediziner auffällig erscheinen würde«, widersprach er.

Mein Blick ging zurück zum Monitor. So ungeheuerlich es auch wirken mochte, die Wissenschaftler hatten offenbar ein Mordkomplott entdeckt. Phil stieß einen leisen Pfiff aus.

»Respekt, Leute. Sie haben einen Serienmord aufgespürt«, sagte er dann.

Nach einigen Sekunden intensiven Nachdenkens zog ich mein Mobiltelefon heraus und rief Dorothy an. Ich erklärte der Sekretärin des Chefs die Dringlichkeit und sie versprach mir, einen freien Termin im Tagesablauf von Mr High zu schaffen.

***

Die Aufgabe hatte Fortesque so sehr gereizt, dass er sich den restlichen Tag ausschließlich mit dem Abgleich der Datei von Mai-Lin mit dazu passenden Todesfällen gewidmet hatte. Jerry hatte vor einer Stunde angerufen und ihn zu einem Meeting eingeladen. Willson und Fortesque sollten am nächsten Vormittag Mr High über ihre Erkenntnisse informieren, und bei dieser Gelegenheit wollte er noch weitere Übereinstimmungen präsentieren.

Die Datei vom Rechner Homers gab dafür reichlich Anlass. Fortesque schaffte es tatsächlich, zwei weitere Unfälle als gut getarnte Morde zu entlarven. Da es bereits nach acht Uhr am Abend war, schickte er Gerold Willson und Mai-Lin Cha jeweils eine Mail. Fortesque war bereits seit Stunden allein im Labor und beschloss, dass es nun auch Zeit für ihn wurde.

Er schloss sorgfältig ab und aktivierte die moderne Alarmanlage. Als er auf den Parkplatz an der Rückseite des Gebäudes trat, stand sein Chrysler einsam und allein auf der Fläche. Der Nieselregen hatte aufgehört.

Ein sanfter Wind trug den Geruch der Großstadt mit sich, sodass Fortesque leise eine Melodie summte. Er bemerkte nicht, wie ein Van ohne Beleuchtung um die Ecke des Gebäudes rollte und zu ihm aufschloss.

»Dr. Fortesque?«, meldete sich eine Männerstimme.

Er hatte gerade mittels Funkschlüssel seinen Chrysler geöffnet, als Fortesque angesprochen wurde. Er wandte sich mit einem fragenden Ausdruck um. Ein dunkelgrüner Van stand neben ihm und ein kräftig gebauter Mann stieg soeben aus der geöffneten Seitentür.

»Ja, der bin ich. Kann ich Ihnen helfen?«, erwiderte Fortesque.

Der Mann nickte zufrieden und zog dann die rechte Hand hinter dem Rücken hervor. Das klobige Gerät in seiner Hand kam Fortesque irgendwie vertraut vor. Als er es als Taser erkannte, war es bereits zu spät. 50.000 Volt jagten durch seinen Körper und ließen ihm keine Möglichkeit zur Gegenwehr.

Der kräftig gebaute Angreifer fing den Körper des schlaksigen Wissenschaftlers gekonnt auf und zerrte ihn in den Van. Im Anfahren schob er die Seitentür zu, und dann verschwanden die Angreifer mit Fortesque, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Der gesamte Überfall dauerte kaum mehr als eine Minute. Zurück blieben der geöffnete Chrysler und die elektronische Fernbedienung, die Fortesque bei dem heftigen Stromstoß verloren ...

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